Beiträge von Karlgold
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Hallo, schöne Reise, Auf Kauai haben wir einen Mietwagen angebucht, das war einfach und sehr unklompizert zum Fahren.
Auf Oahu, haben wir den Hop on Hop of Bus genommen. Der fährt mehrer Routen.
Schöne Cruise!
Werner
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Meine Empfehlung sehr leichte,sehr dünne Leinenkleidung tragen. Normal Jeans werde innerhalb von Sekunden doppelt so schwer. Und trotzdem Singapur ist eine wunderbare Stadt, locker genug für 5-6 Tage.
Für einen oder zwei Tage , Chinatown, auf das Hotel mit dem Schiff (Marina Bay) obendrauf und mit dem Lift hoch(Singapur Airlines Gäste bekommen Ermässigung )
Die Aussicht ist grandios. In den Garden by the Bay direkt gehen. Eine Bootstour machen. Und viel mehr, India Town..Toll. Und ungefährlich!
Taxis sind sehr günstig!
Empfehlung .Hotel Jen, da das billigste Zimmer nehmen und auf "Executiv" vor Ort aufbezahlen.
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so wie die Tour von mein Schiif aussieht, würde ich eher die rechter also die Steuerbordseite wählen, ein bischen mehr Sonne auf dem Hinweg, möglicherweise sogar guten Internetempfang vom Land, und man sieht bei der Einfahrt in den Gerander die sieben Feen/Schwestern imLicht der Morgensonne, grandios. Tipp früüüh aufstehen der schönste Teil beginnt um 3:00 Uhr morgens.
Schöne Cruise!
Werner
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wir sind mit dem Taxi für 2x 10 Dollar gefahren, es gibt außerdem eine kleinen Zug und .., das würde ich heute machen, einen Bootstransfer. Alle haben bei uns so 10 Dollar pro Perso verlangt. Am Ende des schönen Hafenzoos hatten man alle Möglichenkeiten. Das Wichtigste, egal welches Transportmittel man benutzt ,so früh wie möglcih dann ist die Stadt ein Traum. Ich hatte mal eine Reisebericht mit vielen Fotos geschrieben, keine Ahnung ,wo der nun steckt. Und wenn man am Ende durch das Eingangstor geht gibt es genug Taxifahrer die die Rückfahrt für alle für 10 Dollar anbietet.
Schöne Cruise!
Werner
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nun hat Studiosus und DER und andere Anbieter, Reisen nach China storniert oder bieten kostenfreie Stornierungen an. Hab es gerade beim BR gelesen. Schade, aber ich denke die Entwicklung wird wohl noch schwieriger werden.
Gruß
Werner
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Na hmm... auf der einen Seite wirbt NCL schon viel auf dem deutschen Markt.
Auf unserer Reise war so gefühlt 200-300 Deutsche an Bord. Aber die, durchaus, wunderbare Kreuzfahrtdirektorin aus Kolumbien begrüßte in 4 Sprachen, beim Deutsch war es halt nur "Guten Abend" schon wenig...?
Ich verstehe die, die einfach mehr erwarten. Aber in diesen Regionen hat halt "Mein Schiff" und so schon eine Berechtigung.
Schöne Cruise!
Werner
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so nun habe ich verschiedene Bewertungen bei HC mal gelesen. Manches kann ich nicht verstehen. Da wird der Service als schlecht beschrieben weil das Einchecken 2 Stunden gedauert hat. Das war bei uns auch, aber da haben die Behörden 1 Mitarbeiter, der die Koffer aufs Fließband legte und so etwa 5 Sicherheitsleute bei den Durchleuchtungen für 6000 Leute. (2 Kreuzfahrtschiffe) Da kann aber NCL nichts dafür.
Und nicht Wenige waren nur im Buffetrestaurant, und bewerten das Essen schlecht. Aber vielleicht haben wir einfach nur bessere Erfahrungen gemacht.
