Beiträge von nordwind
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Arktis VI - Auf der Erzbahn - Von der Grenze nach Narvik
Teil 1
Der folgende Streckenabschnitt ist eine wahre Gebirgsbahn, vergleichbar mit den großen Alpenbahnen. Galerien, Tunnel, Brücken und gewagte Steilstrecken wurden von den Erbauern dieser Bahn unter großen Mühen ins Gebirge gebaut. Teilweise verläuft die Strecke direkt am Abgrund mit atemberaubenden Ausblicken. Immer weiter ins Tal hinunter schraubt sich unser Zug, den wir jetzt fast für uns allein haben. Führte die Bahnlinie bisher den schwedischen Namen Malmbanan, so ist es auf norwegischer Seite die Ofotbanen oder international die Iron Ore Line. Innerhalb einer Stunde werden 520 Höhenmeter auf nur 40 km hinab zum Ofotfjord und dem Bahnhof Narvik überwunden.
Bereits an der Grenze wurde der Zug vom norwegischen Zugpersonal übernommen. Diese bereiten jetzt den Zug zur Übergabe für die nächste Fahrt vor. Also werden die Abteile aufgeräumt, Türen und Fenster geschlossen. Nur manchmal haben die Zugfenster ihre Tücken. So auch in unserem Nachbarabteil. Mein Mann konnte der freundlichen Dame natürlich mit einem kräftigen Ruck helfen und diese meldete ihrem Kollegen, dass ein „strong tysk mann“ ihr geholfen habe. Na, wenn das nicht runter geht wie Öl…
Die norwegische Bahn betreibt auf diesem kurzen Stück eine Art Inselbetrieb, da es keine Anbindung an das restliche norwegische Eisenbahnnetz gibt.
Eine besondere Brücke ist die Norddalbrücke, die durch ihre filigrane Bauweise besticht. Längst durch eine neue Streckenführung ersetzt, erfüllte sie einst eine wichtige militärische Rolle. Von Anfang an, haben die Ingenieure und Konstrukteure die strategische Bedeutung der Bahn als Verbindung zu den Eisenerzminen und die daraus resultierende Wichtigkeit im Kriegsfalle bedacht. Die Norddalbrücke war ein Nadelöhr, dass notfalls gesprengt werden sollte.
Schroffes Felsgestein ragt an gigantischen Berghängen in tiefen Taleinschnitten dunkel aus den schneebedeckten Bergen heraus. Wie mit einen scharfen Skalpell gezogen, zieht sich der Schienenstrang entlang des Abhanges.
Endlich wird die Sicht frei auf einen kleinen blauen Fleck tief unten im Tal - der Rombaksfjord.
Stetig nähern wir uns der Talsohle. Doch zuvor eröffnet sich uns immer wieder eine weitere gigantische Aussicht auf den Fjord. Umrahmt von weißen Bergen blinkt er im strahlenden Sonnenlicht mit seinem herrlichen Azurblau zu uns herauf. Was für ein Wechsel in der Landschaft, eben noch im tiefverschneiten Gebirge und nun in einer atemberaubenden Küstenlandschaft. Angesichts dieser herrlichen Kulisse, bin ich mir sicher, allein für dieses Erlebnis hat sich die ganze Anreise gelohnt.
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... Teil 3...
Nach kurzen Halten an kleineren Stationen erreichen wir Riksgränsen auf 523 m Höhe und damit den Scheitelpunkt der Erzbahn.
An der Grenzstation steigen die letzten Wintersportler aus. Angesichts der noch vorhanden Schneemassen gar nicht so schlecht für die Südschweden - schnell für ein paar Tage in den Norden zum Skifahren, während zu Hause die Bäume blühen und das im besonderen Licht der kaum noch untergehenden Mitternachtssonne - das hat schon was. Manche Jahre geht die Saison bis Midsommer. Nur das Skigebiet von Spitzbergen soll nördlicher liegen. Also beste Bedingungen für Pistenfans.
Der alte Bahnhof musste einige Zeit nach der Eröffnung der Bahn angesichts der Schneemassen verlegt werden. Die Dampflokomotiven blieben einfach stecken. Nun, das wird uns heute kaum passieren. Eher, dass uns der norwegische Zoll aufhält wegen Alkohol usw. Nein, alles bestens. Wir überqueren die Grenze nach Norwegen in einem fast leeren Zug.
