Heute machten wir einen Familienausflug
mit dem Kids Club "Planetarium und Picknik in Tromsö" Mit
ca. 15 Kindern, einigen Eltern und den Betreuern ging es zu Fuß los.
Das Planetarium liegt ca. 15 Minuten vom Schiff entfernt, am
einfachsten erreicht man es mitten durch den Botanischen Garten.
Dieser allein ist definitiv einen Besuch wert. Es blühte an allen
Ecken und Enden – nur eben später als bei uns. Die Narzissen waren
langsam verblüht, dafür standen die Tulpen in voller Pracht. Das
Planetarium war zu unserer Überraschung viel mehr als nur das. Es
war ein ganzer Komplex über mehrere Etagen und beinhaltete
verschiedene Themen, die man durch kindgerechte Experimente auch
gleich testen konnte. Es ging dabei um erneuerbare Energien, den
Körper, unsere Sinne, die Entstehung von Eis und vieles mehr. Sowohl
die kleinen als auch die großen Kinder hatten sichtlich ihren Spaß.
Im Planetarium wurde eigens für uns eine eigene auf deutsch
gehaltene Vorstellung gegeben. Thema: Das perfekte Nordlicht.
Fantastische Bilder die den Wunsch aufkommen lassen doch auch im
Winter einmal den hohen Norden zu besuchen. Die vier Stunden
Aufenthalt vergingen wie im Flug. Ich kann diesen Ausflug jedem, egal
ob mit oder ohne Kind nur ans Herz legen.
Puhhh 33 Grad im Schatten! Seid ihr
überhaupt noch da, oder seid ihr schon geschmolzen?
Wie kommt man an einem Tag mit solch
einer Hitze nur auf seinen Tag in Tromsö? Wobei eigentlich ganz
einfach, denn auch in Tromsö herrschte diesen Tag Hochsommer, 22
Grad wurden es im Tagesverlauf.
Übrigens kann man Reisende
offensichtlich nach ihrer Bekleidung zuordnen. In Tromsö lag die MSC
Meraviglia, internationales Publikum aber eben sehr viele Italiener.
Tatsächlich liefen, natürlich mit Ausnahmen, in Tromsö drei
Gruppen Menschen umher. Es gab die relativ dick eingepackten, die
italienisch sprachen. Es gab die im Pullover oder Hemd die deutsch
sprachen und es gab die, denen die "Hitze" wohl nicht
bekam. Viele Norweger liefen in kurzer Hose und T-Shirt oder auch
freien Oberkörper herum. Ein amerikanisches Schiff wäre jetzt noch
spannend gewesen...
Aber nun genug aus der Klischeekiste
und der Reihe nach.
Über Nacht hatte sich die See zum
Glück wieder beruhigt. Selbst für unsere Verhältnisse waren wir
früh wach, unsere Rücken wollten nach so viel liegen endlich wieder
in Bewegung. Also erst einmal schnell raus und ein paar Runden an Deck
drehen. Die Landschaft hat sich wieder komplett verändert, die
Gipfel immer noch schneebedeckt, doch sanfter geformt. Aber vor allem
gab es wieder Bäume und zwar jede Menge. Wir machten mit unserem
Heck direkt an besagter MSC Meraviglia fest, wie klein die Mein
Schiff 5 auf einmal ist. 315 Meter lang, 18 Decks und 5700
Passagiere, Wahnsinn. Aber jetzt erst einmal zum Frühstück der
Ausflug ruft schließlich.
Kleiner Tipp: Probiert mal die armen Ritter, meine
Kindheitserinnerungen waren andere – Hoffentlich liest meine Mutter
das hier nicht.
Da sind wir schon über der Halbzeit.
Ab heute geht es bergab.
Das waren die ersten Gedanken des
Tages, der erste Anflug von Alltagsgedanken, also schnell weg damit.
