Beiträge von Bremerin

    Nach dem Mittagessen ging es gleich weiter zur Ali ebne Hamze Moschee.

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    Besonders beeindruckend ist die große Kuppel mit ihrem blauen und gelben rautenförmigem Fliesendekor

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    Innen besticht sie durch ihre schönen Spiegelmosaike

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    Einer der größten Dichter Irans ist Hafis, der im 14. Jh. in Shiraz lebte. Er besang die Liebe und den Wein als mystische Gottesgeschenke und beschrieb damit gleichzeitig seine Liebe zu Gott. Er war und ist im Iran sehr populär. Als Goethe erstmals seine Gedichte, die zu seiner Zeit gerade übersetzt wurden, gelesen hat, war er dermaßen begeistert, dass er ihm mit seinem Werk 'West-östlicher Diwan' ein Denkmal setzte. Shiraz und Weimar sind heute Partnerstädte und pflegen diese Beziehung intensiv mit gegenseitigen Besuchen..
    In Shiraz steht Hafis Mausoleum, das besonders gerne von Liebenden aufgesucht wird. Wir sind auch hingefahren, und unser Führer hat uns dort einige von Hafis Versen vorgelesen.

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    Das Mittagessen nahmen wir im Basar in einem traditionellen Restaurant ein. Generell kann ich sagen, dass die Speisen im Iran sehr lecker sind und auch ich als Vegetarierin immer auf meine Kosten gekommen bin.

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    Als Vorspeise gab es auf heißen Steinen gebackenes Fladenbrot mit Schafskäse und marinierten Pilzen sowie Kräutern, die man dazu gegessen hat.

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    Zum Hauptgang gab es dann den obligaroischen Reis, z.T. mit Safran, der am Boden gebacken ist und dadurch sehr knusprig. Hinzu kamen mit Tomaten überbackene Auberginen sowie diverse Rind- und Lammfleischgerichte sowie Salat. Alles war hygienisch einwandfrei zubereitet, und man konnte bedenkenlos den Salat essen.

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    23.10. in Shiraz
    Eine kurze Vorbemerkung, ehe es weitergeht: ich merke, dass es mir ganz schwer fällt, aus der Fülle an Text und Bildern eine Auswahl zu treffen, weil wir soooo viel gesehen haben und ich alles spannend und darstellenswert finde. Ich verspreche, dass ich im Folgenden den Text kürzen werde, aber was die Fotos anbelangt, da hätte ich gerne auch Eure ehrliche Rückmeldung, wenn es zu viele sind.

    Nach dem Frühstück steht unser Bus bereit zur Abfahrt

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    Unser erstes Ziel ist der Eram-Garten (Unesco-Weltkulturerbe). Bereits im 12. Jh soll es hier einen Garten gegeben haben. Der heutige wurde Ende des 19. Jh. angelegt. Er ist durchzogen von Wasserläufen und es gibt eine große Rosenabteilung. Außerdem Zypressen, Pinien, Palmen, Orangenbäume sowie Blühpflanzen der Saison. Im Schatten der Bäume sitzen Menschen und lesen oder lernen.
    Gärten bedeuten in diesem Land, das zu einem großen Teil aus Steinwüste besteht, besonderen Luxus.

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    Weiter geht es zum Großen Basar, wo wir, völlig überwältigt von der Fülle an Teppichen, Stoffen, Gewürzen, Kunstgewerbe und vielem mehr eine Stunde verbracht haben und diverse Einkäufe getätigt haben.


