Auf allen Außendecks lagen solche Matten aus. Diese siehst Du auch in einem Bild von Alta am Vormittag. Darauf ließ es sich wirklich sehr gut laufen. Und die Mannschaft war auch immer sehr bemüht, die Wege möglichst schnell wieder schneefrei zu bekommen. Problematisch waren nur mal früh am Morgen so ca. 1-2 Meter wo man aus Platzgründen diese Matten nicht hinlegen konnte. Dort war es dann auch mal ziemlich glatt. Aber das war gut zu sehen und taute ja dann auch wieder sehr schnell ab. Wer nicht sicher auf den Beinen ist, musste dann eben mal für kurze Zeit einen anderen (weiteren) Weg nehmen. Insgesamt können wir uns über den Einsatz der Besatzung bei Schnee und Eis nur absolut lobend äußern. Beispielsweise hätte ich nie gedacht, dass sogar auf unserem Balkon jemand zum Schneeschippen kommt, wo man doch davon ausgehen konnte, das die ganze Pracht spätestens am nächsten Tag weggetaut sein würde.
@AstraNick Nun ja, sagen wir mal so. Es ist schon noch weiter gegangen. Aber leider wurde das Wetter in den nächsten Tagen (außer Sonntag morgen) nicht wirklich besser. Aber das spielte für mich keine Rolle. Meine beiden Highlights dieser Reise hatte ich in den Nächten von Tromsø und Alta. Vor allem wollte ich mir sebst beweisen, dass ich seit Island doch noch ein wenig dazugelernt habe, was das Fotografieren in der Nacht angeht. Von daher hatte sich für mich an dieser Stelle diese Reise schon mehr als gelohnt. Der Rest war einfach nur noch Zugabe und Entspannung.
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Der Treffpunkt für den Nachtausflug „Polarlicht“ ist um 19:15 Uhr im Theater. Dort gibt es dann erst mal eine gute dreiviertel Stunde eine Vorstellung der Firma Glødexplorer und Hinweise zu Fotoeinstellungen. Glødexplorer hat rund um Alta 3 Camps von denen eines angefahren wird (jeweils das, wo die Wetterbedingungen für die Sichtung von Polarlicht am geeignetsten erscheinen).
Wir werden heute in das am Weitesten entfernte Camp fahren, es liegt ca. 45 Minuten landeinwärts. Um 20:00 Uhr machen sich also schon mal 4 Busse dorthin auf den Weg. Um 21:30 Uhr werden es nochmals 4 Busse sein. Im Camp selber wird es dann ein Haus geben, in dem man sich zwischendurch mal aufwärmen kann, wo es warme Getränke und Kuchen gibt und natürlich auch Toiletten.
Draußen sind immer Guides von Glødexplorer unterwegs, die Fotos machen, helfen und Tipps geben. Was Polarlichtausflüge angeht, hat diese Firma hier oben das Monopol. Wenn man sich nicht darauf verlassen will, dass man vom Schiff aus Polarlicht zu sehen bekommt, dann führt praktisch kein Weg an einem Ausflug mit Glødexplorer vorbei.
Ich vermute mal, als AIDA beschloss, diese Winterreisen hier hoch zu machen, haben sie in der Firma fünf Tage durchgefeiert. Wann bekommt man schon mal so viel Umsatz auf einem goldenen Tablett serviert?
Als wir ankommen, ist vom Polarlicht weit und breit nichts zu sehen. Aber was für ein Sternenhimmel!
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Alle sind aus dem Häuschen und rennen was das Zeug hält, hinein ins Dunkle. ‚Ah, es muss dunkel sein, damit man auf den Fotos was sieht...’
