Beiträge von kufi_42

    kufi_42 danke für deine Schilderungen. Ich hoffe, ihr seid ganz schnell wieder „richtig fit“!! Eine Frage hab ich - gern auch per PN: hätte bzw. hat TUIC euch Medikamente organisiert, sofern ihr welche gebraucht hättet/ hat oder wäre es gut, etwas mitzunehmen? Ich meine jetzt mit Medikamenten zB Halsschmerzen-Tabletten usw. also nix, was krass reinhaut, sondern frei verkäufliches….

    Hätten sie. Gaby hat sich auch Schmerztropfen kommen lassen. Ansonsten waren die Symptome so leicht, dass wir nichts brauchten. Ich nehme sowieso nur Medikamente ein, wenn es unbedingt erforderlich ist. Wurde uns aber mehrfach angeboten.

    Symptomfei sind wir seit einer Woche. Seit Dienstagnachmittag auch negativ getestet. Uns geht es wieder ganz normal.

    Fazit:

    Es kam anders als geplant. TC hat alles getan um uns die Situation so gut wie möglich zu gestalten. Für uns hat TC einige Punkte wiedergewonnen. Wir hatten jede Menge (sehr) frische Seeluft und ganz viel Ruhe.

    Vielleicht wiederholen wir das mit dieser Reise, dann hoffentlich uneingeschränkt:

    unterwegs66
    22. Februar 2022 um 13:56

    Schaun wir mal.

    Auf jeden Fall freuen wir uns tierisch auf Dezember, wenn es für 2 Wochen auf unsere geliebte <3 gehen soll.

    Nochmal zu der Versorgung. Die war vorbildlich. Natürlich sind auch Fehler passiert. Wo gearbeitet wird passieren Fehler. Wo viel gearbeitet wird...

    Es fehlte mal die Butter zum Frühstück und einmal hatte man uns ganz vergessen. Das passiert. Aber ein Anruf genügte und das Fehlende trabte in kürzester Zeit an. DAS finde ich gut, dass dann nicht rumgelabert wurde, sondern ratzfatz Abhilfe geschaffen wurde.

    Nun bin ich zuhause angekommen und habe das hier verfasst:

    kufi_42
    2. Juni 2022 um 07:00

    Das erklärt, warum mein Reisetagebuch so dünn geworden ist und nur Bilder aus der Balkonperspektive enthält.

    Dort sind auch die letzten beiden Tage zu finden.

    Fr, 27.5.22

    Hafentag in Helsinki. Wetter neblig, nasskalt, regnerisch. Wir gucken vom Balkon auf eine ziemlich heruntergekommene Eislaufhalle und ansonsten nur auf Schutthaufen. Hier im Hafenbereich hat wohl die Abrissbirne ausgiebig ihren Dienst versehen. Die Stadt liegt im Nebel. Im Laufe des Tages kommt kurz mal die Sonne raus. Die Highlights waren das Kommen und Gehen von Bussen und Mitreisenden, die Besucher der Eishalle und die Eismaschine, die draußen ihren Schnee abgeladen hat. Mir kam das Sol so langsam aus den Ohren. Also habe ich versucht Bitburger zu bekommen. Mittags bekam ich auch 4 Flaschen. Als ich Abends mehr haben wollte hieß es, die Flaschen seien aus. Auf meinen Hinweis, dass ich im Bord TV palettenweise Bitburger Dosen gesehen hätte, hieß es, die sein nur für die Crew. Ich habe es dabei belassen, um den Jungs keinen Ärger zu bereiten. Nach wie vor bin ich aber überzeugt, dass ein Anruf beim Reiseleiter den Fall geklärt hätte. Der arme Kerl kam dann mit einem Riesentablett an mit 4 Sol, 4 Gläsern Bit und 2 Coctails, die wir auch bestellt hatten. Na dann Prost…


