Wir haben jetzt im Juli auch die HoHo Tour in Geiranger gemacht. Da wechselhaftes Wetter mit viel Bewölkung angesagt war, haben wir unsere individuell gebuchten Ausflüge zum Dalsnibba 24 Stunden vorher abgesagt und haben uns dann spontan in Geiranger umgeschaut. Vor Ort gibt es in der Touristeninformation die Möglichkeit, weitere Ausflüge (in Ergänzung zu den Touren, die TC vermittelt, oder zu den online verfügbaren Anbietern) zu buchen - diese jedoch starteten allesamt recht zeitig morgens und um 10 Uhr waren diese schon unterwegs; nachmittags wäre noch eine Tour frei. Nach einem kurzen Plausch waren wir uns aber mit der netten Mitarbeiterin dort einig, dass das Wetter in Geiranger sehr viel versprechend ist, auf dem Dalsnibba aber wohl bewölkt bleiben würde. Daher fiel unsere Wahl auf den HoHo Bus.
Der Schalter ist, wie von andreaO beschrieben, kaum zu verfehlen. Wenn man von Seawalk kommt an der Stirnseite der Souvenirläden, ganz in der Nähe vom Troll. Als vierköpfige Familie (zwei Kinder) haben wir 120 Euro für die Tickets bezahlt. Gefahren wird alle halbe Stunde, wobei die letzte Tour am Hafen um 13:00 Uhr (oder war es 13:30 Uhr?) startet. Gefahren wird von Hafen über Fjordzentrum und die Haltestelle zur Westeras Farm bis Flydalsjuvet - eine Strecke dauert knapp 15 Minuten. Man bekommt ein paar Ohrstöpsel für den Audio Guide im Bus.
Kurz vor unserer Abfahrt kam dann die Sonne so richtig hervor und wir konnten den Busfahrer überzeugen, doch oben das Dach zu öffnen. So ging es "oben ohne" die Serpentinen hinaus, mit tollen Ausblicken in alle Richtungen.
Am Flydalsjuvet sind wir ausgestiegen. Der Bus fährt dann noch ein Stück weiter, wendet und ist etwa 5 Minuten später wieder da zur Rückfahrt.
Wir waren auch eine Stunde oben. Dort ist erstmal ein großer und (fast) immer voller Parkplatz mit Schaulustigen, die diesen einen tollen Blick erhaschen und fotografieren wollen.
Wenn man vom Parkplatz aus den Weg Fußweg an der Straße nur wenige Meter bergab läuft, kommt man bei einem weiteren Aussichtspunkt an, oben rechts im Bild. Dort ist auch ein kleinerer Parkplatz und dort gibt es Toiletten. Im oberen Bereich ist dieser mit Zäunen gesichert; man kann über Felsen, Wurzeln und etwas Matsch recht bequem laufen (--> Schuhwerk) und dann verschiedene tolle Ausblicke erleben.
Hält man sich von den Toilettenhäuschen rechts, kommt man zunächst zum "Queens Chair" (oder Fjordsetet, ein Holzstuhl mit toller Aussicht über den Fjord, der von Queen Sonja mal eröffnet wurde). Geht man weiter herunter, wird es einsamer und man hat immer wieder tolle Fotomöglichkeiten (unter anderem einen flachen Stein, der, wenn man aus der richtigen Perspektive fotografiert, so wirkt, als würde man auf einer Klippe mit dem Fjord im Hintergrund sitzen).
Das ist nicht die "bekannte Foto-Klippe" am Flydalsjuvet - die war uns zu gefährlich. Will man dorthin, muss man an den Toilettenhäuschen anders abbiegen und einen kleinen Zaun übersteigen. Wer das machen möchte, soll gerne selbst googlen.
Wir sind von hier dann mit dem Bus eine Haltestelle bergab zur Westeras Farm gefahren. Von hier geht es einen mitunter doch etwas steileren Schotterweg weiter (sollte kein Problem für gesunde und fitte Menschen sein, mit dem Kinderwagen war es vor einigen Jahren doch sportlich), knapp ein Kilometer bis zur Farm, die im Sommer eigentlich immer Eis, Waffeln und Getränke serviert. Kurz vor der Farm kommt der hier genannte Wegweiser, wo es auf der einen Seite einen steilen Weg ins Tal zum Fjordzentrum und auf der anderen Seite den Wanderweg zum Storsaeter Wasserfall gibt. Bei der Touristeninformation (auch auch per Google) bekommt man eine "Turkart" mit Wanderrouten in der Umgebung. Wir sind von der Farm noch ein Stück weiter bis zum Westerasfjäll gewandert.
Von hier sind wir den Weg ins Tal gegangen und haben beim Fjordzentrum Pause gemacht. Weiter ging es dann den Fossevandring, den noch recht neuen Weg vom Fjordzentrum den Wasserfall entlang runter zum Campingplatz am Hafen. Wir waren gegen 15 Uhr zurück am Hafen, rechtzeitig genug, um noch ein paar Souvenirs zu shoppen und Fotos vom Schiff zu machen.
Wenn man also die Adlerkehre und Dalsnibba nicht unbedingt sehen muss (oder die Wetterbedingungen es nicht zulassen), sind die HoHo Busse eine bequeme und stressfreie (wenn auch nicht ganz günstige) Möglichkeit, sehr viel von Geiranger und der zauberhaften Umgebung zu sehen.