Beiträge von CosmoST

    25.01.25: Stanley (Falklandinseln) – Very british und historisch (Teil 2)

    Vorbei an einer weiteren Kirche, der St. Mary‘s Catholic Church,

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    gelangten wir schließlich zum Dockyard Museum.

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    Neben dem Außenbereich, an dem einige militärische und nicht-militärische Stücke ausgestellt sind, befindet sich ein liebevoll ausgestalteter Schuppen auf dem Gelände.

    In diesem Schuppen ist der Hauptteil des Museums untergebracht. Auf 2 Stockwerken findet man Exponate zum ländlichen Leben und der Kleidung im 19. Jahrhundert. Zahlreiche Fundstücke von versunkenen Schiffen sind ebenso zu finden, wie Dioramen über die Tiere in dieser Region. Ein (etwas versteckt ausgestelltes) Pinguin-Federkleid kann angefasst und gefühlt werden. Da sieht man mal, wie dicht dieses Federkleid und wie die Beschaffenheit ist.

    Ein größerer Teil der Ausstellung widmet sich dem Falkland-Krieg. Ein Krieg, der gar nicht so lange zurückliegt, den man aber in Deutschland wahrscheinlich nicht so wahrgenommen hat.

    Bereits in der Historie waren die Besitzansprüche auf die Inseln umstritten. Die Niederlande, Spanien, später Argentinien und GB stritten u.a. über den Besitz. Zuletzt besaß GB die Falklandinseln und Südgeorgien als Kolonie. Ab den 1960er Jahren gab es Verhandlungen zwischen Argentinien und Großbritannien, um diese im Zuge der Entkolonisierungsmaßnahmen wieder Argentinien zu überführen. Die Bewohner der Falklandinseln selbst lehnten eine Herrschaft durch Argentinien ab, logisch, waren sie ja eher britisch als argentinisch/spanisch orientiert. Über die Jahre gab es viele Versuche, jedoch keine Einigung.

    Im März 1982 landeten argentinische Schrotthändler in der verlassenen Station Leith Harbor auf Südgeorgien und hissten dort die argentinische Flagge. Sie weigerten sich, in Grytviken offiziell einzureisen, die Briten intervenierten und schickten Militär nach Leith Harbor. Die Militärjunta, die in Argentinien zu dieser Zeit die Macht hatte, sah seine Chance gekommen. Die argentinische Flotte landete auf den Falklandinseln, auf Las Malvinas, wie sie in Argentinien heißen. Der Gegenschlag der Briten ließ nicht lange auf sich warten, Luftwaffe und Flotte wurden zu den Falklandinseln und Südgeorgien beordert. Der Falkland-Krieg war in vollem Gange. Bis zu seinem Ende im Oktober 1982 starben auf britischer Seite 258 Menschen und auf argentinischer Seite 649 Personen. Als Ergebnis wurde in Argentinien die Militärjunta entmachtet und Argentinien wurde wieder eine Demokratie. Die Falklandinseln und Südgeorgien blieben britisch.

    In Argentinien hat man allerdings auch viele Jahre danach die Falklandinseln noch nicht aufgegeben, die Las Malvinas sollten wieder zu Argentinien gehören. Man sieht in Argentinien, insbesondere in Ushuaia und Umgebung viele Transparente und Graffiti, die diesbezüglich Stellung beziehen. Ob das Einzelansichten sind oder eine Mehrheit dahintersteht, kann ich aus der Ferne natürlich nicht beurteilen.

    Die Ereignisse des Falkland-Krieges werden im Museum medial aufbereitet, es gibt auch eine Tafel über die britischen Gefallenen. Eine für uns bisher eher unbekannte Geschichtsstunde. Natürlich keine fröhliche Erfahrung, aber das gehört neben den schönen Tiersichtungen und der Natur nun mal auch dazu.

    Nach dem Rundgang durch das Museum gingen wir mehr oder weniger direkt zum Hafen zurück. Der Eintritt für das Museum wurde vorab für uns bezahlt. Natürlich haben wir das mit unserem Reisepreis automatisch mit bezahlt.

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    Das letzte Tenderboot fuhr um 14:30 Uhr, wir fuhren einige Minuten vorher zurück. Während unserer Fahrt tauchte neben dem Tenderboot ein Commerson-Delfin auf. Er schwamm eine Zeitlang neben dem Boot, fotografieren war aber nicht möglich.


    VG Sven

    25.01.25: Stanley (Falklandinseln) – Very british und historisch (Teil 1)

    Zurück in Stanley starteten wir im Hafen einen kleinen Stadtrundgang.

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    Die Hauptstadt der Falklandinseln ist das Zentrum für Tourismus, Wirtschaft und Verwaltung. Hauptwirtschaftszweige sind Schafzucht und Fischfang. Eine Haupteinnahmequelle besteht in der Lizensierung von Tintenfisch-Fangflotten. Den ausländischen Fangflotten wird hier die Lizenz/Erlaubnis erteilt, um in den Gewässern vor den Falklandinseln Tintenfische industriell zu fangen.

    Die Falklandinseln sind – obwohl in der Nähe zu Argentinien gelegen – ein britisches Überseeterritorium. Zu diesem Territorium gehören ebenfalls Südgeorgien sowie die Süd-Sandwich-Inseln. In der Vergangenheit gab es ob dieser Situation seitens Argentiniens den Versuch, das Gebiet zu erobern. Doch dazu später mehr.

    Wir interessierten uns aber mehr für die touristischen Belange. Im Wesentlichen liefen wir die Ross Road entlang, die direkt am Wasser entlangführt und die Hauptstraße in Stanley markiert.

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    Die Häuser und ihre Umgebung kommen sehr klassisch herüber – „very british“ eben. Da gibt es die roten Telefonzellen, die Art der Häuser, die klassischen Cafés und Restaurants sowie Pubs. Und natürlich den Linksverkehr.

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    Ein Wahrzeichen in Stanley ist die Christ Church Cathedral. 1892 gebaut stellt die die südlichste anglikanische Kirche der Welt dar.

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    Berühmt durch das Portal aus Blauwalknochen im Vorgarten, in dem viele bunte Blumen, v.a. Lupinen, blühen.

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    Innen ist die Kirche etwas anders als man es von anderen Kirchen kennt. Zum einen gibt es eine Kinderspiel-Ecke – zumindest hatte ich bisher in keiner Kirche so etwas gesehen. Zum anderen gibt es besondere Mosaike in den Kirchenfenstern. Diese stellen z.B. eine Krankenschwester mit ihrem Fahrrad dar, die die Leute in der Gegend versorgt hatte.

    Weiter führt der Weg an einigen Geschäften vorbei und man gelangt zum Stanley Post Office. Da die Post im Tierre del Fuego-Nationalpark geschlossen hatte, kann man auch von hier Postkarten in die weite Welt verschicken oder spezielle Briefmarken kaufen. Aber auch nur theoretisch. Heute war nämlich Sonntag und somit die Post geschlossen.

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    VG Sven

    25.01.25: Stanley (Falklandinseln) – Karibikflair in der Gypsy Cove (Teil 2)

    Aber auch Pflanzenfreunde kommen nicht zu kurz: hohe Tussock-Gräser, Strandhafer, Ginster, Moose und Krähenbeeren säumen den Weg. Fast ein bisschen wir in der Heide …

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    Auch ein bisschen Geschichte kann hier betrachtet werden, Kanonen aus der II. Weltkrieg haben die Zeit überstanden.

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    Hier erwischte uns ein etwas heftigerer Regenschauer und wir mussten eine kleine Möglichkeit zum Unterstellen suchen. Zum Glück gab es eine kleine überdachte Nische und alsbald kam die Sonne auch wieder heraus und wir konnten den Rundweg an den Klippen fortsetzen und beenden. Neben dem Weg sind ab und an Info-Tafeln aufgestellt, welche die Natur beschreiben.

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    Zurück am Besucherparkplatz gingen wir in die andere Richtung, wenn wir schonmal so schönen Strand haben, muss man dort auch mal hin!

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    Hinter dem Zaun befinden sich viele Bruthöhlen der Magellanpinguine, das Gebiet ist gesperrt für Besucher

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    Durch die Dünen mit tiefem Sand gelangte man an den breiten, weißen Sandstrand. Die helle Farbe stammt vom Quarz, aus dem der Strand besteht.

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    Ein kleines Stückchen liefen wir auf dem Strand unten am Wasser entlang.

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    Am Strand und im Wasser tummelte sich eine größere Gruppe von Flugunfähigen Falkland-Dampfschiffenten.

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    Die Flügel sind recht klein und sie können somit nicht fliegen. Einsatz finden die Flügel aber trotzdem: Wenn sie beim Schwimmen im Wasser mal richtig Geschwindigkeit aufnehmen wollen, werden die Flügel schnell bewegt. Das sieht dann in etwa so aus, wie rotierende Schaufelräder an den klassischen Louisiana-Dampfschiffen. Daher auch der Name. In unserem Fall sahen die Enten aber keinen Grund, in einen Geschwindigkeitsrausch zu verfallen – sie dümpelten mehr oder weniger dahin.

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    Theoretisch kann man die Bucht noch weiterlaufen und gelangt dann in die weitläufige York Bay. Dort noch ein gutes Stück/ein paar Kilometer und man kann Eselspinguine und vereinzelt sogar Königspinguine sehen. Wir verzichteten aber darauf, zum einen ist der Weg doch recht weit. Und zum anderen würden wir in den nächsten Tagen hoffentlich noch genügend Gelegenheiten haben, diese Tiere auf Südgeorgien oder in der Antarktis zu sehen. Also konzentrierten wir uns eher darauf, das zu sehen, was im späteren Verlauf unserer Reise garantiert nicht mehr vorkommt.

