Nach dem Mittagessen verließen wir unseren Ankerplatz vor der Insel und fuhren weiter durch den Queen Maud Golf Richtung Norden. Unterwegs war auf dem Wasser dann auch wieder etwas Eis zu sehen.
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Vor allen die großen Eissturmvögel sind ein wunderschöner Anblick. Sie gleiten stets in geringem Abstand über die Wasseroberfläche. Und sind aufgrund ihrer Röhrennase auf dem Schnabel gut zu erkennen. Sie gehören übrigens nicht zu den Möwen, sondern zu den Sturmvögeln.
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Als Nachmittagsprogramm gab es zum einen die Möglichkeit, bei den Eisbärenwächtern vorbeizuschauen. In der Ocean Academy hatten diese ihr Werkzeug (also Gewehre, Leuchtpistolen usw.) ausgestellt und standen für eine ausgiebige Befragung zur Verfügung. Erzählt wurde u.a. welche Möglichkeiten im Falle eines Falles angewendet werden, um Eisbären zu vertreiben. Der scharfe Schuss ist ja nur im Ausnahmefall anzuwenden, vorher wird versucht, den Bären friedlich per Tröten oder lauten Schreckschüssen zu vergraulen.
Im Anschluss gab es auch heute einen Vortrag, dieses Mal war die Meeresbiologin mit „“Schweben im Meer – Plankton und das Nahrungsgesetzt der Arktis“ dran. Es ging um Phytoplankton (pflanzliches Plankton) und Zooplankton (tierisches Plankton) und die verschiedenen Unterarten. Weiterhin ging es um die Planktonblüte (Wachstumsexplosion von Plankton in den lichtintensiven Sommermonaten) sowie die Bedeutung des Planktons in der komplexen arktischen Nahrungskette, v.a. als Nahrung für die großen Wale. Auch dieser Vortrag war sehr interessant.
Den Abschluss der Vorträge bildete das bekannte Recap/Precap. Danach ging es zum wohlverdienten Abendessen ins Buffetrestaurant.
Im Anschluss wollten wir – wie immer die letzten Tage – an Deck einen schönen Sonnenuntergang bewundern. Daraus wurde leider nichts. Dicker Nebel zog auf. Aber man kann ja nicht jeden Tag solche Sonnenuntergänge wie am Vortag haben.
Immerhin für ein mystisches Bild reichte es trotzdem.
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Danach ein Schlummertrunk im Hanseatrium und dann aufs Zimmer, wir waren früh aufgestanden und doch etwas müde …
Tiersichtungen an diesem Tag:
Moschusochse (leider nicht mehr lebendig)
Eissturmvögel und diverse Möwen
(Tiere, die auf Jenny Lind Island gesichtet worden sind, die wir aber nicht gesehen haben, sind hier nicht aufgezählt. Die Liste enthält immer nur die Tiere, die wir auch tatsächlich gesehen haben.)
02.09.22: Jenny Lind Island – Ein kurzer Besuch in der Tundra (Teil 2)
Auf der Insel leben auch Moschusochsen und Karibus. Laut Experten war vor unserer Anlandung ein Karibu im Nebel gesichtet worden, leider hat es sich dann schon auf und davon gemacht. Außerdem wurden eine Schneeeule sowie Gänse gesichtet – aber auch diese waren inzwischen verschwunden. Wir konnten lediglich einen weiblichen Moschusochsen sehen. Leider war das Tier in keinem besonders guten Zustand mehr …
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Das Tier war wohl verhungert. Dafür haben andere Tiere Nahrung gefunden, anhand der Losung konnten wir sehen, dass sich Eisbären und Polarfüchse am Kadaver gelabt hatten.
Faszinierend: Die karge Landschaft haben wir ja gesehen. Wie schaffen es die doch recht großen Tiere bei diesem kleinen und spärlichen Pflanzenwuchs zu überleben?
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Wie man sieht, gab es eigentlich nicht viel zu sehen. Aber auch eine solche Landschaft hat ihren Reiz. Und wir haben den Ausflug und die Ruhe genossen.
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Und ehe man es sich versieht, ist die Zeit auch schon wieder vorbei. Am Anfang hatte man noch überlegt, wie man hier 1 ¼ Stunden an Land verbringen soll. Am Ende wurde die Zeit aber dann schon recht knapp.
02.09.22: Jenny Lind Island – Ein kurzer Besuch in der Tundra (Teil 1)
Bereits am frühen Morgen erreichten wir unseren Ankerplatz vor Jenny Lind Island. Bereits bei unserem Precap vor zwei Tagen hatten wir einen Einblick darin gewinnen können, was uns hier erwartet.
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OK, das sieht jetzt erstmal – v.a. in Verbindung mit dem Nebel – nicht so spannend aus. Deckt sich aber mit den Erwartungen, die das Precap geschürt hat.
Jenny Lind Island ist eine Insel im Queen Maud Golf, die sich südöstlich von Cambrige Bay befindet. Die Insel ist recht flach (die höchste Erhebung liegt bei ca. 65m) und ist typisch für diese Gegend: flach, aus Sand, Kies und kleinem Geröll bestehend. Die Vegetation ist sehr spärlich, mit den typischen Pflanzenarten der Tundra. Und weil es so typisch für die Gegend ist, kann man ja mal einen lohnenden Blick darauf werfen. Die Tundra liegt normalerweise nicht direkt vor der Haustür. Daher: Karg – ja. Aber vielleicht trotzdem ganz interessant …
Wie kommt eigentlich der Name der Insel zustande? Normalerweise werden Inseln, Buchten, Wasserstraßen ja nach Forschern und Entdeckern benannt. Hier ist es anders. Namenspatin für die Insel ist die schwedische Opernsängerin Jenny Lind, die im 19. Jahrhundert gelebt hat und als schwedische Nachtigall bekannt war. Warum die Insel ihr zu Ehren benannt wurde, weiß man nicht genau.
Die Insel ist unbewohnt. Es befindet sich eine verlassene Frühwarnstation (DEW-Line) auf ihr. Sie wird jedoch immer noch vom North Warning System der USA und Kanada genutzt.
Da wir heute wieder zur frühen Zodiacgruppe gehörten, hieß es zeitiger aufstehen, frühstücken und sich dann für den Ausflug vorzubereiten. Ca. 09:00 Uhr musste man mit der Ausbootung rechnen. Die Eisbärenwächter hatten lange vor diesem Zeitpunkt bereits das Gelände sondiert und an Land Stellung bezogen. Die Experten waren ebenfalls an Land. Somit konnten nun auch die Gäste in die Zodiacs und ihren Landgang im durch die Eisbärenwächter gesicherten Areal beginnen. Es waren ca. 1 ¼ Stunden für jede Gruppe vorgesehen. Was sollte man diese Zeit eigentlich mit Sightseeing voll bekommen?
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Hier hat Ruhe eine ganz andere Bedeutung. Entfernungen kann man nur schwer abschätzen, es gibt kaum Bezugspunkte. Nur die Einsamkeit der nebelverhangenen, kargen Landschaft.