Nachdem Spitzbergen etwas ausführlicher war, haben wir heute den
zweiten Tag über den es nicht viel, zumindest gutes zu berichten
gibt. Es war ein recht trüber Tag, vor allem aber hatten wir das
erste Mal auf dieser Reise eine etwas stärkere Dünung. Für viele
wohl gar kein Problem. Doch uns hingegen ging es nicht gut. Einer der
großen Nachteile einer Heckkabine sind die dort stärkeren
Rollbewegungen des Schiffes. Das Wasser in der Dusche wollte einfach
nicht dort bleiben, während meine beiden Frauen nur noch im Bett
bleiben wollten und sie sollten wirklich den ganzen Tag unter
Übelkeit und Kopfschmerzen leiden. Irgendwann entschloss ich mich
eine Tablette gegen Reiseübelkeit zu nehmen und versuchte wenigstens
mit meinem Sohn einen normalen Tag zu machen. Immerhin schafften wir
es zum essen und etwas zu spielen. In den Außenbereichen war es
heute extrem ungemütlich und meine beiden Frauen einfach ihrem
Schicksal überlassen geht auch nicht. Gut das der Fernseher über eine Videothek mit ausreichen Familienfilmen verfügt. Im Ergebnis also ein Tag zum
vergessen und der einzige Tag, wie ich jetzt entdeckt habe wo aus
drei Kameras und zwei Handys nicht ein einziges Foto entstanden ist.
Dann doch lieber noch einmal in den Erinnerungen der vergangenen Tage schwelgen.
Am Mittag ging es los. Mit der Aurora
Explorer, einem Katamaran mit ca. 150 Sitzplätzen fuhren wir los.
Der Weg führte uns noch ein paar Kilometer nordwärts – näher
werde ich als Pauschalreisender dem Nordpol wohl nie wieder kommen
1260km sind es ab hier noch. Die Fahrt ging in kleinere Buchten mit
unwirklichen Felsformationen hin zum Gletscher, dicht an unserem Ziel
Pyramiden. Wir hatten das große Glück ganz dicht heranfahren zu
können. So wurde einem erst die schiere Größe, dieses teilweise
Hellblau leuchtenden Eismasse bewusst. Auch die Mein Schiff steuerte
diesen Gletscher noch an, leider musste sie weit entfernt umdrehen da
relativ dichter Eisgang herrschte. Wenige Minuten machten wir in
Pyramiden fest. Pyramiden ist eine verlassene russische
Bergbausiedlung, benannt nach dem Berg und seiner markanten Form. Die
Siedlung wurde 1998 fluchtartig verlassen und wurde so zur
nördlichsten Geisterstadt der Welt. Zu seinen Hochzeiten in den 70er
und 80er Jahren lebten hier über 1000 Menschen und es war ein
Vorzeigeprojekt der Sowjetunion. Rentabel war der Kohleabbau wohl
nie, doch hatten die Russen so Zugangsrecht zu der lange Zeit freien
Inselgruppe Spitzbergens die heute unter Norwegischer Verwaltung
steht. Heute leben ganzjährig wieder eine Handvoll Menschen hier,
die sich um den Erhalt und den betrieb eines kleinen Hotels kümmern.
Eine spannende Führung in eine andere Zeit, in eine andere Welt.
Selbst der Polarfuchs der plötzlich vor uns stand wunderte hier wohl
niemanden mehr. Ein toller Ausflug auf dessen Rückreise es für
jeden noch gefriergetrocknete Expeditionsnahrung geben sollte. Diese
war dafür erstaunlich lecker – aber dafür eine Expedition machen?
Gleich am Morgen trafen sich die
Mutigen zu ihrer Wanderung durch das Geröllfeld. 3 Km waren
angekündigt durch Bachläufe und über große Steine. Begleitet
wurde die Gruppe von ihren Guides und zur Freude aller von zwei
wirklich lieben Hunden. Diese dienen als Bärenwache, leben auf
Spitzbergen doch mehr Eisbären als Menschen. 3200 soll es auf der
gesamten Inselgruppe geben. Der Weg war anstrengend und führte u.a.
über eine abenteuerlich wirkende Brücke, gezimmert aus
Europaletten. Das Ziel war erreicht und die Teilnehmer bekamen Hammer
um von ihnen gewählte Steine aufzubrechen. Der Erfolg war sehr
unterschiedlich, zum Vorschein kamen einige Pflanzenversteinerungen.
Hauptsächlich findet man hier Abdrücke von Blättern und Farnen –
denn einst war hier Urwald. Der Rückweg führte noch vorbei an alten
Stollen und ließ erahnen wie mühselig das Leben hier gewesen sein
muss. Die beiden waren sehr zufrieden mit ihrem kleinen Abenteuer –
und ich hatte wieder 2kg mehr Gepäck zu schleppen
Heute gab es eine Besonderheit, wir
trennten uns, nur für den Tag versteht sich. Meine beiden Frauen
begannen gleich am Morgen mit ihrer "Fossiliensuche" während
wir Männer noch genug Zeit hatten Longyearbyen zu erkunden. Erst am
Mittag sollte unser Ausflug "Katamaranfahrt nach Pyramiden"
beginnen. Das Schiff wurde also pünktlich freigegeben und so zogen
wir vor allen anderen los. Eine unwirkliche Welt, etwas
vergleichbares habe ich so noch nie gesehen – naja wie denn auch.
