Beiträge von CosmoST

    28.08.22: Pond Inlet – Rundgang (Teil 2)

    Was gab es während unseres Rundganges sonst noch so zu sehen?

    Es gibt eine Restaurierung eines Grassodenhauses, also eines Qarmaqs. Leider ist aktuell diese Restaurierung aufgrund Materialmangels nicht so weit fortgeschritten. Die Mauer besteht aus Torf-/Grassoden, darauf wird dann normalerweise ein Gerüst aus Walknochen gelegt und darüber Robbenhaut bespannt. Holz gibt es in dem Maße nicht, es gibt ja keine großen Bäume, daher muss man auf Materialien, die es gibt (Knochen) ausweichen.

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    Hier ist auch vermehrt eine Art Wollgras zu finden.

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    Die Inuit haben dafür einen sehr schönen Namen, der in der Übersetzung „Blume, die so aussieht wie das Hinterteil des Schneehasen“ heißt.

    Ist das nicht toll? :)

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    Wenn man das so betrachtet, auf jeden Fall passend! Und eine wunderschöne Umschreibung!

    Weiter ging es über die mit Wollgras und arktischen Weiden bewachsenen Flächen zum Nattinnak-Besucherzentrum.

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    Im Innern befinden sich Gegenstände der Inuit sowie einzelne ausgetopfte Tiere und Kunstobjekte. Wie immer hier keine Fotos aus Museen/Ausstellungen.

    Gleich daneben befindet sich die Schule von Pond Inlet. Dort arbeitet unter anderem auch unser Guide als Lehrerin.

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    Hier hält z.B. auch ein Schulbus. Dieser sammelt aber die Kinder nur innerhalb des Ortes ein, Verbindungen zu anderen Siedlungen gibt es, wie schon vorher beschrieben, keine.

    Wir bewegten uns in der Gruppe weiter durch die Straßen des Ortes. Obwohl wir vorher gebrieft worden waren, uns nur auf einer Straßenseite zu bewegen – man läuft ja auch nicht einfach mitten auf der Straße, oder??? – war es für die meisten Gäste wohl nicht möglich, dass auch einzuhalten :rolleyes: Warum auch immer, auch mehrmaliges Ansprechen durch Guide oder Experten stieß auf taube Ohren. Wahrscheinlich gut, dass man sich nur in der Gruppe bewegen durfte, sonst wäre mancher Gast vielleicht direkt in der Inuit-Behausung gelandet – „die Tür stand ja offen“ …

    Schön, wie wir finden, ist auch die Landschaft drum herum mit den Bergen im Hintergrund. Insbesondere bei solch einem Wetter!

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    Weiter führte uns der Weg zum Kulturzentrum. Dort gab es eine Vorführung der Inuit.

    Auch hier keine Bilder, nur eine kurze Beschreibung (Fotos mit Menschen im Detail ohne die Menschen zu zeigen zu dürfen, das wird schwierig :/ )

    Gezeigt wurden u.a.

    • sportliche Aktivitäten, die aus den Arctic-Games entnommen wurden
    • Spielerische Lösung von Konflikten auf die verschiedensten Arten
    • Trommeltanz
    • Verschiedene Gesänge
    • Qulliq-Ritual
    • Liedduelle.

    Die Vorführung war interessant und für uns auch sehr lustig.

    Wichtig für die Inuit ist der Zusammenhalt in der Gemeinschaft. Dies ist natürlich wichtig, um als Gemeinschaft zu überleben. Man versucht, Konflikte stets auf friedlichem und spielerischem Weg zu lösen. Und die Inuit sind stolz, dass sie seit 1999 ein eigenes Territorium innerhalb Kanadas besitzen, also auch gewisse Rechte haben. Natürlich ist das Leben hier in Kanada für die Inuit sehr hart …

    Vom Kulturzentrum ging es mehr oder weniger direkt durch den Ort zurück zum Hafen und damit zurück zu unserem Schiff.

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    Ein wie ich finde, interessanter Ausflug, auch wenn es dieses Mal eher wenig Natur gab. Aber dafür einen Einblick in die Inuit, sowohl in den Aufbau ihrer Siedlungen der modernen Zeit als auch ein kleiner Einblick in ihre Kultur und Rituale durch die Vorführung. Schön! :thumbup:


    VG Sven

    28.08.22: Pond Inlet – Rundgang (Teil 1)

    Die Stadt bzw. die Siedlung Pond Inlet ist natürlich sehr viel anders als das, was man aus unseren Regionen gewohnt ist. Andererseits gibt es hier aber auch keine Iglus (logisch, ist ja Sommer!!!) oder Qarmaqs. Die Bevölkerung – zum größten Teil Inuit – lebt inzwischen natürlich in normalen Häusern.

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    Asphaltierte Straßen gibt es aber zum Beispiel keine. Straßen sind hier mehr oder weniger staubige Wege. Wenn es mal zu trocken wird, werden die Straßen mit Öl/Fett „gewässert“ und dann staubt es nicht mehr ganz so doll.

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    Die Straßen und Wege werden größtenteils von Geländewagen und Quads befahren. Klar, man muss sich damit ja auch außerhalb der Ortschaft bewegen können. Es gibt keine Warm-/Kaltwasseranschlüsse für die Wohnungen. Jedes Haus besitzt mehrere Tanks für Frischwasser, Abwasser und Öl. Diese werden wöchentlich (zumindest Wasser/Abwasser) mittels Tankwagen beliefert.

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    Auch hier gibt es wie in Grönland die Schlitten – im Sommer natürlich geparkt und nicht im Einsatz. Auf einigen der Schlitten sind kleine Hütten aufmontiert, dadurch muss man dann auf der Jagd keine Jagdhütten/Iglus mehr bauen, sondern hat sein Haus quasi immer dabei. Aber es gibt wenig Hunde. Die Schlitten werden in Kanada eher von motorisierten Fahrzeugen gezogen. Hunde sind somit hier auch mehr Haus- als Nutztiere und kommen nicht in dem Umfang vor, wie wir sie in Sisimiut gesehen hatten.

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    Ca. zwei- bis dreimal pro Jahr legt ein Versorgungsschiff an, um die Bevölkerung zu beliefern. Wohlgemerkt nur im Sommer (Ende Juni bis Mitte September) im Winter geht das wegen des Eises nicht. Ansonsten werden manche Güter über den Luftweg transportiert – dann aber zu horrenden Preisen. Die Menschen müssen also mit ihren Vorräten gut haushalten, um über das Jahr zu kommen. Klar, im Supermarkt gibt es viele der benötigten Dinge, die Waren können aber schon mal extrem teuer werden, so kostet eine Dose Cola dann gleich mal 8 Dollar! Eigentlich bleibt für die Inuit somit nichts anderes, als sich über die Jagd mehr oder weniger selbst zu versorgen. Die Preise im Supermarkt kann man sich größtenteils nicht leisten (Löhne sind niedrig und Arbeit gibt es nicht viel). Landwirtschaft ist wegen des Klimas schwer möglich. Die Unterstützung durch die kanadische Regierung ist nicht in so großem Umfang vorhanden, wie man sich das vielleicht wünschen würde. So wurde z.B. bei Gründung von Nunavut zugesagt, hier einen Hafen zu bauen. Das ist bis heute nicht geschehen! Klar, theoretisch gibt es die Belieferung per Flugzeug, aber die kostet. Und wenn sich die Bevölkerung das alles kaum leisten kann, bringt das auch nicht so viel. Aber gut, ich will den RB jetzt nicht mit politischen Diskussionen voll frachten, wollte nur mal kurz auf die Probleme hinweisen …

    Aktuell lag eines dieser Versorgungsschiffe vor Pond Inlet auf Reede. Dieses wird dann über mehrere Tage mit kleinen Booten entladen.

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    Die Straßenschilder sind alle zweisprachig. Zum einen in Englisch, zum anderen in Inuktitut, der Silbensprache der Inuit.

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    Die einzelnen Siedlungen in Nunavut liegen weit auseinander. Das kann man ja an den Einwohnern je Fläche sehen. Zwischen den Orten gibt es keine Straßen, d.h. man muss durch das Gelände, auf dem Seeweg oder per Flugzeug reisen, letzteres zu extremen Preisen. Als Ergebnis dessen, reisen die meisten Menschen hier eher nicht, kommen also eher selten aus ihrer Siedlung heraus. Dafür kennt hier jeder Jeden.

    Von den ca. 1.900 Einwohnern sind ca. 700 Kinder! Eine große Zahl, wie wir finden.

    Das und vieles mehr erfuhren wir auf unserem Rundgang von unserer Inuit-Guide und unserem Experten in der Gruppe, der bei uns „zufällig“ auch der Ethnologe war, also sich mit der Materie bestens auskannte …


    VG Sven

    28.08.22: Ankunft in Pond Inlet und der Beginn eines schönen Tages

    Auch in der heutigen Nacht wurde die Uhr um eine weitere Stunde zurückgestellt. Am Morgen (ca. 08:00 Uhr) erreichten wir Pond Inlet, unseren ersten Halt in Kanada. Von nun an würden wir uns komplett in Nunavut bewegen, einem Territorium in Kanada mit besonderen Rechten für die dort lebenden Inuit. Gegründet wurde dieses Territorium erst 1999. Die Fläche ist ca. 6mal so groß wie Deutschland, es leben aber lediglich rund 40.000 Einwohner in Nunavut, die meisten davon sind Inuit. Es gibt also viel Fläche für wenig Einwohner, größte Teile des Territoriums sind unbewohnt, v.a. die Inseln im Norden. Einige von ihnen würden wir im Laufe der Reise noch besuchen.