Und das Beste ist dann auch noch, dass die, mit diesem Spruch auf den Lippen, dann auch genau die sind, die keine Ahnung von Ihrer Kamera haben. Man hätte meinen können, dass da hinten im Dunklen gerade irgendein Popsternchen erschienen sei. Anders kann ich mir dieses Blitzlichtgewitter nicht erklären. Amüsant fand ich auch die Dame, die die ganze Zeit durchs Gelände stolperte, dabei ihr Tablet immer schön vor sich über den Kopf gen Himmel haltend und ständig: „Ich seh nichts, ich seh nichts.“ vor sich hin jammerte. ‚Nein, liebe Leute. So wird bei Euch nie ein Schuh draus!‘
Ich lasse sie alle rennen und liefere hier den Beweis... (Anmerkung: In der Nacht in Tromsø habe ich ungefähr 150 Fotos gemacht. Ich bin wählerischer geworden und werde heute Nacht nur ungefähr die Hälfte der Fotos machen. Davon hab ich dann zu Hause ca. nochmal die Hälfte weggeworfen und für die Auswahl der nun kommenden Fotos hab ich trotzdem noch über 3 Stunden gebraucht. Das, was ich Euch nun zeigen werde, finde ich selbst ziemlich gelungen. Betonen möchte ich aber noch, dass diese Bilder exakt so aus der Kamera kamen. Hier ist nichts, aber auch gar nichts nachbearbeitet oder aufgepimt. Das gilt natürlich auch für die Bilder aus Tromsø. Es kann gut sein, dass Euch genau diese Bilder nochmal in einem Internetvideo unseres Kabinennachbars begegnen werden. Dort werd ich dann aber auch als Urheber genannt werden. Ich komm im Abspann vor – das hätt ich mir auch nie träumen lassen.)
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Hier noch mal ein schönes Beispiel, warum zusätzliches Licht bzw. Hintergrundlicht beim Fotografieren durchaus sinnvoll sein kann. Es ist dreimal das gleiche Motiv, aber:
Bild 1: ohne irgendein Zusatzlicht Bild 2: einer der wartenden Shuttle-Busse wendet und erleuchtet mit seinen Scheinwerfern den Vordergrund Bild 3: Wir denken uns: ‚was so ein Bus kann, das können wir auch’ und leuchten den Schneehaufen mit einer kleinen Taschenlampe an. Das bringt uns kurz den Zorn einiger umstehender Fotografen ein. Ich lächle nur und lade sie ein, sich das Ergebnis auf dem Monitor anzusehen. Selten ist es so einfach, die Leute zu überzeugen. Wieder sind alle Bilder ansonsten komplett ungeschönt.
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Zwischendurch wärmen wir uns auch einmal in dem Haus auf. Und irgendwann so gegen Mitternacht beschließen wir, zurück zum Schiff zu fahren. Organisatorisch ist es so gelöst, dass immer ein Bus dasteht, der zurück zum Schiff fährt. Ist der Bus voll, geht’s los. Es gibt somit keine feste Rückfahrzeit. Und erstaunlicherweise scheint dies auch ganz gut zu klappen.
Ja, die Unterschiede sind schon wirklich bemerkenswert. Es bringt ja nichts, über das Wetter zu meckern, aber bis auf Tromsø standen wir in jedem Hafen in dichtem Schneefall oder im Regen. So ein wenig ausgewogener hätte es insgeamt schon sein dürfen.
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Es ist sehr bedeckt und soll den Tag über immer wieder schneien. Ab 16:00 Uhr wird uns Wetterbesserung in Aussicht gestellt. Das wäre wünschenswert, den schließlich gilt Alta als DAS Nordlichtmekka in Norwegen.
Tagsüber haben wir für heute keinen Ausflug geplant, denn schließlich ist heute der 18. März. Der Finaltag des Finnmarksløpet. Ich weiß nicht, ob dies das größte Hundeschlittenrennen der Welt ist, aber es ist eine enorme Veranstaltung. Man stelle sich mal vor: innerhalb von einer Woche mit einem Hundeschlitten über 1.000 Kilometer von Alta bis nach Kirkenes und wieder zurück.
Aus dem Internet weiß ich, dass um 12:00 Uhr heute Mittag die Siegerehrung stattfinden soll und ich hoffe darauf, dass Alta vor Schlittenhunden nur so wimmelt. Nach einem ausgiebigen Frühstück wollen wir dann also den Shuttle-Bus in die Stadt nutzen.
Ach, da war doch noch was. Der Reißverschluss.
Die ersten zwei Versuche werden schon mal nix. ‚Vielleicht sollte ich die Jacke aufs Bett legen, zumachen (das hatte ja gestern zumindest noch funktioniert) und dann irgendwie in die schon zuhe Jacke reinkrabbeln?’
„Man könnte ja vielleicht irgendwie mit Klebeband...“
Mein Kopf ruckt ein Stück nach vorn und meine Augen werden riesengroß. „Das ist jetzt aber doch wohl nicht Dein Ernst! Da kannste mich ja gleich in die Jacke hier einstretchen lassen, so wie’n Koffer aufm Flughafen.“
Er grinst, „Möchtest Du die Arme dann mit rein oder doch lieber draußen?“
Wenn meine Blicke töten könnten...
