Beiträge von Gipsy

    Elbflorentina Willkommen in der Truppe.

    Jedenfalls muß ich das erste mal den Unterstützungsservice von Lufthansa bestellen. Mein Reisegefährte schafft die weiten Wege an den Flughäfen nimmer. Mal sehen wie das klappt!

    Das sollte kein Problem sein. Meine Eltern haben den Unterstützungsservice (mit Rollstuhl) einige Jahre in Stuttgart und in Malaga in Anspruch genommen und waren immer begeistert. Ein Problem hatte nur die Person, die zu Fuß ging, mit der Geschwindigkeit der Person, die den Rollstuhl schob. Die war meinem Vater einfach immer zu schnell.

    Seefahrer6168 , Spica , Anke66 , Oceanmotion , herzo1958 , Wellengucker Schön, dass ihr dabei seid.

    Irre: Leider dauert es noch gaaanz viele Tage, bis wir endlich los dürfen.
    Gipsy: Mein Kalender sagt, dass es in 90 Tagen losgeht. Wir müssen ja mal wieder am Abend vor dem Abflug zum Flughafen und dort übernachten.
    Irre: Wenn wir wieder mehr Zeit haben, müssen wir noch von der Flugplanung erzählen.
    Finanzministerin: Und von Torrox Costa, was das für ein Ort ist und warum wir uns diesen Ort ausgesucht haben.

    Leider habe ich noch keine Bilder vom Ort, obwohl ich schon einmal dort war. Im Internet gibt es aber einige Informationen und Bilder für die ganz Neugierigen.

    Wir freuen uns über alle, die virtuell mitfahren.
    Finanzministerin: Virtuell reisen ist super. Das kostet nichts außer Internet und zeigt oft unbekannte Gegenden.
    Irre: Und virtuelles Essen hat keine Kalorien. Da kannst du nicht schimpfen, dass meine Hosen zu eng werden, wenn ich alles probieren möchte.

    Dann will ich mich auch einmal outen. Ich bin junge 67 und auch schon seit ein paar Jahren in der Lebensphase ohne Zeit.

    Meine erste Kreuzfahrt war Ende 2022 mit Phoenix (Amera). Da habe ich mich mit diesem KF-Virus infiziert und eine Heilung ist nicht in Sicht, auch wenn die nächste Kreuzfahrt erst wieder Anfang dieses Jahres mit TC (Mein Schiff 3) war.

    Die Planung beginnt …

    … mit der Suche einer Wohnung. Und das war gar nicht so einfach.

    Wir waren wieder glücklich aus Bremerhaven zurückgekommen und hatten auch gut geschlafen nach dem Abenteuer Rückreise mit der Bahn. Der kleine Koffer war auch schon ausgepackt und der Kühlschrank war nach einem Raubzug beim Discounter auch nicht mehr leer. Der große Koffer war noch unterwegs und wurde erst am nächsten Tag erwartet. Meine Tochter mit Familie war auch schon da und hatte Kuchen gegen Kaffee und Mitbringsel getauscht. Und jetzt wurde die Irre langsam ungeduldig.

    Irre: Ich will jetzt endlich nach Wohnungen für nächsten Januar suchen. Dabei will ich in die Wärme und so nahe ans Meer, dass ich ganz einfach Seetag spielen kann, wenn ich das Fenster auf- und die Augen zumache.
    Finanzministerin: Wir müssen uns aber erst mal über den Ort einig werden.
    Irre: Irgendwo in der Gegend um Malaga, aber direkt am Strand. Torrox Costa war doch schön damals. Und dann hat da noch jemand Marbella erwähnt.
    Gipsy: Für Torrox Costa hatten wir vor Jahren doch mal nach Wohnungen zum Überwintern in der Rente gesucht. Und die Links habe ich doch alle gespeichert. Die können wir doch erst einmal auswerten.
    Irre: Wow. Das ist ja irre. 60% der Links funktionieren auch nach 9 Jahren noch. Und bei den anderen kommen wir immerhin auf die Webseite der Immobilienmakler. Die schreiben wir jetzt einfach mal an und hoffen, dass wir eine Wohnung bekommen.

    Leider wurde sie ziemlich enttäuscht. Entweder war die angefragte Wohnung schon vermietet oder es gab eine Mindestmietzeit von 3 Monaten oder wir empfanden den endgültigen Mietpreis einschließlich Nebenkosten als Wucher für das, was die angefragte Wohnung bot.

    Irre: Das ist ja so frustrierend. Wollen die denn keine Mieter?
    Finanzministerin: Wahrscheinlich überwintern viele Rentner immer in derselben Wohnung, so dass die dann in der Zeit schon geblockt ist. Da müssen sich neue Mieter erst durch die „schlechten“ Angebote wohnen bis sie in eines der besseren aufrücken können. Und unsere 6 Wochen im Januar und Februar können auch nicht mit den echten Überwinterungen mithalten.
    Irre: Aber was machen wir denn dann? Ich möchte doch so gerne ans Meer. Muss ich jetzt eine Wohnung nehmen, wo ich das Meer noch in der Ferne sehen aber nicht mehr hören kann? Oder gar eine, die ganz weit weg vom Meer ist?
    Gipsy: Es gibt doch noch die ganzen Ferienwohnung, die im Sommer wochenweise vermietet werden. Die stehen im Winter sicher nicht leer.
    Finanzministerin: Wenn da die Preise im Winter bezahlbar sind, ist das eine gute Alternative. Los Gipsy, durchsuch mal die Ferienwohnungsportale.
    Irre: Und dann such nicht nur in Torrox Costa sondern auch in Marbella.

