Beiträge von Nachtschatten

    Der Weg am Wasser ist einigermaßen gut zu laufen und stimmt hervorragend auf den Urlaub ein. Bei stärkerem Wind, ein bisschen mehr Gepäck und vielleicht auch noch Kindern im Schlepptau wird er aber durchaus zu einer kleineren Herausforderung.

    Sehr spannend, Eure Erfahrungen, Vorlieben, Eindrücke und Einschätzungen der verschiedenen Küstenorte kennenzulernen. Ich habe meine ersten 25 Urlaubsjahre stets in SPO verbracht, mit viel und mit weniger Familienmitgliedern, später dann mit Freunden und endlosen Parties am Strand. Habe dann meinen Mann mal mit dorthin geschleppt und bei ihm hats gefunkt. Nun wohnen wir schon seit rund 23 Jahren in Nordfriesland, allerdings ein Stück weit im Landesinneren, also nicht in Wurfweite zur Wasserkante.

    Erstaunlicherweise fahre ich nicht mehr gerne nach SPO, viel zu voll, viel zu laut und alles fremd. Ich habe Föhr für mich und uns entdeckt, war mit den Kindern total klasse, mit dem Hund megaeinfach und ist jetzt immer noch mein Favorit. Urlaub und Tagesausflug gleichermaßen. Wollen wir nur mal ein bisschen Strandwandern, fahren wir allerdings nach Romo (Rømø). Sind zwar ein paar mehr Kilometer als nach SPO, aber die letzten paar Male haben wir auf dem Weg nach SPO bis zu einer Stunde im Stau gestanden, zeitlich also kein Vorteil gegenüber Romo. Auch die Ostsee hat tolle Ecken, deutlich mehr als die Nordsee, einfach weil der Strand fast überall zugänglich ist. Ich mag die Ostsee deshalb fast mehr noch als die Nordsee, sie ist vielfältiger. Wer es hingegen strandlich spektakulärer möchte, der ist an der Nordsee gut aufgehoben, muss sich aber mit weniger Strandzugängen zufriedengeben, zumindest was die Sandstrände betrifft. Der Vorteil von Urlaub in Schleswig-Holstein, man kann ja beide Meere nutzen. Wir wohnen zwischen beiden Meeren und ich bin wirklich erstaunt, wie viele Touristen sich ganz bewusst in der Mitte einquartieren, um alles nutzen zu können. Sei es Kiel, Schleswig, Kappeln oder Flensburg an der Ostsee, SPO, Husum, Amrum, Föhr und Sylt oder auch einen Abstecher nach Dänemark. Ich glaube, es kommt darauf an, mit wem man reist. Hat man kleine Kinder dabei, ist Strandnähe vorteilhafter. Reisen nur Erwachsene oder ältere Kinder, bietet sich auch das Hinterland an, einfach weil es hier noch viel mehr zu entdecken gibt, als nur den Strand. Zum Beispiel Haithabu (Hedeby), inzwischen UNESCO-Weltkulturerbe. Ein Ort, der mittlerweile in keiner Wikinger-Serie mehr unerwähnt bleibt, einfach weil er dermaßen bedeutungsvoll war. Viele wissen gar nicht, dass dieses Hedeby in Deutschland liegt und immer einen Ausflug wert ist. Für mich auch landschaftlich einer der schönsten Orte hier oben.

    Zugegebenermaßen ist die Anreise aus dem Süden Deutschlands eine Herausforderung und ein Angehen, aber wenn ich die Autokennzeichen der Urlauber im Sommer hier so sehe, schreckt das letztendlich die wenigsten ab.

    Eure Zuversicht möchte ich haben...

    Wir haben die April und die Juli 2021 Reisen gerade heute umgebucht, beide auf 2022. Bevor die Kabinen noch knapper werden. Ich glaube einfach nicht, dass die Länder, die wir diese Jahr hätten bereisen wollen, das Herumrennen von Touristen gestatten würden. Vielleicht irre ich mich, ich würde es mir wirklich wünschen, aber im Moment glaube ich es eben nicht. Also musste eine Entscheidung her. Mental haben wir uns für dieses Jahr jetzt auf Blaue Reisen ab deutschen Häfen eingestellt und hoffen sehr, dass da was angeboten wird. Denn Fliegen ist leider auch keine Option...

