Auch von mir ein kurzes Fazit:
Fantastische Reise:-) Kein wirklich negativer Ausreisser dabei, wobei mir Molde zumindest vom Durchfahren mit dem Auto nicht wirklich gefallen hat. Da wir aber mit dem Mietwagen unterwegs waren, war das nicht dramatisch. Der Ausblick vom Hausberg ist wirklich fantastische gewesen und das Wetter hat auch (noch) mitgespielt. Auch das Ein- und Auslaufen war beeindruckend.
Ab da wurde es dann aber zunehmend neblig, Honnigsvag beim Anlegen und für weitere 4 Stunden wunderbares Wetter, dann ging wettermäßig "die Luzi" ab. Wir haben die "Fischerdörfer" angeschaut - Wetter war mies, aber auch bei schönerem Wetter wäre der Ausflug m.E. unterdurchschnittlich gewesen - schade.
Mir taten die Radfahrer leid, die bei 4°, Sturm und Regen zum Nordkap gefahren sind...
Zwischendurch noch eine Walschule mit mind. 30 Tieren erlebt, zwei von denen sind max. 30m von unserer 6019 ein paar Augenblicke parallel zum Schiff geschwommen. Gänsehaut pur...
Spitzbergen: ein Traum. So wie Longyearbyen müssen in den USA die alten Westernstädte ausgesehen haben. Hat mir außerordentlich gut gefallen. Kurze Info für Bierliebhaber: man darf als Touri KEINEN Alkohol kaufen. Lediglich in den Bars erwerben und sofort vor Ort trinken. Nix mit mitnehmen. Die Einwohner haben auch Alkoholerwerbskarten. Unser Guide von Spitzbergen-Reisen hat die uns gezeigt und toll erklärt.
Island war der Wahnsinn. Diese unendlich grüne Weite habe ich in dieser Form nicht erwartet. Schwefelfelder, Geysire, Wasserfälle (wobei ich vom Godafoss recht enttäuscht war), Lavafelder usw... Sowohl Akureyri als auch Reykjavik wurden individuell mit dem Mietwagen erkundet. Tatsächlich war der Parkplatz in Reykjavik direkt neben dem Schiff und somit konnten wir am zweiten Tag um 6h vor den ganzen Touren los. Mit Spitzbergen eindeutig das Highlight dieser und auch vieler vergangener Touren. Der Wettergott zeigte sich außer einem kurzen Regenguss am ersten Abend, als wir in der Blauen Lagune gewesen sind von seiner gnädigen Seite.
Kopenhagen auch wie immer toll.
Uneingeschränkt empfehlenswert diese Tour, wobei mir die Spitzbergen/Island-Tour im nächsten Jahr von den Häfen noch etwas mehr zusagt.
Zum Schiff: Sehr gelungen.
Der Innenpool ist für das Reiseziel ein großer Gewinn - wie das aber in warmen Gefilden wird, werde ich im Oktober berichten. Da könnte sich das ganz fiese aufheizen.
Der Champagnertreff war von uns täglich besucht worden und auch ich hatte nicht den Eindruck, dass "Nichtbesteller"
da rausgeschmissen worden wären. Wobei bei unseren Besuchen max. 30% des dortigen Platzes genutzt wurde - und dass war m.E. nicht wirklich oft der Fall.
Unser GGF-Paket war mehr als Gold wert. Die Reise war komplett ausgebucht und aufgrund des Wetters nördlich von Molde haben sich die Paxe nicht so auf die weiteren Außenbars aufgeteilt und entsprechen voll fand ich das Aufkommen in den Innenbars. Im Diamanten haben wir wirklich immer mindestens 10 freie Tische zur Auswahl gehabt - eher mehr.
Da unsere Tochter es sich auf der Reise zum Ziel gemacht hat, unseren Verzehr grob "aufzuzeichnen", sind wir gestern doch etwas überrascht gewesen: Wir haben mit den Wasserflaschen auf der Kabine pro Person ca. 15€ rausgeholt;-) Das war nicht wirklich unser Ziel - Ziel war Ruhe. Und die hat man im Diamanten in Perfektion bekommen, wenn nicht gerade der (wirklich gute) Blues-Gitarist gespielt hat.
