Beiträge von Nelly

    Oh Mann, da habt ihr ja was erlebt! Vielen Dank für deinen Bericht, der sich auch mal kritisch mit einer Reise auseinandersetzte und dann trotzdem positiv klang...

    Sag mal ward ihr eigentlich auch an Land und wenn ja, wie hat es euch da gefallen? Oder habt ihr euch bewusst nur fürs Schiff entschieden? Oder habe ich etwas verpasst? Ich hoffe ich blamiere mich jetzt nicht...

    Ganz liebe Grüße!

    Nelly , schickes Teil!

    Sag mal, die Jeeps, saß man da längs zur Fahrrichtung? Wie könntet ihr euch da festhalten? Und gefahren ist keiner von Euch sondern ein einheimischer Fahrer?

    Liebe Grüsse, Marion

    Ja, ganz genau! Wir sind seitlich gefahren und saßen uns gegenüber...

    Festhalten... Joa, so an der Bank glaube ich... Ich glaube an der Decke waren keine Griffe, wer ganz nah am Fahrer sitzt kann sich da am Sitz festhalten... Ich gucke mal ob ich ein Bild davon ohne Menschen habe.

    LG

    Nelly

    ^^Wunderbar aufgelöst! Was eine tolle Farbe... und sie trägt immer die Erinnerungen mit/für euch:love:.

    Wann gibt es den nächsten Reisebericht von dir=O... du wirst fehlen!

    Ach Mensch, das freut mich aber zu hören, das werde ich ja ganz rot vor Freude (oder pink)...

    Wir fahren Sonntag auf die nächste Tour, es gibt also recht bald einen neuen Reisebericht...

    7. November – Sharm el-Sheikh - Ägypten – Auf und nieder, immer wieder

    Was für ein Tag! Unsere Jeeptour durch den Sinai war einfach verrückt, durchrüttelnd und hat jede Menge Spaß gemacht. Aber von vorne:

    Nach einer knappen Woche auf dem Schiff war endlich wieder etwas dabei, was uns beide von den Socken riss. Wir entschieden uns für eine wilde Fahrt durch die Wüste in landestypischen Jeeps. Nach einem kleinen Sicherheitscheck an Land, inklusive „kuscheln“, kletterten wir in einen Jeep, in dem auf den beiden gegenüberliegenden Bänken maximal acht Menschen Platz hatten. Zusammen mit einem Erstfahrer-Ehepaar und zwei befreundeten Ladies hatten wir jede Menge Spaß. Die vier kamen aus Österreich, bzw. Bayern, was manchmal zu lustigen Verhörern bei uns Nordlichtern führte.

    Etwa eine halbe Stunde heizten wir über eine normale Straße, auf welcher alle paar Kilometer Schilder an der Seite standen „bitte anschnallen“ und „bitte kein Handy benutzen“. Tja, anschnallen ging in dem Jeep gar nicht und was die Nutzung des Mobiltelefons während des Fahrens anging: Vor lauter SMS schreiben hat unser Fahrer die Schilder wohl nicht gesehen.

    Und dann ging es in die Wüste, die wir vor zwei Tagen noch vom Schiff aus gesehen hatten. Mega g***. Die Fahrer lieferten sich teils richtige Rennen, wir fuhren auf Straßen, die keine waren, fetzten über Dünen und wurden so richtig schön durchgeschüttelt. Fragt mich bitte nicht wie, aber irgendwie habe ich sogar ein paar Bilder machen können. Kleiner Tipp an die Damen unter uns: Zieht einen Sport-BH an, wir haben es gemacht und die drei anderen drei haben uns durchaus darum beneidet.

