Wir waren im Juli 2024 mit MS7 in Molde. Molde war uns als Stadt noch nicht bekannt, und außer dass es dort einen recht bekannten und erfolgreichen Fußballverein gibt, bei dem auch Erling Haaland einst seine Stiefel geschnürt hat (oder hat schnüren lassen), sagte und das recht wenig. Auch in den einschlägigen Foren kam Molde als Hafen meist nicht gut weg, auf den ersten Blick fanden wir wenig Hinweise jenseits der klassischen Ausflüge. Also haben wir uns überlegt, wie wir unseren Tag dort am besten verbringen können.
Klassische Ausflüge führen zum Beispiel an die Atlantikstraße, zu den Marmorhöhlen von Bergtatt oder an den Eresfjord. Klingt alles gut, ist aber zum Teil wetterabhängig und vor allem recht teuer und fremdbestimmt. Das machen wir nicht so gern. In Molde selbst fanden wir das Flanieren an der rosengesäumten Promenade reizvoll und den Rosengarten auf dem Rathaus (aus beiden resultiert wohl der Name "Stadt der Rosen"), und weiter der Aufstieg auf den Hausberg Varden mit einem Zwischenstopp im Romsdalsfreilichtmuseum auf halber Wegstrecke. Das wiederum ist dann stark wetterabhängig. Wir wollten gerne flexibel und selbstbestimmt unterwegs sein, und haben uns für einen Mietwagen entschieden.
Der lokale Anbieter ist Molde Bil, die Leihe wird über Bilutleie 1 abgewickelt. Wir haben uns ein Jahr im Voraus um einen Mietwagen bemüht, das war sehr einfach. Wichtig zu wissen: große Kreuzfahrtschiffe legen sehr häufig am Storkaia (neben dem Stadion von Molde und nahe an der Stadt) an, nur wenn mehrere Schiffe in der Stadt sind, wird auf einen Liegeplatz etwas außerhalb im Industriehafen (beim Anleger der Fähren) ausgewichen. Die Mietwagenstation von Molde Bil liegt nahe des Fähranlegers, also etwas entfernt von der Storkaia.
Zum Buchungszeitraum wurde ein Hol- und Bringservice für den Mietwagen angeboten; nach der Buchung wurde mir dann aber mitgeteilt, dass dies nicht möglich sei. Ob das an Sonntag lag oder ob das nun grundsätzlich nicht mehr möglich ist, kann ich leider nicht sagen. Die Laufstrecke sind etwa 2 Kilometer und in gemütlichem Sightseeing-Tempo war ich knapp 30 Minuten unterwegs. Im Rahmen der Instruktionen zur Schlüsselübergabe habe ich auch Informationen über mögliche Taxen bekommen - ist also machbar.
Was wollten wir gerne machen? Wir haben ursprünglich zwei Alternativen ins Auge gefasst: bei guter Sicht eine Landschaftsfahrt entlang der Fjorde über Andalsnes bis zum Trollstigen und alternativ bei unsicherem Wetter eine Tour zur Atlantikstraße mit möglichen Stopps in Bud und bei den Marmorhöhlen. Ende Juni erreichte uns aber die Nachricht, dass der Trollstigen bis mindestens Jahresende wegen Steinschlägen gesperrt sein würde, und nur bis zum Aussichtspunkt am Fuße der Bergstraße im Isterdalen zu fahren, fanden wir nicht so attraktiv und für die Kinder auch recht ätzend. Also haben wir uns entschieden, die Landschaftsfahrt mit einer Fahrt mit den Romsdalsgondolen auf den Hausberg von Andalsnes, den Nesaksla, zu fahren.
Als wir angekommen waren, sagten uns der Blick auf Himmel und Wetter-App, dass wir eher gutes Wetter haben - und so haben wir unsere Landschaftstour gestartet.