Betrunken haben wir uns nicht und mit Bauchschmerzen wegen übervollen Magens sind wir auch nicht einmal aus den Restaurants raus. Durch die nahende Preiserhöhung war es aber leider das erste und letzte Mal mit der GGF.
Das Hideki stufe ich schwächer ein, als das Hanami und das La Spezia war für uns leider mit Abstand das schwächste Exklusiv-Restaurant. Das lag nicht am Service sondern an den nur augenscheinlich ausgefallenen Speisen dort. Chance (für uns) vertan - Für Vegetarier gibt es zwar ein paar Sachen, aber gerade Aubergine ist doch schon recht speziell. Leider wurde sich mit Extrawünschen etwas schwergetan, was die Hauptgerichte anging.
Selbst für meine "Veggis" war das Surf&Turf witzigerweise das lohnenswerteste Restaurant im Diamanten.
Was mir noch auffiel: Die Klimaanlage war in sämtlichen Innenbereichen wieder mal zu warm eingestellt und am vorletzten Tag mussten wir im Surf&Turf den Tisch wechseln, weil so die Sonne reingeknallt hat, was mit gefühlter Innentemperatur von 23° nicht auszuhalten war. Weiter innen ging es dann, wobei es dann in der TUI- und der Schaubar wieder deutlich wärmer war. Liegt vermutlich daran, dass dort wirklich viele Gäste waren. Gleiches gilt fürs Atlantik. Das Gleiche habe ich letztes Jahr im Sommer in der Adria auch so empfunden. Mir ist schon klar, dass man immer einen Mittelwert für alle finden muss - aber das war wieder einmal zu warm für meinen Geschmack.
Der Buffetbereich des Fischmarktes ist wie erwartet eine super Ergänzung zum Ankelmannsplatz, wo mich die Speisen äußerst positiv überrascht haben. Das hat sich die letzten Jahre immer Stück für Stück gesteigert. Die Auswahl für Vegetarier ist im Ankelmannsplatz wirklich grandios und auch die Fleischspeisen haben mir die paar Male die wir dort waren sehr gut geschmeckt.
Altersdurchschnitt der Passagiere: lt. Steffen Waeger 56-57 Jahre. Voll ausgebucht, was vor zwei Monaten noch nicht annähernd so aussah.
Ein grandioser KF-Direktor Steffen Waeger in Bestform, ein sehr informationsfreudiger Kapitän Jens Trojer, der einem Passagier bei der nautischen Fragerunde im Theater durchaus Benehmen beigebracht hat und zwei grandiose Gaststars (Elke Winter und Ole Lehmann) - eine rundherum gelungene Tour.
Ein letztes zu einem nicht geringen Teil der Mitreisenden: man kann sich Erkälten bei dem Wetter - kein Thema. Keiner verlangt, auf der Kabine zu bleiben, wenn es nur Husten oder Schnupfen ist, keiner verlangt, dass eine Maske aufgesetzt wird (was einige aber gemacht haben). Aber wie sich ein nicht geringer Anteil der Hustenden verhalten hat, ging gar nicht. Wen ich schon minutenlang Huste, tu ich das in meinen Ärmel, oder in die die Jacke. Es wurde so rausgebölkt, wo man gerade hingeguckt hatte. Der erste Huster kann von mir aus auch noch überraschend kommen, aber spätestens wenn ich mich nicht mehr einkriege und ungelogen minutenlang huste, haue ich das nicht mehr einfach so raus sondern nehme halt meine Jacke, den Pulli oder sonstwas... Den Vogel hat dann eine Dame abgeschossen, die (im Ankelmannplatz) freimütig erzählt hat, dass sie morgens Fieber hatte... Nein, ich wünsche mir keine Pandemiemaßnahmen zurück, nur etwas Menschenverstand...
Jetzt freue ich mich auf die bald anstehende nächste Tour mit der 7. Wäre schön, wenn wir da wieder von Außen auf Balkon umgebucht werden:-)
Nachtrag: auch ich bestätige den Erhalt "normaler" Sahne in allen Bereichen des Schiffs, bestätige Limonen in der Caipi und muss sagen, dass m.E. das Meiste, was auf den Vorfreudefahrten hier bemängelt wurde, nicht zutraf! Ist halt nix anderes als ein Soft-Opening...