Eigentlich fand ich es bisher ja immer ganz praktisch, mit einem Handwerker verheiratet zu sein. Ich meine, stellen wir uns doch mal die gleiche Situation vor, wenn ich mich damals in einen Manager verliebt hätte. Der würde stattdessen jetzt vielleicht einen Satz sagen wie diesen: „Süße, sag doch mal meiner Sekretärin, dass sie jemanden anrufen soll, der sich dann darum kümmert.“ Bin ich froh, dass er kein Manager ist...
Dann hat er doch noch eine andere Idee. „Zieh die Jacke an. ICH mache den Reißverschluss zu. Du hältst die Jacke straff.“ ‚Okay, im Straffhalten bin ich allererste Sahne.’
Zu diesem Zwecke geht er vor mir auf die Knie. ‚Hach, dass ich das noch mal erleben darf! Wisst Ihr, Männer – es ist so einfach, eine Frau glücklich zu machen! Manchmal kostet es noch nicht mal was, aber es schindet waaaahnsinnig Eindruck.’
‚Ups, er kniet ja immer noch. Hab ich was Wichtiges verpasst oder braucht er Hilfe beim Aufstehen?’
Weder noch. Na gut, dann muss es eben erst mal so gehen. Immerhin funktionieren die Klettverschlüsse noch, d.h. ich steh nicht völlig im Freien. So. Genug Zeit vertrödelt.
Während wir im Bus sitzen, beobachten wir die Mannschaft der AIDAcara beim befreien der Rettungsboote vom Schnee.
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Sie wurde 2013 eingeweiht und ist im Wesentlichen aus Beton, außen mit Titanplatten verkleidet. Im Innern findet sich eine 4,3 m hohe Christus Figur aus Bronze. In dem 7,5 m hohen Innenturm hängt eine goldene Jakobsleiter. Auf der Außenseite des Turmes sind die 12 Apostel aus goldenen Mosaiken abgebildet.
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Dafür das hier gerade dieses Hundeschlittenrennen zu Ende gehen soll, find ich es jaerstaunlich ruhig. Hab ich mich im Datum geirrt? Nein, hab ich nicht. Etwas weiter unten finden wir dann so etwas wie den Zieleinlauf.
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Hm, und wo sind jetzt die Hunde? Gleich daneben findet sich dieses doch eigentlich recht unscheinbare Zelt. Übrigens beachte man die Betonklötze. Wie man ein Zelt sturmsicher aufbaut, wissen sie hier offensichtlich.
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Drinnen werd ich schlauer. Hier sitzt nämlich so was wie die Rennleitung. Ich erfahre, dass die meisten der Teilnehmer schon seit heute nacht im Ziel sind. 6 Musher sind noch unterwegs. Die Ankunft des Nächsten wird so gegen halb drei erwartet. Auf einem großen Bildschirm mit Karte kann man sehen, wo sich die sechs im Moment befinden. GPS-Überwachung überall, was natürlich total Sinn macht. Bei der Siegerehrung um 12:00 Uhr bliebe es aber auf jeden Fall.
Na gut. Dann wandern wir noch etwas durch den Ort und schauen uns z.B. diesen Eisskulpturengarten und das Denkmal für die Arbeiter im Schieferbergbau an.
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Das Zentrum von Alta ist eher übersichtlich und wird – mal von der Kathedrale abgesehen – durch schmucklose Zweckbauten dominiert. Man ist hier gut beraten, einen Ausflug zu buchen.
Schlussendlich landen wir dann also doch in einem Einkaufszentrum. Dort kommen wir an einem Marktstand vorbei, an dem ein älterer Herr Geräuchertes anbietet. Ob ich den mal die Elchsalami probieren möchte? Gut, er kann ja nicht wissen, dass wir dies bereits gestern Tromsø getan haben und seitdem eine solche Salami in unserer Kabine darauf wartet, zu Hause verspeist zu werden. Hm, schmeckt nicht schlecht – hab ich aber schon. Ein ganz großer Knaller wäre auch diese Rentiersalami mit Rotwein... Ah, das ist neu. Ich probiere und befinde mich ab sofort im Salamihimmel. Leute, ihr macht Euch ja keinen Begriff, was dieses Zeug hier lecker ist. Der Umsatz ist ihm sicher. Ich hab ja gesagt, ich bin eher für die praktischen Mitbringsel.