Autos gab es nicht mehr viele und wenn dann häufig schwere
Geländewagen. Dafür standen vor den Häusern auf Paletten geparkt
die Schneemobile. Die Bushäuschen alle über mehrere Stufen zu
erreichen. Grobe Steine überall, dazu verwitterte Hinterlassenschaften
aus der Zeit des Kohleabbaus im Ort, Schmelzwasserbäche und ansonsten
Stille. Wir entschlossen uns die Kirche des Ortes zu besuchen, ist es
doch die nördlichste Kirche der Welt. Auf den Weg dorthin entdeckten
wir doch noch etwas, hier und da blühte es. Wir gingen mit einem
anderen Blick weiter und siehe da, auf einer Fläche stand eine Gans.
Na klar die wird fotografiert, dank der Gans konnten wir über eine
kleine Kuppe schauen und entdeckten vier Rentiere. Kein Zaun, nichts
zwang sie hier zu sein und sie lagen einfach friedlich da. Wenig
später erreichten wir die Kirche, die auch zeitgleich als
Dorfgemeinschaftshaus genutzt wird. Beim betreten der Kirche wird man
aufgefordert die Schuhe auszuziehen, es stehen Leihclogs bereit, es
gibt eine große Gardrobe und für uns sehr besonders – einen
Waffenschrank... wie man halt so in die Kirche geht wenn man auf
Spitzbergen lebt. In der Kirche steht auch ein ausgestopfter Eisbär
der leider in den 80er Jahren erschossen werden musste und die Tische
sind geschmückt mit Seehundfellen. Ich finde es überhaupt nicht
verwerflich, doch hätte ich mir diese Tiere, mit gesundem Abstand,
doch lieber lebend angesehen. Spitzbergen war wirklich besonders und
die beiden Ausflüge beschreibe ich gleich gesondert.
Ein kleines Fazit aber schon hier:
Spitzbergen ist schön! Natürlich sind überall karge Felsen, Staub,
wenig grün, doch bei genauerer Betrachtung entdeckt man blühende
Pflanzen, die es nur hier gibt, viele Seevögel fühlen sich hier
wohl, Felsformationen geschaffen in Millionen von Jahren, Gletscher
die hellblau leuchten, man muss nur offen für diese Schönheit sein.
Ist es euch eigentlich aufgefallen?
Keine Bäume mehr am Nordkap und hier auf Spitzbergen werdet ihr auch
nicht viele finden.
Heute hieß es früh aufstehen, denn
das erreichen der Inselgruppe Spitzbergen wollten wir nicht
verpassen. Ein wenig trüb begann der Tag, doch gleich die ersten
Gebirgszüge machten klar woher der Name kommt. Dachte ich noch am
Nordkap das es karg und unwirtlich ist, was war dann das hier? Das Grün
war aus der Entfernung komplett verschwunden. Zu sehen waren nackter Fels, teils
schneebedeckt, kleinere Gletscherzungen bahnten sich ihren Weg ins
Meer.
Sind wir doch einmal ehrlich, heute ist
Seetag. Nachdem wir erst um 1.00 Uhr wieder an Bord waren und das
Bett rief, legte das Schiff bereits um 4.00 Uhr früh ab. Schließlich
wollen ja alle rechtzeitig auf Spitzbergen sein. Trotz des langen
Abends wurde ich um 8.00 Uhr wieder wach, kein Problem lachte doch
die Sonne vom Himmel und schien wohl mit mir um die Wette zu
strahlen. So begann ich den Tag entspannt mit einem Kaffee auf dem
Balkon. So hätte ich mir das vor der Reise nicht träumen lassen, da
fährt man irgendwo nördlich des Nordkaps, weit nördlich des
Polarkreises und auf unserem Balkon ist es so warm, dass selbst das
T-Shirt fast zu viel ist. Leider gesellten sich später ein paar
Wolken hinzu und man musste doch wieder auf einen Pullover zurück
greifen.