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    @Thymian, @Susi66, @ebenezer, @Isuledda99, @Lemar, @Cobupu, @uschisiggi, @Gisi, @OHV_44, @RuM, @Wuchtbrumme, @Gabi46, @MeinSchiff1-6
    So, ich hoffe, dass ich niemanden vergessen habe. Vielen Dank für Euer Interesse an meinem Reisebericht. Katja, wir sind mit einem Kölner Anbieter: skr-Reisen gefahren, der Reisen in Kleingruppen anbietet, die bezahlbar sind und hervorragend organisiert waren.
    Für alle, die neugierig sind auf dieses Land, will ich schon mal ein kleines Fazit vorweg nehmen: es war eine tolle Reise. Und ganz besonders beeindruckend waren die Begegnungen mit den Menschen vor Ort. So viel Herzlichkeit und Offenheit und Gastfreundschaft ist mir schon lange nicht mehr begegnet. Und: der Iran ist (bzw. war bis letzte Woche) ein sehr sicheres Reiseland. Auch als Frau alleine kann man sich tags wie nachts im Freien völlig sicher bewegen, und auch im Gedränge auf den Basaren gab es keine irgendwie gearteten Übergriffe. Die derzeitige Situation macht mich sehr betroffen. Ich bin mir sicher, dass viele Menschen das nicht wollen, was da gerade passiert.

    Nach dem Mittagessen ging es weiter durch den tosenden Verkehr, der bei mir abwechselnd
    Adrenalinschübe und Bewunderung für die Fähigkeit sich in diesem Chaos zurecht zu finden, auslöst. Nach gut 30 min Fahrt sind wir an dem neuen Wahrzeichen Teherans, dem Telekommunikationsturm (Teheran Milad Tower) angekommen. Mit einer Höhe von 435 m ist er der sechst höchste weltweit.

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    Von der Aussichtsplattform auf 280 m Höhe hat man eine schöne Aussicht auf Teheran, besonders jetzt, wenn die tief stehende Sonne alles in ein warmes Licht taucht. Nur gegen den Smog, der wie eine rosafarbene Dunstglocke über der Stadt liegt, kommt sie auch nicht an.

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    Ein Denkmal für die Arbeiter, die diesen Turm erbaut haben

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    Nach dem Sonnenuntergang sind wir dann in Richtung Inlandsflughafen gefahren mit einem kurzen Zwischenstopp am Azadi-Monument. Es wurde im Jahre 1971 anlässlich der 2500-Jahr-Feier Irans errichtet. Es ist 45 m hoch und vereint islamische und vorislamische Architekturelemente und ist mit 25000 Scheiben weißen Marmors verkleidet.

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    Um 20.50 sind wir pünktlich nach Shiraz abgeflogen, wo uns ein neuer und größerer Bus in Empfang nahm. Im zentral gelegenen Shiraz Parsian Hotel, das gerade frisch renoviert worden war, haben wir ein hübsches Zimmer im 3. Stock.

    Vom Museum gehen wir zu Fuß durch einen Park zum Golestan-Palast (Unesco-Weltkulturerbe), dem früheren Regierungssitz der kadscharischen Könige. Es ist ein wunderschönes Gebäude, dessen Bau im 18. Jh. begonnen wurde und der immer wieder erweitert wurde. Da die Kaiser immer wieder von der französischen, italienischen und Habsburger Architektur bzw. Inneneinrichtung begeistert waren, wurden viele Einrichtungsgegenstände und auch Wandgemälde in Europa in Auftrag gegeben. Gleichzeitig gibt es mit den Spiegelsälen starke persische Elemente, und auch die Mosaike und Kacheln an den Fassaden sind eher persisch.

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    Grüne Papageien, die wild leben, werden uns auf unserer Reise immer mal wieder begegnen

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    Samstag 21.10. Flug nach Teheran

    Vorab eine Frage: was denkt Ihr, wie lange dauert ein Flug von Frankfurt nach Teheran? Wo liegt Teheran eigentlich? Was sind die Nachbarländer des Iran?
    Mit 50-minütiger Verspätung startete unsere LH-Maschine, eine ältere - voll besetzte -Boeing 747 nach Teheran. Unser Flug führt uns von Frankfurt in östliche Richtung über Bamberg, Pilsen, durch Rumänien und Bulgarien zum Schwarzen Meer. Dieses erreichen wir nördlich von Varna. Wir sind nur über eine kleine Ecke im Süden geflogen, dann über türkisches Festland weiter nach Teheran, wo wir um 20.30 Ortszeit landeten. Kurz vorher setzte im Flugzeug hektische Betriebsamkeit ein, als alle Frauen mehr oder weniger gekonnt ihre Kopftücher zu drapieren versuchten. Die Flugzeit betrug 4:15 Stunden.

