Beiträge von stoitschkov

    Das mit der Kantine hatte ich zeitweise auch so empfunden und ja auch geschrieben. Ellenbogen, Füße treten, Schlacht am Buffet... das blieb aus, und wie gesagt, waren die Servicekräfte sehr sehr freundlich.

    Dass aber im Artania sehr gut gekocht wird und im Lido nicht, darf eigentlich nicht passieren und sollte auch von Phoenix nicht geduldet werden .

    Mir fehlt der direkte Vergleich, da ich ja schlecht in beiden Restaurants gleichzeitig essen konnte.

    Auch von mir eine Ergänzung: Ich bin 66, meine Frau wird's dies Jahr auch noch.

    Meine allererste Kreuzfahrt war vor einer Woche mit der Artania in Südnorwegen. Weitere werden folgen.

    Trotzdem bleiben wir eingefleischte Individual-Urlauber.

    Oh oh, ich muss unbedingt den Bericht London/QM2 zuende schreiben um unsere Erfahrungen weiterzugeben. :/ Wenn du von mangelnder Kochkunst schreibst hoffe ich, dass du dich gut informiert hast über die Qualität der Speisen auf der QM2? Unser Geschmack war es dort nicht.

    Nein, ich habe mich nicht informiert. Sollte etwa ausgerechnet auf der Queen Mary 2 nicht die gute englische Küche serviert werden? Ist jetzt dort nicht sogar Jamie Oliver der Chefkoch??

    Inzwischen habe ich mich im Netz nun doch mal informiert. Negative Berichte über die Bordküche habe ich bis jetzt keine gefunden. Klaus Kremer war über 2 Jahrzehnte lang dort Küchenchef, ist aber wie's scheint, nicht mehr auf dem Schiff tätig. Wenn du und andere deine/eure persönlichen Eindrücke schildern könntet, wäre ich dankbar.

    Sorgen mache ich mir totzdem keine - schließlich haben wir auch auf der Artania fast immer was Passendes gefunden.

    Ja, natürlich kann jeder machen was er will, wenn die Möglichkeiten vorhanden sind.

    Für uns war es aus den genannten Gründen am Buffet klar besser. Krankheitsbedingt waren wir auch nicht bei jeder Mahlzeit dabei, bzw. haben uns nur etwas Passendes rausgepickt.

    Das Personal im Lido war extrem aufmerksam, ständig gut gelaunt und freundlich. Eine "Schlacht" fand zu keiner Zeit statt.

    Was ich erschreckend fand, war die oft mangelnde Kochkunst. Wie das gleichzeitig im Vierjahreszeiten, Pichlers oder im Artania war, kann ich natürlich nicht sagen. Insgesamt hätte ich mir bei einer Kreuzfahrt ein Mindestmaß an niveauvoller Kulinarik erwartet. Überrascht war ich von den speziellen (rheinischen?) "Leckereien" wie Blutwurstpralinen, knusprige Blutwurstrolle, cremiges Sauerkraut und ständig dieser Brokkoli und Rosenkohl. Sogar Limburger (bei uns als Backsteinkäse und extremer Stinker bekannt) stand auf der Speisekarte. Mahlzeit!

    So gibt es für jeden bei jeder Reederei Licht und Schatten.

    Dürfen wir wissen wohin die weiteren Reisen gehen werden?

    Die dritte Seereise wird ein Kurztrip von Hamburg nach Southampton über Zeebrügge. Diese war eigentlich als Testreise für die Queen Mary 2 geplant. Dennoch habe ich vor dem Test - noch bei bester Gesundheit - in Oslo gleich noch die Reise im Indian Summer von Quebec nach New York gebucht, um den Frühbucher-Rabatt von 10 % zu nutzen.

    Dass es drei Restaurants gibt hat den einfachen Grund, dass jeder auf jeden Fall einen Platz bekommt. Wenn du die Plätze zusammenzählst kommst du auf die passagierzahl.


    Das Pichlers ist extra als Spezialitätenrestaurant.

    Das mit den Plätzen ist mir schon klar. Ich persönlich finde die Buffet-Variante viel praktischer und wunderte mich, dass es die Leute eher zu den Bedien-Restaurants hinzieht, wo man den Menüvorschlägen ausgeliefert ist.

    Was mich auch wundert: Scheinbar war keiner der übrigen 1198 Passagiere Forumsmitglied?!

    Die nächste Fahrt geht Ende April von Mallorca über Cadiz nach Tanger und wieder zurück nach Mallorca mit Mein Schiff 1. Der einzige Grund für die Buchung ist der Auftritt von David Garrett mit dem ich meine Frau überraschen will. Anschließend werden wir noch einige Tage an der Algarve verbringen.