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    Zwei Mal stiegen wir für Fotos aus, wirklich beeindruckend, die karge Landschaft und doch weiß man ja, dass sogar dort Leben existiert. Nur leben möchte ich persönlich nicht in solch einer Umgebung. Das wäre mir dann doch zu unheimlich. Beim zweiten Stopp erzählte ein Guide etwas über den brennenden Dornenbusch, in welchem Moses den Herrn gesehen haben soll und in meinem Kopf ging gleich wieder Kopfkino los. Wie das wohl damals war, hier zu leben und sich durch die Wüste zu schlagen? Unabhängig davon, ob und wie das tatsächlich passiert ist.

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    Weiter ging es zu einem Rastplatz, wo wir landestypischen Tee und über dem offenen Feuer gebackenes Brot kosten, sowie in einer Art Zelt auf Teppichen sitzen und pausieren konnten. Da ich schon zwei Mal auf Ausflügen solcher Art ziemlich fiese Reaktionen auf Lebensmittel hatten, verzichteten wir lieber, war vielleicht schade, aber ich wollte nichts riskieren.

    Kostenloses Kamelreiten gab es außerdem, da hatten aber nicht besonders viele Lust drauf und auch wir sahen uns die Tiere lieber einfach an. Interessante Sache übrigens: Kamele latschen immer dem Leittier hinterher, es muss also nur ein Tier angeleint werden, sehr praktisch, oder?

    Übrigens sollte der Aufenthalt in diesem „Camp“ über eine Stunde sein, viel zu lang! Die Ausflugsbegleiterin von TUI bekam noch vor Ort diverse Beschwerden und klärte mit den Fahrern ab, dass wir stattdessen noch ein bisschen durch die Wüste kurvten. Fand ich super, aber es gab natürlich auch einige, denen der Aufenthalt, der jetzt etwa 1/3 kürzer war, immer noch zu lang fanden und jammerten. Wir verbuchten es als „ägyptische 5 Minuten“.

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    Nach dem Ausflug trafen wir uns mit unseren Mitfahrern in der Außenalster Bar und stießen auf den gelungenen Tag an. Und weil es nur fair war, gab es noch einen Verhörer in die andere Richtung.

    Vanessa: Meine Mutter hat ja auch ganz viele Hühner zu Hause, außerdem ein paar Heidschnucken.

    M.: Oh, das sind doch die, die fliegen können, nicht wahr?

    Vanessa: Eigentlich sind es eher Schafe.

    Nach dem Ablegen öffneten natürlich wieder die Shops und weil ihr so lieb ausgehalten habt, gibt’s jetzt die Auflösung. Bis zum Status Schiff besaß ich eine Handtasche, eine Uhr und eine Brille. (Das waren so die häufigsten Lösungen von euch.) Und im Prinzip reichte mir das auch. Aber Steffi zog mich in den Shop, drückte sie mir in die Hand und meinte, ich solle sie mir endlich mal genauer ansehen. Mein Argument, ich hätte ja gewisse Ansprüche, löste sich alsbald in Luft auf. Ich strich ihr über das weiche Leder, hielt sie in den Armen wie ein Baby und stellte mir vor, wie ich sie täglich mit zur Arbeit nähme. Jaaaa, es war eine Handtasche. Und da das Exemplar zu Hause wegen der winzigen Größe nur zu Hochzeiten und Beerdigungen zum Einsatz kam, musste doch mal was Praktischeres her. Das heißt, wenn meine Brotlose, sowie Handy, Schlüssel, Portmonee hineinpassten, könnten wir noch zu einander finden. Ach ja. Es schien zu passen. Sie war groß genug und fast hörte ich sie „Mama“ zu mir sagen. Aber so eine Entscheidung musste wohl überlegt sein, schließlich war mein Rucksack ja bislang auch ein treuer Begleiter. Und so legte ich sie erst einmal wieder zur Seite, nicht, ohne sie in meinen Gedanken noch ein klein wenig mehr zu lieben.

    Kleines Off-Topic: Meine Brotdose ist in der Regel recht groß, daher war ich unschlüssig mit der Größe... Aber damit ihr wisst, was ich meine, wenn ich sage "in mein Leben passen" einmal Bilder für euch... (Hat mit Reisebericht nichts zu tun, aber passt ja doch irgendwie...)

