07.10.21 – Seetag 7
Es schaukelt.
Also geht es los mit unserer allmorgendlichen Routine – wir fluten das Bad. Ja, Tuffis sind sehr reinlich und so sorgen wir dafür, dass das Bad jeden Morgen gründlichst gesäubert wird und testen jedes Handtuch, ob es auch wirklich saugfähig ist. 

Warum? Kleiner Exkurs zur Kabinenwahl. Bei der Recherche zur Spitzbergen-Tour habe ich gelernt, dass es bei den Außenkabinen abwechselnd ein Bad mit Wanne und ein Bad mit Dusche gibt. Ich war davon ausgegangen, dass das bei den Balkonkabinen auch so ist. Also haben wir uns für eine Balkonkabine auf dem Salondeck entschieden und um eine Kabine mit Duschbad gebeten. Bestätigung kam umgehend, den Zusatztext „behindertengerecht“ haben wir völlig übersehen. Und so hatten wir ein Bad mit ebenerdiger Dusche und 2 Duschvorhängen, umgeben von einer klitzekleinen Ablaufrille, die das Wasser schon im Normalfall wahrscheinlich nicht aufgenommen hätte. Was passiert, wenn das Schiff sich bewegt, könnt ihr euch vorstellen. 
Zur Routine gehört auch, dass man sich gut überlegt, ob und wie man sich gerade bewegt und ob in Griffweite irgendetwas zum Festhalten ist. Zum Glück war das Waschbecken gut festgemacht, denn heute Morgen machte das Schiff einen ganz wunderbaren Satz, da half nur noch festklammern. Drum rum hörte man es überall poltern, da ist so einiges aus den Regalen geplumpst.
Kurz drauf kam die Durchsage, dass der Kapitän gerade den Kurs etwas angepasst hat, um dem heftigsten Rollen etwas aus dem Weg zu gehen. Haben wir gemerkt. 
Wir lernten also heute Sam bzw. seine Auswirkungen kennen. Sam ist ein Hurrikan , der falsch abgebogen war und sich südlich von Island festgesetzt hatte.
Der Junge hatte sich ausgetobt und war jetzt nicht mehr so wild, aber wenn der Atlantik einmal so aufgewühlt wurde, ist die Energie im Wasser noch vorhanden und er kommt zu dieser heftigen Dünung. Unser Kapitän hat völlig begeistert erzählt, dass man sehen kann, wie die km-langen Wellen langsam von hinten links ankommen und nach vorne rechts unter dem Schiff durch tauchen. Dort kommen aber genau die Windwellen mit 25 Knoten an und so surfen wir sozusagen auf der Dünung bzw. Welle. Herrlich. 
Die nächste Durchsage war auch genial, denn der Kapitän meldete Delfine. Also schnell hoch auf Deck 12 an die Bugspitze. Ganz viele Delfine.
Absolut toll anzusehen, natürlich ohne Fotos, aber fürs Herz. Eine Delfinmutter mit Kleinem sprang genau vor der Bugspitze herum. 

Nachmittags gab es noch den Kapitänsempfang für alle Gold- und Silberbucher. Nett gemacht, aber wir hätte nie gedacht, dass das so eine Großveranstaltung ist. Die Atlantik-Show-Lounge war voll! Es war ein netter Plausch zwischen Kreuzfahrtdirektor, Kapitän, Hoteldirektor und dem Gold-/Silber- Betreuer (ja, diese Funktion gibt es hier wirklich!). Dabei haben wir dann auch erfahren, dass bei dem morgendlichen Schiffs-Hopser im Lido einiges an Geschirr kaputt gegangen ist. „Aber kein Problem, das zahlt der Kapitän.“ O-Ton Kreuzfahrtdirektor. 
Aufgrund des Windes wurde die Crew-Show, die an Deck stattfinden sollte, in die Atlantik-Lounge verlegt, aufgeteilt auf zwei Abende, Zuschauer eingeteilt nach Decks. Das verschobene Feuerwerk entfällt,es soll an einem anderen Tag nachgeholt werden….
Und diese Routine war auch natürlich auch noch. 
Und einmal mit Durchblick
Ich glaube, diese Treppen mag nicht jeder....
08.10.21 – Seetag 8
Der tag ging gut los. Wir haben draußen gefrühstückt und plötzlich sprangen Delfine an unserem Fenster vorbei. Ein Traum. 

Das Meer heute wie flüssiges Quecksilber. Es fehlten jetzt nur noch Wale, aber die ließen sich leider nicht blicken.
Abends war für uns Crew-Show angesagt. Premiere, denn diese hat noch nie zweimal stattgefunden. Und sie war der Hammer. 

„Sister Act“. 
Fast das komplette Phoenixteam tanzt und singt im Nonnenkostüm. Absolut genial.
Anschließend kommt der Reiseleiter, der moderieren „musste“, auf die Bühne und grinst ins Mikro. „Mir hat besonders die schmale Bohnenstange gefallen. 
“ Kichert und kieckst… „Das ist unser Chef!! Wir lieben ihn!!! Er ist der einzige Kreuzfahrtdirektor, der jeden Scheiß mitmacht!!!“
Also so ein Kompliment muss man sich als Chef erst einmal verdienen!!!!! 