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Bei uns gabe es keinerlei spürbare oder bekannte Probleme mit dem Antrieb. Das Essen fanden wir in Ordnung. Etwa mein Schiff Niveau. Die im Angebot enthaltenen
5 Besuche der Spezialitätenrestaurents wären Ihr Geld, immmerhin so 100 Dollar,für zwei nicht wert gewesen.Am schönsten sitzt man im Bistro.
Mittags waren wir ab und zu im Buffetrestaurant. Dort war es auch recht gut.
Muss mal lesen was bei HC so berichtet wird. Aber bin heute den ersten Tag daheim Koffer, Wäsche, Post und ......und... und
Schöne Cruise!
Werner
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Nur für die die nicht wissen, was sie in Hongkong machen sollen, mit dem Taxi oder zur Insel Shau Kei Wan, etwa 10-15 Euro einfach. Dort in die historische Straßenbahn und im ersten Stock herum herumfahren lassen. Ungefährlich und interessant. Falls jemand mehr wissen wil schreibe ich gerne.
Hatte glaube ich schon mal einen Reisetipp gegeben.
Schöne Cruise!
Werner
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Rio de Janero. mit dem öffentlichen Bus zu den berühmten Treppen mit den Keramikkacheln aus aller Welt.. Auf dem Weg dorthin gab es auch eine große Bahngleis-Überleitung die sehr Römischen Aquadukten ähnelten. Im Gegensatz von vor fünf oder sechs Jahren, als ich das letzte Mal hier war, war heute die Treppe von Touristen überfüllt und es gab kaum eine Chance, ein Foto ohne Menschen zu machen. Trotzdem hat es Nora, so glaube ich wenigstens, gut gefallen. Weiter ging es dann mit einem Fahrzeug voneinander Über-ähnlichen Anbieter. Das hat wunderbar geklappt über das Internet. Man weiß vorher, was es kostet und muss mit dem Fahrer nicht verhandeln.So besteht kaum Gefahr, übers Ohr gehauen zu werden. Oben an der Christus-Statue angekommen, kämpften wir mit einer Menge von Menschen um die beste Fotografier-Perspektive. Leider gab es einige Wolken und Nebelfetzen, die an den Herrn aus Beton vorbeizogen. Der Rückweg war dann zunächst spannend, da wir nicht wussten, wie wir von dem Berg wieder herunterkommen würden. Aber nach 10 Minuten war dann doch eine Lösung gefunden und ein Fahrzeug, das uns zurück zum Hotel brachte. Dort haben wir gemütlich ein Bier an der Copacabana getrunken, gegenüber von unserem Hotel mit seinen 30 Stockwerken.Am Strand der Copacabana haben wir für Maria und Emilio noch ein Tütchen von dem feinen weißen Sand mitgenommen. Das ist mittlerweile schon fast zur Tradition geworden, dass wir unseren beiden Lieben etwas Sand aus den Ländern, die wir besuchen, mitbringen und sie in die Erde ihrer Gräber rieseln lassen. So sind sie auf eine ganz besondere Art und Weise immer mit dabei. Mal sehen, ob ich ein paar Fotos finde, die einigermaßen gut geworden sind. -
Santiago de Chile
Von den Berichten im Deutschen Fernsehen hatten wir gewusst , dass es in Santiago de Chile seit dem letzten Herbst massive Demonstrationen gegen die Regierung gab. Das Ausmaß dieser Demonstrationen war jedoch aus diesen Fernsehberichten nicht so klar hervorgegangen. Darum war unser erster Spaziergang durch die chilenische Hauptstadt für uns zunächst ein Schock.
Unser Hotel „NH-Ciudad de Santiago“ lag im Zentrum, in der Nähe von der "Plaza Italia", wo allabendlich die Proteste gegen die Regierung stattfinden.
Der Anblick, der sich uns bot, war niederschmetternd. Fast alle Häuser waren beschmiert mit schlimmen Parolen, in denen der Präsident und seine Regierung als Mörder, Frauenschänder, Vergewaltiger und Folterer bezeichnet wurden. Anscheinend sind die Demonstrationen, die zunächst friedlich begannen und deren Anliegen sicher berechtigt sind, aus dem Ruder gelaufen. So wie man es auch aus Deutschland von 1968 kennt, gibt es neben den ernstzunehmen Demonstranten immer auch Autonome, die nur Chaos, Anarchie und Randale wollen. Leider scheinen sie sich hier auch sehr vehement einzubringen. Die Innenstadt ist in Teilen regelrecht zerstört, Geschäfte sind verbarrikadiert, Schaufenster mit Holzplatten zu genagelt. Das Ganze hat etwas Gespenstisches.
