Ein Cappuccino in Venedig muss sein - oder warum Erinnerungen einzigartig sind
Sicher wollt Ihr wissen, ob und wie ücki zu Ihrem Cappuccino in Venedig gekommen ist.
Wie es manchmal so ist auf Reisen ging ücki´s Plan für einen morgendlichen Cappuccino am Anreisetag nicht auf. Aber das hatte ich ja schon geschrieben.
Gab es denn gar kein Rendezvous mit Marco?
Ja, es gab eins, an unserem zweiten Tag in Venedig, diesmal nach der Adriakreuzfahrt, waren wir selbstverständlich am Piazza San Marco. Doch irgendwie fehlte uns an diesem Tag, das besondere Flair dieses Platzes. Der Funke sprang nicht über.
Zu dem Zeitpunkt an dem wir eintreffen, hat sich grad eine dickere Wolkendecke genau über dem Markusplatz breit gemacht.
Weder schickte die Sonne leuchtende Strahlen, um die Gebäude und Arkaden ins rechte Licht zu setzen, noch flatterten vor der Markuskirche die großen Bahner. Insgesamt lag eine seltsame Stimmung über allem. Schwer zu erklären.
Einerseits lag der Platz im trüben Licht und wirkte dadurch recht trist, andererseits liefen Hunderte Menschen recht ziellos über den Markusplatz. Dabei wurde er von allen Touristen auf unzähligen Handys, Fotoapparaten abgelichtet was das Zeug hielt. Im Sekundentakt werden die Selfis gepostet. Die Trophäenjagd auf ein neues Motiv kann beginnen.
Selbst die Fotos der anwesenden Bordfotografen reißen mich nicht wirklich aus dieser Melancholie. Das ist eindeutig heute kein Ort zum Verweilen, Genießen und sich den Luxus eines überteuerten Cappuccinos zu leisten.
Kennt ihr das, da gibt es einen besonderen Ort, an den man unbedingt nochmal hinmöchte. Und wenn man dann da ist, gibt es nichts, was diese Nostalgie gerechtfertigt hätte.
Nee, mit Marco wurde es an diesem Tag einfach nichts, das hätte auch kein Cappuccino mit Kaffeehausmusik gerettet. Abgesehen davon, dass diese noch extra zu Buche schlägt…Nostalgie hin oder her, den Kaffee trinken wir heute woanders, und vor allem deutlich preiswerter.
(Wer seinen Espresso oder Cappuccino am Tresen des Cafés trinkt, zahlt einen günstigen Standardpreis. Nur setzen sollte man sich nicht, da wird es teuer. Am Markusplatz bezahlt man die Exklusivität der Atmosphäre um einen herum gleich mit.)
Den Cappuccino gab´s dann später, und der war richtig lecker und gar nicht so teuer. Das Café lag an einer Ecke eines kleineren Platzes, eines Campo. Vom Tisch aus lies sich das Treiben ringsum gut beobachten, so ein kleines Fleckchen Ruhe inmitten des ganzen Trubels.
Damit hatten wir uns wieder eine ganz eigene neue Erinnerung geschaffen und die Alte an San Marco wartet noch auf eine neue Chance, vielleicht klappt es doch noch irgendwann mit einem Cappuccino auf San Marco.
++++
Weiter gehts mit der Lagunenstadt.
Lg ücki und Robby


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