Also wir bekamen im Zug einmal am Tag zum Frühstück im Abteil ein paar Kleinigkeiten wie Brot, gekochte Eier, Käse und Wurst. Auch ein paar Kekse und natürlich Tee, den es ja in jedem russischen Schlafwagen gibt. Leider muß man diesen heute selbst bezahlen. Zu Sowjetzeiten gabs den umsonst.
Wir hatten aber auch ein warmes Essen im Speisewagen gebucht. Natürlich kann man das nicht mit dem Menü im Atlantik auf der Mein Schiff vergleichen
, aber besonders die Suppen waren immer sehr lecker. Wer mehr möchte muß mit dem "Zarengold" reisen. Dort gibt es sogar eine Kaviarverkostung
Der Speisewagen wird aber von den russischen Reisenden kaum genutzt, da es für die meisten einfach zu teuer ist dort zu essen.
Traditionell nimmt man selbst Essen und Getränke mit. Heute auch oft Suppen zum Aufbrühen.
Auch an den Bahnhöfen, wo der Zug manchmal länger hält, gibt es oft sehr Leckeres zu kaufen. Dort stehen Frauen aus den Dörfern der Umgebung und bieten super selbstgekochte und gebackene Gerichte, frisches Obst und Gemüse für relativ kleines Geld an. Sie bessern so ihr Haushaltsgeld auf. Leider habe ich von solchen "Verkaufsständen" keine Fotos
wegen Datenschutz
Für meine Freunde und mich war es einfach im Speisewagen die Karte zu "studieren" und zu bestellen. Dies geht aber nur, wenn man russiche kann. (Soll im "Sapsan", dem Hochgeschwindigkeitszug zwischen Moskau und Sankt Peterburg anders sein)
Wir trafen ein kleine Gruppe junger Männer aus Österreich, der Schweiz und Italien mit ihrem Vater, eigentlich alles Deutsche
, die große Probleme hatten ihr Essen zu bestellen. Natürlich haben wir gerne geholfen, wofür sie sehr dankbar waren.
So kamen wir bei ein paar Büchsen Bier und Wodka in ein nettes Gespäch.
Ohne Russich geht es also kaum, da nur die wenigsten der Schlafwagenschaffner oder Kellner in den Regelzügen Englisch oder Deutsch sprechen.
Ich glaube, dass sich dies erst mit der nächsten Generation ändern wird. Ob aber besser gebildete junge Russen bei der russischen Bahn arbeiten wollen
So noch ein paar Fotos aus dem Zugfenster und dann sind wir auch schon in Chabarowsk.
Charbarowsk ist mit Wladiwostock die wichtigste Stadt im fernen Osten Russlands und gemeinsammes Verwaltungszentrum.
Die Brücke über den 3000 km langen Amur bei Charbarowsk war bis 1975, als man die Brücke in Komsomolsk am Amur eröffnete, die einzige über diesen Fluß! Die alte Brücke wurde zwischen 1913 und 1916 im Zusammenhang mit dem Bau der Transsibierischen Eisenbahn gebaut.
1992 begann man die Brücke zu rekonsruieren und zum großen Teil neu zu bauen. Da sie aber den modernen Bedarf nicht decken konnte wurde 1996 begonen eine neue Brücke zu bauen. Diese ist zweigeschossig. Oben verläuft die Fernstraße M 58 und darunter befinden sich die Gleise der Transsib.