Beiträge von Bremerin

    Ich sage ein ganz herzliches Dankeschön für all die vielen Rückmeldungen, die mich sehr berührt haben, auch wenn ich nicht auf jede einzeln eingehen kann.

    Die Reise geht weiter, und fast täglich legen wir in einem neuen Hafen an, machen Ausflüge, und kaum, dass wir wieder an Bord sind, geht es schon wieder weiter. Da bleibt nicht viel Zeit zum Schreiben, weil ich ja die Beiträge auch nur sehr begrenzt offline vorbereiten kann. Und ich komme immer wieder in Verzug.

    Nicht nur deshalb sondern auch wegen der Vielfalt der Sichtweisen habe ich Silke Muesi und Katja Kati22 eingeladen, ebenfalls Beiträge in diesem Bericht zu schreiben.

    Vorgestern (Dienstag) waren wir im Hafen von Coquimbo. Ute und ich hatten einen Ganztagsausflug ins Elquital gebucht. Von dem gibt es nicht viel zu berichten, außer dass wir die meiste Zeit im Bus oder beim Warten auf denselben, bei einem durchschnittlichen Touristen-Mittagessen und mit der Besichtigung einer Piscofabrik (mit Einkaufsmöglichkeit, versteht sich) verbracht haben. Zugegeben, die Landschaft war schön im Elquital, aber ich hatte den Ausschreibungstext wohl nicht gründlich genug gelesen oder er war missverständlich ausgedrückt. Jedenfalls hatte ich mir erhofft bzw. erwartet, dass wir sowohl in Pisco de Elqui, wo wir zu Mittag gegessen haben als auch in Vicuña, wo die Schnapsbrennerei war, anhalten und Zeit haben, den Ort zu besichtigen. Beides leider Fehlanzeige. Auch dass man 120 Schiffsgäste in 4 Bussen gleichzeitig zu den gleichen Zielen in den kleinen Ortschaften schickt, erschließt sich mir auch nicht wirklich. Deshalb gibt es leider keine Fotos und als Fazit: das war nix - schnell vergessen.

    Dafür war der gestrige Tag in Valparaíso umso schöner und hat uns mehr als entschädigt. Das folgt dann hoffentlich später noch im nächsten Teil.

    Fazit unseres Ausflugs nach Cusco und Machu Picchu

    Die Überschrift könnte auch lauten: aus drei mach fünf


    Geplanter Ablauf: Am Mittwoch Vormittag Flug nach Cusco. Nachmittags Stadtbesichtigung. Am Donnerstag Fahrt nach Machu Picchu und zurück nach Cusco. Freitag: früher Abflug nach Lima mit Ankunft auf dem Schiff am späten Vormittag.


    Daraus wurde:


    Mittwoch Flug nach Cusco und Stadtrundfahrt. Erst im Laufe des Nachmittags kam die erlösende Nachricht, dass der Streik in Machu Picchu ausgesetzt wird und wir am nächsten Tag wie geplant hinfahren können. Am Donnerstag Abfahrt um 5:30. 2 Stunden Fahrt mit dem Bus, dann 1 1/2 Stunden Fahrt mit dem Touristenzug, dann nochmals 30 Minuten Busfahrt. Nach einer rel. kurzen Wartezeit dann Einlass nach Machu Picchu und 2 Stunden Besichtigung in 10-er Gruppen. Nach dem Mittagessen in dem Ort Machu Picchu erfolgte die Rückfahrt auf gleichem Wege. Insgesamt waren wir 12 Stunden unterwegs. Allerdings war die Landschaft so spektakulär, dass die Zeit zumindest auf dem Hinweg wie im Fluge verging.


