Hallo zusammen! Nachdem auch wir nun wieder zuhause sind ein kurzes Reümee:
Schiff: Für uns war es irgendwie Nostalgie, denn unsere erste Kreuzfahrt haben wir auf der Mein Schiff gebucht. Da gab es noch keine 1 dahinter. Die Herz hat nun schon einige (und wohl auch die besten) Jahre hinter sich. Aber sie hat einen gewissen Charme. Das lies uns über manches hinwegsehen. Das es zu Problemen hier und da kommt, ist doch irgendwie klar. So wie der defekte Trafo in der Schaubar, der für einige Aufregung nach Mitternacht sorgte. Wurde aber wohl schnell und professionel gemeistert. Für nicht funktionierende Kabinenkarten gibt es drei Möglichkeiten: 1. das Lesegerät 2. die Qualität der gelieferten Karten 3. der Umgang mit den Karten. Wir hatten den Verdacht, das es eher an Punkt 2 lag. Ich hatte auch mehrfach ein Problem. Beim Lesegerät gehen entweder beide Karten oder keine. Selbst eine neue Karte wollte nicht, aber meine Frau kam rein. Erst die zweite Ersatzkarte funktionierte. Und einmal hatte ich die Karte tatsächlich zusammen mit dem Handy über längere Zeit in der Hosentasche. Also wegen Punkt 3 zur Rezeption.
Personal: Wir haben wohl irgendwie die falschen Bereiche aufgesucht und haben nur freundliches Personal erlebt. Gut, an manchen Stellen dauerte es etwas länger, aber wir hatten ja Urlaub. Wenn man dabei bedenkt wie voll das Schiff war und das einige vom Personal wegen der Restfahrzeit nicht mehr ersetzt wurden, dann kann ich das verstehen. Auslaufende Verträge gibt es auf allen Schiffen und eine neue Anstellung ist meist ziemlich sicher. Es sei denn die Person ist öfters demotiviert.
Essen: Das Angebot war in Ordnung und Gosch außerhalb von Sylt ist eben TK Ware sowie Massenproduktion. Garnelen konnte man sich in beliebiger Zahl nebenan im Ankelmanns an der Wokstation zubereiten lassen. Im La Vela haben wir nur den "Pasta-Wok" genutzt. Der war eben einmalig auf den beiden kleinen Schiffen. Auf eine Messerauswahl im Surf&Turf kann ich verzichten, hauptsache das Messer auf dem Tisch ist scharf. Uns wurden die Salze sowohl dort wie auch im La Spezia erklärt.
Getränke: Wir hatten mitbekommen, das sich Leute auf anderen Schiffen beschwert haben wegen Ersatzmarken, z.B. bei Aperol. Wir haben immer leckere Getränke bekommen und auch unseren Horizont bei den Shots erweitert. Der Apfelstrudel wird wohl auch hier Einzug halten für besondere Anlässe. Bei dem französischen Kapitalistensprudel waren scheinbar auch mehrere Firmen im Angebot. Ob auch alle vorrätig waren, entzieht sich aber unserer Kenntniss.
Reisende: Wir haben leider beobachtet, das manche Reisende immer wieder glauben mit dem Reisepreis hätte man das Schiff samt Besatzung gekauft. Da wundert es öfters schon, das das Personal ruhig bleibt. Aber dieses Phänomen haben wir mittlerweile in vielen Bereichen der Dienstleistungen in Deutschland beobachtet. Wir können dann nur sagen: Hut ab vor den Leuten, die diese Arbeiten für andere ausführen und das bei einer oft bescheidenen Bezahlung.
Sonstiges: Das plötzlich verschiedene Sachen aus waren, kann auch an der Logistik liegen. Es wurde scheinbar nicht mehr so oft und soviel nachgeladen. So gab es irgendwann in der zweiten Woche an der Außenalster keine Zitronen mehr. Dann eben Limette in den Drink. Aber ob auch immer alles, was für das Schiff bestellt wurde, in ausreichender Menge und Qualität geliefert wurde, das wissen nur andere.
Ausflüge: Wir waren mit dem Angebot zufrieden und haben einiges genutzt. Besonders gefallen haben uns die Kurztouren.
Und nun mal Hand aufs Herz: Wir würden auch nicht unsere Wohnung noch komplett renovieren und umbauen wenn wir in ein paar Monaten ausziehen. Ebenso würden wir auch nicht die Vorräte bis zum letzten Tag immer wieder komplett aufgefüllen. Was würden denn unsere (imaginären) Angestellten machen, wenn sie wissen hier ist bald Schluss? Wir sind mit diesen Vorgaben auf diese Reise gegangen und waren zufrieden. Es werden viele Erinnerungen bleiben, die uns niemand mehr nehmen kann. Und mit der Zeit relativieren sich meist auch negative Erlebnisse. Wir haben Reisende getroffen, die eigentlich aufgrund von Berichten nicht auf die Herz wollten, aber von Freunden überredet wurden. Sie, sowie auch einige Erstreisende, waren positiv angetan. Aber natürlich gibt es auch andere. Nur die haben wir nicht getroffen. Und manche Kritik ist wohl auch berechtigt.
Auf jeden Fall wünschen wir allen eine gesunde sowie zufriedene Zukunft und geniesst das Leben. Sollte es Zitronen für euch bereit halten, dann macht Limo oder einen anderen Drink daraus!