    Nach einiger Zeit:
    Finanzministerin: Marbella kommt nicht in Frage. Die Ferienwohnungen in den Ferienwohnungsportalen sind dort so teuer, dass wir auch gleich nach einer Kreuzfahrt suchen können.
    Irre: Juhu. Wir machen doch eine Kreuzfahrt.
    Finanzministerin: Kommt nicht in Frage. Ich finanziere keinen Urlaub auf Pump. Die Wohnung muss billiger werden.
    Die Irre kämpft mit den Tränen.
    Gipsy: Da sind doch 2 Wohnungen in Torrox Costa, die direkt am Strand zu sein scheinen und auch bezahlbar sein sollten.
    Finanzministerin: Die erste hat aber in den letzten Jahren nur schlechte Bewertungen bekommen. Und das vor allem wegen Unsauberkeit und Schimmel. Die nehme ich nicht. Aber die andere sieht ganz gut aus. Und ich habe sie anhand der Blicke aus den Fenstern auch schon auf der Karte gefunden.
    Irre: Die ist aber ganz weit weg vom Leuchtturm und auch in El Morche und nicht in Torrox Costa. Und die Läden und Restaurants sind dann auch ganz weit weg. Aber der Blick vom Essplatz gefällt mir gut. Da kann ich beim Essen wieder Wellen gucken.
    Finanzministerin: Gipsy, ist die Irre so blöd oder hat sie wirklich nicht gemerkt, wo diese Wohnung ist?
    Irre: Macht ihr zwei euch über mich lustig? Ich will mir jetzt auf der Karte die Umgebung genauer ansehen.
    Gipsy: Am anderen Ende unserer Straße ist die Metzgerei, in der meine Eltern immer eingekauft haben. Und nur etwas weiter, auf der anderen Seite der Hauptstraße, ist ein Supermarkt. Etwas weiter ist dann noch eine Fischhandlung. Und im Nachbarhaus ist eine Bäckerei.
    Irre: Dann liegt die Wohnung doch nicht so schlecht wie ich befürchtet hatte.
    Irre denkt lange nach: Gipsy, mach mir Street View an. Ich will die ganz nahe Umgebung sehen.
    Irre wird ganz aufgeregt: D-d-da ge-gegenüber ist doch das Fischrestaurant, in dem wir vor 9 Jahren die leckere Paella und den leckeren Fisch gegessen haben. Wenn wir diese Wohnung mieten, bin ich ja ganz schnell dort zum Mittagessen oder Abendessen. Da brauche ich im Notfall noch nicht mal eine Jacke.
    Irre: Ihr zwei seid gemein. Ihr habt das gleich gewusst und mir nichts gesagt sondern euch darüber amüsiert, dass ich die Wohnung viel weiter weg vom Leuchtturm vermutet hatte. Auf der Karte ist die Adresse doch mit El Morche angegeben und das ist doch schon der Nachbarort.
    Gipsy: Sei nicht sauer Irre. Die Wohnung liegt direkt an der Grenze zwischen Torrox Costa und El Morche. Und wenn du die ganze Seite mit der Beschreibung der Wohnung gelesen hättest, hättest du gleich gewusst, wo die Wohnung ist. Da steht nämlich bei den Restaurants, dass dein Lieblings-Fischrestaurant 1 Minute Fußweg entfernt ist.
    Irre: Und da ist auch immer noch die breite, autofreie Promenade direkt am Strand. Habt ihr die Wohnung schon gebucht?
    Finanzministerin: Ja. Und da ist auch schon eine Antwort vom Vermieter.
    Irre: Gipsy, zeig mir noch mal die Bilder von der Wohnung. Und Street View um das Haus herum. Ich will das alles auswendig lernen und heute Nacht davon träumen.

    So konnten wir das Problem „wir suchen eine Ferienwohnung für 6 Wochen“ ganz im Sinne der Finanzministerin und der Irren lösen und den Abend ausklingen lassen. Die nächsten Tage musste die Irre natürlich mehrfach täglich mit der Karte die Umgebung der Wohnung absuchen und alle Geschäfte, Restaurants und Bars genau untersuchen. Sie lebt ihr Reisefieber schon wieder voll aus.


    …. Fortsetzung folgt

    Schon auf der Rückfahrt von der Karibik nach Bremerhaven im Februar diesen Jahres stand fest, dass es auch Anfang 2026 eine Auszeit in der Sonne geben würde. Und wieder besteht meine kleine Reisegruppe aus der Irren, der Finanzministerin und mir selbst, Gipsy. Dabei bin ich die einzige reale Person der Gruppe; bei der Irren und der Finanzministerin handelt es sich um virtuelle Persönlichkeiten bzw. virtuelle Handpuppen, die ich vor vielen Jahren für mich erfunden habe.

    Die Irre ist der lebenslustige, verrückte, immer junge Teil von mir, der das Alter und alle Einschränkungen ignoriert und gerne einfach so in den Tag lebt. Ihr ist kein Turm zu hoch, keine Hängebrücke zu lang und unruhig und keine Wanderung zu lange und zu beschwerlich. Dabei vergisst sie regelmäßig meine Höhenangst und die körperlichen Einschränkungen, die kein schnelles Gehen erlauben. Die Irre besteht auch immer auf leckeres Essen und genießt alle Annehmlichkeiten, die sie sich verschaffen kann. Sie lebt im Augenblick und denkt nur an die Zukunft, wenn sie dabei den nächsten Genuss planen kann.

    Die Finanzministerin fungiert als Gegengewicht zur Irren. Sie hat die Finanzen fest im Griff und denkt auch immer an die Zukunft. Auch muss sie die Irre immer wieder bremsen, wenn diese zu sehr über die Stränge schlägt und schon bei der Planung eines Ausflugs klar ist, dass meine Höhenangst und körperlichen Einschränkungen die meisten Teile des Ausflugs unmöglich machen werden. Aber auch sie genießt die schönen Seiten des Lebens und schafft es regelmäßig zusammen mit der Irren (die sie meist vorschickt), mich schnell wieder aus kleinen Tiefs herauszuholen.