Getreu dem Motto : Der Weg ist das Ziel haben wir den längsten Weg hinter uns und das Ziel Narvik vor Augen.
Die folgende Strecke ist durchaus mit den bekannten Alpenbahnen vergleichbar. Die Strecke windet sich in gewagten Steilabschnitten hinab auf Meeresniveau. Was für einen Personenzug schon eine Leistung darstellt, ist für die schweren Erzzüge geradezu unvorstellbar und doch haben Ingenieure und Erbauer dieser Bahn es möglich gemacht. Es wird also spannend.
Fortsetzung folgt.
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...Teil 2...
Auf Bahnreisen gibt es immer wieder ein Schreckgespenst aller Zugreisenden - Verspätungen. Meist ist damit nichts als Ärger verbunden. Daher ist die Bahnhofsdurchsage auf dem Bahnhof Abisko Östra Station eine eher freudige Überraschung: Unser Zug ist dem Fahrplan ca. 1 Stunde voraus! Das ist uns noch nie passiert. Zeit also sich in der Mittagssonne ein wenig auf dem Bahnhof umzuschauen. Was ist bloß mit all den anderen Passagieren los? Wohin stürzen diese? Einige Zeit später wird's klar, der örtliche Supermarkt wurde schlagartig geplündert. Vollbepackt mit Tüten für die nächsten Tage oder doch noch ein paar Flaschen preiswerten Alkohol aus Schweden, ehe es nach Norwegen geht, kehren die Massen zurück. Wobei, preiswert hier sehr relativ ist.
Ein kurzer Stopp an der Abisko Turiststation ermöglicht den Reisenden direkt von Stockholm in den Nationalpark zu reisen. Der Abisko Nationalpark erstreckt sich von hier aus über eine weite und fast menschenleere Fläche von 77 km2, eingerahmt von Bergketten im Süden und Westen und dem Torneträsk im Norden.
Startpunkt für alle Unternehmungen ist die Abisko Turiststation. Der ca. 440 km lange Wanderweg Kungsleden führt hinein in das Herz des Nationalparks. Auf einsamen Wegen geht es durch das Fjällgebiet Lapplands. Eine Begegnung mit Elch, Rentier, Polarfuchs und weiteren Wildtieren ist durchaus möglich. Im Winter steht der Wintersport ganz klar im Mittelpunkt der Aktivitäten.
Berühmt ist Abisko noch für eine ganz andere Besonderheit: Abisko ist weltweit der Ort mit der höchsten Wahrscheinlichkeit, um Polarlichter zu sehen. Grund dafür sind die geringe Lichtverschmutzung und die ideale Lage in dem Gürtel nördlich des Polarkreises in dem die meisten Polarlichter auftreten. Daher reisen im Winter aus aller Welt Fotografen an und versuchen diese Himmelslichter einzufangen. Wir sind dafür zur falschen Jahreszeit hier. Schade.
Nach einem eleganten Bogen um einen Bergrücken haben wir noch einmal den Blick frei auf Lapporten, das Eingangstor Lapplands. „Tor“ ist angesichts der beiden massiven, sich gegenüberliegenden Berge, die gleich Wächtern ihr Reich behüten, leicht untertrieben. Schneebedeckt, riesig und geheimnisvoll öffnet sich hier in einem breitem Trogtal das dahinter liegende Gebiet.
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Arktis V - Auf der Erzbahn von Kiruna zur norwegischen Grenze - Teil 1
Wir verlassen Kiruna und damit die flächenmäßig größte Gemeinde Schwedens mit ca. 20000 km2. Diese reicht von der norwegischen Grenze im Westen bis zur finnischen Grenze im Norden. Bei einer Bevölkerungsdichte von 1,2 Einwohner/km2 entfallen schon mal 18.000 Einwohner auf die Stadt Kiruna, die restlichen entfallen auf ein paar kleinere Siedlungen,z.B. Abisko und Riksgränsen. Nicht gerade überbevölkert, oder?
Der Abisko Nationalpark liegt hier genauso, wie Schwedens höchster Berg Kebnekaise mit 2104 m. Kebnekaise? Da war doch was? Irgendeine Idee? Dann denkt mal zurück an Nils Holgersson und seine wunderbare Reise mit den Wildgänsen von Selma Lagerlöf.
