Beiträge von CosmoST

    britta1012 ,

    Nein, dem Club sind wir nicht beigetreten (den gibt es ja auch nicht umsonst). Wir werden uns auch nicht jedes Jahr eine Reise mit HL leisten können 8o

    Daher lohnt das auch nicht unbedingt für uns bzw. wir sind an manchen Prämien nicht so interessiert (klar, manche Reisen bekommt man als Schnäppchen, aber dafür muss man vorher auch schon ein paar mal verreist sein).

    Und ja, inzwischen ist die Reise ausgebucht. Wir haben dieses Mal eine Garantie-Außenkabine genommen, zu dem Zeitpunkt gab es die noch.

    Ein paar Tage/Wochen später war alles ausgebucht - die Reise letztes Jahr in der Nordwestpassage war ja auch ausgebucht. Mal schauen, was es wird, wenn's schlecht läuft, halt die Kategorie 1-Kabine (also die mit dem großen viereckigen Bullauge), wäre jetzt bei der Tour auch nicht so schlimm, wir kennen ja die kurzen Wege auf dem Schiff.

    VG Sven

    Moin zusammen,

    was nach der Reise und dem RB schon zu befürchten war, ist eingetreten!!!


    Inzwischen haben wir eine weitere Expeditions-Reise gebucht.

    Und nein, es ist NICHT die Antarktis. Die kommt - wie im RB schon angekündigt - erst in ein paar Jahren (hoffentlich).

    Nein, wir fahren in diesem Frühjahr/Frühsommer mit der HANSEATIC spirit ein wenig in Europa herum.

    Von Hamburg geht es ins "Wilde Schottland und Island".

    Eisbären wird es dieses Mal natürlich keine geben (und auch keine Pinguine), außer es gibt irgendwo unterwegs einen Zoo.

    Aber viel schöne Natur und das eine oder andere Tier wird doch auch hier zu sichten sein. Wird sind auf jeden Fall schon gespannt.

    Ist ja auch nicht mehr so lange hin ;)

    VG Sven

    britta1012 :

    Diese waren bei uns die ganze Reise kaputt, Heißt, die konnten wir nicht benutzen.

    Wurde am Anfang mitgeteilt, und da denkt man erst mal "schade". Im weiteren Verlauf der Reise ist es übrigens nicht mehr aufgefallen. So wenig, dass ich im Bericht gar nicht darüber geschrieben habe :|

    Wahrscheinlich werden die bei einem der Werftaufenthalte, die nach x Jahren kommen, repariert.

    VG Sven

    britta1012

    Warum die Arktis aussparen? Geht doch beides :D - wie bei uns …

    Zu Deinen Fragen:

    (‚warme) Einlegesohlen für die Gummistiefel sind zu empfehlen. Ich hatte die vergessen, hier aufzulisten, wir hatten auch welche.

    Man kann die auch die ganze Reise in den Stiefeln lassen - sofern sie trocken sind - man hat ja immer „seine“ Stiefel.

    Und ich glaube, ich habe am Frühstücksbuffet neben den Säften auch Wasser gesehen. Ich kann es aber nicht 100% sagen. Wir trinken nur Saft und Kaffee/-Tee zum Frühstück. Auf jeden Fall könnte man aber welches bestellen - ob das dann was kostet, weiß ich aber nicht.

    Und ja, das mit den lockeren Kleidungsvorschriften ist toll!

    VG Sven

    Aspekte zum Schiff und Bordleben – Teil 4:

    Zusatzausrüstung:

    Unbedingt mitnehmen sollte man entsprechende Fotoausrüstung. Damit man dann die unvergessene Natur ablichten kann. Die meisten Gäste hatten auch entsprechendes Equipment dabei. Unsere Ausrüstung hatte ich in einem der ersten Beiträge zu diesem Reisebericht aufgezählt. Und natürliches alles, was noch so dazu gehört.


    Was wird noch so von HL gestellt?

    Ein recht gutes Fernglas sowie Nordic Walking Stöcke (2 Paar) liegen auf der Kabine bereit. Außerdem ein Rucksack (halbwegs wasserfest), den man nach der Reise auch mit nach Hause nehmen kann. Flip-Flops und Badeschlappen liegen auch bereit sowie ein Bademantel (den muss man aber wieder abgeben).


    Ablauf Zodiac-Anlandungen:

    Mit dem Check-In auf dem Schiff wurde jeder Kabine eine von 10 Farbgruppen zugeteilt. Diese sind dann – zumindest in der Arktis – 2 Hauptgruppen zugeordnet, da in der Wildnis nicht die kompletten Gäste an Land gehen dürfen, sondern immer nur ca. 100 auf einmal.

    Die Hauptgruppen A und B wechseln pro Tag in ihrer Reihenfolge. Innerhalb der Hauptgruppen wechseln die Farbgruppen dann auch pro Tag rollierend (heute noch erster, morgen letzter). Im Tagesprogramm stehen die ungefähren Zeiten für den Landgang für die Hauptgruppen sowie die Reihenfolge der Farbgruppen innerhalb der Hauptgruppe (diese aber ohne Zeiten).

    Bei Anlandungen oder Zodiac-Ausfahrten haben wir dann folgenden Ablauf:

    • Warten, bis die eigene Farbgruppe aufgerufen wird. Vorher die entsprechende Kleidung anziehen und die Zodiac-Weste, die sich in der Kabine befindet, anlegen.
    • Wenn das der Fall ist, im Gummistiefel-Raum auf Deck 3 die Gummistiefel anziehen (natürlich nur bei nassen Anlandungen nötig, sonst reichen auch normale Schuhe). Jede Kabine hat im Raum ein Fach, wo die Stiefel gelagert sind.
    • Am Ausgangsgate anstellen und per Bordkarte abmelden.
    • Zodiac besteigen, das erfolgt über einen Tritt und mit beidarmigem Sicherheitsgriff durch 2 Crew-Mitglieder, die Hilfestellung geben. Dann den zugewiesenen Platz auf der Wulst einnehmen. In ein Zodiac passen im Allgemeinen 8 Gäste. Es gibt aber auch einige wenige größere Zodiacs (12 Gäste), diese werden aber nur bei Zodiac-Cruises (also ohne Landgang, wie z.B. beim Cruisen in der Disko-Bucht) eingesetzt.
    • Man sitzt auf der Wulst und sollte während der Fahrt auch nicht aufstehen – es sei denn, der Zodiac-Fahrer erlaubt das, um z.B. Fotos zu machen.
    • Bei einer nassen Anlandung rutscht man bis auf den ersten Platz auf der Wulst durch und hebt die Beine über die Wulst aus dem Boot. Bei einer Anlandung am Steg geht das analog zum Einsteigen am Schiff über einen Tritt.
    • Landgang genießen …
    • Dann wieder Zodiac besteigen und den zugewiesenen Platz auf der Wulst einnehmen. Bei der nassen Anlandung setzt man sich rückwärts auf die Wulst und hievt die Beine über die Wulst ins Boot.
    • Am Schiff aussteigen, per Bordkarte wieder anmelden.
    • In der Gummistiefel-Waschanlage die Gummistiefel säubern.
    • Im Gummistiefel-Raum die Stiefel ausziehen und ins Kabinen-Fach stellen und wieder normale Schuhe anziehen.
    • Fertig!

    Bei Anlandung in Orten wird die Zodiac-Weste in einer Sammeltonne abgelegt, bei Abfahrt holt man sich aus der Tonne dann wieder eine heraus. Bei Anlandungen in der Wildnis – wie z.B. bei uns in der Arktis – behält man die Weste während des Landgangs an. Dadurch gehen evtl. Evakuierungen (z.B. wegen Eisbären) schneller.

    Beim Ein- und Aussteigen in und aus dem Zodiac wird durch die Crew Hilfe geleistet. Evtl. wird auch an die Beine beim nassen Ein- und Aussteigen Hand angelegt. Man sollte aber schon halbwegs mobil sein. Wenn Seegang herrscht (wie bei einem Tag bei uns) muss man auch irgendwie sein Gleichgewicht halten können – so ein Zodiac schwankt ganz schön und macht das Ein- und Aussteigen dann schwierig.

    Tipp 1: Da man beide Hände beim Ein- und Aussteigen frei haben muss, sollte man die Foto-Ausrüstung nicht einfach in der Hand tragen. Also entweder in einen Rucksack oder in eine Kameratasche packen oder einen Kameragurt oder -geschirr benutzen. Letzteres habe ich z.B. benutzt. Da kann man gut ein- und aussteigen und hat die Kamera auch griffbereit …

    Tipp 2: Im Leihparka gibt es im Arm eine kleine Tasche, wo die Bordkarte wunderbar hineinpasst, man kann diese bei Landgängen dort hineintun (oder auch wenn man sich mit Parka an Deck aufhält). Und das Auslesen der Karte funktioniert auch durch den Parka hindurch – man muss die Karte also nicht immer rausholen. Das gilt aber auch nicht in der Südsee - da hat man ja eher keinen Parka bei der Hand …


    Tipp Arktis/Antarktis:

    Vielleicht noch ein Hinweis zum Reisegebiet: Wer vorhat, sowohl die Arktis als auch die Antarktis zu bereisen, sollte vielleicht zuerst die Arktis-Reise unternehmen. Ansonsten könnte sie/er evtl. enttäuscht sein. Folgende Gründe sprechen dafür:

    • Die Tiervielfalt in der Antarktis ist wesentlich höher. Klar, es gibt viel mehr Pinguine als Eisbären.
    • Die Landschaft in der Arktis ist karg. Das konnte man an unseren Fotos sehen.
    • Die Tiere sind weiter weg. Ein Pinguin auf 1,5m Entfernung ist niedlich und man kann ihn sich gut anschauen, einen Eisbären will man ehrlich gesagt nicht auf 1,5m herankommen lassen.
    • Die Tiere sind scheuer (sprich: sie bleiben nicht lange stehen). Das liegt natürlich daran, dass es in der Arktis viele Feinde gibt (Eisbär, menschliche Jäger, Orca), die dafür sorgen, dass eine Robbe lieber auf der Hut ist und halt flieht. In der Antarktis gibt es diese Vielzahl der Feinde nicht, die Tiere lassen sich einfacher beobachten.