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    Pond Inlet ist eine der größeren Städte/Siedlungen, hier leben ca. 1.900 Menschen. Für Expeditionsschiffe hat Pond Inlet größere Bedeutung, da hier meist der erste Halt in Kanada stattfindet und somit die Einklarierung. So wie auch für uns.

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    Die kanadischen Behörden werden per Zodiac abgeholt und führen die Einklarierung auf dem Schiff durch, zugleich wird das Schiff diversen (Sicherheits-) Überprüfungen unterzogen. Die Reisepässe wurden übrigens schon beim Start der Reise eingezogen, so dass die Passkontrolle ohne die Gäste selbst stattfinden konnte – evtl. musste man für stichprobenartige Kontrollen zur Verfügung stehen. Danach mussten die Behörden das Schiff dann noch zum Landgang freigeben, bevor es losgehen konnte. Und das Ganze sollte ein wenig dauern …

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    Heute war auch gleichzeitig ein besonderer Tag. Nicht nur der erste Halt in Kanada, sondern auch mein Geburtstag. Ich hatte schon öfter Geburtstag auf Reisen, inkl. auf Schiffen, Sommerzeit ist nun mal Urlaubszeit. Da gab es mal eine Flasche Sekt oder Wein auf das Hotel-Zimmer oder die Kabine. Mal sehen, wie es hier werden würde …

    Nach dem Frühstück kam die Durchsage, dass die Sicherheitsprüfung noch im Gange sei. Also gingen wir aufs Pooldeck und genossen ein wenig die Sonne. Wir hatten nämlich bestes Wetter! Und wie wir da so saßen, kam der General Expeditionsmanager vorbei, schaute kurz, kam zurück. Reichte mir die Hand. „Gutem Morgen Herr Tw. … Alles Gute zum Geburtstag!“ usw. Da waren wir erst mal baff! „Danke schön! Aber woher wissen Sie denn das?“ – Antwort mit Augenzwinkern: „Wir wissen so etwas!!!“. Klar, die haben mein Foto (für die Bordkarte) und auch meine Daten. Aber man muss ja die Person auf dem Schiff auch ausfindig machen, ich bin ja nicht direkt hingelaufen.

    Die nächsten Durchsagen kamen, die Überprüfung an Bord war erfolgreich abgeschlossen, der Landgang war aber immer noch nicht freigegeben. Das dauerte noch ein wenig, also auf die Kabine. Dort wartete dann das nächste Geburtstagspräsent, eine (große) Flasche Champagner! Mit Grüßen vom Kapitän und Expeditions- und Hotel-Chef.

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    OK, wir hatten ja noch nicht mal unseren Begrüßungschampagner ausgetrunken (der wartete noch im Kühlschrank), aber den würden wir heute nach dem Landgang köpfen – so der Plan. Dann kam endlich die Durchsage, dass der Landgang jetzt freigeben war. Die Informationen für die Verzögerung waren, dass Jäger-Verbände den Landgang verweigern wollten, da sie der Meinung waren, dass sich das Schiff auf vergangenen Reisen nicht korrekt verhalten hatte und z.B. Gebiete befahren hatte, die verboten waren. Dieses Missverständnis konnte aber zum Glück ausgeräumt werden (es war nicht unser Schiff), so dass letztendlich doch noch an Land konnten. Was man nicht alles so erlebt …

    Die Gummistiefel konnten heute erneut zu Hause – also im Gummistiefelraum – bleiben. Obwohl es keine Pier in Pond Inlet gibt, gibt es neuerdings einen kleinen Steg für Fischerboote. Und da kann ein Zodiac auch anlegen. Man kommt also trockenen Fußes an Land. Der blaue Parka hätte theoretisch auch auf der Kabine bleiben können – heute war mit 12 Grad der wärmste Tag der Tour. Aber sicher ist sicher …

    So ging es runter in die Zodiacs. Vor dem Auschecken gratulierte mir dann auch noch die Guest Relationship Managerin zum Geburtstag. OK, wenn der Expeditionsmanager das weiß, weiß sie das auch. Wohlgemerkt, bevor ich mich per Bordkarte ausgecheckt habe – ein Lämpchen, dass ich heute ein VIP sein sollte, blinkte nämlich nicht. ^^

    Mit dem Zodiac ging es also nach Pond Inlet, die Zodiac-Rettungsweste konnte am Strand abgegeben werden, wir mussten also nicht mit der Weste, die man bei Fahrten ja immer anlegen muss, durch den Ort.

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    In Pond Inlet durfte man sich nicht frei bewegen, sondern es ging in Gruppen mit einem lokalen Guide und einem unserer Experten in jeder Gruppe durch den Ort. Doch bevor es losging, noch ein kleines Geburtstagsständchen!!!

    Halt, dieses Mal aber NICHT für mich! Eine der Guides hatte Geburtstag und für sie war das Ständchen. Es hätte mich auch etwas gewundert, wenn die anderen Gäste und die Guides über meinen VIP-Status an diesem Tag Kenntnis hatten :D

    Der Landgang hatte sich zwar verschoben, aber das Ende wurde auch ein wenig nach hinten gesetzt, so dass wir annähernd die volle Zeit zur Verfügung hatten. Los ging es mit unserem Rundgang in Pond Inlet …


    VG Sven

    27.08.22: Auf See mit Kurs auf Pond Inlet (Baffin Island)

    In der Nacht wurden die Schiffsuhren um eine Stunde zurückgestellt. Heißt also: länger schlafen, schließlich ist ja auch noch ein Seetag. Aber auch nicht zu lange, schließlich stand am Vormittag eine weitere Pflichtveranstaltung an.

    Nach dem Frühstück ging es zur Vermittlung der AECO-Verhaltensrichtlinien in der Arktis und im Zusammentreffen mit den Inuit. OK, mit den meisten der Regeln sollte man mit gesundem Menschenverstand eh vertraut sein, aber analog zur Seenotrettungsübung sowie der Zodiac-Einweisung ist diese Veranstaltung im Hanseatrium ein Muss für alle Passagiere, die Anwesenheit wurde auch gegengezeichnet.

    Direkt im Anschluss – wir konnten gleich im Hanseatrium sitzen bleiben – gab es einen Expertenvortrag unserer Meeresbiologin an Bord zum Thema „Wale – Giganten der Meere“. Sehr interessant, u.a. hoffen wir ja, diese Meeressäuger während der Fahrt noch öfter zu Gesicht zu bekommen. Wie alle Vorträge kann man diese im Hanseatrium vor Ort, live auf dem Bildschirm auf der Kabine oder als spätere Aufzeichnung on-demand verfolgen. Wir waren bei fast allen Vorträgen live vor Ort.

    Während man an Seetagen auf normalen Kreuzfahrtschiffen ja eher dem Nichtstun bzw. dem Relaxen frönt (vielleicht ja eine Massage oder ein bisschen Sport), ist es hier etwas anders. Klar, man kann theoretisch auch relaxen, aber nimmt man die vielen Angebote wahr, ist es auch etwas stressig – im positiven Sinne. Durch die Vorträge und Informationsveranstaltungen nimmt man viel Wissen auf und kann so das Gesehene/Erlebte besser und tiefer verarbeiten. So eine Expedition hat auch Lehr- und Lerncharakter!

    Ein bisschen Sport gab es dann aber doch noch: nach dem Mittagessen ganz oben auf dem Sonnendeck ein paar Runden walken. Auch so kann man auf ein paar Kilometer kommen, und relativ viele Gäste drehten dort ab und an ihre Runden.

    Die See meinte es in der Überfahrt durch die Davisstraße und anschließend in der Baffin Bay auch gut mit uns, es waren kaum Wellen vorhanden, wie ein Blick aus unserer Kabine zeigt.

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    Auch nutzten wir die Möglichkeit, das Schiff ein wenig zu erkunden. OK, es ist ja recht klein und so viel gibt es nicht zu sehen. Aber immerhin entdeckten wir doch tatsächlich Pinguine. Waren wir etwa falsch abgebogen? :/

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    Aber auch Fahrtgebiet-spezifischere Individuen tummeln sich im Pool.

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    Wenn man so durch das Schiff schlendert, sieht man so manches Bild. Fast alle auf der HANSEATIC nature mit Bezug zu den Hauptexpeditionsgebieten, der Antarktis und der Arktis.

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    Ich kann die Gruppe tuscheln hören: „Wird er es schaffen? Nein, ich glaube eher nicht …“

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    Niemand kann mich sehen …


    Durch das Treppenhaus zieht sich ein tiefer Riss im Rumpf.

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    Aber zumindest auf unserer Fahrt war noch alles dicht. Wie das allerdings in den nächsten Wochen und Monaten aussieht, vermag ich nicht zu sagen … ;)

    Am Nachmittag gab es dann den ersten Vortrag der Inuit-Reihe durch den Ethnologen an Bord, Thema „Inuit heißt ‚Menschen‘ – Einführung ins Leben der Arktischen Jäger“. Wie alle der noch folgenden Vorträge zum Thema Inuit war dieser sehr, sehr interessant und durchaus auch mit kritischen, berechtigten Untertönen versetzt.

    Für uns, die sich bisher nicht so tief mit den Inuit befasst haben, war es die Möglichkeit, tiefer in diese Kultur hinein zu tauchen und die kommenden Tage auch besser verstehen zu können.

