Beiträge von Emmalotta

    Samstag, 19.Oktober

    Endlich auf den Azoren - das Sehnsuchtsziel ist erreicht

    Nach zwei Tagen und über 800 Seemeilen mutterseelenallein auf dem Atlantik kommt es mir vor, als hätten wir mit Praia da Vitoria auf Terceira das Ende der Welt erreicht.

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    Ich bin aufgeregt wie ein Kind am ersten Schultag, als wir uns in der Atlantik Show Lounge zum Ausflug sammeln. Es geht den ganzen Tag in allen vier Himmelsrichtungen über die Insel, mit mehreren 15-Minuten-Stopps, Besuch einer Käserei (fanden wir eher überflüssig, obwohl der Käse sehr gut war), einem 60-Minuten-Aufenthalt in Angra do Heroismo und einer 1,5stündigen Lunchpause mit sehr gutem, azoreanischen Essen.Und wir haben den Bordlektor dabei, der wirklich alles über die Azoren weiß. Glück gehabt!

    Ich erspare Euch lange Erklärungen zugunsten mehrerer Bilde – die Insel ist wunderschön und die Vegetation üppig, selbst jetzt im Herbst blüht es noch überall.

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    Die Lilienart Bella Donna, von den Einheimischen „Mädchen auf dem Weg zur Schule“ genannt, weil sie rosa ist ^^ und immer dann zu blühen beginnt, wenn das neue Schuljahr anfängt.

    Die Azoreaner leben hauptsächlich von der Landwirtschaft – die Inseln decken immerhin ein gutes Drittel der gesamten Milchproduktion Portugals. Ziegen und Kühe sind das ganze Jahr über im Freien und haben hier Vorfahrt!

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    Weil Terceira keine Strände hat, baden die Azoreaner an der wilden Küste in Naturschwimmbecken – und frönen dabei auch ihrer Leidenschaft für’s Picknicken.

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    Die Städte auf Terceira sind klein und unspektakulär, aber pieksauber und schön herausgeputzt. Das Beeindruckendste aber ist die menschenleere, unverbaute und wunderbare Natur…

    https://forum.pooldeck24.de/forum/thread/17403-warum-wurde-mein-foto-gelöscht/

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    Es war ein wunderbarer Phoenix-Ausflug, der mit seiner Länge von 9 bis 17 Uhr und einem guten, dreigängigen Mittagessen 65 Euro kostete. Ein wirklich fairer Preis!

    Das Wetter ist spätsommerlich warm, um die 22 Grad. Und so werden wir Horta morgen auf jeden Fall anlaufen können. Freut Euch auf das ganz andere Faial!

    Fortsetzung folgt.

    Freitag, 18.Oktober

    MS Artania in Bewegung, und nicht nur vorwärts – oder: das Rätsel der ersten Nacht ist gelöst

    In der Nacht hat mich mehrfach heftiges Schaukeln geweckt, und dabei habe ich wieder mal ein Gefühl wie Sodbrennen und dass der Magen bis zur Kehle hochgerutscht ist 8|. Sein Inhalt bleibt diesmal aber da, wo er hingehört:thumbup:. Und ich habe jetzt eine Idee, woher das kommt: mein Bett steht quer zur Fahrtrichtung, und das Schiff schaukelt nicht nur, sondern rollt auch deutlich. Dadurch ergibt sich ein Kopf runter-Kopf rauf-Kopf runter-Kopf rauf-Effekt, der wohl verantwortlich ist, dass mein Mageninhalt verrutscht:rolleyes:.

    Dass mir trotzdem überhaupt nicht schlecht ist, wundert mich allerdings :/ – und verwundert schlafe ich wieder ein.

    Mein morgendlicher Gang aufs Promenadendeck sagt mir: es ist windig, aber warm und vor allem – trocken!:thumbup:

    Um elf gibt es einen Jazz-Frühschoppen, draußen in der Phoenix Bar, die Artania Show Band macht das wirklich klasse (auch wenn es eher jazzig als Jazz war).