Nach Kiruna beginnt der landschaftlich beeindruckendste Teil der Zugfahrt. Draußen haben wir jetzt eine Bilderbuchlandschaft in Weiß im gleißenden Sonnenlicht vor Augen. Manchmal weiß ich gar nicht wo es schöner ist - rechts der zugefrorene Torneträsk, ein ca. 70 km langer See und einer Tiefe von bis zu 168 m, der leider noch unter einem dicken Eispanzer liegt, oder die Berge zur Linken, die sich scheinbar aus dem Nichts erheben.
Hier in dieser großartigen Landschaft und unglaublichen Weite wird der Mensch sehr, sehr klein. Kein Wunder, dass es gut ist, sein Häuschen rot anzustreichen, um es wiederzufinden.
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Ergänzend könnte auch die "Winterreise zum Polarkreis" am 24.12 ebenfalls auf dem NDR um 20:15 schöne Aufnahmen aus Norwegen liefern.
Sicher auch in der Mediathek.
Lg ücki
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Wo?
Sonntag 20.12. auf dem NDR um 20:15
Passt wunderbar als Einstimmung zu ückis aktuellen RB:
Große Nordlandreise zu den Lofoten
Lg ücki
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Arktis IV: Auf der Erzbahn - Von Boden bis Kiruna
Im Waggon wird ́s langsam lebendig und einige Nachtgestalten wanken für ihre Morgentoilette Richtung Wagenende zu WC und Dusche oder in Richtung Speisewagen für einen ersten Kaffee. Alles vorhanden.
In Boden treffen die Hauptlinie aus Stockholm mit der Ost-West-Verbindung der Erzbahn zusammen. Diese verbindet die Häfen von Luleå, dem Ostseehafen am Botnischen Meerbusen in Schweden mit dem norwegischen Hafen Narvik am Ofotfjord mit Verbindung zum Nordmeer. Im Gegensatz zum Hafen von Luleå bleibt Narvik auch im Winter, dank des Golfstromes, eisfrei.
Dadurch wird schon die Wichtigkeit als Verkehrsader im skandinavischen Raum deutlich. Das wussten auch die Erbauer, aber diese hatten Ende des 19. Jahrhunderts noch einen viel wichtigeren wirtschaftlichen Anreiz - die Eisenerzgruben von Kiruna. Seit über 100 Jahren wird hier intensiv Bergbau betrieben, da die Vorkommen schier unermeßlich scheinen. Dafür muss in den nächsten Jahren die Stadt Kiruna umziehen. Die Erzbahn wird daher auch von der LKAB, der schwedischen Bergbaugesellschaft, die die Erzgruben betreibt, unterhalten. Was bedeutet das? Güterzüge haben immer Vorfahrt! Personenzüge dürfen die Gleise mitbenutzen. Damit sind doch mal die Prioritäten klar.
Unser Zug nähert sich dem nächsten Halt in Murjek. Die Dame aus unseren Abteil möchte hier aussteigen. Zuvor zeigt sie mir ganz stolz und mit viel Liebe in den Augen die Fotos von ihren beiden Enkeln in Samentracht. Einfach süß! Ein Tipp von ihr an uns, möchte ich auch gern weitergeben: den Wintermarkt der Samen in Jokkmokk zu besuchen. Hier sind Traditionen und Lebensweise der Samen hautnah mitzuerleben.
Leider hält der Zug nicht mehr in Polcirkeln, dem Ort am Polarkreis. Völlig unspektakulär überqueren wir diese Grenze ins Land der Mitternachtsonne. Willkommen in der Arktis!!!
Und tatsächlich - wir reisen hinein in Eis und Schnee. Noch vor weniger als 24h fuhren wir durch den blühenden Frühling. Wir haben Anfang Mai und hier herrscht tiefster Winter. Das wird auch in den nächsten Stunden so bleiben. Dafür öffnet sich die Landschaft unseren Blicken. Riesige Flächen mit dünnen Baumbewuchs werden von mächtigen Flüssen durchschnitten.
Herrlich dabei die kühle und frische Luft beim Rausschauen aus dem geöffneten Fenster zu spüren. So macht Zugreisen Freude. Der Fernwehvirus lebt auf.
