Hallo D. @dollbohrer
ich kann aus Deinen Beiträgen zwar herauslesen, dass Deine Erwartungen nicht zu 100% erfüllt wurden aber was konkret vorgefallen ist, ergibt sich aus Deinem Geschrieben für mich nicht.
Kannst Du vielleicht mal ein paar Beispiele nennen? Das wäre super.
Danke schon mal und viele Grüße
Nic
OK, gerne.
Aber erstmal, es war eine schöne Reise und ich bereue nicht, sie gebucht zu haben. Jedenfalls in der Gesamtbetrachtung. Für die ersten drei Tage gilt diese Aussage nur eingeschränkt.
Die Reise wurde seitens TUI als Gourmetreise mit Johann Lafer, Léa Linster und Hans Peter Fink beworben. Wir hatten die Reise zwar schon bevor dies bekannt gegeben wurde gebucht, aber habe es durchaus wohlwollend zur Kenntnis genommen. Wir haben am 17.02. eingechecked und uns gleich erkundigt, wann denn eine Reservierung im Richards für Johan Lafer möglich sei. Uns wurde mitgeteilt, dass dies am Folgetag, dem 18.02., ab 12:00 Uhr möglich sei. Das war bereits das erste Problem, denn der Folgetag war ein Landtag. Damit wurden alle, die für gutes Geld bei TUI einen Ganztagesausflug gebucht hatten, aussortiert. Das ist ein schwerer Fehler des Mangements.
Wir hatten einen solchen Ausflug gebucht, jedoch das Glück, dass der Ausflug vorsah, dass das Mittagessen an Bord eingenommen werden sollte. Wir haben daher, anstatt das Mittagessen einzunehmen, uns direkt pünktlich um 12:00 Uhr zur Rezeption begeben, um einen Tisch im Richards bei Herrn Lafer zu buchen. Wir waren sehr erstaunt, dass dort keine Schlangen vorzufinden waren. Bis wir von der freundlichen Dame an der Rezeption erfuhren, dass die Reservierung schon um 11:00 Uhr begonnen hätte und leider keine Plätze mehr frei wären. Die Dame stimmte mir freundlich zu, dass dies ein unterirdisches Geschäftgebaren sei, was mir aber nicht wirklich weiter half.
Am ersten Seetag erfolgte dann zur Frühstückszeit eine Durchsage, dass es einen zusätzlichen Termin mit Herrn Lafers gäbe. Wir haben uns sofort zur Rezeption begeben um eine Reservierung zu tätigen. Bei der Konversation in der Warteschlange erfuhren wir dann, dass bereits am 17.02. Reservierungen angenommen worden seien. Ob dies den Tatsachen entspricht, kann ich nicht beurteilen. Dass die offizielle Reservierungszeit ohne irgendeine Information geändert wurde ist jedoch ein Fakt. Der Ersatztermin wurde auf den 23.02. festgelegt. Zum gleiche Termin wurde im Restaurant Atlantik ein Menü von den drei vorgenannten Köchen kreiert. Wir durften also auf das (im Preis eingeschlossene Menü) verzichten, um das (aufpreispflichtige) Menü von Herrn Lafer im Richards geniesen zu dürfen. Das ist eine Verar....ung zahlender Gäste. Insbesondere frage ich mich, wie man sich dafür qualifiziert, eine Reservierung vor dem offiziellen Termin vornehmen zu dürfen. Drei Reisen mit TUI reichen offensichtlich nicht aus. Ich hätte keinen Gedanken daran verschwendet, wenn vor mir der letzte Platz vergeben worden wäre. Aber hinterher zu erfahren, dass die vorher gültigen Regeln, aus welchen Gründen auch immer, nicht gelten, zeigen eine inakzeptable Inkompetenz des Managements oder ein ebenso inakzeptables Desintresse an den zahlenden Kunden. Wir haben uns an dieser Stelle schon gefragt, ob es Kunden erster, zweiter, dritter,.... Klasse gibt und welcher dieser Klassen wir angehören.
Das ursprüngliche Menü im Richards war für einen Aufpreis von € 49,-- buchbar. Optional war ein Weinpaket für € 40,--. Beim Ersatztermin war das Weinpaket nicht mehr optional, sondern obligatorisch. Meine Frau ist nicht so der Weintrinker, daher hätten wir den Wein eigentlich eher nicht gebucht. Auf unsere Frage, ob eine Buchung ohne Weinpaket möglich sei, wurde dies verneint und meiner Frau angeboten, dass sie auch gerne stattdessen Wasser trinken dürfe. Wir haben mit den Zähnen geknirscht und trotzdem gebucht. An dieser Stelle sei angemerkt, dass das Menü (und auch aus meiner Sicht (zum Teil) der Wein) überirdisch waren.
Um es einmal zusammenzufassen, wir wurden vera....t, durften dafür mehr Geld bezahlen und auf bereits bezahlte Leisstungen verzichten.