Wir haben versucht , uns ein Bild über die politische Situation Chiles zu machen. Ich habe mit verschiedenen Leuten gesprochen. Die Meinungen scheinen unterschiedlich zu sein, wobei sich in den Gesprächen trotzdem immer wieder erkennen ließ, dass der Präsident und seine Regierung immer weniger Chilenen hinter sich haben. Auch das Militär und die Polizei scheinen eine recht zwielichtige Rolle zu spielen. Während der Demonstrationen wurden Tausende von Menschen verhaftet, einige getötet und Frauen vergewaltigt.
Auch hat die Polizei wohl sehr gewaltsam und unter dem Einsatz von Tränengas versucht, die Demonstrationen aufzulösen. Unter dem Decknamen „Hurrican“ sollte die Polizei und das Militär auf Anweisung von oben im letzten Herbst die Ansammlung der Menschen zerstreuen. Dabei wurden viele Menschen verletzt, über 200 verloren mindestens ein Auge.
Es war mir selbst gar nicht mehr so bewusst, dass die Militärdiktatur bis 1990 in Chile an der Macht war, also länger als in allen anderen südamerikanischen Ländern. Die damaligen Täter wurden nie zur Rechenschaft gezogen. Eine schwere Bürde für dieses Land. Keine Ahnung, wie es enden wird. Aber ich glaube nicht, dass sich die jetzige Regierung halten kann. Am Ende des ersten Tages gerieten wir auch in eine Demonstration und hatten das Vergnügen mit Tränengas - Gott sei Dank aus einiger Entfernung - Bekanntschaft zu machen. Trotzdem war es ein beißender, ätzender Geruch, der einem fast den Atem nahm und der sich kratzend und schmerzend auf die Schleimhäute im Hals und in der Nase legte. Es war sehr unangenehm und wir waren froh, über jeden Schritt, den wir uns von diesem Schauplatz entfernten.
Nach dieser Erfahrung beschlossen wir, am nächsten Tag nicht mehr in die Innenstadt zu gehen, obwohl wir dort zuvor doch noch ein paar schöne Ecken entdeckt hatten. Und so machten wir uns auf zum Städtischen Park, in dem sich auch der Zoo befand. Was für ein Unterschied! Alles so idyllisch und friedlich! Familien, Kinder, Paare hatten sich aufgemacht, um entweder in dem schönen Park spazieren zu gehen oder sich die Tiere anzusehen. Uns faszinierten natürlich am meisten diejenigen, die es bei uns nicht gibt: Pinguine, Emus, Guanacos, aber auch die Affen, den roten Panda und eine afrikanische Gazellenart. Dieser Tag stimmte uns etwas versöhnlicher mit der Stadt. Trotzdem kann ich sagen, dass ich nicht unbedingt hierher zurückkehren muss. Auch ohne die Unruhen, ist für mich Santiago de Chile eine der weniger attraktiven Hauptstädte.
So, jetzt folgt nur noch unsere letzte Station: Rio de Janeiro. Wir sind gespannt.
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Puerto Montt,
Puerto Montt ist der letzte Landausflug. Bei der Einfahrt in den Hafen schauen wir auf ein wunderbares verschneites Berg-Panorama. Wahrscheinlich würde jetzt das Herz jedes Skifahrer höher schlagen. Da ich ein bisschen erkältet bin und in Santiago de Chile wieder fit sein möchte, beschließe ich auf dem Schiff zu bleiben. Werner muss also allein in die „Wildnis“ aufbrechen. Darum muss ich heute auch auf Werners Berichte zurückgreifen. Natürlich habe ich ihn, als er zurückkam , so richtig ausgequetscht. ..