    Wir sind von den Absagen auch betroffen, unsere Reise wäre am 15.11. gestartet. Überrascht hat mich die Entscheidung der Behörden allerdings nicht wirklich, vielmehr hat mich erstaunt, dass sie nicht gleich letzte Woche erfolgt ist. Es betrifft im Übrigen alle deutschen Häfen und nicht nur Kiel, also nicht nur Schleswig-Holstein ist der Buhmann.

    Ich glaube, es geht auch nur bedingt um den Hotelbetrieb auf den Schiffen, sondern auch um die rund 1500 Menschen, die alle paar Tag quer durch Deutschland unterwegs sind, um eine Schiffsreise anzutreten oder zu beenden. Gut, das gleiche Argument kann auch bei Flugreisen angeführt werden, wobei sich der heimischen Flughafen meist näher am Wohnort befindet, als der Hafen von Kiel.

    Und ich glaube, den meisten von uns/Euch dürfte klar sein, dass es mit 4 Wochen nicht getan ist. Danach ist nicht alles wieder gut und schick. Aber hoffentlich wenigstens ein bisschen besser als vorher. Ich reise gerne und bedaure sehr, dass das momentan nicht möglich ist. Doch bei der Vorstellung, dass Touristenmassen über Weihnachten und Silvester hier bei uns (Nordfriesland) einfallen, wird mir mehr als nur flau im Magen. Ich habe jedwedes Verständnis für den Kummer aller Hoteliers und Gastronomen, wir kommen selber aus der Branche, und dennoch halte ich es für falsch, das Reisen (auch über die Feiertage) zu gestatten. Die Erfahrung hat gezeigt, dass das besonders in den Wintermonaten kontraproduktiv ist. Wenn nur die Reisenden selbst im Falle einer Infektion die Leidtragenden wären, würde ich sagen, persönliches Pech. Sind sie aber nicht. Sie schleppen das Virus überall hin, in die entlegensten Winkel, ohne es zu bemerken, und nehmen billigend in Kauf, andere zu gefährden. Und nur, weil sie/wir ein paar Tage Urlaub gemacht haben. Das ist dekadent. Ich wünsche mir und allen anderen Menschen, dass wir es schaffen, den Abwärtstrend zu stoppen und in die entgegengesetzte Richtung zu lenken. Und wenn es hilft, deshalb nicht zu verreisen, dann soll es so sein.

    Rein logisch ist es zu verstehen, dass TC weiterfahren darf. Ob es fair ist, lasse ich mal dahingestellt. Natürlich freue ich mich, dass die Fahrten weitergehen, aber wie viele Reisende nehmen eine wirklich lange Anreise in Kauf, für diese paar (wenigen) Seetage. Zwar wird es als Transit eingestuft, dennoch bleibt es eine Reise über viele hundert Kilometer und etliche Stunden, mit Stopps und Toilettengängen an Raststätten, die demnächst vielleicht wieder geschlossen haben. Eine frühere Anreise mit Übernachtung in den Hafenstädten hat sich momentan ja nun auch erledigt. Dass unter diesen Umständen AIDA, nach ihrem äußerst holprigen Start, gleich wieder alles einstellt, kann ich sogar irgendwie verstehen.

    Wir waren vor rund 14 Tagen auf der MS1 unterwegs (unsere zweite Blaue Reise) und da waren die Bars sehr voll. TUI Bar zudem personell deutlich unterbesetzt, wir mussten uns die Getränke fast immer selber holen. Abstandhalten war da nicht mehr gegeben, die Warteschlange war zu lang und diejenigen, die den Sitzbereich der TUI Bar nur betreten wollten, mussten die Warteschlange zudem auch noch durchkreuzen, da es auch nur noch einen Zugang zu dieser Bar gab.