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    Also gingen wir wieder zurück am Strand und dann zum Besucherparkplatz.

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    Dort fuhren wir mit dem nächsten Bus zurück zum Hafen und somit nach Stanley …


    VG Sven

    25.01.25: Stanley (Falklandinseln) – Karibikflair in der Gypsy Cove (Teil 1)

    Unser zweiter Tag auf den Falklands führte uns zur Hauptstadt Stanley. Hier lebt der größte Teil der Bevölkerung der Falklandinseln, nämlich ca. 2.000 von insgesamt 3.500 Menschen.

    Wir hatten uns persönlich ein straffes Programm vorgenommen. Wir wollten sowohl die Stadt als auch die Natur in der Umgebung besichtigen. Daher wollten wir eines der frühen Tenderboote erwischen. Richtig gelesen, hier hat man mal keine nasse Anlandung, es gibt eine Pier in der Stadt. Stanley ist neben Ushuaia auch der einzige Hafen/Halt auf der Reise, der nicht nur Expeditionsschiffen vorbehalten ist und den man auch mit einem großen Schiff besuchen kann.

    Also: Zeitiges Klingeln des Weckers, Morgentoilette, anziehen und ein frühes Frühstück. Und dann auf den Aufruf warten.

    Und es klappte tatsächlich, wir saßen um ca. 08:30 Uhr im ersten Tenderboot hinüber nach Stanley. An der Pier waren wir nicht allein, ein großer Südamerikanischer Seelöwenbulle hatte es sich auf der Pier gemütlich gemacht und beobachtete das Treiben, ließ sich aber weiter nicht stören.

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    Durch den frühen Transfer erreichten wir auch den ersten Shuttlebus. Dieser brachte uns vom Hafen zur Gypsy Cove, die sich etwa 6km von Stanley entfernt, befindet. Die kostenlosen Shuttlebusse fuhren alle halbe Stunde hin und zurück. Während der Busfahrt begann es zu regnen. Im Laufe des Vormittags hatten wir einen stetigen Wechsel von sonnigen Abschnitten und kurzen Regenschauern, das Wetter änderte sich aber alle paar Minuten. Während der Regenschauer mussten wir die Kameras dann ab und an unter der Jacke verstauen, nicht, dass die Technik allzu nass wird.

    Angekommen in der Gypsy Cove nimmt man zunächst mal den wunderschönen Strand wahr:

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    Türkises Wasser, weißer Strand, dahinter die grüne Vegetation. Dazwischen ein paar dunkle Felsen. Sieht eigentlich aus wie in der Karibik! Nur nicht so warm – wir hatten aber immerhin etwa 15 Grad am heutigen Tag. Eine großartige Landschaft hier in der Bucht.

    Was man allerdings in der Karibik am Strand nicht hat, sind Pinguine. Hier in der Bucht befindet sich eine größere Kolonie von Magellanpinguinen. Drei dieser Tiere standen oder lagen am Strand. Leser mit guten Augen erkennen die vielleicht in der Ferne auf dem vorherigen Foto. Für alle anderen hier die Vergrößerung :D

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    Vom Besucherparkplatz aus führt ein Rundweg an der Steilküste entlang. Er bietet Naturliebhabern und Fotografen vielfältige Möglichkeiten, die Naturschönheit der Falklandinseln einzufangen.

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    Schon nach den ersten Metern des Weges erblickten wir ein etwa 6 Wochen altes Magellanpinguin-Jungtier. Dieses befand sich vor seiner Bruthöhle und genoss die Sonne. Das Jungtier trägt bereits das adulte Federkleid, die charakteristische Brillen-Zeichnung ist jedoch noch nicht ausgeprägt. Versorgt wird es aber noch durch die Eltern und wartet daher hier auf deren Rückkehr von der Futtersuche und erkundet bis dahin die nahe Gegend um die Bruthöhle.

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    Ein paar Meter weiter konnten wir auch einige erwachsene Magellanpinguine sehen, die sich entweder im hohen Tussock-Gras versteckten, auf dem Weg zum Strand waren oder sich nicht ganz klar waren, wo es dann hingehen soll. Die meisten Pinguine sind aber bereits im Meer unterwegs.

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    Weiter entlang der Klippen brüteten Nachtreiher und Felsenkormorane sowie Möwen. Ein großer Truthahn-Geier ruhte sich aus oder wartete auf Nahrung.

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    Nachtreiher

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    Felsenkormorance bei der Aufzucht ihrer Jungtiere

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    Truthahn-Geier


    VG Sven

    Bremerin

    Wenn das Wetter so schlecht ist, das man nicht anlanden kann (z.B. zu hohe Wellen), wird zunächst mal versucht, eine alternative Anlandestelle zu finden (Plan B), und wenn das nicht klappt, eine weitere (Plan C). Plan C kann dann eine andere Insel, Bucht oder was auch immer sein. Es kann aber auch sein, dass das Ganze dann an diesem Tag ausfällt, wenn gar nichts geht (z.B. bei Sturm). Ein bisschen was dazu kommt dann auch noch in meinem Bericht - es gab ja wahrscheinlich nicht jeden Tag Sonne und blauen Himmel in diesem Fahrtgebiet (ich will jetzt nicht komplett spoilern).

    Man bemüht sich halt immer was möglich zu machen - wenn es dann im Zodiac schaukelt, ist das noch vertretbar - hatten wir z.B. in der Arktis 2022, da war einmal schon ein bisschen Seegang im Schlauchboot. Aber erst, wenn es gefährlich wird, fährt man nicht raus. Wir hatten hier auch mal 1,5m hohe Wellen und das Zodiac fuhr trotzdem.

    Aber ja, mit etwas Pech fallen dann die Falkland-Inseln aus. Gut war, dass wir mehrere Tage Falkland (2 Tage) und Südgeorgien (3 Tage) hatten, da wird es ja den einen oder anderen geben, wo es klappt.

    Übrigens: Die größeren Schiffe fahren ja nur Stanley an - haben nur einen Versuch. Wir hatten ja mehrere.

    Was man aber sagen kann: Wir hatten am ersten Tag hier auf den Falklands schonmal sehr gutes Wetter. Es ist wahrscheinlich öfter schlechter als besser ...


    VG Sven

    Kati22

    Einige der Tiere werden ja von den Biologen vorgestellt. Andere haben wir in der Tat an Bord mit einem Abgleich Foto zu Tierlexikon und Recherche im Internet herausgefunden. Wir saßen also hinten im Schiff in der Ocean Academy und haben geforscht. Nachfragen bei der Biologin später zeigten dann, dass wir richtig lagen. Macht eigentlich Spaß, das zu ermitteln ...

    VG Sven

    24.01.25: Westpoint Island (Falklandinseln) – Von Rockhoppern und Albatrossen (Teil 2)

    Neben den Schwarzbrauen-Albatrossen leben in der Kolonie die Südlichen Felsenpinguine (Rockhopper).

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    Wir sahen Felsenpinguin-Kinder, die sich in Kindergärten zusammengeschlossen haben und dort spielen oder auf die Rückkehr der Eltern, hoffentlich mit genug Nahrung, warten. Im Gegensatz zu den Albatros-Küken, die stoisch auf ihren Nestern sitzen, sind die jungen Felsenpinguine mobil unterwegs und wuseln umher.

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    Wir sahen weiterhin Felsenpinguin-Eltern, die ihre Jungen füttern, sich putzen oder in der Sonne ausruhen.

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    So richtig wusste man gar nicht, wo man zuerst hinschauen sollte. Ein beeindruckendes Erlebnis!

    Die Rockhopper gehören zu den Schopfpinguinen, hinter den Augen befinden sich gelbe, verlängerte Federn, der Schopf. Sie gehören zu den kleineren Pinguinen (Körpergröße 45-58cm, Gewicht 2,3-4,5kg), in unserem Fahrtgebiet sind sie die absolut kleinsten Pinguine. Die Tiere gelten als ausgesprochen wehrhaft, andere Pinguine oder auch Albatrosse, die dem Nest oder dem Tier zu nahekommen, werden schon mal angegriffen. Anzutreffen sind die Felsenpinguine im Süden Südamerikas sowie in Neuseeland. Bei ihrer Nahrungssuche erreichen die Tiere Meerestiefen von bis zu 170m, erstaunlich für solche kleinen Tiere.

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    Und erstaunlich ist auch, welche Wege die Felsenpinguine von und zu ihrer Kolonie zurücklegen. Der Albatros kann ja fliegen, für ihn ist es egal. Der Pinguin jedoch nicht, er muss zum einen den Brutfelsen hinauf und wieder hinunter (die Felsen sind ganz schön hoch) und dann auch noch zum Meer und wieder zurück. Und das alles mit seinen Patsche-Füßchen! Respekt!

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    Durch die gemeinsame Kolonie mit den großen Albatrossen wird die Gefahr durch Raubvögel verringert, mehr Tiere bedeutet geringeres Risiko. Im Wasser, bei der Jagd, sind Robben, Orcas und Haie die natürlichen Feinde. Über die Jahre ist der Bestand der Felsenpinguine drastisch zurückgegangen, insbesondere hier auf den Falklandinseln. Die Art gilt deshalb als gefährdet. Hauptgrund dafür ist die Überfischung der Meere, den Tieren wird die Nahrungsgrundlage entzogen. Also ist auch hier leider der Mensch die größte Gefahr.

    Wir genossenen den Trubel, das Geschnatter und Gefiepe in der Kolonie. Die ganze Zeit über mit ein bisschen Feuchtigkeit in den Augen. Das Ganze ist einfach grandios und vorher in keinster Weise so erwartet worden.

