30.01.25: Südgeorgien – Bunt statt golden …
Geplant war für den letzten Südgeorgien-Tag am Vormittag eine Anlandung in Gold Harbour. Laut Aussage unseres Expeditionsleiters eine der schönsten Buchten in Südgeorgien. Dort hätte man „Südgeorgien in a Nutshell“ – alles, was die Tierwelt Südgeorgiens und die Landschaften so auszeichnet auf engstem Raum. Und am Nachmittag war eine Zodiac-Cruise in der Cooper Bay geplant. Dort hätte man u.a. die Chance, die Goldschopfpinguine zu sehen, die es zwar in Südgeorgien in großer Zahl gibt, die sich aber an unzugänglichen Stellen aufhalten.
Das war zumindest der Plan …
Über Nacht hatte das Schaukeln des Schiffes merklich zugenommen. Gegen 06:30 Uhr gab es dann auch eine Durchsage, dass der für 07:00 Uhr geplante Landgang für die ersten Gruppen ins Wasser fällt. Katabatische Winde machten eine Anlandung unmöglich. Wir hatten Windstärke 12, der Wind blies teilweise mit 66 Knoten (also über 120km/h). Zum Glück waren die Wellen „nur“ ca. 4,50m hoch – was man bei dem kleinen Schiff aber auch schon merkt.
Wir sollten aber trotzdem aufstehen, denn es gäbe ein bisschen was rund ums Schiff zu beobachten. Einfach auf den Balkon hinaus, ging für uns nicht – wir waren auf der falschen Seite. Also aufstehen, zurecht machen und dann aufs Deck. Wegen des Windes waren Oberdeck und Nature Walk gesperrt, somit blieb nur das Pooldeck (Deck 8 ) mit dem hinteren Bereich.
Bei sonnigem Wetter befanden sich zahlreiche Eisberge vor der Küste Südgeorgiens. Nahezu blauer Himmel und Sonne. Könnte so schön sein, wenn der Sturm nicht wäre.
Im hellen Sonnenlicht sahen die Eisberge künstlich, fast wie Styropor aus.
Laut Durchsagen handelte es sich hier um einen Eisberg-Friedhof. Die Eisberge, die hierher treiben, laufen vor der Küste auf Grund und bewegen sich dann nicht mehr groß weiter. Sie beenden dann hier ihr „Leben“, d.h. sie schmelzen ab. Sozusagen ist Endstation für sie auf diesem „Friedhof“.
Um das Naturschauspiel noch zu vervollständigen, erschien ein großer, deutlich sichtbarer Regenbogen über dem Eisberg-Friedhof.
Es kostete einiges an Mühe, diesen Regenbogen in seiner ganzen Schönheit zu fotografieren. Dazu musste man mit der Kamera über die Reling, wo ein heftiger Wind blies. Aber ich habe die Mühen nicht gescheut …
Am Heck, vor der Ocean Academy, konnte man es sogar halbwegs aushalten, der Wind kam von vorne, da war man hier ein wenig geschützt.
An der Seite fegte der Wind doch schon ziemlich am Deck und am Schiff entlang. Da konnte man kaum die Kamera halten. Und man hatte auch Mühe, die Tür zwischen Außengang und Pooldeck zu öffnen, nicht das man am Ende im hinteren Bereich gefangen ist. Da brauchte es teilweise schon 3 Personen, um die Tür aufzustemmen ![]()
Für uns war dann erstmal Frühstück angesagt. Es gab noch eine weitere Durchsage, dass man sich um 10:00 Uhr im HanseAtrium einfinden sollte. Der Kapitän wollte das weitere Vorgehen erläutern. Oha …
VG Sven
PS: Auch wenn der letzte Tag in Südgeorgien ausgefallen ist, wir waren von den beiden vorherigen Tagen mehr als begeistert. Niedliche Tiere satt (v.a. Königspinguine, Seebären) und wir mittendrin. Wir hatten 4 großartige Anlandungen. Es zahlte sich aus, dass wir mehrere Tage Südgeorgien auf unserer Tour hatten. Es ist ja nicht unbedingt sicher, dass das Wetter mitspielt. Und bei mehreren Tagen hat man auch mehrere Chancen.
Fast schon allein wegen Südgeorgien hat sich die Reise gelohnt, eben once-in-a-lifetime. Wir sind froh und glücklich, dass wir das erleben durften!