Unterwegs findet man den einen oder anderen größeren Stein. Teilweise auch ganze Formationen.
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Und auch das sogenannte Trollbrot. Steinescheiben, die durch Frostsprengung entstanden sind. Durch wiederkehrendes Gefrieren und Schmelzen werden die Scheiben dann immer weiter auseinander gedrückt. Je weiter sie auseinander stehen, umso älter sind sie.
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Diese Steine gelten schon als Abwechslung in der Landschaft. Und sind immerhin auch einige Zentimeter höher als der Rest. Bäume, die sich zwischen den Steinen durch den Sand tief am Boden entlang schlängeln.
Die blauen Parkas sucht man sich erst an Bord aus, da stehen alle Größen von XS bis XXXL zur Verfügung.
Da kann man sich vor Ort das passende aussuchen, gibt von allen genug. Die Parkas fahren ja eh immer alle auf dem Schiff mit und werden zwischen den Fahrten gereinigt - es werden also keine extra angefordert.
Was man vorher angeben musste, war die Größe für die Steppjacke, die man geschenkt bekommt. Und die fallen vielleicht etwas knapper aus.
Da die vorher bestellt werden, kann man dort an Bord nicht mehr umentscheiden.
Wir hatten vorher auch gedacht, dass es bei der Vorab-Angabe, die wir ja auch machen mussten, um die Parkas geht. Es waren aber die Steppjacken.
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Im Anschluss machte sich auch die HANSEATIC nature auf den Weg. Wir verließen Ankerplatz vor dem westlichsten Punkt unserer Reise und fuhren aus der Bucht aus der Bucht hinaus. Hinein in den Queen Maud Golf hinein, Kurs Ost. Dort lag unser nächstes Ziel, Jenny Lind Island.
Direkt nach dem Ablegen ging es zum Abendessen ins Lido-Restaurant. Und kurz darauf wieder aufs Sonnendeck.
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Teuer gebaut und eingerichtet, in der Nähe teure, moderne Wohnhäuser für die Forscher, die im Kontrast zum restlichen Ort stehen. Im Inneren etwas kalt eingerichtet und teilweise auch unbenutzt – wie wir uns in einem kurzen Rundgang überzeugen konnten. Das passt nicht so recht zum hocharktischen Ort Cambridge Bay mit seinen sozialen Problemen. Für die Einheimischen ist die Forschungsstation auch kein großer Gewinn – es gibt dadurch nicht viel mehr Arbeit und bessere Bedingungen für die Inuit.
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Wir besuchten außerdem das örtliche High School Gebäude. Dort ist neben der Schule eine Bibliothek/Videothek, ein kleines Museum, die Sporthalle und ein Kulturzentrum für Veranstaltungen untergebracht.
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Dort erwarteten uns lokale Spezialitäten zur Verkostung, u.a. getrockneter Arctic Char (Saibling), Moschusochse, Maktaq aus Beluga-Haut, Kuchen mit Preiselbeeren und eine scharfe Gemüsepastete. Teilweise lecker, teilweise interessant im Geschmack.
In der Nähe befindet sich der „Park der Erinnerungen“ - alte Gebäude der Hudson’s Bay Company und Metall-Skulpturen, die von Jugendlichen im Rahmen sozialer Projekte aus altem Recycling-Schrott erstellt worden sind.
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In Cambridge Bay hatte man die Wahl, sich entweder individuell den Ort anzuschauen oder mit einem örtlichen Führer einen Rundgang zu unternehmen. Wir entschieden uns für letzteres. So wird man besser auf die interessanten Dinge hingewiesen und gelangt auch noch an Hintergrundinformationen. Schließlich gibt es wenige Reiseführer über Cambridge Bay, wo man sich vorher mal einlesen kann. Unser Guide gehörte übrigens nicht den Inuit an. Ca. 80% der Bevölkerung des Ortes sind Inuit, unser Führer kam jedoch ursprünglich aus Ottawa für ein paar Monate nach Cambridge Bay, seitdem sind ca. 6 Jahre vergangen …
In den Straßen sieht es ähnlich wie in Pond Inlet aus.
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Auch stehen einzelne Gebäude leer, die hohen Mieten (bis zu 40.000$ pro Jahr) können sich nicht alle leisten. Obdachlosigkeit ist leider keine Ausnahme mehr. Auch öffentliche Gebäude, wie das alte Arctic College stehen leer – es gibt aber ein neues.
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Die sozialen Probleme, mit denen sich die Einwohner hier herumschlagen müssen, die hohen Preise und auch Versorgungsengpässe wurden von unserem Guide während des Rundganges angesprochen. Im Supermarkt ist vieles sehr, sehr teuer, man bekommt aber auch nicht immer die gewünschten Güter. Flüge nach Yellowknife kosten z.B. 800$ - und zwar One-Way. In dem Fall fliegt man dann halt nicht, sondern bleibt zu Hause im Ort. Über diese Probleme denkt man als Tourist dann auch erstmal nach, lösen kann man sie allerdings nicht.
01.09.22: Anfahrt auf Cambridge Bay (Victoria Island)
Auch diese Nacht dauerte eine Stunde länger, da die Uhren ein letztes Mal auf dieser Reise zurückgestellt wurden. An diesem Tag erreichten wir mit Cambridge Bay zugleich den westlichsten Teil unserer Fahrt. Wir hatten ja „nur“ die Fahrt im Herzen der Nordwestpassage gebucht und nicht die gesamte Nordwestpassage. Diese würde südlich von Victoria Island durch den teilweise sehr flachen Queen Maud Golf, den wir am Morgen durchquert haben, und die Dease Strait weiter nach Westen führen. Zumindest für Schiffe mit geringem Tiefgang, wie unsere HANSEATIC nature. Größere Schiffe müssen die Passage nördlich der Victoria Island nehmen, die allerdings wegen dem mehr an Meereis für Nicht-Eisbrecher aktuell nicht zu schaffen ist.
Lange bevor Cambridge Bay durch die Nordwestpassage auf den Landkarten auftauchte, war der Ort bei den einheimischen Inuit als „Ikaluktutiak“ bekannt – als „guter Platz zum Fischen“. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts erlangte die Bucht und die Siedlung größere Bedeutung für die westliche Welt. Im Zuge der Suche nach der verschollenen Franklin-Expedition kamen die ersten englischen Seefahrer hier vorbei. Später legte auch Amundsen im Zuge der ersten erfolgreichen Nordwestpassage hier an, weitere Durchfahrer der Passage überwinterten hier. Wenn man sich den Sachverhalt mit der Meerestiefe in diesen Gewässern nochmal zu Gemüte führt, muss man zum Schluss kommen, dass Amundsen & Co. zwar hier die Nordwestpassage erfolgreich durchfahren haben, der entdeckte Seeweg für die kommerzielle Schifffahrt aber völlig unbrauchbar war.