Die Bedeutung der Erzbahn wird an den neuen Ausbaustrecken und Ausweichstellen deutlich. Wir nähern uns Kiruna und seinen riesigen Abraumhalden. Hier wird wieder rangiert. Wir machen Kopf - so heißt es in der Eisenbahnsprache, wenn ein Fahrtrichtungswechsel durch das Umsetzen der Lok von einem Zugende zum anderen durchgeführt wird. Welche Auswirkung hat dies für uns? Schauten wir bisher aus den Gangfenstern in Fahrtrichtung rechts aus dem Zug, befindet sich der Gang in Fahrtrichtung nun links. Alles klar? Im Bahnhof sehen wir auch die mächtigen LKAB-Loks. Sie gehören zu den stärksten Lokomotiven der Welt. Riesige Eisenerzwaggons warten auf die Weiterfahrt. Alles sehr beeindruckend.
Bei unserer Planung gab es auch die Überlegung, hier auszusteigen um das Bergwerk zu besichtigen. Wäre sicher sehr interessant gewesen. Kiruna ist die weltgrößte unterirdische Erzmine. Eine unglaubliche Bedeutung für die Weltwirtschaft geht von solchen Rohstoffvorräten aus. Das geht deutlich aus der Geschichte hervor. Doch davon später.
In Kiruna arbeiten sehr viele Schweden aus dem Süden für mehrere Monate. Die damit verbundenen Vergünstigungen lohnen sich offensichtlich. Viele Mitreisende verlassen hier den Zug, um die nächsten Monate ihren Job in diesem riesigen Unternehmen zu erledigen. Mit skandinavischer Selbstverständlichkeit sind Frauen in dieser eigentlichen Männerdomäne keine Seltenheit.
....Fortsetzung folgt
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Arktis III: Auf nach Lappland
Pünktlich verlassen wir 17:55 im Nachtzug D94 Stockholm - Narvik den Stockholmer Hauptbahnhof. Von der schwedischen Hauptstadt haben wir leider nur sehr wenig gesehen.
Bahnlinien durch Städte haben selten den Charakter einer Sightseeingtour.
Über die bekannte Universitätsstadt Uppsala geht es immer nördlicher entlang der Ostsee. Richtig, hier ist ebenfalls die Ostsee, nicht mit den weißen Sandstränden und mondänen Seebädern, an die wir meist denken, sondern eine viel rauere, wildere See, als wir sie kennen. Doch die Strecke führt nicht dicht genug entlang der Küste, um aufs Meer blicken zu können, obwohl z.B. Gävle an einer Flussmündung am Botnischen Meerbusen liegt. Weiter führt die Strecke über Sundsvall bis Umea. Hier verlassen wir endgültig die Ostküste und erreichen über Jörnstation den nächsten wichtigen Bahnknoten. In Boden trifft die Verbindung aus dem Süden auf die berühmte Erzbahn im Norden Skandinaviens. Doch bis dahin liegen noch ca. 1000 km und somit eine lange Nacht vor uns. Obwohl so lang wurde sie gar nicht.
Unserer silberner „Liggvagn“ der Schwedischen Staatsbahn hat schon einige Jahre treu seinen Dienst getan und so sieht man es auch dem Inneren unseres Abteils an. Dennoch ist das Abteil gemütlich und sauber. Die oberen Liegen sind schon vorbereitet, die mittleren werden später zur Nacht von den Reisenden selbst umgeklappt. 6 Personen haben in einem Abteil Platz zum Schlafen. Weniger komfortabel, als im Schlafwagen, aber immer noch besser, als im Sitzwagen irgendwie die Nacht zu verbringen. Bisher reist noch eine nette ältere Dame mit uns. Sie war in Stockholm zu Besuch. Nun geht es wieder nach Hause zurück in den hohen Norden. Unterwegs steigen immer weitere Reisende zu. Nebenan reist eine fröhliche Gruppe samt Skigepäck. Ski??? Richtig. Je weiter wir uns von Stockholm entfernen, umso mehr und mehr lassen wir auch den Frühling mit seinem frischen Grün und blühenden Bäumen zurück. In der eintretenden Dämmerung versinkt die immer kahlere Natur.
Wir sind nun rund 24 Stunden unterwegs und schlafen unserem Ziel entgegen. Zeit mal etwas zum Thema Verpflegung zu erwähnen.