Auf dieser Reise gab es zwei Tage über
die es nicht viel spannendes zu berichten gibt, dieser ist einer
davon. Die Kinder – ihr könnt euch ja denken wo sie waren. Also
nutzten wir die Zeit für....naja nutzen ist so eine Sache, wir
schliefen. Ich denke es war wie bei einem Baby, die vielen Eindrücke
mussten verarbeitet werden und das geht am Besten im Schlaf. So viel
mehr gab es auch nicht mehr, außer noch ein Film im Theater über
die Inselgruppe Spitzbergen und die Feststellung das auch die
Lumas-Bar ein guter Ort ist.
Auffällig für alle Naturfreunde an
diesem Tag war das wir auffällig viel Seevögel zu sehen bekamen.
Mitten auf dem offenen Meer hätte ich die Artenvielfalt und auch
Menge nicht erwartet.
ich werde versuchen dich in den hohen Norden zu lotsen Es ist wunderschön, wenn auch manchmal vielleicht erst auf den zweiten Blick, aber dazu im weiteren Verlauf mehr.
Zurück an Bord brachten wir unsere
Kinder ins Bett mit dem Wissen das wir noch einmal von Bord gehen.
Wir wollten uns noch das Dorf Honningsvag anschauen. Ein Dorf geprägt
vom Fischfang und Tourismus. Wer hier keinen Kabeljau zum Stockfisch
produzieren aufhängt, scheint Busfahrer zu sein. Mir gefällt der
Ort, er hat einen gewissen Charme auch wenn der harte Alltag der
Bewohner allgegenwärtig ist. Es gibt aber auch eine Eisbar darüber
einen riesigen, ganzjährig geöffneten Weihnachtsladen und einige
Restaurants. Der Abend wurde immer später, nur merkt man das bei dem
durchgehenden Licht so nicht. So erschraken wir auch etwas als es
dann schon nach 1.00 Uhr war als wir wieder an Bord waren.
Gegen 15.00 Uhr umrundeten wir das
Nordkap, ein guter Blick, tolle Fotos? Nichts von alledem! Eine dicke
Nebelwand versperrte den Blick und machte nicht gerade Mut für den
Abend. Im Gegensatz zu mir war das Nordkap im Vorfeld für meine Frau
DER Ort, für mich eher touristische Pflicht und nun das. Gegen 18.00
Uhr erreichten wir Honningsvag mit leichter Verzögerung. Die
Albatros (da war sie wieder) hatte mit dem auslaufen leichte
Verzögerung. Ebenfalls lag die Amadea vor Ort, blieb aber noch. Zu
diesem Ausflug fuhren wir alle vier "Transfer zum Nordkap"
mit leichter Verzögerung ging die Fahrt um kurz nach 19.00 Uhr los.
50 Minuten dauert der Transfer vom Schiff auf das Plateau. Entgegen
all meiner Befürchtungen zog mich diese rauhe, zerklüfftete Gegend
schnell in seinen Bann. Kurz vor dem Plateau wurde der Bus langsamer
und wir sahen warum. Direkt an der Straße grasten dutzende Rentiere.
Das Plateau ist ein einziger Touristenmagnet, sieht man sonst so weit
oben in Norwegen nur wenige Menschen, hier pulsiert das Leben.
Hunderte Wohnmobile, PKW, Zelte, Busse aus ganz Europa kommen sie
hier her. Von Mitreisenden hörten wir das der Landweg ab Deutschland
ca. 7500Km beträgt. Hut ab vor den vielen Spaniern usw. die das auf
sich genommen haben.
Da war sie nun, die Nordkaphalle. Souvenirshops,
Postamt, Kaffee. Aber ganz Tourist kauften auch wir uns das
Nordkapzertifikat und verschickten von hier unsere Postkarten (Das
sind diese Analogwhattsapp mit Zeichenbeschränkung) für den Nordkappoststempel - es sollte 14 Tage dauern ehe sie ankamen. Das Wetter
inzwischen stark verbessert, klare Sicht, eine dünne Wolkenschicht vor der Sonne. Allmählich ist es spät geworden und die Landschaft
war eingetaucht in dieses besondere Licht das man erleben muss.
Es kehrt inzwischen eine gewisse
Routine ein, wir sind einfach Frühaufsteher und so geht es meist so
gegen 8.00 Uhr zum Frühstück. Was haben wir uns vor der Reise für
Gedanken um die Klamotten gemacht, irgendwie hatten wir das Gefühl
das es aber alles doch ein wenig netter sein musste. Abends ja auch
ganz schön, aber ich war froh zu sehen, dass man Morgens in Jeans
und T-Shirt ganz sicher nicht negativ auffällt. Wieder einmal
durften wir uns im Anschluss von unseren Kindern verabschieden,
hatten doch diese im Kids Club Freunde gefunden die ebenfalls vor ihren
Eltern flüchteten. Andererseits haben wir als Eltern natürlich auch
viele Vorteile wenn die Kinder auf Achse sind, denn so gingen wir
Mittags in das Hanami. Dort gab es jeden Mittag zwischen 12 und 14.00
Uhr Sushi satt und das in ausgezeichneter Qualität.