Das Tendern war an diesem Tag grenzwertig. Der Seegang war mehr als heftig und so mancher Kapitän hätte den Landgang bestimmt abgesagt. Puerto Montt selbst ist zwar eine Stadt mit ca. 170.000 Einwohnern, aber nicht sehr attraktiv. Werner, der sich natürlich wieder kundig gemacht hat, beschloss darum, in das 28 Kilometer entfernte Puerto Varas zu fahren. Der Taxifahrer wollte für die Hin- und Rückfahrt 75 Dollar. Er ging daraufhin zum Busbahnhof und fuhr schließlich für umgerechnet 1 € dorthin.
Puerto Varas ist ein touristischer Ort an dem großen Llanquihue-See mit einer wunderschönen Uferpromenade. Eine Bilderbuch-landschaft, die verstärkt wird durch den "Osorno", einen Vulkan von über 2.700 Meter mit einer Schneekuppe. Wüsste man es nicht, würde man ihn für den "Fujiyama" in Japan halten. Er wird auch tatsächlich der „kleine Fuji“ genannt.
Was Werner auch auffiel, waren die vielen deutschen Namen: Günter, Schmitt, Hausmann etc...Und dann trifft man noch auf eine Hauswand, auf der in alten deutschen Lettern und mit der Abbildung des Bundesadlers der Schriftzug „Deutscher Verein“ steht.
Als Werner am Nachmittag zurückkehrte, war er beseelt von all den Eindrücken.
Am Samstag werden wir in San Antonio ankommen, dem Hafen von Santiago de Chile. Dort werden wir von Bord gehen und drei Tage in der chilenischen Hauptstadt bleiben. Werner hat bereits alles organisiert. Wir sind schon gespannt, was uns erwartet.
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Puerto Chacabuco
In diesem chilenischen Teil Patagoniens mit seinen hohen Bergen ist es meist sehr feucht und windig. Aber wir hatten Glück,
wir mussten nicht ein einziges Mal unsere Regenschirme zücken. Wie schon in den Häfen zuvor war es auch hier nur möglich mit Tenderbooten an Land zu gehen.
Am Ufer angekommen erwartete uns zunächst ein recht trostloses Ambiente. Eine Anlegestelle „in the middle of nowhere“.
Gerade als wir überlegten, ob wir in einen Minibus steigen sollten, hörten wir von hinten eine uns bekannte Stimme. Es war die von unseren argentinischen Bekannten, die auf uns zukamen.
Nun dürft ihr dreimal raten, was geschah. ..Ich mache jetzt einen Sprung. ..10 Minuten später saßen wir erneut in einer Ölsardinen-Limousine, wie schon damals bei dem Ausflug zu den Pinguinen. Doch auch dieses Mal sollten wir nicht enttäuscht werden. Unsere einheimische Fahrerin, Mutter von drei kleinen Mädchen, chauffierte uns sicher in ihrem - etwas reinigungsbedürftigen, aber doch verkehrstüchtigen - Auto durch eine wunderbare Landschaft. Wir dachten manchmal, wir seien daheim, wenn wir in die Augen der vielen braunen Kühe schauten. Manchmal konnte man das Allgäu, dann wieder das Berner Oberland oder sogar den Montblanc entdecken, sofern man ein wenig fantasiebegabt war. Je mehr wir die Landschaft betrachteten, umso klarer wurde es uns, warum so viele deutsche und andere Mitteleuropäer in der Vergangenheit gerade hierher ausgewandert waren. In diesem Fleckchen Erde in Chile fanden sie Vertrautes - ein Stück Heimat.
Da wir nur wenige Stunden zur Verfügung hatten, konnten wir nicht weit ins Landesinnere fahren. Trotzdem zeigte uns unsere Fahrerin mehrere abenteuerliche Hängebrücken, über die sie sogar - einmal mit und einmal ohne uns - in ihrem Auto fuhr. Dann brachte sie uns zu einem schönen Wasserfall, der zugleich ein Wallfahrtsort war, mit der Darstellung einer Madonna im Felsen.
