Lofoten - Inseln im Nordmeer
Woran denke ich wenn ich diesen geheimnisvollen fremden Namen höre?
Welche Bilder ziehen vor meinen Auge vorbei?
Welche Geräusche haben sich mir ins Gedächtnis gebrannt?
Höre ich das Rauschen und Toben der Wellen und das Spiel des Windes?
Bevor ich mit meinem eigentlichen Bericht beginne , stell ich mir die obigen Fragen.
Und eine ganz besonders!
Ist für einen Reisebericht über diese wundervollen Tage auf den Inseln des Lichtes wichtig an welchen dieser Tage wir genau an dieser Stelle waren und wohin wir anschließend unsere Wege richteten, was wir in welcher Reihenfolge taten oder ist es wichtiger mit welchen Erinnerungen und Empfindungen bleiben diese Orte und Erlebnisse für uns unvergesslich, wie haben wir diese an verschiedenen Tagen erlebt ?
Wer also einen detaillierten Bericht mit Zahlen, Fakten, Routenbeschreibungen erwartet, muss ich leider enttäuschen. Natürlich werde ich wichtige Namen und Fakten erwähnen, aber statt nur Wissen aus den Internet herauszukopieren, möchte ich Euch lieber auf unsere Reise mitnehmen, so wir sie erlebt haben.
Grundlegend ist zu Sagen, dass uns die Zeit viel zu schnell verrann, die Wege gefühlt länger waren als der Kilometerstand auf dem Tacho und die Fülle der Eindrücke hinter jeder Wegbiegung uns ständig in Atem hielt.
Anfang Mai versinkt die Sonne zwar noch im Meer, doch wirklich finster wird es jetzt längst nicht mehr. Wir lassen uns darauf ein und machen die Nacht zum Tag und kosten dieses magische Licht in vollen Zügen aus.
Das Wechselspiel zwischen den Sonnenstrahlen und den Wolken zaubert geheimnisvolle Stimmungen, Schneeschauer überfallen uns mitten im schönsten Sonnenschein, kalte Winde treiben Nebelbänke über die Bergkuppen. Eine wahre Wetterküche. Das Licht der Lofoten nimmt uns gefangen. Es ist nie das selbe, nie berechenbar und immer wieder atemberaubend.
Wenn Ihr also bereit seid für eine Reise in die Welt der Inseln des Lichtes begleitet uns auf die Lofoten - Inseln im Nordmeer.
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Im Hafen von Svolvaer verlassen wir unser Hurtigrutenschiff die MS Polarlys. Der Tag an Bord ersetzt fast eine ganze Kreuzfahrt. Soviel schöne Eindrücke hat bei uns die Fahrt zu den Lofoten hinterlassen. Schmale Sunde, schneebedeckte Berge, verstreute einsame Inseln und kleine Hafenorte , ob bei grauen Wolken oder strahlenblauen Himmel - es war eine unvergessliche Fährpassage.
Unserer Mietauto Marke Toyota fährt sicher und geschmeidig auf der E10, der Hauptstraße auf den Lofoten. Gekonnt windet sich die Straße durchs Gelände. Die einzelnen Inseln sind mit den typischen Bogenbrücken verbunden. Es gibt auch Unterseetunnel. Meistens sind wir allein. Im Sommer kann es hier schon mal voller sein, wenn all die Wohnmobile und Motorradfahrer unterwegs sind. Die abwechslungsreiche Landschaft mit den kleinen Siedlungen begeistert uns.
An das laute Rollgeräusch der mit Metallspikes bestückten Reifen haben wir uns gewöhnt. Der Winter ist noch nicht gänzlich vorbei, und sind diese auf Eispisten von Vorteil. Doch etwas anderes ist der Zusatz im Mietvertrag keine Geröllstraßen oder Straßen mit Splitt zu fahren. Und bitte, wie soll das wohl gehen? Viele kleinere Straßen haben keinen festen Straßenbelag, so auch die Zufahrt zu unserem Quartier.
Doch da sind die Norweger ziemlich entspannt, auch als sich der schon bei der Übernahme in Narvik entdeckte Steinschlag zu einem längeren Riß auf der Frontscheibe entwickelt, heißt es kein Problem. Und so ist es auch letztendlich. Zuverläßig brachte es uns zurück. Nur einmal versuchte es sich selbständig zu machen.
Wir standen gerade an eine dieser vielen Aussichtsplätze an der Straße und genossen den Blick über den Strand. Das Auto hatten wir nur kurz verlassen und der Schlüssel steckte, diese Gelassenheit entwickelte sich ganz schnell, schrecken wir fassungslos von unseren begeisterten Blicken auf…
Motorgeräusche und weit und breit kein anderes Auto als unseres!
Das kann doch nicht sein? Will es ohne uns starten? Stand etwa Herby, der kesse Rennkäfer (Mann, was hab ich bei diesen Filmen gelacht.) mit ihm in Verbindung?
Weder noch. Irgendeine Startautomatik hatte sich eingeschaltet. Diese Lektion merkten wir uns, der Schlüssel wurde nun jedesmal abgezogen. Irgendwo im Nirgendwo ohne Fahrzeug wollten wir nicht wirklich stehen.
Tja, einen Schlüssel für unsere Unterkunft brauchten wir auch, und wo finden wir diesen? Telefonische Auskunft vom Vermieter, den wir die ganze Zeit nie gesehen haben, am Haus in einem Kästchen mit Code. Okay, kennen wir schon von Schweden. Bloß bei dem Code hätte der Blumentopf oder die Fußmatte die gleiche Sicherheit geboten… Doch hier ticken nicht nur die Uhren, sondern auch die Menschen anders. Das Vertrauen und die Gelassenheit sind spürbar entspannter, als in unserer ständig von Einbrüchen und Misstrauen geprägten Umgebung. Dieses wunderbare Gefühl wird auch zu unseren ständigen Begleiter während dieser Tage. Es hält auch noch einige Zeit an, bevor es wieder von einem gestressten Alltag aufgefressen wird. Die Sehnsucht danach bleibt.
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