    Für den Anfang mal ein paar Begriffe aus der Sprache der Inuit:

    • Inuit: Heißt übersetzt eigentlich „Menschen“. Bezeichnung für die einheimische indigene Bevölkerung. (Einzahl: Inuk, Zwei Personen=Inuuk, ab 3: Inuit).
    • Inuktitut: Silbenschrift/-sprache der Inuit
    • Inukshuk: figürliche Steingebilde, mit deren Hilfe die Inuit Informationen bereitstellen und abrufen können (z.B. „5000m rechts befinden sich Robben-Jagdgründe“). Uns wurde ausdrücklich untersagt, die Steine umzuschichten – logisch: nimmt man einen Stein weg, fügt einen hinzu oder ordnet die um, verändert sich die Bedeutung.
    • Qajaq: Kajak – hatte ich in früherem Beitrag bereits ausführlich erläutert
    • Umiak: größeres Boot für mehr Personen, wurde von den Frauen benutzt (Kajak nur für Männer)
    • Qarmaq: Erd- oder Grassodenhütte, die in der Vergangenheit während der kalten Jahreszeit bewohnt wurde.
    • Iglu: Schneehaus – das kennt man glaube ich
    • Qulliq: Öllampe, früher einzige Wärme- und Lichtquelle in der Behausung, daher wertvollster Besitz. Im Ritual von der ältesten anwesenden Frau entzündet. beinhaltet mehrere Dochte und wird mit Robbenfett gefüllt.
    • Parqaaq: Parka, mehr oder weniger 1:1 in unsere Sprache übernommen (wörtlich Hitze, also etwas, was sehr warm ist). Winterkleidung der Inuit
    • Annoraaq: Anorak, auch hier in unsere Sprache übernommen (wörtlich: etwas gegen den Wind). Sommerkleidung der Inuit.
    • Nanuq: den wollen wir unbedingt während der Reise noch sehen, es handelt sich natürlich um den Eisbären.

    Das und noch mehr wurde uns in diesem ersten Vortrag vermittelt.

    Kurz darauf gleich die nächste Veranstaltung im Hanseatrium, das Recap/Precap stand an. Es erfolgte ein Rückblick auf unsere beiden Anlandungen in Westgrönland sowie die Vorschau auf den ersten Halt morgen auf kanadischem Boden, Pond Inlet. Inkl. der nötigen Einklarierung in Kanada.

    Abendessen gab es heute erstmals im Lido. Hat uns besser gefallen als im Hauptrestaurant. Man bekommt fast alle Gerichte aus dem Hauptrestaurant (Zwischengang und Sorbet entfallen), dafür gibt es bei den Vorspeisen ein zusätzliches Angebot sowie frisch zubereitete Pasta und einen weiteren Hauptgang. Man kann die Gänge und Beilagen auch beliebig kombinieren. Und man isst in seinem Rhythmus – muss also nicht eine Stunde zwischen den Gängen warten (wenn man das nicht möchte). Hektisch geht es hier auch nicht zu, kein Vergleich mit dem wuseligen Buffet auf den größeren Kreuzfahrtschiffen, die wir so kennen. Ich glaube, hier werden wir auch abends öfter speisen …

    Kleiner Spoiler: Bis auf Ausflüge ins Hamptons blieben wir dem Lido bis zum Ende der Reise treu. Es passte einfach vom Konzept, vom netten Team dort, vom Essen usw.

    Nach dem Essen gab es heute Abend um 21:30 Uhr einen weiteren Vortrag mit dem Thema „Abenteuer Grönland“. Einer der Eisbärenwächter erzählte über seine Zeit, die er in Ost-Grönland verbracht und einige Touren unternommen hatte. Ein schöner Vortrag am Abend, den man bei einem Cocktail genießen konnte.

    Wie man sieht, gibt es auch an diesem Seetag volles Programm. Und auch das schlaucht. Daher ging es nach dem Vortrag ins Bett. Morgen wartete Nunavut, das kanadische Territorium der Inuit …


    VG Sven

    Weißt Du, ob man in Grönland im allgemeinen mit Kreditkarte bezahlen kann oder sollte ich dänische Kronen mitnehmen?

    Man kann mit Kreditkarte zahlen (wie überall in Skandinavien), so war zumindest die Aussage der Crew. Wir selbst haben nichts gekauft. Wenn man Kronen übrig hat, kann man die mitnehmen, man muss aber nicht extra was umtauschen.

    26.08.22: Auf dem Weg nach Nunavut

    Nach dem Mittagessen verließ die HANSEATIC nature ihre Position in der Disko-Bucht. Sie hatte dort übrigens nicht geankert, die Seetiefe beträgt über 1000 Meter. Daher musste sie treibend die Stellung halten.

    Unterwegs ging es zunächst durch die Disko-Bucht. Vorbei an zahlreichen Eisbergen.

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    Weiter an der Südküste der Disko-Insel entlang.

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    Um schließlich den Ort Qeqertarsuaq auf der Disko-Insel zu passieren.

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    Ziel war die Baffin Bay, über die es nach Baffin Island gehen sollte, wo Pond Inlet, unser nächstes Ziel lag.

    Nachmittags gab es den ersten Vortrag eines unserer Experten Im Hanseatrium. Der Vortrag „Eis im Gebirge, im Boden und auf Ozeanen, ein Element zeigt viele Gesichter“ hatte natürlich die verschiedenen Formen von Eis zum Thema: Gletschereis im Gebirge, Eis im Permafrost-Boden sowie Meereis (Packeis oder Eisschollen).

    Schokoladeneis war nicht Bestandteil des Vortrages, wurde aber evtl. beim Abendessen ein Thema ^^

    Bis es jedoch soweit war, fand noch der Kapitäns-Willkommens-Cocktail auf dem Pooldeck statt, wo es neben Getränken auch die Vorstellung der Crew gab.

    So gestärkt konnte das Abendessen kommen, wieder im Hauptrestaurant. Dieses Mal mussten wir jedoch nahezu endlos auf die einzelnen Gänge warten. Nach 1,5 Stunden hatten wir gerade mal 2 Gänge durch (von sechs), der Rest ging immerhin etwas schneller. Trotzdem war die Wartezeit am heutigen Tag nochmal länger zu den langen Zeiten an den Vortagen. Morgen würden wir mal das Lido auch beim Abendessen probieren, Frühstück und Mittag haben uns dort ja schon sehr gut gefallen und außerdem gibt es weites gehend dasselbe Essen wie im Hauptrestaurant.

    Mit einer Vielzahl von Eindrücken des heutigen Tages ging es glücklich ins Bett …


    Tiersichtungen an diesem Tag:

    • Buckelwale
    • Zahlreiche Möwen (Mantelmöwe, Dreizehenmöwe, Eismöwen)
    • Eissturmvögel

    VG Sven

    26.08.22: Disko-Bucht - Zodiac-Rundfahrt (Teil 2)

    Und zwischendrin mal einfach nur genießen! Unterwegs drangen plötzlich laute Geräusche zu uns. Was war das? Brachen Stücke vom Eisberg ab? Die lauten Knalle wiederholten sich. Bald war das Geheimnis gelüftet: es waren Gewehrschüsse! Einheimische Inuit waren mit ihren Booten unterwegs und jagten Robben. Hoffentlich hatten die auch genug Zielwasser getrunken und trafen nicht unser Boot oder uns direkt! Aber die Zodiacfahrer achteten schon darauf, dass unsere Boote nicht zu nahe kamen.

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    Dann sahen wir nach verschiedenen Möwen auch mal größere Tiere! In weiter Entfernung tauchten Wale auf!

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    Laut unseren Experten handelte es sich um Buckelwale. Einige Boote, die zur rechten Zeit am rechten Ort waren, sahen eine Mutter mit ihrem Kalb. Wir waren leider etwas weiter entfernt und erhaschten nur einen kurzen Blick. Leider zeigten sich die Buckelwale nur sehr kurz und nicht fotogen mit der Fluke. Aber vielleicht ja noch später, unsere Expedition hatte ja gerade erst begonnen ...

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    Wie im Fluge verging die Zeit. Und es wurde Zeit, wieder zum Schiff zurückzukehren. Der Nebel wurde teilweise wieder dichter, hoffentlich finden wir unser Schiff wieder!

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    Aber kein Problem. Natürlich wurde das Schiff wieder zielsicher angesteuert.

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    An Bord erwartete uns ein heißer Kakao mit oder ohne Schuss - für uns natürlich mit! Schön zum Aufwärmen nach dieser wunderschönen Tour. Das Ganze hat uns wahnsinnig gut gefallen. So eine Zodiac-Rundfahrt hat schon was!!! :thumbup:

    Nun startete die zweite Hauptgruppe mit ihrer Rundtour. Wir genoßen die Zeit an Bord und machten noch einige Fotos von den Eisbergen in der Diskobucht.

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    (Der Eisberg sieht doch wahrhaftig wie eine Hand oder ein Fanghandschuh aus!)

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    (Harte Kontraste durch den Nebel)


    Mit dem zusätzlichen Nebel ergaben sich wahrhaft mystische Fotos.

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    VG Sven

    26.08.22: Disko-Bucht - Zodiac-Rundfahrt (Teil 1)

    Hatte ich noch gesagt, dass wir am gestrigen Tag früh aufstehen mussten, wurde das heute noch getoppt!

    Bereits am frühen Morgen erreichten wir unser Tagesziel, die Disko-Bucht. Und unsere Zodiacgruppe war eine der ersten, die dran waren.

    Am Abend vorher bekommt man über das Tagesprogramm immer die ungefähre Auflistung, wann die jeweilige Gruppe dran ist, so dass man sich zeitlich darauf einstellen kann. Es gab 2 Hauptgruppen mit jeweils 5 Farben. Die Hauptgruppen wechseln täglich in ihrer Reihenfolge, einmal ist Hauptgruppe 1 vorn, am anderen Tag die 2 usw. Innerhalb einer Hauptgruppe befinden sich 5 Farbgruppen, die dann rollierend wechseln. So ist jeder mal vorne oder hinten und hat dieselben Chancen, es gibt ja nicht immer das Gleiche zu sehen, Tiere sind ja flexibel!