Noch ein wenig durch die erste Etage bummeln, da tönt von hinten ein „Guck ma.“, an mein Ohr. Oh, Oh – das kennt Ihr ja schon. Dieser Satz zieht bei uns meist immer irgendwelche Ausgaben nach sich. Ich selbst wäre jetzt wirklich nicht auf die Idee gekommen, zwingend nach einer neuen Jacke zu gucken. Die Klettverschlüsse funktionieren noch, durch die kommende Nacht wär ich schon irgendwie durchgekommen und danach fahren wir nur noch Richtung Süden, also wird es auch nur noch wärmer (Frauenlogik).
Er dagegen – immer um mein Wohl besorgt – verbindet hier das Angenehme mit dem Notwendigen. Die Frau muss neu gewandet werden. Ich trotte also zurück zu dieser kleinen Boutique, vor der er stehen geblieben ist und nehme das Teil, welches er mir entgegenhält, in Augenschein.
Hm. Mein Shoppingberater hat Geschmack. Nur an den Feinheiten müssen wir noch arbeiten. „Meinst Du, die haben das Teil auch in meiner Größe?“
Haben sie. Ich probiere es an und bin sofort begeistert. Tolle Farbe, toll geschnitten. Die Jacke schön dick, ohne das sie mich dick aussehen lässt (und das ist nicht einfach), genau die richtige Länge – und das alles sogar auch noch als Winterschlussverkauf. Und wenn’s bei uns im nächsten Winter mal wieder so richtig kalt werden sollte, dann hol ich dieses Teil aus dem Schrank und werde mich sofort wieder an diesen Urlaub und an Alta erinnern. Das nenn ich praktisch.
Ab kurz vor 12:00 Uhr füllt sich dann der Zieleinlauf doch Zusehens.
Insgesamt haben am Finnmarksløpet 40 Musher teilgenommen, von denen 22 das Rennen dann auch beenden. Sieger dieses Jahres ist Petter Jahnsen, vor Marit Beate Kasin und Lasse Austgarden.
Wir sehen uns die Siegerehrung also an und an der Höhe der Preisgelder kann man schon erkennen, dass dieses Rennen ein sehr Bedeutendes sein muss. Der erste Platz erhält außerdem noch dieses schnuckelige Gefährt hier.
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Der junge Mann, der den dritten Platz belegt hat, ist mir ja am Sympathischsten, denn er bringt wenigstens einen der wirklichen Gewinner mit aufs Podium.
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Inzwischen fängt es wieder mal an zu schneien und da hier ansonsten so überhaupt nichts los ist, entscheiden wir uns dann doch, nicht bis gegen halb drei zu warten (dann wurde ja einer der 6 Teilnehmer erwartet, die bisher noch fehlen). Zurück auf dem Schiff ist die Mannschaft mal wieder beim Schneeschippen.
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Und das Wetter macht jetzt auch wieder nicht den Eindruck, als wenn es mit dem Polarlicht heute Nacht was werden würde.
Als wir auf der Kabine sind, werden wir von seltsamen Geräuschen vor der Balkontür aufgeschreckt. Na, der junge Mann hat aber ein ordentliches Trinkgeld verdient!
Freitag, 17. März 2017 Hafen Tromsø abends auf dem Weg nach Alta – 127 Seemeilen
Nach dieser aufregenden Nacht heißt es für mich erst mal wieder runterkommen, zur Ruhe kommen, Urlaub haben. Daher hatten wir von vornherein für heute keinen Ausflug gebucht. Unser Plan: mal im Polaria vorbeischauen und ein wenig durch die Stadt trudeln – schauen, was passiert.
Das Wetter für heute sieht doch schon mal wesentlich freundlicher aus als in den letzten Tagen.
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Auf dem kurzen Fußweg zum Polaria treffen wir auf diese Dame. Wenn sie sich nicht endlich mal richtig an die Haltestelle stellt, wird sie da wohl noch `ne ganze Weile warten.
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Dann gibt es hier noch ein Kino und das war’s dann aber auch schon. Auch das Becken für die vier oder fünf Robben finde ich persönlich ja ganz schön klein. Okay, wir wollten unbedingt mal her, aber wir müssen nicht noch mal hin.