    Überhaupt war Schlangestehen tatsächlich ein kleines Problem. Restaurant Fischmarkt und das Ganz Schön Gesund Bistro waren sofort voll, kaum dass sie geöffnet hatten. 45 Minuten Wartezeit waren keine Seltenheit. Die Folge war, dass das Atlantik Klassik und Mediterran viel zu tun hatten, wir bekamen zwar immer einen Platz, mussten aber manchmal lange auf den nächsten Gang warten. Leider lässt sich das alles mit kalten Außentemperaturen weder erklären noch entschuldigen, denn das ist ja im Herbst in diesen Fahrgebieten zu erwarten. Im Vergleich zu unserer ersten Blauen Reise hatte ich das Gefühl, dass sich deutlich weniger Personal auf dem Schiff befunden hat. Mitte November starten wir erneut, mal gucken, ob sich was verändert.

    Hej und Hallo,

    für gewöhnlich reicht innerhalb Europas der Personalausweis, wenngleich die Norweger auch schon mal nach dem Reisepass fragen, wenn ihnen danach ist. Warum auch immer. Aber da Norwegen nicht angefahren wird, geht es ohne Reisepass.

    Wir haben auch eine Jahresversicherung, allerdings eine alte, die nicht mehr so ganz auf dem aktuellen Stand ist, aber letztendlich das wesentliche abdeckt. Ohne Reise-KV würde ich das Land niemals verlassen, die Kosten im Ausland und vor allem auf dem Schiff können immens hoch sein.

    Allerdings wäre ich sehr vorsichtig, bei welchem Anbieter ich abschließe und mich vorzugsweise an die beiden großen namhaften Versicherungen halten. Beide fangen mit dem Buchstaben A an.

    Im Falle eines schlimmen Falles reagieren diese beiden sofort und sorgen für Abhilfe und holen die Patienten auch umgehend zurück. Viele anderen Versicherer arbeiten sehr zeitverzögert und umständlich, sind gar nicht erst zu erreichen oder veranlassen das Verlegen in ein anderes Krankenhaus vor Ort, anstatt den Patienten heimzuholen. Ich habe selber mal in der Tourismus-Branche im Ausland gearbeitet und haben da schon einige seltsame und fragwürdige Dinge erlebt. Und natürlich auch das ein oder andere von Kollegen gehört.

    Die Preise hingegen nehmen sich alle nicht so viel, ich habe sie selbst letztens verglichen, eben weil ich am Überlegen war, unsere bestehende Jahresversicherung mal zu updaten.

    Ich kann also nur jedem Reisenden dringend raten, nicht an einer Krankenversicherung für das Ausland zu sparen. Das kann fatale Folgen haben.

    Stimmt, einer der krassen Ausnahmefälle. Was aber, wenn ich die Versicherung bereits abgeschlossen habe und meine Wohngegend erst später zum Risiko-Gebiet erklärt wird? Erlischt diese dann? Darüber habe ich auf die Schnelle keine Informationen finden können. Eigentlich müsste in diesem Fall, sofern abgeschlossen, die Corona-Zusatz-Versicherung greifen. Kommt ein Ausgangsverbot nicht einer behördlich angeordneten Quarantäne gleich?

    Ein Restrisiko bleibt, es lässt sich leider nicht alles versichern.

    Die meisten Risiko-Gebiete können trotzdem an den Reisen teilnehmen. Hilfreich ist bei der Anreise einen aktuellen negativen Corona-Test mit sich zu führen (nervig, aber machbar). Sollte er positiv ausgefallen sein, hat sich das ohnehin erledigt. TC hatte beim Check-In letzte Woche am Terminal Listen mit den aktuellen Risiko-Gebieten aushängen. Alle Reisenden aus diesen Gebieten mussten zum Schnelltest im Terminal, zusätzlich zum Helios PCR Test. Lästig, aber vertretbar.

    So weit so gut.

    Aber viele Versicherungen haben den Pandemie-Fall ausgeschlossen und brauchen dann nicht zahlen!

    Auch das ist korrekt, einige Versicherungen haben den Pandemie-Fall von vornherein ausgeschlossen. Sehr ärgerlich und sehr bequem für die Versicherer, deshalb aufmerksam lesen und notfalls noch eine andere abschließen. Wir selbst trennen uns von unserer Jahresversicherung, eben weil sie den Quarantäne-Fall nicht mit abdeckt. Lieber jede Reise einzeln versichern.