    Freitag Morgen war dann die Abfahrt zum Flughafen um 3.40. Im Flughafen angekommen stellte sich dann nach einiger Zeit heraus, dass unser Flug wegen eines Streiks in Lima annulliert war. Wir fuhren zurück ins Hotel, konnten dort unsere alten Zimmer wieder beziehen und erstmal in Ruhe frühstücken. Danach wurden wir gebeten, im Hotel zu bleiben, bis feststeht, wie es weitergeht. Franziska vom Phoenix Team und Franzisco von der örtlichen Agentur hatten danach ein paar anstrengende Stunden, bis feststand: die einzige Möglichkeit, uns wieder auf‘s Schiff zu bringen, ist der Bustransfer nach Iquique, dem nächsten Hafen in Chile. Entfernung 1200 km durch die Anden und später dann die Atacama Wüste. Inklusive Grenzübertritt und Buswechsel an der Grenze und zwei Übernachtungen in Arequipa und Iquique. Was folgte, waren 12 bzw. 15 anstrengende Stunden im Bus durch spektakuläre, überwiegend unbesiedelte Landschaft, Mittagessen in Form von Lunchpaketen im Bus und wenigen Toilettenstopps. Über die hygienischen Bedingungen möchte ich hier nichts schreiben, wohl aber über spontane Begegnungen mit der indigenen Bevölkerung, die in der Erinnerung haften bleiben werden: sei es die Toilettenfrau, die uns fotografierte, nachdem wir sie um ein Foto von sich gebeten hatte, sei es der kleine indigene Junge, der stolz seine gesammelten Plastikautos spazieren fuhr, sei es die Straßenverkäuferin, die köstliche warme mit Käse gefüllte Kartoffeln verkaufte und nach wenigen Minuten ihren ganzen Vorrat an uns verkauft hatte und glücklich davonging. Die Erinnerung an die quälend langsam vergehende Zeit besonders bei Dunkelheit, den Straßenabschnitt, wo sich Schlagloch an Schlagloch reihte, die Klimaanlage, die vorne den Bus in eine Kühlkammer versetzte, um ihn hinten gleichzeitig aufzuheizen, wird bald vergessen sein. Auch das abgewohnten Holiday-Inn-Hotel in Iquique werde ich schneller wieder vergessen als das traumhaft schöne in Arequipa, wo wir unser Frühstück draußen auf der Terrasse mit Blick auf Palmen und die Kathedrale einnehmen konnten. Und die Bronchitis sowie die Bindehautentzündung, die ich der Klimaanlage im Bus verdanke, wird mittels Antibiotika Einnahme bald wieder der Vergangenheit angehören. Was bleibt ist die Erinnerung an fünf abenteuerliche, anstrengende Tage voller spektakulärer Eindrücke. Bei allen Schwierigkeiten, die unterwegs auftauchten und die ich hier nicht erwähnenswert fand (z.B. die zeitaufwändigen Kontrollen, ob wir verbotenerweise Obst oder Gemüse mit uns führen), habe ich nie die Gewissheit verloren, dass wir es irgendwie schaffen, in Iquique wieder auf‘s Schiff zu kommen. Und als wir dann vor unserer weißen Lady standen und noch einen Augenblick warten mussten, weil das Schiff noch nicht freigegeben war, die Menschen sahen, die uns vom Schiff aus zuwinkten, da standen nicht nur mir die Tränen in den Augen. Nie stimmte die Begrüßung „willkommen zu Hause“ mehr als in diesem Augenblick.

    Machu Picchu (alter Berg) ist eine gut erhaltene Ruinenstadt. Die Inka erbauten sie 1450 in einer Höhe von 2430 m auf einem Bergrücken zwischen den Gipfeln des Huayana Picchu (junger Berg) und dem alten Berg. Von Cusco ist sie 75 km entfernt. Bereits 60 Jahre später wurde sie wieder verlassen, offensichtlich sehr schnell, worauf viele unvollendete Bauwerke hinweisen. Da es keine Aufzeichnungen gibt, kennt man den Grund nicht - es gibt diverse unbewiesene Theorien. Von Cusco führt der Inkapfad hierher, ein anspruchsvoller Wanderweg, der bis heute von Wanderern genutzt wird.

    Ute und ich haben zwei unterschiedliche Besichtigungen gemacht: sie ist ganz nach oben gestiegen, während ich auf mittlerer Höhe geblieben bin. Da ich annehme, dass das Interesse groß ist, beides zu sehen, werde ich eine Menge Fotos hochladen.

    Der hohe Berg im Foto ist der Huayana Picchu (junger Berg)

    Die Fortsetzung folgt wahrscheinlich erst übermorgen, da wir gleich auslaufen

    Und zum Abschluss des Tages noch drei Fotos von der trockensten Wüste der Welt, der Atacamawüste, Dich die wir fahren, seitdem wir in Chile sind.

    Morgen beginnt dann - Stand jetzt - unser normaler Alltag wieder. Ich werde überwiegend in den Häfen Internet haben und dann berichten.

    Ein Fazit zum Ausflug folgt dann, wenn ich die Bilder von Machu Picchu hochgeladen habe.

    Für alle, die es interessiert: hier südlich des Äquators dreht sich die Sonne gegen den Uhrzeigersinn: sie geht im Osten auf, steht mittags im Norden am höchsten, wandert dann zum Westen, wo sie untergeht.

    Kurzes Update zum Internet

    In den meisten Häfen war der Internetzugang schwierig, sei es dass WLAN garnicht vorhanden oder kostenpflichtig war.