    Und so sah die erste Planung diesen Urlaubs noch auf der Mein Schiff 3 irgendwo zwischen Gran Canaria und Bremerhaven aus:
    Irre: Ich will nächstes Jahr wieder in der Sonne sitzen und Wellen gucken. Wo fahren wir dann hin? Wieder in die Karibik?
    Finanzministerin: Für eine lange Kreuzfahrt reichen der Rest in unserer Urlaubskasse und die Neuzugänge nicht. Wir müssen uns also etwas anderes überlegen.
    Irre (ganz traurig): Ich möchte aber ganz lange in die Sonne und Wellen gucken. Und warm muss es natürlich auch sein.
    Finanzministerin: Wenn wir wieder zu Hause sind, können wir ja mal nach Ferienwohnungen im Süden Spaniens schauen.
    Irre: Wir haben doch vor vielen Jahre Mutti und Vati in ihrem Winterquartier in Spanien besucht. Da war es auch im Januar schön warm. Und von ihrer Wohnung aus konnte ich ganz toll die Wellen beobachten, wie sie einen kleinen Sandhügel am Strand immer kleiner machten. Dort hat es mir damals so gut gefallen, dass ich auch dort überwintern wollte.
    Gipsy: Der Ort hieß Torrox Costa und wir haben doch nach diesem Besuch sogar nach Wohnungen für Wintermiete gesucht. Die gesammelten Infos müsste ich noch auf dem Rechner haben.
    Irre: Dann können wir doch gleich nach einer Wohnung für Anfang 2026 suchen, wenn wir wieder zu Hause sind. Wie lange können wir denn bleiben? Von Anfang Januar bis Mitte April wäre schön.
    Finanzministerin: Wir müssen wegen unseres Ehrenamts noch 1 Woche im Januar zu Hause sein. Und Ende Februar gibt es auch ein paar Termine, für die wir wieder da sein müssen. Aber 6 Wochen gehen schon.
    Irre: Und du rückst dafür auch ganz sicher die Kohle raus? Auch für den Flug und die Fahrt vom und zum Flughafen?
    Finanzministerin: Wenn du keine der neuen Superluxuswohnungen willst und mit einem Linienflug zufrieden bist, können wir genug für eine schöne Auszeit zur Seite legen.
    Irre: Ich will aber auch in Restaurants essen gehen. Sonst sehe ich mich schon halb verhungert, weil Faultier Gipsy keinen Aufwand beim Kochen betreiben wird und nur ganz einfache, schnelle Gerichte serviert.
    Finanzministerin: Auch ein paar Mittagessen im Restaurant sind drin, wenn du dir das Frühstück und Abendessen selbst machst.
    Irre: OK. Aber du suchst trotzdem nach neuen Kreuzfahrten in der (fernen) Zukunft, damit auch mal wieder mit einem großen Schiff unter warmer Sonne auf dem Meer schaukeln kann?
    Finanzministerin: Versprochen.
    Irre: Jetzt habe ich wieder Appetit auf Kuchen und Eis. Und wenn wir in ein paar Tagen zu Hause sind, fangen wir mit der Planung von der Auszeit unter andalusischer Wintersonne an.

    …. Fortsetzung folgt

    Ich habe diese Kabine auf der 35-Nächte-Traumreise von Bremerhaven in die Karibik und zurück vom 12.01.2025 bis 16.02.2025 bewohnt.

    Eigenschaften:

    • Kategorie G (Sichtbehinderung oder Nähe zu öffentlichen Bereichen)
    • Liegt in der Ausbuchtung von Treppenhaus A
    • Bett in der Mitte, Sofa am Fenster
    • Verbindungstür (hat nicht gestört) - Klinke wurde tagsüber zum Aufhängen des "Bitte nicht stören" Türhängers genutzt
    • Kurzer Weg ins Treppenhaus und zum Wasserspender (beim anderen Durchgang ins Treppenhaus)
    • Langer Weg zu den Restaurants und Ausgang in den Häfen
    • Lautsprecher im Flur und außen auf dem Balkon sind so nah, dass die Durchsagen in der Kabine gut zu hören (und verstehen) waren. Im Bad war nichts zu hören von den Durchsagen.

    Kabine:

    Balkon:

    Blick nach vorne:

    Blick nach hinten:

    Finanzministerin: Gipsy, es wird langsam Zeit, dass du das Fazit schreibst.
    Gipsy: Warum muss ich immer alles tippen?
    Finanzministerin: Weil ich als virtuelle Person doch keine Tastatur bedienen kann. Ich kann dir nur über die Schulter schauen und überprüfen, ob auch alles richtig ist.
    Gipsy: Und was ist mit der Irren?
    Irre: Wann darf ich wieder Wellen gucken?
    Finanzministerin: Du merkst doch selbst, dass die Irre immer noch von der großen Reise träumt und wahrscheinlich noch nicht einmal als Erinnerungsstütze zu gebrauchen ist.
    Gipsy: Und das wird sich in absehbarer Zeit wahrscheinlich auch nicht ändern. Dann muss ich wohl selbst in die Tasten hauen und es schreiben, das

    Fazit

    Dies war jetzt meine zweite Kreuzfahrt und die erste mit Mein Schiff.
    Im Vorfeld kamen nach der Buchung schon einige Fragen auf, die mich mit gemischten Gefühlen nach Bremerhaven fahren ließen:

    • Werde ich das Schaukeln auch wirklich vertragen?
    • Sind 35 Tage nicht doch etwas zu lang? Bisher freute ich mich immer schon gegen Mitte der dritten Woche Urlaub auf Zuhause.
    • Wird es mir an den Seetagen nicht doch langweilig auf dem Schiff?
    • Werde ich die Wärme in der Karibik auch halbwegs vertragen?

    Um es kurz zu machen: Meine Bedenken ware fast alle unbegründet und ich habe die Reise sehr genossen. Das war wahrscheinlich auch fast jeden Tag im Bericht zu erkennen.

    Irre: 35 Tage waren nicht zu lang sondern vieel zu kurz!

    Ich unterteile das Fazit in einige Punkte, damit es nicht total durcheinander wird.

    Kabine

    Ich hatte Kabine 6034 (Steuerbordseite, in der Ausbuchtung zu Treppenhaus A, Bett in der Mitte) gebucht und mir danach immer wieder Gedanken darüber gemacht, ob die Wahl auch gut war.
    Ausbuchtung: Das war super. Ich hatte freien Blick nach vorne und hinten am Schiff entlang.
    Bett in der Mitte: Für mich war das die richtige Entscheidung. Der Blick direkt vom Bett über den Balkon auf die Wellen ist wahrscheinlich sehr schön. Aber ich habe mich doch häufig in der Kabine aufgehalten und den freien Blick vom Sofa auf die Wellen genossen. Und ich konnte einen der Balkonstühle zwischen Sofa und Kaffeemaschine stellen und direkt durch die geschlossene Balkontür die Wellen beobachten, wenn es auf dem Balkon zu kalt und aufgrund fehlender Armlehnen auf dem Sofa unbequem wurde beim Lesen.
    Treppenhaus A: Alle Restaurants und fast alle Bars sind ja beim Treppenhaus B und noch weiter in Richtung Heck. Das waren schon einige Schritte vom Treppenhaus A bis zum Treppenhaus B.
    Irre: Das war fast so weit wie eine Längsseite der Laufstrecke auf Deck 14! Und den Weg musste ich immer nehmen, wenn ich etwas essen oder trinken wollte.
    Finanzministerin: Das war doch nicht schlecht. So hatten wir ganz einfach (fast) jeden Tag die empfohlene Bewegung. Vor allem, wenn wir die Runde auf Deck 5 oder Deck 14 komplett gelaufen sind, bevor wir im anderen Treppenhaus verschwunden sind.