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    (Steffi bekommt manchmal Herzen von mir...)

    Ach so, aber eigentlich wollte ich euch meine neue "Herzensdame" vorstellen... Bitte sehr, da ist sie!

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    6. November – Safaga – „Wir müssen von Zeit zu Zeit eine Rast einlegen und warten, bis uns unsere Seelen wieder eingeholt haben.“ (Indianische Weisheit)

    Was hätte man in Safaga alles Schönes machen können? Sich zu einem Strandausflug anschließen können, zum Beispiel. Einen Transfer in ein Strandhotel oder nach Hurghada buchen und so einfach den Tag vertrödeln können. Oder auf auf einer Quadtour durch die Wüste mal ordentlich Gas geben. Unser Plan war: Fische gucken im U-Boot. Nichts aufregendes, einfach ein bisschen Tiere anschauen und dann abends darüber sprechen.

    Zugegeben, auch hier wären wieder tolle Ausflüge mit jeder Menge Kultur machbar gewesen, aber die Tempel und das Tal der Könige hatte Steffi schon gesehen, in einer Zeit, als wir noch nicht zusammen waren.

    Ich mag es gar nicht sagen, aber wisst ihr was? Am dritten Tag auf dem Schiff stornierten wir unseren Ausflug mit dem U-Boot wieder und genossen erneut nur das Schiff. Nein, das Schiff wurde nicht langweilig und dieses Mal hörten wir beide ganz bewusst in uns hinein, was wir wirklich machen wollten. Wir waren mit der Einstellung „nur das machen, worauf wir Lust haben“ in den Urlaub gefahren und ich glaube, das ist uns gut gelungen. Zugegeben, eine Wanderung hätte uns gut gefallen, aber Ägypten war nun nicht unbedingt als Wanderparadies bekannt, also hörten wir auf unseren Bauch.

    Auf Deck 5 tigerten wir vom Schatten in die Sonne und wieder zurück (wir lieben die Holzliegen dort!) und lasen beide in unseren Büchern. Ich hatte kurz vor der Reise ein Rezensionsexemplar von einer Autorin bekommen (daher das Zitat ganz oben, sehr passend für den heutigen Tag) und ließ mich in eine spirituelle Welt der Indianer und der Kirche entführen.

    In der Sauna (nein, wir haben keine 32 Grad Draußen oder so) ließen wir beide die Gedanken im Kreis schweifen (wofür sonst ist der Kopf rund) und ich schrieb schon mal den Reisebericht in meinen Vorstellungen vor mich hin.

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    So ein Kraken braucht natürlich mehr als eine Uhr und Philipp gefiel es ganz gut, mal ein bisschen tierische Gesellschaft zu haben.

    Abends waren wir wieder zu Gast in der Himmel & Meer Lounge (inzwischen wussten wir sogar, was die anderen „Stammgäste“ dort bestellen) und den letzten Cocktail genossen wir bei einem lauen Lüftchen auf dem Balkon.

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    Schließlich stellten wir uns zum ersten Mal auf dieser Reise den Wecker, oh Wunder, wir würden nämlich morgen tatsächlich mal von Bord gehen!

    Nelly

    Wunderschöne Bilder - die Vorfreude steigt :love:

    LG,

    Takis

    Vielen Dank, und dabei hab ich sie nur mit dem Smartphone gemacht und aufs bearbeiten hatte ich auch keine Lust... Schön, wenn sie trotzdem gefallen :-D


    Super Bilder von der Fahrt im / durch den Suezkanal :love: , da kommt sicherlich so etwas wie Flußkreuzfahrtfeeling auf oder? Wie auch immer, ich freue mich schon und kann mir vorstellen, doch einige Zeit am Deck hin und her zu laufen, um beide Seiten zu sehen. Nur mehr etwas mehr als 515 Tage ;)

    Ja, stimmt, jetzt wo du es sagst, so in etwa stelle ich mir das tatsächlich vor...