    Zumindest wurde das so von Crew und Experten geraten. Und auch von einzelnen Gästen. Wobei, wenn man mal genau nachdenkt, sollte das alles logisch sein. Und man sollte dann eigentlich doch nicht so enttäuscht sein …


    VG Sven

    Aspekte zum Schiff und Bordleben – Teil 3:

    Kleidungsordnung – Am Abend:

    Hier hat man vielleicht vorher ein wenig Bammel. Es gibt die Empfehlungen auf der Hapag-Lloyd-Seite und aus den Unterlagen. Es gibt die Erfahrungen, die man aus dem Internet bei Luxus-Anbietern erlangt hat. Aber hier kann ich Entwarnung geben!

    Ich hatte z.B. ein Jacket dabei. Dieses hätte ich aber gar nicht gebraucht – habe es im Spezialitätenrestaurant aber getragen. Ansonsten reichen auch eine normale Hose und ein Poloshirt aus. Selbst Jeans kann man im Buffetrestaurant tragen. Teilweise trugen die Leute auch ihren warmen Parka (aßen dann aber draußen).

    Es wird also hier viel Wert auf Expedition gelegt – man kann, muss sich aber nicht aufbretzeln. Hauptsache man trägt halt ordentliche Kleidung, es muss aber kein Anzug oder das Abendkleid sein. Zumindest ist das unsere Erfahrung …


    Kleidung – Tagsüber:

    Die Expeditionskleidung (Parka & Gummistiefel) bekommt man gestellt, man braucht diesbezüglich nichts von zu Hause mitzunehmen. Die Kleidung ist absolut in Ordnung, hält die Nässe ab, man kann in den Gummistiefeln auch gut laufen. Gewicht ist bei Flügen ja durchaus begrenzt.

    Ansonsten sollte man für dieses Fahrtgebiet eine Regenhose (oder wasserabweisende Hose), warme Pullover, lange Unterhosen/Unterwäsche mitnehmen. Damit ist man gut und ausreichend bedient. Mütze, Schal, Handschuhe – letztere möglichst wasserfest – sowie warme Einlegesohlen für die Stiefel. Das wars.

    Man bekommt vor der Fahrt eine ausreichende Empfehlung, was man mitnehmen sollte.

    Natürlich passt die hier empfohlene Kleidung für die Arktis, in der Südsee sollte man vielleicht besser was anderes einpacken ^^


    Bordleben – Entertainment:

    Die Reise war komplett der Expedition verschrieben. Es gab wissenschaftliche Vorträge und Erlebnisberichte. Wer hier klassische Shows, wie man es von „normalen“ Schiffen kennt, sucht, wird nicht fündig. Halligalli ist hier nicht.

    Es gibt noch einen DJ, der moderat am Abend an der Bar „einheizt“ sowie einen Klavierspieler. Das war’s eigentlich an Entertainment. Aber man hat ja die Natur.

    Man kann übrigens auch tagsüber einfach die Brücke besuchen – diese ist bis auf Ausnahmen (wettertechnisch oder Hafenmanöver) immer für jeden Gast offen. Vielleicht auch ganz interessant für manche Leute.

    Ok, Shufflebord gab es auch an einigen Tagen. Und Sportkurse. Beides haben wir aber nicht genutzt.


    Bordleben – Gäste:

    Klar ist, dass die Altersstruktur der Gäste hier etwas höher als bei Mein Schiff ist. Sieht man von ein paar Studenten, die mit ihren Eltern oder Großeltern reisten, waren wir wohl mit die jüngsten an Bord (und wir sind nun auch keine 20 mehr). Und aufgrund des Preises gibt es mitunter auch schon mal das entsprechende Klientel – das muss einem klar sein. Aber es ist fast alles sehr entspannt.

    Unserer Meinung nach sollte man – unabhängig vom Alter - aber trotzdem noch halbwegs mobil sein, u.a. für die Zodiac-Anlandungen. Klar man kann auch so fahren, verpasst dann aber das eine oder andere.

    Interessant vielleicht noch, dass man sich an Bord größtenteils siezt. Für uns aus der IT-Branche etwas gewöhnungsbedürftig, da auf Arbeit ja selbst der oberste Chef geduzt wird. Übrigens nicht nur seitens der Crew (da ist es ja noch logisch), sondern auch zwischen den Gästen. Selbst einige, mit denen wir öfter zu tun hatten, wollten nicht zum Du wechseln. Ist aber auch nicht schlimm, nur ein eine kleine Fußnote …


    Crew:

    Die Crew ist sehr aufmerksam. Nach ein paar Tagen wird man mit Namen angesprochen, man erinnert sich an die Vorlieben der bestellten Getränke usw. – auch wenn man im Buffetrestaurant an verschiedenen Plätzen sitzt und damit im Einzugsbereich verschiedener Crew-Mitglieder. Es ist halt auf einem kleinen Schiff viel persönlicher als auf den großen Schiffen. Das habe ich z.B. auch an meinem Geburtstag an Bord erfahren …


    VG Sven

    Aspekte zum Schiff und Bordleben – Teil 2:

    Restaurants:

    Es gibt zwei größere Restaurants (Bedienrestaurant Hanseatic / Buffetrestaurant Lido) sowie ein Spezialitäten-Restaurant (Hampton’s auf der HANSEATIC nature). Das Spezialitätenrestaurant sollte man reservieren, da die Plätze begrenzt sind – Speisen sind im Preis aber enthalten (im Gegensatz zu den Spezialitätenrestaurants auf der Mein Schiff zum Beispiel).

    Im Wesentlichen gibt es im Bedienrestaurant und Buffetrestaurant dieselben Gerichte (mit kleinen Abweichungen) – man muss sich also eigentlich nicht wegen der Gerichte entscheiden, in welches Restaurant man geht.

    Wir waren zum Frühstück und Mittag immer im Buffetrestaurant, abends meistens (bis auf die ersten 3 Tage und die beiden Abende im Spezialitätenrestaurant). Im Bedienrestaurant waren uns die Wartezeiten vor/zwischen den Gängen einfach zu lange – keine Ahnung, ob das jetzt an unserer Reise lag oder generell oder auch nur an den ersten Tagen der Fall war. Jedenfalls sind wir ab da in das Buffetrestaurant gewechselt – uns hat es dort einfach besser gefallen.

    Es ist nicht so überlaufen, wie bei den anderen großen Kreuzfahrtschiffen. Es gibt also keine Hektik und kein großes Gewusel und die Wege zum Buffet sind kurz. Die Gerichte sind wie gesagt fast dieselben wie im Hanseatic-Restaurant.

    Im Außenbereich waren wir aufgrund der Kälte nicht – mit dicker Kleidung sitzen und essen ist nicht so unseres. Es gibt aber genügend Außenplätze am Heck und an den Seiten.


    Frühstück (Lido):

    Alle Getränke zum Frühstück (Kaffee, Tee, Kaffeespezialitäten, Säfte, Sekt) sind inklusive. Am Buffet gibt es Wurst, Käse, Fisch (inkl. Krabben), Salate, Müsli, Joghurt, Obst, diverse Brote/Brötchen, Eierspeisen, asiatische Suppen – alles, was man so zum Frühstück braucht. Außerdem werden Eierspeisen (Rührei, Spiegelei, Egg Benedict) sowie Pancakes, French Toast usw. frisch zubereitet (man bestellt es und bekommt es dann geliefert). Täglich gibt es noch zusätzlich eine Tagesspezialität.

    Das Bedienrestaurant haben wir zum Frühstück nicht besucht.

    Zusätzlich hat man die Möglichkeit, in der Observation-Lounge ein spätes oder frühes Frühstück einzunehmen. Natürlich ist hier die Auswahl eingeschränkt (belegte Brötchen, Sandwiches, Müsli, Joghurt usw.), aber zur Not …


    Vormittag (Pooldeck):

    Für diejenigen, die die Zeit zwischen Frühstück und Mittag nicht überstehen bzw. sich aufwärmen möchten, gibt es kurz vor dem Mittag eine heiße Bouillon.


    Mittagessen (Lido):

    Diverse Vorspeisen, diverse Hauptspeisen, frische Pasta (Tagesgericht), Nachspeisen (inkl. Eis), Brot/Brötchen, Wurst, Käse usw. gibt es hier. Zusätzlich werden am Grill im Außenbereich frische Sachen zubereitet. Getränke sind kostenpflichtig, man wählt aus der kompletten Karte.

    Das Bedienrestaurant haben wir zum Mittagessen nicht besucht.


    Mittagessen (Poolbuffet):

    Zweimal gab es während unserer Reise zum Mittagessen ein Poolbuffet. Diese sind themenbezogen (Pølser, Pasta) und bieten diverse Gerichte und Nachspeisen. Hier sind alle Getränke (Wein, Sekt, Bier, alkoholfreie Getränke, Verdauungsschnaps) inklusive – allerdings kann man hier nicht aus der Karte wählen, sondern „muss“ das nehmen, was am Buffet steht oder was die Crew vorbeibringt. Aber das reicht aus! ;)


    Nachmittag (Pooldeck):

    Hier gibt es frische Waffeln mit heißem Obst (meist Kirschen), diverse Eissorten sowie ein tages-spezielles Softeis (jeden Tag eine neue Sorte, z.B. Eierlikör, Baileys, Schokolade-Pfirsich, After Eight usw.). Lecker :)


    Abendessen (Hanseatic):

    Es gibt jeden Abend ein Tages-Menu bestehend aus Vorspeise (3 zur Auswahl), Suppe (2), Zwischengang, Sorbet (mit Champagner oder Wodka aufgegossen), Hauptspeisen (3), Nachspeisen (2 süße, spez. Käse und Käseauswahl). Dazu gibt es die Klassiker (Vorspeisen, Suppen, Hauptspeisen, Nachspeisen), die man jeden Tag dazu oder anstelle nehmen kann, diese sind immer dieselben.

    Die Getränke sind kostenpflichtig, man wählt aus der kompletten Karte.

    Hier haben wir nur an den ersten 3 Abenden gegessen – die Wartezeiten waren uns, wie schon beschrieben, einfach zu lang.


    Abendessen (Lido):

    Auch hier gibt es die Gerichte des Tages: Vorspeisen (die 3 aus dem Tagesmenu im Hanseatic plus Salate, Fisch, Krabben, Wurst, Brot usw.), Suppen (die 2 aus dem Tagesmenu), frische zubereitete Pasta, Hauptspeisen (die 3 aus dem Tagesmenu plus 1 zusätzliches Gericht), Nachspeisen (die beiden süßen aus dem Tagesmenu plus 1 zusätzliche süße Nachspeise, Käsebuffet). Die Portionen sind kleiner, man kann sich aber natürlich öfter bedienen – insbesondere bei den Vor- und Nachspeisen. Und bei den Hauptgerichten kann man sich halt Beilagen selbst zusammenstellen, ist nicht auf die vorgefertigte Basiskonfiguration aus dem Menu angewiesen.