    Phoenix-Bashing liegt mir fern. Ich habe mit Bedacht dieses Unternehmen, das Schff und das Reisezel als erste Kreuzfahrt ausgewählt - soweit mir das als unerfahrenem Neuling möglich war.

    Vieles am Konzept von Phoenix und auf der Artania hat uns gut gefallen - manches leider nicht.

    So, die erste Kreuzfahrt ist überstanden und ich gebe hier mal völlig ungeordnet meine Eindrücke wieder:

    Schiff: Die Artania ist ein schnittiges Schiff, überschaubar, ohne Innenkabinen, wenig Passagiere, viel Servicekräfte. Trotzdem hatte ich bis zum letzten Tag mit der Orientierung zu kämpfen.

    Wozu man außer dem Lido noch 3, teils riesige Bedientrestaurants braucht, hat sich mir nicht erschlossen.

    Spa und Co.: Wer geht schon gern in den Jacuzzi, wenn 2 Meter entfernt der Bär steppt? Im Spa-Bereich herrschte oft gähnende Leere und die geduldig wartenden Mitarbeiter taten mir leid.

    Kabine: Außenkabine mit Sichtbehinderung; man könnte aber noch am Rettungsboot vorbeischauen. Ausreichend groß mit geräumigen Schränken. Bad war gut, vor allem die Walk-in-Dusche hat uns gefallen. Leider war die Entlüftung völlig unzureichend, so dass man nach dem Abtrocknen von der vorhandenen Luftfeuchtigkeit wieder patschnass war. (Im Gegensatz zu den Restaurants, wo man meist so zugig wie Freien saß).

    Fahrt: Sehr ruhig und erholsam, auch bei Windstärke 8 oder 70 Knoten und sehr grober See kam keinerlei Unwohlsein auf. Wir hatten uns im Vorfeld mit der Vitamin C Methode auf Seekrankheiten vorbereitet, was auch super funktioniert hat; die Wirkung des Vitamins gegen Erkältungen blieb jedoch vollkommen aus.

    Wetter: 6 von 7 Tagen topp!

    Städte und Führungen: Oslo haut jetzt keinen von den Socken, außer vielleicht das Opernhaus (kann mit der Elbphilharmonie mithalten). Führung mit Stefanie, einer jungen Osloerin mit deutschen Wurzeln) war sehr informativ (Rathaus, Schloss, Königinnengarten, Ibsenhaus, Uni, Theater, Grand Hotel Café...). Mir haben die vielen Saunen im Hafengebiet gefallen.

    Christiansand: Da war meine Frau schon krank (schwere Erkältung) und ich folgte im Schlepptau. Daher konnte ich die Riesenkanone bei Møvik nicht besichtigen. Ich war nur kurz im (netten) Städtchen, um das WLan zu nutzen und einen örtlichen Anbieter für die Fahrt zum Preikestolen bei Stavanger zu buchen. Was sich später als schwachsinnig erwiesen hat, da es mir am nächsten Tag nicht besser ging, sondern richtig schlecht. Von Phoenix wurde die Fahrt zum Basislager des Felsens leider nicht angeboten.

    Stavanger: Meine Frau hatte einen Tag des körperlichen Aufschwungs und machte eine Busfahrt rund um Stavanger mit, was sich als ziemlicher Flop erwies. Der einzige Halt war bei den 3 Schwertern. Nachher war sie noch zu Fuß in der Stadt unterwegs und beschrieb sie als sehr, sehr interessant. Mir war die Stadt schon aus der sehr guten TV-Serie "Lykkeland" bekannt und desween hatte ich mich gerade darauf unheimlich gefreut. Leider musste ich den ganzen Tag im Bett bleiben und habe so das absolute Highlight der Reise verpasst (incl. Preikestolen).

    Bergen: Meine Frau konnte die Stadtführung mitmachen, die ganz okay war. Ich blieb im Bett.

    Schade war bei den letzten beiden Städten, dass die Artania so lange im Hafen lag, dass man weder bei der Einfahrt noch bei der Ausfahrt die Schären/Fjordlandschaft bei Tageslicht bewundern konnte.

    Essen auf dem Schiff: Ganz ehrlich; ich war noch nie All-Inclusive im Urlaub unterwegs und habe bei meiner Figur auch keinen Nachholbedarf. Von morgens um 8 Uhr bis nachts um 1 kann fast ununerbrochen gefuttert werden und die Servicekräfte sind ständig am Auf- und Abbauen und Umdekorieren.

