Beiträge von Faulpelz

    Es war nun schon früher Nachmittag, als wir an einem Rastplatz Halt machten. Wie auf der gesamten Reise, gab es dort ein sehr modernes und sauberes Toilettenhaus (etwas, was wir auf der Tour sehr zu schätzen lernten): :)

    Unser Mittagessen nahmen wir heute im Jeep ein:

    Der Rastplatz war zwar sehr schön... :)

    ...aber neben ein paar Affen lauerten auch diverse Vögel darauf, uns unser Lunch abzujagen. Im Wasser waren ausserdem wiederum ein paar Nilpferde zu sehen:

    Bei der Weiterfahrt kamen wir erneut einem Kronenkranich sehr nahe:

    Dann plötzlich lag eine Löwin direkt neben der Piste: :huh:

    Sie war aber trotz unserer Anwesenheit sehr entspannt und rollte sich schon bald auf den Rücken: :)

    Oooorrrrrr! Muss! Streichel! Impuls! Unterdrücken!!! :love:=O

    Kurze Zeit später wälzte sich ein Zebra genüsslich im Sand:

    Ich hatte die letzten obigen Bilder, wie auch viele andere, meinem lieben Studienfreund, welcher Euch aus einigen früheren meiner RBe als «Onkel Joe» bekannt ist, per Signal übermittelt. Seine Reaktion war: «Geil, Woodstock!» Daraufhin antwortete ich: «Oder Wacken.» :evil:

    Und damit hatte sich in meinem Kopf eine Idee festgesetzt, auf die ich am Ende meines RB wieder zurückkommen werde – bleibt dran, es wird sich lohnen. ;)

    Aber nun wieder zurück zum Tagesgeschehen. Zunächst einmal konnte ich jetzt viele Bilder von Flamingos aus nächster Nähe schiessen:

    Links der Piste sahen wir dann wieder Kronenkraniche:

    Wir kamen an einem Sumpf vorbei, welcher als «Elefantenfriedhof» bekannt ist: 8|

    [Wissenschaftlicher Einschub:]

    Die sogenannten «Elefantenfriedhöfe» sind schlichtweg Sumpflandschaften, in denen das Gras besonders weich und saftig ist. Wenn Elefanten alt werden, verlieren sie (wie viele andere Tiere auch) ihre Zähne, so dass sie irgendwann das harte, trockene Savannengras nicht mehr fressen können. Deshalb wandern sie in die Sümpfe, um sich überhaupt noch ernähren zu können.


    Und dort sterben sie halt irgendwann. Das hat überhaupt nichts Mystisches, wie es vor 200 Jahren viele europäische Forscher annahmen, als sie an bestimmten Orten in Afrika besonders viele Elefantenskelette vorfanden.

    [Ende des wissenschaftlichen Einschubs.]

    Einen der alten Elefanten erblickten wir dann auch im Schilf: :)

    Die grossartige Natur liess aber nicht lange auf sich warten. Ein Warzenschwein graste ganz friedlich direkt am Rand der Piste (und die folgenden Bilder sind wieder «nur» mit der Handykamera aufgenommen):

    Pumbaa! Heute mal ohne Timon unterwegs.

    Auf der anderen Seite des Jeeps jede Menge Tiere unterschiedlichster Arten:

    Und schon wieder Warzenschweine:

    Gnus ganz nahe:

    Und Zebras:

    Aber dann bekam ich ein Motiv vor die Linse, welches ich rückblickend als eines der schönsten der gesamten Reise betrachte:

    Hammer! :love::love::love:

    Hurra, es ist Wochenende! Zeit, mit dem Reisebericht fortzufahren: :)

    Wir waren also gerade in den Ngorongorokrater hinuntergefahren und hatten unser erstes Nilpferd in der Ferne erspäht. Im Gegensatz dazu ganz in der Nähe tauchten vor unserem Jeep ein paar Afrikanische Büffel auf und kreuzten elendig langsam die Piste: :huh:

    Ein Kumpel der beiden blickte uns von links der Piste argwöhnisch an:

    Aber egal, unser Ziel war in diesem Moment das Ufer des Kratersees, welcher ein ziemlich alkalisches (und für Menschen sehr giftiges) Gebräu enthält: <X

    Der alkalische pH-Wert des Wassers lässt auch nur wenig Krustentier-Leben zu, weswegen die dortigen Flamingos auch nicht so rosa sind, wie ihre Verwandten in anderen Teilen Afrikas.