    Getränke sind kostenpflichtig, man wählt aus der kompletten Karte.

    Hier waren wir die meiste Zeit am Abend essen.


    Abendessen (Hampton‘s):

    Das Spezialitätenrestaurant ist ein Steakhouse mit Ostküsten-Flair der USA & Kanada. Es gibt eine Auswahl von kalten und warmen Vorspeisen (die der Ostküsten-Küche entnommen sind), Sorbet (wie immer aufgegossen), diverse Hauptgerichte (diverse Steaks mit Beilagen, es gibt aber auch „fertige“ Gerichte, wie Lobster) und verschiedene Nachspeisen.

    Die Karte wechselt im Wochenrhythmus, die Steaks bleiben aber immer drin.

    Getränke sind kostenpflichtig, man wählt aus der kompletten Karte.

    Wir waren hier 2mal Essen. Alles sehr lecker und die Steaks sind auch komplett auf den Punkt gegart! Super :thumbup:


    VG Sven

    Aspekte zum Schiff und Bordleben – Teil 1:

    Wie bereits angekündigt, wollte ich noch in einigen Punkten näher auf das Schiff und das Bordleben eingehen. Ist vielleicht für einige von euch interessant, die mit einer Reise liebäugeln bzw. bereits eine Reise gebucht haben. Es gibt aber nur viel Text, Fotos haben wir vom Schiff (außer den bereits veröffentlichten Fotos) und vom Essen – warum auch immer – keine gemacht.


    Kabine:

    Die Kabinen an sich sind – sieht man von den Junior Suiten sowie den großen Suiten ab – mehr oder weniger gleich groß und ähnlich aufgebaut. Sie unterscheiden sich nur im Vorhandensein eines Balkons oder den unterschiedlichen Fenster-Typen (French Balcony – also Fenster, was zu öffnen ist / großes Panoramafenster / kleines Fenster (aber fernab von Bullauge)). Die Kabinen sind größer als auf der Mein Schiff.

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    Im Bad sind eine größere Dusche (inkl. Regendusche) und auch ein größeres Waschbecken sowie ausreichend Stauraum vorhanden. Duschbad, Shampoo usw. sind vorrätig (und werden auch nachgefüllt), man muss hier nichts extra mitnehmen. Zusätzlich befindet sich im Bad eine beheizte Wand – gut zum Trocknen der nassen Expeditionskleidung.

    Weiterhin befinden sich auf der Kabine ein Schrank mit allerlei Geschirr und Gläsern, eine Minibar, die täglich aufgefüllt wird und eine Nespresso-Maschine nebst Kapseln (allerdings von einem anderen Hersteller als Nespresso). Neben dem Schreibtisch nebst Stuhl ist auch ein Couchtisch vorhanden.

    Wir hatten uns eine French Balcony Kabine auf Deck 6 ausgesucht. Den Balkon haben wir in diesem Fahrtgebiet nicht vermisst, da reichte das Öffnen des Fensters für uns zum Luft schnappen oder fotografieren aus. Und intuitiv waren wir auch auf der richtigen Schiffsseite.

    Tipp 1: Wer mit einer Kabine auf Deck 6 im vorderen Bereich liebäugelt, sollte vielleicht eher eine an Backbord nehmen. Vor den Steuerbord-Kabinen am Bug auf Deck 6 befindet sich der Zugang zum Nature Walk. Es kann dort dann also etwas lauter vor der Kabine werden. Ich denke mal, auf den beiden anderen Schiffen ist das ähnlich und sie haben nicht plötzlich den Zugang auf die andere Seite gelegt …

    Tipp 2: Vorne am Bug kann es bei Seegang schon heftig werden. In Gebieten mit viel Seegang (ich denke da vielleicht an die Antarktis) sollte man evtl. besser eine Kabine in der Schiffsmitte nehmen …


    Getränke:

    Inklusive an Bord sind Kaffee & Tee (inkl. Kaffeespezialitäten) ganztags und der Inhalt der Minibar (die täglich aufgefüllt wird). In der Minibar befinden sich nicht-alkoholische Getränke (Ausnahme: Suiten und Junior Suiten, dort gibt es auch Alkoholika). Alle anderen Getränke – also auch Cola und Wasser während des Essens – muss man bezahlen. Warum Cola im Restaurant kostet, in der Minibar aber nicht, weiß nur HL – meist ist das ja eher umgekehrt.

    Die Preise selbst sind aber recht moderat. Cola kostet z.B. 2,90 EUR, eine Flasche Wasser 5,00 EUR, Bier/Radler 3,50 EUR. Weine gibt es offen (einige) und in Flaschen (viele) – Weiß, Rot, Rose – in verschiedenen Preisregionen. Die Qualität dürfte über den Tischweinen bei AIDA oder Mein Schiff liegen. Wir haben z.B. abends meist eine Flasche Wein getrunken – aber nicht komplett. Der Rest wurde dann wieder verkorkt, eingelagert und am nächsten Abend weitergetrunken. Cocktails kosten um die 7,00 EUR - Longdrinks sind etwas günstiger, Champagner-Cocktails etwas teuer.

    Zum Mittagsbuffet am Pooldeck sowie einigen Abendveranstaltungen sind alle dort angebotenen Getränke aber inklusive.


    Bars:

    Es gibt zwei Bars an Bord: Die Bar im Hanseatrium und die Bar in der Observation Lounge. An letztere ist die Poolbar (wo es auch Waffeln & Eis gibt) angeschlossen. Die Hanseatrium Bar hat leider erst ab 18:00 Uhr geöffnet. Allerdings finden ja durchaus im Hanseatrium auch tagsüber Vorträge und andere Veranstaltungen statt. Hier hätten wir uns gewünscht, dass es zumindest eine Kaffeemaschine o.ä. hier gäbe, damit man sich ein (inkludiertes) Getränk holen kann. So musste man dann den Kaffee aus der Observation Lounge holen und damit durchs halbe Schiff laufen …

    Die Bar in der Observation Lounge ist bereits deutlich früher geöffnet und hat abends wohl auch länger auf. Da wir jedoch meist fertig vom Tag waren, sind wir abends nicht bis in die Puppen an der Bar geblieben …

    Die Poolbar war aufgrund des Fahrtgebietes nur nachmittags zu Waffeln und Eis geöffnet.


    VG Sven

    Fazit:

    Damit endet diese wunderschöne Reise, die uns von Kangerlussuaq in Westgrönland ein Stück entlang der grönländischen Küste (Sisimiut, Disko Bucht) hinüber nach Kanada und dann nach einer längeren Fahrt in Kanada zurück nach Kangerlussuaq führte. In der kanadischen Arktis sind wir auf den Spuren der legendären Nordwestpassage gewandelt, waren auf Baffin Island, Somerset Island, Victoria Island, Jenny Lind Island, auf dem kanadischen Festland und Beechey Island sowie vor Devon Island und Prince of Wales Island (zum Landgang hatte es hier ja nicht gereicht)

    Wir haben wundervolle Landschaften und karge, aber sehr schöne Natur gesehen. Wir haben die Ruhe und die Weite der Arktis genossen. Hatten wunderbare Fahrten durch das Meereis. Sind zwischen großen Eisbergen hindurch gefahren. Sahen sogar Nordlichter.

    Wir haben einige Eisbären gesehen – damit war unser Hauptziel für diese Reise erfüllt. Wir haben weitere kleine und große Landtiere, Meeressäuger und Seevögel gesichtet. Und wir haben erwartungsgemäß keine Pinguine gesehen – sieht man mal von den Kunstwerken auf dem Schiff ab.

    Und wir haben viel über die Inuit erfahren, eine Kultur, die man bislang nicht so auf dem Schirm hatte. Informationen über ihre Lebensweise, ihren Lebensraum, ihre Kultur, aber auch über ihre aktuellen Probleme.

    Klappten Anlandungen nicht, wurde nach Alternativen gesucht. Das Wetter tat sein Übriges dazu, meist hatten wir Glück und entsprechend gutes Wetter – unter der Prämisse natürlich, dass wir uns in der Arktis befanden. Lediglich in den letzten Tagen auf Baffin Island lies das Wetter merklich nach – es wurde halt Herbst in der Arktis. Und der letzte Seetag war am Ende schon etwas heftig. Aber damit muss man rechnen. Auf der Fahrt davor (und auch danach) hatten die Gäste deutlich schlechteres Wetter, wenig Sicht, Regen, Sturm, ausgefallene Landgänge usw. Da hatten wir es doch recht gut getroffen …

    Eine wahnsinnig tolle Reise, für die sich das Warten sicher gelohnt hat. Auch wenn wir natürlich gerne die ursprüngliche gebuchte Fahrt 2020 unternommen hätten. Eine Reise, die man nicht alle Tage unternimmt. Auf jeden Fall eine Reise, die eines der Highlights (wenn nicht sogar das Highlight) unserer bisherigen Urlaube darstellt und an die wir lange zurück denken werden. Danke!

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    Neben den Landgängen und den Zodiac-Fahrten hat uns weiterhin das Bordprogramm während der Reise gefallen. Es gab fast täglich wissenschaftliche Vorträge, mit denen man seinen Horizont erweitern konnte und die das Erlebte noch einmal erklärten und intensivierten. Außerdem gab es abends einige sehr schöne Erlebnisberichte, in denen Experten von eigenen, außergewöhnlichen Expeditionen berichteten, wie der Polarstern-Expedition, der Grönland-Durchquerung per Ski oder der Suche nach den Franklin-Schiffen. Und schließlich war da noch der ernste Abend, wo die Inuit an Bord aus der jüngeren Vergangenheit der Inuit erzählte. Wie man sieht, viel Wissen und interessante Dinge, die hier neben der Fahrt vermittelt wurden :thumbup:

    Natürlich ist die Route und das Erlebte das eine. Das andere ist das Schiff sowie das Ambiente, was uns sehr gut gefallen hat. Die HANSEATIC nature ist ein sehr schönes Schiff, durch die geringe Größe wie geschaffen für Expeditionen. Kabine, Essen, Wissenschaftsaspekt – hier stimmt einfach alles. Es gab kaum negatives.