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    Schweren Herzens mussten wir uns verabschieden – schließlich sollten auch noch die anderen Gäste ihre Chance haben. Auf demselben Weg, wie wir die Kolonie erreicht hatten, ging es wieder zurück.

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    Theoretisch wollten wir bei Kiki und Thies noch auf einen Kaffee und ein Stück Kuchen vorbeischauen. Aber leider hatten wir das komplett verbaselt. Zum einen waren wir spät dran, zum anderen verpassten wir den Weg, der zu ihrem Haus führte und waren dann irgendwann schon an der Anlagestelle. Somit waren wir zu weit gelaufen, zurück wollten wir nicht, also mit dem Zodiac zum Schiff. Konnten andere Gäste für uns ein Stückchen mehr mitessen ;-) (außerdem waren wir noch vom Mittagessen statt).

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    Zurück an Bord blieb nicht mehr viel zu tun. Um 19:00 Uhr verließen wir Westpoint Island und machten uns in Richtung der Ost-Falklands auf. Abendessen gab es für uns heute im Spezialitäten-Restaurant Hamptons. Obwohl es dort diverse Steaks in sehr guter Qualität gab, entschieden wir uns im Hauptgang für eine Lobster-Roll. Lecker, genauso wie die Vorspeisen (u.a. Tatar und Suppe) sowie der Nachtisch. Und nicht ganz so schwer. Irgendwie konnten wir noch immer nicht wieder an Steak ran.

    Nach einem langen, aber entspannten Essen ging es dann ohne weiteres Programm auf die Kabine uns ins Bett. Der anstrengende Tag (wegen den beiden Wanderungen) und die vielen Eindrücke forderten einfach ihren Tribut …


    Fazit des Tages: Was soll man da sagen außer: Was für ein Tag!!! :):thumbup:Grandiose Naturerlebnisse v.a. in der Brutkolonie der Albatrosse und Felsenpinguine. Wer da keine feuchten Augen bekommt, ist komplett abgehärtet! Wunderschöne Anlandungen auf Hummock Island und Westpoint Island. Und dabei waren es „nur“ die Falklandinseln! Von der Antarktis waren wir noch weit entfernt …

    Unsere Tiersichtungen an diesem Tag:
    • Magellanpinguin
    • Felsenpinguin (Rockhopper)
    • Südamerikanischer Seelöwe (Mähnenrobbe)
    • Seiwal
    • Schwarzbrauen-Albatros
    • Truthahn-Geier
    • Tussock-Vogel (Falkland-Uferwipper)
    • Falkland-Drossel
    • Sumpfohreule
    • Blauaugen-Kormoran
    • Felsen-Kormoran
    • Flugunfähige Falkland Dampfschiffente
    • Magellangans
    • Kelpgans
    • Rothalsgans
    • Ruß-Austernfischer
    • Langschwanz-Soldatenstärling

    VG Sven

    24.01.25: Westpoint Island (Falklandinseln) – Von Rockhoppern und Albatrossen (Teil 1)

    Der Weg zur Kolonie führte durch hohes Tussock-Gras. Dieses diente dann auch als Sichtschutz für die Tiere. Uns bot sich ein atemberaubender Anblick:

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    Insgesamt schien es, als ob die Vögel uns hinter dem Gras gar nicht wahrnehmen würden. Und dabei waren wir nur ca. 1m entfernt!

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    In der Kolonie sind sowohl Schwarzbrauen-Albatrosse als auch Felsenpinguine anzutreffen.

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    Flauschige Albatros-Küken sitzen mit teilweise offenem Schnabel auf ihren Nestern. Sie versuchen so, Wärme abzugeben. So ein Daunengefieder isoliert doch zu gut, insbesondere bei den warmen Temperaturen.

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    Zahlreiche Elterntiere sitzen ebenfalls auf ihren Nestern oder stehen davor. Füttern ihre Jungtiere, tauschen Zärtlichkeiten aus. Fliegen los, um auf Nahrungssuche zu gehen oder landen. Start und Landung natürlich Albatros-like. Im Flug wahre Luftkünstler, sie sind dort sehr ästhetisch unterwegs, sieht das bei Start und Landung manchmal doch tollpatschig aus.

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    Schwarzbrauen-Albatrosse haben ihren Namen aufgrund der dunkel gefärbten Brauen über den Augen. Diese geben dieser Art ihre charakteristische Zeichnung und unterscheiden sie vom sonst ähnlich aussehenden Wander-Albatros. Der Schwarzbrauen-Albatros gilt als einer die kleinsten Albatros-Arten, und das bei einer Flügelspannweite von 250cm! Sie verbringen ihr Leben fast ausschließlich über dem Südpolarmeer – einige wenige, verirrte Exemplare haben es auch mal nach Europa, z.B. nach Helgoland, geschafft. Die Brutpaare kommen normalerweise jedes Jahr zusammen, sie sind sich ein Leben lang treu. In der Regel wird pro Paar ein Ei ausgebrütet. Die Nahrung ist ähnlich den Pinguinen: Fische, Tintenfische, Krill. Leider stehen die Schwarzbrauen-Albatrosse (wie alle anderen Albatrosse auch) auf der roten Liste der gefährdeten Arten. V.a. der kommerzielle Fischfang ist ihr „Hauptgegner“ – sie verfangen sich oft in den Haken der Langleinen.


    VG Sven

    24.01.25: Westpoint Island (Falklandinseln) – Ein längerer Spaziergang über die Insel

    Auf der Insel angekommen,

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    führte der erste Weg zur nahen Kolonie von Magellanpinguinen.

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    Sie gehören zur Familie der Brillenpinguine und kommen im Süden Südamerikas vor (Falklandinseln, Feuerland, Süden von Patagonien). Sie sind ca. 60-70cm lang, wiegen 4kg und weisen eine typische „Brillen“-Zeichnung um die Augenpartie auf. Der Magellanpinguin brütet in Bruthöhlen, die in den Erdboden gegraben werden. Nach Schlupf der Jungtiere wechseln sich die Partner täglich beim Hudern ab, ein Elternteil geht morgens auf Jagd und kommt spät nachmittags wieder, das andere Elternteil wärmt solange das Jungtier. Die älteren Jungtiere bilden im Gegensatz zu anderen Pinguin-Arten keine Gruppen, sondern halten sich alleine in oder in der Nähe ihrer jeweiligen Bruthöhle auf. Fisch, Tintenfische und Krill gehören zur Hauptnahrung.

    Einige wenige Pinguine befanden sich bei den Bruthöhlen, die meisten waren noch auf Nahrungssuche und würden erst später am Tag zurückkommen.

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    Junger Magellanpinguin in der Höhle, Alttier davor


    Am nahegelegenen Ufer waren die flugunfähigen Falkland-Dampfschiffenten, Felsen-Kormorane sowie Ruß-Austernfischer auszumachen.

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    Flugunfähige Falkland-Dampfschiffenten im Wasser

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    Flugunfähige Falkland-Dampfschiffenten auf einem Felsen

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    Ruß-Austernfischer


    Von der Kolonie ging es zunächst zur Anlandestelle zurück und von dort über Hügel und Graslandschaften zu unserem Hauptziel dieser Anlandung auf Westpoint Island. Unterwegs trafen wir auf eine Vielzahl unterschiedlicher Vögel, die hier heimisch sind.

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    Kelpgans

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    Magellan- und Rothalsgänse


    Verschiedene Gänsearten (Rothalsgang, Magellangans, Kelpgans) begleiteten uns einen Großteil des Weges, sie waren in der Graslandschaft emsig am Futtersuchen.

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    Wir entdeckten den einen oder anderen Singvogel.

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    Langschwanz-Soldatenstärling


    Der Weg führte ständig auf und ab und war insgesamt auch recht lang, dazu die Temperaturen. Für uns beide aus dem Flachland schon eine Wanderung, bei der man ein wenig ins Schwitzen kommt. Aber in sehr schöner, unberührter Natur.

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    Schließlich erreichten wir die Kolonie von Albatrossen und Felsenpinguinen, unser großes Ziel der Wanderung. Bevor wir zur Kolonie durften, gab es noch eine kleine Einweisung und etwas Wartezeit. Man kommt den Tieren recht nahe und soll diese möglichst nicht stören. Also nicht laut unterhalten, möglichst gar keine Geräusche machen, auf den Wegen bleiben und langsam weitergehen. Andere Gäste sollen auch die Chance haben, sich die Tiere anzuschauen. Somit wird die Zahl der Gäste, die gleichzeitig zur Kolonie gelassen wurden, eingeschränkt. Klar, wenn dort 100 Gäste stehen, ist es schlecht für die Tiere. Damit man keine Samen oder andere Dinge einschleppt, mussten auch noch die Schuhe in einer speziellen Lösung desinfiziert und gereinigt werden. Dann konnte es für uns losgehen …

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    VG Sven

    24.01.25: Fahrt von Hummock Island nach Westpoint Island und die ersten Wale

    Um 11:00 Uhr wurde der Anker wieder eingeholt und wir fuhren weiter. Westpoint Island, ebenfalls im westlichen Teil der Falklandinseln gelegen, war unser Ziel für den Nachmittag.

    Obwohl noch voller Eindrücke vom ersten Landgang, blieb nicht viel Zeit zum Relaxen auf der Kabine. Besser aufs oberste Deck gehen und die schöne Landschaft, bei schönem Wetter genießen. Vielleicht sieht man das eine oder andere. Am frühen Morgen hatten einige Gäste Wale vor dem Schiff gesehen, zu dieser Zeit lagen wir aber noch im Tiefschlaf. Aber vielleicht haben wir ja auch Glück …

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    Schwarzbrauen-Albatrosse und

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    Blauaugen-Kormorane begleiten uns


    Viele Gäste dachten wie wir und versammelten sich am oberen Deck, v.a. die bekannten Gesichter vom Vorprogramm waren mal wieder anwesend. Neben den Nachbetrachtungen über den Besuch von Hummock Island hatten wir immer ein Auge auf das Meer und die Umgebung. Was war das denn da im Hintergrund?