Auch wenn die Fahrt in unserer Ölsardinen-Limousine wieder alles andere als bequem war, so war es doch ein schöner Vormittag mit vielen interessanten Eindrücken, nicht zuletzt durch unsere drei Reisebegleiter, die uns viel über Land und Leute und auch über die politische Situation in Chile erzählten.
Am Nachmittag kreuzten wir dann mit der "Star" erneut in den chilenischen Fjorden und genossen die einzigartigen Panoramen.
Ich möchte an dieser Stelle noch etwas nachholen. Schon nach Ushuaia begannen wir durch die Fjorde zu fahren. Wir bogen in den Beagle- Kanal ein, wo uns unbeschreibliche Gletscher erwarteten. Riesige Flächen ewigen Eises, von denen aus Bäche und Rinnsale sich hinab ins Wasser ihren Weg bahnten. Einer von ihnen, der „ltaly-Gletscher“ mündete sogar ins Meer. Er soll der einzige auf der Welt sein, der das tut. Was für unvergessliche Eindrücke!
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Punto Arenas
Punta Arenas ist unser erster Hafen in Chile.
Es ist Sonntagvormittag und die meisten Geschäfte sind geschlossen. Der Ort mutet seltsam an. Ganz anders als Argentinien - ärmer, trister, teilweise heruntergekommen. Manche Ecken erinnern an die ehemalige DDR. Wir schlendern zunächst ein paar eintönige Straßen entlang und warten darauf, auf eine interessante Ecke zu stoßen. Die finden wir tatsächlich, als wir an der „Plaza de Armas“ und der gegenüberliegenden Kathedrale ankommen.
Zuerst fallen uns im Park die vielen großen frei laufenden Hund auf. Sie sehen jedoch gut genährt aus und scheinen alle Besitzer zu haben.Wir gehen weiter in Richtung Friedhof. Dort erwarten uns große Familiengräber, einige sind richtige kleine, prächtige Tempel von Verstorbenen, die sicher einmal wohlhabend und einflussreich waren. Eines davon ist leider mit roter Farbe beschmiert. Es ist das Grabmal der „Familie Menendez“. Wir sind zunächst ziemlich entsetzt, wie man so etwas machen kann. Später lesen wir dann, dass das Familienoberhaupt José Menendez beschuldigt wird, an dem Genozid von indianischen Ureinwohnern, den Selk’nam beteiligt gewesen zu sein. Auch wenn es menschlich von der Opferseite her nachvollzogen werden kann, dass sich hier aufgrund der Hilflosigkeit eine immense Wut entlädt, erscheint uns eine solche Aktion doch als der falsche Weg.
Auch in Punta Arenas gibt es zahlreiche Graffiti. Allerdings sind nur wenige künstlerisch gestaltet. Meist sind es politische Parolen, die den ganzen Frust und die Wut gegen die Regierung widerspiegeln. Das, was wir zuhause im Fernsehen über die Unruhen in Chile gesehen haben, findet anscheinend im ganzen Land statt, auch hier am Ende der Welt. Und so sind viele Schaufenster zertrümmert, sofern sie nicht verrammelt oder mit Holzbrettern zugenagelt sind. Das wirkt alles sehr befremdlich. Wir möchten mehr über den Konflikt wissen und reden später mit unseren argentinischen Bekannten darüber. Dann finde ich noch einen "Spiegel-Artikel" vom Dezember 2019, der sich mit den Aussagen der beiden über die miserablen sozialen Verhältnisse, der Korruption und der staatlichen Gewalt deckt. Jetzt verstehe ich auch, warum beispielsweise der Barbesitzer, wo wir unseren Kaffee trinken, so gelassen auf seine eingeschlagene Fensterscheibe reagiert.
Unsere Bekannten erzählen uns, dass Chile seinen Faschismus der 70er und 80er Jahren nie aufgearbeitet hat und kaum ein Täter je zur Rechenschaft gezogen wurde. Mich erinnert das ein wenig an die Proteste der 68er, in die sich zumindest in Deutschland auch die Wut gegen die „Nazi-Eltern und -Großeltern“ mischte.
Ich bin mal gespannt, welche Eindrücke uns in Santiago de Chile erwarten.