    Restaurants/Essen

    Das Essen hat mir sehr gut geschmeckt. Ich habe fast jeden Abend im Atlantik Mediterran gegessen, in dem ich mich wohler gefühlt habe als im Atlantik Klassik. Die drei Zuzahl-Restaurants habe ich im Rahmen eines Gourmet-Pakets getestet.
    Das Essen im Hanami war (sehr) gut. Aber der Funke sprang nicht über und ich bin nicht sicher, ob bei einer Wahl zwischen Atlantik Mediterran und Hanami die Wahl nicht doch auf das Atlantik fallen würde. Und dabei spielt keine Rolle, dass die Finanzministerin auf jeden Fall das Atlantik wählen würde.
    Dagegen hat mir das Essen im Surf & Turf und im La Spezia (ebenfalls im Rahmen des Gourmet-Pakets) sehr gut geschmeckt. Die beiden Restaurants stehen bei einer weiteren Kreuzfahrt wieder auf der Liste, auch ohne Gourmet-Paket. Und da kann die Finanzministerin noch so dagegen kämpfen.
    Bei großem Fischhunger war ich (mehrfach) im Gosch für einen Grillteller oder Garnelen. Und immer hat es mir sehr gut geschmeckt.
    Zum Frühstück war ich meist im Anckelmannsplatz. Für ein gemütliches Frühstück in einem der Bedien-Restaurants war ich vor allem an Seetagen meist zu spät dran.
    Irre: Am Buffet konnte ich mir auch immer erst anschauen, was ich mir auf den Teller häufe. Und ich habe es auch fast jeden Tag geschafft und meine Portion Lachs bekommen. Und meine Melonen. Und Ananas. Und anderes Obst als Nachtisch.
    Nicht zu vergessen natürlich die Eisbar, die täglich ab der Mittagszeit im Anckelmannsplatz und am Pool aufgebaut wurde. Da wurde ich immer wieder schwach und gönnte mir ein Eis.
    Das Tag&Nacht Bistro war meist meine Wahl, wenn ich nur etwas trinken wollte, das Frühstück vor einem Ausflug schnell gehen musste oder ich nach einem Ausflug Hunger hatte und noch schnell am Nachmittag eine Kleinigkeit essen wollte (und dabei nicht von Kuchen und Eis verführt werden wollte).
    Und wenn mich auf Deck 14 der Hunger überkam, gab es in der Außenalsterbar etwas zu trinken und eine Kleinigkeit vom Grill.

    Generell war es am Anfang sehr schwer, den vielfältigen Versuchungen zu widerstehen. So aß ich am Anfang natürlich viel zu viel und merkte bereits nach der ersten Woche, dass der Platz in meiner "Abendessen-Hose" immer weniger wurde. Als sie fast nicht mehr zuging, war es an der Zeit, die Nahrungszufuhr etwas zu beschränken und mich auf 2 Mahlzeiten und einen Snack täglich zu beschränken. Und auch den Saft, der ja eh schon viel zu süß war, einfach mit Wasser zu verdünnen. Und nach 3 Wochen war das Angebot im Anckelmannsplatz auch nicht mehr ganz so verführerisch, wenn ich am Nachmittag auf der Suche nach einer kleinen Zwischenmahlzeit war.
    Finanzministerin: Ich bin wirklich stolz auf euch. Ihr habt es geschafft, auf einer 5-wöchigen Kreuzfahrt nicht zuzunehmen bzw. die Zunahme der ersten Wochen wieder loszuwerden.

    Bars

    Ich trinke nur sehr selten Alkohol und bin auch kein Freund der süßlichen Cocktails. So waren die Bars tagsüber nur Lieferanten für Kaffeegetränke und Wasser. Und abends waren sie mir meist zu voll. Deshalb möchte ich keine Beurteilung über die Bars abgeben.

    Service/Freundlichkeit der Mitarbeiter

    Der Service war generell sehr gut; die Mitarbeiter waren alle sehr freundlich. Die öffentlichen Bereiche waren immer sehr sauber und wurden auch ständig gesäubert.

    Finanzministerin: Das reicht jetzt mit dem Fazit. Die Foris haben doch alle während der Reise mitbekommen, wie gut es uns gefiel. Und wenn etwas nicht gut lief, hast du es doch da schon im Tagesbericht kurz angemerkt.
    Irre: Wann machen wir die nächste Kreuzfahrt?
    Finanzministerin: Wenn wir wieder genug gespart haben dafür.
    Irre: Die muss aber wieder so schön lang sein und viele Seetage haben.

    Länge der Kreuzfahrt und Anzahl Seetage

    Erst in den allerletzten Tage, als das Wetter wieder kalt und unwirtlich war, also erst nach dem ungeplanten Halt in Lissabon, kam einmal für einen kurzen Moment das Gefühl von leichter Langeweile auf. Da hat das Wetter auch längere Aufenthalte im Freien verhindert und mich mehr in die Innenräume des Schiffs gezwungen.
    Mehrere Seetage am Stück finde ich sehr entspannend. Jedoch gefällt es mir auch, wenn nach so fünf bis sechs Seetagen am Stück wieder mal Land in Sicht bzw. unter meine Füße kommt und ein Hafen angelaufen wird. Aber nach den ersten fünf Inseln in der Karibik war ich sehr froh über einen weiteren Seetag, bevor wir die nächsten vier Inseln anliefen. Und die Seetage danach waren mehr als willkommen.

    Für mich war diese Mischung aus Land- und Seetagen ideal.

    Und falls es immer noch nicht klar ist: Mich hat das Langzeit-Kreuzfahrt-Virus voll erwischt. Und eine Heilung ist unwahrscheinlich.

    Hallo Gipsy, wir vermissen Dich! :) Was macht die Kreuzfahrtplanung?

