[Das mit den Fotos kriege ich immer noch nicht hin bzw. habe gar nicht die Zeit mich damit zu befassen. Da meine Bilder aber eh nicht sehr professionell sind, verweise ich an dieser Stelle mal auf mehrere Reiseberichte im Umfeld, die in der Beziehung alles liefern, was man sich wünscht.
Von meiner Seite gibt es diesmal besonders viel Text, aber ich war auch noch nie in Afrika und hatte mir daher besonders viel notiert.]
Das leckere Essen und die Vielfalt des Angebotes sowohl beim Essen als auch bei den Getränken führen fast unweigerlich dazu, dass man etwas mehr isst als sonst. Die Gefahr ist beim Büfettrestaurant sogar noch etwas größer als im „Atlantik“. Selbst wenn man in letzterem das Klassik- oder das Schlemmermenü gewählt hat, so bekommt man zwar 5 oder gar 6 Gänge, jedoch sind die Portionen eher klein und die Abstände zwischen den Gängen manchmal recht groß. Im „Anckelmanns“ hingegen nimmt man sich so viel man will und wann man will.
Bei mir und meinem Mann sind die Augen zwar selten „größer als der Magen“, aber hier noch ein Häppchen und davon noch ein Löffelchen und jenes da auch noch mal kosten wollen – das summiert sich. Nicht zu reden von Eis ( @Faulpelz hatte mich auf griechisches Joghurteis mit Honig gebracht, hmmh)
Aber ähnlich wie bei der Weihnachtswoche: man nimmt nicht wirklich zu zwischen Weihnachten und Silvester, dafür umso mehr zwischen Silvester und Weihnachten. Das ist immerhin ein Trost, wenn man auf Kreuzfahrt „sündigt“ und dazu ist so ein Urlaub wohl auch da. 
Gegen 8 Uhr des nächsten Tages (inzwischen war es schon Freitag, der 9. März 2018) legte das Schiff in Agadir an. Der Hafen ist ein Industriehafen und beinahe direkt vor unserem Balkon ragte ein riesengroßer Kran auf und versperrte z.T. den weiteren Blick. Er wirkte so nah, als könnten wir ihn vom Balkon aus beinahe berühren.
Schon bei der Anfahrt bemerkten wir jede Menge Plastikmüll, der im Ozean schwamm und, wie wir später sahen, zumeist aus einem hier mündenden Fließgewässer kam. Durch ungünstigen Wind war er wohl
in die Bucht gedrückt worden.
Prinzipiell gibt es dergleichen ja leider bei fast allen Meeresanrainern, und gerade auch im Mittelmeer. Hier am Atlantischen Ozean wurde das Problem einmal sichtbar.
Ausflugstechnisch hatten wir uns in Marokko aufgrund der langen Busfahrt gegen Marrakesch entschieden und stattdessen eine auf 5 ½ Stunden berechnete Tour nach Taroudant gewählt, welches von TUI als „kleine Schwester von Marrakesch“ beworben wird. Unser Bus sollte wieder sehr früh abgehen, allerdings verzögerte sich alles ein wenig durch das leicht verspätete Anlegemanöver unseres Schiffes, so dass wir zwar frühzeitig erscheinen mussten, jedoch geraume Zeit warten, ehe es wirklich losgehen konnte.
Dafür hatten wir diesmal mehr Glück mit dem Reiseleiter. Es war ein Einheimischer, der ein ausgezeichnetes Deutsch sprach, mit einem sehr charmanten französischen Akzent. Vor allem erzählte er uns auch etwas über Land und Leute.
Schon die etwa anderthalbstündige Fahrt führte nicht über triste Autobahnen, sondern teils mitten durch die Ortschaften auf der Route, so dass wir schon hier das eine oder andere Besondere zu sehen bekamen.
Nicht gesehen haben wir die berühmten Ziegen, die auf Bäume klettern. Das verwundert kaum, denn nach relativ ausgiebigen Regenfällen in den ersten beiden Monaten ist genug gewachsen, so dass sie auf der Erde genug finden. Baumklettern machen Ziegen ja weniger aus akrobatischem Ehrgeiz, sondern eher aus Futternot.
