Wir haben gestern Abend noch von einem Crewmitglied der MS6 erfahren, dass diese Mitte November in den Orient aufbrechen soll, dann übernimmt die MS5 Griechenland. Da käme dann neben Piräus und Korfu noch ein dritter Stop dazu.
Die MS3 ist wohl eine Art Stand-by für den Fall, dass sich die Lage in der Karibik dahingehend verbessert, dass man die MS2 kurzfristig dahinschickt, die MS3 würde dann (mit der MS1) die Kanaren übernehmen.
Also an die frische Luft dürfen wir heute satte 3 Minuten - unter strenger Bewachung und in 4er-Gruppen. Essen wird allgemein überbewertet und uns von Versorgungsschiffen auf die Balkone geworfen - welche wir aber nicht betreten dürfen. Und auf dem Bord-TV läuft zur allgemeinen Unterhaltung ein "Der schwarze Kanal"-Marathon (wegen 30 Jahre Wiedervereinigung am kommenden Samstag).
Dieser Vorfall ist leider ein sehr anschauliches Beispiel für das Funktionieren der deutschen Medienlandschaft. Seit Katharina Blum hat sich leider nur eines verändert - jetzt schreiben sogar die sog. "seriösen" Medien von BILD &b Co. ab.
Und dass die Schutz- und Kontrollmechanismen von TC super funktioniert haben, wird wohl leider kaum jemand noch nachreichen...
eigentlich
sollte es ja für meine Urlaubsfamilie und mich auf die Akropolis
gehen. Wird dann aber ja erst morgen etwas, Ihr wisst ja, warum.
Aber
sowieso hatte Faulpelz im Vorfeld gar keine Drehgenehmigung für
dort bekommen, weshalb wir den folgenden Film bereits im Studio
vorproduziert hatten:
Also - so geht es weiter: heute Seetag im Hafen, morgen Ausflüge in Athen, übermorgen Seetag nach Korfu, Freitag Korfu, Samstag Seetag (wahrscheinlich leoider ohne Caldera; dafür dürfte die Zeit wohl nicht ausreichen), Sonntag Heraklion.
Also davon, dass alle PAXe getestet werden sollen, wurde uns noch nichts gesagt.
Abgesehen davon: die mediale Berichterstattung ist dermassen schlecht und falsch, dass es schon rummst. Allein die Behauptung, die MS6 wäre von den griechischen Behörden nach Piräus umgeroutet worden, hat einer vom anderen abgeschrieben.
Wir fanden die Stimmung heute Abend sehr entspannt unter den Pasagieren, aber schon spürbar angespannt bei der Crew - auch wenn sich die allermeisten sehr bemüht haben, dies die Gäste nicht spüren zu lassen.
Noch eine Info, die wir durch ein Crewmitglied erhielten: die 12 positiv Getesteten stammen alle aus unterschiedlichen Bereichen des Schiffs. Und es wurde am Sonntag auch nur eine Stichprobe von rund 150 Crewmitgliedern getestet - der erste Test dieser Art an Bord, seit die MS6 die Ägäis erreichte.
Das bedeutet aber leider auch, dass die 12 Positiven 8% der Getesteten ausmachen - weit mehr als die beim PCR-Test zu erwartende Fehlerwahrscheinlichkeit. Andererseits ist die Stichprobengrösse damit nochmal kleiner und damit das Testergebnis auf mathematischer Ebene viel fehleranfälliger geworden.
Schauen wir auf morgen und lassen uns überraschen.
Also den morgigen Teil haben wir - wegen Plüschtier-Drehverbot auf der Akropolis - bereits im Studio vorproduziert, den bekommt Ihr auf alle Fälle noch geliefert (und er hat plötzlich eine unerwartete Aktualität bekommen!).
Wir schauen im Moment, inwieweit wir den Drehplan noch ändern können, damit wir möglichst viele Szenen noch vor einem eventuellen Reiseabbruch abdrehen können, um sie dann später in der Postproduction aufzubereiten.
Aktuelle Durchsage vom Kapitän: auch alle weiteren Tests im Bordhospital waren negativ. So werden wir morgen plangemäss Piraeus anlaufen, dort kommen die griechischen Behörden an Bord und testen ein drittes Mal.
Falls dann wieder alles negativ bleibt, bleiben wir einen Tag länger in Athen, da morgen erstmal alle Landausflüge abgesagt bzw. auf übermorgen verschoben wurden.
Ebenso würde sich unser Anlauf auf Korfu dann auf Freitag verschieben.
Außerdem entspricht die Zahl der gefundenen Positiven leider genau wieder der zu erwartenden falsch positiven
Kommt auf das Testverfahren an. Wenn es der Drosten'sche PCR-Test ist, liegen 12 Positive bei rund 800 Crewmitgliedern schon etwas über dem Fehlerdurchschnitt - aber immer noch knapp innerhalb des Erwartungsintervalls (weil das n vergleichsweise klein ist).
Egal, wir warten hier auch ab und harren der Dinge, die da folgen werden. Bleibt uns ja auch gar nichts anderes übrig. Und die gute Ferienstimmung lassen wir uns schon gar nicht vermiesen!
was für ein
seltsamer Tag. Zuerst musste ich wieder vor die Kamera. Das Filmset
war diesmal in der LUMAS-Bar aufgebaut, so dass ich grosse Hoffnung
hatte, endlich etwas Ordentliches zu trinken zu bekommen.
Aber was musste ich
feststellen? Faulpelz hatte bewirkt, dass die Bar erst am Nachmittag
geöffnet werden sollte, damit ich mich voll auf mein Schauspiel
konzentrieren könne.
Ja, was glaubt der
denn? Ich brauche auf alle Fäller erstmal ein paar Cocktails, um auf
Betriebstemperatur zu kommen. Das kann ja noch eine schöne Woche
werden…
Immerhin waren auch
ein paar von Euch da, so dass wir uns kennenlernen und in den
Drehpausen nett unterhalten konnten.
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War wirklich ein
schönes Treffen!
Und dann wurde
plötzlich während des Mittagessens vom Kapitän durchgesagt, dass
bei 12 Crewmitgliedern die gestern in einem Labor an Land untersuchten Corona-Abstriche positiv gewesen seien. Es würden
jetzt an Bord auf der Krankenstation Bestätigungstests durchgeführt;
die ersten beiden seien zum Glück negativ gewesen.
Nun heisst es für
uns warten, wie es weitergeht. Hoffentlich muss die Reise nicht
abgebrochen werden.
Drück bitte die
Daumen und Hufe, so wie wir es tun!