    Die Umstände sind zur Zeit alles andere als schön. Mir macht Corona Angst, nicht nur die Krankheit als solches, sondern auch und vor allem die Auswirkungen der Pandemie auf uns. Und trotzdem nehmen wir all die Ärgernisse, Kosten und Stressmomente in Kauf, nur um ein paar Tage Urlaub auf dem Wasser machen zu können. Ich weiß manchmal nicht, ob ich davon beeindruckt oder entsetzt sein soll.

    Die Reiserücktrittversicherung greift immer, wenn bei der versicherten Person ein Krankheitsfall eintritt. Also auch bei einer Corona-Erkrankung. Selbst wenn diese Erkrankung direkt vor dem Schiff diagnostiziert wird.

    Problematisch wird es erst, wenn keine Krankheit sondern eine angeordnete Quarantäne den Reisenden ausbremst. Hierfür kann über TC und HanseMerkur der Corona-Schutz zu einer bestehenden Reiserücktrittsversicherung (natürlich auch HanseMerkur) dazu gebucht werden. Zugegebenermaßen nicht ganz günstig, wir haben gerade heute nämlich vor dem gleichen Problem gestanden und Reiserücktritt plus Corona-Schutz dazu buchen müssen, obwohl bei einer anderen großen Versicherung (Alli...) eine Jahresversicherung besteht. Leider ist zu der Jahresversicherung kein Corona-Schutz zubuchbar.

    Ich muss also jede Reise einzeln versichern, sofern ich den Corona-Zusatzschutz wünsche. Das könnte ich natürlich auch über andere Versicherungen, auch diese bieten einen Corona-Zusatzschutz an, teilweise sogar günstiger, ABER nur, wenn der Beginn der Reise noch weiter entfernt liegt. Für kurzfristige Bucher (wie in unserem Fall) ist der Kreis der Versicherer verschwindend gering.

    Ich denke, da wird sich langfristig so einiges bei den Versicherungen verändern, verschieben und anpassen (müssen). Aber wenigstens gibt es momentan eine Lösung, denn ohne diese Versicherung wäre der Reisepreis verloren, falls mein Mitreisender an Corona erkrankte und ich deswegen in Schutzquarantäne müsste.

    Das war unsere zweite Blaue Reise, die erste hatten wir gleich im Juli ab Hamburg angetreten. Kurzer Vergleich, beide hatten ihre Vor- und Nachteile. Was sich positiv verändert hat, war der viel reibungslosere Check-In. Alles lief flott und reibungslos, vom ersten Anstehen außerhalb des Terminals bis zum Betreten des Schiffes keine 30 Minuten. Das war im Sommer deutlich länger.

    Negativ verändert hat sich die TUI-Bar. Viel zu wenig Personal, wir Gäste mussten uns meistens die Getränke selber holen an der Bar. Bedingt durch das Abstandhalten war die Warteschlange meist lang und behinderte die Gäste, die einfach nur den Sitzbereich der TUI-Bar betreten wollten. Es gab nur noch einen Zugang, wegen des Hygienekonzeptes, und der befand sich genau dort, wo sich ich die Warteschlange befand. Macht wenig Sinn, in Corona-Zeiten. Zudem lungerten die Gäste, die gerade bedient wurden, natürlich bequem am Tresen. Die ersten Tage wurde seitens des Personals noch darauf hingewiesen, später dann nicht mehr.

