Er hatte in der Ferne etwas erspäht, was er uns zeigen wollte. In
rund 100m Entfernung lag ein Leopard in einem Baum.
Wir machten uns mit
Fernglas und Kamera sofort auf die Suche. Ergebnis: nix! 
Unser Guide
versuchte nach und nach, unsere Blicke zu lenken. Immer noch nix! 
Na, dort!
Wo?
Da!
(grummelbrummelwoistdenndasblödeviechundwiezurhöllesollenwirdassehen?!?)
Und
dann, nach
einer gefühlten Ewigkeit: ein Hintern! 
Wow!
Hurra!! Hallelujah!!! 


Wobei
das Ganze auf dem Monitor meiner Kamera nicht annähernd so
eindrucksvoll aussah, wie jetzt im Bericht.
«Shall
we risk it?» meinte Emmilian.
«Risk
what?» antwortete ich.
«To
go off the path», antwortete unser Guide.
An
dieser Stelle eine kleine Belehrung: wenn man in einem tansanischen
Nationalpark unterwegs ist, darf man nie, nie, niemals die
«offiziellen» Pisten verlassen. Wirklich nicht! Sowas kann teuer
werden, wenn einen die Ranger erwischen. 
Auf
der anderen Seite: wer sollte davon erfahren? Also ausser Euch? (Also
bitte: Pssscht!, okay?) 
Unser
Guide wendete kurz den Jeep – und in diesem Moment wünschten wir uns sehr heftig, auf dem erlaubten Weg geblieben zu sein. Ehrlich:
Autoscooter und Achterbahn zusammen auf der Dorfkirmes sind nichts
dagegen, was unsere Skelettsysteme in diesem Moment erleiden mussten.
Dies
erscheint mir als geeigneter Moment für einen dringenden Einschub:
WARNUNG!!!
Eine
Safari durch die afrikanischen Nationalparks (egal, in welchem Land)
ist definitiv nichts für Personen, welche an Arthritis (inklusive
Rheuma), Bandscheibenvorfällen oder anderen Wirbelsäulenproblemen
leiden. Selbst die offiziellen Strassen sind für den
muskuloskelettalen Stützapparat aller Menschen über 30 eine echte
Herausforderung.
Ich
meine das ernst! Wirklich!!
Ganz, ganz ehrlich!!! 
(Einschub
Ende)
Okay,
wo waren wir stehengeblieben? 
Ach
ja, bei Fotos von einer Katze ein einem Baum (ich
frage mich ja, ob die Feuerwehr sie auch dort herunterholen würde…

Meine
Frau so zum Guide: «How much is it, if we get caught?»
Unser
Guide so: «30 Dollars»
Meine
Frau so zu mir: «You pay that!»
Unser
Guide so: «And a kick in the
butt.»
Ich
so zu meiner Frau: «I pay, you take!»
Plötzlich
Stille… 
Auf
meiner Handykamera sah der Leopard sehr friedlich aus:
Auf
dem Weg zum Platz unserer Toilettenpause begegneten uns noch ein paar
Karibus:
Und
in der Ferne erinnerte mich die grösste Erhebung im Park irgendwie
an den einsamen Berg Erebor (Tolkien-Fans werden mich verstehen...):
Okay, dann machen wir mal eine kleine Safari-Abrechnung bezüglich der legendären "Big Five".
Elefant - check!
Afrikanischer Büffel - check!
Löwe - check!
Leopard - check!
Nashorn... naja...
Aber 4 von 5 in nur eineinhalb Tagen - Wahnsinn! 


(to
be continued...)