    Die Einwanderungsformalitäten verliefen recht zügig, und nachdem wir unser Gepäck hatten, ging es in die Eingangshalle, wo unser Reiseführer für die nächsten beiden Wochen uns bereits erwartete. Knapp eine Stunde dauerte die Fahrt in die Innenstadt zu unserem Hotel. Unser Zimmer war eine richtige Suite, bestehend aus Wohn- und Schlafzimmer mit drei Betten. Alles war nett eingerichtet, nur dass die Heizung angestellt war und das Zimmer mächtig aufgeheizt hatte und sich auch nicht ausstellen ließ, war nicht so angenehm. Da blieb uns nichts anderes übrig als mit offenem Fenster zu schlafen, und das hieß, den heftigen Straßenlärm auszuhalten. Nachdem ich dann erst einmal eingeschlafen war, ging es.

    Sonntag, 22.10. in Teheran

    Heute Morgen begrüßte uns ein strahlend blauer Himmel, und so bin ich schon kurz vor dem Klingeln des Weckers wach geworden. Das Frühstück haben wir dann im 6. Stock des Hotels, von wo man einen schönen Ausblick auf die Stadt und die Berge hatte, eingenommen.

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    Es gab leckeres Fladenbrot, Tomaten, Gurke, Datteln, Frischkäse, Karottenmarmelade, Tee und Kaffee.

    Um halb zehn sind wir dann zu unserer Stadtbesichtigung gefahren. Zunächst stand das iranische Nationalmuseum auf dem Programm, wo Exponate von der Steinzeit bis zum Beginn der islamischen Zeit (7. Jh. unserer Zeitrechnung) ausgestellt waren. Neben einigen Töpferwaren fand ich die Exponate aus Persepolis besonders beeindruckend.

    Die Geschichte Persiens ist eine sehr wechselhafte mit Phasen, in denen das Reich sehr groß und mächtig war. Die Karte zeigt die größte Ausdehnung. Darius I. ließ im 5. Jh. v. Chr. die sog. 'Königsstraße von Susa nach Sardis anlegen (rote Linie), um eine schnelle Kommunikation innerhalb des riesigen Reiches zu ermöglichen. Seine Kuriere konnten die 2.700 km lange Strecke in 7 Tagen bewältigen. Darius I. war ein Großkönig des Achämenidenreiches und der Begründer von Persepolis (davon später mehr).

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    Und jetzt noch ein paar Daten zu Teheran: Die Stadt liegt an den Südhängen des Elburz-Gebirges in 1100 - 1700 m Höhe ca. 200 km vom Südrand des Kaspischen Meeres entfernt. Ihre Einwohnerzahl beträgt 10 Mio. im Kerngebiet und 15 Mio. im Großraum. Im Sommer kann es sehr heiß werden und im Winter kalt und schneien.