Da Menü selbst war ein Traum. Eigentlich müssten wir ja Herrn Lafer böse sein, dass er das Standardessen auf der MS deklassiert hat, aber da dieses ja nicht wirklich schlecht ist, haben wir ihm vergeben. Was uns im Richards aber aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass die Servicequalität, abhängig von der Servicekraft, nicht homogen war. In Teilen des Restaurants gingen die Servicekräfte herum, und fragten, ob sie bei den Getränken nachschenken dürften. In anderen Teilen musste man sich bemühen, die Servicekräfte auf sich aufmerksam zu machen. Ihr dürft raten, in welchem Bereich wir plaziert waren. Nicht dass es ein Problem gewesen wäre, nachgeschenkt zu bekommen. Wenn man erstmal gegenüber jemandem diesen Wunsch hätten äußern können.
Dies war auch anderweitig gelegentlich ein Problem. Am ersten Seetag saßen wir in der Ausenalterbar. Wir haben einen Platz an der Reeling ergattert, etwas abseits der Bar. Nach einer Viertelstunde hatte es immer noch nicht eine der Servicekräfte geschafft, bis zu uns vorzudringen. Die Tische runherum wurden bedient, aber irgendwie schaffte es niemand, bis zu unserem Tisch vorzustoßen und unsere Bestellung aufzunehmen. Handzeichen und Zurufe blieben ungesehen und/oder unbeachtet. OK, das war nach den Erlebnissen aus den vorherigen Abschnitten und ich war schon ein wenig geladen, aber normalerweise bin ich eher der Typ, der ein Lokal eher verlässt, wenn sich der Kellner nicht blicken lässt, als dass er sich beschwert. Das war diesmal nicht möglich und ich bin zur Bar gegangen, habe den Kellner abgefangen und ihn gefragt, ob ich unsichtbar sei. Naja, nachdem ich ihm klar gemacht habe, was mein Problem ist, hat er mir zugestimmt und zugegeben, dass aus seiner Sicht die Einteilung der Servicekräfte nicht optimal sei, er jedoch keinen Einfluss darauf hätte.
Am gleichen Tag fand im Theater um 21:30 Uhr eine Kochshow der o.g. Köche statt, an der wir unbedingt teilnehmen wollten. Wir begaben uns daher frühzeitig um 18:00 Uhr ins Atlantik, damit wir stressfrei uns einen guten Platz im Theater sichern könnten. Um 19:30 wurde immerhin schon das Zwischengericht serviert. Um 21:00 Uhr haben wir beschlossen, nicht mehr auf das Dessert zu warten und uns ins Theater zu begeben. Ja, ich schätze die Mein Schiff Flotte auch deswegen, weil man in einem Bedienrestaurant entspannt seine Mahlzeit zu sich nehmen kann. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich es schätze, wenn man nicht in der Lage ist, ein Abendessen innerhalb von 3 Stunden zu servieren.
Das waren die Highlights der ersten Tage, danach wurde es grundsätzlich besser.
Abgesehen davon: Wir sind generell keine Freunde des Buffetrestaurants und nehmen unsere Mahlzeiten daher immer im Atlantik ein. Daher schätzen wir TUI auch so. Bei unserer letzten Reise mit der MS 3 im Mitttelmeer waren wir uneingeschränkt zufrieden, was zur Folge hatte, dass wir im Anschluß gleich zwei weitere Reisen gebucht haben. Bei der Asienreise mit der MS 1 haben wir jedoch durchaus Schwankungen in der Servicequalität wahrgenommen. Je nachdem, wo man plaziert wurde, gab es einfach Unterschiede. Wir haben herausragende Servicekräfte erlebt, die einem (und das ist keine Metapher) die Bestellung serviert haben, bevor man sie aufgegeben hat. Die haben sich die Bestellung vom Vortag gemerkt und am Folgetag das vortags bestellte Getränk noch! vor! der! Bestellung! serviert. Wir haben auch leider solche erlebt, denen man erst einmal klar machen musste, dass es angemessen ist, gelegentlich am Tisch vorbei zu schauen. Oder die es als angemessen empfanden, mal vertraulich die Schulter zu tätscheln (bei mir, der das einfach ignoriert hat, wenn er dass bei meiner Frau gemacht hätte, hätte dies zu einer spontanen Rüge geführt).
Da sich diese Erlebnisse im Wesentlichen auf die ersten drei Tage verdichtet haben und der Rest der Reise voll OK war, bin ich, wie eingangs gesagt, immer noch der Ansicht, dass es eine tolle Reise war. Ohne meine Erfahrungen auf der MS 3 wäre ich allerdings nicht sicher, dass ich weiterhin mit MS fahren würde. Ärgern kann ich mich auch auf einer A..a.
Ich möchte an dieser Stelle klarstellen, dass es sich um meine persönlichen Eindrücke handelt. Und dass ich mit der Reise insgesamt zufrieden bin. Aber ich möchte auch klarstellen, dass ich bis Tag 3 unserer Reise ohne die zuvor gemachten positiven Erfahrungen mit MS 3 eine weitere Reise mit TUI Cruises auch nicht ansatzweise in Erwägung ziehen würde.
VG
D. (der MS immer noch gut findet und schon den Countdown für die nächste Reise eingerichtet hat)