Beiträge von nordwind

    Zwei Orte, zwei Länder und eine Ortsmitte


    Weipert/Vejperty ist durch den Pöhlbach vom sächsischen Bärenstein getrennt. Die kleine Grenzbrücke kennzeichnet diesen jahrhundertealten Grenzübergang. Doch die Brücke verband mehr, statt zu trennen. Sachsen und Böhmen war hier beinahe zu einem Ort und Wirtschaftszentrum mit vielen Fabriken beidseitig zusammengewachsen.

    1872 wurde daher ein großzügiger Grenzbahnhof mit Anlagen, sowohl für die böhmische Bahn, als auch die sächsische Eisenbahn auf einer Höhe von 712m gut sichtbar, oberhalb des Ortes Weipert gebaut. Reger Güterverkehr konnte so über eine zusätzliche Verbindung im Gebirge erfolgen. Im Laufe der Zeit verschwand wieder die Bedeutung und auch die Zeit der Wende brachte leider keinen dauerhaften Zugverkehr zu Stande, obwohl es immer wieder Bemühungen gab und gibt, diese wunderbare Gebirgsstrecke durchgängig

    zu befahren.

    Durch die Wirren der Geschichte waren diese beiden Orte über Jahrzehnte getrennt, der Grenzübergang im Ort war geschlossen , wie soviele kleinere Übergänge im Erzgebirge. Erst die Wende brachte die Möglichkeiten an alte Verbindungen anzuknüpfen. So öffnete sich in den 1990er die Grenzbrücke und viele Sachsen strömten auf den kunterbunten Grenzmarkt. Meistens war es die Zigarettenstange und der Gartenzweg der auf dem Rückwege den Zollbeamten gezeigt wurde.

    Wer einwenig suchte fand auch damals geschäftstüchte Tschechen mit wirklich typischen Produkten, wie Knödel, Würstchen oder Bier bzw. Oblaten. Bald kannten wir unsere Vorlieben und konnten uns gezielt durch das Gedränge bewegen.

    Zeitweise nutzten wir die Zugverbindung von Chemnitz nach Vejperty und verbanden gerade im Winter dies mit weiteren Zielen z.B.einer Fahrt hinunter nach Chomutov. Eine herrliche Gebirgsfahrt gerade bei viel Schnee und Sonnenschein.

    Die Jahre brachten auch hier Veränderungen und der große Grenzmarkt verschwand, stattdessen wurden neue Strukturen aufgebaut und auch alte Industrieruinen beseitigt. So leider auch das repräsentative Bahnhofsgebäude.

    Heute präsentiert sich die "Gemeinsame Mitte" beiderseits des Pöhlbachs und lässt vergessen, gerade über einen Grenzbach zu gehen.

    Die beiden Orte arbeiten auf vielfältige Weise eng zusammen. Hervorzuheben ist das Bemühen den nächsten Generationen eine traditionelle Verbindung zurückzugeben. Die Anfänge mit gemischten Kindergarten und Grundschule sind gelegt.

    Für einen Abstecher in den Supermarkt, um uns wieder mit ein paar Leckereien unserer Nachbarn einzudecken ist es leider zu spät.

    Ahoi und na shledanou!

    Lg ücki

    Auf der Böhmischen Seite des Erzgebirges


    Im Gegensatz zur langsam ansteigenden sächsischen Seite des Erzgebirges fällt es auf der Südseite abrupt ins weite und tief gelegene Böhmische Becken ab. Weit geht somit der Blick von den Höhen des Kammes hinunter ins Tal, wo Chomutov als nächste größere Stadt auf dem Weg nach Prag liegt. Das bekannte Kurbad Karlsbad mit seinen wunderschönen alten Kurpromenaden und den heißen Quellen ist ebenfalls nicht weit.

    Blick zum Keilberg/Klinovec und Fichtelberg

    Weiter führt die Fahrt parallel zur Grenze durch kleine Orte in denen ein Überbleibsel der österreichischen Herrschaft unter der K.u.K. Monarchie immer wieder auftaucht - barocke Mariensäulen.

    Diese steht an einer Wegkreuzung und wurde dahin am ehemaligen Ort Preßnitz umgesetzt. Die durchaus bedeutende Bergwerksstadt verfiel nach dem zweiten Weltkrieg und in den 70ern wurde hier eine Trinkwassertalsperre angelegt.

    Viele kleine Orte liegen idyllisch in den Bergen und Tälern. Leider wird es immer dunkler, so dass wir immer weniger erkennen können.