Statt dessen sahen wir auf unserem Wege zum Beispiel besonders viele Läden, in denen Fleisch angeboten wurde. Da hingen dann die Lamm- oder Ziegenkeulen oder geschlachteten Hühner einfach so im Eingang. Unser Führer erklärte uns einiges über den Gegensatz von Stadt und Land in Marokko und über Feiergebräuche zu hohen religiösen Festtagen. So war es lange üblich, zu solchen Anlässen ein Schaf zu schlachten, möglichst jede (Groß)-Familie ein eigenes. Dadurch würden allerdings auf einen Schlag in Marokko 1-2 Millionen Tiere benötigt und die müssten ja von irgendwoher kommen.
In den räumlichen Verhältnissen der Stadt ginge so etwas sowieso nicht, doch in Dorf und Kleinstadt sei es üblich bis zum heutigen Tage.
Auch die Rolle der Familie sei ungleich größer als in Deutschland. Meist wirtschafteten alle Angehörigen zusammen in eine Kasse, der alte Ladenbesitzer, dessen Geschäft kaum die Unkosten trägt, werde dann irgendwie mitgenommen, ebenso Leute ohne Einkommen, Arbeitslose usw. Es könne auch sein, dass einer in der Familie einen hohen Posten bekleide und eigentlich sehr viel Geld verdiene, dieser
aber ganze Scharen von Familienangehörigen und arbeitslosen Verwandten mitversorgen müsse, so dass es knapp für seine Miete reiche.
Die Immobilienpreise seien zumindest in den Großstädten kaum geringer als in Europa. Äußerlichkeiten aller Art könnten zudem leicht täuschen. Wenn zum Beispiel eine Frau sehr viel Goldschmuck trage, so bedeute das nicht unbedingt, dass die Familie wohlhabend sei, möglicherweise trage sie alles, was sie selbst oder gar die ganze Familie besitze, auf dem Leib und weiter sei gar nichts da.
Was uns selbst in den durchfahrenen Ortschaften und dann auch in Taroudant auffiel, war die traditionelle Kleidung beider Geschlechter. Sehr viele Männer trugen diese bodenlangen Gewänder oder Mäntel, etwas Wohlhabendere erkannte man in diesem Fall an den feineren Stoffen. Auch die Frauen trugen bodenlange Kleider und waren in unterschiedlichem Grade verschleiert, bei einigen sah man wirklich nur die Augen. Wenn ich unseren Führer richtig verstanden habe, so war in Taroudant früher auch die Farbe der Gewänder vorgegeben, traditionell wäre ein leuchtendes Azurblau gewesen.
Durch die leichte Verzögerung am Morgen hatte sich das Programm insgesamt etwas nach hinten verschoben. Unser Reiseleiter war bereit, uns trotzdem alles zu zeigen.
Aber natürlich: zwei oder drei Businsassen hatten schon für 14 Uhr den nächsten Ausflug gebucht und so mussten eben alle anderen auch Punkt 14 Uhr wieder zurück sein und das vorgesehene Programm in Taroudant etwas schneller absolviert werden. Unser Reiseleiter telefonierte noch, konnte aber nur erreichen, dass der Bus 14 Uhrgegebenenfalls ein paar Minuten warten würde.
Muss man das verstehen, dass jemand einem 5 ½ Stunden-Ausflug, welcher auch offiziell bis 13.30 Uhr geht, schon 14 Uhr den nächsten anschließt? Das sind dann womöglich die Leute, die sich
hinterher beschweren, wenn etwas nicht klappt ... 
Anders als Agadir stellte sich Taroudant als ein Städtchen mit erhaltener Altstadt und noch etwas weniger Touristenbetrieb heraus. Uns empfing eine 14 m hohe historische Stadtmauer, durch deren Tore der Bus gerade so hindurchpasste, was kühn fahrende Mopedpiloten keineswegs hinderte, ihn noch links und rechts zu überholen.
Zuerst kehrte unsere ganze Gruppe in einem zwar malerischen, doch auch etwas heruntergekommenen Hotel ein, wo uns allen ein Pfeffermintztee verabreicht wurde.