Anschließend bummeln wir wieder Richtung Innenstadt, immer die Storgata entlang. Dabei stellen wir fest, dass Tromsø in unserer Erinnerung die „Stadt der Friseure“ sein wird. Auf den noch nicht mal 500 Metern zwischen Ølhallen und Kirkegata zählen wir allein acht Friseurgeschäfte. Weiter die Storgata bis zum Polarmuseum.
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Angenehmerweise ist das Wetter heute direkt frühlingshaft und windstill. Das passt mir gut, denn durch irgend so eine blöde Unachtsamkeit hab ich mir wohl in der letzten Nacht den Reißverschluss meiner Jacke ruiniert. So wie ich das Ding nach oben zuziehe, räuselt es sich von unten her wieder auf. Na Klasse! Da warten ja heute Nachmittag noch chirurgische Aufgaben auf Göga.
Eigentlich heißt es ja: „kein Bier vor vier“, aber es ist zumindest schon deutlich nach zwei, als wir unser letztes Ziel für heute ansteuern. Mack’s Ølhallen, die nördlichste Brauerei der Welt mit einem überwältigenden Angebot.
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Es soll schon Leute gegeben haben, die – von dem Angebot völlig überfordert – wieder raus sind, ohne ein Bier getrunken zu haben. Wir gehören da allerdings nicht dazu.
Wir sind zeitig genug wieder an Bord. Ich widme mich hausfraulichen Pflichten und besuche mal den Waschsalon.
Nein, watt is dat hier lustich. So Frauen unter sich ist ja auch nicht immer ganz einfach. Völlig unkompatible Vorstellungen hinsichtlich des Sauberkeitsgrades von Sportsocken prallen hier komplett ungebremst auf die irrige Annahme, dass das Ausräumen einer fertigen Waschmaschine 1 ½ Stunden nach Beendigung des Waschgangs immer noch absolut zeitnah wäre.
„... stehse auffer Cara im Sturmesbrausen und allet, watte siehst, is Oberh... äh Waschsalohon.“
„Mensch, Matta. Jegen dat hier, war‘n die Wellen ufm Meer ja nur `n leichtet Säuseln.“ Merke: Auch Indoor können Wellen hochschlagen!
Jungs, ihr macht Euch keine Vorstellung. Hier müsste mal jemand Mäuschen spielen. Das gäbe Stoff für mindestens drei Kabarettabende. Zumindest weiß ich nun, wie man eine Miele-Waschmaschine mit Hilfe einer AIDA-Bordkarte zwangsentriegelt.
Mein Mann versucht derweil, mit allen Hilfsmitteln, die das mitgeführte Nageletui bietet, den Reißverschluss meiner Jacke doch wieder für seine Aufgabe zu begeistern. Kennt ihr das? Solange ich die Jacke nicht anhabe, funktioniert der Reißverschluss. Sobald ich drinstecke, geht kaum noch was vor oder zurück. Sowas nennt man dann wohl „mieses Karma“.
Die AIDAcara ist ja nun mal ein relativ kleines Schiff. Außerdem kommt hinzu, dass man um diese Jahreszeit und in diesen Gefilden das Pooldeck nicht in dem Maße für Veranstaltungen nutzen kann, wie es z.B. im Frühling im Mittelmeer möglich wäre. Von daher finden viele Aktivitäten innen statt. Dabei spielt die AIDA Bar auf Deck 8 eine zentrale Rolle. Fast jeden Abend findet hier z.B. um 21:00 Uhr ein Tanzkurs statt. Heute im Angebot: „Rumba für Einsteiger“.
Also ich könnte das nicht – von der Rumba mal ganz abgesehen. Ca. 100 Leute sitzen bei ihrem Bier oder ihrem Cocktail mehr oder weniger daneben und schauen den fünf bis acht unverdrossenen Pärchen auf die Füße.
Eigentlich müsste es ja „Rumba für Draufsteiger“ heißen, sinniere ich so vor mich hin. Das eine Mädel kann einem echt leidtun! Andererseits nötigt mir seine Unverdrossenheit aber auch Respekt ab. Interessant ist auch ein etwas älteres Paar, dass über den Einsteigerkurs für meine Begriffe eigentlich schon hinaus ist. Egal, das Beste ist auf alle Fälle, wie sie ihn zusammenschei.., wenn er kurz mal unkonzentriert ist. Meine Fresse, die faltet bestimmt auch ein A4-Blatt auf die Größe eines cm², wenn’s sein muss.