Anfangs lebten nur wenige Inuit hier, die vor allem Fischfang und Robbenjagd betrieben. Sie gehörten den Copper-Inuit an, die Werkzeuge aus dem hier in reiner Form vorkommenden Kupfer herstellten. Inzwischen ist Cambridge Bay mit ca. 1800 Einwohnern eine der größeren Siedlungen in Nunavut.
Soweit ein kurzer geschichtlicher Abriss des Ortes und der Gegend, die wir heute erreichten.
Morgens war es noch etwas bewölkt. In der Ferne schien Regen zu fallen.
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Die Ankunft in Cambridge Bay war auf ca. 13:00 Uhr terminiert. Somit hatten wir am Vormittag noch etwas Zeit. Nach dem Frühstück stand im Hanseatrium ein Experten-Vortrag mit dem Thema „Arktische Pflanzen – Anpassungen an extreme Lebensräume“ auf dem Programm. Es gab eine Übersicht über die häufigsten Pflanzen in der Arktis, v.a. der Hocharktis. Und natürlich ihre Besonderheiten – über die Wuchshöhe der Bäume habe ich mich in früheren Teilen des Berichts bereits ausgelassen.
Danach ging es für einen Kaffee in die Observation Lounge, wo wir die Anfahrt auf Cambridge Bay weiter beobachteten. Auch Navalik, unsere Inuit-Begleiterin der Reise, warf ein besonderes Auge auf die Anfahrt. Schließlich ist Cambridge Bay ihr Heimat- und Wohnort. Da kann man schon mal emotional werden, insbesondere wenn man die Heimat mal aus einer anderen Perspektive, nämlich vom Meer aus, betrachtet. Sie war übrigens an diesem Tag auch nur zu Besuch in ihrer Heimat, es ging für sie die komplette Reise bis nach Deutschland weiter. Und von dort dann per Flugzeug mit mehreren Umstiegen zurück nach Cambridge Bay. Einen Flug von Grönland nach Kanada gibt es nämlich nicht. Eine ganz schöne Odyssee …
Bei erneut schönem Wetter erreichten wir die Bucht, in der sich die Siedlung befindet. Temperaturmäßig lagen wir tagsüber bei ca. 10 Grad – also knapp unter dem wärmsten Tag, den wir in Pond Inlet hatten. In der Sonne kam es einem sogar noch wärmer vor …
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Im Wesentlichen sieht Cambridge Bay ähnlich aus, wie z.B. Pond Inlet. Es gibt hier jedoch mehr Industrieanlagen sowie auch Forschungsanlagen. Der lokale Flughafen befindet sich unweit des Ortes.
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Im Hafen von Cambridge Bay lag das Forschungsschiff „Martin Bergmann“, welches an der erfolgreichen Suche nach der HMS Terror, einem der verschollenen Schiffe der Franklin Expedition, beteiligt war. Zu diesem Thema folgt in späteren Beiträgen des Reiseberichtes noch etwas mehr.
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Am heutigen Tag waren wir die komplett letzte Gruppe bei der Zodiac-Anlandung. Deshalb konnten wir noch in Ruhe zum Mittagessen gehen. Die Anlandung war nass, es gab keine Pier für Zodiacs in Cambridge Bay. Also Gummistiefel nicht vergessen …
31.08.22: Fahrt durch das Eis der Victoria Strait (Teil 3)
Eiskanten? Wo kamen diese her? Um welche Landmassen handelt es sich?
Die Antwort ist einfach: Dort war gar nichts!!! Wir sind hier einer Fata Morgana aufgesessen. Diese Trugbilder am Horizont entstehen durch Lichtspiegelungen an der Grenze von Luftmassen. Die Kälteabstrahlung durch die Eisfelder bei einem solchem Wetter ist dafür als Ursache zu sehen. Bisher hätten wir Fata Morganas eher in die Wüste verordnet, nun haben wir in der Arktis selbst mal welche gesehen.
Die Inseln am Horizont existieren übrigens ebenfalls nicht! Es gab nur das Meer, die beiden Schiffe und das Eis.
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Diese Fata Morganas wurden in der Vergangenheit auch Seefahrern zum Verhängnis. Sie zeichneten Buchten in Seekarten ein, wo eigentlich eine Durchfahrt möglich gewesen wäre oder berichteten von gewaltigen Landmassen, die nie gefunden wurden.
Wir und die meisten der Gäste blieben den ganzen Tag über auf den Außendecks und bewunderten die Fahrt durch die Landschaft aus Wasser und Eis. So etwas erlebt man schließlich nicht alle Tage. Und man ist ja auch warm gekleidet.
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Am späteren Nachmittag zog es immer weiter zu, ab und an kam aber die Sonne trotzdem zum Vorschein, was sich in schönen Effekten auf dem Meer und dem Eis widerspiegelte.
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Und immerhin: Eine recht gut genährte Bartrobbe lag faul auf einer Scholle. Und sie ließ sich auch vom vorbeifahrenden Schiff nicht beeindrucken und döste weiter vor sich hin.
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Schließlich drehte die Pierre Radisson bei und verabschiedete sich von uns mit viel Getöse – sprich lautem Typhon, was natürlich von unserem Schiff entsprechend gewürdigt wurde. Die Fahrt durch das dichte Meereis war vorbei. Vor uns lag mehr oder weniger offene See.
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Nach einem langen Tag an der frischen Luft ging es zurück auf die Kabine, zum Umziehen. Vor dem Abendessen stand noch ein Recap/Precap an. Wir resümierten über die vergangenen beiden Tage und wurden auf den morgigen Tag vorbereitet, wo wir wieder mal in der Zivilisation sein sollten. Der Ort Cambridge Bay war das Ziel des nächsten Tages.
Nach dem Abendessen gingen wir uns Hanseatrium. Bei einem schönen Cocktail sahen und hörten wir uns den Vortrag „Kurs 135 Grad Ost“ an. Einer der Experten an Bord berichtete von seiner West-Ost-Überquerung des Grönländischen Inlandseises per Ski. Das ist richtige Expedition! Wir werden ja hier an Bord entsprechend versorgt, auf so einer langen Skiwanderung sieht das ja ganz anders aus. Tauschen möchten wir aber nicht
Ein sehr interessanter Vortrag, der den Tag für uns beschloss.
Obwohl es ein Tag ohne Anlandungen war, war es für uns doch ein richtiger Expeditionstag. Diese Fahrt durchs Eis hatte schon was, so etwas haben wir noch nicht erlebt. Und im Gegensatz zu den Seetagen auf einer normalen Kreuzfahrt sind wir quasi den ganzen Tag an Deck gewesen (sieht man vom Essen zwischendurch ab), haben der Kälte getrotzt und die Landschaft genossen!
Ein sehr schöner „Sehtag“ …
Tiersichtungen an diesem Tag:
Bartrobbe
Zahlreiche Seevögel (verschiedene Arten von Möwen, Eissturmvogel)
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Wir genossen weiterhin unsere Eisfahrt bei traumhaftem Wetter, mal durch dichtes, mal durch lockeres Eis. Unterbrochen von kurzen Abschnitten, die auch mal fast ohne Eis auskamen.