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    Das sieht doch sehr nach Wal-Blas aus! Und wo Blas ist, müssen auch Wale sein. Und tatsächlich!

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    Etwas später kam dann auch die Information von der Brücke, dass sich vor dem Schiff eine Gruppe von Seiwalen aufhält. Yes, wir haben die Wale bereits gesehen, mussten nicht erst auf den Aufruf warten! Ein geschultes Auge – das wir während unserer gesamten Expeditions-Fahrt noch weiter perfektionieren sollten …

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    Seiwale gehören zur Familie der Furchenwale, also zur Unterordnung der Bartenwale. Ihr Name ist vom norwegischen Begriff für den Köhlerfisch abgeleitet, da sich die Wale zum Teil von diesen Fischen ernähren und daher oft in der Nähe dieser Fische anzutreffen sind. Die Länge der Seiwale beträgt im Schnitt 12-16m, es gibt aber auch 20m Exemplare, Das Gewicht 20-30t (untern Umständen 45t). Sie gehören also zu den größeren Walen. Vergleichbar mit den Finnwalen – ein langgezogener Körper und eine kleine Fluke. Oben dunkelgrau, unten weiß und eine sichelförmige Finne.

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    Die Gruppe umfasste ca. 15 Tiere. Für uns auch eine neue Walart, die wir vorher noch nie gesehen hatten. Begleitet wurden die Wale wie üblich von allerlei Seevögeln.

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    Irgendwann waren die Tiere vorbeigezogen, wir erreichten den schmalen „Wooly Gut“, eine Meerenge mit starkem Gezeitenstrom. Mitunter konnte man die Verwirbelungen und Strömungen im Wasser gut erkennen. Die Sichtung eines Commerson-Delfin sowie einiger Eselspinguine wurde durchgegeben – wir sahen jedoch leider keines der Tiere.

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    Nach dieser Engstelle bogen wir in eine geschützte Bucht ein. In der Bucht befand sich das kleine Segelboot „Wanderer III“. Die Besitzer – Kicki und Thies – haben mit diesem kleinen Boot die Welt bereist, waren u.a. in Südgeorgien damit unterwegs. Irgendwann verliebten sie sich in Westpoint Island und pachteten diese. Seitdem führen sie hier ein beschauliches Leben im Einklang mit der Natur. Ein paar Schafe und Rinder werden ebenfalls gezüchtet. Ab und an kommen Expeditionsschiffe vorbei. Kicki, die aus Schweden stammt, backt dann häufig jede Menge Kuchen und Plätzchen für die Gäste.

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    Westpoint Island befindet sich wie Hummock Island in der King George Bay. Sie ist ca. 20km2 groß. Auf Westpoint Island sind zahlreiche Vogelarten anzutreffen, Kolonien von Magellanpinguinen, Felsenpinguinen und Schwarzbrauen-Albatrossen brüten hier. Da sich die Insel in Privatbesitz befindet, kommt man hier auch etwas näher an die Brutkolonien heran als die sonst vorgeschriebenen 5m. Die Vögel stört man dabei allerdings nicht, wie später noch zu berichten sein wird.

    Wir nahmen noch ein kleines Mittagessen auf dem Schiff ein und bereiteten uns auf den Landgang vor. Gegen 15:00 Uhr sollten wir dann in die Zodiacs steigen. Für die nachmittäglichen Ausbootungen wird dieselbe Reihenfolge der Zodiacgruppen wie am Vormittag genommen. Eine Reihenfolge gilt also immer für einen ganzen Tag und nicht etwa nur für einen Landgang. Da es – wie schon beschrieben – verhältnismäßig warm war, verzichteten wir dieses Mal auf den Parka. Aber auch die dünnere Jacke – für die Zodiacüberfahrt nötig – verschwand alsbald im Rucksack. Ein (dünner) Pullover reichte vollkommen aus bei diesem wunderbaren Wetter. Den Sonnenschutz sollte man ebenfalls nicht vergessen. Außerdem handelte es sich um eine trockene Anlandung, wer wollte, konnte also die Stiefel auf dem Schiff lassen …


    VG Sven

    24.01.25: Hummock Island (Falklandinseln) – Ein Spaziergang durchs hohe Gras (Teil 2)

    Hinzu kam, dass es immer wärmer wurde – die Temperaturen sollten am heutigen Tag 16 Grad erreichen. Da ist ein dicker Parka doch etwas zu viel des Guten.

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    Bei gutem Wetter setzten wir unsere Wanderung durch die schöne Natur fort.

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    Von oben hat man einen guten Ausblick: auf die Insel, unser Schiff sowie die benachbarten, kleineren Inseln.

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    Der Rundweg führte von hier wieder nach unten, zurück zum Strand. Unterwegs stießen wir auf den einen oder anderen heimischen, kleinen Vogel, der sich im Gras versteckte. Einige Truthahn-Geier kreisten über der Insel.

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    Tussock-Vogel (Falkland-Uferwipper)

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    Falkland-Drossel


    Aus dem hohen Tussock-Gras wurde ein paar Meter vor uns eine Sumpfohreule aufgescheucht. Man konnte sie gut erkennen, für ein Foto war das aber zu überraschend und auch zu schnell.

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    In der Nähe des Strandes konnten wir lautes Gebrüll wahrnehmen. Also mal etwas schneller laufen und dem Ganzen auf den Grund gehen. Der Grund waren Seelöwen, die sich lautstark bemerkbar machten, wahrscheinlich wollten sie sich in der Sonne an den Strand legen und waren erzürnt, dass dieser bereits durch uns belegt war.

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    Naja, wir sind ja bald weg, dann können die Tiere an den Strand.

    Ab ins Zodiac und zurück zum Schiff. Der erste Landgang der Reise war schon mal sehr schön, wir haben die ersten Pinguine gesehen und wunderschöne Natur. Und wir haben gesehen, dass die Renaturierungsmaßnahmen auf diesen schönen Fleckchen Erde ein voller Erfolg waren. Sehr schön, dass wir an diesem exklusiven Besuch teilhaben durften :thumbup:


    VG Sven

    24.01.25: Hummock Island (Falklandinseln) – Ein Spaziergang durchs hohe Gras (Teil 1)

    Heute geht’s dann mal so richtig los mit der Expedition, die ersten Halte standen an. Pünktlich gegen 07:00 Uhr hatte unser Schiff vor Hummock Island den Anker geworfen. Die ersten Zodiacs waren unterwegs, um eine geeignete Landungsstelle zu erkunden. Die ersten Gäste der ersten Gruppe setzten dann gegen 07:30 Uhr über. Unsere Farbe war heute in der 1. Gruppe an letzter Stelle, wir hatten also noch bis ca. 08:00 Uhr Zeit.

    Gemütlich Frühstücken ist da nicht, man muss sich schon ranhalten. Es bleibt nicht viel Zeit, man muss sich ja auch noch auf den Landgang vorbereiten (Outdoor-Kleidung anlegen, Equipment verpacken usw.). Wir haben die Kameras bei Überfahrten immer im Rucksack verstaut, Wasserschutz drüber. Somit war die Gefahr, dass Wasser eindringt, gering.

    Nur leicht bewölkter Himmel – das waren schon mal nicht die schlechtesten Voraussetzungen für einen Landgang. Schließlich wurden wir aufgerufen und es konnte losgehen, unsere erste Zodiacfahrt dieser Reise begann.

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    Blick auf die Forscher-Hütte vom Schiff aus …


    Am Strand sahen wir auch schon die ersten Pinguine dieser Reise. Magellanpinguine brachen zur täglichen Nahrungssuche auf. Am späten Nachmittag würden sie wieder zurückkehren und ihren Nachwuchs versorgen.

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    Auf der Insel hatte man mehrere Möglichkeiten: einen hohen Berg erklimmen (immerhin 180m hoch), die kleine Forschungshütte besichtigen oder die Insel auf einem kleinen Rundweg erkunden. Eine Kolonie Felsenpinguine brütet ebenfalls auf Hummock Island, dorthin konnte man jedoch nicht gelangen, da der Brutplatz unzugänglich von der Landseite aus ist.

    Wir entschieden uns für die letzte Option, also den Rundweg …

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    War es zunächst noch recht eben, endete dieser leichte Pfad alsbald. Der Rundweg ist als solcher nicht unbedingt ersichtlich. Es gibt logischerweise hier keine klassischen Wanderwege. Die Insel ist normalerweise frei von Touristen und nur der Forschung vorbehalten. Das Expeditionsteam hatte den ungefähren Weg mit Flaggen ausgesteckt. Man musste sich halt irgendwie durchschlagen.

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    OK, da oben geht der Weg weiter. Da sollen wir hin? Na gut, ...

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    Durch hohe Tussock-Gräser bahnten wir unseren Weg. Man konnte hier sehr gut, den Fortschritt sehen, den die Renaturierung der Insel durch die Forscher durchlebt hat. Von der Erosion ist bei weitem nicht mehr so viel zu sehen, wie es uns gestern beim Vortrag noch auf alten Fotos gezeigt wurde. Es scheint ein voller Erfolg zu sein! Für Benno Lühti war es wahrscheinlich auch ein ergreifender Moment, wieder auf „seiner“ Insel zu stehen und den Erfolg der Maßnahmen zu sehen und zu präsentieren. Diese Dichte an Vegetation ist auf jeden Fall einzigartig und in diesem Maße kaum auf einer anderen Insel der Falklands zu sehen.