    Die Gefiederfarbe entsteht nämlich durch bestimmte Farbstoffe in den von den Vögeln verzehrten Krebsen. Deshalb sind die Ngorongoro-Flamingos auch maximal an den Flügelspitzen so richtig schön pink:

    Wir waren ja am Ende der Trockenzeit, das heisst, die «Brühe», die sich da «See» nennt, war von der Sonne ins Alkalische einreduziert worden (wie beim Kochen). Nach der zweimal im Jahr stattfindenden Regenzeit ist der See dann wieder ausreichend verdünnt, dass der pH-Wert des Wassers sinkt, was wiederum Krebswachstum zulässt, so dass die Flamingos wieder pinker werden.

    Auch andere Wasservögel waren zu sehen:

    Und dann kam Hippo Nummer zwei in Sichtweite: :love:

    Yeah! Aber immer noch recht weit entfernt. Wir wollten aber mehr…

    Wir sind bislang immer mit 2h Umsteigezeit gut hingekommen, selbst bei Verspätungen.

    Vor 5 Jahren bin ich mal mit LH und AA via ORD nach MSP geflogen, Layover 2h05. In ORD eine halbe Stunde zu spät gelandet, zur Immigration, Koffer geholt, Terminal gewechselt, wieder eingecheckt und trotzdem am Gate für den Weiterflug noch 15 Min. gewartet.

    Und das auf einem der grössten Flughäfen der Welt, wo allein schon das Taxiing manchmal länger dauert, als der eigentliche Flug.

    Also keine Panik, ist meistens alles halb so wild. ;)

    Guckt Euch mal die Deckpläne von MS 1 und 2 an: dagibt es auf Deck 3 im Bereich des hinteren Treppenhauses B sowie auf Deck 4 bugwärts an Backbord jeweils Bereiche, wo es an einem Gang nur Aussenkabinen hat, gegenüber jedoch keine Innenkabinen.

    Da braucht nur der Gang nach aussen zu rücken, schon erschliesst er Innen- und Aussenkabinen, welche zusammen jeweils so gross sind, wie vorher die Aussenkabinen für 2 Personen.

    Während der Weiterfahrt konnten wir immer wieder einen Blick in den Krater erhaschen:

    Wir passierten die Zufahrt zur Lodge, in der wir die kommende Nacht verbringen sollten, kurz darauf erreichten wir dann das Gate zum eigentlichen Kraterbereich.

    Info: die «Ngorongoro Conservation Area» selber ist zwar ein Nationalpark, jedoch dürfen dort die Masaai im Grossen und Ganzen ihre Herden weiden lassen. Lediglich der Kratergrund selber und die dazugehörenden Abhänge sind strenges Schutzgebiet. Und in genau dieses fuhren wir nun:


    Es ist ein Einbahnstrassensystem. Die Strassen sind jeweils entweder für das Hinunter- oder Hinauffahren zugelassen.

    Emmilian hatte inzwischen wieder das Dach geöffnet. Die erste Gazelle unserer Reise wurde dann gleich zur absoluten Sensation:

    Vom Kratergrund aus sah die Umgebung ganz anders aus… irgendwie unspektakulärer...

    Erste Flamingos kamen – noch unscharf – in der Ferne in Sicht:

    Aber dann. Unser erstes Nilpferd!

    Ebenfalls noch weit entfernt und kaum zu erkennen, aber das war ja erst der Anfang.