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Wir sahen die verschiedenen, teils bizarr anmutenden Formen der Eisschollen über und unter Wasser. Wir hörten die Geräusche, wenn die Schollen brechen oder durch den Schiffsrumpf bewegt werden. Wir bewunderten die türkisen Schmelzwassertümpel auf den Eisschollen.
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Auf den Schollen machten es sich die Seevögel, die unsere Fahrt begleiteten, für eine kurze Pause bequem. Bevor es wieder in den Flug auf der Suche nach Beute innerhalb der aufgebrochenen Fahrrinne ging.
31.08.22: Fahrt durch das Eis der Victoria Strait (Teil 1)
Am frühen Morgen erzittert der Rumpf des Schiffes, gefolgt von Schlägen und lauten Geräuschen. Was war da los? Haben wir einen Eisberg gerammt?
Nein, es besteht keine Gefahr! Das Schiff hatte nur den ersten Kontakt mit dem Meereis. Die ersten Ausläufer des Treibeis-Feldes in der Victoria Strait waren erreicht. Der Tag war als Seetag deklariert, es wurde aber eher ein „Sehtag“!
Ein wunderschöner dazu …
Recht früh am Morgen hatten wir den Wecker gestellt, wir wollten ja nichts verpassen. Im Tagesplan war der ungefähre Zeitpunkt des Beginns der Eisfahrt verraten worden. Also aufstehen, duschen, fertig machen und zum Frühstück gehen. Danach die warmen Sachen anziehen, die Kamera und das Fernglas mitnehmen und hinauf auf das Sonnendeck. Dieses war auch schon geöffnet worden, fleißige Crewmitglieder hatten bereits die über Nacht gebildeten Eisschichten auf den Decks entfernt, so dass wir gefahrlos nach oben konnten und nicht umher gerutscht sind. In der Nacht waren Temperaturen unter dem Gefrierpunkt zu verzeichnen gewesen, jetzt tagsüber war es knapp über 0 Grad. Die Tageshöchsttemperatur betrug lt. Logbuch 4 Grad. Der Nature Walk an Deck 6 war noch geschlossen und erst nach Entfernung des Eises wurde er geöffnet, Sicherheit geht ja vor. Wir blieben aber hier oben, unten ist man zwar näher am Meer bzw. Eis, von oben hat man aber den besseren und größeren Überblick und die Leute verteilen sich auch besser.
Bei strahlend blauem Himmel und Sonne hatten wir einen Blick auf das zu diesem Zeitpunkt noch recht übersichtliche Treibeis-Feld.
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Das Meer war dabei nahezu ruhig, fast komplett ohne Wellen. In der Nacht hatte sich frisches Meereis gebildet, das wie eine dünne Haut zwischen den größeren Schollen aussah. Die Schollen glitzerten in der Sonne, dazwischen waren schöne Spiegeleffekte zu verzeichnen.
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Unser Schiff hatte für die Fahrt durch das Eis auch einen Eisbrecher der kanadischen Coast Guard angefordert. Manch einer der Leser mag das jetzt merkwürdig finden, zum einen ist das Eis ja nicht besonders dicht und zum anderen hat die HANSEATIC nature ja auch eine gewisse Eisklasse und müsste eigentlich damit selbstständig durch das Eis fahren können. Aber die Eislage in der gesamten Victoria Strait sowie in der Franklin Strait, wo unsere Eisfahrt begonnen hatte, ist nicht überall gleich. Es gibt Bereiche mit größeren und ausgedehnteren Eisflächen sowie auch Bereiche mit mehrjährigem Meereis, welches dicker und härter ist. Mit einem Eisbrecher voraus geht die Fahrt auch schneller. Und zuletzt: der Eisbrecher kostet nichts extra, er ist in der Passage durch die kanadische Arktis im Preis enthalten und steht bei Bedarf für Schiffe, die hier durchfahren, bereit.
Also fuhren wir mit der Pierre Radisson voran im Konvoi durch das Meereis der Victoria Strait.
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Die Eisverhältnisse änderten sich im Laufe der Fahrt, mal gab es mehr, mal weniger Eis. Der Eisbrecher vorneweg, wir hinterher. Ein wunderbares Farbenspiel: das Dunkelblau des Meeres, das Weiße, teilweise Türkise des Eises, das Blaue des Himmels und das Licht der Sonne. Das Ganze in einer schönen Ruhe, bei klarer Luft. Was kann es noch viel Besseres geben?
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Außerdem konnten wir einem weiteren Schauspiel beiwohnen. Vom Eisbrecher aus wurde ein Helikopter gestartet, der auf einen Erkundungsflug aufbrach. Man wollte sich einen Überblick über die vorherrschenden und veränderlichen Eisbedingungen verschaffen.
30.08.22: Abendliche Fahrt durch die Bellot Strait
Während des Abendessens verließ die HANSEATIC nature ihren Platz vor Fort Ross. Nach dem Essen ging es für uns rauf aufs Sonnendeck. Bei schönem Sonnenschein – allerdings unter niedrigen Temperaturen – fuhren wir Richtung Bellot Strait und kurz darauf hindurch.
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Die Bellot Strait ist eine natürliche Wasserstraße zwischen dem amerikanischen Kontinent (backbord) und Somerset Island im dem kanadisch-arktischen Archipel (steuerbord auf den Fotos). Die Bellot Strait ist im Schnitt ca. 2 km breit.
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Entdeckt wurde sie auf der Suchexpedition nach John Franklin und nach dem französischen Offizier Bellot benannt. Sie stellt ein wichtiges Kernstück der Nordwestpassage dar.
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Wir hatten außerdem das Glück, an Land Moschusochsen zu sehen. Diese großen Paarhufer gehören übrigens zu den Ziegenartigen – würde man anhand ihrer Größe vielleicht nicht unbedingt erwarten. Wenn man Größe (Schulterhöhe ca. 1,50m) und Gewicht (bis 400kg) nimmt, ist es erstaunlich, wie diese Tiere hier in der kargen Landschaft überleben können. Es gibt nicht so viele Pflanzen bzw. nur sehr kleine. Bekannt sind die Moschusochsen für ihre groß ausgebildeten Hörner nebst Hornplatten sowie ihr dichtes und langes Fell, das sie gut gegen die eisigen Temperaturen schützt.
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Natürlich haben wir die Tiere wieder nur aus einiger Entfernung zu Gesicht bekommen. Also erstmal mit Fernglas erspähen und dann kann man sie – wenn man den Punkt gefunden hat – auch mal mit bloßem Auge erkennen und auch fotografieren.
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Während der Fahrt kamen wir am nördlichsten Punkt des amerikanischen Festlandes vorbei. Weiter nördlich gibt es dann nur noch zahlreiche, kanadische Inseln.