Insgesamt finde ich diese Ortswahl sehr unglücklich, muss ich sagen. Die Anytime Bar z.B. wird in diesem Zeitraum nie genutzt und die max. acht Pärchen könnten dort ungestört üben, ohne sich den Blicken von Gaffern wie mir aussetzen zu müssen.
Das hier ist doch in etwa so, als wenn ich zu einem Fahranfänger sage: „Hör mal, das ist zwar Deine erste Fahrstunde, aber Du fährst jetzt einfach gleich mal in `nem Autocorso mit. Und wehe, Du würgst die Karre ab.“ Völlig klar, was dann passiert.
Seit wir gegen 20:00 Uhr Tromsø verließen, sind wir nun auf dem Weg nach Alta.
@GöttlicheDS Aha, Du meinst also, das war reiner Selbstschutz, bevor er sich an mir die Finger abfriert? Na, warte mal ab. Zu dem Thema hab ich dann in Alta noch eine schöne Geschichte (bei der er letzten Endes wirklich ausgesprochen gut bei wegkommt).
Tipps zur Polarlichtfotografie gibt es in etwas so viele verschiedene, wie Rezepte für Kartoffelsalat
Die meisten sagen, man solle mit der ISO nicht höher gehen als 800 und dann je nach Intensität des Lichtes zwischen 15 und 30 Sekunden belichten. Dazu dann die Blende so weit auf, wie's geht um möglichst viel "Licht" einzusammeln. So hab ich meine Polarlichtfotos vor 3 Jahren auf Island gemacht und fand es damals suboptimal. das lag damals aber auch am Motiv. Hab ich nämlich z.B. Bäume im Vordergrund dann ist das Mist. Kein Baum steht 15 oder 30 Sekunden lang "still". Somit werden die Bäume im Vordergrund dann zwangsläufig unscharf. Häuser dagegen laufen selten weg.
Nachdem ich damals meine Fotos zu Hause betrachtet habe, hab ich mir vorgenommen, beim nächsten Mal alles anders zu machen - egal was die Leute sagen. Von daher sind die meisten meiner Bilder nun mit einer ISO von 5000 - 6400 entstanden. Blende wieder auf, soweit wie's geht. Die Belichtungszeit lag bei allen Fotos zwischen 1,5 und 3 Sekunden. Ansonsten muss natürlich alles manuell an der Kamera eingestellt werden (Programm M, Stativ, Bildstabilisator unbedingt aus, sonst kann es sein, dass Du Dir die Kamera kaputt machst). Es kann auch ganz gut sein, wenn man die Gegenlichtkorrektur mit verwendet. das kommt aber immer auf die Umgebungshelligkeit und die Intensität des Polarlichtes an. Letzten Endes führt leider kein Weg am Probieren vorbei. Ein Patentrezept gibt es wohl nach meiner Meinung nicht - womit wir wieder beim Kartoffelsalat wären.
P.S. alle Angaben gelten für DSLR (von Kompakt- oder Bridge hab ich keine Ahnung)
Das ist nämlich das, was unsere Guides gesucht haben. Eine erste zarte Wolke, die darauf hoffen lässt, dass sich nun doch noch Polarlicht zeigen wird. Polarlicht wird nicht mit einem Schalter angeknipst, sondern es baut sich langsam auf. Zuerst ist es meist nur als ganz zarte graue Wolke zu erkennen. Es entwickelt sich…
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Hm. Das soll’s jetzt gewesen sein? Wir stehen für ungefähr 20 Minuten nun in der Gegend rum. Nein, im Moment hätte weiterfahren keinen Sinn. Der Platz hier wäre schon gut. Okay, ein paar Fotos hab ich ja schon im Kasten, aber die unterscheiden sich ja nicht groß von denen, die ich vor drei Jahren auf Island gemacht habe. So ein kleines bisschen anders hätt ich mir das schon noch gewünscht.
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Jetzt steigen wir doch wieder in den Bus und wechseln den Standort. Sollte sich das Polarlicht heute Abend doch noch einmal zeigen, so haben wir dann zumindest noch einen anderen Hintergrund für unsere Fotos. Weit kommen wir nicht. Diesmal ist auch keine Parkbucht in der Nähe. Mitten auf der Straße bleiben wir stehen und blicken überwältigt und fassungslos auf dieses Naturschauspiel.