    Qualität der Speisen: Unfassbar, die Spannbreite! Es gab beispielweise unförmige, geschmacksfreie Teigklumpen, die als "Spätzle" deklariert wurden; eine fade Brühe mit groben Gemüsewürfeln und einer Muschel oben auf der Minitasse, die als "Bouillabaisse" herhalten sollte; Bratkartoffeln, die stundenlang im Konvektomat von jeglicher Knusprigkeit befreit wurden, verkochten Spargel, usw.. Dem gegenüber stand echter Gaumenschmaus: Ochsenbrust, Rinderfilet, Spanferkel, Wurstsalat, Süßspeisen...

    Mehrere Passagiere rieten uns, nicht im Lido-Buffet-Restaurant sondern auf Deck 2 oder 3 in den Bedientrestaurants zu Speisen, weil das Essen dort wesentlich besser wäre. Ich habe es einmal probiert (Bouillabaisse als Hauptspeise :D)... Auch aus anderen Gründen kamen die Bedientrestaurants für uns nicht mehr in Frage: Diverse Unverträglichkeiten bei Zutaten kann man am Buffet besser umschiffen. Die teils unfassbaren Kreationen bei Hauptgerichten (z. B. Rindersaftgulasch mit Würstchen, Rosenkohl und saurer Gurke) kollidierten zusätzlich mit abeneuerlich zusammengewrfelten Menüvorschlägen. Und am Buffet sieht man zemlich schnell, welche Speisen heute nicht so gut gelungen sind.

    Getränke: Sekt bei der Einschiffung, Sekt an Bord, Sekt beim Galadinner, Freibier beim "Oktoberfest", Wein zu den Mahlzeiten... alles frei. Ansonsten sehr moderate Preise bei allen Getränken! Da braucht niemand einem Getränkepaket für 150 Euro oder mehr hinterherjammern.

    Programm an Bord und Shows: Meine Meinung zum Thema Karnevalsveranstaltungen im Herbst in Norwegen habe ich mich ja schon deutlich genug ausgelassen<X. Bei 2 Veranstaltungen waren wir zugegen. Was ist bloß aus den Räubern geworden =O

    Der Rest hat uns nicht interessiert, bzw. wir waren indisponiert, oder auch die Künstler.

    Erkältungswelle: Ab Oslo grassierte eine Erkältungswelle an Bord, die nicht nur dutzende Passagiere, sondern auch Servicekräfte, Crew, Reiseleitung und Künstler erfasste. Wir selbst haben mindestens die halbe Reise im Bett verbracht. Da man der Pandemie auf dem Schiff nicht davonlaufen kann, fand ich die Reaktion von Phoenix ziemlich schwach - es gab nämlich keine. Dabei hatte sich auf dem Schiff erst im Sommer bei einer Seereise das Norovirus unter den Passaieren und Besatzungsmitgliedern ausgebreitet und ich hatte angenommen, dass man etwas sensibilisierter oder offensiver mit der Thematik umgeht. Falsch gedacht. Augen zu und durch!

    Servicekräfte: Über die Kochkünste habe ich schon geschrieben. Insgesamt würde ich der Küche ein niedriges Kantinenniveau mit ermutigenden Ausreißern nach oben bescheinigen. Ganz im Gegensatz dazu kann ich die Kellnerinnen und Kellner nur loben: Eifrig, schnell, fröhlich, kompetent! Das Lob gilt auch der Kabinencrew.

    Ich beende jetzt meine Darstellung dieser Kreuzfahrt, die bei uns leider nicht die erhoffte Hochstimmung auslöste.

    Gruß vom Kappelberg

    Melde mich von der Artania:

    Nehmt genug Arzneimittel gegen Erkältungen mit! Am Besten noch Masken und Corona-Tests.

    An Bord gibt es seit Tagen haufenweise Erkrankte: Passagiere sowieso, auch Crewmitglieder, Künstler und Phoenix-Mitarbeiter hat es erwischt.

    Jetzt stehen plötzlich noch weitere Hände-Desinfektionsautomaten rum, aber gesprochen wird darüber nicht von der Kreuzfahrt-Leitung.

    Statt das Problem offensiv anzugehen, werden weitere Massenveranstaltungen durchgezogen: Oktoberfest mit Freibier oder, jetzt gerade, der Kapitäns-Gala-Abend mit Cocktails und jede Menge Sekt.

    Ich finde das schon grenzwertig bei einer derart hohen Anzahl an Erkrankten.