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Neben den Moschusochsen tauchten auch hin und wieder Robben kurz aus dem Wasser auf. Und wir sahen auch wieder die eine oder andere Schule von Narwalen bzw. den Blas der scheuen Tiere.
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Am Ende des Abends wurden wir mit schönen Lichtverhältnissen belohnt. Auch die Wasseroberfläche hatte interessante Effekte parat, komplett glatt sah es teilweise wie gefroren aus.
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Wir blieben bis zum Ende der Durchfahrt an Deck. Auch wenn es gegen Ende dann doch windiger und kälter wurde, lohnte es sich aufgrund der tollen Landschaft und der Stimmung!!! Und man ist ja auch warm angezogen.
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Nach der Durchfahrt der Bellot Strait ging es dann ins Bett. In der Nacht wurden die Uhren ein weiteres Mal um eine Stunde zurückgestellt, somit konnten wir wieder länger schlafen. Auch der morgige Tag versprach erlebnisreich zu werden ...
30.08.22: Fort Ross (Somerset Island) – Ein Rundgang (Teil 2)
Wir befinden uns hier in der hocharktischen Tundra. D.h. Bäume, wie die arktischen Weiden, sind nur wenige Zentimeter hoch. Die Äste kriechen auf dem Boden, es wächst nichts in die Höhe.
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Da wir uns bereits im arktischen Herbst befinden, sind nicht mehr viele Blüten zu finden. Die Pflanzen hier kommen auch nur vereinzelt und nicht etwa in großen Flächen vor. Hauptsächlich Steine in allen Formen und Größen sind hier zu finden. Dazu v.a. Flechten. Und dazwischen die eine oder andere Pflanze.
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Während unseres Rundganges waren wir auch sehr bemüht, nicht auf die wenigen Pflanzen zu treten. Schließlich werden diese von Tieren, die hier leben, als Nahrung benötigt. Und diese Nahrung wollen wir ja nicht zerstören!
Übrigens: Die Gummistiefel sind recht flexibel, man kann also sogar ganz gut darin umherwandern. Außerdem kann man einfach durch Bereiche mit Wasser gehen.
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Die Experten wiesen an Land auf solche oder andere informative Gegebenheiten hin, u.a. wurde Eisbärenlosung entdeckt oder der eine oder andere Stein oder Knochen sowie interessante Pflanzen untersucht. Alles darf auch angefasst werden, es muss jedoch an Ort und Stelle verbleiben. Nicht mal die Mitnahme von Steinen für den heimischen Garten ist gestattet. Ich glaube, dass sich die Gäste auch dran gehalten haben – wir haben es zumindest. Das gilt übrigens auch für die damals zurückgelassenen Gebrauchsgegenstände der Hudson’s Bay Company, auch diese müssen hier bleiben.
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Alles in allem hatten wir wieder ca. 90 Minuten für unseren Rundgang Zeit. Und auch wenn es landschaftlich nicht so viel zu sehen gibt, ist es doch sehr interessant und völlig anders als das, was man so kennt. Man guckt mal hier und mal da, und schon ist die Zeit rum.
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Ursprünglich waren es vier Gebäude, aus denen der Außenposten der Hudson’s Bay Company bestand. Heute stehen davon noch zwei. Der Außenposten war von 1937 bis 1948 in Betrieb und musste unter abenteuerlichen Umständen evakuiert werden, da mehrere Jahre lang keine Versorgungsschiffe mehr aufgrund des Eises zum Posten durchkamen. Teilweise liegen noch alte Gebrauchsgegenstände von damals in der Landschaft.
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Das andere Gebäude ist geöffnet und so belassen worden, wie es ursprünglich verlassen wurde. D.h. in seinem Inneren kann man noch Reste der Ausstattung sehen. Unter Umständen wird die Hütte auch gerne mal von Eisbären als Unterschlupf benutzt – heute waren aber keine vor Ort, das wurde vor unserer Anlandung von den Eisbärenwächtern überprüft
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Manches, wie Schränke aus Eichenholz sind sogar noch recht gut erhalten – man muss ja beachten, dass die Aufgabe des Postens schon einige Jahrzehnte her ist.
Neben der Besichtigung der Häuser blieb noch Zeit, die Landschaft innerhalb des von den Eisbärenwächtern abgesteckten Areals zu erkunden.
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Nahe der Häuser befindet sich auf einem kleinen Hügel ein Gedenkstein zu Ehren einer Expedition, die das Schicksal der verschollenen Franklin-Expedition zumindest teilweise klären konnte.
Somerset Island ist eine große Insel im kanadischen Nunavut-Territorium. Mit ihrer Fläche von etwas unter 25.000 km2 liegt sie in Kanada auf Platz 12, weltweit auf Platz 46 der größten Inseln. Sie befindet sich westlich von Baffin Island und südwestlich von Devon Island. Im Süden ist die vom kanadischen Festland durch die nur 2km breite Bellot Strait getrennt. 1848 überwinterte James Clark Ross auf der Suche nach der verschollenen Franklin-Expedition auf der Insel. Von 1937 bis 1948 gab es auf der Insel einen Außenposten der Hudson’s Bay Company – Fort Ross genannt. Heute ist die Insel unbewohnt. Der verlassene Außenposten Fort Ross war das Tagesziel der heutigen Etappe, welches gegen Mittag um 13:00 Uhr erreicht werden sollte.
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Bis es so weit war gab es nach dem Frühstück noch 2 sehr interessante Vorträge. Der erste hieß passend zur gestrigen Sichtung „Eisbären“. Hier drehte sich alles, wie das Thema schon sagt, um den Ursus maritimus, eines der größten Landraubtiere der Erde. Der Vortrag befasste sich mit dem Leben der Bären im Jahreszyklus und welche Eigenschaften und Lebensweisen ihr Überleben sichern. Außerdem ging es um die Verbreitung der Tiere in der Arktis, um die Bedrohung ihrer Art aufgrund des Klimawandels und ihre Zukunftsaussichten. Mal sehen, ob wir in den nächsten Tagen noch weitere dieser Tiere in der Natur sehen werden …
Der zweite Vortrag befasste sich mit „Roald Amundsen und die Nordwest-Passage“. Der norwegische Seemann und Polarforscher Amundsen gilt als einer der erfolgreichsten Entdeckungsreisenden in der Arktis und Antarktis. Er durchfuhr als erster die Nordwest-Passage (1903-1906), als zweiter die Nordostpassage. 1912 erreichte er vor seinem Rivalen Robert Scott den Südpol. Außerdem zählt er zu den ersten Menschen am geografischen Nordpol (1926 per Luftschiff erreicht). 1928 kam er bei einem Rettungsflug für den italienischen Polarforscher Nobile in der Arktis ums Leben. Im Vortrag ging es um das Leben des Forschers und seine Entdeckungen – besonderes Augenmerk natürlich auf die erste erfolgreiche Durchfahrt der Nordwestpassage. Interessanterweise erst viele Jahre nach dem ersten Versuch durch Franklin (der 1848 aufgebrochen war). Damals zu Franklins Zeiten ging man mehr oder weniger nur noch von einer Formsache aus, das letzte Stück zu durchfahren. Man hatte vorher bereits Teile der Passage erfolgreich befahren. Aber sowohl Franklin (seine Expedition ist verschollen) als auch viele Versuche später scheiterten – erst über 50 Jahre später schaffte es tatsächlich ein Schiff erstmals durch die komplette Nordwestpassage – nämlich Amundsen 1906.