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Irgendwann vergesse ich, zu fotografieren. Das ist so grandios. Der ganze Himmel brennt und wir stehen inmitten einer Korona, die sich rund um die Berge gebildet hat. Und dann fangen die Polarlichter wirklich an zu tanzen…
Wow. Es ist, als wenn man auf einer Bühne stünde und von allen Seiten fällt der Vorhang, geht wieder ein Stück hoch, fällt erneut, wirbelt...
Un-fass-bar schön!
Auch Anita und Michael sind hellauf begeistert. Zum einen, weil wir wirklich noch Polarlicht sehen in dieser Nacht, zum anderen, weil so eine große und vollständige Korona wohl wirklich nicht alle Tage zu sehen ist. Keine 5 Minuten später ist das alles vorbei. Das Polarlicht löst sich auf, schickt noch einen kurzen Gruß und ist dann verschwunden.
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Völlig überwältigt und überglücklich entern wir wieder unseren Kleinbus. Es ist sehr ruhig im Bus, alle sind noch irgendwie damit beschäftigt, das Gesehene zu begreifen. Das Wetter bleibt klar, daher kommen wir zügig voran – zurück Richtung Tromsø. Unterwegs immer wieder ein Blick aus dem Fenster, aber Polarlicht sehen wir keins mehr.
Als die Lichter von Tromsø merklich näherkommen und wir wieder mal über eine dieser Riesenbrücken fahren, werden auch die Mitfahrer alle wieder munterer. Und wieder geht’s rein in einen dieser Tunnel. Weiter hinten sind schon verschiedene Lichter und Schilder zu erkennen. Bestimmt wieder einer dieser Kreisverkehre. Wir biegen ein. „Drei, Vier!“, tönt es von hinten. „Ah.“ „Oh.“ Tja, was der Deutsche einmal gelernt hat, klappt eben. Anita lacht: „Ihrch seid unchlaublicch.“
So gegen 00:45 Uhr setzen sie uns dann wieder direkt am Schiff ab. Überglücklich und sehr dankbar für diesen tollen Abend verabschieden wir uns von den Beiden. Tusen Takk!
Auf der Kabine treffe ich dann auch meinen Mann wieder, der sich gerade die Nachrichten zu Gemüte führen will. Seit die Amerikaner sich einen neuen Präsidenten gewählt haben, sind die Nachrichten zwar nicht besser, aber auf jeden Fall wieder spannender geworden. Man kann ja nie wissen, was der Donald gerade wieder so verbockt hat! Schön langsam fange ich an, mich aus meinen Sachen zu pellen. Vor ungefähr dreißig Jahren hätte ich spätestens jetzt die ungeteilte Aufmerksamkeit meines Mannes genossen. Heutzutage muss ich darum mit Jens Riewa konkurrieren.
Als ich dann aber irgendwann bis auf mein Presswurstoutfit nichts mehr trage, habe ich gegen Herrn Riewa gewonnen. „Und haste jefroren?“ ‚Nich, so lang ick im Auto jesessen habe.’ „Nö - ging so.“ Das ist natürlich die Übertreibung des Jahres, denn ich kann überhaupt nicht sagen, ob mir kalt war oder nicht. Für Frieren oder Schwitzen hatte ich überhaupt keine Zeit – ich war mit Gucken beschäftigt!
Das Konzert in der Eismeerkathedrale war leider nicht so ganz das, was Göga sich erhofft hatte. Aber immerhin hat er noch ein nettes Foto mitgebracht.
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Und nachdem ich ihm dann mindestens eine Stunde von meinem Abend vorgeschwärmt habe, gelingt mir dann irgendwann vom Balkon aus auch noch eine nette Aufnahme.
du willst, dass wir genauer hinsehen...beim letzten Bild
...... ich habe auf dem PC zwar nichts gesehen
Genau, wer sucht der findet!
Wenn ich das Bild z.B. auf dem PC vor mir habe und dann mal aufstehe und mal aus einer anderen Perspektive draufsehe, dann sieht auch das Bild schon wieder etwas anders aus...
Donnerstag, 16.03. 2017 Seetag auf dem Weg von Bodø nach Tromsø = 199 Seemeilen
Den ganzen Tag wird es heute vorbei gehen an Sunden, Fjorden, Brücken und Inseln, bis wir gegen 16:00 Uhr Tromsø erreichen sollen. Erst mal bin ich relativ früh wach und dann bin ich auch gleich hoch auf’s Pooldeck. Eine Premiere steht an: Mein erstes Mal Schnee auf einem Kreuzfahrtschiff.