    Liebe Nelly , wie war es so auf dem Balkon bzgl. Sonne/ Temperatur? Ich hab so die Vorstellung da gemütlich stundenlang zu sitzen, Musik zu hören , Wein zu trinken und „Landschaft gucken“. Machbar?

    Liebe Grüsse, Marion

    Ja klar, auf jeden Fall! Wir hatten uns bewusst für die Schattenseite entschieden und das war auch gut so. In der Sonne hätte man es wahrscheinlich kaum ausgehalten und im Schatten war es auch schön warm und angenehm, wir saßen viel draußen. Gut, ich hab mir ab und an ein leichtes Tuch um die Arme gelegt, aber ich bin auch eine Frostbeule.

    Wir sind ja letztes Frühjahr auf der Transreise von Dubai nach Antalya nach Israel umgeroutet worden, und das war das beste, was uns passieren konnte. Anfangs habe ich auch gedacht. sollte Jerusalem in der Karwoche wirklich sicherer sein als Ägypten??? Aber ich muss sagen, ich habe mich in Israel die ganze Zeit über sicher gefühlt und die beiden Tage in Jerusalem/Bethlehem und Haifa/Tel Aviv (Ausflüge) total genossen. Ich würde immer wieder hinfahren.

    VG Verena

    Ooohhh wie schön... Diese Städte würde ich auch zu gerne einmal sehen.

    Nelly

    Bin eben auf Deinen Bericht gestoßen und lese ihn mit viel Freude.

    Dein Schreibstil ist große klasse, und immer wieder entdecke ich Vertrautes. Kann es wirklich sein, dass Mann-Frau-Paare die besseren Tische im Atlantik bekommen? (Mit dieser Frage will ich aber jetzt keine Diskussion hier im Forum entfachen!!!).

    Ich freue mich auf die Fortsetzung.

    VG Verena

    Tausend Dank für die lieben Worte, das freut mich aber sehr!

    Ich weiß nicht, ob das mit den Tischen generell so ist, uns jedenfalls passierte das schon sehr oft, auch mit dem Hinweis "meine Frau und ich hätten gerne eine ruhige Ecke". Ich will gar nicht sagen, dass das immer so ist, aber uns fällt es leider auf, vor allem wenn dann der Herr hinter uns einen wirklich schönen Tisch mit seiner Dame bekommt. Aber gut, gibt schlimmeres.

    Nelly auch ich spring noch schnell an Bord und begleite euch :-)

    Herzlichen Willkommen und gute Reise!

    ...Handtasche... Ich bin jetzt überzeugt von Handtasche.

    Hihi, ich verrate nichts...

    5. November – Suezkanalpassage – Ein Tag mit Land ohne Landgang

    Die Nacht war irgendwie ein bisschen komisch, vielleicht fehlte mir inzwischen ein leichtes schaukeln um zur Ruhe zu kommen. Der Kapitän hatte am Abend zuvor noch angesagt, dass wir vor dem Suezkanal auf Reede liegen würden und in den frühen Morgenstunden in den Suezkanal einfahren durften. Die Friedensbrücke wäre so gegen 7:10 zu sehen, falls sich jemand den Wecker stellen wollte. Wir hatten das nicht vor, aber um Punkt sieben waren wir putzmunter und wankten noch in Schlafklamotten auf den Balkon. Und wir waren nicht die Einzigen! Einmal den Blick nach rechts, einmal den Blick links, zwei Mal einen „guten Morgen“ gewünscht und sich dann insgeheim darüber amüsiert, dass wirklich viele auf den Balkonen standen und sich die Landschaft ansahen. Backbord lag der Sinai, die Wüste, durch welche Moses der Bibel nach sein Volk geführt hatte.