Die Anlage war interessant, denn es wechselten traditionelle, teils mosaikartig gekachelte Gasträume mit mehreren Innenhöfen, wo sich auch Palmen befanden. Unseren Führer genierte offenbar der Zustand des Wasserbeckens, das in der Tat niemanden mehr zu irgendwas einlud, während auf uns das ganze Ensemble einen pittoresken Eindruck machte (und vielleicht beim einen oder andern das eine oder andere Vorurteil bestätigte
).
So gestärkt ging es zum Souk. Das war eine nicht leicht durchschaubare Mischung miteinander verbundener Gebäude, Läden und Gassen, eigentlich ja überdacht, die Überdachung jedoch teils eingestürzt und notdürftig mit Reisig, Planen o.ä. geflickt und vor allem von vielen Einheimischen frequentiert. Diese bewegten sich zu Fuß, auf Rädern, auf Mopeds und sogar per Eselskarren mitten durch das Gewirr.
Nun stelle man sich unsere Gruppe vor. Voran geht der Reiseleiter, in der Hand ein Schild mit „Mein Schiff“ und der Bus-Nummer. Es folgen wir Touris, etwa 40, 50 insgesamt und drum herum bieten sich Leute an, weisen den Weg, halten die Gruppe zusammen, wollen schnell noch ein paar Gürtel verkaufen und passen auf, dass kein Tourist in ein Schlagloch fällt oder gar unter ein knatterndes Moped gerät. 
Da Freitag der wichtigste Gebetstag der Moslems ist, hat nur ein Teil der Läden geöffnet, aber da gibt es ein kunterbuntes Angebot von Nützlichem und Unnützem (oder uns nur so Erscheinendem). Hier sind die Juweliere, da wird Edelschmuck feilgehalten, gleich daneben gibt es in einem winzigen Kabuff ausschließlich irgendwelche Scharniere oder eine auserlesene Sammlung gebrauchter Fernbedienungen, ein Stückchen weiter hängen Kaftane, ein Kleinschmied produziert gleich vor Ort Nägel und anderes, überall dazwischen bieten Bauern Gemüse oder Obst an und Gewürze aller Art gibt es natürlich auch noch. Selbst ganze Waschmaschinen oder komplette Motorräder sind hier zu haben.
Viel Zeit zum Schauen hatten wir leider nicht.
Eines muss ich noch betonen: entgegen allen Befürchtungen - wirklich aufdringlich war da niemand, höchstens der Gürtelverkäufer, aber auch der ließ sich mit einem einfachen Lächeln und Kopfschütteln abweisen.
Der Weg durch den Souk mündete auf einen offenen, großen Marktplatz. Unser Führer erzählte uns, dass derselbe am späteren Nachmittag ungleich voller werde, weil sich alle Welt nach dem Gebet
in der Moschee hier einfinde. Auch jetzt waren schon Musikanten unterwegs.
Ich bemerkte dann eine Gruppe von ca. zwanzig Einheimischen, die sich im Kreis um irgendwas scharten. Mein Mann verhinderte gerade noch, dass ich mich, neugierig wie ich bin, einfach dazugesellte, denn es waren ausschließlich Männer, die - einem Geschichtenerzähler zuhörten.
Von unserem Reiseleiter erfahren wir später, dass solche Erzähler sehr professionell sind, sie unterbrechen ihre Darbietungen an besonders spannenden Stellen, kassieren dann erstmal ab, ehe es weitergeht, und das, was sie erzählen, seien Endlosgeschichten, am ehesten wohl vergleichbar mit alten Fernsehserien a la „Dallas“.
Auf diesem Markt hatten wir ein wenig Freizeit, schlenderten einmal herum und sahen, dass sich das Basargeschehen aus dem Souk auch in die umliegenden Straßen fortsetzte, wo es teils noch abstrusere Waren zu kaufen gab.