    (Fortsetzung folgt)

    Schliesslich erreichten wir den Eingang zur «Ngorongoro Conservation Area»:

    Wohlgemerkt: der eigentliche Krater ist nur ein sehr kleiner Teil dieses riesigen Areals, in dem es noch sehr viel mehr zu bestaunen gibt (ein guter Grund, irgendwann einmal wieder hierher zu kommen):

    Wir waren zu diesem Zeitpunkt auf fast 1900m Höhe hinaufgefahren (von rund 600m über NN), die Luft wurde dünner, die Vegetation am Wegesrand allerdings erstaunlicherweise üppiger (das kennen wir so aus der Schweiz nicht):

    Dann lag er vor uns – der legendäre Ngorongoro-Krater: :love:

    Über enge Passstrassen fuhren wir auf den Kraterrand in gut 2200m Höhe hinauf. Für uns Wahlschweizer eigentlich nichts Ungewöhnliches, selbst mit den engen Schotterpisten. Es erinnerte mich sogar an ein Erlebnis in meinem ersten Jahr als Assistenzarzt in der Schweiz:

    [Beginn nostalgischer Einschub]


    Meine erste Assistenzarztstelle in der Schweiz hatte ich in den Bündner Alpen, im Kreisspital Savognin. Eines Nachts, es war Anfang Juni 2008, musste ich im Notfalldienst ausrücken, weil die Grossmutter eines Bergbauern krank geworden war. Von Savognin aus musste ich zwei Dörfer weiter fahren, dann scharf links auf eine Bergstrasse. Und all das mit meinem 14 Jahre alten – und definitiv nicht geländetauglichem – Peugeot 306 Cabrio.


    Die Bergstrasse erwies sich als fiese Kiespiste, mehrfach geriet ich mit meinem Auto ins Schwimmen, musste heftigst gegensteuern. Die Piste war maximal 3m breit, bei jeglichem Gegenverkehr hätte ich ein grosses Problem gehabt. Und selbst mit zugeschalteten Nebelscheinwerfern konnte ich maximal 5-10m voraus schauen. Irgendwo links war eine steile Felswand, rechts – keine Ahnung!


    Ich erreichte schliesslich den Berghof, konnte die Patientin untersuchen und ihr eine Spritze geben. Danach schlitterte ich allmählich wieder talwärts.


    Als ich am nächsten Vormittag zur Kontrolluntersuchung wieder zum Hof hinauffuhr, wurde mir erschreckend schnell bewusst, dass es rechts neben der «Strasse» mehrere hundert Meter steil bergab ging. Ohne Leitplanke oder irgendeine Form der Begrenzung! Heilige Scheisse!!!


    In den folgenden Monaten habe ich mich dann an die Alpenstrassen in der Schweiz gewöhnt. Genauso an die «Eingeborenen», welche diese benutzen, und ihre ganz besonderen Eigenarten. Das Graubündner Autokennzeichen «GR» wird hierzulande nicht ohne Grund als Abkürzung für «GebirgsRaser» interpretiert…


    [Ende des nostalgischen Einschubs]

    Naja, jedenfalls kam es auf der Strasse vor uns plötzlich zu einer kleinen «Verstopfung». Ein Tanklaster war rechts mit einer Reifenpanne liegengeblieben, ein vor uns fahrender LKW auf ihn aufgefahren, kam aber wegen hinter dem Tanklaster aufgestauten Safari-Jeeps nicht an der Engstelle vorbei:

    Es entstand ein Hupkonzert zwischen den verschiedenen Fahrzeugen, welches in etwa dem entspricht, welches ich 1988 im Rahmen einer Busreise am «Arc de Triomphe» in Paris erlebte, als unser Reisebus im Berufsverkehr daran scheiterte, in den Kreisverkehr einzufädeln. :) Irgendwann wurde es Emmilian dann zuviel. Er stieg aus, blaffte den LKW-Fahrer vor uns kräftig an, nur um ihn dann mit Handzeichen nach rechts-rückwärts zu dirigieren.

