Draußen regnet und stürmt es, und so will ich mal den ersten von drei Ausflugsberichten auf der Insel La Palma einstellen.
Ausflüge auf La Palma
Allgemeines über La Palma
Nach wie vor findet hier kein Massentourismus statt, sondern La Palma ist eher eine Insel für Individualisten und Naturliebhaber. Viele kennen La Palma nur von Tagesausflügen im Rahmen einer Kanaren-Kreuzfahrt, aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass diese Insel, die auch ‚La Isla Bonita‘, also ‚die schöne Insel‘ heißt, einen längeren Aufenthalt wert ist. Zum Wohnen sollte man auf die Westseite gehen, wo es in Puerto Naos Hotels und weitere touristische Infrastruktur gibt oder sich - wie es viele machen - in einem der kleinen Dörfer eine Ferienwohnung oder ein Häuschen mieten.
Die Insel ist sehr vielseitig: der Norden ist sehr grün mit viel Lorbeerwald, dem höchsten Berg der Insel: Roque de los Muchachos (hier hat es am Donnerstag ausgiebig geschneit) mit 2426 m Höhe. Gleich daneben der Nationalpark Caldeira de Taburiente, ein beeindruckender Erosionskrater mit einem Durchmesser von 8 km, der dicht bewachsen ist und ein beliebtes Wandergebiet darstellt. Durch den hohen Berg bleiben die Passatwolken dort hängen und regnen sich am Lorbeer- und Kiefernwald ab. Daher der grüne Norden.
Kommt man in den Süden dieser nur 45 km langen und 28 km breiten Insel, so findet man eine komplett andere Landschaft vor, die eher an Lanzarote erinnert: zunächst dominiert Kiefernwald das Bild, dann im Süden nur mehr schwarze Vulkankegel, spärlich bewachsen.
1. Blaue Reise - Vulkanwanderung am So, 7.2.21
Ausflugsbeschreibung:
Ca. 45 minütige Busfahrt zum Ausgangspunkt der Wanderung (Los Canarios)
Gut 3 Stunden Wanderung nach Fuencaliente
Kurze Verschnaufpause am Leuchtturm in Los Canarios (Playa del Faro)
Anschließend 1 Stunde Rückfahrt zum Schiff
Hinweis: der Fußweg beträgt ca. 6 km, führt über steile und unebene Wege, größtenteils bergab.
Um 9.30 setzte sich unser Bus in Bewegung. An Bord: 39 Passagiere (ausgebucht), 2 Guides sowie eine Mitarbeiterin vom Ausflugteam von TC sowie ein Fotograf.
Auf der Fahrt nach Los Canarios versorgte uns Gabriele mit interessanten Informationen über die Insel La Palma, auf der sie seit 18 Jahren lebt.
In Los Canarios, einem typischen kleinen Ort, sind wir ausgestiegen und wurden zunächst einmal von den Guides mit stabilen Holzwanderstöcken ausgestattet. Dann teilte sich die Gruppe in zwei Halbgruppen, die jeweils von einem Guide geführt wurden und erst am Ziel wieder zusammentrafen. Wir wanderten den Weg von Los Canarios zum Leuchtturm von Fuencaliente. Gut 5 km ist der Weg lang und überwindet einen Höhenunterschied von 600 m. Auf der Tafel handelt es sich um den unteren orangenen Weg.
Über einen breiten Weg ging es über den Vulkanboden.
Vorbei an flach wachsenden Weinreben. Sie kommen ursprünglich aus Kreta und können tief wurzeln.
Wenn ich mich richtig erinnere, sind es Malvasiertrauben, aus denen ein süßer Dessertwein hergestellt wird.
Einige Dörfer liegen an den Berghängen mit schönem Blick über das Meer. Wir hatten Glück mit dem Wetter: es war bewölkt und manchmal sonnig, ca. 20 Grad und überwiegend windstill: ideales Wanderwetter also.
Hier im Süden der Insel gab es vor 50 Jahren den letzten Ausbruch des Vulkans Teneguia, dessen Lava 24 Tage lang in Richtung Süden und Südwesten ins Meer floss. Es ist interessant zu sehen, wie sich hier langsam die ersten Pflanzen ansiedeln.
Nach kurzer Zeit verlassen wir den breiten Wirtschaftsweg und wandern auf schmalen Geröllpfaden weiter.
Wobei ich sagen muss, dass der Boden fest ist und das Laufen nicht besonders beschwerlich ist. Es geht stetig bergab. An einer Stelle kann man wenige Schritte in einen kleinen Seitenkrater hinabklettern, wo in einer Felsspalte noch Spuren vulkanischer Aktivität gefühlt und gerochen werden können: ein leichter Schwefelgeruch und warme Luft strömt uns entgegen. Fotos von dieser Stelle habe ich leider nicht.
Unterwegs bleiben wir immer wieder stehen, und Gabriele gibt Erklärungen zu den unterschiedlichen Gesteinsformationen und zeigt uns eine Lavabombe. Das sind Gesteinsbrocken, die ganz aus dem Vulkan herausgeschleudert werden und dann durch das Herabrollen ihre charakteristische runde, glatte Form bekommen.