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    Den Nachmittag verbringe ich lesend – herrlich! – und abends brezel ich mich ein bisschen auf: es ist wieder mal Gala-Diner, und einmal wenigstens will ich mich dem nicht verweigern. Ich werde an den Tisch gesetzt zu einem älteren Herrn, der tatsächlich Fliege und weißes Dinner-Jackett trägt. Ich komme mir ein bisschen underdressed vor, denn auch bei den Damen ist Abendgarderobe zu sehen.. Der Herr ist nett, erzählt aber ununterbrochen von seinen Heldentaten in der Bütt, die er als eingefleischter Mainzer Karnevalist vollbracht hat. Das Essen ist gut, aber nicht besser als an all den anderen Tagen. Und dafür hab ich extra einen Bogen um die Kaffeestunde gemacht – das Motto war „Alles Schokolade“ ;(!

    Morgen muss ich schon um 7 Uhr aufstehen, denn um kurz nach neun sammeln wir uns zur eintägigen Terceira-Rundfahrt. Ich freu mich wie Bolle darauf!

    Fortsetzung folgt, vielleicht heute noch

    Immer noch Donnerstag, 17.Oktober

    Ein Gitarrist mit Gleichgewichtsproblemen – und der Abreisetag kommt in Sicht

    Eigentlich müsste ich nach soviel Frühstücks-Schlemmerei diverse Runden auf Deck 4 drehen (hatte ich mir auch vorgenommen), aber es schaukelt doch so stark, dass man sich nur langsam, breitbeinig und immer schön mit einer Hand am Geländer fortbewegen kann=O

    Mit dem Seegang hat dann auch Gitarrist Wolfgang Gerhard zu kämpfen, der zusammen mit Valdeci Oliveira als Gastkünstler-Duo mehrfach auftritt und heute in der Pazifik-Lounge allein eine Matinee mit spanischer Gitarrenmusik gibt. Es werden phantastische 60 Minuten – nicht nur, weil er ein erstklassiger Gitarrist ist, sondern weil er auch sehr informativ, anschaulich und überaus sympathisch Details zu den gespielten Stücken, zu Fado, Flamenco und klassischer spanischer Gitarre erzählt. Dabei hat er doch erheblich mit dem Geschaukel zu kämpfen – ist ja nix mit festhalten, weil man beide Hände zum Gitarre Spielen braucht …:huh:

    Abends bekomme ich schlechte Laune: auf der Kabine liegt eine Mitteilung, dass man ab sofort einen Ausflug am Abreisetag buchen kann, der dann am Flughafen endet. Buchen will ich, an den Abreisetag denken will ich aber nicht!X(

    Heute nacht werden die Uhr noch eine Stunde zurückgestellt: die Azoren sind tatsächlich 2 Stunden vor deutscher Sommerzeit. Höchste Zeit, wieder ins Bett zu fallen.:sleeping:

    Fortsetzung folgt.

    Donnerstag, 17.Oktober

    Halbzeit auf dem Atlantik – und ein kleiner Schlemmer-Exkurs

    Seetag, herrlich! Ausschlafen bis acht Uhr und zum Start ein opulentes Frühstück !! Ich fotografiere nicht gern Essen, aber das Frühstücksbuffet ist so phantastisch, dass ich dafür eine Ausnahme gemacht habe: Alleine 23 verschiedene Sorten Brot, Brötchen und süßes Gebäck….

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    …..erstklassiger Schinken, allerlei Wurstsorten, täglich frisch gemachter Fleischsalat, Weichkäse, Hartkäse (der allerdings eher banal)…


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    ...grandioser Räucherlachs plus einem täglich wechselnden anderen Räucherfisch

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    ….. Obstquark, Müsli, Porridge, Milchreis, frische Früchte, heiße Würstchen, baked beans, krosser Speck, hartgekochte Eier, Rösti…

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    … und natürlich Marmeladen, Honig, frische Früchte, Säfte. 5-Minuten-Eier, Omelette, Rühr- oder Spiegelei konnte man direkt beim Kellner ordern, ebenso diverse Sorten Tee und alle paar Tage Extras wie Egg Benedict, Pfannkuchen mit Blaubeeren, etc.

