Fazit unseres Ausflugs nach Cusco und Machu Picchu
Die Überschrift könnte auch lauten: aus drei mach fünf
Geplanter Ablauf: Am Mittwoch Vormittag Flug nach Cusco. Nachmittags Stadtbesichtigung. Am Donnerstag Fahrt nach Machu Picchu und zurück nach Cusco. Freitag: früher Abflug nach Lima mit Ankunft auf dem Schiff am späten Vormittag.
Daraus wurde:
Mittwoch Flug nach Cusco und Stadtrundfahrt. Erst im Laufe des Nachmittags kam die erlösende Nachricht, dass der Streik in Machu Picchu ausgesetzt wird und wir am nächsten Tag wie geplant hinfahren können. Am Donnerstag Abfahrt um 5:30. 2 Stunden Fahrt mit dem Bus, dann 1 1/2 Stunden Fahrt mit dem Touristenzug, dann nochmals 30 Minuten Busfahrt. Nach einer rel. kurzen Wartezeit dann Einlass nach Machu Picchu und 2 Stunden Besichtigung in 10-er Gruppen. Nach dem Mittagessen in dem Ort Machu Picchu erfolgte die Rückfahrt auf gleichem Wege. Insgesamt waren wir 12 Stunden unterwegs. Allerdings war die Landschaft so spektakulär, dass die Zeit zumindest auf dem Hinweg wie im Fluge verging.
Freitag Morgen war dann die Abfahrt zum Flughafen um 3.40. Im Flughafen angekommen stellte sich dann nach einiger Zeit heraus, dass unser Flug wegen eines Streiks in Lima annulliert war. Wir fuhren zurück ins Hotel, konnten dort unsere alten Zimmer wieder beziehen und erstmal in Ruhe frühstücken. Danach wurden wir gebeten, im Hotel zu bleiben, bis feststeht, wie es weitergeht. Franziska vom Phoenix Team und Franzisco von der örtlichen Agentur hatten danach ein paar anstrengende Stunden, bis feststand: die einzige Möglichkeit, uns wieder auf‘s Schiff zu bringen, ist der Bustransfer nach Iquique, dem nächsten Hafen in Chile. Entfernung 1200 km durch die Anden und später dann die Atacama Wüste. Inklusive Grenzübertritt und Buswechsel an der Grenze und zwei Übernachtungen in Arequipa und Iquique. Was folgte, waren 12 bzw. 15 anstrengende Stunden im Bus durch spektakuläre, überwiegend unbesiedelte Landschaft, Mittagessen in Form von Lunchpaketen im Bus und wenigen Toilettenstopps. Über die hygienischen Bedingungen möchte ich hier nichts schreiben, wohl aber über spontane Begegnungen mit der indigenen Bevölkerung, die in der Erinnerung haften bleiben werden: sei es die Toilettenfrau, die uns fotografierte, nachdem wir sie um ein Foto von sich gebeten hatte, sei es der kleine indigene Junge, der stolz seine gesammelten Plastikautos spazieren fuhr, sei es die Straßenverkäuferin, die köstliche warme mit Käse gefüllte Kartoffeln verkaufte und nach wenigen Minuten ihren ganzen Vorrat an uns verkauft hatte und glücklich davonging. Die Erinnerung an die quälend langsam vergehende Zeit besonders bei Dunkelheit, den Straßenabschnitt, wo sich Schlagloch an Schlagloch reihte, die Klimaanlage, die vorne den Bus in eine Kühlkammer versetzte, um ihn hinten gleichzeitig aufzuheizen, wird bald vergessen sein. Auch das abgewohnten Holiday-Inn-Hotel in Iquique werde ich schneller wieder vergessen als das traumhaft schöne in Arequipa, wo wir unser Frühstück draußen auf der Terrasse mit Blick auf Palmen und die Kathedrale einnehmen konnten. Und die Bronchitis sowie die Bindehautentzündung, die ich der Klimaanlage im Bus verdanke, wird mittels Antibiotika Einnahme bald wieder der Vergangenheit angehören. Was bleibt ist die Erinnerung an fünf abenteuerliche, anstrengende Tage voller spektakulärer Eindrücke. Bei allen Schwierigkeiten, die unterwegs auftauchten und die ich hier nicht erwähnenswert fand (z.B. die zeitaufwändigen Kontrollen, ob wir verbotenerweise Obst oder Gemüse mit uns führen), habe ich nie die Gewissheit verloren, dass wir es irgendwie schaffen, in Iquique wieder auf‘s Schiff zu kommen. Und als wir dann vor unserer weißen Lady standen und noch einen Augenblick warten mussten, weil das Schiff noch nicht freigegeben war, die Menschen sahen, die uns vom Schiff aus zuwinkten, da standen nicht nur mir die Tränen in den Augen. Nie stimmte die Begrüßung „willkommen zu Hause“ mehr als in diesem Augenblick.