Mein Mann und ich sind beide große Fans von Seetagen. Nun hatten wir bisher noch kein sommerlich-heißes Wetter, weder damals auf der Norwegen-Tour noch jetzt auf Mittelmeer und Atlantik. Vielleicht würde es uns dann weniger gefallen, wenn wir uns auf dem Pooldeck erst um eine Liege und dann um einen Platz im Pool drängeln müssten, dazu kann ich also nichts sagen.
Wir buchen Balkon oder Veranda, dann haben wir zur Not unser eigenes Reich.
Ansonsten durchstöbern wir gern das ganze Schiff von oben bis unten und auch gerne drum herum, wo es möglich ist. Wir setzen uns mit oder ohne Buch irgendwo hin, ich löse gelegentlich mal ein Sudoku (in der Bibliothek stellt TUI Bögen mit Sudokus verschiedener Schwierigkeitsgrade zur Verfügung), mein Mann durchforstet den „Spiegel“ o.ä., wir schauen auf Wasser und Gegend und können uns nicht sattsehen. Wir mögen außerdem Klaviermusik, gehen zu Vorträgen, hören den Livebands in den Bars mit Wohlwollen zu, genießen die Ruhe, das einmal Nichtstunmüssen und brauchen da kaum Weiteres.
Ich würde vielleicht gern mal einen Tanzkurs belegen, aber meinen Mann graust es regelrecht davor – er tanzt gern, aber er hat seine eigene DiscoFox-Version entwickelt – und behauptet, er könne sich keine Schritte merken. Wahrscheinlich ist ihm ein „Tanzstunden-Pubertäts-Trauma“ :joke: zurückgeblieben, meine Schwester hatte damals bei derselben Tanzlehrerin Unterricht und fand sie auch ziemlich schrecklich. Tja, so wird das wohl nix mehr mit Tanzkurs für Fortgeschrittene.
Die folgenden drei Tage hatten wir etwas zu sehr mit Ausflügen zugepflastert, mehr als mir lieb war. Doch wir wogen ab: Gran Canaria und Teneriffa kannten wir schon, Fuerteventura und Lanzarote jedoch noch gar nicht. Wenn man nur einen Tag hat, will man gern viel sehen, also buchten wir 2x hintereinander je einen Tagesausflug. Selbst so eine Bustour kann ziemlich anstrengend werden, vor allem wenn sie um 8 in der Frühe beginnt. ![]()
Die nächste Kreuzfahrstation war also Fuerteventura. Das Handy weckte uns um 6.30 Uhr, damit wir einigermaßen in Ruhe frühstücken konnten, da das „Anckelmanns“ so früh noch nicht auf hatte, besuchten wir das „La Vela“. Hier war es angenehm ruhig, das Büfettangebot ist allerdings beschränkter. Mein Mann holte sich sein geliebtes Ei mit Schinken etwas später von nebenan.
Dann ging es auch schon los. Unsere Reiseleiterin war eine gebürtige Deutsche, die auf Fuerteventura lebt. Sie sprach recht gut, doch hätte ich mir noch mehr zu Land und Leuten und einheimischen Lebensverhältnissen gewünscht. Wir steuerten nacheinander u.a. eine Aloe Vera Farm, ein Mühlenmuseum und eine Art Panoramakino an. Überall gab es Produkte zu probieren oder zu kaufen oder nur zu betrachten: Aloe Vera in allen Variationen; Gofio, die traditionelle Speise der Urbevölkerung; Marmeladen, Saucen, Gewebtes und Gesticktes. Interessant war der uns gezeigte Weg von der frisch geernteten Aloe-Vera-Pflanze zum Endprodukt, interessant (und außerordentlich sättigend) schmeckte auch das Gofio. Auf einem erhöhten Aussichtspunkt etwas später erhielt jeder nach Wunsch noch ein Glas Sekt oder O-Saft, dann folgte in einer extra für Busmassen eingerichteten Gaststätte ein spätes, wirklich üppiges, mehrgängiges Mittagsmahl. Danach war ich jedenfalls rechtschaffen müde und schlief beinahe ein im Bus. Nach kurzer Fahrt wurden noch die ausgedehnten Dünen besichtigt, ehe es ca. 17 Uhr zurück aufs Schiff ging.
Auch uns bestätigte sich das Vorurteil, dass es auf Fuerteventura, abgesehen von ein paar hübschen Landschaftsblicken eher weniger zu sehen gibt. Oder es wurde uns nicht gezeigt. Bemerkenswert immerhin fand ich die vielen freilaufenden Ziegen.
Der Nachteil so einer Bustour: man muss immer mit und von Porto Rosario sowie den Hotels und den Stränden im Süden sahen wir fast nichts. Es blieb nicht mal die Gelegenheit, eine Karte zu erwerben oder zu schreiben.
Das Schiff legte 18 Uhr ab und schon gegen 22 Uhr waren wir in Arrecive auf Lanzarote.
An diesem Abend begnügte ich mich im „Anckelmannsplatz“ mit ein wenig Artisan-Brot und Leberwurst.
Auf dem Pooldeck war Party mit Schokoladen-Büfett, aber wir guckten nur mal kurz. Es war sehr voll, die Musik sagte uns nicht recht zu, so verzogen uns lieber wieder in die Schaubar. Wir saßen ein Weilchen draußen, doch selbst dafür war ich zu müde.
Das Wetter war nun frühlingshaft, tagsüber meist heiter erreichte es 22, 23 Grad, auf Lanzarote vielleicht noch etwas mehr. Richtige Sommersachen trugen wir jedoch kein einziges Mal, auch in Marokko nicht. Sommerkleid und Caprihose blieben ungenutzt im Schrank, aber Shirts und kurzärmelige Hemden oder Blusen konnte man gut brauchen.