    Fortsetzung folgt (aber nicht mehr vom Frühstück :P)

    Mittwoch, 16.Oktober

    Die Stadt mit dem unaussprechlichen Hafen

    Wir erreichen Porto, bzw. seinen Hafen Leixoes, den unaussprechlichen. KD Klaus Gruschka behauptet, es hieße „Leschöhs“, mit weichem sch, das habe ihm ein Portugiese erklärt. Der muss aber schon lange aus der Gegend weggewesen sein, denn in Portos Touristeninfo werde ich erstmal verständnislos angeguckt, als ich nach dem Bus nach „Leschöhs“ frage, und dann erst kam die Erleuchtung: „Ah – Lescho-esch?“ Mit zwei weichen sch und knapp getrenntem o und e. Ach, Portugisisch wird mir auf ewig fremd bleiben …ich kapier einfach nicht, wann was genuschelt werden muss.

    Aber von vorn: Dank einer absolut genialen, idiotensicheren Beschreibung hier im Forum - wer immer das war, nochmal herzlichen Dank :*:*:* – kam ich mit dem Bus 500 ganz mühelos nach Porto und zurück. Eine wunderschöne Tour, immer am Wasser lang, erst Meer, dann Douro und dann in die Stadt:

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    Dort bin ich erstmal durch die Altstadt gebummelt, habe nach Mitbringseln Ausschau gehalten und nach den wunderschönen Azulejos


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    Und was bringt man von hier mit – natürlich Portwein, allerdings nicht in dieser Preisklasse

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    Und ein (virtuelles) Souvenier für uschisiggi

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    Am Ufer des Douro...

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    gegenüber vom „Portwein-Ufer“ Gaia hab ich wieder ein Gläschen Vinho Verde bestellt, bekam diesmal einen "tipico" Mandelkuchen dazu

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    Aber der stand dann, obwohl nicht bestellt, mit 3 Euronen auf der Rechnung;)

    Die Uferzonen in Ribeira wie auch in Gaia fand ich sehr touristisch und wenig ursprünglich. Bin deshalb nach nicht allzu langer Zeit zurück in die Altstadt, und von dort mit dem Bus 500 wieder zurück zum Schiff. Immer hin mit anderthalb Flaschen Portwein im Gepäck und diversen Magneten.

    Neu an Bord sind inzwischen rund 100 weitere Gäste, die zum Teil nach Malaga noch weiter fahren zu den Kapverden und von da die gleiche Strecke zurück nach Hamburg (woraus dann überraschend Bremerhaven wurde).

    Ich gehe wieder mal früh schlafen, denn morgen ist der erste von zwei Seetagen auf dem Weg zu den Azoren - meinem absoluten Höhepunkt. Für jeden Tag auf Terceira, Faial und Sao Miguel habe ich Ausflüge gebucht. Zwei ganztags und einen halbtags. Freut euch auf drei sehr verschiedene, traumhaft schöne Inseln!

    Aber jetzt geht es erst mal quer über den Atlantik!

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    Fortsetzung folgt.

    Dienstag,15.Oktober

    Villagarcia de Arousa: Wo man Touris noch leiden mag

    Wieder mit 12 Uhr eine späte Ankunft (wobei unser Käptn von der Brrrrrügge immer überpünktlich bis zu früh anlegt), so dass ich es wieder ganz gemütlich angehen kann. Ich verlasse das Schiff ohne Lunch, denn Villagarcia gilt als Stadt der Krusten- und Schalentiere. Und die möchte ich gern essen.

    Als erstes stoße ich auf den Markt, der ein buntes Sortiment anzubieten hat:

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    Und natürlich die besagten Krusten- und Schalentiere, die man sich aber leider selbst zubereiten muss

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    Das Städtchen selbst ist völlig unspektakulär, um es mal vorsichtig auszudrücken, und alle Bürgersteige scheinen hochgeklappt zu sein. Naja, ist ja auch Siesta-Zeit. Also lass ich mich – jetzt immerhin bei Sonnenschein!!! – vor einer Bar nieder und bestelle einen weißen Hauswein. Der ist sehr ordentlich, aber es kommt noch besser: die Tochter des Hauses taucht noch mal auf und fragt mich, ob ich nicht auch das gern hätte, was die drei Spanier am Nebentisch vor sich stehen haben. Klaro, will ich haben, und sie bringt mir Schinken, Käse und ein leckeres Röstbrot mit Olivenöl.