    Irre: Der Alltag versucht mit aller Macht, mich unter sich zu begraben. ;( Und die Finanzministerin erlaubt wirklich keine neue Kreuzfahrt nächsten Januar. ;( Sie sagt, da müssen wir erst wieder ganz viel sparen, bis sie uns wieder eine Kreuzfahrt genehmigt.
    Und ich soll endlich die ganzen Eindrücke in meinem Kopf sortieren und sacken lassen, damit ich das noch fehlende Fazit schreiben kann. Das schaffe ich wahrscheinlich nächste Woche.

    Finanzministerin: Die Urlaubskasse ist bis auf einen höheren, dreistelligen Betrag leer. Auch wenn wir ganz viel sparen dieses Jahr, reicht es nächsten Januar nur für eine Ferienwohnung in Andalusien. Die nächste Kreuzfahrt gibt es frühestens 2027, wahrscheinlich aber erst 2028.
    Wenn ihr wollt, kann die Irre euch nächsten Januar täglich von ihren Abenteuern in der Ferienwohnung in Andalusien berichten.

    Finanzministerin: Heute Vormittag wurden die beiden großen Koffer geliefert. Inzwischen sind sie teilweise ausgepackt und die 1. Maschine mit Schmutzwäsche läuft. - Und die Irre drückt sich mit allen möglichen und unmöglichen Ausreden davor, den Rest auch auszupacken und in die Schränke zu räumen.

    Irre: Die Wäsche hab ich ja schon alle ausgeräumt und einen Teil schon in die Waschmaschine gesteckt. Der 2. Teil der Schmutzwäsche muss jetzt erst einmal warten. Jetzt sind noch die kleinen Taschen und Tüten mit dem Kleinkram und der Sonne drin im Koffer. Und wenn ich die aufmache und den Inhalt aufräume, entweicht doch die ganze Sonne auf einmal. Ich würde viel lieber nur jeden Tag eine Tasche oder Tüte auspacken und die Sonne dabei heraus lassen; dann habe ich länger etwas davon. :saint:

    Liebe Gipsy, da seid ihr ja ganz aus meiner Nähe?

    Wir wohnen im Hafen direkt.

    Nach deiner Heimreisenbeschreibung fühle ich mich bestätigt, dass wir im Sommer mit dem Auto fahren.

    Liebe Grüße

    Sonja

    Ich wohne etwas im Hinterland von Friedrichshafen, in den Hügeln Richtung Ravensburg.

    Auto ist für mich allein einfach keine Option. Dafür ist mir die Strecke einfach zu lang, vor allem im Winter. Da fahre ich dann doch lieber mit der Bahn und stelle mich auf alle "Gemeinheiten" von Seiten der Bahn ein. Aber mit Familie, vor allem mit Kindern, wäre mir so eine Heimfahrt wie meine am Sonntag auch viel zu stressig.

    Meine Güte, was für ein Abenteuer Gipsy - und dabei war die Reise doch eigentich vorbei;). Zum Glück hat es doch ziemlich reibungslos mit dem Heimkommen geklappt, stressfrei geht allerdings anders! Gut, dass Ihr 3 so tiefenentspannt von der Kreuzfahrt wart!

    Das war wirklich ein Abenteuer. Mir war aber von Anfang an klar, dass es nicht einfach werden würde. Schließlich hat die Bahn ab diesem Sonntag alle ICE-Züge von Hamburg nach Frankfurt (oder weiter), die vorher über Bremen fuhren, auf eine andere Strecke umgelenkt. Und diese ICEs fuhren alle 2 Stunden; es waren also nicht wenige Fahrgäste, die eine andere Lösung suchen mussten - und somit logischerweise die ICEs ab Hannover in Anspruch nehmen würden. Deshalb war ich ja auch so sauer auf die Bahn. Und deshalb habe ich auch so gründlich recherchiert, damit ich dann einfacher in der App nach anderen Möglichkeiten suchen konnte - wenn ich eben schon einige Varianten durchgespielt und genauer angesehen hatte, wie z.B. die Möglichkeiten, schon vor Frankfurt umzusteigen.

    Mental schon so vorbereitet konnte ich die Situation dann halbwegs gelassen (oder fatalistisch) nehmen und versuchen, das Beste daraus zu machen und gar nicht erst großen Stress aufkommen zu lassen. Aber zuverlässig und bequem geht anders und meist nicht mit der DB, auch wenn die Anreise reibungslos funktioniert hat.

    Und so kam es auch. Natürlich waren in der 1. Klasse (und in der 2. Klasse natürlich auch) schon alle Plätze von Leuten besetzt, die entweder früher zugestiegen waren oder Sitzplätze reserviert hatten. Nur die für Statuskunden reservierten Plätze durften auf keinen Fall von nicht berechtigten Personen besetzt werden - auch nicht, wenn diese den Platz natürlich sofort an eine berechtigte Person freigeben würde. Der Schaffner erklärte, dass die berechtigte Person bei einem besetzten Platz gemäß der bekannten Regeln davon ausgehen würde, dass die andere Person ebenfalls berechtigt wäre und deshalb nicht nachfragen würde. Deshalb dürften sich dort auf keinen Fall nicht berechtigte Personen hinsetzen - auch nicht, wenn diese vor jedem Halt den Platz unaufgefordert freigeben würden.
    Irre: Deshalb standen wir mit anderen Leuten die gut 2 Stunden bis Frankfurt im Türbereich zwischen 2 Wagen; aber wir konnten uns noch gut bewegen und auch immer wieder anders hinstellen und anlehnen. Und ein ICE fährt ja auch sehr schnell und ruckelt nicht so furchtbar, so dass das Stehen noch erträglich war.

    Finanzministerin: Die Irre hatte im Zug während der Wartezeit in Hannover bereits ein Stück aus ihrer Snackbox verspeist. So verlangte sie bis Frankfurt nicht noch mehr Essen. Etwas Schokolade naschte sie natürlich; und Wasser und Cola wanderten auch in ihren Magen.