Die stammte während der Fahrt größtenteils aus einem gut gefüllten Rucksack. Neben Brot/Brötchen, Herzhaften und Süßem, etwas Obst gehörten auch diverse Getränke und eine Thermoskanne mit heißem Wasser dazu. Damit wurden aus den Minutenterrinen kleine warme Mahlzeiten. Im Speisewagen gab der geschäftstüchtige Herr des Ganzen seinen „Silvertea“ gegen einen kleinen Obulus ab. Tja, er saß am längeren Hebel. Und wir hatten wieder heißes Wasser.
Schlafen, in einem Mehrpersonenabteil - naja auch so eine Sache. Müde genug war ich fürs erste. Spätestens als mitten in der Nacht noch ein weiterer Reisender samt Gepäck ins Abteil kam, war´s damit vorbei. So ein bisschen noch vor sich hinduseln ging gerade noch. Bald wurde es wieder heller. Also zog ich mir die Schuhe an, eine Jacke über und ging raus auf den Gang. Ein deutlicher Vorteil der Abteilwagen, der lange Gang.
Noch recht verträumt schaue ich aus den Fenstern auf die vorbeiziehende Landschaft. Der Süden mit seinen warmen Farben erscheint nur noch wie eine Illusion. Graubraun und Graugrün sind die vorherrschenden Farben. Schneereste zeigen an, dass der Winter hier seine Spuren zurückgelassen hat.
Wer kennt ihn nicht den Satz: „Du siehst den Wald vor lauter Bäumen nicht“. Hier traf er eindeutig zu. Die Bahnstrecke führte als schmale Schneise durch dichte Nadelwälder, so dass tatsächlich nur die unmittelbare Umgebung zu sehen war. Entlang der Gleise zog sich Kilometer um Kilometer ein endloser Schutzzaun, um Wildtiere am Überqueren der Gleise zu hindern. In dieser Eintönigkeit gewinnt Zeit und Raum eine andere Dimension. Ab und zu wird der Blick auf die Weite des Landes frei und entfernte Bergketten sichtbar. Langsam schiebt sich das Morgenrot über die Baumwipfel der Tundra. Ja, dies ist die Tundra, jene uns Mitteleuropäern so fremde Weite und Einsamkeit in einer rauen Natur.
Während dessen bemerke ich am Rande der Strecke ein paar hellere Flecken. Eine Rentierherde. Was für schöne Tiere das doch sind. Nun ist´s gewiß,wir sind im Hohen Norden, in Lappland angekommen.
Nach und nach verändert sich der Baumbestand. Dunkle Nadelwälder wechseln in hellere Kiefern- und Birkenwälder. Diese trotzen wohl dem Klima am besten.
In Boden gibt es einen längeren Aufenthalt. Hier wird noch einmal ordentlich rangiert und umgehangen. Wir haben die Erzbahn von Luleå nach Narvik erreicht.
Was ist daran so besonders? Welche Bedeutung hatte diese in der Geschichte und ebenso heute?
Fortsetzung folgt.
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Arktis II: Von Kopenhagen nach Stockholm
Nach einer Stunde Aufenthalt auf dem Kopenhagener Hauptbahnhof geht´s 11:16 weiter mit dem X2000, dem schwedischen Schnellzug, in Richtung Stockholm. Damit wäre der folgende Reiseabschnitt in einem Satz zusammengefasst.
Doch die Fahrt dauert immerhin 5 Stunden, rund 700 km durch Schwedens Süden. Die knapp 8 km lange Öresundbrücke verbindet seit dem 1.Juli 2000 nicht nur die Städte Kopenhagen und Malmö miteinander, sondern auch Dänemark und Schweden. Der Blick aus dem Fenster ist leider genauso trübe wie schon auf der Storebeltbrücke. Die Bahntrasse benutzt sozusagen das „Unterdeck“ der Straßenbrücke.