    Die Geschichte der Region ist durchaus spannend. Viele Tschechen pendeln zur Arbeit nach Sachsen, einige von Ihnen haben noch deutsche Wurzeln. Im Ort Kovarska betreiben einige Enthusiasten ein kleines Museum. Die Ereignisse um eine fast völlig vergessene Luftschlacht gaben den Ansatz und nebenbei wird auch ein Stück Regionalgeschichte aufbewahrt.

    Der Grenzübergang Weipert/Vejrty mit Bärenstein zeigt neue Wege für den Alltag und Erinnerung. Dies im nächsten Teil.

    Lg ücki

    Im Grenzland zu Böhmen

    Gestern war der erste erträgliche Tag nach der Sommerhitze, die sich mit einem kräftigen Gewitter verabschiedet hat. Anfangs schütteten dunkle Wolken nochmals reichlich Regen herunter, das war auch dringend nötig. Der abrupte Wetterwechsel bekam mir eigentlich gar nicht gut. Sozusagen Sofawetter;)

    Später am Nachmittag zog es wieder auf. Ob es hält und Trocken bleibt? Egal eine Fahrt ins Erzgebirge stand an. Habt Ihr Lust uns auf unserer spontanen Autorundfahrt zu begleiten? Es gibt wieder ein bisschen Geschichte, diesmal aus dem Grenzland des Erzgebirges zu Böhmen.

    Von Chemnitz nach Zschopau führt die gut ausgebaute B174 über eine alte Handelsroute, die seit eh und je über das Erzgebirge die Handels- und Messestadt Leipzig mit der Stadt Prag verband. Wechselten auch die Staatsbezeichnungen und jeweiligen Herrschaften, die Grenze zwischen Sachsen und Böhmen ist eine der ältesten bestehenden Grenzlinien Europas , welche nicht verrückt wurden. Alte Poststationen entlang des Handesweges sind noch heute bekannte Wegpunkte und Gasthäuser.

    Zschopau mit seiner schönen Altstadt und dem Schloss Wildeck durchqueren wir als Erstes. Die Burg wurde im frühen Mittelalter zur Sicherung des Handesweges angelegt. Sie liegt in einem Talkessel der von der Zschopau durchflossen wird. Unter Motorradkennern ist die Stadt für die Produktion der legendären MZMotorräder bekannt.

    Unterwegs bieten sich immer wieder wunderschöne Ausblicke auf das Panorama des Gebirgskamms.


    Der Fichtelberg liegt in Sachsen und wird von dem Keilberg in Böhmen überragt. Die markanten Silhouetten begleiten uns auf den nächsten Streckenabschnitten.

    Marienberg bleibt abseits der Fernstraße liegen. Das Waldbad Rätzteich ist unser nächster Ziel. Ruhig ist es hier. Leider haben wir keine Badesachen dabei. Dafür entschädigt ein Waldspaziergang durch den spätsommerlichen Abend mit wundervollen Licht und frischer Waldluft.

    Nach diese beschaulichen Waldidylle hat uns bald die Realität wieder. Zurück auf der wochentags vielbefahrenen Transitstrecke ist bald der Grenzübergang Reizenhain erreicht.

    Die Gebirgslage schützte nicht vor den Unbill der Geschichte. Noch heute kann der Grenzübergang zur Geduldsprobe werden z.B. zur Schließung der Grenzen während der Coronapandemie. Hier war einer der wenigen passierbaren Grenzübergänge für Warenverkehr.

    Am Wegesrand weisen Tafeln auf Kriegsgräber hin. Wir halten und finden Gedenksteine für Opfer der Todesmärsche des KZ Buchenwald. Aber auch auf der böhmischen Seite gibt es versteckte Hinweise auf eine wechselvolle Geschichte.

    Begleitet uns auf die böhmische Seite des Erzgebirges in der Fortsetzung.

    Lg ücki

    Die Frage ist nur: wohin??? die deutschen Nord- und Ostseeküsten quellen über von Touristen, da habe ich keine Lust drauf. Ebenso die niederländische Küste. Kennt denn jemand einen schönen, großen See (außer Müritz und Plauer See) in Meck-Pom oder Brandenburg und vielleicht noch ein schönes Hotel dazu? Muss nicht groß sein aber schnuckelig. Mir will so gar nichts einfallen.

    VG Verena

    Spontan fällt mir die Region um die Stadt Brandenburg an der Havel ein.

    Überhaupt die Havel- immer wieder schöne Ecken.

    Siehe Reisebericht in meiner Signatur.

    Spannend ist auch das Neuseenland um Leipzig @Isuledda99 neues ZuHause. Die verschiedenen Seen sind miteinander verbunden und teilweise mit Schiffstouren verbunden.

    Lg ücki