    Bei den Anlandungen in der freien Natur sowie den Rundfahrten ist immer nur eine Hauptgruppe unterwegs, die andere verbleibt auf dem Schiff. Somit sind ca. 100 Gäste zugleich an Land oder unterwegs. Ist so leichter handelbar und auch bei evtl. Evakuierungen besser. Bei den Anlandungen in Städten sind aber alle Gäste gleichzeitig an Land.

    Heute begann unsere Expedition so richtig. Den gestrigen Besuch in Sisimiut kann man ja theoretisch auch auf einer normalen Kreuzfahrt (sofern diese soweit im Norden fahren) bekommen, eine Zodiac-Rundfahrt, insbesondere in dieser Gegend, gibt es dann jedoch nur auf Expeditionen!

    Die HANSEATIC nature lag also in der berühmten Disko-Bucht vor Anker. Wie muss man es sich hier vorstellen? Hunderte Inuit, die hier eine Tanzpartie feiern? Rotierende Diskokugeln, die sich zu treibenden Beats im Rhythmus bewegen und die Gegend in künstliches Licht tauchen? :/

    NATÜRLICH NICHT!!!

    Ihren Namen bekam die Bucht wahrscheinlich vom Walfangschiff „Tusker“, welches die Gegend hier entdeckte. Eine andere Herkunft rankt sich um die Form der vorgelagerten Disko-Insel, die eben die Form einer Scheibe, also eines Diskus hat. Was auch immer wahr ist, die Musik-Disko ist es auf jeden Fall nicht.

    Uns erwartete an diesem Morgen die fast totale Stille. Verbunden mit dem vorhandenen Nebel ergab sich mit den vielen Eisbergen sehr schönes Bild.

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    In die Disko-Bucht strömt der Ilulissat-Eisfjord, der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Am Ende des Fjords befindet sich der Sermeq Kualleq, der schnellste Gletscher der Erde. Täglich wandert dieser Gletscher ca. 19 (oder gar noch mehr) Meter, ein großer Teil des Grönländischen Inlandseises fließt über ihn ab. Die dabei entstehenden zahlreichen Eisberge füllen zunächst den Eisjford auf und treiben dann irgendwann über die Disko-Bucht aufs offene Meer hinaus. Ein gigantischer Eisberg-Produzent!!! Man vermutet, dass auch der Eisberg, der der Titanic zum Verhängnis wurde, hier entstand.

    Pünktlich gegen 9 Uhr ging es in die ersten, bereitstehenden Zodiacs. Wie gesagt, wir waren heute eine der ersten. Warm eingepackt ging es los, die Lufttemperatur lag am Morgen bei ca. 3-4 Grad, das Wasser um die 0 Grad. Knapp 90 Minuten sollte die Rundfahrt dauern.

    Ein wahrhaft mystisches Erlebnis. Inmitten einer Welt aus hoch aufragenden Eiswänden und Türmen aus Eis. Zwischendrin Spalten und Höhlen, skurrile Formationen. Durch den vorhandenen Nebel wurde das Ganze noch verstärkt. TOLL! So etwas erlebt man nicht alle Tage. Lauter strahlende Gesichter in den Booten!

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    Auch wir genossen die Fahrt, die Kälte, die Stille und das Eis um uns herum.

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    Zahlreiche Fotos wurden geschossen.

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    VG Sven

    25.08.22: Abfahrt aus Sisimiut

    Kurz vor der Abfahrt aus Sisimiut wurde vor dem Schiff noch eine Kajak-Demonstration durchgeführt. Ein einheimischer Kajak-Fahrer zeigte seine Kunst, die u.a. aus verschiedenen Inuit-Rollen besteht. Es gibt hier wohl auch richtige Meisterschaften in diesen Disziplinen!

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    Im Museum und von unserem Experten haben wir hier sehr interessante Informationen zu den Kajaks erlangt. Diese unterscheiden sich doch ein klein wenig von den aus unserer Region.

    Das Wort für die Boote bei den Inuit lautet Qajaq (das „bespannte Boot“), die Betonung liegt auf der zweiten Silbe. Das Wort wurde also mehr oder weniger eins-zu-eins in unsere Sprache übernommen. Nur Männer dürfen Kajaks fahren, sie dienen v.a. der Jagd und sichern das Überleben der Gruppe. Den Frauen sind die geräumigeren Umiaks vorbehalten. Ein Kajak ist maßgeschneidert für eine Person. Breite und Höhe sind – sagen wir mal so – recht gering. Faustregel für die Breite: Länge der Elle und die Hälfte der Hand der jeweiligen Person. Für die Höhe gilt: eine Faust plus Länge eines Daumens. Da ist nicht unbedingt viel und da die Kajaks auch recht lang sind, muss man da schon sehr gut das Gleichgewicht halten können, insbesondere mit einer Harpune in der Hand. Und man darf natürlich körperlich nicht mehr groß zulegen, sonst wird es eng mit dem Kajak!!! Der Inuit steigt auch nicht ins Kajak ein, er zieht das Kajak an. Was man so im Urlaub alles informatives erfährt …

    Auch eine Eismöwe verfolgte das Geschehen.

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    Etwas später verließen wir Sisimiut. Dieses Mal sogar mit Typhon und Musik, schließlich waren wir ja in einem richtigen Hafen :D

    Kleines Schiff, aber großes (sprich lautes) Typhon!

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    Das Ganze auch bei schönem Wetter und guten Lichtverhältnissen.

    Vorbei am Eisberg vor der Hafeneinfahrt ging es hinaus aus der Bucht und weiter Richtung Norden.

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    Abendessen im Hauptrestaurant. Ein Cocktail an der Bar. Ein kleiner Sonnenuntergang am Abend.

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    Dann war der Tag auch mehr oder weniger Geschichte. Doch weitere interessante Tage sollten folgen …


    Tiersichtungen an diesem Tag:

    • Grönländischer Schlittenhund / Grönlandhund (ok, eigentlich kein Wildtier, ich zähle ihn trotzdem mal auf)
    • Eismöwe

    VG Sven


    P.S.: Ich werde an jedem Tag mal die Tiere auflisten, die wir im Laufe des jeweiligen Tages gesehen haben.

    25.08.22: Sisimiut (Grönland) – Ein kleiner Rundgang (Teil 2)

    Vom Zentrum ging es auf direktem Weg weiter zum Museum.

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    Der Eingangsbogen zum Komplex des Freilichtmuseums besteht aus einem Walkieferknochen.

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    Zum Komplex gehören mehrere Gebäude, die man von innen und außen besichtigen kann. Der Eintritt war für uns Gäste übrigens frei (d.h. HL übernimmt den Eintritt).

    Zwei Kirchen befinden sich auf dem Gelände. Zum einen die alte Kirche, auch Bethelkirche oder Blaue Kirche genannt. In ihr befindet sich ein Ausstellungsraum, sie wird heute nicht mehr als Kirche genutzt (ursprünglich 1775 gebaut).

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    Wo eine alte Kirche ist, muss es auch eine neue geben. Ist ja eigentlich logisch, oder? Diese dient auch noch tatsächlich als Kirche.

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    Weiterhin gibt es ein rekonstruiertes Torfsodenhaus. Es bietet ausreichend Wärmedämmung für die kalte Region. Drinnen sind exemplarisch die Einrichtungen in dieser Art von Haus zu finden, außerdem sind Alltagsgegenstände der Inuit ausgestellt.

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    In den weiteren Häusern sind verschiedene Ausstellungen zu finden, die Wissenswertes über das Leben und die Geschichte der Inuit, über den Bootsbau, die verschiedenen Arten von Booten und Schlitten sowie Fauna und Flora vermitteln. U.a. kann man auch verschiedene Felle der Tiere der Arktis erfühlen (Eisbär, Robbe, Fuchs usw.). Aus forumstechnischen Gründen gibt es hier keine Innenaufnahmen aus den Gebäuden.

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    Überblick über das Museumgelände von der neuen Kirche aus …

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    Ein Umiak …


    Daneben standen die Experten vom Schiff bereit, um uns bei Bedarf mit weiteren Informationen zu versorgen.

    Nach dem Aufenthalt im Museum ging es mehr oder weniger direkt Richtung Hafen.

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    Und dann zurück auf’s Schiff. Schnell noch eine frische Waffel mit heißen Kirschen auf dem Pooldeck zum Kaffee genießen.

    Der kurze Aufenthalt in Sisimiut und unsere kleine Wanderung haben uns sehr gut gefallen. Und wir haben uns auch nicht geärgert, die große Wanderung nicht mitgemacht zu haben, dort ist man ja z.B. bei den Hunden nicht vorbei gekommen.


    VG Sven

    25.08.22: Sisimiut (Grönland) – Ein kleiner Rundgang (Teil 1)

    Man hatte in Sisimiut die Möglichkeit, an einer geführten Wanderung mit dem Expertenteam zur Teleinsel teilzunehmen. Für die Wanderungen muss man sich immer bereits einen Tag vorher an der Rezeption einschreiben. Wir wollten uns jedoch auf eigene Faust Sisimiut und die Umgebung anschauen. Dafür stand ein kostenloser Shuttlebus bereit, der eine Runde abfuhr: Schlittenhunde - Zentrum von Sisimiut – Museum - Hafen. Unser Plan war es, bei den Schlittenhunden – die sich etwas außerhalb des Ortes befinden – auszusteigen und dann durch den Ort zum Museum und zum Hafen zurückzugehen. Also eigentlich auch eine Art von Wanderung ^^ …

    Nach einer etwas längeren Fahrt stiegen wir (und noch ein paar weitere Gäste) aus.