Endlich einmal "ausschlafen"
und so kommt es, dass wir heute erst um 9.00 Uhr beim Frühstück
sind. Auch das Frühstück selbst hat sich verändert, zumindest für
uns. Es gibt Müsli, das tolle frische Obst und einen Smoothie.
Die
Völlerei der letzten Tage muss enden, doch man entdeckte immer
wieder so viel neues das probiert werden wollte.
Kurz darauf waren
unsere beiden Kinder dann auch schon wieder verschwunden – es muss
wirklich schlimm mit uns sein.
Wir genossen die ruhige Zeit, dass
Wetter nicht mehr ganz so warm, etwa 11 Grad und auch die Sonne
wollte heute nicht so recht. Mittags gab es ein paar Garnelen bei
Gosch.
Um 15.00 Uhr war es dann soweit, wir überquerten den
Polarkreis und auf dem Pooldeck fand die Polarkreis Taufe statt. Es
begann mit einer kurzweiligen Aufführung der Showtruppe, der Kapitän
bat Neptun Poseidon um ruhige Fahrt durch das Polarmeer und dann
begann die eigentliche Taufe. Ich hatte das große Glück einer der
ersten zu sein, denn das Pooldeck war gerammelt voll. Wir mussten
"Algenschleim" trinken, "Würmer" essen und den
Hummer küssen. Es folgte ein Foto und dann gab es das begehrte Polarkreis Taufzertifikat
.... und für die letzten vielleich auch noch Herpes.
Ein wenig kalt
wurde es, da passte es doch hervorragend das im Theater ein Reisefilm
über Individualreisende in Norwegen lief und wir uns dort aufwärmen
konnten. In der Entfernung waren die Lofoten zu erkennen die wir in
den kommenden Stunden passieren, sicher auch ein beeindruckendes
Reiseziel für sich.
Der Versuch die Kinder aus dem Kids
Club abzuholen scheiterte kläglich, alles zureden half nichts. Die
beiden versicherten uns das sie alleine gehen und auch alleine ins
Bett gehen werden. Die Kinder waren schneller und besser orientiert
als wir, so ließen wir es darauf ankommen, denn wir hatten heute ein
Tisch im Schmankerl reserviert. So viel zu der Völlerei die aufhören
muss.
Übrigens buchten wir im Vorfeld der Reise den Gourmetpass für
75,00 Euro pro Person, dieses können wir jedem nur empfehlen. Mit
diesem Gutschein kann man je einmal im Schmankerl, Surf&Turf und
im Hanami essen. Es war üppig und sehr lecker, hervor zu heben sind
hier die Nachspeisen, der Marillenknödel und der Kaiserschmarrn
waren sehr gut.
Die Kinder schliefen tatsächlich
friedlich in ihrem Bett und so zog es uns noch einmal nach draußen.
Die Sonne hat sich noch heraus getraut und wir ließen dieses
besondere Licht auf uns wirken während die Sonne tief am Horizont
ihre Bahn zog. Dazu wurde noch weiter die Cocktailkarte getestet. Wir
waren auf unserer Reise viel in den Außenbars, uns gefielen diese
irgendwie besser. Je nach Wind wechselten wir also zwischen der
Überschau- und der Unverzicht Bar.
Also nach meiner Erfahrung kann ich die nur vom Nordland abraten und würde, um dich vor einer großen Enttäuschung zu bewahren, dich auf dieser Reise vertreten
Freut euch drauf, es ist wirklich ganz besonders da oben. Land und Leute.
Schon bald darauf liefen wir aus, das
Schiff drehte sich noch einmal auf Höhe der Wasserfälle und jeder,
egal wo, konnte den Anblick noch einmal genießen. Es gab so
wahnsinnig viel zu schauen und wir waren froh das ein Seetag folgte.
Diese vielen Eindrücke brauchten ihre Zeit.
Um 23.20 Uhr sollte ein letztes mal für
einige Tage die Sonne untergehen.