    Mit der Kabine waren wir auch zufrieden, die French Balcony Kabine war komplett ausreichend, den Balkon vermisste man – zumindest in diesem Fahrtgebiet nicht. Man kann das Fenster öffnen und hinausschauen und fotografieren – allerdings immer nur eine Person. Aber ansonsten hat man kurze Wege, der Nature Walk liegt gleich um die Ecke und nach oben auf das Oberdeck ist es nicht weit. Daher ist man recht schnell an der frischen Luft. Intuitiv hatten wir auch die richtige Seite gewählt, der Eingang zum Nature Walk lieg nicht auf unserer Backbordseite, daher hatten wir diesbezüglich keinen Lärm. Nur bei Seegang ist es nicht optimal, aufgrund der Lage am Bug merkt man die Bewegungen hier doch recht heftig. Da wäre eine mittig gelegene Kabine wohl besser …

    Der Sonderflug war einer der besten Flüge, die wir bislang hatten (insbesondere der Hinflug).

    Auf einige Aspekte des Schiffes und auf das Bordleben werde ich in weiteren Beiträgen, die diesem Bericht sicher noch folgen werden, gesondert eingehen.


    Kommen wir nun zur Frage, die wir uns vor der Fahrt gestellt hatten: Sind wir durch diese Fahrt versaut worden?

    Ich befürchte JA!!! ;)

    Keine der bisherigen Kreuzfahrten war so intensiv! Seien es die Zodiac-Fahrten und -Anlandungen, seien es die wissenschaftlich begleitenden Landgänge und Vorträge. Sei es das Schiff mit seiner geringen Größe, die relativ kleine Zahl von Gästen, das Ambiente, … Alles toll!

    Klar, es hat einen gewissen Preis (daher auch das „fürchten“). Aber vielleicht weniger fahren und dafür richtig! In Zukunft denke ich, werden wir eher nicht mehr bzw. weniger mit TUI-Cruises fahren und dafür sparen, um diese Form der Kreuzfahrt zu wählen.

    Während der Reise gab es ab und an spezielle Angebote auf einige Reisen im Bordreisebüro. Wir untersuchten diese Reisen dann auch schon mal näher und ertappten uns dabei, zu überlegen evtl. was zu buchen. Am Ende hat aber die Vernunft gesiegt …

    Aber in die Antarktis wird es auch irgendwann auf jeden Fall gehen – und dann höchstwahrscheinlich wieder mit HL Cruises. So in ca. 3-4 Jahren – wenn alles klappt und wir uns das noch leisten können …


    Dann bleibt mir erst mal nur noch für das Interesse an diesem Reisebericht zu danken. Es war nicht nur die längste Reise, sondern auch der längste und ausführlichste Bericht, den ich hier bislang geschrieben habe. Ich habe dieses Mal versucht, nicht nur Bilder und kurze Beschreibungen unterzubringen, sondern auch längere Details und wissenschaftliche Erklärungen unterzubringen (soweit ich sie mir noch merken konnte). Aber ich glaube, dass das gut hier angekommen ist, wie ich den Zwischenkommentaren entnehmen konnte. Danke für das Interesse!!!

    Und zuletzt möchte ich natürlich Steffie ( Mirasol ) danken! Zum einen, dass sie mitgefahren ist (logisch!!!) und genauso viel Freude an der Fahrt hatte, wie ich. Ich mag zwar den Bericht hier geschrieben haben, die Fotos sind aber nicht alle von mir. Viele Aufnahmen hat Steffie beigesteuert – ich hätte auch gar nicht zwei Kameras zur selben Zeit bedienen können. Und Steffie hat auch den Bericht gegengelesen und Fehler, die ich gemacht habe, korrigiert.

    Das war’s dann erst mal. Sollte jemand Fragen haben, egal, ob für eine eigene Expedition oder einfach nur so, kann sie oder er die gerne stellen. Oder auch einfach so kommentieren. Steffie und ich freuen uns darüber …


    VG Sven

    11.09.22: Rückreise von Kangerlussuaq

    Unser Flug hatte leider Verspätung, diese resultierte bereits aus dem Hinflug (der wieder ein Sonderflug Hannover-Kangerlussuaq war, dieses Mal für die Folgereise). Sprich, das Flugzeug war noch gar nicht da. Also mussten wir noch ein bisschen Zeit totschlagen, bevor es losgehen konnte.

    Anhand des Flugplans konnte man übrigens sehen, dass das Wetter in Grönland auch leichte Kapriolen schlug, viele der innergrönländischen Flüge waren gestrichen worden. Dann kam auch das Flugzeug aus Hannover und wir konnten durch die Sicherheitskontrolle – ein Check-In war ja nicht mehr nötig.

    Wir flogen mit derselben Maschine wie beim Hinflug. Mit demselben Bordprogramm (Champagner-Runde, lecker Abendessen, inkl. aller Getränke). Leider hatten wir dieses Mal Pech mit unseren Plätzen. Wir bekamen die vorletzte Reihe zugeteilt. Warum auch immer bieten diese und die letzte Reihe weniger Beinfreiheit als alle anderen. Daher stand uns dieses Mal nur der normale Platz der Holzklasse zur Verfügung. Schade, dass wir halt diese Plätze zugeteilt bekommen hatten! Das Flugzeug war voll, so dass, wir auch nicht tauschen hätten können. Neben den Gästen der Expedition flogen auch einige Crewmitglieder, Experten und Eisbärenwächter und Kanadier (unsere Inuit-Vertreterin an Bord und ihre Begleitung sowie der Eismeister) nach Deutschland zurück, u.a. trat auch der Kapitän der HANSEATIC nature seinen Urlaub an.

    Aber auch in den engeren Sitzen verging die Zeit wie im Fluge – haha :D

    Essen, Trinken, Lesen, Musik hören, im Entertainment-Programm ein paar Dokus schauen.

    Und natürlich aus dem Fenster schauen – unterwegs konnte man so einiges sehen. Gleich nach dem Start hatten wir einen tollen Blick auf die Sedimente im Fjord von Kangerlussuaq, die vom grönländischen Eisschild ins Meer transportiert werden, und die Berglandschaft.

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    Bei schönem Wetter überflogen wir Grönland und verabschiedeten uns von der Arktis.

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    Die Sonne ging unter.

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    Später überflogen wir noch Island. Leider war es zu diesem Zeitpunkt schon dunkel, so dass man nicht mehr viel sehen konnte.

    Mit ca. 90 Minuten Verspätung erreichten wir Hannover – die Verzögerung rührte vom vorherigen Flug her, bei uns kam dann nichts mehr dazu. Zur Passkontrolle und dann zum Gepäckband – unsere Koffer kamen sogar beide an, so dass auch hier alles geklappt hat. Wir hatten vom Flughafen Hannover nach Braunschweig vor der Reise einen Transfershuttle gebucht. Der Fahrer wartete auch schon und fuhr uns sicher nach Hause.

    Um ca. 03:00 Uhr konnten wir dann auch ins Bett, etwas später als ursprünglich gedacht. Ein langer Tag sowie eine lange, aber tolle Reise gingen zu Ende …


    VG Sven

    11.09.22: Kangerlussuaq – Tundra-Safari zum Abschluss

    Zwischen 03:00 und 04:00 Uhr hörte der Seegang dann schlagartig auf, wir waren in den Kangerlussuaq Fjord eingefahren. Von dort waren es noch ein paar Stunden bis zum Hafen von Kangerlussuaq. Wir waren wieder dort, wo unsere Reise vor 18 Tagen begann …

    Uns ging es wieder gut, also schnell zum Frühstück. Danach auf die Kabine, das Handgepäck fertig packen – gestern Abend war das für uns nicht mehr möglich gewesen. Um 09:00 mussten die Kabinen verlassen werden, damit diese für die Folgereise aufbereitet werden konnten. Für uns ging es ins Hanseatrium, warten, dass unsere Gruppe für den Tenderverkehr an Land aufgerufen wird.

    Dann war es so weit, mit dem Tenderboot ging es an Land. Dort warteten bereits wieder die „toll gefederten“ Busse. Bei einer „normalen“ Kreuzfahrt geht es jetzt mit dem Bus direkt zum Flughafen. Nicht so bei unserer Fahrt, wir hatten noch eine kleine Tundra-Safari vor uns.

    Zunächst ging es denselben Weg zurück, den wir nach dem Hinflug zum Hafen gefahren waren. Nur halt in umgekehrter Richtung. Vorbei am Flughafen, weiter aus dem Ort hinaus in die Berge.

    Oben gab es dann den ersten kurzen Fotostopp. Zum einen, um die doch recht schöne Landschaft mit der Bergkulisse zu bewundern. Zum anderen wurden an einem See auch Moschusochsen gesichtet (im Foto die kleinen schwarzen Punkte). Das große Teleobjektiv war sicher verstaut, somit blieb hier leider nur die Standard-Brennweite …

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    Weiter ging unsere Fahrt durch die bergige Tundralandschaft rund um Kangerlussuaq. Der nächste Halt war ganz oben auf einem Berg mit einer Radarstation. Von dort gab es wundervolle Ausblicke auf die Landschaft und die Berge. In der Ferne konnte man sogar den grönländischen Eisschild sehen.

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    Auch gab es hier Felsen, die glatt wie Eis waren. Geformt wurden jene Steine natürlich durch das Eis, was sich darüber geschoben hat. Auch an den Berghängen waren immer wieder solche Felsen zu sehen, in der Sonne funkelten sie, richtig wie Eis.

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    Hier oben und auch weiter unten im Gebirge konnten wir jede Menge Kolkraben sehen, die entlang des Busses flogen und sich auf den Masten niederließen. Außerdem vollzogen sie tollkühne Flugmanöver über den Bergen, immer wieder auf und nieder. Da muss es was Interessantes gegeben haben …

    Die Fahrt ging weiter zum Lake Ferguson. Dort wartete ein Mittagsbuffet auf uns. Es gab regionale Spezialitäten, wie Braten vom Moschusochsen oder Rentier-Bratwurst (aber auch Rind, Geflügel), dazu diverse Beilagen, grönländisches Bier und alkoholfreie Getränke sowie diverse lokale Schnäpse und Liköre zum Verdauen.

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    Außerdem konnten wir uns hier noch ein wenig umschauen, es war ausreichend Zeit eingeplant.