    Willkommen in Hundebyen (Dog Town), bei den Grönländischen Schlittenhunden!

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    Die Schlittenhunde hier sind etwas anders als bei uns die niedlichen Huskys! Es handelt sich um reine Nutztiere und sie werden auch so gehalten. Nichts zum Kuscheln. Die Hunde sind stark und widerstandsfähig und das müssen sie auch sein, damit sie ihre Arbeit, also das Ziehen der Schlitten im Winter, verrichten können.

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    Die Hunde sind angekettet und damit in ihrem Bewegungsradius eingeschränkt, das entspricht aber durchaus der dortigen Haltung. Grönlandhunde sind eine der reinsten Hunderassen, eine Vermischung mit anderen Hunderassen ist nicht gestattet und wird auch durch die Art der Haltung weites gehend erreicht.

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    Die Welpen können sich frei im Gelände bewegen und können theoretisch auch gestreichelt werden. Einige der Welpen reagieren auch durchaus neugierig auf Touristen und laufen schon mal ein kleines Stückchen mit.

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    Das Areal für die Schlittenhunde ist recht groß und es gibt zahlreiche Tiere. Und es geht mitunter auch sehr laut zu. Es hat also schon einen Grund, dass Hundebyen etwas außerhalb von Sisimiut liegt. In Teilen von Grönland haben die Hunde ihre Daseinsberechtigung etwas eingebüßt und sind vom Motorschlitten abgelöst worden, in Nord- und Westgrönland gibt es sie jedoch noch zahlreich, da hier der Hundeschlitten noch klassisch betrieben wird.

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    Wir gingen von Hundebyen entlang der Straßen Richtung Sisimiut bzw. Richtung Zentrum. Vorbei an zahlreichen weiteren Hunden sowie den ersten Häusern des Ortes.

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    Die meisten Häuser sind aus Holz und bunt angestrichen, die Hauptfarben sind rot, gelb, grün und blau.

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    So erreichten wir das Zentrum von Sisimiut.

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    Der erinnerte uns irgendwie an den Netto bei uns (klar, ist ja auch Dänemark).

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    VG Sven

    25.08.22: Auf dem Weg nach Sisimiut

    Aufgrund des anstehenden Tagesprogramms konnten wir nicht so lange schlafen, wie man das im Urlaub vielleicht gerne haben möchte. Eigentlich hieß es an fast allen Tagen so zwischen 07:30 und 08:00 Uhr raus aus den Federn (manchmal auch eher). Aber wir sind ja nicht im Urlaub, sondern auf Expedition!

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    (wie man sieht, kaum Seegang)


    Nach dem Frühstück (wie jeden Tag im Lido-Restaurant, also dem Buffet-Restaurant) standen insgesamt 3 Termine am Vormittag an, 2 davon waren auch Pflicht.

    Los ging es mit der Ausgabe der blauen, schön warmen und wasserabweisenden Expeditions-Jacken sowie der Gummistiefel-Ausgabe bzw. -Anprobe. Das Ganze fand auf dem Pooldeck statt. Die Jacken, die es in Größen XS bis XXXL gab, konnte man dann auch gleich mit auf die Kabine nehmen. Für die Gummistiefel standen Musterexemplare der verschiedensten Größen bereit. Hier musste man was Passendes finden, es gibt aber auch Übergrößen, so dass eigentlich jeder fündig wird. Es empfiehlt sich übrigens, warme Einlegesohlen in den Stiefeln zu verwenden, auch schon bei der Anprobe. Die persönlichen Stiefel sollten dann in den Gummistiefelraum ins persönliche Kabinenfach geliefert werden. Wer will kann natürlich auch Parka und Stiefel von zu Hause mitnehmen – bläht aber dann das Gepäck etwas auf und ist ob der Qualität der Leihsachen nicht nötig.

    Vor unserer Reise mussten wir bereits unsere Konfektionsgrößen angeben, da wir von HL jeweils eine warme Steppjacke geschenkt bekommen würden. Diese lag heute auch auf der Kabine. Mit einem speziellen Aufdruck der Reise (bei uns also „Im Herzen der Nordwestpassage 2022“). Diese konnte man dann anstelle des Expeditions-Parkas nutzen, wenn es mal nicht ganz so kalt war. Und natürlich nach der Reise auch mit nach Hause nehmen – also die Steppjacke, nicht den Expeditions-Parka! Zusätzlich gab es pro Kabine noch einen wasserabweisenden Expeditionsrucksack geschenkt.

    Im Anschluss gleich der nächste Termin: die Vorstellung des Expeditionsteams und der Experten stand an. Gleichzeitig das erste Precap dieser Reise. Die Pre- und Recaps gab es eigentlich fast jeden Tag, hier wurde nochmal erläutert, was es auf den vergangenen Anlandungen zu sehen gab (v.a. Flora und Fauna) und was es noch an Wissenswertem gab. Außerdem eine Vorschau auf die kommenden Anlandungen, was es zu beachten gibt und was man wo vielleicht sehen kann. Heute für die ersten beiden Ziele der Reise. Immer ganz interessant. Wie alle Vorträge fand das im Hanseatrium statt.

    Neben dem Expeditionsteam hatten wir Experten zu folgenden Themen an Bord: Ethnologie, Geoökologie und Biologie, Meeresbiologie, Geographie und Geologie. Und natürlich auch wegen dem Fahrtgebiet insgesamt 6 Eisbärenwächter.

    Direkt nach dieser Vorstellung der letzte Termin, die verpflichtende Zodiac-Einweisung. Für uns – die ja die erste Reise dieser Art unternahmen – natürlich Neuland. Wie steigt man ein, wie steigt man aus – insbesondere bei den nassen Anlandungen. Was gilt es während der Fahrt zu beachten usw. Wir hatten ja schon die Befürchtung vor der Reise, dass wir es schaffen würden, dabei ins Wasser zu fallen :rolleyes:

    Na mal sehen …

    Gegen Mittag näherten wir unseren ersten Hafen, Sisimiut.

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    Die Stadt in Westgrönland ist mit ca. 5500 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Grönland (nach der Hauptstadt Nuuk). Wie Rom wurde Sisimiut auf sieben Hügeln erbaut – sieht natürlich trotzdem etwas anders als Rom aus. Die erste Besiedlung ist auf 2500 v.Chr. datiert und stammt, wie sollte es anders sein, von der Inuit-Kultur. Wie alle größeren Siedlungen auf Grönland direkt am Meer gelegen. Zum einen befindet sich im Landesinneren bekanntlich der Grönland-Eisschild, den wir ja bereits vom Flugzeug gesehen hatten. Zum anderen gibt es am Meer nunmal leichter Zugang zu Nahrung.

    In der Hafeneinfahrt tauchte der erste Eisberg dieser Tour auf. Laut Kapitän war dieser beim letzten Besuch von Sisimiut vor ein paar Tagen auf der vorherigen Expedition dort noch nicht gewesen.

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    Naja, Eisberge treiben halt und sind nicht immer am gleichen Ort. Für uns als Neulinge aber schon interessant, so einen Eisberg direkt vor der Stadt sieht man ja nicht alle Tage.

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    Schnell noch ins Lido-Restaurant zum Mittagessen und dann konnte gegen 13:30 Uhr auch der erste Landgang dieser Fahrt beginnen. Expeditions-Parka und Gummistiefel konnten an Bord bleiben. Erstens war es mit ca. 8 Grad nicht gar so kalt (zumindest unserer Meinung nach), zum anderen lag die HANSEATIC nature direkt an der Pier, übrigens das einzige Mal im Laufe der Reise …

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    Das Wetter hatte sich auch im Vergleich zur Ankunft bereits etwas verbessert.


    VG Sven

    @all:

    Ich hatte es schon im anderen Thread geschrieben, aber vielleicht zur Info hier nochmal:

    Aufgrund der Länge der Reise, der vielen Fotos und dem Text, den ich ja noch schreiben muss, wird sich die Fertigstellung des Berichts etwas hinziehen. Es ist also nicht jeden Tag mit neuen Berichten zu rechnen, eher was für die dunkle Jahreszeit. Also bitte etwas Geduld!

    Am Ende des Berichts werde ich dann auch noch ein paar Tipps zum Schiff und dem Schiffsleben schreiben, aber nicht unbedingt gleich direkt im Bericht.

    Wenn ich mir unsere Fotos übrigens anschaue, sind gar keine Fotos mit Essen dabei! Haben wir scheinbar nie fotografiert, sondern nur gegessen.

    Aber wie gesagt, am Ende gibt's dann auch ein paar Infos dazu und eine Bewertung/Einordnung.


    VG Sven

    24.08.22: Kangerlussuaq – Die Expedition beginnt

    Man konnte dann auch gleich auf die Kabine. Wir hatten die 606, eine French Balcony Kabine backbord gelegen, relativ weit vorne.

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    Auf der Kabine stand zur Begrüßung eine kleine (also halbe) Flasche Champagner bereit. Außerdem reichte unsere Kabinen-Stewardess zur Begrüßung auch noch 2 weitere Champagnergläser und kleine Häppchen an. Häppchen & Gläser konsumierten wir (also den Inhalt der Gläser), die Flasche musste erstmal warten – wir hatten ja schon auf der Anreise das eine oder andere Glas.