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    Das gefällt mir so gut - in der Sonne!! – dass ich noch ein Glas Wein bestelle. Bringt sie sofort und wenig später eine Schale mit Linsensuppe und Chorizo, müsse ich unbedingt probieren, das sei typisch galizisch!

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    Wohlig satt (adieu, ihr Krustentiere) und zufrieden gehe ich in die Bar, um zu bezahlen. Dort regiert die Mama, und sie bringt mir eine Rechnung, auf der steht: 3,80 € =O

    Also, das geht ja nun gar nicht und schreit nach einem dicken Trinkgeld, nein, nach zweien: eins für die liebevolle Bewirtung und eins für das leckere Essen. Das versuche ich dem jungen Mädel klarzumachen, und sie protestiert vehement. Alles mit Kauderwelsch, Händen und Füßen, denn ich spreche kein Spanisch und sie kein Englisch. Die Mama schmunzelt, dieTochter nimmt endlich den Schein – aber nicht, ohne mir noch eine Tüte mit Croissants in die Hand zu drücken, als Dessert.

    Wir verabschieden uns herzlich :love:, ich fotografiere noch das einzige historische Gebäude der Stadt – ein alter Konvent – und schlendere zum Schiff zurück. Was für ein schöner, entspannter Tag bei 18 Grad und Sonne.

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    Fortsetzung folgt

    Montag, 14.Oktober

    Mein Initiations-Erlebnis, noch mehr Geschaukel und uneinsichtiges Wasser

    Ein Seetag nach einer sehr schaukeligen Nacht, Windstärke 7, Seestärke 6. Alles wankt durch die Gänge, auch die Crew. Erste Gegenmaßnahmen werden getroffen.

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    Beim – erstaunlicherweise gut besuchten – Frühstück erfahren wir durch den Kreuzfahrtdirektor nicht nur unsere genaue Position, sondern auch, dass der Pool entleert wurde „weil das Wasser nicht davon zu überzeugen war, im Becken zu bleiben“. Schade, man hätte sonst ein Wellenbad nehmen können.

    Ich verliere an diesem Morgen meine Jungfräulichkeit in Sachen Egg Benedict. Endlich!


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    Aber, lieber ebenezer, so leid es mir auch tut: I mogs net! <X

    Das auf Deck 8 in der Kopernikus Bar geplante Riesenschaschlik wird in die Restaurants verlegt, denn – Überraschung! – es regnet.

    Abends das erste Galamenü mit vorherigem Shakehands – beides ohne mich. Und während die Artania mit 16 Knoten gemütlich gen Villagarcia in Nordspanien schippert, falle ich mal wieder in Tief-:sleeping:

    Fortsetzung folgt

    Sonntag, 13.Oktober

    Noch einmal Jugenderinnerungen – und ein unanständiger Mann

    Wieder um 7.30 Uhr vom Vibrieren geweckt. Da meine gebuchte Panoramafahrt durch Dorset erst um 13.25 Uhr beginnt, habe ich einen herrlich entspannten Vormittag auf dem Schiff vor mir. Es regnet leicht, ist aber windstill und verspricht, sogar besser zu werden, auch wenn es noch nicht so aussieht ...

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    Und tatsächlich startet unser Ausflug bei Sonnenschein! Unsere Guide heißt Silva, ist Deutsche und lebt seit 27 Jahren in Südengland. Sie vermittelt uns vor allem Geschichtliches, das Brexit-Thema ist zum Glück keins auf dieser Tour.

    Und ich schwelge diesmal in schönen Erinnerungen an eine liebliche Landschaft:

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    Höhepunkt ist das Dörfchen Cerne Abbas…

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    …und natürlich ein Besuch beim „Riesen von Cerne Abbas“ – einer 55 m großen Figur, die in den Kalksteinboden geritzt wurde und mit einem gewaltigen Gemächte (über sieben Meter!) ausgestattet ist. Von wem und warum, ist bis heute nicht wirklich bekannt.