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    Für uns als Besucher und Wanderer auf dem Rundweg gab es dagegen die Schwierigkeit, den „Weg“ zu finden. Man will möglichst wenige Pflanzen zerstören, v.a. keine kleinen Setzlinge. Daher ist man halt recht vorsichtig unterwegs – die großen Pflanzen oder auch Moose halten aber schon einiges aus. Immer auf der Suche nach der nächsten, orangenen Fahne und irgendwie einen Weg dorthin finden.

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    Teilweise sind die Tussock-Gräser mannshoch oder noch höher, die meist blau-gekleideten Menschen sieht man teilweise gar nicht mehr.

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    VG Sven

    23.01.25: Seetag auf dem Weg zu den Falklands (Teil 2)

    Dann war erstmal Mittagessen angesagt und im Anschluss ein paar Runden auf dem Sonnendeck drehen – ein bisschen Bewegung soll ja nicht schaden. Das Wetter wurde tatsächlich besser, der Wellengang ging zurück, die Sonne kam raus. Wir konnten es uns sogar eine längere Zeit auf unserem Balkon in der Sonne gemütlich machen.

    Um 15:30 gingen wir aber wieder ins HanseAtrium. Es stand der Vortrag „Hummock Island. Ein neues Naturschutzprojekt des ART“ an. Benno Lühti, Schweizer Experte für Pinguine und Präsident und Mitbegründer des Antarctic Research Trust (ART) erzählte uns von einem interessanten Projekt.

    Hummock Island ist eine Insel im Westen der Gruppe der Falklandinseln, sie ist ca. 3km2 groß und hat eine Länge von 6,4km. Die gesamten Inseln inkl. Hummock Island wurden als Vogelschutzzone eingestuft. Jahrzehntelange Überweidung mit Schafen führte zur Erosion eines großen Teils der Insel. 2016 wurde Hummock Island vom ART gekauft. Ziel des ART war es, diese erodierten Gebiete wieder zu bepflanzen und den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen und somit ein Refugium für einheimische Pflanzenarten und Tiere zu erschaffen. Dazu wurde v.a. das einheimische Tussock-Gras verwendet. Aus bestehenden, teilweise mannshohen Pflanzen wurden Setzlinge entfernt und an den erodierten Stellen eingepflanzt, von den dann wachsenden Pflanzen wurden neue Setzlinge gewonnen usw. Zusätzlich wurde der Müll sowie die alten Gebäude der Viehzucht entfernt. Eine neue Hütte für Forschungen wurde gebaut. Benno Lühti erzählte uns von der Geschichte vom Kauf der Insel bis zum heutigen Erfolg, von den heutigen Forschungen auf der Insel, den Menschen, der Flora und Fauna. Für uns Gäste war das alles nicht uninteressant, schließlich sollte morgen ein Besuch der Insel für uns stattfinden! Als erstes Schiff würden wir exklusiv auf Hummock Island anlanden. Benno Lühti war auf jeden Fall schon voller Freude, uns „seine“ Insel in natura vorzustellen.

    Das klang vielversprechend und man kann in diesem Fall von Glück reden, dass die Schweizer an Bord waren. Ohne Benno Lühti wären wir wohl nicht auf Hummock Island gelandet. Wenn denn morgen alles so funktioniert wie gedacht, versteht sich …

    Um 17:00 ging es bereits weiter, das Precap stand an, also die vorbereitenden Informationen für die geplanten Anlandungen an den beiden folgenden Tagen auf den Falklandinseln. Das Expeditionsteam stimmte uns ein, wo wir landen, was es dort zu sehen gibt, was man unternehmen kann und welche Tiere man evtl. erwarten kann.

    So richtig zur Ruhe kam man aber auch danach noch nicht. Schon um 18:30 Uhr die nächste Veranstaltung. Dieses Mal der traditionelle Welcome Cocktail dieser Reise. Kapitän Alexander Rabe-Bär stellte die leitenden Offiziere des Schiffes sowie sich selbst vor. Das Ganze bei einem Gläschen Champagner oder einem Cocktail.

    Danach ging es zum Abendessen ins Lido. Im Anschluss konnten wir noch einen kleinen, aber feinen Sonnenuntergang auf dem Meer genießen.

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    Und dann ab ins Bett. Morgen sollte es mal wieder relativ zeitig raus gehen …


    VG Sven


    PS: Uff, das war jetzt recht viel Text – und dann „nur“ für einen Seetag. Aber es soll halt zeigen, dass man auf den Expeditionsschiffen durchaus auch einiges an Programm an den Seetagen hat. Und auch ein bisschen das Bordleben widerspiegeln. Fotos gab es hingegen eher wenige. Aber ich verspreche: Für den nächsten Tag wird es wieder das eine oder andere Foto geben – vielleicht auch mit dem einen oder anderen (niedlichen) Tier …

    23.01.25: Seetag auf dem Weg zu den Falklands (Teil 1)

    Normalerweise sind Seetage dazu prädestiniert, auf dem Schiff anzukommen, sich zu erholen sowie lange auszuschlafen. Nicht so auf den Expeditionen, insbesondere auf unserer Tour. Ein volles Programm erwartete uns an diesem ersten Tag, manche Veranstaltungen waren Pflicht, andere Vorträge optional.

    Also konnten wir auch nicht wirklich lange ausschlafen – im Gegensatz zu den noch folgenden Tagen aber immerhin bis 08:00 Uhr. So reichte die Zeit noch für ein gemütliches Frühstück im Lido (inkl. einem leckeren Egg-Benedict), bevor es zu den ersten Veranstaltungen ging.

    Bereits über Nacht hatte der Seegang merklich zugenommen. Insbesondere auf einem kleinen Schiff wie der HANSEATIC nature, die ja „nur“ 138m lang ist, merkt man die Bewegungen doch deutlicher als auf großen Schiffen, wie z.B. der Mein Schiff-Flotte. Es war aber noch kein Vergleich zum Oktober 2024 in der Nordsee. Zur Sicherheit hatten wir Sea Bands an den Handgelenken angelegt, mal sehen, ob das was hilft. Für den Moment waren wir noch fit, das Frühstück schmeckte und wir konnten an allem teilnehmen. Schauen wir mal, wie sich die Situation entwickeln würde …

    An Seetagen meldete sich gegen 09:30 Uhr erstmal der Kapitän Alexander Rabe-Bär über die Lautsprecher mit dem täglichen Status-Report. Wo wir uns genau aufhalten, wie der Kurs ist, wie viele Seemeilen wir zurückgelegt und noch vor uns haben, wie die Wassertiefen sind, wie das Wetter ist, wie hoch die Wellen sind und wie die Vorhersage ist sowie die Wassertemperaturen aussehen. Die Durchsage gibt es auch an anderen Tagen, dann allerdings zu früheren Zeiten. Es wird hoffentlich kein Leser glauben, dass man sich um 09:30 Uhr noch auf dem Schiff befindet, wenn Landgang angesagt ist. An solchen Tagen geht es früher – viel früher!!! – raus!

    Die Prämisse hier lautet: Sie haben keinen Urlaub, sie sind hier auf Expedition!

    Heute hatten wir ca. 3,5m hohe Wellen, bei durchaus spürbarem Wind. Im Laufe des Tages sollten sowohl der Wind als auch die Schiffsbewegungen deutlich zurückgehen. Das hörte sich schon mal gut an.

    Ab 10:00 Uhr waren wir dann im HanseAtrium auf Deck 4. Die ersten Veranstaltungen begannen und da mehrere hintereinander anstanden, konnten wir somit auch gleich dort bleiben. Los ging es mit der ersten Veranstaltung Der General Expedition Manager, Uwe Mannweiler, stellte sein gesamtes Expeditionsteam vor. Neben dem Expeditionsleiter, Ass. Expeditionsleiter, Musikern, Guest Relation Manager, dem Fitness-Coach, Shore Coordinator waren auch 7 Experten und Expertinnen an Bord (mit den Schwerpunkten Biologie, Geologie, Geschichte (2), Ozeanografie, Meteorologie/Klima, Pinguine).

    Ein interessanter Fakt zu unserer Tour war die große Anzahl an Schweizern. Von 192 Gästen kamen ca. 80 aus der Schweiz. Es war wohl ursprünglich geplant gewesen, die Fahrt als Charter über einen Schweizer Reiseveranstalter zu vermarkten (hat es in der Vergangenheit in dieser Form schon einige Male gegeben). Entweder gab es nicht genug Interessanten oder dieses Mal wurde halt nur ein Teil gechartert und nicht das komplette Schiff. Wir jedenfalls hatten bereits vor langer Zeit gebucht. Die Frage wäre dann gewesen, was bei einem Vollcharter mit uns passiert wäre. Aber ok, das ist Kaffeesatz-Leserei.

    Durch den hohen Anteil an Schweizern an Bord waren auch 2 der Experten aus der Schweiz dabei, zusätzlich waren die Reiseveranstalter aus der Schweiz natürlich auch an Bord unter den Gästen. Und als Gastexperte Reinhold Messner als ein weiterer Special Guest. Wir waren auf jeden Fall gespannt.

    Gleich im Anschluss gab es zwei Pflichtveranstaltungen, wo alle Gäste persönlich erscheinen und auch unterschreiben mussten. Es reichte nicht, die Veranstaltung auf dem Fernseher von der Kabine aus zu verfolgen, man musste vor Ort sein. Für diejenigen, die jetzt schon seekrank waren – es gab einige davon – wurde ein zweiter Termin im kleinen Rahmen angeboten, zu dem man dann aber auf jeden Fall persönlich erscheinen musste.