    Auf unsere Koffer mussten wir noch warten. Daher zu Kaffee & Kuchen in die Observation Lounge, gab ja lange nichts zu essen. Danach noch schnell eine Reservierung im Spezialitäten-Restaurant, dem Hamptons, für meinen Geburtstag getätigt. Etwas später stand der erste Pflichttermin auf dem Programm, die Seenotrettungsübung. Hier erfolgt diese etwas anders, als wir das von Mein Schiff kennen: man musste die Rettungsweste anlegen und dann zum Treffpunkt kommen. Dafür aber ohne Abspielen langer Filme. Immerhin hat man so die Weste auch mal probeweise angelegt. Die Übung war recht schnell abgeschlossen.

    Die Koffer waren immer noch nicht da, die werden doch nicht in Hannover vergessen worden sein? Aber es gab Durchsagen, dass sich die Lieferung etwas verzögern würde.

    Kurz vor dem Abendessen (also kurz vor 19:00) kamen dann auch beide Koffer an, nichts ging verloren!

    Auspacken, kurz frisch machen, umziehen (wir hatten ja noch die Outdoor-Sachen von der Anreise an und mehr gab es nicht im Handgepäck) und dann zum Abendessen ins Hanseatic-Restaurant, also das hiesige Bedienrestaurant. Da wir auf Mein Schiff meist im Atlantik waren, war das auch hier unsere erste Wahl. Es gibt wechselnde 6-Gänge-Menüs (kalte Vorspeise, Suppe, Zwischengang, Sorbet, Hauptgang, Nachtisch (Käse oder süß)). In jedem Gang kann man aus verschiedenen Speisen auswählen (bei Bedarf auch mehrere Gänge einer Art). Zusätzlich zum Tagesmenü gibt es noch die „Klassiker“, die es immer gibt und die alternativ oder zusätzlich genommen werden können. Also alles wie bekannt/gehabt/gewohnt.

    Getränke sind übrigens nicht inklusive. Sowohl alkoholische als auch nicht-alkoholische müssen extra bezahlt werden, die Preise sind aber teilweise recht günstig (Restaurant-Niveau wie an Land und teilweise auch darunter). Das gilt sowohl für das Abendessen, als auch das Mittagessen sowie an den Bars. Inklusive sind Kaffee & Tee (inkl. Kaffee-Spezialitäten), Getränke zum Frühstück (Saft usw.) sowie alle (nicht-alkoholischen) Getränke in der Minibar (die jeden Tag nachgefüllt wird). Außerdem gibt es diverse Veranstaltungen (Mittagessen auf dem Pooldeck, Cocktail-Shaken, Begrüßungscocktail usw.) wo es alle angebotenen Getränke inklusive gibt. Man muss also nicht alles extra bezahlen. Aber das alles war uns auch vorher bekannt und keine Überraschung.

    Nach dem Abendessen (welches durchaus lecker war aber sich schon eine gewisse Zeit hinzog) gingen wir hinauf auf das Sonnendeck. Mit unserem Begrüßungscocktail genossen wir das Auslaufen aus Kangerlussuaq und die ersten Meilen durch den gleichnamigen Kangerlussuaq-Fjord (der „lange Fjord“), früher auch bekannt als Søndre Strømfjord. Gleichzeitig die ersten Meilen unserer ersten Expeditions-Kreuzfahrt …

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    An Deck ging es übrigens recht übersichtlich zu, nur ein paar wenige Gäste waren oben. Aber ok, es war auch recht kühl. Und es war ja auch kein von uns gewohntes „klassisches“ Auslaufen, ohne Typhon und Musik. Wobei wir waren auch etwas später dran (wegen dem längeren Essen) und kamen erst nach 21:00 Uhr, dem Zeitpunkt des Auslaufens. Vielleicht war vorher mehr los gewesen?

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    Und wie es so oft am ersten Tag ist. Aufgrund der Zeitverschiebung und der längeren Anreise wird man doch recht schnell müde. Also ab auf die Kabine und ins Bett.

    Später in der Nacht schaukelte es dann schon mal ein wenig, nachdem wir den Fjord hinter uns gelassen hatten. Auf offener See gab es die ersten, größeren Wellen und Schiffsbewegungen. Bei so einem relativ kleinen Schiff merkt man das dann doch eher als auf den größeren, wo wir bisher fast immer waren, zumal wir auch noch zusätzlich vorne im Schiff waren. Aber nichts, was schlecht sein muss, beim Schaukeln kann man doch gut schlafen …


    VG Sven

    24.08.22: Anreise nach Kangerlussuaq

    Am Morgen ging es dann mit dem Zug nach Hannover. Laut Unterlagen mussten wir 2,5 Stunden vor Abflug am Check-In sein (unser Flug ging 13:05 Uhr). Aufgrund der negativen Berichte in der Presse ob des Flugchaos dieser Tage könnten ein paar Minuten früher aber auch nicht schaden.

    Obwohl die Strecke Braunschweig – Hannover ja eigentlich per Bahn recht gut befahren wird, mussten wir dieses Mal doch recht früh los. Zum einen fuhren die Züge ob einer Baustelle zwischen beiden Städten nicht mehr alle 30 Minuten, sondern nur noch jede Stunde. Zum anderen fuhr die S-Bahn vom Hauptbahnhof zum Flughafen aufgrund von Triebwerks- und Personalmangel plötzlich auch nur noch einmal die Stunde. Und natürlich nicht aufeinander abgestimmt. Daher früh von zu Hause los und in Hannover am Bahnhof erstmal gemütlich frühstücken, bevor es dann zum Flughafen weiterging. Zeit hatten wir genügend.

    Überpünktlich kamen wir am Flughafen an, ca. 3,5 Stunden vor Abflug. Wir waren aber nicht die Ersten! Wir reiten uns dann mal in die Schlange für unseren Flug ein. Die Reiseleitung von Hapag-Lloyd war auch schon vor Ort.

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    Hier wurden dann auch schon die Impf- sowie die beiden Testzertifikate kontrolliert, sowie die ausgefüllten Einreisebestimmungen für Kanada. Es macht durchaus auch Sinn, das hier zu erledigen und nicht erst auf dem Schiff. So kurz vor Auslaufen wird es eng mit der dritten Impfung …

    Zum anderen hatte das Vorhandensein der Reiseleitung auch einen weiteren Vorteil: Sollte es Probleme mit dem Sicherheitscheck geben (Wartezeiten o.ä.) könnten die sich drum kümmern. Alles in allem wieder ein Punkt auf der „Angst“-Liste, der sich zum Glück nicht bewahrheitet hat. Lediglich beim Check-In gab es noch einen kurzen Aufreger. Der Mann am Schalter fand mich nicht im System und fragte mich doch tatsächlich, ob ich auch gebucht hätte?! WAS???? =O

    Natürlich habe ich gebucht!!! Steffie war schließlich auch im System (ich war übrigens der, über den die Buchung lief)! Er wollte mich aber nicht finden. Ich war schon fast auf dem Weg zur Hapag-Lloyd-Reiseleitung, als er mich dann doch fand. Hatte wohl die falschen Suchparameter eingegeben …

    Der Sicherheitscheck war jedenfalls ganz easy und super-schnell. Quasi wie früher – vor der ganzen Flughafenmisere im Sommer. Das kann natürlich auch daran liegen, dass wir von einem Terminal flogen, wo nicht so viele Flüge gingen.

    Pünktlich ging es dann später ins Flugzeug. Und hier dann der nächste „Schock“:

    • Die Plätze waren richtig groß, so mit Beinfreiheit. Und das, obwohl wir Economy flogen.
    • Der erste Programmpunkt nach dem Start wurde schon mal angekündigt. Es sollte Champagner serviert werden! Wie, auch in der Holzklasse? (Es gab ihn übrigens in richtigen Gläsern, also nix mit Pappbecher)
    • Danach gab es ein richtiges Mittagessen: Rindergulasch, Spätzle und Rotkohl. Auch hier richtiges Besteck und inkl. Rotwein und anderen Getränken.
    • Man hat in jedem Sitz ein umfangreiches Bordentertainment-System zur Verfügung (u.a. Filme, Serien, Dokus, Musik) – hier kann man auch auf 2 Kamera-Kanäle (Sicht aus dem Cockpit, Bodenkamera) schalten. Insbesondere bei Start/Landung doch ganz interessant.

    Wir waren jedenfalls sehr positiv vom Flug angetan, da ist man von diversen Urlaubs-Charterflügen aus der Economy-Class schon anderes gewohnt. OK, das bezahlt man natürlich auch mit der Reise bei Hapag-Lloyd mit. Aber vielleicht ist das ja auch bei FinnAir Standard? (glaube ich persönlich allerdings nicht, das liegt wohl doch eher an HL).

    Ist aber auf jeden Fall schon mal ein sehr schöner Start in den Urlaub.

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    Der Flug dauerte insgesamt ca. 4,5 Stunden. Wobei aufgrund der Zeitverschiebung kamen wir bei Start um 13:05 sogar schon gegen 13:45 Uhr an!

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    Aufgrund des Caterings sowie des Entertainment-Systems verging die Zeit im wahrsten Sinne des Wortes wie im Fluge. Unterwegs konnten wir auch den einen oder anderen schönen Ausblick nach unten werfen – sei es aus dem Fenster oder über die Kamera-Kanäle im Entertainment-System.

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    U.a. konnte man aufgrund des klaren Wetters auch sehr gut das Grönländische Inlandseis sehen.

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    Am Flughafen in Kangerlussuaq – der übrigens mit einer kleinen Start- und Landebahn sowie einem kleinen Terminalgebäude doch recht übersichtlich daherkommt – ging es dann auch recht schnell ohne große Warterei oder Verzögerung zu den bereitstehenden Bussen. Um das Gepäck brauchte man sich nicht kümmern, das käme dann später automatisch auf der Kabine an. Sofern es denn den Flughafen Hannover auch zusammen mit uns verlassen hat.