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    1694 wurde das Scharrbild zum ersten Mal erwähnt, das genaue Entstehungsalter ist aber bis heute nicht festzustellen. Die Deutungen reichen von einem Abbild des Herkules (wegen der Keule), einem Fruchtbarkeitssymbol (wegen – na Ihr wisst schon) bis zu einer politischen Karikatur des 17.Jahrhunderts, die Oliver Cromwell verhöhnen sollte. Beeindruckend ist der Riese allemal.

    Um 18 Uhr sind wir wieder an Bord, direkt danach legen wir ab – verabschiedet von drei ohrenbetäubenden Böllerschüssen.

    und einer skurrilen britischen Band mit Südseeklängen.

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    In seiner abendlichen Ansprache spricht der Kapitän von 6-7 Windstärken in der Nacht. Denn: wir durchfahren die Biskaya!

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    Fortsetzung folgt

    Samstag, 12.Oktober

    Erinnerungen an die Jugendzeit oder: Abschied von der rosaroten Brille

    Kurz vor sieben Uhr Ortszeit (in der Nacht wurden die Uhren eine Stunde zurückgestellt) weckt mich das Heckstrahlruder – das Schiff vibriert beim Anlegen. Wir sind in Dover, die Aussicht auf die weißen Kreidefelsen hab ich verschlafen. Ich habe keinen Ausflug gebucht, will nur durch Dover bummeln, in Erinnerung an meine Teenagerzeit, als ich mehrfach in Südengland war und dabei auch fast immer in Dover anlandete. Ich war damals nicht nur glühender Beetles-Fans, sondern auch anglophil bis zum Abwinken. Am liebsten wär ich nach England umgezogen.

    Nach gemütlicher Morgentoilette und einem ausgedehnten Frühstück geht es – decksweise eingeteilt - um 9.20 zum Facecheck durch die britischen Behörden in der Altantik Show Lounge: eine Angelegenheit von 3 Minuten. Kurzer Blick in den Pass, dann ins Gesicht und man wird durchgewunken. Aber sie bauen sich äußerst imposant auf, die uniformierten Beamten …

    Mit dem Shuttlebus der Stadt Dover geht’s in das 2,5 km entfernte Stadtzentrum, das diesen Namen nicht wirklich verdient.

    Der Fahrpreis beträgt 8 € hin und zurück, je eine Fahrt, zahlbar ausschließlich per Karte – no cash accepted! Es nieselt leicht, ist
    grau in grau. Und das Stadtbild deprimierend. Ich habe das Gefühl, als hätte sich in den letzten 50 Jahren hier nichts verändert…

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    Wenigstens einige wenige hübsche Gebäude kann ich fotografieren…

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    …dann geht es nach einer guten Stunde mit dem Shuttle zurück an Bord. Dort erfahre ich von anderen Passagieren, dass sie in der Stadt ein riesiges Plakat gesehen hätten vom geplanten Aus- und Umbau des Hafens. Es hätte ganz, ganz toll ausgesehen. Und darunter hätte gestanden „Gefördert von der Europäischen Union“ … Tja, das ist dann wohl mal wech. Genauso wie meine rosarote England-Brille von damals. Ein bisschen traurig bin ich dabei aber schon! ;(

    An der Phoenix Bar lerne ich dann später Christel, Peter und zwei Ullas kennen, und wir klönen uns richtig schön fest - das erste, aber nicht das einzige Mal:)

    Nach dem Ablegen um 19 Uhr beginnt bald wieder das nun schon gewohnte Schaukeln – schwierig im Buffet-Restaurant, wenn man mit seinen ausgewählten Speisen zum Tisch will. Aber die netten Artania-Kellner sind sofort zur Stelle: Einer entreißt mir die Suppentasse, der andere den Salatteller und ein Dritter verkündet: „Ich trage Madame an den Tisch!“ Immer gut drauf, die Jungs und Mädels, immer bereit für einen Spaß und sehr, sehr aufmerksam!