Was tun in dieser Zeit? Überhaupt, diese Frage wurde uns öfters gestellt. Unverständnis und Kopfschütteln begegneten uns wiederholt. „Sooo lange!“ Wie so vieles im Leben kommt es auf den Blickwinkel und das gewünschte Ergebnis an. Wer nur schnell von A nach B kommen will, kann dem gemächlichen Reisen sicher nichts abgewinnen, und hat im Alltag auch keine Zeit dafür. Bei einer Zugreise ist ja schon der Weg das Ziel. Beobachtungen am Rande, kurze flüchtige Begegnungen und letztendlich das Loslösen vom Alltag bereichern ungemein, sofern man sich darauf einlässt. Letztlich kommt noch das Interesse und die Liebe zum Bahnbetrieb, den Zügen mit ihren Lokomotiven, und natürlich den verschiedenen Bauwerken dazu. Und ganz ehrlich, mag der X2000 auch recht komfortabel sein, die ganze Zeit möchte ich nicht in so einem vollklimatisierten Zug auf meinem Platz gepresst sein. Doch jetzt gefällst mir für die nächsten Stunden durch die grünen und auch gelben Felder Schwedens zu brausen. Der Raps steht in voller Blüte. Vorbei an kleinen Bahnhöfen durchqueren wir die Provinz Schonen/Skåne und bald auch Småland. Dabei wandern meine Gedanken zurück. Vor meinem geistigen Auge schweben die Bilder von kleinen idyllischen Städtchen, herrlichen Badeseen und unendlichen Wäldern in denen das Rauschen der Baumwipfel von den vielfältigsten Vogelstimmen begleitet wird.
Seit Urzeiten siedelten in diesem fruchtbaren Land Menschen. Ihre Spuren sind auf die vielfältigste Art zu entdecken. Die geheimnisvollen Schiffssetzungen geben einen Blick in die Vergangenheit frei, so auch das schwedischen Stonehenge „Ales stenar“ nahe Ystad.
Wer in Älmhult aussteigt, kann das älteste IKEA besuchen und sich auf eine Zeitreise in die Geschichte des Möbelhauses begeben. Mittlerweile gibt es sogar ein eigenes Museum.
Alvesta ist der nächste Halt. Vor ein paar Jahren hatten wir uns den schönen Bahnhof und die an- und abfahrenden Züge angeschaut. Wer hätte damals gedacht, dass wir hier in einem X2000 einmal durchfahren würden? Wir nicht.
Småland ist auch das Land von Astrid Lindgren. Hier in ihrer Heimat spielten ihre wunderbaren Geschichten. Natürlich gehören auch die hübschen Holzhäuser einfach hierher, ob in Weiß, Hellgelb,
oder im schwedentypischen Falunrot mit weißen Fensterrahmen.
Mancherorts könnte der blonde Schopf von Michel aus Lönneberga gerade hinter einer Hecke verschwinden. Pippi Langstrumpf kann wer will in Vimmerby besuchen.
Je näher wir der schwedischen Hauptstadt kommen, umso besser wird das Wetter. Pünktlich als wir die Provinz Sörmland/ Sördermanland erreichen, bricht sich drehbuchreif die Sonne ihren Weg durch die Wolken. Muss wohl so sein, denn wir befinden uns in einer schwedischen Bilderbuchlandschaft, in der die Filme von Inga Lindström gedreht werden.
Die Vororte kündigen es an, gleich erreichen wir pünktlich nach etwas mehr als 17 Stunden, gerechnet seit unserer Abreise aus Dresden, Stockholm. Damit haben wir bereits die Hälfte unserer Reise mit dem Zug geschafft. Die Centralstation ist der größte Bahnhof Schwedens, dementsprechend viele Menschen sind unterwegs. Die Fahrgäste können in den Nah- und Fernverkehr, sowie in U- und S-Bahn umsteigen.
Noch ein letztes Mal wechseln wir in einen anderen Zug. Diesmal in den Nachtzug D94 Stockholm - Narvik, Abfahrt 17:55. Erleichtert, das alle Anschlüsse geklappt haben und wir keine Verspätung hatten, begeben wir uns rechtzeitig zum Bahnsteig. Diesmal haben wir das Vergnügen in einem „Liggwagen" zu reisen. Etwas weniger komfortabel als der richtige Schlafwagen, trotzdem besser als im Sitzen die Nacht zu verbringen.
Unser nächstes Etappenziel erwartet uns am Ende der Zugfahrt:
Gute Nacht. Lappland wartet.
Lg ücki
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Die große Nordlandreise zu den Lofoten
Hallo zusammen,
hier bin ich wieder euer Robby, der Seehundsreporter mit dem richtigen Näschen für spannende Geschichten. Wie ihr wißt teilen ücki und ich uns in den Tippkasten und lassen öfters die Tasten fliegen. Dabei entstehen Reiseberichte voll mit Geschichten inspiriert durch die Reisen und zur Geschichte dahinter. Doch diesmal nehm ich Euch auf eine echte Zeitreise zurück in die Zeit als das Nordwindteam noch ohne mich reiste.