Pünktlich nach dem Mittagessen erreichten wir Fort Ross, das sich auf einer kleinen vorgelagerten Insel vor Somerset Island befindet.
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Leider war der Liegeplatz noch belegt. Das Hurtigruten Expeditionsschiff „Fram“ lag vor Fort Ross. Eigentlich sollte dieses den Liegeplatz um 13:00 verlassen, der Landgang war aber noch in vollem Gange. Sie waren auch der Meinung, dass es noch nicht 13:00 sei (so wurde es uns per Durchsagen zumindest erklärt). Die Schiffsuhren der Fram gingen wohl anders, sie hatten die Zeitumstellungen die Tage davor scheinbar nicht korrekt durchgeführt
Aber ok, das wurde von Kapitän zu Kapitän geklärt und wir trieben halt noch ein wenig vor der Insel herum. Zeit also, um noch ein paar Runden an Deck zu walken und die Landschaft zu bewundern …
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Dann fuhr die Fram endlich los und wir konnten mit etwas Verspätung in die Bucht einlaufen. Unser Landgang wurde nach hinten verlängert, also ging keine Zeit verloren. Schon von weitem kann man die zwei verlassenen Häuser des Außenpostens sehen.
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Es dürfen halt nicht zwei Schiffe gleichzeitig an Land – logisch, es dürfen ja nicht mal alle Passagiere unseres Schiffes gleichzeitig an Land. Ich hatte von den zwei Zodiac-Hauptgruppen bereits berichtet. Der Landgang wurde vorbereitet und wir konnten heute als letzte Gruppe in der ersten Hauptgruppe per Zodiac an Land. Es handelte sich dabei um eine nasse Anlandung. An Land gibt es keinen Steg, man muss im Wasser an Land über die Wulst des Zodiacs aus- und später wieder einsteigen. Also waren Gummistiefel heute erstmals mehr oder weniger Pflicht – es sei denn man kann mit nassen Füßen leben. Es sollte auch keine trockene Anlandung mehr auf dieser Reise kommen.
Die Außentemperatur betrug ca. 3-4 Grad – also warm entziehen und auf den Landgang vorbereiten …
29.08.22: Croker Bay (Devon Island) – Abfahrt und ein ernster Abend
Nach unserer wunderbaren Zodiac-Cruise und einer frischen Waffel mit heißen Früchten auf dem Pooldeck blieben wir auch gleich oben, um der Abfahrt vom Gletscher in der Croker Bay beizuwohnen.
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Danach auf die Kabine zum Umziehen (wir hatten ja noch unsere Expeditionskleidung an). Wie an fast jedem Abend stand das Recap und Precap an. Im Recap ging es neben dem Gletscher, den wir heute gesehen hatten, auch um den Ursprung der Suche nach der Nordwestpassage. Die Engländer und Holländer wollten nämlich einen eigenen Handelsweg nach China finden, da die üblichen Routen von den Spaniern und Portugiesen nach deren Aufteilung der Weltkugel bereits belegt waren. In der Vorschau ging es um unseren morgigen Halt bei Fort Ross. Danach Abendessen – heute wieder im Lido.
Nach dem Abendessen gab es im Hanseatrium eine Abend-Veranstaltung. Dieses Mal jedoch kein Vortrag, sondern eine Art Talkrunde „From my heart by Navalik“. Navalik ist eine Inuit, die von Hapag-Lloyd als Begleiterin dieser Tour eingeladen worden war. Sie stand an Bord für Gespräche (auf Englisch) bereit, eine sehr nette Frau. Und meist recht farbenfroh gekleidet.
Die Gesprächsrunde wurde vom General Expeditionsmanager moderiert. Es ging neben dem eigentlichen Leben als Inuit auch eher um ernste Themen. Themen, die wir bislang noch nicht so auf dem Schirm hatten, weil wir uns vorher nicht so intensiv mit den Inuit befasst hatten.
Einiges davon ging auch in Deutschland durch die Presse. So hatte vor ein paar Monaten der Papst bei den Inuit in Kanada um Entschuldigung gebeten. Der Grund: zwischen Ende des 19. Jahrhunderts und den 1990er Jahren wurden zahlreiche Kinder durch die kanadische Regierung ihren indigenen Familien entrissen und in Internate gesteckt, die von der katholischen Kirche betrieben worden waren. Die Kinder wurden von ihren Familien zwanghaft entfernt, von ihrer Kultur und ihrer Sprache abgeschnitten. Viele Kinder wurden in den Internaten misshandelt und Opfer von Gewalt. Einige starben auch. Erst 1996 wurde endlich mit dieser Verschleppung aufgehört. SCHLIMM!!!
Navalik konnte davon – leider – aus erster Hand berichten. Als 3-jährige wurde sie ihrer Familie entrissen und in ein solches Internat umgesiedelt. Nach einigen Jahren erkannte sie dann ihre Eltern nicht mehr, sie hatte zu ihnen keinen Bezug mehr. Grund dafür ist in der Umerziehung in diesen Internaten zu sehen. Während des Gesprächs und der Reise in ihre Vergangenheit, brach sie oft in Tränen aus. Kann man ob dieser schlimmen Erfahrung voll und ganz verstehen!
Inzwischen hat sie die schlimme Vergangenheit aber halbwegs überwunden und sie ist als Journalistin in ihrer Heimatstadt Cambridge Bay tätig. Außerdem engagiert sie sich in der lokalen Politik. Sie persönlich ist der Auffassung, dass die Entschuldigung des Papstes auch ernst gemeint und nicht nur so daher gesagt war.
Ich glaube, den meisten Gästen im Publikum ging dieses Schicksal, welches viele Inuit erleiden mussten, doch recht nahe. Ein etwas „harter“ Abschluss eines doch recht schönen Tages. Aber auch solche Informationen gehören meiner Meinung nach dazu.
Aber das war noch nicht ganz das Ende. An diesem Abend wurden wir noch von einem feurigen Himmel überrascht!
29.08.22: Croker Bay (Devon Island) – Zodiac-Ausfahrt entlang der Gletscherkante
In der zweiten Hauptgruppe saßen wir gleich im Führungs-Zodiac. Im Boot die Expeditionsleiterin am Steuer und ein Eisbärenwächter. Letzter dient der Sicherheit, weil in diesem Gebiet natürlich mit Eisbären zu rechnen ist – stimmt, wir hatten am Vormittag ja welche gesehen. Es ist aber eher unwahrscheinlich, dass ein Eisbär das Zodiac entert. Sollte es aber zu einer Havarie kommen, ist ein Eisbärenwächter gar nicht so schlecht. Deshalb fuhren im ersten und letzten sowie in den Booten dazwischen in bestimmten Abständen Eisbärenwächter mit.