    Nur wo war diese besondere Brücke, die man unbedingt gesehen haben musste? Kapitän Jonas Lyddby sei Dank erfuhren wir, dass wir etwas später als geplant eingefahren sind weil eines der Kriegsschiffe, die vor uns fuhren, seinen Ankerplatz so weit hinten hatte, dass es etwas länger dauerte, bis es im Kanal war, daher verzögerte sich alles. Die Reihenfolge ist übrigens: Kriegsschiffe, Kreuzfahrer, Container und wir waren an dritter Stelle. Na gut, frühstücken wir halt erst. Und das wo ich doch ausnahmsweise mal früh hoch war. Aber man nimmt es halt, wie es kommt. Das Frühstück brach ich dann irgendwann ab, weil wir die Brücke gegen acht dann doch noch erreichten, im Stechschritt hetzte ich in Richtung Bug, auf die Kabine hätte ich es nicht mehr geschafft und war „kurz vor knapp“ da. Yeah, und ich stand drunter! Schon ziemlich beeindruckend das Ganze.

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    Die Lektorin Nadja Münchenhagen (ich darf sie sehr gerne namentlich nennen hat sie gesagt) erzählte den ganzen Tag allerlei spannende Sachen über den Suezkanal. Wenn wir nicht gerade irgendwie zwischen Backbord und Steuerbord hin- und hersprangen, weil wir mal den Sinai, mal das ziemlich grüne Ägypten sehen wollten, frönten wir dem süßen Kreuzfahrerdasein und futterten uns durch sämtliche Snacks und Eiscremesorten. (Eigentlich sind wir gar nicht so verfressen, aber wir konnten nicht an uns halten).

    Besonders schön war der landeskundliche Vortrag oben genannter Lektorin über Jordanien. Vor allem zwei Ausflüge stellte sie besonders ausführlich vor: Die Tour durch den Wadi Rum Nationalpark und natürlich die Fahrt nach Petra. Tja, wie sollte es anders sein: Hier waren ausgerechnet diese beiden unsere Favoriten, zwei Dinge, die wir unglaublich gerne machen wollten. Aber wie so oft im Leben musste man eine Entscheidung treffen und die hatten wir schon vor Monaten zu Hause getroffen. Natürlich ging es nach Petra. Dazu dann in drei Tagen aber mehr. Auf jeden Fall bekam ich bei dem Vortrag eine Gänsehaut nach der anderen und Steffi ging es ähnlich. So ein tolles Land, glaubten wir kennenzulernen, mit so viel Liebe erzählte die Lektorin, dass ich mich fragte, ob noch mehr Leidenschaft eigentlich möglich wäre.

    Die Suezkanalpassage war auf jeden Fall ein echtes Abenteuer, mit Sonne, recht viel Regen, jeder Menge Fliegen (echte Mistviecher) und einer Aktion auf dem Pooldeck, die wir uns lieber aus sicherer Entfernung ansahen. Wir brauchten kein Suezkanal-Diplom und ein Foto mit dem Scheich Al-la-mal-lach-en noch viel weniger. Witzige Sache, die gut angenommen wurde.

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    Gut gefallen hat uns, dass man vom Schiff aus mal eine Menge Landschaft sehen konnte und auch, dass plötzlich ein Gefühl von Enge entsteht, weil das Land nicht weit weg ist, und zwar in beide Richtungen. Den Fischern machte das wohl weniger aus, die kamen ziemlich nahe an die Mein Schiff heran, ich glaube, das hätte ich mich nicht getraut mit so einer Nussschale, im Vergleich zu unserem „Boot“.

    Und was meine neue Liebe auf den ersten Blick anging? Ich erlaubte mir heute immerhin schon die Frage, ob sie wohl in mein Leben passen würde. Immerhin hatte ich den einen oder anderen kleinen Anspruch an sie, aber ich verweilte noch etwas länger in ihrer Nähe und hatte das Gefühl, das könnte etwas werden.