Der ein oder andere kennt vielleicht schon den begonnenen Reisebericht, doch dieser liegt im Forum seit Jahren auf Eis und alle, die ücki begleitet haben warten in einem Hafen weit oben im Norden auf die Weiterreise. Ich finde diese Geschichte muss unbedingt zu Ende erzählt werden.
Also macht es Euch bequem und hört zu, wenn ich Euch in das Jahr 2014 zurücknehme, geschrieben und fortgesetzt wurde der Bericht von ücki in recht großen Etappen und endet abrupt nach einer sagenhaft eindrucksvollen Fährpassage mit den Hurtigruten im Hafen von Svolvaer auf den Lofoten. Doch dort war die Reise noch lange nicht zu Ende und auf der Rückreise hatte der Große noch eine Extraüberraschung für ücki parat. Begleitet das Nordwindteam in den Hohen Norden.
Euer Robby, der Geschichtenerzähler
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Mit dem Zug in die Arktis Teil I
Am 6.Mai 2014 startete unser großes Nordlandabenteuer "Mit dem Zug in die Arktis-3000 km in 2 Tagen". Hier beginnt nun in Etappen der Reisebericht einer Reise in den hohen Norden. Auf uns warten Naturschönheiten, technische Meisterleistungen, geschichtlich Interessantes und Begegnungen mit freundlichen Menschen während unserer Reise.
Wie es begann:
Wieder einmal schwärmte mein Mann davon, das es möglich sei innerhalb von 2 Tagen bis zum Eisenerzhafen von Narvik mit dem Zug zufahren. Narvik? Eisenerzhafen? 3000 km? Nördlichster Bahnhof Europas, der mit der normalspurigen Eisenbahn erreichbar ist...??? Wo liegt, das bloß?"...Das darauf folgende Gedankenkarussell drehte sich immer schneller, als ich mir die Lage des Ziels ansah und mir bewußt wurde, in welch großartige Landschaft mich mein Mann entführen wollte. Obwohl, am Anfang war ja nur die Rede vom Zug und besagten Erzhafen. Was daraus letztendlich wurde, lest selbst.
Von Dresden nach Kopenhagen
Nach allen Planungen, Recherchen und getätigten Buchungen war es endlich soweit. Eine unvergessliche Reise begann.
20:53 Uhr verlies pünktlich der CNL 40456 oder besser die Citynightline von Prag kommend, den Dresdner Hauptbahnhof in Richtung Kopenhagen.
Voller Spannung und Vorfreude schauen wir auf die sich in der Elbe spiegelnden Lichter der Altstadt der sächsischen Landeshauptstadt. Wie immer ein großartiger Anblick. Noch ein kurzer Halt in Dresden Neustadt, bevor der Zug seinen Weg in Richtung Berlin fortsetzt.
Unser Schlafwagenabteil ist recht komfortabel, sogar mit eigener kleinen Waschgelegenheit. Der Schlafwagenschaffner versorgt uns mit einem guten böhmischen Bier und so können wir den kommenden Dingen wohlgehütet vom Großen Wagen, der ja bekanntlich den Weg zum Polarstern zeigt, beruhigt einschlafen. Wieso Großer Wagen? Unser dunkelblauer Waggon wird von eben diesem geziert und trägt den schönen Namen Kutná Hora. Kutná Hora ist eine Kleinstadt in Mittelböhmen, die sogar auf der Liste der UNESCO-Kulturdenkmäler steht. Dort wurde am gleichnamigen Berg Erz gefördert. Das passt hervorragend. Denn wir sind auf dem Weg zu der weit im Norden Skandinaviens liegenden Erzbahn unterwegs. Doch vorerst wiegt uns das rhythmische Rattern der Räder in einen erholsamen Schlaf.
Schlafwagen Kutna Hora zur Ankunft in Kopenhagen
Berlin erreichen wir gegen Mitternacht. Da unser Zug nicht die unterirdische Trasse fährt, bekomme ich eine nächtliche Sightseeingtour durch die schlafende Hauptstadt, vorbei am Alexanderplatz, Fernsehturm oder dem Bahnhof Friedrichstraße.Verschlafen schaue ich auf die nassen Straßen, auf denen sich die Lichter der Nacht reflektieren, was zu einem beinahe farbenfrohen Lichterspiel führt.