Unsere Zodiac-Tour führte entlang der kompletten Gletscherkante. Diese ist laut unseren Experten ca. 3,3km breit – wir müssen das mal glauben, nachgemessen haben wir nicht
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Die Oberfläche des Gletschers ist stark zerklüftet und besteht aus Eistürmen, die sich aus der Kombination von Längs- und Querspalten bilden. Im oberen Bereich sind die Türme zu rundlichen Formen abgeschmolzen.
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Um Problemen einer größeren Kalbung entgegenzuwirken, fahren die Zodiacs nicht allzu nah an die Gletscherkante heran. Ein Sicherheitsabstand von ca. 250-300m muss eingehalten werden. Unsere Expeditionsleiterin ist eher auf der vorsichtigen Seite – ein paar Meter mehr können ja nicht schaden. Trotzdem waren wir auch mal kurz unter 200m, der Eisbärenwächter konnte die Entfernung mit seinem Fernglas messen. Aber dieser Fauxpas wurde schnell korrigiert
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Auf dem Wasser trieben kleinere Eisberge (Stücke, die vom Gletscher abgebrochen sind) sowie Eisschollen (gefrorenes Meereis). Außerdem sahen wir die eine oder andere interessante Eisformation direkt am Gletscher. Viel Eis auf einmal also …
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Am Ende der Gletscherzunge trieben zahlreiche Eisberge, der eine oder andere davon war auch recht groß. Ein besonderes Exemplar und gleichzeitig der größte war dieser hier.
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Anhand der ursprünglichen, jetzt vertikal zu sehenden Gletscher-Wasserkante kann man erkennen, dass sich der Eisberg nach dem Kalben gedreht haben muss.
An Eisbergen und Eisschollen vorbei ging es zurück Richtung Schiff.
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Unterwegs machten wir jedoch nochmal kurz Halt. Zwischen Eisbergen und -schollen trieb ein Bar-Zodiac. Dieses steuerten wir an und es gab zum Aufwärmen einen Fruchtpunsch mit Extra Rum oder Amaretto. Ein toller Service in dieser Wildnis, quasi die nördlichste Bar der Welt
Nach diesem warmen Getränk ging es dann aber wirklich zurück zum Schiff …
29.08.22: Croker Bay (Devon Island) – Eine tierische Anfahrt (Teil 2)
Kurze Zeit später wurden aber schon die nächsten Tiere gesichtet! Eine Gruppe Narwale schwamm in der Nähe des Schiffes (nah ist hier natürlich auch relativ).
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Diese Zahnwale sind ca. 4-5m groß. Bei den Männchen ist meistens einer der Eckzähne als langer Stoßzahn ausgeprägt. Diese sind schraubenförmig gedreht. Narwale besitzen keine Rückenfinne. Den Weibchen fehlt in der Regel der Stoßzahn, es gibt aber auch vereinzelt weibliche Tiere mit Stoßzahn. Oder gar Exemplare mit 2 Stoßzähnen, das stellt aber die Ausnahme dar. Wofür der Stoßzahn genutzt wird, ist nicht klar, die Narwale wurden bisher noch nicht umfassend genug erforscht. Die Narwale sind sehr geräuschempfindlich, man kann sie im Allgemeinen also nur aus größerer Entfernung betrachten.
Schließlich erreichten wir unsere Zielposition vor dem Gletscher, wo eine Zodiac-Ausfahrt geplant war.
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Heute waren wir in der späteren, zweiten Hauptgruppe (dort aber direkt am Anfang), die für ca. 15:00 Uhr vorgesehen war. Wir hatten also noch etwas Zeit und gingen deshalb erstmal zum Mittagessen ins Lido.
Danach schnell wieder rauf aufs Sonnendeck. Inzwischen hatte es sich ein wenig aufgeklart, teilweise kam sogar die Sonne ein bisschen heraus. Zum einen konnten wir die erste Hauptgruppe bei ihrer Ausfahrt bzw. die Vorbereitungen darauf beobachten.
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Und zum dritten wollten wir eventuell weitere Tiere sichten. Und tatsächlich hatte ein Gast einen weiteren Eisbären gesichtet bzw. meinte es getan zu haben. Leider in noch größerer Entfernung als beim ersten Exemplar. Da alle Experten und Eisbärenwächter und ein Teil der Crew mit der ersten Gruppe unterwegs waren, mussten wir die Sache selbst in die Hand nehmen. Also ausgiebig ins Fernglas schauen und auch das 500er Tele mit maximaler Vergrößerung zu Hilfe nehmen. Und tatsächlich, es war ein Eisbär. Und es war auch mehr als einer, nämlich eine Eisbärenmutter mit ihren 2 Kindern.
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Leider halt sehr, sehr weit weg und mehr zu erahnen, aber immerhin!
Den Rest der Zeit verbrachten wir mit der Suche nach weiteren Tieren – außer Seevögeln vergeblich – und mit der Beobachtung der ersten Gruppe am Gletscher.
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Hier zeigt sich die Weite der Arktis. Aufgrund fehlender Bezugspunkte kann man Entfernungen und Höhen sehr schwer abschätzen.
Wir fragten uns z.B., wie hoch die Gletscherzunge über dem Meer ist und in welcher Entfernung die Zodiacs zum Gletscher fahren. Die Zodiacs wirken ja eher wie kleine Ameisen vor der Kante.
29.08.22: Croker Bay (Devon Island) – Eine tierische Anfahrt (Teil 1)
Devon Island liegt nördlich von Baffin Island und ist durch den Lancaster Sound von dieser Insel getrennt. Der Lancaster Sound, der am frühen Morgen durchfahren wurde, ist gleichzeitig der Eingang zur legendären Nordwestpassage. Devon Island ist mit über 55.000 km2 die größte unbewohnte Insel der Erde. Der östliche Teil der Insel, ca. ein Drittel der Gesamtfläche, ist mit einer bis zu 600m dicken Eiskappe bedeckt. Bekannt ist die Insel u.a. durch das Mars-Habitat. Hiermit sollen bemannte Mars-Missionen vorbereitet werden. Die Bedingungen auf dem Mars und in der kanadischen Wildnis auf dieser Insel müssen sich also recht nahe sein.
Unser Ziel war jedoch nicht der Mars, sondern die Croker Bay. Diese Bucht befindet sich an der Südküste von Devon Island und ist ein Seitenarm des Lancaster Sounds. Benannt wurde die Bucht zu Ehren von John Wilson Croker, einem englischen Parlamentsredner, Dichter und Journalisten. Am Ende der Bucht befindet sich eine große Gletscherzunge, diese stellte unser heutiges Tagesziel dar.