    Los ging es mit den „toll gefederten“ Bussen auf „tollen“ Straßen (teilweise mehr Weg als Straße, viele Schlaglöcher). Kangerlussuaq selbst ist eine kleine Siedlung mit ca. 500 Einwohnern. Ursprünglich aufgrund der amerikanischen Militärpräsenz während des Zweiten Weltkriegs sowie des Kalten Krieges entstanden, entwickelte es sich zu einem Verkehrsknotenpunkt in Grönland. Jetzt ist das Militär verschwunden, die Siedlung blieb. Über den Flughafen gibt es eine permanente Verbindung nach Kopenhagen sowie zu anderen Orten auf Grönland. Und es kommen wohl auch so einige Touristen. Sei es als Ausgangspunkt für Wanderungen, Reisen/Ausflügen zum Inlandseis oder wie wir – als Start-/Endehafen für Expeditionskreuzfahrten in diesem Fahrtgebiet. Zu Kangerlussuaq bzw. der Umgebung ist dann in diesem Reisebericht, wenn ich zum letzten Tag komme, noch etwas mehr zu lesen bzw. zu sehen. Heute ging es direkt zum Hafen ohne Zwischenhalte und Sightseeing. Während der Fahrt erzählte uns unser Busfahrer ein bisschen Wissenswertes über die Gegend.

    Apropos Hafen, auch der ist wie schon der Flughafen recht klein. Hier gibt es keine große Pier, nur eine kleine für z.B. Fischerboote. Immerhin können da auch Tenderboote anlegen. Auf dieses warteten wir dann nach Ankunft der Busse. Neben „unserem“ Schiff waren noch 2 weitere Expeditionsschiffe im Hafen. Richtig was los hier!

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    Mit dem Tenderboot ging es zur HANSEATIC nature. Dort wurde zunächst einmal der 3. und damit letzte Antigen-Test abgenommen und wir mussten bis zum Ergebnis warten. Was würde eigentlich passieren, wenn der positiv wäre. Laut Informationen aus den Unterlagen darf man dann nicht mitfahren – also runter vom Schiff und in Kangerlussuaq ins Hotel? (Das Flugzeug nach Hannover mit den Gästen der vorherigen Kreuzfahrt war ja schon weg).

    Egal! Der Test war negativ! Wir konnten final einchecken, bekamen auch unsere Zodiac-Gruppe zugeteilt (wir waren im Team grün).

    Damit stand dem Urlaub jetzt gar nichts mehr im Wege!

    Sie haben Urlaub (so sagt man jedenfalls auf den Schiffen einer anderen Reederei) …


    VG Sven

    Vorbereitungen am Tag vorher:

    Wie gewohnt, das Kofferpacken startet mehr oder weniger erst am Tag vorher. Gut, dieses Mal wurden schon einige Tage vorher Sachen sortiert und bereitgelegt. Aber man muss das ja nicht überstürzen!

    Wie bereits beschrieben hatten wir einen Sonderflug (nach Grönland, speziell Kangerlussuaq, dürfte es von Deutschland aus auch keine Linienflüge geben). Daher galten für unseren Flug auch gesonderte Bedingungen pro Person. Noch nicht erwähnt hatte ich, dass wir mit FinnAir fliegen sollten – die kannten wir noch nicht. Das waren unsere Gepäckgrenzen:

    • 1 Gepäckstück mit max. 30kg zum Aufgeben
    • 1 Handgepäck mit max. 8 kg
    • Theoretisch noch ein kleineres Handgepäckstück (Handtasche o.ä.)

    Mit den 30kg kamen wir eigentlich gut hin, da war noch Luft vorhanden. Da wir bisher weder mit Hapag-Lloyd noch in der Arktis unterwegs waren, haben wir beim Packen auf die Packliste, die wir mit den Unterlagen bekommen haben, zurückgegriffen. Neben der Kleidung und den Dingen, die man eigentlich bei jeder Reise einpackt, kamen hinzu:

    • Warme Unterwäsche (inkl. Socken)
    • Warme Langarmshirts (Merinowolle) zum Unterziehen
    • Handschuhe, Mütze, Schal usw. (also alles, was man im Sommer normalerweise braucht …)
    • Regenhose bzw. Outdoorhosen, die zum einen ein bisschen warm sind, zum anderen auch noch wasserfest bzw. -geschützt sind (wir haben übrigens keine Skihosen mitgenommen, das erschien uns ein wenig zu warm)
    • Fleece-Jacke, ggf. zum Anziehen unter dem Parka
    • Jackett, „gute“ Hose (nicht nur Jeans), Hemd usw. (wegen der Kleidungsetikette, zum Glück geht es lt. Auskunft ja etwas legerer zu als auf der MS Europa (früher), einen Anzug oder gar Smoking braucht man also nicht unbedingt)

    Eigentlich war es das war es dann mehr oder weniger schon. Auf dem Schiff bekommt man dann noch einen warmen, wasserfesten Parka sowie Gummistiefel geliehen. Sowie zusätzlich auch noch eine Steppjacke geschenkt (man musste vor der Reise für letztere schon mal die gewünschten Größen angeben). Damit sollte man ausflugsmäßig und tagsüber auf dem Schiff schon zurechtkommen.

    Blieb noch das Handgepäck, wo wir unsere – durchaus etwas größere – Fotoausrüstung in den 2 Fotorucksäcken verstauen mussten. Auf eine solche Reise muss man ja gut ausgerüstet sein und nimmt somit durchaus auch mehr mit, als auf anderen Reisen. Man will die schönen Momente ja für sich selbst und die daheim gebliebenen verewigen (heute sagt man wohl auf Speicherkarte bannen, mit Papier ist ja nicht mehr so viel).

    Wen es interessiert, das ist unsere Foto-Ausrüstung:

    • 2 DSLR-Bodies (Nikon D750 und D500)
    • Super-Tele (200-500mm) – man will ja die Eisbären auch gut aufs Bild bekommen. Das allein wiegt schon 2,5kg und wird nur vom Schiff aus zum Einsatz kommen (also nichts für den Ausflug)
    • Festbrennweite von 300mm – auch zum Tiere fotografieren, viel leichter als das Super-Tele und daher öfter im Einsatz als das Große, aber halt weniger Brennweite)
    • Immer-Drauf von 24-70mm
    • Super-Weitwinkel 10-24mm
    • Diverse Ersatzakkus (in der Kälte halten die Akkus nicht so lange wie gewohnt, daher braucht es da etwas mehr), Ladegerät und Speicherkarten
    • Tragegeschirr, damit man die Kamera mitsamt Objektiv auf Ausflügen und Zodiac auch leicht transportieren kann, ohne einen Rucksack nehmen zu müssen

    Das wurde auf beide Rucksäcke verteilt, da ist man dann mit dem Rest (Unterlagen, Jacken) schon nah an den 8kg. Die Ausrüstung hatten wir schon teilweise mehrere Jahre (ursprünglich sollte es ja 2020 losgehen), wurde aber bisher noch nicht so oft im Echteinsatz benutzt. An der Ostsee braucht man kein 200-500mm (außer auf dem Darß). Wir hatten auch nicht vor, die gesamte Ausrüstung auf den Ausflügen mitzunehmen, das Super-Tele sollte schon auf dem Schiff bleiben und nur bei Bedarf aus der Kabine geholt werden.

    Das war im Wesentlichen unsere Ausrüstung – ich zähle jetzt natürlich hier nicht jedes Einzelstück auf. Am Abend waren jedenfalls Koffer und Handgepäck gepackt und wir waren mehr oder weniger bereit. Einmal noch schlafen.

    Und dann kam der 24.08.22. Und unsere lang geplante Reise konnte beginnen …


    VG Sven

    P.S.: Und damit auch (endlich) der eigentliche Reisebericht … ;)

    Wie alles begann - ein „kurzer“ Abriss (Teil 2)

    Und dann kam Corona! :thumbdown::cursing:

    Alles war für die Katz. Schei…!!!

    Wir buchten die Reise um auf 2022 – dann sollte Corona ja Geschichte sein. (OK, letztendlich war es auch 2022 nicht Geschichte, zumindest bei uns im Land, aber das konnte man damals ja noch nicht wissen.) Wir buchten aber nicht einfach nur um, sondern entschieden uns für eine gänzlich andere Reise in der Arktis. Die war dann auch gleich länger und teurer. Aber eigentlich auch nicht so wirklich, nimmt man Länge und Gesamtpreis der gesamten ersten Reise inkl. Vorprogramm gibt es keinen großen Unterschied. Daher fiel die Entscheidung leicht. Außerdem gibt es die Reise nicht so oft im Portfolio.

