Was aber auch gesagt werden muss ist, dass wir ja schon sehr viele, sehr strenge Regeln haben.
An jedem Platz, wo viele Menschen zusammenkommen, gibt es Regeln. Je nach Arbeitsplatz, Verein oder sonstige Zusammenkünfte sind diese mehr oder weniger eng gefasst. Ohne diese wäre ein geordneter Ablauf von unterschiedlichen Tätigkeiten nicht möglich. Videoüberwachung gibt es heute fast in jedem Supermarkt, und solange alle Mitarbeiter davon Kenntnis haben, ist dass auch in Ordnung. Nur in privaten Bereichen ist das nicht zulässig. Das hat ja aquariaa auch so bestätigt. Ich krame jetzt mal mein ganzes Wissen zusammen, was ich durch Gespräche auf Kreuzfahrten, Dokumentationen, Stellenausschreibungen für Schiffspersonal (mein Enkelsohn hat sich einmal dafür interessiert), und Ausbildung in Sachen Arbeitsrecht weiß.
Alkohol am Arbeitsplatz ist in vielen Bereichen/Arbeitsplätzen verboten, bzw. erheblich eingeschränkt. Auf einem Schiff muss das besonders gelten, da hier die Sicherheit oberste Priorität hat. Die Nautik - Crew hat wohl generelles Alkoholverbot, auch in der Freizeit. Wie das bei dem Servicepersonal genau aussieht, weiß ich nicht, könnte mir aber vorstellen, dass das zumindest stark eingeschränkt ist. Dokumentationen berichten, Das ALLE Crew-Mitglieder, vor ihrem ersten Einsatz ein Sicherheitstraining durchlaufen müssen, das auch ständig erneuert wird. Das bedeutet, alle müssen im Ernstfall sofort Einsatzbereit sein. Ein angetrunkener Mitarbeiter ist eben kein sicherer Mitarbeiter mehr. Abgesehen davon, würde es wohl einen sehr schlechten Eindruck machen, wenn ein Crew-Mitglied da betrunken über das Schiff wankt.
Ich zitiere hier mal Thomas Gleis von Phoenix: "In dem Augenblick, wo du deine Kabine verlässt, bist du im Dienst!"
Was die Sanktionen bei Fehlverhalten betrifft, wird das Schlimmste sein, dass du im nächsten Hafen ausgemustert wirst. Sonst kann es sich hier nur um "ein ernsthaftes Gespräch" bei Vorgesetzten handeln bzw. beim Kapitän, im Sinne von Abmahnung. Sonst kann ich mir nur noch Vorstellen, dass ein Ausschluss von Veranstaltungen (z. B. der Crew-Show) in Frage kommt. Alles andere wäre arbeitsrechtlich fraglich. Es müssen Arbeits- und Freistunden eingehalten werden, und zwar von beiden Seiten. wegsprerren (Ausgangsverbot) geht nur im ernsthaften Straffall, und das auch nur, bis die Polizei zum Einsatz kommen kann.
Auf solch einem Schiff, wo viele Nationen zusammenkommen, wo unterschiedliche Kulturen zusammen leben, muss natürlich mehr und strenger geregelt werden. Jeder gute Arbeitgeber ist bemüht, Konflikte zu vermeiden. Das ist sicher nicht immer einfach.
Nun gibt es viele Bestimmungen die regeln was darf, und was nicht darf - und dann gibt es das, was wirklich getan wird - eine große Grauzone! Das betrifft sowohl Arbeitgeber wie auch Arbeitnehmer! Wo kein Kläger ist - ist auch kein Richter.
Apropos Arbeitgeber, für alle, die es noch nicht wissen: TC, AIDA, Phoenix u.a. sind nicht "Arbeitgeber" der Mitarbeiter auf den Schiffen, jedenfalls nicht im vertraglichen Sinn.