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    Dann fuhren wir zurück nach Kangerlussuaq. Unterwegs erzählte unser Busfahrer noch einiges Wissenswertes und Anekdoten aus der Gegend. Unter anderem von Willy, dem Moschusochsen. Dieser hatte in den 50er Jahren für einiges an Unruhe in Kangerlussuaq, v.a. auf der damaligen US-Airbase, gesorgt. Umsiedlungsversuche scheiterten. Letztendlich wurde Willy erlegt – und gab wahrscheinlich ein Festmahl. Und Willy bekam einen Gedenkstein – eine Malerei auf einem großen Findling etwas außerhalb des Ortes sowie ein Lied, das über seine Taten berichtete.

    Schließlich erreichten wir den Flughafen …


    Tiersichtungen an diesem Tag:

    • Moschusochsen
    • Kolkraben


    VG Sven

    10.09.22: Seetag – Eine raue Überfahrt durch die Baffin Bay & Davis Strait nach Grönland

    Der letzte komplette Tag an Bord unserer Expedition stand an. Eine Expedition, lange vorab geplant. Lang an Tagen. Und nun leider fast schon vorbei …

    Die Davis Strait ist ein nördlicher Arm des Atlantischen Ozeans, der zwischen Baffin Island und Nordwestgrönland verläuft. Südlich befindet sich die Labradorsee, im Norden die Baffin Bay. Benannt wurde die Davis Strait nach dem englischen Entdecker John Davis, der die Gegend im 16. Jahrhundert auf der Suche nach einer Nordwestpassage erkundete. Sie gilt als die breiteste Meerenge der Welt, ist aber mit einer Tiefe von 1.000 – 2.000m wesentlich flacher als die Labradorsee. Bekannt ist die Meerenge für die heftigen Gezeiten, der Höhenunterschied kann hier bis zu 18.50m betragen.

    Und bekannt sollte sie auch bei uns werden, nämlich für ordentlichen Seegang. Hatten wir auf der bisherigen Fahrt (sieht man mal vom vorherigen Nachmittag ab) damit ja eher keine Probleme, teilweise ja sogar fast Ententeich, schlug das heute schon etwas mehr zu. Es wehte ein heftiger Wind, es regnete und wir hatten schonmal Wellen von 3-4m.

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    Der Pool war entleert worden, also konnte man auch nicht baden :(

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    Traurig, und alles grau in grau und ungemütlich. Daher wurde es wohl eher ein Tag für den Innenraum.

    Aber uns ging es noch gut – andere Gäste hatten da schon etwas mehr Probleme. Aber bei dem einen half ein Pflaster hinter dem Ohr, bei dem anderen ein Schläfchen.

    Nach dem Frühstück stand erst mal ein Vortrag an, mit einem ernsten Thema: „Plastik im Ozean – ein weltweites Problem“. Man glaubt gar nicht, wieviel Müll in den Weltmeeren so abgeladen wird. Aber immerhin, man ist sich der Problematik bewusst und versucht, Maßnahmen zu ergreifen. Ob das reicht oder ob das Ganze bereits zu spät ist, die Zukunft wird es zeigen …

    Kurz vor dem Mittagessen gab es im Hanseatrium eine Pflichtveranstaltung. Wir wurden nach unseren alten Zodiac-Gruppen-Farben aufgerufen und bekamen zum einen unsere Pässe, die beim Check-In abgegeben worden waren, wieder. Gleichzeitig bekamen wir auch die Bordkarten für den Rückflug (Plätze wurden zugeteilt) sowie die Banderolen für das Gepäck ausgehändigt. Heißt: Kofferpacken am Abend, Banderole ran, Koffer raus vor die Kabine, am nächsten Tag zum Flughafen, Sicherheitskontrolle. Fertig. Kein Extra-Check-In mehr, den hatten wir jetzt bereits absolviert.

    Dann ging es zum Mittagessen – wie immer ins Lido.

    Wer aufmerksam den bisherigen Bericht verfolgt hat, wird sich fragen: 4mal die Uhr zurückgestellt, 3mal die Uhr wieder vorgestellt. Da fehlt doch was. Richtig! Eigentlich hätte das in der vergangenen Nacht erfolgen müssen. Da man uns aber ausschlafen lassen wollte und man an diesem Tag ja keine Anlandung hatte, hat man das letzte Vorstellen mitten auf den Tag verschoben. Während des Mittags war es so weit – mitten im Essen wurde die Zeit umgestellt, wir waren also heute extrem lange Mittagessen, wenn man alleinig auf die Uhr schaut :D

    Nach dem Essen fingen wir schon mal an, die Koffer zu packen – damit man nicht am Abend die ganze Thematik am Hals an. Auch aus einem anderen Grund eine weise Entscheidung – wie wir zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht ahnten. Den geliehenen Parka musste man bereits am Morgen vor der Kabine aufhängen, es gab also keine Möglichkeit, den im Koffer zu „vergessen“. Genauso die Gummistiefel, die ließ man einfach im Gummistiefelraum stehen, wo sie dann eingesammelt wurden.

    Zwischendrin wurde im Hanseatrium der Videofilm der Reise vorgestellt. Mit sehr schönen Naturaufnahmen (Eisbären, Drohnenaufnahmen während der Eisfahrten, Zodiacfahrten usw.), teilweise waren wir auch im Video zu sehen. Aber der kostete knapp 300 EUR 8|

    Für diesen Preis dann leider doch nicht – für unseren, persönlichen Geschmack leider etwas teuer. Schade …

    Zurück auf der Kabine „mussten“ wir natürlich noch die (kleine) Flasche Champagner leeren, die wir als Begrüßung am ersten Tag erhalten hatten. Wie schon damals befürchtet, blieb die bis zum letzten Tag im Kühlschrank, aber nun war ihr letztes Stündlein geschlagen …

    Champagner trinken, Tierfilme über das Bord-TV gucken, Koffer noch ein bisschen weiter packen. Auch eine Art von Nachmittagsprogramm.

    Dann ging es aber doch noch mal ins Hanseatrium, der letzte Vortrag der Reise stand an: „Der harte Untergrund Grönlands und Kanadas“. Die Gegend, die wir in den letzten 2,5 Wochen befahren hatten, wurde unter geologischen Gesichtspunkten betrachtet.

    Inzwischen war der Seegang schon merklich stärker geworden, die Wellen hatten Höhen bis zu 5m. Das zeigte sich auch durch die Fenster im Hanseatrium. Draußen tobte ein ganz schönes Mistwetter.

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    Uns ging es aber immer noch gut, Koffer fast zu Ende packen (es fehlten nur noch die Sachen, die wir abends anhatten) und dann zum Abendessen im Lido – das letzte Mal auf der Reise. Irgendwie hatten sich die Reihen der Gäste schon etwas gelichtet, der Seegang forderte wohl seinen Tribut. Nochmal ein schönes Essen zum Abschluss, Verabschiedung und Danksagung der Crew im Lido, die uns die ganze Zeit wunderbar betreut hatten. Verabschiedung von Gästen, mit denen wir etwas mehr Kontakt hatten.

    Auf die Kabine, Koffer zu Ende packen. Nun erwischte es uns auch =O

    Die Wellen waren noch höher, das Schiff schaukelte immens. Insbesondere im vorderen Teil, wo wir ja unsere Kabine hatten, glich das schon fast einer Achterbahnfahrt. Unglaublich, beim Essen war noch alles i.O., jetzt hier konnte man max. 2-3 Sachen in den Koffer packen und müsste sich dann erstmal aufs Bett legen. Richtig übel <X

    Wahrscheinlich war auch die Position beim Kofferpacken ein wenig mit Schuld – Koffer liegt am Boden bzw. der Couch, man bückst sich nach unten, das Schiff schaukelt dabei. Keine Ahnung, was es wirklich war, von einer auf die andere Minute ging es uns schlecht. Wir hatten noch Glück, dass wir schon fast fertig waren und nur noch ein paar Stücke einpacken mussten. Aber auch das zog sich fast hin bis zur maximal möglichen Zeit für die Kofferabgabe. Wir hatten es aber noch gerade rechtzeitig geschafft und stellten die Koffer vor die Tür.

    Danach schnell ins Bett. Die Achterbahnfahrt in den Wellen tobte die Nacht hindurch. Wir schliefen aber trotzdem ein …


    VG Sven

    09.09.22: Fahrt durch den Walker Arm / Sam Ford-Fjord Walker Arm (Baffin Island)

    Pünktlich um 12:00 Uhr verließen wir unseren Ankerplatz. Es stand noch eine lange Fahrt nach Kangerlussuaq bevor, dass am übernächsten Tag pünktlich erreicht werden musste. Da die Wetteraussichten nicht die besten waren, hieß es zeitig genug aufzubrechen …

    Eigentlich befinden sich im Walker Arm ein paar der spektakulärsten Felsformationen der Arktis (u.a. Cathedral Rock, Asgard Tower, Polar Sun Spire). Diese dienten sogar schon in James Bond Filmen als Kulissen und genießen bei Felskletterern einen guten Ruf. Leider sahen wir von dieser sicherlich beeindruckenden Landschaft fast gar nichts. Kurz nach der Abfahrt zog es komplett zu. Und es wurde auch nicht mehr so richtig besser ||

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    Deshalb gab es ein entsprechendes Programm, so dass man nicht einfach in der Kabine auf dem Bett liegen oder an der Bar versacken musste. Am Nachmittag gab es den Vortrag „Wo sich Polarfuchs und -hase gute Nacht sagen – Tiere der arktischen Tundra“. Von unserer Biologin an Bord hatte es bereits Vorträge über König Eisbär und die Seevögel gegeben, nun waren die anderen Säugetiere dran. Tiere, die wir leider bisher nicht gesehen hatten – zumindest in lebendem Zustand – wie Polarwolf, Polarfuchs, Polarhase, Karibu, Lemming. Wir hatten bisher neben jeder Menge Eisbären von den Langsäugetieren ja „nur“ Moschusochsen gesichtet. Der Vortrag behandelte die Lebensräume der Tiere, ihre speziellen Anpassungen an die Natur hier in der Arktis sowie auch ihre Einordnung in die Nahrungsketten.

    Zwischendrin konnten wir nochmal ein paar größere Eisberge sowie einige Seevögel auf dem Meer verfolgen.

