Ich habe vorab im Internet den Ausflug „Bootsfahrt durch das Fischerdorf und das Haff“ für Kleipeda reserviert.
Ausflugsbeschreibung:
„An jene Stelle, an der die Kurische Nehrung vom Festland abzweigt, führt Sie eine ca. 1-stündige Busfahrt. Sie reisen in das Fischerdorf Minage, wo Ihre ca. 1,5-stündige Bootsfahrt beginnt. Vorbei am malerischen Haffdorf Minge, wo der von Häusern gesäumte Fluss den mitunter wichtigsten Fahrweg darstellt, schippern Sie zu einem Salzwassersee, der ein Paradies für Wasservögel darstellt. Neben Ausblicken auf die besondere Natur bietet sich für Tierliebhaber auch hier meist ein bemerkenswerter Anblick. An klaren Tagen sehen Sie während des Rückwegs nach Minage vom Boot aus die Sanddünen sowie die Fischerhäuser auf der Kurischen Nehrung, die aufgrund ihrer Schönheit von der UNESCO zum Welterbe erklärt wurde. Abschließend unternehmen Sie einen Rundgang in Klaipeda.„
Der Ausflug ist mit insgesamt 5 Stunden angegeben. Wir haben den Vormittagsausflug gebucht.
Bei Ankunft auf der MS4 bekamen wir eine kurze Notiz, daß der Ausflug leicht geändert wurde und nun 5,5 Stunden dauert. Nähere Angaben habe ich nicht gefunden - das war der Moment wo ich stornieren hätte sollen. ![]()
Der Ausflug startete mit einem recht neuen und komfortablen Bus, sogar mit Free WiFi an Bord. Die Fahrzeit zum Ausflugsboot war dann etwa 1 1/4 Stunden, davon die letzten 15 Minuten über eine derart schlechte Schotterpiste, daß der Busfahrer nur Schritttempo gefahren ist und wir trotzdem ziemlich durchgerüttelt wurden.
Wobei ich glaube, dem Busfahrer ging es mehr um sein Gefährt.
Dann wurden wir auf einen umgebauten Schiffskutter gescheucht. Die vorhandenen Plätze waren aus Holz und sehr eng. Die meisten Mitreisenden haben sich ans Bug gestellt. Zumindestens gab es im hinteren Teil ein Dach, daß uns vor der brennenden Sonne geschützt hat.
Von Haff war hier nachwievor gar nichts zu sehen, dafür kamen die Pferdebremsen und weiteres Getier. Unser wohlgefüttertes Blut war wohl unwiederstehlich für alles was beißen oder stechen kann.![]()
Dann ging es los - die Flusslandschaft war durchaus schön und wir konnten viele Wasservögel zu sehen. Hier handelt es sich um die Memel und ein Landschaftsschutzgebiet.![]()
Nach annähernd der Hälfte der Fahrzeit erreichten wir endlich das Haff. Schlagartig wurde die Luft frisch und die Aussicht hervorragend. Ich glaube nicht, daß man hier noch besseres Wetter haben kann - leuchtend blauer Himmel, über 30 Grad im Schatten und seit Tagen keinen Regen.
Von unserer Reiseleitung, welche gut verständlich und wunderbar einschläfernd war, kam der Hinweis dort hinten würde man jetzt die Dünen der Kurischen Nehrung sehen. Wir hatten ein Tele mit allem Drum und Dran dabei und maximale Vergrößerung versucht - leider vergeblich. Mit etwas Fantasie konnte man sehen, daß am Horizont noch etwas anderes als Wasser ist.![]()
Und schon ging es wieder zurück zum Bus. Der Kommentar der Reiseleitung „Wunderbar, wir sind pünktlich zurück“. Was richtig war, denn die anvisierte Zeit wurde noch um 5 Minuten unterboten.
Das Resümee dieses Ausflugteil war, eine angenehme Bootsfahrt entlang eines Flusses mit vielen Vögeln. War nur nicht, was wir gebucht haben.
Die Rückfahrt dauerte übrigens nur eine Stunde und davon nur die ersten zwei Kilometer über Schotterpiste. Verstehe das wer will.
In der Stadt angekommen, begann der Rundgang am Brunnen und dann einer Strasse entlang mit Blick auf ein Segelschiff und diverse Bronzestatuen. Das war soweit interessant, aber der Tag war massiv heiß und mittlerweile Mittagszeit.
Da das Schiff zu sehen war, haben wir uns an dieser Stelle vom Ausflug verabschiedet und den Rückweg zu Fuß angetreten. Das dauerte etwa 15 Minuten und hat uns noch einige hübsche Ecken gezeigt. Die Busfahrt hätte nochmal 20 Minuten durch die Stadt geführt, um dann am Schiff zu enden.
Wenn man einfach schöne Natur sehen will, ist der Ausflug zu empfehlen.
Von der Kurischen Nehrung haben wir so leider gar nichts gesehen.