    Und wieder horche ich schon gegen halb elf an der Matratze – die Show am Abend schaffe ich auf dieser Reise fast nie:sleeping:

    Fortsetzung folgt


    Freitag, 12.Oktober

    Eine Enttäuschung – und ein nicht ganz ungetrübtes Spezialmenu

    Die Ankunft in der Diamantenstadt Antwerpen, auf die ich mich sehr freue, ist geändert worden: aufgrund des aktuellen Wasserstandes liegen wir dort von 11 bis 19 Uhr statt von 13 bis 20 Uhr. Nach einer langen Einfahrt durch die Westerschelde nähern wir uns dem Hafen. Bei Sprühregen und kaltem Wind nicht wirklich ein Genuss, das auf Deck 4 zu verfolgen, doch heiße Boullion versöhnt etwas mit dem Wetter.

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    Warum wurde mein Foto gelöscht?

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    Ich gehe so schnell wie möglich von Bord, denn ich bin wirklich neugierig auf diese Stadt. Der Weg ist nicht weit, wir liegen quasi direkt in der Altstadt. Die hat zwar schöne alte Gebäude, ist aber ist ein einziges Kneipenviertel, in dem wohl nur abends etwas Atmosphäre zu spüren ist...

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    https://forum.pooldeck24.de/forum/thread/17403-warum-wurde-mein-foto-gelöscht/

    Jetzt wird auch noch aus dem Getröpfel von oben ein regelrechter Schnürregen, und ich mache mit nach einem belgischen Bier nach nur 2 Stunden auf den Heimweg. Da habe ich dann wenigstens noch ein idyllisches Eckchen entdeckt:

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    Mag sein, dass das schlechte Wetter zu meiner Enttäuschung beigetragen hat- aber diese Stadt hatte für mich so gar kein Flair.

    Wieder an Bord, hab ich es mir mit meinem Buch und einem Nachmittagsschläfchen gemütlich gemacht, dann in der Phoenix-Bar einen Kaffee getrunken - wo der Kellner an diesem zweiten Tag an Bord bereits meine Kabinennummer kannte ...!

    Dann hieß es Aufbrezeln für das Extra-Menü "Kulinarisches Europa" in der Bodega-Bar. Dazu musste man sich wegen der sehr begrenzten Plätze extra anmelden. Es wurde aber während der gesamten Reise immer wieder angeboten, so dass jeder seine Chance bekam. Das Essen war, nun ja, gut aber nicht besonders, eher ein nettes "goodie" außer der Reihe. Das Steak im Hauptgang war das kleinste, das ich je auf dem Teller hatte: kaum größer als ein 2-Euro-Stück :DUnd ich hatte leider einen Meckerer und Besserwisser am Tisch ...:(

    Der Abend endete trotzdem schön mit einigen Absackern und netten Gesprächen in der Phoenix Bar und wie immer mit einem stimmungsvollen Auslaufen, diesmal Richtung Brexit-Land.

    Fortsetzung folgt


    Donnerstag, 10.Oktober

    Auf dem Weg nach Ijmuiden und Haarlem

    In der Nacht hat sich alles etwas aufgeschaukelt: Wir haben Windstärke 7 Beaufort und Seestärke 5. Alle gehen ziemlich breitbeinig und um es vorweg zu nehmen: das wird sich auch bis zum Ende der Reise nicht mehr ändern.

    Wir haben 14 Grad, abwechselnd Sonne und Wolken, böigen Wind. Erst um 12.30 sollen wir in Ijmuiden ankommen, eigentlich Zeit genug, das mir noch unbekannte Schiff zu erkunden. Aber um 11 Uhr gibt es schon den maritimen Frühschoppen. Hab zwar erst vor kurzem gefrühstückt, aber bei Fisch kann ich nicht widerstehen .

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    Ich sitze in der Nähe des kleinen Pools auf in der Kopernikus Bar auf Deck 8 und kriege nasse Füße - das Wasser beibt bei dem Geschaukel nicht dort, wo es eigentlich hingehört :D

    Überpünktlich kommt das das idyllische Ijmuiden in Sicht...