    Die Reise „Expedition im Herzen der Nordwestpassage“ in Grönland & Kanada mit folgendem geplanten Routenverlauf sollte es nun also werden (Abweichungen im Ablauf kann es bei Expeditionskreuzfahrten ja immer geben):

    24.08.22

    Sonderflug Deutschland-Kangerlussuaq,

    Abfahrt HANSEATIC nature: 21:00 Uhr

    25.08.22 – 26.08.22

    Westküste Grönlands (Sisimiut, Disko-Bucht)

    27.08.22

    Entspannung auf See

    28.08.22

    Pond Inlet (Baffin Island)

    29.08.22 – 06.09.22

    Im Herzen der Nordwestpassage (u.a. Devon Island, Somerset Island, Kreuzen in der Victoria Strait, Jenny Lind Island, Cambridge Bay / Victoria Island, Prince Of Wales Island, Kreuzen im Peel Sound, Beechey Island)

    07.09.22 – 09.09.22

    Baffin Island

    10.09.22

    Entspannung auf See

    11.09.22

    Ankunft HANSEATIC nature: 06:00 Uhr,

    Sonderflug Kangerlussuaq-Deutschland


    Also am Ende die Buchung einer Reise mit rund 5 Jahren Vorlauf. Wahnsinn!!! :D

    2 weitere Jahre vergingen. Der Sommer 2022 kam, Corona blieb leider. Und damit auch Einschränkungen und Bedingungen für Reisen. Bei uns wollte sich irgendwie nicht so richtig Vorfreude einstellen, im Gegensatz zu früheren Reisen und was man bei einer solchen außergewöhnlichen Reise vielleicht auch erwarten würde. Vorabunterlagen gab es dieses Mal nicht, 3 Wochen vor Start der Kreuzfahrt kamen dann von HL mit den finalen Unterlagen auch die endgültigen Bedingungen:

    • 3fache Impfung (also inkl. Booster) – ok, das können wir leisten (und wurde uns auch nicht erst 3 Wochen vorher mitgeteilt)
    • Insgesamt 3 Antigentests (48 sowie 24 Stunden vor Abflug und außerdem dann der letzte auf dem Schiff) – ist einer von denen positiv ist es vorbei mit der Reise
    • Maskenempfehlung (immerhin keine Pflicht mehr) auf dem Schiff (trotz etwas gegenteiliger „Versprechen“ auf der HL-Webseite)

    Zusätzlich zu diesen Vorgaben war in diesem Sommer auf den Flughäfen durchaus recht viel Chaos zu verzeichnen. Zu lange Sicherheitsprüfungen und damit verbunden verpasste Flieger, Gepäck, welches nicht zusammen mit dem Passagier fliegt, dann später kommt oder gar verschütt geht. Was man so alles über die Medien und auch von Kollegen so hört.

    Insgesamt also einige Faktoren, die das ganze Erlebnis verleiden können bzw. ggf. die ganze Expeditionskreuzfahrt für uns verhindern könnten. Alles Sachen, an die bei Buchung 2017 noch nicht zu denken waren. Und mit denen man sich nun auseinandersetzen musste.

    Immerhin: Als Start/Ende der Flüge für Deutschland ist Hannover, quasi fast vor unserer Haustür – wir wohnen ja in Braunschweig. Also günstig für uns, somit mussten wir nicht noch innerhalb Deutschlands vor oder nach der Reise groß umherreisen.

    Vielleicht noch ein Wort zu den Reiseunterlagen: Die sind sehr ausführlich und auch hochwertig aufgemacht, u.a. mit einer schicken Mappe. Neben den Tickets gab es auch wieder ein Arktis Handbuch sowie Karten von der Gegend, so dass man sich schon mal einlesen konnte. Außerdem eine ausführliche Hilfe zum Ausfüllen des Einreiseformulars für Kanada (was man aufgrund der Corona-Bestimmungen dort vorher erledigen muss).

    Vor der Reise schränkten wir uns in den Kontakten ein – wir wollten ja keinen positiven Corona-Test. Die beiden Tests in den beiden Tagen vor der Abreise waren dann auch jeweils negativ. Die ersten Hürden waren genommen. Aber ein Restrisiko blieb ja weiterhin (siehe 3. Test sowie das Flughafen-Chaos). Mit den ersten Tests kam dann immerhin auch mal so langsam Vorfreude auf.

    Wir würde die Reise werden? Würde solch eine Reise unser kommendes Reiseverhalten prägen, sprich wären wir angefixt von dieser Art des Reisens? Würden wir alles sehen bzw. bekommen, was wir uns vorab gewünscht haben? Als da wären:

    • Zuallererst (natürlich!!!) der eine oder andere Eisbär. (Deshalb haben wir uns ja für die Arktis entschieden und nicht die Antarktis)
    • Weitere Tiere (Wale, Robben, Walross, Polarfuchs, Polarhase, Rentiere/Caribous, …)
    • Verschiedene Arten/Ausprägungen von Eis (Eisberge, Meereis/Packeis, Gletschereis)
    • Ein wenig Einblick in die Inuit.

    Wir würden die Zodiac-Fahrten/Anlandungen sein? Und würden wir es schaffen, dabei ins Wasser zu fallen und uns zum Horst zu machen? Wie würde es uns auf dem Schiff gefallen?

    Fragen über Fragen …


    VG Sven

    Wie alles begann - ein „kurzer“ Abriss (Teil 1)

    Wir hatten über die Jahre bereits diverse Kreuzfahrten unternommen. Irgendwann – es ist schon ein viele Jahre her – hatten wir auch mal Kataloge der Reederei Hapag-Lloyd in der Hand (ich hatte die glaube ich mal einfach aus dem Reisebüro mitgenommen). Wir stöberten darin. Ja klar, das sind tolle Routen, v.a. in recht exotischen Gebieten, aber der Preis =O Somit blieben wir den bekannten Reedereien treu …

    Nach diversen „normalen“ Kreuzfahrten – die ohne Zweifel auch sehr schön waren – reifte der Wunsch, auch mal etwas abseits der Standardpfade zu bereisen. Und es gibt ja noch diverse Natursendungen, die das Ganze zusätzlich schmackhaft machen können. Und ab und an nahmen wir auch mal einen neuen Katalog von HL in die Hand. Ja, so exotische Ziele wie Arktis oder Antarktis, evtl. Amazonas oder Südsee, das hätte in der Tat was. Aber der Preis :/

    Wie es der Zufall wollte, baute HL dann das erste neue Schiff der Expeditionsflotte. Da wurden die alten Gedanken wieder hervorgekramt und es wurde dieses Mal konkreter. Warum bis zur Rente warten, man ist jetzt fit und sollte die Zeit genießen. Also wurde eine Expedition in die Kälte, also Antarktis oder Arktis ins Auge gefasst. In diese Gegenden kommt man privat auf eigene Faust eher nicht so gut hin. Da bietet sich eine solche Expeditionskreuzfahrt schon an. Auch wenn es nicht gerade preiswert ist. Aber für irgendwas arbeitet man ja auch, also warum nicht für solch eine Expedition? Es sollte dann aber auch schon mit dem neuen Expeditionsschiff, also der HANSEATIC nature sein, und nicht mit den alten.

    Die Frage war nur: Antarktis oder Arktis? Klar war, irgendwann wollen wir (wenn nichts dazwischenkommt) beides machen. Blieb die Entscheidung, was als erstes? Und da war eigentlich für uns klar: Eisbär sticht Pinguin! Also jetzt nicht im wörtlichen Sinne (die treffen in der Natur ja selten direkt aufeinander), sondern in der Priorität. Der Eisbär vor der Linse ist besser als der Pinguin auf dem Rucksack – oder so ähnlich. Außerdem sind die Reisen in die Arktis nicht so lang (inkl. des deutlich kürzeren Fluges). Die Arktis sollte es also werden …

    Wir entschieden uns für die Reise „Expedition nach Island & Spitzbergen“. Die war mit 11 Tagen nicht ganz so lang, auf Spitzbergen könnte es durchaus Eisbären geben, Island & Spitzbergen kannten wir noch nicht. Die Route erschien uns toll. Also ließen wir uns – es muss ca. Mitte 2017 gewesen sein -. für diese Reise mit der HANSEATIC nature (zunächst unverbindlich) vormerken. Aufgrund der neuen Schiffe waren die Reisen recht begehrt und evtl. auch schnell bebucht, daher erschien eine Vormerkung sinnig. Wir entschieden uns für eine French Balcony Kabine der Kategorie 3. In der Arktis braucht es keinen Balkon, ist ja kalt. Und außerdem ist der Preis wohl nicht ganz hoch. So zumindest war unsere Ansicht. Buchen konnte man damals noch nicht, selbst die Preise waren noch nicht bekannt. Aber man kannte ja die Preise vergleichbarer Reisen mit der alten MS Bremen, die standen ja im Katalog bzw. Internet. Nachzulesen kann man den ganzen Beginn auch hier.

    Ein paar Monate später rief das Reisebüro an, die Vormerkung der gewünschten Kabine & Reise ist bestätigt und wir könnten jetzt fest buchen. Also gleich mal hin. Dort fiel uns dann erstmal fast die Kinnlade herunter! Kostete auf der MS Bremen eine vergleichbare Reise ca. 6000 EUR p.P. sollten es nun ca. 9000 EUR p.P. sein 8|

    Aber ok, der Vergleich hinkt etwas, man müsste für die entsprechenden Kabinen der HANSEATIC nature auf der MS Bremen ja auch die entsprechenden äquivalenten Kabinen nehmen (die unteren Kategorien auf der MS Bremen waren ja kleiner und mit Bullaugen), also die der höheren Kategorien. Und dann passt der Preis auch eher. Also buchten wir kurzerhand das Ganze für Juni 2020. „Expedition Island & Spitzbergen“ sollte es werden. Das Ganze ca. 3 Jahre im Voraus gebucht. Wahnsinn!!! ^^

    Die Jahre vergingen. Wir buchten vorab einen Aufenthalt auf Island (Hotel in Reykjavik und diverse Tagesausflüge mit lokalen Anbietern) vor der eigentlichen Kreuzfahrt. Genehmigten uns sogar ein Upgrade auf BusinessClass im Flug nach Island. Buchten Ausflüge für die Häfen in Island bei HL. Anfang Februar 2020 kamen die Vorabunterlagen von HL, mitsamt Expeditionskarte, Arktis-Handbuch und Tipps.

    Die Vorfreude stieg …


    VG Sven