    Den Rest fasse ich mal etwas dichter. Die Tage wurden langsam eintönig. Wir haben und mit Fernsehen, Karten spielen, Zocken und Lesen beschäftigt. Nur gut, dass wir uns so gut verstehen, dass von daher keine Probleme aufkamen. Allerdings hat Gaby irgendwann zu mir gesagt: „Wenn so etwas noch mal passieren sollte, bleibst du draußen!“ Von Tallinn und Stockholm haben wir nichts gesehen, weil wir immer mit der „falschen Seite“ angelegt haben. Besonders in Stockholm war ich etwas knurrig. Von unserem Balkon waren nur Felsen und abgestellte Trailer zu sehen. Bei der Abfahrt war auch nicht viel von der Stadt zu sehen. Aber die Schären haben das wett gemacht. Sonntagabend war der schönste Abend. Wir saßen in der untergehenden Sonne auf dem Balkon und haben das Menu aus dem Mediterran genossen. Das Essen war natürlich nicht mehr ganz so heiß, zumal alles zusammen gebracht wurde. Es war aber immer lecker und ich hatte den Eindruck, dass wir besonders große Portionen bekamen.


    Mo, 30.5.22

    Seetag. Tag des möglichen Freitestens. Nach telefonischer Ankündigung war „Schwester Rabiata“ vor der Tür und hat auf die schon bekannte Weise Abstriche genommen. Danach haben wir Koffer gepackt. Entweder für den Auszug aus der „Geschlossenen“ oder für die Abreise. Klingeling…. Doc am Rohr. Beide positiv. Another day in paradise. Nachmittags haben das Hospital und der Reiseleiter angerufen. Wir haben vereinbart, dass wir gegen 8 Uhr von der Kabine abgeholt werden.


    Di, 31.5.22

    Abreise. 7:30 Frühstück auf die Schnelle. Letzte Dinge eingepackt. Koffer in der Kabine parat gestellt. Um 7:50 hat und der Nurserich noch Selbsttests gebracht. Wozu? Um kurz nach 8 stand er wieder vor der Tür. Diesmal in Schutzkleidung. Er hat mir freundlicherweise einen Rollkoffer abgenommen. Es ging über Aufzug B mit Sonderfahrt hinunter auf Deck 2 und dann durch den Crewausgang hinaus. Wir durften das Terminal nicht betreten. Also wurden das Band geöffnet und wir in Begleitung des Nurserichs und einer Security zu einem Tor gelotst. Wir sind dann noch bis hinter dem Taxiplatz gelaufen. Dort habe ich Gaby mit ihrem Rollator und den Koffern abgestellt und bin zum Parkhaus geflitzt. Schnell das Auto gestartet und zurück. Dort Gaby, Rolli, Koffer einkassiert und ab auf die Autobahn. Nur gut, dass ich bei Ankunft in Kiel am 20. schon vollgetankt hatte. Die Rückfahrt war unspektakulär und schnell. In Essen angekommen sind wir erst zu einem Testcenter. Die Dame da guckte erst etwas entsetzt, als ich ihr aus größerer Entfernung zurief, dass wir am Vortag noch positiv waren und sie bitte vorsichtig sein soll. Kurze Diskussion darüber, dass wir doch in Quarantäne gehören würden. Als ich ihr dann klar gemacht habe, dass der erste Positivtest schon vor über einer Woche war, hat sie verstanden, dass wir und Freitesten wollten. Das ist auch gelungen. Als wir zuhause waren, kam auch bald die erlösende Mail. Negativ. Wäre aber auch nicht schlimm, wenn nicht. Ich bin eh „Homeoffler“ und hatte vorsichtshalber am Montag schon meinen Sohn gebeten, für drei Tage Proviant einzukaufen.


    Das war unsere ganz besondere Kreuzfahrt.

    Mo, 23.5.22

    Hafentag in Gdingen. Balkon zur Nordseite. Nicht allzu viel zu sehen. Unsere geplanten Ausflüge wurden anstandslos storniert. Genauso die SPA Anwendungen, die in der Woche noch stattfinden sollten. Ist das wirklich TC? Sonst tun die sich doch schwer irgendetwas zu stornieren. Auch das gebuchte Gourmetpaket habe ich am Ende nicht bezahlt. Morgens Frühstück, wie es im Atlantik serviert wird. Mittags Burger aus dem T&N, Nachmittag Eis, abends Menu aus dem Atlantik (wahlweise Klassik oder Mediterran). Der Burger war auf der MS4 besser als auf der 6, aber deswegen nicht grottenschlecht. Der Tag plätschert so vor sich hin. Gaby schläft sich gesund.