    Zunächst stand die IAATO-Einweisung auf dem Programm. Expeditionsleiter, Dietmar Neitzke, der auf unserer Nordwestpassagen-Tour ebenfalls an Bord war, damals noch als Experte für Ethnologie und Inuit, klärte uns über die Sicherheitsbestimmungen und Verhaltensregeln in der Antarktis sowie auf Südgeorgien und den Falklandinseln auf. Genügend Abstand zu den jeweiligen Tieren, nichts vom Land mitnehmen (auch keine Steine), nichts an Land wegwerfen, keine Tiere streicheln, natürlich auch keine Pinguine heimlich in den Rucksack stecken und mitnehmen. Eigentlich alles gesunder Menschenverstand. Neu dazugekommen sind – v.a. wegen Vogelgrippe und deren Prävention – dass man sich in der freien Natur nicht hinsetzen oder hinlegen darf und seinen Rucksack nicht auf den Boden stellen sollte. Man soll die Tiere in der Natur halt möglichst wenig stören und den Fußabdruck durch den Menschen möglichst klein halten. IAATO steht für International Association of Antarctic Tour Operators. Die Organisation wurde 1991 gegründet und soll nachhaltigen Tourismus in Antarktis und Subantarktis ermöglichen. Seit Beginn an ist Hapag-Lloyd dabei.

    In der nächsten Veranstaltung „Zodiac-Einweisung“ wurde uns alles erklärt, was man beim Fahren und Ein-/Aussteigen im Zodiac wissen und beachten muss. Für uns als alte HL- und Zodiac-Hasen keine neuen Themen. Dabei sein mussten wir aber trotzdem – wie man bei jeder Seenotrettungsübung ja auch dabei sein muss. Bei den Zodiac-Ausbootungen zieht man sich auf der Kabine bereits warm an, inkl. Parka, legt die auf der Kabine bereitliegende Zodiac-Rettungsweste an. Evtl. Rucksack über die Rettungsweste. Wird dann die jeweilige Farbe aufgerufen, geht es auf Deck 3 in den Stiefelraum. Dort hat jede Kabine ein Fach mit den zugehörigen Stiefeln. Stiefel anziehen und ab ins Zodiac. Bei trockenen Anlandungen (d.h. man landet an einem Steg oder einer Pier an), braucht man die Stiefel nicht. Bei nassen Anlandungen steigt man ja im Wasser in Ufernähe aus, daher sind Gummistiefel zu empfehlen. Man kann mit den Dingern auch ganz gut laufen/wandern – somit muss man jetzt nicht an Land die Schuhe wechseln (in dem Falle müsste man die ausgezogenen Stiefel auch die ganze Zeit mit sich rumschleppen). Zurück an Bord geht es dann zum Säubern durch die Stiefel-Waschanlage. Es wird auch kontrolliert, ob alles sauber ist, dann stellt man die Stiefel wieder im Fach ab. In der Fahrt mit dem Zodiac muss man gewisse Armgriffe und Regeln befolgen, damit das Ganze reibungslos funktioniert. Das wurde uns bei der Einweisung nochmals mitgeteilt, aber wie gesagt, kannten wir das alles schon.


    VG Sven

    22.01.25: Ushuaia – Auslaufen und der Beginn unserer Expedition

    Das erste Auslaufen auf einer Reise ist immer etwas Besonderes. Insbesondere noch, wenn es sich um eine solche – wenigstens in unseren Augen – Traumreise handelt. Da steht man doch recht ergriffen oben am Deck und wartet, dass es losgeht. Um uns herum größtenteils die Passagiere, die wir bereits vom Vorprogramm kannten und denen es nicht anders ging. Pünktlich um 19:00 Uhr wurden die Taue gelöst und wir entfernten uns von der Pier.

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    Blick auf die Stadt

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    Blick auf den Flughafen


    Dreimal kräftig das Typhon erklingen lassen - und ja, das ist richtig laut für so ein kleines Schiff. Dann wurde die Auslaufmelodie gespielt, es handelt sich um „Feuerland“ von Schiller. Passt ja wie die Faust aufs Auge für diese Reise!

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    Die HANSEATIC nature verließ Ushuaia und begann die Durchfahrt des Beagle-Kanals.

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    Dieser ist nicht etwa nach einer Hunderasse benannt, sondern nach dem Schiff HMS Beagle. Dieses Schiff erkundete 1830 unter Kapitän FitzRoy die Gegend hier, an Bord ein gewisser Charles Darwin. Beim Beagle-Kanal handelt es sich um eine ca. 240km lange Wasserstraße. Durch den Kanal verläuft die südliche Grenze zwischen Argentinien und Chile. Er verbindet den Pazifik mit dem Atlantik.

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    Durch die recht hohen Berge an den Ufern beeindruckt die Durchfahrt mit einer schönen Kulisse. Begleitet wurden wir von zahlreichen Seevögeln.

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    Wir wohnten dem Ganzen eine Weile bei, da es jedoch recht schnell auffrischte und windig wurde, gingen wir bald zum Abendessen. Wie fast immer im Buffetrestaurant, dem Lido. Normalerweise mögen wir eher keine Buffets und lassen uns lieber in Bedienrestaurants verwöhnen. So hatten wir es auf den Mein Schiff-Reisen immer gemacht. Aber schon auf der ersten Reise mit den HL-Expeditionsschiffen wurden wir diesem Motto untreu. Zum einen gibt es hier fast dasselbe wie im Bedienrestaurant, die Speisen sind nur anders angerichtet. Zum anderen hatten wir in den Besuchen des Bedienrestaurants damals mit langen Wartezeiten zu kämpfen – vielleicht hatten wir da auch etwas Pech gehabt. Weiterhin kann man sich durch die verschiedenen Optionen durchprobieren – die Portionen sind entweder klein oder man ist selbst verantwortlich, wieviel man aus der Schüssel auf den Teller packt. Und es ist angenehm leer am Abend – die meisten gehen doch eher ins Bedienrestaurant. So hat man dann mehr oder weniger jeden Abend seinen Stammtisch und kann geruhsam ans Buffet gehen, kein Drängeln, kein Schubsen. Und das haben wir halt nach unseren ersten Erfahrungen nicht mehr geändert, es geht fast immer ins Lido.

    Nach dem Abendessen stand dann noch eine Pflichtveranstaltung an: auf dem Pooldeck wurde ab 21:00 Uhr die Expeditionskleidung ausgeteilt. Jeder an Bord bekam einen warmen, wasserabweisenden Expeditionsparka in blauer Einheitsfarbe in den Größen XS bis 5XL. Außerdem galt es, die Gummistiefel, die man für die nassen Anlandungen benötigt, anzuprobieren. Auch hier in fast allen Größen, wobei Größe 50 war, glaube ich, das Maximum. Die Stiefel konnte man aber nicht gleich mitnehmen, die würden dann ab dem morgigen Tag im jeweiligen Fach im Gummistiefel-Raum stehen. Wer natürlich Parka und Stiefel von zu Hause mitgebracht hatte, brauchte hier nichts auszuleihen. Musste dann aber mehr Gepäck auf die Reise mitnehmen. Normalerweise erfolgt diese Ausgabe am ersten Seetag, da wir morgen aber bereits ein volles Programm vor uns hatten, wurde dies auf den ersten Abend vorgezogen.

    Danach war für uns aber Schicht im Schacht – sprich es ging ins Bett. Der Tag hatte um 03:30 Uhr recht früh begonnen, so langsam waren wir ziemlich gerädert.

    Unsere Tiersichtungen an diesem Tag:
    • Schopfkarakara
    • Südlicher Riesensturmvogel
    • Dominikanermöwe

    VG Sven

    22.01.25: Ushuaia – Einschiffung

    Wir wurden vor dem Schiff bereits von Mitgliedern der Crew begrüßt und enterten voller Vorfreude das Schiff. Und wurden auch sofort vom Hotelmanager Christoph Thimm persönlich in Empfang genommen. Er konnte sich tatsächlich noch an uns beide erinnern. Schön, dass wir wieder da sind!!! :):thumbup:

    Nach einem Gläschen Champagner zur Begrüßung wurde der Check-In durchgeführt. Ohne lange Wartezeit – es sind ja auch nur ein „paar“ Gäste da. Die Bordkarten bekommt man bereits mit den Reiseunterlagen zugeschickt, die Reisepässe hatten wir schon im Flugzeug abgegeben. Somit sind auch nur ein paar organisatorische Dinge zu erledigen: das Foto für die Bordkarte (damit man beim Ein-/Aussteigen auch sieht, ob die Person die richtige ist) und die Klärung von Fragen. Für uns als Wiederholungstäter gab es da nicht viel zu klären. Und natürlich die Vergabe der Zodiac-Gruppe. Wir bekamen die Farbe Lila, damit man das nicht vergisst, bekommt man einen farbigen Bubble auf die Bordkarte geklebt.

    Die Ausbootungen erfolgen in der Regel mit dem Zodiac. Damit man hier sowie bei sonstigen Dingen (Tenderboot-Aufruf oder zeitlich gesteuerten Veranstaltungen) nicht das totale Chaos hat, gibt es bei HL (und wahrscheinlich auch bei anderen Reedereien) die Farbgruppen: 2 Hauptgruppen mit jeweils 4 festen Farben. Jeden Tag wechseln die Hauptgruppen die Reihenfolge und die Farben in den Hauptgruppen rollieren. Ist man an einem Tag beispielsweise in der ersten Gruppe ganz am Anfang, ist man am nächsten Tag dann in der 2. ganz am Ende usw. Somit wird theoretisch jeder fair behandelt und ist mal am Anfang und mal am Ende und mal mittendrin – statt nur dabei. Und da man die gesamte Reise die Farbe nicht ändert, sitzt man mehr oder weniger jedes Mal mit denselben Leuten in den Zodiacs oder hat diese kurz hinter einem oder davor. Bei ca. 200 Gästen dürfte eine Farbgruppe ungefähr 3 Zodiacs (mit 8 Personen) umfassen. Im Tagesprogramm wird jeden Tag vermerkt, zu welcher Uhrzeit die beiden Hauptgruppen starten und wie die Farbreihenfolge innerhalb der Hauptgruppen aktuell ist. Somit ist man gut informiert und kann sich ungefähr ausrechnen, wann man dran ist. Es gibt aber immer Aufrufe der einzelnen Farben, so dass man das nicht auswendig lernen muss.