    Von den Ausflugsbussen hatte keiner WLAN, auch wenn es irgendwo geschrieben stand. Allerdings verfügen einige über einen USB-A-Anschluss.

    Unsere Discover eSIM von Airalo haben wir in Kolumbien aktiviert, und sie funktioniert seitdem problemlos.

    Ein 4300 m !!!! hoher Pass Bremerin, der höchste Berg der Alpen der Montblanc ist am Gipfel nur 500 m höher!!!! 8|

    Was für eine tolle unerwartete Erfahrung!

    Ja, die Landschaft hier ist grandios. Leider bin ich für Höhen über 3000 m nicht mehr gemacht: heftige Kopfschmerzen und Übelkeit haben das Erleben doch ziemlich beeinträchtigt. Da halfen auch keine Cocabonbons und kein Ibuprofen. Aber seit gestern Abend im Hotel ist der Spuk vorbei :) Und jetzt genießen wir nur noch. Und sind auf dem Weg zur peruanisch-chilenischen Grenze.

    Seit wir Arequipa verlassen haben, fahren wir durch die Wüste. Und wir fahren auf der Panamericana, die von Kanada bis Feuerland reicht. Heller Sandstein, weil früher das Meer bis zum Titicacasee reichte. Aber es gab auch vulkanische Aktivität hier, wie man an einzelnen rot gefärbten Stellen erkennt. Das Wetter hat sich auch komplett geändert: war es gestern kalt und hat viel geregnet, so ist es heute sonnig und warm.

    Unterwegs haben wir Ansiedlungen gesehen ‚illegaler‘ Landnahme gesehen: Land, das schon lange brach liegt, wird von jemanden in kleinen Parzellen für ganz wenig Geld an Interessenten, die meistens aus dem Hinterland kommen, verkauft. Wenn dann alles verkauft ist, gehen alle neues Besitzer in einer Nacht-und-Nebel-Aktion hin und stecken ihre Gebiete ab. Dann ziehen sie sich erst mal wieder zurück für ca. 1 Jahr und warten ab, ob der eigentliche Eigentümer sich wehrt. Wenn dies nicht passiert, erfolgt der nächste Schritt: eine kleine Hütte wird errichtet. Erst nachdem ein weiteres Jahr vergangen ist, beginnt die eigentliche Bautätigkeit, meist mit 1 Zimmer.

    Leider habe ich mit dem Handy kein Foto davon gemacht.

    Rastplatz an der Panamericana


    Guten Morgen aus Arequipa. Gestern Abend sind wir nach einer zum Schluss sehr anstrengenden 12-stündigen Fahrt gegen Mitternacht in Arequipa angekommen. Die Straße war zeitweise in sehr schlechtem Zustand, es hat geregnet, gehagelt und auch einige Schneeschauer waren dabei.

    Arequipa, die weiße Stadt, ist mit 1 Mio. Einwohnern die zweitgrößte Stadt. Wegen ihres guten Klimas haben die span. Eroberer damals hier bevorzugt gesiedelt. In der Umgebung gibt es drei Vulkane.

    Wir haben in einem schönen Hotel mitten in der Altstadt übernachtet, aber leider war die Nacht zu kurz: bereits um 7.00 ging es weiter. Die Altstadt ist sehr gepflegt und schön und lädt ein zum Verweilen. Aber leider reichte unsere Zeit nicht dazu.

    Die Kathedrale

    Die gegenüber liegende Seite an der Plaza de Armas

    Der schneebesprenkelte Berg im Hintergrund ist ein Vulkan

    Nochmals die Plaza de Armas im Panorama

    Im weiteren Verlauf überqueren wir einen 4300 m hohen Pass und fahren dann durch eine leuchtend grüne Hochebene. Es regnet jetzt häufiger, und so finden sich in den Wiesen öfter mal größere Pfützen. In einem Dorf machen wir Halt für eine PP und um sich kurz die Beine zu vertreten Für die Menschen hier sind 40 Touristen mindestens so interessant wie sie für uns, und so kommt es zu netten Begegnungen und gegenseitigen Fotos. Hier oben leben Lamas, Alpacas und Vicuñas, die sich von dem vielen Gras hier ernähren. Leider haben wir noch keine gesehen. Auch der Kondor, der große Andenvogel, soll sich hier aufhalten. Allerdings bevorzugt er wärmere Temperaturen und Sonnenschein.

    Für eine kurze Weile gab es am Horizont wunderschöne Licht- und Wolkenformationen.

    Wenn es stark regnet, laufen schnell rötlich-braune Lehmfluten die Straßen herunter, und es besteht die Gefahr von Erdrutschen. Ansonsten ist die Straße, abgesehen von einzelnen Stellen mit tiefen Schlaglöchern, in recht gutem Zustand.