    Di, 24.5.22

    Hafentag in Visby. Balkon nach NO, also wieder keine Sonne aber dafür Wind. Aus lauter Langeweile habe ich an unserer Abteilungs-VidKon teilgenommen. Dank des guten schwedischen Netzes ging das sehr gut. Ich habe dazu das Handy auf den als Stativ missbrauchten Selfiestick geschnallt und mein Headset aufgesetzt. Dabei habe ich ungewöhnlich gefroren. Nachmittags ging es mir auch nicht mehr ganz so gut. Dummerweise habe ich das nicht sofort gemeldet. Ich war ja schon in Quarantäne. Ansonsten Essen und Trinken wie vor. Man hat sich echt sehr gut um uns gekümmert. Das Einzige, was für andere zu einem Problem werden könnte: Unsere „Kümmerer“ sprachen nur sehr wenig deutsch. Für mich kein Problem. Ich spreche ausreichend englisch, um auch mit dem Seemanns-Pidgin klarzukommen. Gaby musste, wenn mal eine telefonische Rückfrage kam, immer mich ran holen.


    Mi, 25.5.22

    Hafentag in Riga. Wieder keine Sonne, aber dafür wenigstens Ausblick auf die Altstadt. Mich hat es jetzt auch definitiv erwischt. Das Fieberthermometer, das uns das Hospital freundlicherweise geliehen hat zeigt 37,4 °C an. Nicht wirklich Fieber, aber auch nicht normal. Also Anruf im Lazarett. Kurz später stand „der Nurserich“ (die Bezeichnung habe ich aus dem Schiffs-TV, wo er mal interviewt wurde) vor der Tür und hat auch von mir einen Abstrich vom inneren meiner Schädeldecke gemacht, zumindest gefühlt. 30 min. später der Doc am Telefon. Definitiv: Ich habe auch „dat Virus“. Noch kurz besprochen, wie es weiter geht und wann wir frei getestet werden können. Das wurde auf Montag festgelegt. F… Also keine Landgänge mehr, denn der Montag war Seetag. Der Rest Routine. Ich habe mir nur wenig zu Essen bestellt und mich auch gesund geschlafen.


    Do, 26.5.22

    Seetag. So langsam kommt Routine rein. Die Pizza aus der Osteria war recht gut.

    Lange habe ich überlegt, ob ich über dieses Thema schreiben soll.

    Auf der einen Seite möchte ich keinesfalls der grassierenden Paranoia Vorschub leisten. Ich denke, dass die mittlerweile schwerwiegendere gesellschaftliche Folgen hat als die Seuche selbst.

    Auf der anderen Seite möchte ich versuchen, euch die Angst zu nehmen, was passiert, wenn es passiert.

    Versuchen wir es chronologisch.


    Fr, 20.5.22

    Letzter Test. Negativ. Danach Anreise nach Kiel. Meine Ex-Verlobte mit der Bahn aus Essen, ich mit dem Auto aus Bad Saarow. Geplante Ankunft in Kiel: Gaby (meine liebe Ex-Verlobte) 17:43 Kiel Hbf. Ich ca. 20-21 Uhr im Hotel in Kiel. Es kam ganz anders. Ich hatte Glück. Zum einen konnte ich 2 Stunden früher als gedacht in Bad Saarow losfahren und bin ganz gut durchgekommen. So war ich schon um 18:45 in Kiel.

    Bei Gaby sah es ganz anders aus. Ihr Zug von Essen nach Hamburg war 70 Minuten verspätet. Also hat sie über eine Stunde am Essener Hbf rumgehangen. Die Verbindung hatte ich auf meinem Handy in der Bahn App erfasst, so dass ich über die Fahrt ständig informiert war. Der Zug war voll. Nur gut, dass ich ihr ein 1. Klasse Ticket mit entsprechender Platzreservierung gekauft hatte. Der Anschlusszug von Hamburg nach Kiel war natürlich längst weg. Der nächste planmäßige ICE fiel aus. Der übernächste Zug sollte scheinbar gar nicht am Hbf halten, wurde wohl irgendwie umgeleitet. Dadurch hatte er auch reichlich Verspätung, zumal er aus Zürich kam. Also durfte meine arme Gaby noch einmal über eine Stunde am Bahnhof rumhängen. Selbstverständlich war dieser neue Anschlusszug auch gut gefüllt. Um 20:28 kam sie dann endlich in Kiel an. Vorteil war, dass ich längst dort war und sie am Bahnhof abholen konnte.