    Irre: Laut Plan hatten wir in Frankfurt 20 Minuten Zeit zum Umsteigen in den nächsten Zug. Gipsy war der Meinung, dass wir das schaffen könnten. Aber unser Zug hatte bei der Abfahrt in Hannover schon 12 Minuten Verspätung! Den Anschluss schaffen wir doch nie!
    Finanzministerin: Aber wir hatten natürlich schon während der Fahrt nach Frankfurt nach Alternativen gesucht, falls wir zu viel Verspätung bekommen sollten. Die nächste Möglichkeit wäre gewesen, 7 Minuten später zum Flughafen zu fahren und dort in einen anderen ICE einzusteigen. Das wäre dann der ICE gewesen, den wir ursprünglich gebucht hatten und der jetzt Sonntags nicht mehr über Bremen fährt.
    Irre: Unser Zug hatte seine Verspätung fast aufgeholt; kurz vor dem Bahnhof in Frankfurt hatten wir nur noch 4 Minuten Verspätung. Und dann bleibt der Zug einfach stehen und wartet darauf, dass ein anderer Zug vor ihm abfährt und so das Gleis für uns freigibt. :cursing: Jetzt kamen wir doch mit 10 Minuten Verspätung an und haben nur noch 10 Minuten zum Umsteigen =O. Das reicht uns doch nie =O.
    Finanzministerin: Zur Alternative sind es 7 Minuten mehr, aber auch ein weiterer Weg. Wir kommen dabei auch an dem Gleis vorbei, auf dem der Anschluss abfahren wird. Gehen wir einfach so schnell wie möglich in Richtung Alternative. Und vielleicht haben wir Glück und der Anschluss steht noch da, wenn wir dort ankommen.

    Irre: Und wir hatten Glück. Wir waren gerade 1 Minute vor Abfahrtszeit am Gleis und sind einfach in Richtung Zug gelaufen. Da stand auch noch eine Bahnangestellte am zweiten Wagen (von hinten gezählt) draußen und wartete. Wir gingen noch schnell bis zu der Frau und stiegen dann einfach in den Zug ein. Die Frau half uns noch mit unserem Koffer :love:, so waren wir schneller die steilen Stufen hinaufgestiegen. Aber das war kein ICE.
    Finanzministerin: Irre, du hast doch in deiner Aufregung glatt übersehen, dass auf der Anzeigetafel "IC" stand und nicht "ICE". Und am Zug außen stand auch ganz groß "ÖBB". Das ist also ein IC der ÖBB - ist schon fast logisch, wenn der Zug von Frankfurt nach Salzburg fährt, dass da die Österreicher die Wagen stellen und nicht die DB.
    Irre: Ui, die Wagen sehen gar nicht so gemütlich aus wie die vom ICE. Suchen wir uns hier einen Sitzplatz? Aber hier sind auch alle Plätze belegt.
    Finanzministerin: Das ist ja auch die 2. Klasse. Wir sind doch nur einfach irgend wo in den Zug eingestiegen, damit wir erst einmal drin sind. Jetzt gehen wir ganz langsam nach vorne durch und suchen die 1. Klasse.
    Irre: Das waren ganz viele Wagen mit 2. Klasse, durch die wir durch mussten. Und fast alle Plätze waren belegt. Aber irgendwann kam die 1. Klasse mit freien Plätzen. Aber da waren Zettel über den Sitzen mit Anzeigen, ab wann die Plätze reserviert sind. Und es gab im ersten Wagen mit gemütlich aussehenden Sitzen keinen einzigen Platz, der nicht einen Zettel für eine Belegung ab einem der nächsten Bahnhöfen hatte ;(.
    Finanzministerin: Die Irre war schon ganz schön verzweifelt. Aber wir waren noch nicht im ersten Wagen angekommen. Und der nächste Wagen, ein Wagen mit 6er-Abteilen, war schon nicht komplett reserviert. Und im übernächsten Wagen, ebenfalls mit 6er-Abteilen, sah es noch besser aus. Wir überlegten uns schon, ob wir uns in ein Abteil setzen sollen, in dem schon 2 Personen saßen, als ...
    Irre: Das nächste Abteil ist ganz leer! Und es hängt außen auch nicht ein Zettel mit Reservierungen :love:. Da will ich rein :love:.

    Und so stellten wir erst einmal den Koffer vor einen Sitz, warfen den Rucksack und die Handtasche auf den Sitz neben uns, ließen den Mantel auf den Sitz hinter dem Koffer fallen und sanken auf den Sitz hinter uns. Endlich wieder sitzen. Der nächste Halt kam ziemlich schnell - und niemand wollte in unseren Wagen. Beim nächsten Halt kam dann ein Mann mit einem Koffer und einer Aktenmappe zu uns ins Abteil; Platz war ja noch genug vorhanden.
    Irre: Und dann bekam ich wirklich Hunger und futterte alles auf, was wir noch hatten. In der Snackbox waren noch ein paar der Plunder, die ich auch auf dem Schiff gerne gegessen hatte. Und zu Trinken hatte ich auch noch genug. :love:
    Finanzministerin: Gipsy hatte für die verschiedenen Möglichkeiten in der Navigator-App immer die Benachrichtigungen aktiviert und bekam so auch Aktualisierungen für diese Möglichkeiten. Plötzlich fuhr sie auf und sah sich eine der Meldungen an, die etwas von "Anschluss nicht mehr erreichbar" sagte. Das war genau die Variante, die wir genommen hätten, wenn die Irre beim Frühstück und Abschied vom Schiff zu sehr getrödelt hätte. =O

    In Ulm hatten wir genug Zeit zum Umsteigen; und der Zug nach Friedrichshafen stand auch schon da. Es war nicht der Zug aus Stuttgart mit meist 4 Wagen und am Abend meistens einigen freien Plätzen ab Ulm sondern der Zug, der in Ulm beginnt und in Friedrichshafen weiter fährt nach Singen mit nur 2 Wagen. Und dieser Zug wurde wieder so voll, dass alle Plätze belegt waren und noch einige Leute standen.
    Irre: Und wir fuhren ab Ulm wieder mit unserem Deutschlandticket, mit dem man nur in der 2. Klasse fahren darf. Aber wir waren früh genug im Zug, dass wir noch einen Sitzplatz bekamen.
    Und mit jedem Halt wurde der Zug leerer.