    Das zweite, was uns wirklich massiv gestört hat, waren nicht die vielen Kinder, sondern die vielen lärmenden Kinder. Ich habe mit einigen Eltern gesprochen und sie waren völlig überfordert, weil sie ihre Kinder einfach nicht 'ausgepowert' bekamen. Diese rotteten sich außerhalb des Kids-Clubs zusammen und stürmten das ganze Schiff rauf und runter, spielten Fangen und Verstecken und zwar quer durch alle Decks. Und ich rede hier nicht von drei oder vier Kindern, sondern es waren deutlich mehr. Sogar Weitsprung von den Treppen gehörte zum Unterhaltungsprogramm. Ich habe selber 3 Kinder, inzwischen erwachsen, aber wir haben trotzdem Schiffsreisen mit ihnen gemacht, doch sowas habe ich noch nie erlebt. Wetter (logischerweise konnten die Kinder wetterbedingt nicht rund um die Uhr im Pool rumtoben) und die kurzen Betreuungszeiten im Kids-Club wurden als Erklärungen angeführt. Beides kann ich nachvollziehen, habe aber nur bedingt Verständnis, denn das wussten die Eltern vorher. Viele waren sich einig, dass 5 Tage wenigstens einen Tag zu lang war. Nach Tag 3 kippte die Stimmung bei vielen Erwachsenen, aber eben auch bei den Kindern, nach Tag 4 war es dann schon richtig nervig. Natürlich waren nicht alle Kinder laut oder so energiegeladen, die breite Masse war völlig unauffällig. Aber es sind eben die unausgelasteten, die unter solchen Bedingungen auf sich aufmerksam machen.

    Zu unserem verlängerten Aufenthalt in Stockholm kann ich hingegen nur Positives berichten. Stockholm bei Nacht hat man nun wirklich nicht oft und schon gar nicht vom Wasser aus. Für gewöhnlich werden diese Häfen im Sommer angelaufen, da ist es fast die ganze Nacht hell draußen. Wir haben mitten in der Stadt gelegen und die beleuchtete Stadt nachts war wirklich wunderschön. Für mich ein absolutes Highlight!

    Wir werden auch weiter Blaue Reisen machen, vermutlich schon im November, aber nur die nördlichen Routen, denn Fliegen kommt für uns momentan nicht infrage. Mal gucken, was uns beim nächsten Mal erwartet.

    Habe manchmal das Gefühl, da steckt System dahinter, sobald die Reisebranche etwas versucht zu öffnen, wird Reisewarnung ausgesprochen. Und Kreuzfahrten sollten ja sowieso vernichtet werden, diese Umweltsünder!

    Moin, ich glaube nicht, dass da ein System hintersteckt, um uns oder die Tourismusbranche/Gastronomie zu verärgern. Touristen, und gerade deutsche Touristen, sind eine große Macht, weile sie viele Steuern einbringen. Ganze Gebiete leben davon.

    Zwei Dinge führen aber zu einer Reisewarnung: erstens die Reiserückkehrer, die natürlich das Virus im Schlepptau haben und zweitens, die bereits überlasteten Krankenhäuser in den Zielländern. Da müssen nicht noch Touristen hinzukommen. Auch keine Kreuzfahrer. Denn das Land, in dessen Hoheitsgebiet sich das Schiff befindet, ist verpflichtet Schwerkranke oder -verletzte aufzunehmen. Der Rücktransport nach Deutschland ist momentan zudem aber sehr problematisch oder gar unmöglich. Einer der Gründe, warum einige nördliche Länder den Kreuzfahrern des Befahren ihrer Hoheitsgewässer gleich ganz untersagt haben. Da spielt nicht nur der Umweltschutz eine Rolle, sondern eben speziell auch diese Verpflichtung der Aufnahme von Schwerkranken.

    Selbst innerhalb unserer Republik haben wir das jüngst erlebt, Schleswig-Holstein hatte die Grenzen dichtgemacht, niemand kam rein. Warum wohl?

    Wir sind begeisterte Kreuzfahrer, eine Blaue Reise liegt hinter uns, eine zweite folgt in drei Wochen. Für nächstes Jahr haben wir zwei Reisen gebucht und hoffen natürlich, dass diese wie geplant stattfinden. Aber für mich ist Kreuzfahrt mehr als nur auf dem Wasser rumschippern. Ich liebe die Ausflüge an Land. Für mich ist es die Kombi aus beidem, die Kreuzfahrten erst interessant macht.

    Hoffen wir also, dass es bald wieder möglich sein wird!