Während der Nacht werden die Waggons in Hanover entsprechend ihrem Ziel neu zusammengestellt. Die Wagen für Amsterdam verlassen hier unseren Nachtzug. Dafür kommen neue hinzu. Die Logistik dieses riesigen Puzzles ermöglicht das europaweite Reisen in der Nacht, um am Morgen ein weit entferntes Ziel zu erreichen. Kurz wecke ich nochmal in Hamburg auf und schaue auf den fast menschenleeren Bahnhof, tagsüber unvorstellbar. Hier findet auch nochmal ein Lokwechsel statt. Das nächtliche Rangieren ist bekleidet von quietschenden Bremsen und kurzen Ruckeln beim Ankoppeln der Wagen. Doch schon gehts weiter.
Hinter Flensburg überqueren wir die Grenze nach Dänemark. Im dänischen Padburg wird wieder die Lok gewechselt, diesmal wegen der verschiedenen Stromsysteme zwischen Deutschland und Dänemark. Langsam wird es hell und die flache dänische Landschaft zieht draussen vorüber. Die Strecke führt uns in die Tiefe unter den Meeresboden. Den Großen Belt passieren
wir sowohl im 8 km langen Osttunnel, als auch auf einer separaten Trasse der Westbrücke auf 6,6 km Länge. Insgesamt ist die Große Beltbrücke, oder auch Storebæltbrücke 18 km lang und wurde nach 10jähriger Bauzeit 1998 für den Autoverkehr freigegeben. Die Bahn konnte die Brücke bereits ein Jahr früher nutzen.
Leider ist die Sicht von dichtem Regen und Nebel getrübt. Nun was soll´s. Unser Schlafwagenschaffner bittet uns zum Frühstück. Währenddessen ziehen bekannte Orte wie Roskilde an uns vorüber. Irgendwie muss ich ständig an Benny, Kjeld und natürlich Egon Olsen von der Olsenbande denken. Hoffentlich stellt die Olsenbande heute keine Weichen, denn wir müssen Kopenhagen unbedingt pünktlich erreichen. Das Schmunzeln kann ich mir allerdings nicht verkneifen, wenn ich an das Kulttrio aus Dänemark denke…
Kopenhagen erreichen wir pünktlich 10:08 Uhr. Die Zeit reicht aus, uns den alten Bahnhof mit seinen wunderschönen Dachkonstruktionen aus Holz anzuschauen. Derartige Bahnhofshallen sind normalerweise aus Stahl, doch hier ist alles aus Holz. Willkommen in Skandinavien!
Lg ücki
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@Zinni
Was für herrliche Fotos
Was ist schöner die klaren Spiegelbilder der Eisberge, die niedlichen Hunde oder einfach die Ausblicke von oben? Da kann ich nur sagen, jedes für sich gibt dieses einzigartige Land auf eigene Weise wieder. Man spürt, Deine besondere Beziehung zu Land und Leuten.Ich kann nur ahnen, wie grandios diese einzigartige Landschaft sein mag. Manches erinnert mich an unsere Reise zu den Lofoten. Ich war einfach nur überwältigt von dieser großartigen Landschaft.
Der Nordlandvirus ist eine der schönsten Sehnsüchte, die sich in uns festsetzen können.
Vielen Dank fürs Mitnehmen und Zeigen.
Lg ücki
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bina.63 es war toll mit dir und Deiner Familie diese etwas nostalgische Reise zu unternehmen

Vielen Dank fürs Zeigen und Mitnehmen

Lg ücki
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Ich kann mich auch irren, der Fehler auf euren Fotos (roter Streifen) könnte von den Röntgenstrahlen der Sicherheitskontrolle am Flughafen kommen. Damals gab es extra Reiseboxen für Filme, damit diese keinen Schaden nahmen.
Deine Enttäuschung nach der Reise über die beschädigten Fotos kann ich sehr gut nachempfinden.
Lg ücki
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Danke bina.63 für die Eindrücke aus einer noch recht analogen Zeit

Eurer Sohn hat Euch auf jeden Fall jedwede Bespaßung und Unterhaltung geboten

Auf die N.P. freue ich mich selbstverständlich


Lg ücki
PS: 1992 hab ich zum erstenmal im Flieger gesessen. Sprachreise nach England

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