    Der Käse sah sehr verlockend aus

    Ein kleiner Junge zog stolz seine gesammelten Autos hinter sich her

    So, das war‘s für heute. Gleich geht die Sonne unter. Ich melde mich dann morgen von der Weiterfahrt nach Iquique.

    Kurzer Eindruck von unterwegs: der Himmel ist bedeckt, manchmal kommt ein heftiger Schauer vom Himmel. Rechts und links von uns die Anden, in die sich, mit grünem Gebüsch bedeckt, in die Höhe schwingen. Lange nicht mehr so steil wie gestern. In den Ebenen wird Mais angebaut, und man sieht vereinzelt Hühner, Schafe und kleine Rinder in den Dörfern. Besonders die indigenen Frauen sind noch traditionell gekleidet, und sie tragen die Babys auf den Rücken gebunden mit sich herum. Viele Menschen hier sind arm. Um ein wenig Geld zu verdienen, sitzen sie - von Plastikplanen notdürftig vor Regen und Sonne geschützt - am Straßenrand und bieten frisch geernteten oder bereits zubereiteten Mais an.

    Ein typisches Dorf

    Kleiner Freizeitpark, in dem man das sehr beliebte Essen Chicharron, speziell zubereitetes Schweinefleisch, essen kann

    In diesem Ort etwas südlich von Cusco wird ein im ganzen Land beliebtes leicht gesüßtes Fladenbrot im Holzofen gebacken. Wir konnten es probieren: sehr lecker

    Kleine Geschäfte entlang der Straße

    Heute am 2.2. ist ein ganz wichtiges Marienfest, Maria de La Candelaria (Maria des Lichts). Häufig wird es mit Prozessionen gefeiert. Hier löst sich gerade eine auf

    Die Zugfahrt nach Machu Picchu wird häufig als eine der schönsten Touristenzugfahrten der Welt beschrieben: der reißende Urubambafluss, der sich seinen Weg über dicke Felsbrocken bahnt, steile Felswände rechts und links, zerklüftete Berge, von den Inkas angelegte Terrassenfelder und subtropischer Regenwald bieten sich den Reisenden, wenn der Zug in gemütlicher Fahrt über die Gleise rattert.


    Am Ziel in Aguascalientes angekommen, mussten wir uns dann in eine lange Warteschlange einreihen, um mit dem öffentlichen Bus weitere 25 Minuten nach Machu Picchu zu fahren.

    2. Teil der Anreise

    Zwischen Urubamba und der Bahnstation gibt es ein hübsches Inkodorf, Ollantaybamba. Da wir auf der Hin-und Rückfahrt durchgefahren sind, kombiniere ich hier die Fotos.

    Gleich hinter dem Dorf lag die Bahnstation, wo uns der Zug in knapp 2 Stunden Fahrt nach Agua Calientes (Machu Picchu Pueblo) brachte. Wenn ich die Beschreibung richtig verstanden habe, sind wir mit dem Vistadome Zug von PeruRail gefahren, einem Mittelklassezug, der sich durch große Panoramafenster an der Seite und an der Decke auszeichnet. In jedem Abteil gab es eine Toilette und einen -kostenpflichtigen- Snack- und Getränkeservice.

    Es war eine wunderschöne Fahrt, von der ich dann im nächsten Teil berichte.

    Neuester Stand um 10.00 heute morgen: wir fahren von hier um 12.00 ab in Richtung Iquique mit dem Bus. Unterwegs wird es eine Zwischenübernachtung in Arequipa nahe der chilenischen Grenze geben. Das wird ganz schön lang dauern: die reine Fahrtzeit beträgt lt. Goo maps heute 9:15 min und morgen 10 Stunden. Vielleicht wird es eine schöne Fahrt durch die Anden. Am Sonntag werden wir dann die Amadea wieder entern.

    Auf dem Weg nach Machu Picchu

    Um 5.30 starteten unsere beiden Busse in Richtung Machu Picchu. Ein langer Tag lag vor uns. Es wurde gerade hell draußen, und die tief hängenden Wolkenfetzen boten immer wieder wunderschöne Fotomotive mit den hohen Bergen ringsherum und den grünen Feldern. Leider sind einige Fotos etwas unscharf, da wir sie alle aus dem Bus raus aufgenommen haben.

    Unser erster Abschnitt mit dem Bus dauerte knapp 1 3/4 Stunden und führte gegen Ende durch das Städtchen Urubamba und am gleichnamigen Fluss entlang. Weil die Landschaft so schön war und wir mit Schauen und Fotografieren vollauf beschäftigt waren, verging die Zeit recht schnell.