    Also wir waren 2 Wochen lang in Ostfriesland und auch mal auf Wangerooge. Da war es zwar voll, doch nicht übervoll. Der Inselbesuch wurde reguliert, denn für die Fähren musste man sich zuvor online anmelden.

    Einige Strandabschnitte, besonders solche dicht bei Campingplätzen waren schon sehr voll, andere gar nicht. Wir mussten mit dem Dackel ja jeweils an den Hundestrand und da war es prima, auf Wangerooge sogar Auslauf ohne Ende und eine Hundebar mit Hundedusche für hinterher.

    Wir sind in diversen Restaurants eingekehrt und musten manchmal ein wenig warten - aber sonst ging alles ziemlich problemlos.

    Vielleicht ist das aber in Schleswig Holstein anders?

    An der Westküste Schleswig-Holstein war es sehr voll. Wartezeit Sylt-Shuttle bis zu einem halben Tag, Verkehr staute sich schon morgens um 5 Uhr. Sankt Peter Ording ähnlich, da ging an manchen Tagen gar nichts mehr. Föhr-Fähre musste weit im Vorfeld gebucht werden, auch ohne Auto, sonst war kein Rüberkommen auf die Insel. Alle Campingplätze über Wochen ausgebucht, egal wo. Keine freien Parkplätze, keine Leihfahrräder, kein einziges freies Bett mehr, selbst hier, ein Stück weiter im Hinterland. Die Supermärkte ständig leergeräumt, so viel Ware konnte so schnell gar nicht rangeschafft werden, wie verkauft wurde. Die Arztpraxen überfüllt, davon haben wir ohnehin zu wenige. Und immer wieder lange Staus, egal wo. So etwas habe ich noch nie zuvor hier erlebt, es war schon sehr besonders.

    Sylt ist keine gute Idee. Ich wohne in Nordfriesland und glaubt mir, diese Insel sollte wegen Überfüllung vorübergehend geschlossen werden. Wie übrigens alle Top-Ziele hier oben. Dort ist mehr los, als in jeder Großstadt. Und leider sind viele Touristen in ihrem Urlaub erschreckend uneinsichtig in Bezug auf Schutzmaßnahmen. Wobei sich die Lage momentan ein klein wenig entspannt, da die Sommerferien zu Ende sind. Aber die Herbstferien folgen alsbald, dann wirds wieder kuschelig eng.

    Durchaus, aber wir waren letztens mit ungefähr 1400 Passagieren auf dem Schiff, mit durchwachsenem Wetter, sodass es auch Zeiten gab, in denen die meisten Gäste sich nicht draußen aufhielten und ich fand das Schiff, die Bars und Restaurants trotz allem sehr überschaubar. Zudem, wer solch eine Winterreise antritt, ist sich der kalten Temperaturen durchaus bewusst und hat die passende Kleidung dabei. Wir sind schon bei knapp über 0° C nördlich des Polarkreises morgens im Pool schwimmen gegangen und wir waren nicht die einzigen. Natürlich findet viel drinnen statt und trotzdem sind die Buchungszahlen der Winterreisen bei den Postschiffen in den letzten Jahren nach oben gegangen. Und das, obwohl bei denen 'drinnen' weit weniger los ist als bei TC. Wer sich für solch eine Reise entscheidet, tut es ganz bewusst. Es wäre wie mit den 'Blauen Reise' zu Corona-Zeiten, einfach ein Versuch.

    Die kann man auch auf hoher See beobachten oder vor Island oder...

    Die gibt es ja nicht nur in Norwegen. Gut, die Ostsee schließe ich zu bestimmten Zeiten aus, die kann zufrieren. Aber alles was über die Nordsee zu erreichen ist, sollte machbar sein. Kann natürlich auch dumm laufen, dass es keine zu sehen gibt. Wäre den Versuch aber allemal wert.

    Klar ist der Süden im Winter interessanter als der Norden, weil deutlich wärmer. Aber was wäre mit Polarlichter gucken? Auf der letzten Reise war das schon einmal ein Thema und hat überraschend hohen Zuspruch gefunden. Außergewöhnliche Zeiten erfordern eben außergewöhnliches Umdenken...