    Im Anschluss an den Check-In wird man auf die Kabine begleitet und bekommt eine kleine Einweisung in die Funktionsweise der Kabine (Lichtanlage, Klimaanlage usw.). Wir hatten dieses Mal die Balkonkabine 534 auf Deck 5 gebucht. Zum ersten Mal bei HL eine Balkonkabine und keine Außenkabine oder French Balcony. Eigentlich brauchen wir auf solch einem Schiff nicht unbedingt einen Balkon, v.a. in kälteren Fahrtgebieten. Die Wege auf dem Schiff sind kurz, so dass man recht schnell an den Außenplätzen an Deck ist. Und es gibt auch nicht die Menschenmassen, die sich um Liegen streiten wie auf den großen Schiffen. Aber aufgrund des gefürchteten Seegangs in diesem Fahrtgebiet wollten wir doch eine Kabine mittschiffs, möglichst weit unten haben. Und somit kam dann nur eine Balkonkabine in Betracht. Viel mittiger als die 534 geht es fast nicht :thumbup:

    Unsere Koffer standen auch bereits auf der Kabine, so dass wir mit dem Auspacken beginnen konnten. Auf den HANSEATIC-Schiffen gibt es eigentlich genug Stauraum, um die gesamte Kleidung auch für lange Reisen unterbringen zu können. 2 große Schränke mit vielen Bügeln, Ablageflächen und Schubfächern, inkl. Platz für die Schuhe. Weitere kleine Schränke am Bett unten und oben sowie neben dem Tisch. Im großzügigen Bad gibt es ebenfalls genügend Möglichkeiten, um alle mitgebrachten Utensilien zu verstauen.

    Pro Kabine bekommt man dann noch einen Outdoor-Rucksack sowie eine Tragetasche, die man beide auch am Ende der Reise mit nach Hause nehmen kann.

    Auf dem Tisch waren Häppchen drapiert und es gab noch eine Flasche Champagner. Erstere aßen wir auf, den Champagner hoben wir uns für einen späteren Zeitpunkt der Reise auf. Er wird dann vom Kabinenpersonal in die Minibar gestellt.

    Wir nutzten die Zeit auch gleich noch, um Plätze im Spezialitätenrestaurant zu unseren Wunschterminen zu reservieren sowie für eine schnelle Dusche.

    Einige der anderen Schiffe verließen bereits den Hafen.

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    Blick von unserem Balkon auf Ushuaia …


    Um 18:30 stand die verpflichtende Seenotrettungsübung an. Bei HL muss man die, auf der Kabine befindlichen, Rettungswesten anlegen und sich so im HanseAtrium einfinden. Dort wird auf Vollständigkeit kontrolliert und man bekommt eine kurze Sicherheitseinweisung. Und das war es dann auch schon. Nach kurzer Zeit konnten wir die Rettungswesten wieder verstauen, uns ein bisschen wärmer anziehen, die Kamera schnappen und aufs oberste Deck gehen, das Auslaufen aus Ushuaia lag vor uns …


    VG Sven


    PS: Zu Hause habe ich gemerkt, dass wir gar keine Fotos von der Kabine gemacht haben – warum auch immer. Für diejenigen, die es interessiert, müssen entweder in meinen alten Reisebericht der Nordwestpassage schauen – dort ist die French Balcony-Kabine, die vom Layout her ja bis auf den Balkon 1:1 der Balkon-Kabine entspricht beschrieben und abgebildet. Oder halt auf den HL-Webseiten nachschauen.

    22.01.25: Ushuaia – Nationalpark Tierra del Fuego (Teil 2)

    Durch dichte Scheinbuchenwälder fuhren wir weiter auf Schotterpisten, überquerten den Lapataia-Fluss und kamen in der Lapataia Bucht an.

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    Hier endet die Ruta National 3, eine der bedeutendsten Fernstraßen Argentiniens, die in Buenos Aires beginnt und über insgesamt 3.045km bis hierhin führt. Gleichzeitig endet hier auch die Panamericana, die Alaska mit Feuerland verbindet.

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    Auf einem kleinen Rundweg konnte man die Landschaft in sich aufsaugen. Auch hier wieder das Wasser, das Meer, im Hintergrund die Berge. Sehr schön.

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    Vom Panorama vielleicht nicht ganz so beeindruckend wie der erste Halt in der Ensenada Bucht. Zumindest in unseren Augen. Lag aber vielleicht auch an den jetzt schlechteren Witterungsverhältnissen. Zum Glück hatten wir die Ensenada Bucht als Erstes besucht, andere Busse fuhren ja die umgekehrte Reihenfolge.

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    Danach ging es durch den Nationalpark wieder zurück. Vorbei an einem Bahnhof. Hier verkehrt der „Zug am Ende der Welt“. Diese Schmalspurbahn wurde als Versorgungsstrecke für das in Ushuaia befindliche Gefangenenlager gebaut, um die Gefangenen zu ihren Arbeitsstellen sowie Holz zu transportieren. In den 50er Jahren wurde die 25km lange Strecke dann stillgelegt, in den 90er Jahren dann ein Teil als Touristen-Attraktion wieder eröffnet. Wir fuhren hier aber nur vorbei und nahmen die Informationen auf, einen Halt gab es nicht.

    Wir erreichten wieder die Stadt Ushuaia, mittlerweile war es ca. 17:00 Uhr und wir konnten zum Hafen fahren. Neben der HANSEATIC nature lagen 4 weitere Expeditionsschiffe an der Pier.

    Auf allen unseren bisherigen Fahrten mit der HL-Expeditionsflotte hatten wir denselben General Expedition Manager (Matthias Mayer) sowie denselben Hotelmanager (Christoph Timm) gehabt. Bei der Verabschiedung nach der letzten Fahrt im Oktober 2024 wurde uns in Aussicht gestellt, dass auch auf dieser Reise NAT2502 Christoph Timm der Hotelmanager sein würde, wir aber einen anderen GEM bekommen würden. Na, mal sehen, ob man sich noch an uns erinnert und wer noch so Bekanntes an Bord ist …


    VG Sven

    22.01.25: Ushuaia – Nationalpark Tierra del Fuego (Teil 1)

    Wir setzten unsere Busfahrt fort, es ging in den Nationalpark Tierra del Fuego. Das 630 km2 große Naturschutzgebiet befindet sich im Südosten der Isla Grande de Tierra del Fuego, der Hauptinsel von Feuerland, ca. 10km von Ushuaia entfernt. Ein kleiner Teil davon, ca. 20km2, sind für den Tourismus offen. Der Park dient dem Schutz der subantarktischen Wälder. Für den freigegebenen Teil des Parks kann man eine Camping-Lizenz erwerben und dann draußen im Nationalpark übernachten. Für den Besuch des Nationalparks muss eine Gebühr entrichtet werden (die gar nicht mal so klein ist), diese war bei uns aber bereits inkludiert.

    Der Weg führte durch Scheinbuchenwälder, Gras- und Moorlandschaften. Hier gibt es auch eine Vielzahl von Bibern, diese wurden vor vielen Jahren eingeschleppt und sind jetzt mehr oder weniger eine große Plage geworden, der man Herr werden muss. Die Biber hier sollen im Gegensatz zu ihren nordamerikanischen Verwandten auch stattliche Größen erreichen – hier war von unserer Reiseleitung von metergroßen Exemplaren die Rede 8|. Gesehen haben wir aber keine.

    Der erste Halt war für unseren Bus in der Ensenada Bucht.

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    Sie liegt am Beagle-Kanal und bietet ein wunderschönes Panorama mit dem glasklaren Meer und den teilweise mit Schnee bedeckten hohen Bergen. Bei blauem Himmel und Sonnenschein ganz besonders schön.

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    Zeit für eines unserer berühmten Schatten-Selfies …


    Am Strand hatte sich bei unserer Ankunft ein Schopfkarakara niedergelassen, ein falkenartiger Vogel. Dieser lies sich mal so gar nicht von den Touristen stören. Ein Greifvogel am Strand, in einem belebten Gebiet, das sieht man auch nicht alle Tage.

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    Ebenso befand sich in dieser Bucht bis zum letzten Jahr das „südlichste Postamt der Welt“. Aufgrund des maroden Steges ist es inzwischen geschlossen und der Menschenandrang hier nicht mehr gar so groß.

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    Entlang der Klippen kann man direkt am Wasser kleine und größere Wanderungen unternehmen.

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    Dafür hatten wir allerdings keine Zeit, unser Aufenthalt war ja leider zeitlich beschränkt. Auf jeden Fall eine wunderschöne, malerische Landschaft hier im Süden Südamerikas. Genauso hat man das in Naturdokumentationen im Fernsehen gesehen. Schön, dass wir das mal in Echt sehen durften.

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    Zurück im Bus, zog es ein wenig zu, der strahlend blaue Himmel verschwand. Das kann hier sehr schnell gehen. Aber zum Glück blieb es weiterhin trocken bei ca. 15 Grad.