    Manchmal dauert es sehr lange, bis Träume wahr werden. So auch in diesem Fall. Schon als Kind und Jugendliche hatte ich Reiseberichte über die legendäre Seidenstraße verschlungen und mir vorgestellt, wie es sein müsste mit einer Kamelkarawane durch die Wüste zu ziehen und dann all die sagenhaften Städte zu sehen und die intensiven Düfte von Weihrauch und Gewürzen zu riechen. Als ich älter wurde und mich die (politische) Realität einholte, rückte dieser Traum immer weiter in die Ferne und ich entdeckte andere Ziele, die mich nicht minder faszinierten.
    Bis mir dann eines Tages ein Geo-Heft mit dem Titel Seidenstraße in die Hände fiel, und da war diese alte Sehnsucht gleich wieder ganz präsent. 2007 hatte ich dann die Möglichkeit mit Freunden, die gut chinesisch sprechen, von Beijing über Xi‘an, Dunhuang, Turfan, Urumxi, Shache bis Kashgar am Rande der Taklamakan Wüste den chinesischen Teil zu bereisen. Und ich war begeistert. Immer noch treffen sich z.B. in Kashgar auf dem Markt Händler aus den umgebenden Regionen und Ländern, um Schafe, Ziegen, Esel und Kamele zu kaufen und verkaufen. Und die lokalen Markthallen sind ein (Einkaufs-)Paradies für alle Sinne. Leider hat sich derzeit in der Region Xinjiang die politische Situation so zugespitzt, dass ich eine Reise in diese Region nicht mehr wagen würde.
    In den letzten beiden Jahren waren es Berichte von Menschen, die mir begeistert von ihrer Iranreise berichteten sowie die Lektüre des Buches ‚Couchsurfing im Iran‘, die mir plötzlich die Option eröffneten, diesen Teil kennenzulernen. Zwar verläuft die frühere Seidenstraßen-Route im Norden des Iran von Maschbed nach Teheran, aber die eigentlichen Schätze gibt es heute auf einer Nebenroute zu bewundern, die von Teheran nach Süden führt.
    Anfang dieses Jahres begann ich mit der Suche nach einem entsprechenden Reiseveranstalter, und schnell war mit skr der richtige gefunden: in kleiner Gruppe (max. 12 Tln.) mit genügend Zeit auf der historischen Route den Iran kennenlernen. Ute war von Anfang an Feuer und Flamme, und so war die Entscheidung zu buchen schnell gefällt. Eine Freundin aus Bremerhaven, deren Tochter ganz begeistert von ihrer Reise in den Iran berichtete, schloss sich uns an und wenig später auch noch einbefreundetes Ehepaar aus Bremen.
    Das war unsere Reiseroute:


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    Parallel tauchten die ersten praktischen Fragen auf: was dürfen/sollen wir Frauen anziehen? Muss das Passfoto für das Visum auch schon mit Kopftuch aufgenommen werden? Wie schwierig ist es das Visum selbst zu beantragen? Stimmt es, dass mit einem iranischen Visum die Einreisein die USA schwieriger wird? Bis auf die letzte Frage, die mit einem eindeutigen ‚ja‘ beantwortet wurde, stellten sich alle anderen Probleme über kurz oder lang als nicht so schwierig heraus: der Iran hat sich nach dem Atomabkommen und unter der Regierung des
    Präsidenten Rohani zum Westen geöffnet, und Besucher sind herzlich willkommen. So war es überhaupt kein Problem, das Visum für den Iran im Konsulat in Hamburg zu bekommen: das Reisebüro beantragte für uns die erforderliche Referenznummer, Ute hat unsere Pässe abgegeben, die Visumsgebühr von 50 € bezahlt, und eine Woche später hatten wir unseren Visumstempel im Pass. Und auch die Bekleidungsvorschriften haben sich - gerade für Touristinnen - deutlich gelockert.
    Uns war es wichtig, uns auf diese Reise gut vorzubereiten. Die Berichte über den Iran in der politischen Presse sind überwiegend negativ: der Iran sei ein ‚Schurkenstaat’, sagt der amerikanische Präsident, andere führen die hohe Zahl der (vollstreckten) Todesurteile an, betonen die Unterdrückung der Bevölkerung, besonders der Frauen. Etwas moderatere Medien berichten von dem Streit mit Saudi Arabien um die Vorherrschaft im arabischen Raum. So haben wir versucht Informationen zu bekommen, die dazu beitragen, sich einen etwas ausgewogeneren Eindruck zu verschaffen. Hier eine kleine Auswahl:

    Film:
    Taxi Teheran

    Bücher:
    Reiseführer Iran im Trescher Verlag
    Iran - Edition Erde Reiseführer
    Couchsurfing im Iran
    Adnan Tabatabai: Morgen im Iran. Die islamische Republik im Aufbruch
    Jason Elliot: Persien. Gottes vergessener Garten
    Hinzu kommt noch eine größere Anzahl Romane.

    sehe aber gerade heute den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr


    Liebe Siegrid @uschisiggi, ich weiß genau wovon Du sprichst. Beim Schreiben des Berichts lebst Du alles noch einmal durch, und das waren so viele Eindrücke auf einmal, das will alles gut sortiert werden. Deshalb: lass Dir Zeit, ganz viel Zeit. Du schreibst für uns einen tollen Bericht, aber er soll ja auch für Dich sein. Und dann dauert es eben.
    VG Verena