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    Bald darauf der nächste Programmpunkt: „Lassen Sie die Reise Revue passieren“. Auf der großen Leinwand im Hanseatrium wurde der Foto-Stick der Bordfotografin präsentiert, dazu gab es musikalische Untermalung vom Klavierspieler. Die Fotos waren unserer Meinung nach sehr gut gemacht und man erinnerte sich während der Präsentation an die eine oder andere Sache, die man zwar erlebt, aber inzwischen aufgrund anderer Erlebnisse schon gar nicht mehr auf dem Schirm hatte. „Na, gucke mal, das war ja auch noch …“. Obwohl wir selbst während der Fahrt sehr viele Fotos gemacht hatten (so ca. 6.500), kauften wir den Stick dann auch noch. Wie gesagt, die Fotos waren sehr gut und wir waren ja auch nicht überall dabei. Manche der Gäste sahen das etwas anders, da wurde z.B. gemeckert „Die Tiere sind ja nur klein im Hintergrund und nicht so knack scharf“ (gemeint waren z.B. Eisbären). „Kein Vergleich mit den Pinguin-Fotos auf unserer Antarktis-Kreuzfahrt! Der Fotograf dort war viiiiel besser …“. Ja, den Pinguin auf 2m Entfernung bekomme ich auch schärfer und in Nahaufnahme hin, mit einem Eisbären in 1km Entfernung tut man sich da schon schwerer … Meinen wir zumindest, jeder kann ja seine Ansicht haben …

    Im Anschluss dann das Abendessen. Heute gab es „Farewell-Abendmenu“ oder „Farewell-Abendbuffet“. Ist man von anderen Reedereien gewohnt, dass dieses am letzten Abend stattfindet, wird das bei Hapag-Lloyd (zumindest bei so langen Expeditionen) am vorletzten Tag durchgeführt. Wenn die Gäste halt nicht mit Koffer-Packen beschäftigt sind.

    Für uns ging es erneut ins Lido, also zum Farewell-Buffet. Da mussten wir zwar auf den Hummer-Hauptgang verzichten, den gab es nämlich nur im Bedienrestaurant (Hummer am Buffet ist vielleicht auch nicht die beste Idee). Dafür gab es aber Ersatz-Gerichte und die Vorspeisen (sehr guten Kaviar und extrem leckeres Rindertatar) gab es hier auch. Und mit dem Vorteil, dass man sich nicht auf eine Vorspeise festlegen muss, sondern sich auch mehrere Portionen Kaviar plus mehrere Portionen Tatar holen kann ^^

    Der Kaviar wurde übrigens am Buffet „klassisch“ serviert – neben dem Kaviar an sich und den Beilagen standen auch mit Wodka gefüllte Gläser am Buffet bereit. Die gehörten nämlich direkt zum Gang dazu :D – zumindest im Buffetrestaurant.

    Also kamen wir auch am Farewell-Abend im Buffetrestaurant auf unsere Kosten und mussten nicht ausnahmsweise ins Bedienrestaurant ausweichen. Es sei denn, wir hätten unbedingt Hummer gewollt.

    Wir stellten fest, dass doch einige Gäste wohl Probleme mit dem Seegang hatten. Hinter die Ohren geklebte Pflaster sowie Gespräche ließen wohl diesen Schluss zu. Ja, es gab durchaus Seegang ab dem Nachmittag. Aber uns machte das bisher komplett nichts aus. Außer das man am Abend im Bett dann wie in einer Wiege schaukelt …

    Nach dem sehr guten Abendessen gab es noch einen letzten Programmpunkt: „Kapitäns Farewell Cocktail“. Hier wurde die Seekarte der Reise verlost – wir gewannen leider nicht, obwohl die ersten beiden Zahlen der Losnummer passten – knapp vorbei ist eben auch vorbei. Ein Matrose bezauberte das Publikum mit einer Saxofon- und Gesangseinlage – der war richtig gut. Eine große Crew-Show gibt es aufgrund der immer noch existierende Corona-Einschränkungen noch nicht.

    Außerdem wurden die Daten der Reise vermittelt – also wie viel Wein, Bier, Wodka usw. verbraucht worden war ^^ Und natürlich, wie viele Meilen wir gefahren waren, wo wir überall gewesen waren, wie das Wetter so war. Was man bei HL noch so in der Zukunft plant …

    Interessant dabei war, dass sowohl ein Großteil der Crew als auch einige der Stammgäste auf die Übernahme von HL-Cruises durch TUI Cruises nicht so gut zu sprechen sind. Man wäre wohl lieber unabhängig geblieben und vermutet, dass sich das eher negativ auswirken wird. Man wird sehen …

    Danach war dann auch für uns Schicht im Schacht, sprich wir gingen zu Bett. Bei leichtem Seegang schliefen wir ein …


    VG Sven

    09.09.22: Walker Arm (Baffin Island) – Spaziergang in der herbstlichen Tundra (Teil 2)

    Und das Ganze wie schon geschrieben, in den verschiedensten Farben des Herbstes.

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    Ein Farbenmeer aus roten Polarheidelbeeren, orangen Arktischen Weiden, gelben Birken, silbernen Rentierflechten, grünen Krähenbeeren und Moosen. Und dazwischen das weiße Wollgras, bekanntlich wie ein Teil des Polarhasen aussehend.

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    Für uns war grob ein Weg markiert – wieder mit den kleinen Golffähnchen. Wenn man diesem folgte, kam man am Ende auf einem kleinen Hügel an, mit einem schönen Ausblick. Unterwegs musste man jedoch vorsichtig laufen – man will sich ja nicht unbedingt am letzten Tag noch verletzen. Durch die Regengüsse der letzten Zeit war der Boden ziemlich aufgeweicht und die Pflanzenpolster ebenfalls. Man musste also immer die Augen auf dem Boden haben und entscheiden, wo man hintritt.

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    Aber es hat sich gelohnt. Eine wunderschöne Landschaft. Analog zum gestrigen Tag, die wir ja leider nicht vom nahen gesehen hatten. Aber nun hatten auch wir unsere herbstliche Tundra. Und vor allem mit einer Vielzahl von Pflanzen – nicht zu vergleichen mit dem spärlichen Bewuchs in der Hocharktis (z.B. Jenny Lind Island). Einfach toll :)

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    Den Hügel wieder hinunter lief es sich übrigens besser. Mit den Gummistiefeln konnte man auch ins Nasse gehen, man musste nur aufpassen, nicht zu stürzen oder umzuknicken. Auf den großen, aufgesogenen Pflanzenpolstern lief es sich federweich, man schwebte dahin. Ein richtig schönes Gefühl …

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    So ging es mehr oder weniger direkt zurück zum Strand.

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    Und von dort dann per Zodiac zurück zum Schiff. Unser letzter Zodiac-Ausflug während der Reise war somit leider zu Ende =O

    Aber es war nochmal ein sehr schöner gewesen :thumbup:


    VG Sven

    09.09.22: Walker Arm (Baffin Island) – Spaziergang in der herbstlichen Tundra (Teil 1)

    An diesem letzten Tag in der Gegend von Baffin Island stand ein weiterer Fjord auf unserem Programm. Bereits am frühen Morgen waren wir über den Sam Ford-Fjord in einen Seitenfjord, den Walker Arm, eingefahren. Leider war der Wunsch nach guten Wetter nicht unbedingt erhört worden – hatte da etwa wieder jemand nicht aufgegessen :/

    Dichter Nebel zog bereits am frühen Morgen auf, der sich ab und an lichtete. Immerhin: In den lichten Momenten konnte man die Landungsstelle sehen.

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    Vom Schiff aus war eine geführte Wanderung zu einem Karsee angeboten worden, für die man sich bereits am Vortag eintragen musste. Geführte Wanderung ist klar, denn hier müssen ja die Eisbärenwächter mitwandern, um die Sicherheit zu gewährleisten. Wir haben uns allerdings gegen die Wanderung entschieden. Eine Wegstrecke betrug 3km – das Ganze bergauf, bergab bei unwegsamem Gelände, und dann halt mit den Gummistiefeln. Das war vielleicht nicht unbedingt das ganz große Problem. Das lag vielmehr auch in der anvisierten Dauer für den Weg: 45 Minuten – das ist sportlich! Und natürlich das Ganze dann noch mal zurück. Außerdem ging es für die Wanderer früh raus – so gegen 07:30 Uhr fuhren schon die Zodiacs. Dann lieber ohne großen Stress – später aufstehen, erst mal richtig frühstücken und in der späten Gruppe gemütlich an Land gehen und die Natur bei einem Spaziergang im eigenen Tempo genießen – wenn es der Nebel zulässt. (Der Nebel war natürlich auch bei der Wanderung vorhanden, so dass das Argument kein Vorteil pro Wanderung war.)

    Unsere Gruppe war planmäßig eine der letzten Gruppen, die an Land ging.

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    Und siehe da, man konnte sogar was sehen!!! Der Nebel blieb zwar die ganze Zeit. Aber er konnte den schönen Ort nicht komplett verhüllen.

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    Die Herbsttundra war in wunderbare Farben getaucht. Indian Summer im kleinen, bodentiefen Format :)

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    Am oberen Strandwall wurden von einem der Experten auf früheren Anlandungen Ruinen einer Reihe von Inuit-Winterhäusern gefunden. Diese sind auf die frühe Thule-Kultur im 15.-18. Jahrhundert zu datieren. Man erkennt sehr gut die flachen Eingänge, durch die die Inuit in die Häuser hineinkriechen mussten. Natürlich nicht der leichteste Weg, das Haus zu betreten. Aber dafür blieb es drinnen warm, man versuchte, das Eindringen von Wind und Kälte zu minimieren.

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    Größere und kleinere Bäche schlängelten sich durch die Landschaft.

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    Der Regen der letzten Tage hatte eine amphibische Landschaft aus Polsterpflanzen, Sümpfen und Bächen sprießen und entstehen lassen.

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    VG Sven

    08.09.22: Kreuzen im Clark- und Gibbs-Fjord (Baffin Island) – Teil 3

    An dieser Stelle treffen Clark-Fjord (backbord) und Gibbs-Fjord (steuerbord) aufeinander und der Seitenarm, den wir soeben erkunden hatten, aufeinander. Und eigentlich sind es hier auch drei Inseln, die man hier sehen kann.

    Zum einen die große Insel, Baffin Island, die auf den Fotos beiderseits des Fjordes zu sehen ist. An deren Küste sind wir ja die letzten Tage entlanggefahren.

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    Zum anderen die größere, vorgelagerte Insel Qikiqtaaluk (Sillem Island), die den Clark- und Gibbs-Fjord quasi trennt. Merkwürdigerweise heißt die Insel in der Sprache der Inuit genauso wie die große Baffin Insel. Hier ist besonders schön die Färbung der Tundralandschaft zu erkennen.

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    Und dieser ist wiederum die ganz kleine Insel Qikiqtakuluk vorgelagert.

