2. Seetag am 05.11.2017
In der Nacht wurden zum ersten Mal die Uhren um eine Stunde zurückgestellt. Wir hatten also an diesem Seetag sogar eine Stunde länger Zeit zum Faulenzen und Erholen und verbrachten den schönen sonnigen Tag natürlich überwiegend auf dem Pooldeck. Es war zunächst ganz schön schwierig, noch zwei freie Liegen zu bekommen. Beim Joggen vor dem Frühstück hatte ich schon gesehen, dass so einige Liegen-Reservierer ihre Handtücher verteilten. Das sollte auch an den nachfolgenden Seetagen nicht besser werden, nur verlagerte sich das Reservieren im Laufe der Reise auf die Schattenplätze. Die Liegenpolizei war daher auch schon immer am frühen Morgen unterwegs und verteilte kräftig Zeitkarten bzw. räumte Liegen frei. Wir haben jedoch ein paar Spezis beobachtet, die es tatsächlich jeden Tag schafften, die gleichen gepolsterten und überdachten Liegeplätze, von denen es ja nicht so viele gibt, zu ergattern. Allerdings gingen diese auch getrennt zum Frühstück und bewachten ihre Plätze regelrecht. So einen Stress taten wir uns nicht an. Wir gewöhnten uns an, morgens erst immer eine Runde über dem Schiff spazieren zu gehen, insbesondere hatte es uns die Außenrunde auf Deck 5 angetan. Im Außenbereich des Diamanten konnten wir meistens den Kapitän und den Kreuzfahrtdirektor begrüßen, die dort anscheinend ihre Dienstbesprechungen abhielten. Besonders gut gefiel uns, dass man auf der Mein Schiff 3 draußen am Bug fast bis in die Spitze des Schiffes laufen konnte. Das war ein beliebter Platz für Fotoshootings und um den Sonnenuntergang am Abend zu beobachten. Am späten Vormittag hatte sich dann das Liegenproblem an Seetagen meistens entspannt, sodass wir immer ohne Probleme zwei Sonnenplätze ergatterten.
Das einzige Spannende an diesem Seetag war eine Eule, die stetig das Schiff umkreiste. Das war schon ungewöhnlich, wo doch kein Land in Sicht war und es sich hierbei ja um ein Tier handelt, das nicht unbedingt am Tag aktiv ist. Da hatten wir wohl einen blinden Passagier an Bord. Ansonsten gibt es von diesem Seetag nichts Spannendes mehr zu berichten, aber der Tag war für uns Entspannung pur.
Arrecife, Lanzarote am 06.11.2017
Bei unserer Urlaubsplanung sprach uns ein TUI-Ausflug ganz besonders an. Lt. Ausflugsbeschreibung sollte es bei diesem 5 1/2-stündigen Ausflug mit einem Twizy durch Lanzarotes Vulkanlandschaft gehen. Also schauten wir uns erst einmal im Internet die kleinen Elektrofahrzeuge genauer an, in denen man mit zwei Personen hintereinander sitzt. Das sah ganz schön eng aus. Es war in der Ausflugsbeschreibung eine Maximalgröße von 1,90 m und ein Maximalgewicht von 100 kg/Person und das Mitführen eines Führerscheines angegeben. Die Voraussetzungen erfüllten wir zum Glück. Also wagten wir das Abenteuer und buchten. Treffpunkt für die Tour war bereits um 8.00 Uhr und dieses Mal ging es auch pünktlich los. Wir erreichten nach einem Bustransfer von 20 Minuten den örtlichen Veranstalter e.Go Lanzarote. Dort erhielten wir eine kurze Einweisung in die Fahrzeuge und dann ging die Fahrt auch schon los. Mit neun kleinen Twizys ging es hintereinander auf befestigten Straßen durch die Lavafelder zum Timanfaya Nationalpark. Unser Tourguide führte die ganze Truppe mit einem Van an. Das sah schon lustig aus, wie eine Entenmama mit ihren Küken. Wir sahen am Straßenrand immer mal wieder Leute, die uns schmunzelnd hinterher blickten. ![]()
Im Nationalpark darf man nicht selber fahren. Also stiegen wir in einen Bus um, der uns durch die beeindruckende Vulkanlandschaft fuhr. Informationen zum Nationalpark gab es vom Band und teilweise vom Busfahrer in spanisch, englisch und deutsch. Die Kraterroute endete am Besucherzentrum. Dort hatten wir dann noch ausreichend Zeit, um uns die geothermischen Experimente anzusehen, bei denen uns demonstriert wurde, dass es unter der Erdoberfläche noch mächtig brodelt und kocht.