    Die Fehlleistungen der Bahn sind eigentlich nicht das Thema. Ich halte es aber für wichtig darzustellen, dass die Ärmste 7 ½ Stunden auf Bahnhöfen und in vollen Zügen war, denn wir vermuten, dass sie sich dort etwas eingefangen hat.

    Danach Check-In im Hotel und ab ins Brauhaus auf einen Backfisch und ein Bier und dann ab in die Kiste.


    Sa, 21.5.22

    Early CheckIn lief super. Um 9:30 saßen wir schon frohen Mutes im T&N beim Frühstück. Es folgte ein normaler Tag an Bord mit Fußmassagen für uns beide und lecker Essen und Trinken.


    So, 22.5.22

    Morgens klagte Gaby über Rückschmerzen und fühlte sich auch warm an. Dem habe ich zu dem Zeitpunkt noch keine Bedeutung beigemessen. Gaby leidet unter Rheuma und da kommt so etwas vor. Ich habe selbst eine Morgenrunde durch den Pool gedreht und bin dann anschließend allein ins Hanami zum Frühstück. Ich Nachhinein betrachtet war das sehr verantwortungslos von mir. Nach dem Frühstück bin ich dann zur Rezi und habe um einen Selbsttest gebeten, immer noch im Glauben, es ist nur Rheuma, aber um sicher zu gehen… Damit habe ich eine gut gewartete Maschine in Gang gesetzt. Ich sollte sofort zurück auf die Kabine und beide sollten wir dort warten auf einen Anruf. Der kam auch kurze Zeit später von der Krankenschwester. Wir wurden noch einmal vergattert, die Kabine nicht zu verlassen und sie würde bald bei uns sein. Sie kam dann auch mit einem Testkit. Einmal Nase bohren (gefühlt bis zur Hirnschale) bei Gaby. Die Nurse verschwand dann mit den Worten: Bleiben Sie bitte in der Kabine. Wir melden uns.

    Ca. 30 Minuten später ging das Telefon. Der Doc am Rohr. Der Test war positiv. Gaby müsse in Quarantäne. Mir wurde freigestellt, draußen zu bleiben oder mitzugehen. Obwohl ich damit auch in „Gefangenschaft“ geriet, war das gar keine Frage für mich. Schließlich habe ich im März 19 dem Käpt’n Helge Wrage versprochen, ihr in guten und ich schlechten Zeiten beizustehen. Was man einem Kapitän verspricht, muss man auch halten.

    Also die Koffer wieder eingepackt und darauf gewartet, abgeholt zu werden. Mittags kam dann auch die Nurse zurück in voller Schutzkleidung und hat uns in den Quarantänebereich auf Deck 7 Backbord begleitet. Der Weg war nicht so weit. Wir waren eh auf 7 Bb. In der Kabine fanden wir vor: je 5 1.5l Flaschen Wasser, mit und ohne Kohlensäure, jede Menge Kaffeekapseln, verschiedene Plastiksäcke und ein wirklich ausführliches Infoblatt. Das Infoblatt habe ich hier. Ich kann es scannen, falls jemand Interesse hat. Das aber nur per PM. Veröffentlichen will ich es hier nicht.

    Im Laufe des Nachmittags rief gefühlt das halbe Schiff bei uns an. Der Doc nochmal, der Bordreiseleiter, die Rezi. Alle sehr bemüht. Wie geht es Ihnen? Wen Sie irgendetwas brauchen, rufen Sie an… Plötzlich konnte TC Kommunikation. Wir hatten Bordinternet frei (nachdem die Rezi das auf Anruf freigeschaltet hat) und auch das Satellitentelefon hätte uns kostenlos zur Verfügung gestanden, was wir aber nicht genutzt haben.

    Kurz nach Ankunft auf der Quarantänekabine klopfte es. Wir wurden gefragt, was wir zu Essen haben wollten. Der Einfachheit halber haben wir das Mittagessen aus dem Atlantik bestellt. Dazu noch die Flasche Wein, die ich am Vortag im Atlantik gekauft hatte sowie Dosen Cola Zero und Flaschen Sol.

    Nachmittags hat es noch einmal geklopft. Ob wir noch Wünsche hätten. Zu dem Zeitpunkt nicht. Der Nachmittag ging dahin mit Fernsehen, auf Meer schauen, am Tablet/Handy zocken. Viel zu sehen war nicht. Es war Seetag.