Uns gesellte sich ein netter junger Mann zu, der etwas Deutsch sprach und sich erbot, uns noch einmal durch den Souk zu führen und uns garantiert wieder pünktlich am Bus abzuliefern. Wir ließen uns darauf ein, denn ich wollte gerne nochmal nach dem Schmuckangebot sehen. Noch zuhause hatte ich einen meiner Lieblingsohrstecker verloren und wollte mir nun neue kaufen. Da nicht viel Zeit blieb, beschauten
wir nur die Auslagen und ließen uns nicht darauf ein, einen Laden zu betreten, denn wir wurden hier nicht recht fündig. Das meiste war mir zu groß, zu protzig zu klunkermäßig und ich suchte doch nur hübsche goldene Stecker, nicht zu winzig, aber auch nicht zu groß, damit man sie des nachts oder unter der Dusche getrost anbehalten konnte (jede Frau wird sich vorstellen können, was ich meine).
Der nette junge Mann brachte uns pünktlich wieder zum Bus und war sichtlich zufrieden mit der Münze, die wir ihm für seine Dienste gaben.
Der Bus fuhr uns dann zurück und benutzte dabei teilweise eine andere Route als auf der Hinfahrt. Diese Route ist gewöhnlich viel zu überlastet, aber da heute Freitag ist, sind sehr viele beim Gottesdienst und die Straßen freier als sonst.
Auch von Agadir erzählte uns unser Führer bei der Anfahrt noch einiges, so von dem schlimmen Erdbeben 1961, das fast die ganze Altstadt zerstörte. Unter dem heute zugeschütteten und grün bewachsenen
Trümmerberg vermutet man noch viele Tote, die nicht geborgen werden konnten, weshalb man diesen ganzen Bereich auch nicht wieder bebaut hat.
Unser Weg führte dann durch große, breite, belebte Straßen, Alleen mit Einheimischen, jeder Menge Touristen und überall fielen fliegende Händler auf. Vom Reiseleiter erfuhren wir, auch Marokko habe ähnlich wie die Kanaren ein paar Probleme mit „Schwarzafrikanern“, die sich mit dem Verkauf von gefälschten Rolex und allerlei Touristenkitsch durchzubringen suchten, sie seien teils recht aufdringlich und Kleinkriminalität gäbe es natürlich auch noch.
Da es diese letztere überall gibt, wo viele Menschen zusammenkommen, verwunderten wir uns auch hier nicht weiter über Warnungen vor Taschendiebstahl und Hütchenspielern, ähnliches sagte man uns für Cadiz und erst recht für Barcelona.
Fast pünktlich 14 Uhr sind wir wieder am Schiff. Eigentlich wollen wir uns nur kurz erfrischen und dann mit dem Shuttlebus nochmal nach Agadir
einfahren. Aber angesichts des schönen Wetters - die Sonne bringt es auf angenehme 25 Grad und hinten in der Außenalsterbar hat man einen wunderbaren Platz - beschließen wir, es genug sein zu lassen: gut 2 ½ Tage permanenter Ausflüge sind einfach übergenug.
Für künftige Fahrten nehmen wir uns vor, keine Ganztagesausflüge mehr unmittelbar nacheinander zu buchen. Recht besehen, hätten wir lieber für Agadir Kräfte sparen sollen und auf Fuerteventura verzichtet, doch sowas weiß man vorher nicht.
(Hätte, hätte Fahrradkette, hätte der Hund nicht gesch..., hätte er den Hasen gekriegt, man ist in Urlaub und nicht auf der Flucht und muss gar nichts: weder alles gesehen haben noch sich hinterher verantworten
)
An diesem Nachmittag möchte ich mal das Cliff 24-Angebot testen. Mein Mann winkt gleich dankend ab, aber ich habe irgendwo gelesen, die Pommes frites seien spektakulär und die Burger derartig, dass sich eine bekannte Fastfoodkette (die im Volksmund zuweilen McDoo... genannt wird), dahinter verstecken könne. Das ist leider nicht wirklich zutreffend, Burger und Pommes sind akzeptabel und wohlschmeckend wie anderswo auch – doch muss ich sie auch hier gewiss kein zweites Mal probieren.
Um 21 Uhr legt das Schiff ab, wir erleben die Abfahrt von der Schaubar aus und wir freuen uns nach so vielen Eindrücken auf unseren 3. Seetag.