    Und bevor die entgegenkommenden Jeeps die Gelegenheit nutzen konnten, war unser Guide schon wieder im Jeep und steuerte uns elegant an der ganzen Chose vorbei. 8o

    Etwa einen Kilometer weiter erreichten wir dann völlig überraschend das Grab von Michael und Prof. Bernhard Grzimek. 8|

    Ich muss zugeben, dass ich zu diesem Zeitpunkt gar nicht damit gerechnet hatte. In meinem Kopf hatte ich abgespeichert, das Grab befände sich irgendwo in der Serengeti. Aber nein: es befindet sich an einem Punkt des Kraterrandes, direkt neben der «Strasse»:

    Ich es mir ja so toll ausgemalt mit unserem Salut vor diesen beiden grossartigen Naturforschern. :* Was ich mit dem kleinen Zettel, auf den ich die Namen all derer, die weiter oben in diesem RB meinem Aufruf gefolgt waren, anstellen wollte. :love: Und nun das. Ein Grabmal neben einer Sand-Fels-Piste: :huh:

    Unser Guide wollte schon weiterfahren, da unterbrach ich ihn und erklärte in aller Kürze mein Vorhaben. Emmilian war verständnisvoll, angesichts des heftigen Verkehrs auf der Piste aber auch gedrängt, schnell weiterzufahren. Also meinte er: «You have one minute!»

    Ich griff den vorbereiteten Zettel aus meinem Rucksack, sprang aus dem Jeep und lief zum Grabmal. Wie mir Emmilian später erzählte, ist das schon seit einiger Zeit gar nicht mehr erlaubt, nachdem wiederholt Influencer*innen Unfälle verursacht und versucht hatten, ihre Initialen in das Grabmal einzuritzen (!). ;(

    Jedenfalls grub ich im Gras neben dem Grabmal mit meinen Händen eine kleine Mulde, legte den Zettel hinein, stopfte schnell die ausgerissene Grassode wieder darüber und legte noch einen kleinen Stein, der dort einen Meter weiter rechts einfach herumlag (siehe das vorletzte Foto, auf "halb vier" der Bildmitte), darauf.

    Eigentlich war damit mein Auftrag schon erfüllt, aber als ich mich erhob, wurde mir klar, dass dies nicht alles gewesen sein konnte. :/ Da ich aber auch kein religiöser Mensch bin, verzichtete ich auf ein stummes Gebet am Grab und tat stattdessen etwas, was ich noch nie zuvor in meinem Leben getan hatte: ich nahm Haltung an und salutierte. =O

    Ich habe ein sehr persönliches Problem mit jeder Form von Militarismus. Von der Mitgliedschaft im grössten deutschen Camping- und Schützenverein wurde ich glücklicherweise im Alter von 24 Jahren wegen meiner Hoplophobie freigesprochen. Aber in diesem Moment erschien mir diese Art der Ehrerweisung einfach richtig. (Das kommt aber nie wieder vor, versprochen! ;) )

    Und dann konnte ich es mir doch nicht verkneifen, beugte mich kurz zum Grab herunter und flüsterte: «Herr Professor, die Steinlaus ist leider ausgestorben!» :D

    Schnell wieder zurück in den Jeep, dann ging es auch schon weiter. Aber immerhin kann ich nun hier im Forum berichten: «Mission ausgeführt!» Nicht so wie geplant, aber dennoch irgendwie im Sinne des Auftrags. :)

    Noch auf asphaltierten Strassen unterwegs, kamen wir immer wieder an Masaai mit ihren Herden vorbei:

    In einem kleinen Dorf am Strassenrand fand gerade ein Markt statt, auf dem u.a. auch die Masaai (bitte nicht wegen der Schreibweise irritiert sein, ich habe auch erst auf der Reise gelernt, dass die uns bekannte Schreibweise «Massai» falsch ist) ihre Tiere anboten:

    Und noch mehr Herden:

    Dann wieder kleine und grössere Strassendörfer mit ihren vielfältigen 1-Mann/Frau-Handelsunternehmen:


    Am Rande einer Kleinstadt überholten wir dann noch eine Hochzeitsgesellschaft – stilecht mit eigener Kapelle:

    …aber wie schon oben geschrieben…NICHT bei Betäubungsmitteln

    Das passt dann auch mit dem Formular zusammen, welches ich gerade erwähnte. Dies ist überschrieben mit:

    Zitat

    Source: United Nations Office on Drugs and Crime

    «Guidelines for National Regulations Concerning Travellers under Treatment with Internationally Controlled Drugs»

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    Medical certificate for sick travellers who need to carry narcotic or psychotropic substances for their own treatment