    In Friedrichshafen nahmen wir uns ein Taxi nach Hause und die Finanzministerin rückte ohne Murren das dafür nötige Geld heraus.
    Finanzminister: Das Abenteuer mit der Bahn hatte mich so geschafft, dass ich für das letzte Stück im bequemen Auto und Hilfe mit dem Koffer gerne noch etwas Geld herausrückte. Und es war ja auch eingeplant. Und ich wollte auch nur noch nach Hause, wo wir dann um 21 Uhr auch waren.
    Irre: Und zu Hause zog Gipsy nur Mantel und Schuhe aus, ging einmal zum Lüften durch die Wohnung, benutzte natürlich das Bad, schloss die Fenster wieder und ließ sich dann einfach auf das Sofa fallen und kümmerte sich erst einmal nicht darum, dass ich langsam wieder Hunger bekam.
    Finanzministerin: Aber du hast ja noch einen Toast bekommen. Und dann haben wir noch die nötigsten Kosmetika und Medikamente für den nächsten Morgen ausgepackt und haben noch die Post durchgesehen und nach Dringlichkeit sortiert.
    Irre: Und dann wollte ich nur noch schlafen. Und ich habe gut geschlafen und gar nicht von dem Abenteuer Heimfahrt geträumt sondern von meiner nächsten Kreuzfahrt.
    Finanzministerin: Irre, träum du nur von deiner Kreuzfahrt. Aber suche lieber für nächsten Januar eine Ferienwohnung in Spanien für ein paar Wochen und überlege dir, was du 2027 im Januar machen willst.

    16.02.2025 – Bremerhaven – Ankunft und Heimfahrt

    Jetzt war der letzte Tag der Kreuzfahrt gekommen: das letzte Aufwachen auf dem bereits festgemachten Schiff, das letzte Bild vom Balkon zur Begrüßung des Tages, das letzte Frühstück im Anckelmanns - alles verbunden mit Wehmut und leichter Vorfreude auf zu Hause.

    Heute war das Morgenritual leicht abgeändert; die letzten Toilettenartikel mussten aus dem Bad in den kleinen Koffer geräumt werden, ebenso die letzten Kleider vom Vortag und von der Nacht. An die Füße kamen keine leichten Schuhe für Innenräume sondern die warmen und schweren Winterschuhe, die auch gut bei Glätte sind. Und dann war es so weit; noch ein letzter Blick durch die Kabine aus dem Fenster, Wintermantel über den Arm, Rucksack über die Schulter und Koffer in die Hand. So ging es erst mal in die Abtanzbar, in der ich Koffer, Rucksack und Mantel bei einer der Bänke zurück ließ.

    Und dann ging es zum letzten Frühstück im Anckelmanns. Unterwegs fielen mir Schilder ins Auge, die auf einen gegenüber den Abreiseinfos geänderten Ausgang hinwiesen; der Ausgang war nicht in Treppenhaus A auf Deck 5 sondern in Treppenhaus B auf Deck 4.
    Irre: Und ich hatte mich schon so gefreut, dass ich unser Gepäck nicht durch das halbe Schiff von unserer Kabine bei Treppenhaus A zur Abtanzbar und dann zum Treppenhaus B transportieren muss. Ich hoffe, das bleibt die einzige Änderung heute.
    Finanzministerin: Spoiler: Das war nur der Anfang.

    Im Anckelmanns fanden wir trotz heftigem Gewusel sofort einen Tisch direkt am Fenster. Wie jeden Morgen besorgten wir uns zuerst einmal die Getränke, eine Tasse Milchkaffee und ein Glas verdünnten Orangensaft. Dann war die Frage nach dem Essen. Aber so richtig Hunger hatte keine von uns. Aber ganz ohne feste Nahrung im Magen wollte ich das Schiff doch nicht verlassen und so wanderte eine Scheibe Brot und etwas Marmelade auf unseren Teller. So etwas essen wir zu Hause auch immer, wenn wir keinen anderen Brotbelag finden.
    Irre: Und beim Gehen - ich hätte schon fast angefangen zu weinen - zog Gipsy plötzlich eine Karte aus ihrer Jackentasche und tauschte sie an einem Tisch gegen eine vielversprechende braune Box ein. Sie nannte die Box dann Snackbox und sagte, die wäre für mich. Da konnte ich dann plötzlich nicht mehr weinen. :S

    Ein Blick auf die Uhr zeigte, dass wir noch eine Chance auf den als unwahrscheinlich eingeschätzten Plan G hatten, der eine Abfahrt in Bremerhaven mit dem Zug um 10:28 vorsah. Also holten wir schnell unsere Sachen aus der Abtanzbar und verließen das Schiff das letzte Mal. Der Shuttle zum Bahnhof war schnell gefunden und der Koffer wurde von Helfern abgenommen und im Bauch des Busses verstaut.
    Irre: Und dann fuhr der Bus nicht ab sondern wartete auf andere Fahrgäste. Ich hatte schon total Angst, dass wir den Zug nicht mehr bekommen und dann ewig lange am Bahnhof warten müssen.
    Aber der Bus fuhr noch rechtzeitig ab und kam ohne Stau so schnell zum Bahnhof, dass wir dann auf dem Bahnsteig noch etwa 10 Minuten auf den Zug warten mussten.

    Der Regionalzug nach Bremen war natürlich voll. Und für die 30 Minuten Fahrtzeit suchten wir mit dem Koffer noch nicht einmal einen Sitzplatz sondern blieben einfach am Anfang des großen Abteils mit den Klappsitzen und Platz für Kinderwagen und Gepäck stehen. Die meisten Fahrgäste in diesem Abteil standen ebenfalls, so dass die ganzen Koffer und Menschen gut und sicher stehen konnten.

    In Bremen war dann natürlich ein Stau am Aufzug, aber ich wollte den Koffer wirklich nicht über die Treppe transportieren. Und Zeit war auch noch ausreichend vorhanden bis zur Abfahrt des ICEs nach München. In dem vollen ICE nach München fanden wir tatsächlich noch einen Sitzplatz und machten es uns bequem. Die Navigator-App der Bahn schlug einen Umstieg in Fulda mit 55 Minuten Aufenthalt vor. Bei so viel Zeit stört es mich auch nicht, wenn ich zum Gleiswechsel durch den halben Bahnhof muss; das schaffe ich dann locker.