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    ... und überpünktlich legen wir an. Mich zieht es nach Haarlem – ein halber Tag ist mir für Amsterdam (das ich schon kenne) zu wenig. Und dank andreaO :* habe ich eine perfekte Beschreibung, wie da per Bus hinzukommen ist. Ein hübsches Städtchen und eine sehr gute Alternative zu Amsterdam:

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    Zurück auf dem Schiff, finde ich eine Überraschung vor:

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    Die wandert in die Minibar, die groß genug ist für solche Flaschen. Und dann ist endlich Zeit, ein bisschen mehr vom Schiff zu erkunden:

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    Das Abendessen findet wieder - und bis auf einen Abend nun immer - im Lido Büffetrestaurant statt. Mr gefällt, dass ich das selbe Angebot habe wie in den beiden Bedienrestaurants, es aber so kombinieren kann, wie ich möchte.

    Dagegen bin ich jeden Morgen im Artania Bedienrestaurant, zwei Decks unter meiner Kabine. Das wird mein immer gleiches morgendliches Ritual: Auf Deck 5 aufstehen und fertig machen, dann auf Deck 4 mal raus aufs Promenadendeck, nach Wind und Wetter gucken, danach auf Deck 3 zum Frühstück. Und so kann ich mit Stolz verkünden: Ich hab nur selten den Fahrstuhl benutzt :P

    Um 22 Uhr wird abgelegt, ich schau mir das natürlich wieder an - ist immer soooooschön mit der Musik. Schaun'mer mal, was die Nacht so bringt...

    Fortsetzung folgt.


    Immer noch Mittwoch, 9.Oktober – und man soll den Tag nicht vor dem Abend/der Nacht loben


    Gegen 19 Uhr gab es dann auch die Begrüßung des Kapitäns von der Brrrrrügge mit der Wettervorhersage für die Nacht und den folgenden Tag. Der Wind sollte mit 4-5 Beaufort blasen, und es gäbe „keine Warnung. Ich wiederhole: keine Warnung!“ Wieso klingt das für mich nicht so richtig beruhigend? :/ Naja, ich bin ja seefest…

    Also zum Abendessen ins Lido Büffetrestaurant. Davon war ich so angetan, dass ich beschloss, es zu meinem Frühstücks- und Mittagsort zu machen – obwohl ich eigentlich eher der „Typ Bedienrestaurant“ bin. Dort traf ich auch wieder auf Gerlinde Gerli. Wir waren uns schon im Kreuzfahrtterminal über den Weg gelaufen, und sie hatte mich doch tatsächlich sofort wiedererkannt: wir waren vor drei Jahren auf der Artania zusammen unterwegs. Wir aßen nur eine Kleinigkeit und dann zog es mich schon auf die Kabine. Ich weiß nicht, warum – aber auf See überkommt mich dauernd eine bleiernde Müdigkeit …:sleeping:

    Wir sind 1000 Paxe an Bord. Im Bett ist es gemütlich. Um 22.30 zeigt der Fenseher Windstärke 6 Beaufort an, das Schiff beginnt nun auch, leicht zu rollen. Ich schlafe tief und fest. Bis gegen ein Uhr. Da wache ich auf und spüre so etwas wie Sodbrennen im Hals, der Magen sitzt scheinbar da, wo ich sonst die Speiseröhre habe – also sehr weit oben. Ich stehe auf, um einen Schluck Wasser zu trinken. Kaum ist der die Kehle runter, meldet er sich zurück: „Huhu, da bin ich wieder- und guck mal, was ich alles mitgebracht habe!“=O

    Mir ist nicht schlecht, ich fühle mich eigentlich sogar sauwohl, aber trotzdem landet alles in der Kloschüssel, was ich die letzten Stunden zu mir genommen hab. Eine der berühmten K….tüten hätte da nicht gereicht!

    Danach geht’s wieder ins Bett, und ich schlafe genauso tief und fest wie vorher durch bis zum frühen Morgen. Großes Rätsel für mich: doch seekrank? Ohne Übelkeit? Ist mir auf der ganzen Reise auch nur dieses eine Mal passiert.

    Fortsetzung folgt