Biketouren: Auf Saint Lucia, Antigua und St. Maarten waren wir mit dem Bike unterwegs. Allesamt sehr gut organisiert, top Guides mit viel Erfahrung und wertvollen Tipps. Je nach Auslastung wurden sämtliche Touren mehrmals angeboten. Zudem aufgrund von Sicherheitsaspekten ist die maximale Anzahl auf 16 Radfahrer pro Gruppe begrenzt.
Auf Saint Lucia (entspannte Runde ohne E-Motor) mit Guide René, der bereits seit 2004 in der Karibik Biketouren durchführt, ging es zuerst durch die quirlige Inselhauptstadt Castries, vorbei am Marktplatz mit kleinem Aufenthalt und anschließend zum Vigie Beach zum Relaxen und baden. Allerdings waren die Wellen dort etwas heftiger und die meisten nutzten dies für einen Strandspaziergang. Wer wollte, konnte noch weiter oben zum Leuchtturm rauf und die Aussicht von oben auf Castries, den Hafen und einzelne Küstenabschnitte St. Lucias genießen. Es war jedenfalls sehr sehenswert. Die Wohlfühlfahrt mit wenigen Höhenmetern ist prinzipiell für jeden geeignet und machbar. Wer sich dennoch nicht so fit fühlt, kann die Tour mit dem E-Bike buchen.
In St. Johns auf Antigua legte das Schiff bereits um 14 Uhr an (ursprünglich 19 Uhr) mit Overnight. Vor Reisebeginn wurden für den ersten Tag sämtliche Ausflüge freigeschaltet, u. a. die E-Bike Tour zum Dickenson Bay.
Die Tour, diesmal mit Guide Kimmi, führte durch flaches Gelände und Gassen von St. Johns, weiter ging es stadtauswärts durch landestypische Siedlungen bis zum heutigen Ziel. Der Dickenson Bay ist eine der schönsten Buchten Antiguas, ca. 1,5 km lang, kristallklares Wasser, feinsandig und ideal zum Schwimmen. Ein schönes Fotomotiv natürlich die rote Telefonzelle. Wer dem Trubel etwas entgehen möchte, gerne von der Telefonzelle ein Stückchen entlang gehen, findet mit Sicherheit ein ruhiges Plätzchen.
Das Highlight der Biketour stand uns dann auf St. Maarten bevor, die E-Bike Entdeckerfahrt. Mit Luke hatten wir natürlich den perfekten Guide, der gebürtige Holländer ist.
Er konnte uns auf der gesamten Tour mit vielen Infos und Tipps zur Insel versorgen. Sint Maarten ist ein zum Königreich der Niederlande gehörendes Land auf dem südlichen Teil der Karibikinsel St. Martin und der andere Teil zum französischen Überseegebiet St. Maartens gehört. Allerdings war die Insel nicht voll, sondern nahezu am Verkehrs-Kollaps. Mit uns lagen noch weitere fünf Schiffe im Hafen, darunter das derzeit größte Kreuzfahrtschiff, die Icon of the Seas mit einer Kapazität von ca. 7.000 Paxen. So waren schlagartig auf einer 34 qm² großen Insel weitere 15.000 - 20.000 Gäste an Land. Auf sämtlichen Straßen stockte es bzw. kam es zu kilometerlangen Staus, sodass das Fahrrad noch eines der besseren Verkehrsmittel war, wo man sich fortbewegen konnte. So waren wir größtenteils mittig der Straße unterwegs, vorbei an stehenden oder langsamen Fahrzeugen bei ständigem Gegenverkehr. Man musste wirklich „auf der Hut“ sein, um nicht von anderen Verkehrsteilnehmern eingeengt oder bedrängt zu werden. Ich hab mich zu Beginn als letzter Mann einteilen lassen, was ich schon des Öfteren gemacht habe und auch zuhause öfters in der Gruppe unterwegs bin. Doch ohne zu wissen, was mich heute verkehrstechnisch erwartet, war das teilweise schon recht grenzwertig. Für den Vielfahrer oder geübten Biker in der Gruppe an sich nicht das große Problem. Wer sich aber etwas unsicher auf dem Rad fühlt oder gar ängstlich und den regen Verkehr nicht gewohnt ist, für den war es eine Herausforderung der besonderen Art. Unser Guide meinte noch, so voll hat er die Insel noch nicht erlebt und selber als „krass“ bezeichnet, was hier abging.
Nichtsdestotrotz war diese Tour ein Erlebnis. Entlang der Promenade durch Philipsburg ins Landesinnere über die niederländische/französische Landesgrenze bis zum Aussichtspunkt Harold Jack Hill zwischen Cole Bay und Philipsburg, die einen atemberaubenden Panoramablick auf das niederländische St. Maarten bietet. Anschließend weiter durch den französischen Teil der Insel bis nach Marigot. Dort machten wir die Mittagspause, bevor es dann wieder stadtauswärts bei etwas weniger Verkehr weiter bis zum Villenviertel mit Strandpause am Mullet Beach ging. Ein traumhafter Strandabschnitt mit perfektem klaren Wasser. Endlich ein wenig Zeit zum chillen.