Der Tag begann – wie immer eigentlich – recht früh. Nach dem ausgiebigen Frühstück stand auch schon um 10:00 Uhr der erste Vortrag des Tages an. Thema „Iglu, Kajak, Hundeschlitten: Überlebenstechniken der Inuit im Ewigen Eis“. Es war der zweite Teil der Inuit-Reihe von unserem Ethnologen an Bord. Eine gute Möglichkeit, das Gesehene bei den bisherigen Stationen der Reise zu vertiefen und noch ein paar weitere, interessante Informationen zu sammeln.
Kurz danach stand eigentlich ein weiterer Vortrag an („Wie entsteht unser Wetter?“). Entgegen unserer sonstigen Gewohnheit, die Vorträge live im Hanseatrium anzuschauen, wollten wir diesen später im TV nachholen. Stattdessen wollten wir lieber oben auf dem Sonnendeck die Fahrt durch die Croker Bay bis zum Gletscher verfolgen. Also warm anziehen und Kamera und Fernglas bereithalten. Am Morgen war es noch etwas trüb und stark bewölkt …
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Allerdings in weiter Entfernung – die Experten meinten, dass es min. 2km gewesen sind. Da gibt es logischerweise keine detaillierten Foto-Aufnahmen. Man muss sich schon sehr anstrengen, um ihn mit bloßem Auge sehen zu können. Das Problem ist anfangs auch, ihn überhaupt erstmal zu entdecken in der großen, weiten Landschaft. Wenn man die Position aber einmal hat, lässt er sich auch gut verfolgen.
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Übrigens: Der Vortrag im Hanseatrium wurde bei der Ansage „Eisbär voraus!!!“ abgebrochen. Tiersichtungen gehen (teilweise) eben vor! Der Vortrag sollte im Laufe der Reise aber wiederholt werden. Wir haben also nichts verpasst. Der Eisbär bewegte sich zielstrebig immer in eine Richtung, ließ sich auch von Anstiegen und Geröll nicht aufhalten und war dann irgendwann verschwunden ...
28.08.22: Abfahrt aus Pond Inlet & Nachmittags-/Abendprogramm
Zurück auf dem Schiff ging es auf die Kabine zum Umziehen und Wegbringen der Zodiacweste. Unterwegs wurden wir aber nochmal aufgehalten vom Barkeeper. Der musste mir natürlich auch zum Geburtstag gratulieren.
Hier sieht man dann schon einen Unterschied in der Gästebetreuung zu einem großen Schiff. Das ist eben auch möglich, weil es nur eine vergleichsweise geringe Anzahl an Gästen gibt. Aber die Crew muss für so etwas natürlich auch den Blick haben. Nicht jeder weiß, wie wer aussieht. Es sind ja trotzdem ca. 200 Gäste an Bord. Und bisher waren wir ja nicht abends stundenlang an der Bar versackt, so dass wir hier schon bekannt wären
Heute gab es zum Mittagsessen auf dem Pooldeck einen Pølser-Lunch. Mit leckeren Hotdogs (so richtig klassisch mit allem drum and dran), Gulaschsuppe, Fish & Chips und Kaiserschmarrn als Nachtisch. Dazu alkoholische und nicht-alkoholische Getränke frei Haus. Der eine oder andere Hotdog sowie das eine oder andere Glas Wein war unser!!! Lecker!!! So etwas könnte es ruhig öfter geben, zumal wir heute wie bereits beschrieben Bombenwetter hatten. Wir verließen Pond Inlet.
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Danach holten wir den Geburtstagschampagner aus der Kabine und machten es uns auf dem Sonnendeck gemütlich. Bei herrlichem Sonnenschein genossen wir diesen speziellen Nachmittag.
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(Teilweise lag Nebel auf dem Meer)
Allerdings wurden wir auch hier noch mal kurz unterbrochen. Der Restaurant-Chef kam vorbei, gratulierte mir (natürlich auch) zum Geburtstag. Und „Frau K., Herr Tw. Ich freue mich Sie heute Abend zum Dinner im Hamptons begrüßen zu dürfen!“ Tja, wie der uns wohl erkannt hat, wir waren ja mit Sonnenbrille und Mütze mehr oder weniger inkognito unterwegs? Aber die Leute haben hier ein geschultes Auge für solche Sachen …
Am späten Nachmittag gab es einen Experten-Vortrag zum Thema „Arktische Seevögel“. Den einen oder anderen Seevogel hatten wir ja bereits gesehen (verschiedene Möwenarten und Eissturmvögel). Mal sehen, was uns sonst noch so erwartet. Und gleich danach das Recap zum Thema Pond Inlet und das Precap zu unserem nächsten Halt, Croker Bay.
Vor dem Abendessen mussten wir nochmal kurz hoch auf das Sonndendeck. Ein sehr großer, schöner Eisberg war per Durchsage angekündigt worden und den wollten wir noch in Augenschein nehmen.
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Die Zeit reichte aber nicht aus, um den Eisberg noch weiter zu verfolgen, wir mussten ja ins Hamptons, das Spezialitätenrestaurant auf der HANSEATIC nature. Das Thema hier ist amerikanische Ostküsten-Küche. Anlässlich meines Geburtstages war auch extra eingedeckt und es gab erstmal ein Glas Champagner aufs Haus!
Die restlichen Getränke mussten wir dann aber bezahlen
Im Hamptons gibt es eine Karte, die jede Woche wechselt. Warme und kalte Vorspeisen entspringen größtenteils der Ostküsten-Küche (Lobster-Sandwich, Clam Chowder, Crab Cake, …). Als Hauptgänge gibt es diverse Steak-Sorten mit vielen Beilagen (die gibt es wochenübergreifend, also quasi immer) sowie auch entsprechende Ostküsten-Gerichte (z.B. Hummer), die pro Woche wechseln. Das alles ist im Reisepreis enthalten, nur die Getränke bezahlt man extra – wie überall an Bord.
Wir entschieden uns für ein 5-Gang-Menü mit jeweils 2 Vorspeisen, einem Tequila-Limetten-Sorbet dazwischen, Steak mit diversen Beilagen und Nachtisch.
Während des Essens trieb an unserem Fenster der bereits gesehene Eisberg vorbei, hier aus einer anderen Perspektive. Der musste (natürlich) erneut fotografiert werden, auch wenn es nur durch die Scheibe war.
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Das Essen war super lecker! Insbesondere das Steak auch auf den Punkt gegart – für uns also medium-rare. Das hatten wir in der Vergangenheit in Steakhäusern schon mal anders erlebt. Aber hier haben sie es toll hinbekommen. Wir waren rund herum zufrieden. In der nächsten Woche (mit veränderter Karte) würden wir hier nochmal essen.
Nach dem Essen ging es aufs Pool- bzw. Sonnendeck, den Abend und einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen. Vorbei an Bylot Island, die sich nördlich von Baffin Island befindet und begleitet von Eisbergen. Ein malerischer Anblick!
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Ein sehr schöner Abschluss für einen sehr schönen Tag! Auf einen Cocktail verzichteten wir, über den Tag hatten wir ja schon diverse Champagner und Weine konsumiert …