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    Das Meer hatte sich nahezu komplett beruhigt. Die HANSEATIC nature nahm ihren Ankerplatz ein. Es wurden Scout-Zodiacs ausgeschickt, die hier eine passende Uferstelle finden sollten, wo man anlanden kann. Diese Suche sollte eine Weile dauern. Denn das Gelände ist hier recht felsig und steil.

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    Das zog sich mehrere Stunden, es rückte so langsam der Abend an. Schließlich wurde doch eine Landungszone eingerichtet, passender weise dort, wo die Suche anfangs gestartet war, nämlich direkt vor dem Schiff auf Qikiqtaaluk.

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    Die Landungszone wurde eingerichtet, ein – doch recht kleines – Areal von den Eisbärenwächtern abgesteckt und dann konnte es endlich losgehen. Zuvor gab es die Warnung, dass heute nur mobile Gäste an Land gehen sollten, das Ufer war mit sehr großen Steinen gesäumt und recht gefährlich. Steffie war dann schon mal raus, sie wollte sich die Tortur mit den großen Steinen im Wasser nicht antun. Ich überlegte noch, aber anhand der sehr, kleinen abgesteckten Zone sowie der Gefährlichkeit der Anlandung entschied ich mich auch gegen einen Landgang. Wie die meisten der Gäste übrigens …

    Im Nachhinein betrachtet sicher ein Fehler! Die Gäste, die drüben waren, sowie die Experten berichteten von sehr schöner Herbstfärbung der vielen Pflanzen, von sehr schönen Spiegelungen in kleinen Seen von den Inseln und der umgebenen Bergkulisse. Schade! Leider wurde die Landungszone dann auch erst später vergrößert und man hatte ein viel größeres Areal als zunächst angenommen zur Verfügung. Und die Steine waren auch wohl nicht ganz so schlimm wie angesagt – hier war man aufgrund des gestrigen Zodiacfahrt wohl seitens Crew auf Nummer Sicher gegangen. Hätte man das gewusst, wäre wohl zumindest ich auf die Insel gefahren. Für Hapag-Lloyd war es übrigens auf dieser Insel ein Erstanlauf.

    Wir nutzen die Zeit des Landgangs, um an Deck ein wenig zu walken – wie viele andere auch. Und die Kulisse von der Ferne aus aufzusaugen.

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    Waren es an den anderen Tagen fast immer um die 190 Gäste gewesen, die an Land gegangen sind (es gab hier jeden Tag eine Statistik, die uns mitgeteilt wurde), waren es heute nur ca. 65 Gäste. Wir waren also nicht allein …

    Einen Vorteil gab es für die Gäste, die an Bord geblieben waren: sie waren die Ersten beim Cocktail mixen ^^

    Von den Offizieren wurden verschiedene, leckere Cocktails gemixt und kostenfrei angeboten. Und wir tranken durchaus den einen oder anderen!

    Danach ging es zum Abendessen ins Lido.

    Und danach nochmal an Deck. Die HANSEATIC nature war inzwischen im Gibbs-Fjord unterwegs.

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    So langsam wurde es dunkel. An einen Sonnenuntergang war ob des Wetters nicht zu denken, aber dunkle Abendbilder gab es dann doch.

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    Obwohl wir heute nicht an Land waren, doch auch ein interessanter Tag. Das Wetter hat zwar nicht so mitgespielt – aber es kann ja mal einen eher dunkleren Tag geben. Bisher hatten wir mit dem Wetter durchaus Glück gehabt. Und wir hofften, dass es am nächsten Tag wieder besser werden würde …


    VG Sven

    08.09.22: Kreuzen im Clark- und Gibbs-Fjord (Baffin Island) – Teil 2

    Glücklicherweise hatte sich die Wolkendecke inzwischen etwas nach oben verzogen, so dass man von der beeindruckenden Felslandschaft jetzt etwas mehr sehen konnte. Allerdings blieb der massive Wind. Oben am Sonnendeck (Deck 9) konnte man sich nicht aufhalten, starker Gegenwind, Nässe im Gesicht und eine Kamera, die man ob des Windes nicht halten konnte. Nein, so macht das keinen Spass :thumbdown:

    Aber unten, auf dem Nature Walk auf Deck 6, da ging es. Wenn man nicht gerade den Kopf über die Brüstung streckte, ließ es sich auf dem Platz für die Seilwinde gut aushalten. Man konnte Fotos machen, wurde nicht vom Wind durchgepeitscht – und der Regen war auch nicht mehr so störend.

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    Der Wind musste also günstig über das offene Deck ziehen und sich eher oben aufhalten. Erstaunlicherweise nutzten außer uns nur sehr wenige Gäste dieses vom Wind verschonte Fleckchen. Entweder waren die anderen Gäste zu weich oder wir zu hart :D

    Die Landschaft war zunächst ähnlich der gestern bereisten. Hohe Felsen säumten den Fjord. Die Gipfel waren aber nicht ganz so gezackt wie es im Buchan Gulf der Fall gewesen war. Auf den Spitzen der Felsen lag teilweise frischer Neuschnee.

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    Auch die eine oder andere Gletscherzunge passierten wir auf unserem Weg.

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    Und sogar an einem kleinen Wasserfall kamen wir vorbei.

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    Die Wellen auf dem Wasser wurden inzwischen weniger, der Wind ließ etwas nach.

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    So erreichten wir eine kleine Insel mitten im Fjord …

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    VG Sven

    08.09.22: Kreuzen im Clark- und Gibbs-Fjord (Baffin Island) – Teil 1

    Dieser Tag stand erneut im Zeichen der Expedition. Die HANSEATIC nature kreuzte im Clark- und Gibbs Fjord vor Baffin Island – etwas südlich gelegen vom zuvor besuchten Buchan Gulf. Vormittags durch den Clark-Fjord hinein, dann in einen Seitenarm und abends durch den Gibbs-Fjord wieder hinaus. Während der Fahrt wollte man nach Gelegenheiten Ausschau halten, entweder mit dem Zodiac an Land zu gehen oder eine Zodiac-Ausfahrt zu unternehmen. Deshalb gab es im Tagesprogramm auch keine genauen Zeitangaben, nur das unsere Zodiac-Gruppe die erste sein sollte – wann immer das dann konkret der Fall war. So zumindest der Plan …

    In der vergangenen Nacht wurden die Uhren wieder eine Stunde zurückgestellt. Also wieder etwas weniger schlafen. Früh ging es raus, man will ja nichts verpassen. Leider bewahrheitete sich bereits beim Frühstück eine Befürchtung, die am gestrigen Abend gekeimt war. Da hatten doch tatsächlich einige Gäste im Restaurant ihre Teller nicht richtig aufgegessen =O Entsprechend war das Wetter …

    Das Thermometer zeigt knapp über 0 Grad – was noch nicht schlimm ist. Graue Wolken hängen tief in den Bergen, aus ihnen fallen Regentropfen, mitunter auch ein wenig Schnee. Ein richtiges, nasskaltes Schmuddelwetter. Und man sieht leider nicht viel von der – wahrscheinlich – wunderschönen Landschaft.

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    Wir gingen erst mal in die Observation Lounge, dort saß man im Trockenen und konnte noch einen Cappuccino trinken. Und man hat Überblick über die Landschaft. Die Felsen am Ufer sind hier genauso schroff und steil wie am vorherigen Tag. Aber im Unterschied dazu auch teilweise sanfter geschwungen mit üppig bewachsenen Tundraflächen. Diese sind teilweise schon herbstlich gefärbt, also auch eine Art Indian Summer. Die Fjorde heute waren nochmal um einiges schmaler. Wir hatten noch die Hoffnung, dass sich das Wetter bessern würde, und wir dann die schöne Landschaft auch sehen und nicht nur erahnen würden können …

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    Doch eine Besserung des Wetters war zunächst nicht in Sinn. Daher kam es sehr zupass, dass am Vormittag spontan ein Vortrag eingeschoben wurde, dem wir beiwohnten. Es handelte sich um den letzten Vortrag der Inuit-Reihe. Das heutige Thema handelte von der traditionellen Religion, dem Weltbild und dem Wirken der Schamanen bei den Inuit. Die Religion der Inuit basiert auf dem Glauben, dass alle Tiere, Pflanzen und Gegenstände eine Seele haben – nicht nur Menschen. Die Seele ist unsterblich – sie lebt nach dem körperlichen Tod weiter. Entweder im Himmel oder im Meer. Sie kann auch zu anderen Menschen oder Tieren, Pflanzen, Gegenständen wandern. Die Gemeinschaft aller Seelen ist das bedeutendste Geisteswesen bei den Inuit und wird „Sila“ genannt. Als Vermittler innerhalb der Geisterwelt fungieren die Schamanen.

    Zum Abschluss des Vortrages wurde uns vom Mythos der Sedna erzählt, der Herrscherin über die Meerestiere. Sedna war ein wunderschönes Mädchen, dass alle Heiratsbewerber abwies. Ihr Vater gab sie schließlich gegen ihrem Willen einem Jäger zur Frau, der mit ihr daraufhin die Siedlung verließ. Der Jäger entpuppte sich in Wirklichkeit als Rabe und Sedna musste fortan auf einem Felsen ihr Dasein fristen. Das gefiel ihr natürlich nicht, sie weinte und schrie. Ihr Vater erbarmte sich und holte sie per Kajak ab. Auf dem Weg zum Dorf wurde das Kajak vom Ehemann angegriffen, dieser verursachte starke Eisstürme. Der Vater bekam Angst und warf Sedna über Bord. Diese klammerte sich an den Bootsrand. Der Vater schlug mit dem Paddel auf die gefrorenen Finger und Hände bis diese zersprangen, Sedna fiel ins Meer. Aus den Fingern bildeten sich durch den Zauber des Ehemanns die Robben, aus den Händen Wale und andere Meeressäuger. Sedna versank im Meer und sitzt noch heute auf dem Meeresgrund. Von Zeit zu Zeit übt sie Rache und peitscht das Meer in gewaltigen Stürmen und Wellen auf …

    Im Anschluss an diesen sehr interessanten Vortrag erfolgt noch ein spontanes Recap, in dem die vergangenen Tage nochmals Revue passiert wurden.

    Das Wetter hatte sich, wie ein kurzer Blick zeigte, noch nicht groß verändert. Also konnten wir zum Mittagessen gehen.

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    Gegen 13:30 Uhr erreichten wir das Ende des Seitenarms des Clark-Fjordes. Hier befand sich eine potentielle Anlandungsstelle. Zwei recht breite Flusstäler, umsäumt von massiven Felsterrassen luden eigentlich zum Anlanden ein.