Nun sitze ich hier im Heck des
Schiffes, schau auf Geiranger und den Wasserfall, höre ihn rauschen,
sehe das bunte Treiben, blicke nach oben in die schroffen und dennoch
wundervollen, teilweise schneebedeckten Felsen und suche nach Worten.
Schon um 5.00 Uhr klingelte der Wecker und es ging an Deck. Mit
meiner Frau aber ohne die Kinder kamen wir genau richtig zur Einfahrt
in die Fjordwelt. Die Gipfel der Hänge im Nebel nicht zu sehen, mit
einer heißen Schokolade in der einen und der Kamera in der anderen
Hand versuchte man zu begreifen was nicht zu begreifen war. Vorbei an
vielen kleinen Höfen, gelegen hoch oben in den Felsen und unzähligen
kleinen Wasserfällen ging es immer weiter. Das Schiff schien zu
schweben und auch die Zeit verflog nur so. Plötzlich waren sie da,
die Wasserfälle der 7 Schwestern und gegenüber der Bräutigam –
der große Taum der Reise, auf einmal da. Die Dimensionen und die
Höhe unbeschreiblich. Zur Zeit sind wohl zwei Schwestern im Urlaub
(Norwegen hat eine sehr trockene Zeit hinter sich) aber auch die
verbliebenen fünf Schwestern machen es zu einem unvergesslichem
Anblick. Kurze Zeit später machten wir in Geiranger als einziges
Kreuzfahrtschiff am Seawalk, einem schwimmenden Steg, fest. Wir
gingen frühstücken und brachten anschließend die Kinder in den
Kids Club, sie unternahmen heute einen eigenen Ausflug. Wir gingen in
die Schaubar dem Treffpunkt unseres heutigen Ausfluges "Das
Beste von Geiranger" – es sollte keine Übertreibung sein.
Zuerst ging es in die Flydal Schlucht ein toller Aussichtspunkt mit
Blick auf Geiranger und "unser" Schiff. Von dort aus ging
es weiter, steile Serpentinen hinauf auf den Dalsnibba auf 1500 Meter
Höhe. Inzwischen war das Wetter vollkommen aufgeklart, wir hatten
einen fantastischen Blick auf die umliegenden, schneebedeckten Berge,
hinab in den Fjord in dem das Schiff zu erahnen war, ein herrlicher
Ort. Es ging den gleichen Weg zurück auf 1030 Meter dort ist die
Djupvasshytta, ein altes Gasthaus direkt am blauen See. Kaffee und
Kuchen gab es zur Stärkung dazu ein toller Blick über den
tatsächlich sehr blauen See. Das er so früh im Jahr schon
vollständig eisfrei ist, ist wohl sehr ungewöhnlich. Der Weg führte
uns weiter ins Fjordzentrum – wo wir auch mal unsere Kinder wieder
sehen durften – Dort ist ein Museum über den Fjord und das dortige
Leben. Wir schauten eine Fotoshow über den Fjord im Wandel der
Jahreszeitem – tolle Bilder und sehr kurzweilig. Zu guter letzt
führte uns der Weg dann noch zur Adlerkehre auf der anderen Seite
des Ortes. 10 steile Serpentinen führen hier rauf. Auf über 600
Metern liegt der Aussichtspunkt, wieder hat man einen tollen Blick
über den Fjord, aber eben auch auf die 7 Schwestern. So endete
dieser Ausflug voller Höhepunkte. Zurück in Geiranger erkundeten
wir diesen kleinen Ort noch, denn ein großes Highlight fehlte noch!
Fjordnear eine kleine Schokoladenmanufaktur in Geiranger, weltbekannt
und vielfach ausgezeichnet mussten wir hier einfach noch eine heiße
Schokolade trinken und ein paar Pralinen kaufen.
Geiranger – sicher einer der
Touristenmagnete Norwegens, dieses aber völlig zurecht. Dieser Ort
und eben Spitzbergen waren im Vorfeld der Reise unsere erwarteten
Highlights, Geiranger bestätigte es sofort.
Während unserer Reise
machte ich mir Notizen, jeden Tag. Vieles ist stichpunktartig, doch
hier war es anders. Hier sprachen wohl die Eindrücke und Gefühle
aus mir.
MeinSchiff1-6 Unser Termin war fast vollständig ausgebucht. Er wurde zwar irgendwann auch als Flexpreis Angeboten, doch lag dieser auf dem gleichen Niveau wie die letzten wählbaren Kabinen. Sollte die Auslastung bei Tui so hoch bleiben wird es wohl schwierig mit dem Flexpreis.