    In Hannover war ein etwas längerer Aufenthalt vorgesehen; und im Zug gab es auch plötzlich einen Ruck als wären noch ein paar Wagen angekoppelt worden. Spätere Recherche ergab, dass aus einem ICE aus Hamburg und dem ICE aus Odenburg über Bremen, in dem wir saßen, in Hannover ein Zug gemacht wird, der unter beiden Nummern gelistet ist.
    Und dann fuhr der Zug einfach nicht ab. Eine Durchsage erzählte etwas von technischen Problemen und sie würden an einer Lösung arbeiten. Die Zeit verging; der Zug hatte schon bei der Ankunft Verspätung, aber jetzt sollte er schon im nächsten Bahnhof abfahren und es gab noch keine Infos. Mehr Zeit verging; der Zug hätte planmäßig schon Kassel erreicht haben sollen.
    Irre: Und plötzlich zeigte die App, die die Abfahrtszeit in Hannover immer wieder nach hinten verschoben hatte, gar keine Abfahrtszeit in Hannover mehr an! =O Einige Fahrgäste hatten das ebenfalls bemerkt und wurden unruhig, weil die Anzeige im Zug immer noch eine Abfahrtszeit anzeigte.
    Finanzministerin: Aber dann kam auch schon eine Durchsage, dass sich die technischen Probleme nicht lösen lassen und die Wagen mit den 30er-Nummern (also der Zugteil aus Oldenburg) abgehängt und in Hannover bleiben werden.
    Irre: Und wir waren natürlich in diesem Teil. Jetzt mussten wir da raus und in den anderen Teil umsteigen. Aber der Zugteil hatte auch nicht viel mehr Wagen als unserer. Und unserer war absolut voll; ein paar Leute mussten sogar in der 1. Klasse stehen! Was wird aus unserem Sitzplatz?
    Finanzministerin: Da müssen wir uns wieder einen Sitzplatz suchen. Aber siehst du die Menge an Leuten, die alle zum anderen Zugteil marschieren? Und dort sitzen doch schon Leute drin!
    Irre: =O =O
    Finanzministerin: Gipsy, schau mal nach dem ICE auf dem Nebengleis. Der fährt doch nach Zürich über Frankfurt. Gibt es dort noch Plätze? Ich steige auf keinen Fall in den vorderen Zugteil ein. Auf Stehen in der Sardinendose habe ich keine Lust.
    Gipsy: Moment. Mist, der Zug ist in der 1. und 2. Klasse von Hannover nach Frankfurt ausgebucht. Und auch für die Zwischenstrecken gibt es keine Plätze mehr.
    Irre: Müssen wir dann stehen?
    Gipsy: Ja. Wir können höchsten noch so 3 bis 4 Stunden hier warten. Dann kommen Züge, für die ich noch Plätze bekommen kann.
    Finanzministerin: Wenn wir hier so lange warten, kommen wir heute nicht mehr nach Hause und müssen noch irgend wo übernachten. Darauf habe ich auch keine Lust.
    Irre: Was machen wir dann? Können wir auch andere Züge als ICE nutzen?
    Gipsy: Könnten wir schon. Aber für eine so lange Strecken fahren die einfach zu langsam. Da kommen wir mit viel Glück noch heute in Friedrichshafen an. Wir müssen wenigstens bis Frankfurt einen ICE nehmen. Nehmen wir doch einfach den nach Zürich, der gleich kommen sollte. Da ist die Chance groß, dass wir uns beim Stehen wenigstens anlehnen können.

    Vielen Dank an alle für eure netten Worte. sim  uschisiggi  Ginchen  Kaline  Lemar  Pele  herzo1958  Sulaica  H & W  Katy  Gelegentlichflieger  bluekat  Wellengucker  Bremerin  Anke66  Tosehama  Bärle  ebenezer  Maulwurf  Camper  Sonnenanbeter  Elbflorentina  Cobupu  Shipcruisefan  Diane  chipgirl Ich hoffe, ich haben niemanden vergessen. Falls doch, fühle dich einfach mit angesprochen.

    Irre: Natürlich kommt nachher noch der letzte Tag - sonst würde doch etwas fehlen bei einer Kreuzfahrt, die vom 12.1. bis 16.2. geht. ;)

    Finanzministerin: Und ein Fazit muss am Ende auch noch sein. Das schaffen wir heute aber nicht mehr.

    Irre: Und ich arbeite natürlich schon am Urlaub für unsere Flucht vor Schmuddelwetter nächsten Januar. ;) Ich möchte natürlich ganz viele Seetage, aber ohne OK der Finanzministerin schaffe ich das nicht.

    Finanzministerin: Und von mir kommt das OK nur, wenn absolut sicher ist, dass der Urlaub nicht unseren finanziellen Rahmen sprengen wird. Urlaub auf Pump geht für mich überhaupt nicht.

    Irre: Guten Morgen Sonne. Versteckst du dich wieder? Guten Morgen graue Wolken. Wenigstens weint ihr nicht. Guten Morgen Winterwiesen. Guten Morgen kahle Bäume. Ihr wartet sicher auf wärmere Tage mit viel Sonne und ab und zu Regen.

    Finanzministerin: Die Irre wird ganz sicher noch von dem Abenteuer Heimfahrt erzählen. Und ein Fazit will sie auch noch schreiben. Jetzt müssen wir erst einmal die Post sortieren, das kleine Gepäck fertig auspacken und den Laptop wieder an seinem gewohnten Platz aufbauen. Die Nachbarin, die sich um Briefkasten und Wohnung gekümmert hat, will die Irre auch gerne besuchen. Und einkaufen will die Irre auch gerne noch.

    Irre: Zum Glück kommen die großen Koffer mit der ganzen Wäsche erst morgen :D. Da kann ich heute erst in aller Ruhe heimkommen.

    Irre: Zum Glück hatte Gipsy die Snackbox organisiert und zwei kleine Flaschen Cola von Zuhause aufs Schiff gebracht und dort so gut versteckt, dass ich sie nicht gefunden habe. Und Wasser hatte sie mir auch noch abgefüllt. Und etwas Schokolade eingepackt. Jetzt habe ich alles aufgegessen; nur Trinken gibt es noch.

    Finanzministerin: Das sollte erst einmal reichen. In Friedrichshafen gibt es vielleicht noch etwas zu essen, wenn wir auf ein Taxi warten müssen. Im Zug gibt es nichts zu kaufen. Wir sitzen in einem (alten) IC der ÖBB nach Salzburg und nähern uns Stuttgart. Ich hoffe, dass der Richtungswechsel dort klappt und wir nach Ulm weiterfahren können.

    Irre: Die Bahn muss hoffentlich keine Wagen anhängen. Dann kann sie den Zug dabei auch nicht kaputt machen wie den ICE in Hannover.