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    Eigentlich … Denn ein starker Ausgleichswind pfiff durch den Fjord. Gischt und Schaumkronen zierten das Wasser. Ein Wind von fast 40 Knoten peitschte über das Deck, zusammen mit der Nässe nicht sehr angenehm.

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    Bei der Drehung des Schiffes bekam dieses ganz schön Schieflage. Die Liegen und Tische an Deck schoben sich munter über das Deck.

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    So war nicht an Landgang zu denken. Außerdem wurde noch ein Eisbär an Land gesichtet – wir haben ihn allerdings nicht gesehen. Daher blieb nur die Möglichkeit, den Seitenarm zurück und den Fjord weiter entlangzufahren, um evtl. doch noch eine Stelle zu finden, an der wir anlanden könnten …


    VG Sven

    07.09.22: Icy Arm (Baffin Island) - Gletscherbesichtigung mit Hindernissen (Teil 2)

    Wenn man dann mal direkt vor der Gletscherzunge steht, kommt einem das Ganze plötzlich auch viel mächtiger vor. Auf der linken Seite rumort es die ganze Zeit, Wasser läuft ab, größere Steine und Felsbrocken bahnen sich ihren Weg vom Hang und fallen laut polternd zu Boden, der Gletscher arbeitet.

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    In der Mitte die eisige, manchmal bläulich schimmernde Kante mit einem großen Gletschertor, drinnen hört man ebenfalls das Wasser.

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    Und dann auf der rechten Seite die Seitenmoräne, die Sand und Steine von oben transportiert.

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    Einige unbelehrbare Gäste mussten unbedingt in die Höhle hinein – das ist natürlich sehr gefährlich. Aber schnell wurden sie von den Experten wieder zurückgepfiffen, bei der vorhergehenden Instruktion hatten sie wohl mal wieder nicht richtig zugehört. Auf so etwas Gefährliches verzichteten wir natürlich, genossen nur den Anblick des Gletschers von außen und aus sicherer Entfernung.

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    An einer flachen, sicheren Stelle dürfen wir das Eis berühren, ansonsten aber besser einen sicheren Abstand halten.

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    Dann ging es auch schon wieder über das lose Geröll in Richtung Zodiac. Möglichst vorsichtig, ohne sich zu verletzen. Wie wir später erfuhren, war hier ein älterer Herr gestürzt und hatte sich am Kopf verletzt, zum Glück aber nicht ganz so schlimm, er lief abends relativ munter über das Schiff – wenn auch mit einer deutlich sichtbaren Wunde. Uns passierte so etwas zum Glück nicht …

    Man hat neben dem Gletscher hier außerdem schöne Ausblicke auf die Landschaft, den Fjord und unser Schiff.

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    Die Eisbärenwächter hatten wie immer ein kleines Gebiet abgesteckt, in dem man sich bewegen konnte.

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    Nach etwas mehr als einer Stunde ging dann auch dieser Landgang zu Ende und es ging zurück zum Zodiac. Schon das Einsteigen war etwas schwieriger, stärkere Wellen und die Bewegung im Zodiac machten das Ganze dann schon schwieriger als die letzten Tage. Aber alles in allem war das noch machbar.. Bei einigen Gästen halfen Crew-Mitglieder dabei, die Beine über die Wulst zu bekommen. Alle saßen im Boot und es ging zurück. Auch dieses Mal mit einigen Wasserspritzern, aber weit weg davon entfernt, komplett nass zu werden. Die Schwierigkeiten kamen erst mit der Rückkehr zum Schiff. Inzwischen hatte der Wind wieder dafür gesorgt, dass höhere Wellen vorkamen. Diese schlugen in unregelmäßigen Abständen gegen den Schiffsrumpf und führten zu dann immer zu einem großen Wasserschwall. Das Zodiac war andauernd in Bewegung. Und ab und an gab es durch die Wellen große Schläge gegen das Zodiac. Es hieß also beim Aufstehen im wackeligen Zodiac das Gleichgewicht zu halten und den richtigen Zeitpunkt abzupassen. Zur Unterstützung kam ein weiteres Crew-Mitglied ins Zodiac. Die ersten steigen aus – hat auch halbwegs geklappt. Dann kam Steffie. Just, als sie stand, erschütterte ein großer Schlag das Zodiac. Und Steffie, der Matrose und fast unser Zodiac-Fahrer lagen auf dem Hosenboden – zum Glück im Zodiac und nicht im Wasser! Da muss man dann erstmal wieder hochkommen – es klappte dann aber. Passiert ist zum Glück nichts. Ich passte – aus dieser Erfahrung – einen guten Zeitpunkt ab und kam ohne Probleme zurück zum Schiff. Ein älterer Herr aus unserem Zodiac hatte aber größere Probleme. Es dauerte 10-15 Minuten, um ihn vom Zodiac aufs Schiff zu bekommen. Aus Angst wirkte er wie erstarrt – aber er musste ja zurück an Bord. Schließlich saß er wie apathisch auf einer Bank direkt vor der Luke und war erstmal kaum ansprechbar …

    Aber passiert ist weiter nichts – weder bei Steffie noch bei diesem Mann. Außer dem Schreck und nasser Kleidung war alles i.O. (der Mann wurde abends im Lido auch wieder munter gesichtet). Kurz mit einem warmen Getränk aufwärmen, dann auf die Kabine, die nasse Kleidung zum Trocknen aufhängen. Hier zeigte sich die Wandheizung im Bad von ihrer besten Seite, Parka, Hosen und Handschuhe waren im nächsten Morgen wieder trocken.

    Die HANSEATIC nature verließ ihren Ankerplatz und fuhr den Fjord zurück. Die Landschaft verschwand jetzt jedoch hinter dicken Nebel- und Wolkenschwaden.

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    Bis später kaum noch etwas von der wundervollen Fjordlandschaft zu sehen war. Bei diesem Wetter blieb es auch für den Rest des Tages.

    Für uns Gäste gab es nach dem Aufwärmen und Duschen das Recap und Precap. Im Anschluss ging es zum Abendessen und danach für einen Schlummertrunk ins Hanseatrium.

    Auch dieser Tag war sehr interessant gewesen, wir hatten eine schöne Fahrt durch den Fjord, hatten mal eine Zodiac-Fahrt bei Seegang erlebt und einen Gletscher aus der Nähe betrachtet. Ok, die Zodiac-Fahrt hätte es nicht gebraucht, eine ruhige Fahrt wäre uns lieber gewesen. Laut Aussagen der Crew auf den Zodiacs war diese Fahrt auch an der Grenze des Machbaren, ab gewissen Windstärken wird nicht mehr per Zodiac gefahren.


    Tiersichtungen an diesem Tag:

    • Narwale
    • Eissturmvögel und diverse Möwen


    VG Sven

    07.09.22: Icy Arm (Baffin Island) - Gletscherbesichtigung mit Hindernissen (Teil 1)

    Wir fuhren zur geplanten Landungsstelle zurück. Diese lag genau an dem schon von uns vermuteten Gletscher. Der Landgang wurde vorbereitet, die ersten Zodiacs fuhren an Land.

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    Im Laufe des Tages war durch den engen Fjord eine steife Brise aufgekommen. Dadurch nahm nicht nur der Wind zu, den man auf dem Oberdeck spürte, sondern auch das Wasser war merklich welliger als zuvor. D.h. dass die Zodiac-Fahrt heute nicht so entspannt werden würde, wie an allen Tagen zuvor, wo wie ja fast glatte See hatten. Wir würden mit tüchtigem Seegang rechnen müssen. Das wurde auch gleich über die Durchsagen an die Gäste kommuniziert.

    Am heutigen Tag waren wir wieder in der hinteren Gruppe, es blieb also Zeit, den Vorbereitungen sowie den Anlandungsversuchen der ersten Gruppe von unserer Kabine aus zu folgen …

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    Oha, da ging es schon gut zur Sache! Steffie hatte plötzlich keine Lust mehr auf einen Landgang. Aber es war ja noch etwas Zeit. Und tatsächlich wurden die Wellen weniger, die Zodiacs fuhren etwas ruhiger.

    Ich konnte Steffie überreden, mit dem Zodiac überzusetzen. Na, hoffentlich würde ich das nicht später bereuen :/

    Dann war es so weit, unsere Farbgruppe wurde aufgerufen, wir gingen zum Gummistiefelraum und dann zum Gate. Dort kamen uns die Gäste entgegen, die jetzt von ihrem Landgang zurückkamen. Alle patschnass!!!! Von oben hatte das doch inzwischen etwas besser ausgesehen – leider wohl ein Trugschluss. Aber wir waren nun schon mal hier unten – also musste Steffie mit! Wir hatten übrigens aufgrund der Bedingungen darauf verzichtet, die große Kameraausrüstung mitzunehmen, ein Rucksack war Mist wegen den Wellen und der Nässe, ein Kameragurt ebenso. Daher war es besser, das Handy sicher im Parka zu verstauen.

    Das erste Problem dann schon beim Einsteigen, es gab immer wieder Wellen, die gegen den Schiffsrumpf schlugen, wollte man hier nicht allzu nass werden, musste man den richtigen Zeitpunkt abpassen. Ins Zodiac selbst ging es noch relativ leicht, über den Tritt kam man halbwegs sicher nach unten, es schaukelte halt ein wenig, so dass man etwas Probleme hatte, seinen Platz auf der Wulst einzunehmen. Aber es ging. Genauso ging es während der Überfahrt, etwas Wasser spritzte, aber das war es im Wesentlichen auch. Auch beim Aussteigen an Land hatten wir mit keinen großen Problemen zu kämpfen.

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    Uns erwartete – wie von der Crew und den Experten angekündigt – ein Boden mit vielen, teils größeren Steinen, man musste also beim Gehen schon etwas aufpassen!

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    Und wir hatten uns vom Schiff natürlich mal wieder mit den Entfernungen vertan. Es waren mitnichten nur 50m vom Wasser bis zum Gletscher. Das war schon ein wesentlich größeres Stück Weg. Genug Platz für ca. 100 Gäste also. Es zeigten sich mal wieder die Dimensionen der arktischen Landschaft und der Schwierigkeit beim Abschätzen von Entfernungen und Höhen …

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    Vorsichtig ging es über das steinige Geläuf zur Gletscherkante. Unterwegs der eine oder andere Blick über die schöne Landschaft …

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    VG Sven