    VG Sven

    22.01.25: Ushuaia – Willkommen am Ende der Welt

    Mussten wir an den vergangenen Tagen doch immer wieder recht zeitig aufstehen, wurde das heute noch getoppt. Um 07:50 Uhr startete unser Charter-Flug nach Ushuaia vom internationalen Flughafen Ezeiza. Entsprechend früh startete also auch der Transfer dorthin. Also klingelte gegen 3:30 Uhr der Wecker. Schnell noch was frühstücken, auschecken und dann konnte es in die bereitstehenden Busse gehen. Unsere HL-Reiseleitung, die uns das gesamte Vorprogramm begleitet hatte, würde dann morgen mit den Gästen, die heute ihre Expedition beenden würden, nach Deutschland zurückfliegen. Wir verabschiedeten uns herzlich von ihr. Nach Ushuaia kamen mehrere Reiseleiter sowie Mitarbeiter vom Schiff, die wie wir heute aufsteigen würden, mit. Somit war auch hier eine Rundumbetreuung gewährleistet. Schon krass, was hier seitens Hapag-Lloyd für ein Aufwand betrieben wird.

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    Während des Fluges gab es 2-mal Service: zum einen Essen und Trinken. Zum anderen wurden unsere Reisepässe durch die Reiseleitung eingesammelt. Für die gesamte Dauer der Expedition werden die Pässe unter Verschluss gehalten, das ist wegen den Einreisebestimmungen nötig. Erst am Ende bekommt man die Pässe wieder. Daher ist es ratsam, entweder Kopien der Pässe bzw. zusätzlich Personalausweise mitzuführen.

    Gegen 11:30 Uhr landeten wir in Ushuaia. Beim Anflug konnten wir bereits einen Blick auf die schneebedeckten Berge Feuerlands sowie auf die im Hafen liegende HANSEATIC nature erhaschen.

    Am Gepäckband nahmen wir unser Hauptgepäck in Empfang, gaben dieses jedoch gleich wieder ab, damit es zum Schiff und auf die Kabine transportiert werden kann. Im Anschluss wurden wir auf die Busse verteilt.

    Damit die Mitarbeiter auf dem Schiff den Gästewechsel vornehmen können, wird hier in Ushuaia normalerweise eine kleine Busrundfahrt mit gemeinsamen Mittagessen unternommen. Die Gäste sehen noch etwas vom wunderschönen Feuerland, die Crew hat sich etwas Zeit erkauft. Somit erfolgt die Einschiffung hier erst gegen 17:00 Uhr.

    Zunächst fuhren wir ein wenig durch die Stadt Ushuaia. Unsere lokale Reiseleitung, die aus Ushuaia stammte, erzählte uns von der Geschichte und Entwicklung der Stadt sowie von ihrer Umgebung. Die Einheimischen sprechen den Ortsnamen Uzuaja aus. Das „aia“ steht dabei für Bucht, Ushuaia bedeutet „Bucht, die nach Osten blickt“. Sich selbst sieht Ushuaia als südlichste Stadt der Welt. Im Nachbarland Chile sieht man das ganz anders, dort gilt Puerto Williams als südlichster Ort der Welt. Zumindest beim Begriff Stadt kann man da sicherlich streiten, hat Ushuaia aktuell immerhin ca. 80.000 Einwohner, leben in Puerto Williams gerade mal 3.500 Einwohner – allerdings hat auch dieser Ort das Stadtrecht. Aber ok, dass müssen die schon lokal unter sich ausmachen …

    Ushuaia befindet sich in einer Bucht am Beagle-Kanal und ist von hohen, oft schneebedeckten Bergen umgeben. Sie befindet sich in der Provinz Feuerland (Tierra del Fuego). Auch wenn man es vermuten könnte (und es manchmal fälschlicherweise gesagt wird): Feuerland gehört nicht zu Patagonien! Es handelt sich um eine eigenständige Region, die komplett von Chile (im Westen und Süden) sowie vom Meer umschlossen ist. Sie besitzt eigentlich keine direkte Landverbindung zum Rest von Argentinien. Feuerland gehört weiterhin nicht zum südamerikanischen Festland, sondern befindet sich auf Inseln an der südlichen Spitze Südamerikas.

    Ehemals bestand Ushuaia mehr oder weniger nur aus einem Gefängnis, in dem besonders schwere Fälle von Strafgefangenen einsaßen. Durch die Abgeschiedenheit der Region bot sich dies an. Mit Schließung des Gefängnisses in den 1940er Jahren wuchs die Stadt immer mehr. Durch fördernde Maßnahmen (geringe Steuern, Ansiedlung von Produktionsstätten) versuchte man die Region und die Stadt schmackhaft zu machen. Mit entsprechendem Erfolg. Auch wenn heutzutage bekanntlich in Argentinien wieder wirtschaftliche Probleme an der Tagesordnung sind, die natürlich auch vor Feuerland nicht Halt machen. Ushuaia ist weiterhin auch eine sehr junge Stadt, sowohl von ihrer Geschichte als auch dem Durchschnittsalter ihrer Einwohner. Auch eine Universität siedelte sich an. Das Gefängnis kann immer noch als Museum besucht werden und die Hauptstraße von Ushuaia führt passenderweise vom Gefängnis auf der einen Seite bis zum Friedhof auf der anderen Seite!

    Heute sieht sich Ushuaia wie gesagt als südlichste Stadt der Welt und als Fin del Mundo (das Ende der Welt).

    Ein großes Thema in Ushuaia und Umgebung ist der Tourismus. Zum einen – seit ein paar Jahren – als Drehkreuz für Kreuzfahrten und Expeditionen in die Antarktis. Deshalb sind ja auch wir hier. Zum anderen lockt die Nähe zum Nationalpark Tierra del Fuego viele Wanderer und Camper an. Und in den Bergen kann man im Winter auch Ski laufen.

    Dies alles und noch mehr wurde uns von unserer jungen Reiseleitung dargeboten. Nach einer kleinen Rundfahrt durch die Stadt ging es in die Berge.

    Erster Halt war das Restaurant „Chez Manu“, wo wir unser Mittagessen einnahmen. Ihr erratet es sicher. Es gab ein 4-Gang-Menü mit Steak als Hauptgang inkl. Argentinischem Wein. Immerhin: Ich hatte wieder halbwegs Appetit, meine Unpässlichkeit schien überwunden :)

    Vom Restaurant hat man auch einen schönen Blick auf die Berge Feuerlands.

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    VG Sven


    PS: Irgendwie war das zu viel Steak in den ersten Tagen des Urlaubs. An sich natürlich lecker. Und die haben es in Argentinien auch gut drauf. Zumindest mit der Zubereitung des Fleisches, auf Beilagen wird leider kein großer Wert gelegt. Ein schöner Maiskolben oder Pilze dazu, das wäre was. Aber irgendwie können wir seitdem kein Rindersteak mehr sehen. War wohl zu viel Steak an den ersten Tagen :/ …

    21.01.25: Abschied aus Iguazú, wieder zurück in Buenos Aires

    Nach der Wanderung nochmal duschen und unser Gepäck – was ja recht übersichtlich war – packen. Um 12:00 Uhr mussten wir die Zimmer verlassen. Um 14:00 ging der Transfer zum Flughafen. Wir verbrachten die Zeit in der Hotel-Lobby und ließen die vergangenen, sehr schönen Tage nochmal Revue passieren.

    Der Transfer zum Flughafen dauerte auch nicht die Welt, die Wege sind ja recht kurz. Wir verabschiedeten uns von unserer brasilianischen Reiseleiterin, die das sehr, sehr gut gemacht hat. Auf dem Rückflug nach Buenos Aires gab es dieses Mal sogar einen (größeren) Snack und Getränke. Auf dem Hinflug war das den Turbulenzen zum Opfer gefallen. Ein ruhiger Flug dieses Mal.

    In Buenos Aires noch ein kurzer Transfer zu unserem Hotel, wir kamen ja wieder am Regionalflughafen an. Im Four Seasons Hotel waren inzwischen die anderen Gäste der Antarktis-Expedition, die kein Vorprogramm gebucht hatten, eingetroffen. Entsprechend mehr Menschen wuselten in der Lobby herum. Wir checkten ein. Dieses Mal hatten wir ein Zimmer auf einer anderen Etage als bei unserer ersten Übernachtung in Buenos Aires. Auf dem Zimmer standen bereits unsere Koffer bereit. Es wurde aber auch nochmal nachgefragt, ob alles funktioniert hat – ja, das hatte es.

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    Blick von unserem Hotelzimmer auf Buenos Aires


    Für den morgigen Transfer noch Ushuaia mussten wir unser Gepäck wieder umpacken. Die Kleidung für Iguazú konnte in die großen Koffer, entsprechend wärmere Kleidung – in Ushuaia waren höchstwahrscheinlich keine 30 Grad – ins Handgepäck. Die Koffer mussten dann am Abend wieder vor die Zimmer gestellt werden, damit es zum Flughafen transportiert und eingecheckt werden konnte. Wir sollten morgen nur mit Handgepäck zum Flughafen fahren und einchecken. Das Hauptgepäck würden wir erst in Ushuaia wiedersehen. Hoffentlich.

    Irgendwie hatte ich immer noch keinen so richtigen Appetit. Und wir waren ob der vielen Reisen und Eindrücke der letzten Tage auch etwas müde. Daher wurde nur eine Kleinigkeit beim Room-Service bestellt. Das Club-Sandwich war jedoch immens groß, so dass wir dieses kaum schafften.

    Wir hatten mal wieder eine kurze Nacht vor uns. Morgen sollte dann der Hauptteil unserer Reise beginnen ...

    Unsere Tiersichtungen an diesem Tag:
    • Kapuzineraffe
    • Eidechse
    • Mamorreiher

    VG Sven