Nach einer knappen Stunde ging es ein kurzes Stück weiter zum berühmten Flughafenstrand, dem Maho Beach. Dort haben wir uns aber nicht so lange aufgehalten, konnten dennoch einige Fotos von Flugzeugen im Landeanflug und auch beim Start machen. Für alle Luftfahrtbegeisterten und diejenigen, die es noch nicht gesehen haben, auf jeden Fall sehenswert, gerade wie nah man wirklich am Fluggeschehen dran ist. Aber ein zweites Mal muss nicht unbedingt sein. Danach ging es bei weiter abnehmendem Verkehr wieder zum Hafen zurück. Auch wenn das sehr warme Wetter und teilweise böiger Wind sein Übriges tat, war die E-Bike Entdeckerfahrt definitiv ein tolles Erlebnis. Wer gerne auf mittellange Strecken (ca. 40-50 km) unterwegs ist und 400 - 500 Höhenmetern kein Problem darstellt, ist auf dieser Tour gut aufgehoben.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass alle Biketouren wirklich empfehlenswert sind. Gut vorbereitete Guides mit fundiertem Fachwissen und stets auf Sicherheit bedacht. Die Räder an sich sind in Ordnung, so merkt man ihnen doch die Beanspruchung und Strapazen an, welche sie fast täglich ausgesetzt sind. An den Linksverkehr (auf vielen Inseln) muss man sich zwar erst gewöhnen, aber nach Saint Lucia lief das fast wie gewohnt. Einfach dem Vordermann hinterherfahren, dann sollte das passen. Auf Sint Maarten zwar normaler Rechtsverkehr, aber verkehrstechnisch wie oben geschildert teils katastrophal.
Weihnachten: Das Schiff ist in den Innenbereichen sehr schön dekoriert und wirkt in allen Bereichen sehr einladend. Der Wohlfühlcharakter hält was es verspricht. Weihnachten selbst haben wir im Atlantik Klassik vorab einen Tisch reservieren müssen. Es gab vier Essenszeiten zwischen 17.30 und 20.45 Uhr. Alle Restaurants waren zudem toll weihnachtlich eingedeckt. Ein sehr gemütliches Ambiente und eine angenehme Atmosphäre, ganz weit weg vom bekannten Weihnachtsstress. Natürlich darf die Weihnachtsgans mit Kartoffelklößen und Rotkohl nicht fehlen. Am Essen gab es generell nichts zu beanstanden. Von der Qualität und Zubereitung durchweg recht gut mit Ausnahme von Hähnchenfleisch, was teilweise zu trocken war.
Im Theater fand eine Weihnachtsshow statt, die eigens von der Crew inszeniert und zusammengestellt wurde. Ist in unseren Augen wirklich gelungen und sehr gut gemacht.
Kreuzfahrtdirektor Stefan Seizer hat sich bei seiner Weihnachtsrede bei der gesamten Crew bedankt, die fernab ihrer Heimat alles daran setzen, um jedem Gast eine unvergessliche Weihnachtsreise zu ermöglichen. Nicht nur er hatte Tränen in den Augen, es war wirklich emotional am Heiligen Abend.
Sonstiges: Fragestunde mit Kapitän Mahler…sozusagen das Weihnachts-Bonbon. Für uns als eher neutraler Gast die bislang längste, aber beste und umfangreichste Fragestunde mit der Prise Humor, die wir je an Bord erleben durften. Zudem viele aktuelle Infos und Bildmaterial aus dem letzten Werftaufenthalt 2024 in Dubai.
Der KFD kommt zwar aus Köln, aber der Jeck war er net. Stets bemüht, die Tagespunkte fehlerfrei übers Bordmikro zu übermitteln, was jedoch nur ansatzweise funktionierte. Okay, so lange ist er ja noch nicht im Amt und war vorher musikalischer Leiter bei AIDA. Ansonsten aber eine angenehme Stimme und war tagsüber immer wieder präsent. Lt. seiner Aussage war die Cruise nahezu komplett ausgebucht, ca. 2.800 Paxe an Bord und über 1000 Crewmitglieder aus 49 Nationen.
Ein ganz großes DANKESCHÖN an die Crew. Sie tun wirklich alles, uns allen jeden Tag ein Lächeln über die Lippen zu entlocken. Bis auf ganz wenige Ausnahmen fanden wir die Crew als sehr motiviert, obwohl sie 24/7 permanent im Einsatz war bzw. ist.
Im SPA wurde insbesondere im Außenbereich darauf geachtet, dass dort keiner mit Badekleidung weilte. Nach maltesischem Recht nur mit Bademantel und/ oder Handtuch erlaubt.
Zum Thema Internet: Die neuen aber teuren Internetpakete werden ab 2026 für eine dreimonatige Testphase auf der MS2 und MS7 eingeführt. Wie es anschließend im April weitergeht und ggf. auf die gesamte TC-Flotte übertragen wird, bleibt abzuwarten. Wir haben über unseren Mobilfunkanbieter „T“ einen Datenpass für die 14 Tage gebucht, der perfekt funktionierte, sobald man sich am jeweiligen Hafen in ein passendes Netz eingewählt hat. Gilt wie gesagt nur an Land und NICHT auf See. Dafür gibt es dann regionale eSIMS.
Zum Abschluss bleibt festzuhalten: Es war eine unvergessliche und ereignisreiche Weihnachtscruise mit so vielen tollen und teils emotionalen Momenten. Manche Eindrücke müssen erstmal verarbeiten werden. Es war unsere erste, aber sicherlich nicht die letzte zu den karibischen Inseln. Es stehen noch einige Biketouren aus, u. a. zu den Pitons, zum Timothy Hill und Scotts Head.
Für alle, die diese Reise noch vor sich haben, freut euch und habt Spaß…ablegen und genießen.
Mehr fällt mir im Moment nicht ein, kann aber gerne bei Bedarf nachliefern.
Viele Grüße und einen guten Rutsch!!
Sascha