    Hallo ihr lieben, es geht weiter, irgendwie hab ich es die letzten beiden Tage nicht geschafft, aber ich will euch doch unbedingt weiter auf das Schiff entführen...


    4. November – Seetag – Geht die Sonne auf im Westen, musst du mal den Kompass testen (Seefahrerweisheit des Tages)

    Bislang war dieser Urlaub einfach großartig. Wir konnten unser Glück immer noch nicht fassen, aber waren durchaus gewillt es anzunehmen. Morgens ging Steffi schwimmen, ich beobachtete abwechselnd das Treiben auf dem Pooldeck auf dem TV und ging auf den Balkon um den Morgen zu genießen. Herrlich, eine kleine frische Brise, wenig Seegang, angenehme Wärme. So hatte ich mir das vorgestellt.

    Beim Frühstück im Atlantik Klassik hatten wir ausgesprochen nette Tischgesellschaft. Ein Ehepaar fragte ob noch Platz wäre, war natürlich, und dann hörten wir jede Menge tolle Geschichten von deren Amerikaurlauben. Es war richtig schön: Die beiden hatten sich, trotz jeder Menge Auswahl an freien Tischen, es war noch relativ früh für einen Seetag, zu uns gesetzt und wir wurden richtig neugierig auf die Vereinigten Staaten.

    Später hatten wir eine großartige Lesung im Klanghaus zu „Ich bin dann mal weg“, die abwechselnd von drei Schauspielern vorgetragen wurde. Dabei ging es nicht nur um den gleichnamigen Roman von Hape Kerkeling, sondern auch um eine US-Amerikanische Schauspielerin und einen Mann, von dem mir leider nicht im Gedächtnis geblieben ist, wer genau das war. Ich glaube einer, der Lebensratgeber geschrieben hat, aber das kann auch meiner Phantasie entsprungen sein. Auf jeden Fall war die Lesung kurzweilig und unterhaltsam.

    Und wie sollte es anders sein, nach der Lesung lief sie mir wieder über den Weg. Ach ja, fast hätte ich es vergessen, aber nur fast. Ein dämliches Grinsen stahl sich in mein Gesicht und irgendetwas in mir schrie „schnapp sie dir Tiger“, aber ich wollte mir auf keinen Fall etwas anmerken lassen. Weil Steffis Antennen allerdings unglaublich fein sind, vor allem was meine Person angeht, wusste sie natürlich sofort was Sache ist. „Jetzt schau sie dir halt mal genauer an“, aber ich schüttelte nur verlegen den Kopf. Immerhin hatte ich doch schon eine, mehr brauchte ich nun wirklich nicht!

    Was macht man sonst an so einem Seetag? Von A nach B tigern, weiter nach C, kleines Getränk, mitten am Tag mal einen Cocktail und reden, reden, reden.

    Nach einem kleinen Abendsnack im Anckelmannsplatz versackten wir in der Himmel & Meer Lounge und besprachen die nächsten Urlaube. Der Mai 2019 war schon mit einer Kreuzfahrt verplant (obwohl wir ja gar nicht wussten, ob uns das Fieber wieder packt) und für den Herbst/Winter brauchten wir ja auch noch was Schönes. Vielleicht eine Kreuzfahrt nach Asien? Mit einem vorherigen Aufenthalt in Singapur? Oder doch lieber in den Orient?

    Steffi kannte inzwischen den Katalog fast auswendig und ich war selig, dass so viele Ideen in ihrem Kopf herumschwirrten.

    Irgendwann hatte ich mal gedacht, ich bin die verrückte von uns beiden, aber ganz offensichtlich haben wir beide nicht mehr alle Tassen im Schrank und ich liebe es!

    Bitte entschuldige Nelly

    Ich habe mit meiner Bemerkung wohl einen Nerv getroffen und damit sind wir jetzt in deinem Bericht off topic...