Als nächstes fuhren wir mit den Twizys zum Weinanbaugebiet La Geria. Dort mussten die Elektrofahrzeuge an die Steckdose und wir hatten eine Stunde Zeit, ein Weingut (Bodegas Rubicon) zu besichtigen. Sehr positiv ist hierbei zu berichten, dass es sich nicht um eine Werbeverkaufsveranstaltung handelte sondern dass wir uns die ganze Bodega in Ruhe ansehen konnten. Wer wollte, konnte natürlich den ein oder anderen Tropfen käuflich erwerben, aber alles in freundlicher und ungezwungener Atmosphäre.
Der letzte Programmpunkt auf unserer Twizytour war eine Wanderung zum Vulcano Cuervo, dem Rabenkessel, wo die Vulkanausbrüche im Jahr 1730 begannen. Zuvor durften wir aber noch die Höchstgeschwindigkeit unserer Twizys austesten. Dazu eignete sich die Straße entlang der Dromedar Station besonders gut und der Tacho zeigte tatsächlich 80 km/h an. Die Twizys sind wirklich kleine Flitzer und es macht riesig Spaß damit die Insel zu erkunden. Im Parque Natural Los Volcanes wanderten wir über Lava-Felder in den mächtigen Kessel des Caldera de Los Cuervos. Unser Tourguide versorgte uns während der Wanderung mit vielen Informationen über die spektakuläre Landschaft und deren Geschichte.
Nach der Wandertour ging es leider wieder zurück zur Twizystation. Von dort brachte uns ein Bus zum Schiff. Dieser Ausflug war super und gehört definitiv zu den Highlights unserer Reise. Da die Fahrzeuge an den Seiten offen sind, sollte man auf jeden Fall eine Jacke oder einen Pulli dabei haben, denn durch den Fahrtwind kann es ganz schön frisch werden. Auch sollte man feste Schuhe tragen. An den Haltestopps ist jederzeit ein Fahrerwechsel möglich. Gepäck, wie z.B. Rucksäcke können im Van des Tourguides verstaut werden. Mit zwei Personen hat man nämlich nicht viel Platz im Fahrzeug.
Am Abend verzauberten die Hamburger Sängerin Nathalie Tineo und der Pianist Stefan Rebelski ihr Publikum mit gefühlvollen Balladen und Pop-Klassikern im Theater.
3. und 4. Seetag am 07.11.2017 und 08.11.2017
Am ersten der beiden Seetage wurde mal wieder die Uhr um eine Stunde zurückgestellt, sodass bis zu unserem nächsten Hafen 49 Stunden Entspannen und Wohlfühlen auf dem Programm standen. Es waren zwei sonnige Tage, die wir überwiegend auf dem Pooldeck verbrachten. Ich zeige euch als Besonderheiten dieser beiden erholsamen Tage ein paar Fotos vom Kaviarfrühstück im Atlantik-Klassik, der wunderschönen Theater-Show „Die Magie des Musicals“ und des grandiosen Konzertes des Ozeania Streichquartetts „Pop Classics“ im Klanghaus. Das Theaterensemble und insbesondere sämtliche Sänger, Musiker und Artisten der Mein Schiff Crew haben uns auf dieser Reise richtig beeindruckt. Die Qualität der Shows und Konzerte hat sich gegenüber vergangenen Reisen auf der Mein Schiff 1 und Mein Schiff 2 extrem gesteigert. Wir waren wirklich begeistert. Die Konzerte im Klanghaus waren für uns schon fast ein „Muss“ und wir waren immer wieder fasziniert von den Leistungen der Musiker und dem tollen Klang.