    Ich freue mich auf weitere Eindrücke von dir, Daniela

    Ach was, da bin ich nicht böse... das ist doch das schöne, die Interaktion hier... übrigens habe ich ganz heimlich auch auf eine Umroutung nach Israel gehofft, weil mich dieses Land so fasziniert. Naja, werde ich dann auf anderem Wege mal bereisen :S

    3. November – Alexandria/Ägypten

    Im zarten Alter von etwa 8 Jahren begann bei mir eine Art Leidenschaft für Ägypten. Ich verschlang alles, was ich zu lesen bekam, bastelte mit einem „Kreativset“ die Maske des Tutanchamun nach, war begeistert von einer Wanderausstellung in Hamburg und was war die logische Schlussfolgerung für das erste Ziel auf unserer Kreuzfahrt? Richtig, wir bleiben an Bord.

    Die Ausflüge, die uns reizten, nämlich nach Kairo bzw. nach Gizeh, um die Pyramiden zu sehen, waren allesamt Ganztagsausflüge mit vielen, vielen Stunden Busfahrt auf die wir keine Lust hatten. Man mag uns Kulturbanausen nennen, aber man muss manchmal auch in sich hineinhorchen, was man wirklich will.

    In Steffis Fall war das: Nö, ich würde sie zwar gerne sehen, aber nicht zu diesen Bedingungen.

    In meinem Fall: Also wenn ich ehrlich bin, dann hat mich der Bau der Pyramiden und der Totenkult der alten Ägypter (vor allem die Mumifizierung) mehr gefesselt als die Tatsache, dass die Pyramiden noch stehen.

    Mumien hatte inzwischen einige gesehen und die Wahrscheinlichkeit, dass der Ausflug sehr anstrengend würde mit einer halben Million anderer Touristen vor den Pyramiden lag bestimmt bei entspannten 100 Prozent.

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    Es gibt schlechtere Aussichten vom Balkon, oder?

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    Hier konnten wir ziemlich lange eine Katze mit ihren Jungen beobachten, war spannend!

    Also genossen wir ein ziemlich leeres Schiff. Interessanterweise waren die anderen „daheimgebliebenen“ mit uns einer Meinung: Ja, wäre schon toll, aber so lange Busfahren muss nicht sein.“ Ehrlich, das war fast immer die Antwort, egal mit wem man sprach.

    Der unglaubliche Vorteil an diesem Tag war: Man bekam überall ein Plätzchen nach seinen Wünschen und weil alles so wunderbar entspannt war, hatten Steffi und ich großartige Gespräche, mal mit anderen Passagieren, mal einfach nur mit uns. Einfach treiben lassen, einen Eiskaffee in der Café-Lounge trinken und die Seele baumeln lassen. Herrlich!

    Gegen Abend gab der Kapitän durch, dass wir uns nicht über das so leere Schiff wundern sollen, es fehlen noch 1001 Passagiere. Perfekt also, um im Atlantik Mediterran mal einen Tisch für zwei zu bekommen. Leider wurden wir ziemlich nahe der Küche geparkt, zwei Mann/Frau Pärchen die hinter uns warteten, bekamen die weitaus schöneren Plätze für einen kuscheligen Abend alleine. Hmm. Passierte uns leider nicht nur einmal. Wir haben nichts gegen Gesellschaft, aber manchmal mag man doch unter sich sein.

    Aber lecker war es! Ich schreibe sonst nicht auf, was wir essen aber das hier hatte es in sich: Falafel im Pitabrot (meeeegaaaa lecker!!!), Ziegenkäse mit Thymian, und libanesische Pfannkuchen mit Pistaziencreme. Das hätte ich in der Reihenfolge noch drei Mal essen können, nur leider waren Teile davon „lokale Spezialitäten“ und nur einmalig zu genießen.

    Mein Tagebuch endet mit „ein genialer Tag“.

    Klingt langweilig? War es aber nicht… Es ist ja soooo schön an Bord!