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Auch wettertechnisch sieht das erst mal gar nicht so schlecht aus und ich bete im Stillen, dass sich die Wolken noch weiter verziehen werden. Ich hoffe doch so sehr auf Polarlicht in den kommenden Nächten. Auch früh um halb sieben finden sich schon einige Leute, die dieses Schneeerlebnis mit mir teilen.
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Leider wird das Wetter an diesem Tag richtig verrücktspielen. Ungelogen alle 10 Minuten haben wir anderes Wetter. Es ist alles dabei: Nebel, Niesel, Sonne, Hagel, Schneefall…
Zwischen diesen beiden folgenden Bildern liegen genau 2 Minuten Differenz.
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Uff, das war mal wieder knapp. Wie man auf dem Foto sehr schön sieht, hat der Schneeregen uns mal wieder eingeholt. Das letzte der beiden obigen Nebelbilder ist zu diesem Zeitpunkt genau 3 Minuten alt. Nachdem wir durch die Brücke dann durch sind, hat man den Eindruck, die Welt ginge da hinten nun unter.
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Um kurz nach 16:00 Uhr sind wir dann in Tromsø angekommen. Wir lassen uns noch etwas Zeit, denn heute Abend werden sich unsere Wege trennen.
So gegen viertel vor sechs wird es nun aber Zeit, dass ich mich für mein Polarlichtabenteuer rüste. Heute Abend werde ich allein mit einem externen Anbieter auf die Suche gehen, mein Mann zieht ein nächtliches Konzert in der Eismeerkathedrale vor. Das hätte ich auch gern erlebt, aber ich kann mich ja schlecht teilen.
Heute nacht werden Temperaturen von bis zu –5°C erwartet. Da ich – im besten Fall – einige Stunden im Freien verbringen werde, heißt es, einigermaßen gut gewappnet zu sein. Früher, als wir noch jedes Jahr zu den deutschen Weltcups im Biathlon gefahren sind (natürlich nur als Zuschauer) und dort dann auch schon mal bis zu 6 Stunden in der Kälte standen, hab ich so meine Erfahrungen über mein persönliches Kälteempfinden gemacht. Bewährt hatte sich damals: Strumpfhose, normale Leggins, Skihose. Oben rum dann vier Lagen, 2 Paar Socken, dicke Stiefel, Kleingedöns – fertig. Und wehe, man musste dann noch mal aufs Tö!
Nun die Biathlonzeit ist für uns aus unterschiedlichen Gründen seit einigen Jahren vorbei und die angebotene Bekleidungstechnik machte Fortschritte. Daher hatte ich mir schon vor Weihnachten eine innen angeraute Thermoleggins aus irgend so einem Schnick-Schnack-Material gekauft. Zuhause das Ding dann mal brav gewaschen, aber bisher nicht benötigt.
Ich tauche also ab in die Tiefen meines Kleiderschrankes und fördere dieses Teil zutage. Ich halte es vor mich und bin entsetzt. Es ist ungefähr 40 cm lang und höchstens 12 cm breit. Ich persönlich empfinde mich ja als normal gewachsen und meine Beine sind definitiv länger als 40cm! Ach Du Sch...ande!
Mein Mann ist normalerweise ein richtig netter Typ. Er lacht gern und auch gern mal herzhaft, aber er kichert nur selten.
„DA IST STRETCH DRIN!!!“
Er wirft einen amüsierten Blick auf dieses Dingens, dann auf meinen Hintern und dann wieder auf dieses Dingens.
„So viel Stretch ist da NIE IM LEBEN drin.“
Verdammt! Das ist jetzt wohl einer dieser Momente, wo ich doch ganz gut die Dienste einer Hosenpresse (a la Finnlines) gebrauchen könnte. Insgeheim befürchte ich ja, dass er Recht hat, aber ich werde den Teufel tun und ihm das sagen!
5 Minuten und 30 Verrenkungen später hab ich mich in dieses Textil reingezwängt. Man sollte es nicht glauben, aber da ist doch jede Menge Stretch drin! Selbst die Beinlänge stimmt. Trotzdem fühl ich mich, als ob mein zweiter Vorname „Presswurst“ wäre. Das Angeraute trägt sich dann allerdings sehr angenehm und warm ist mir auch schon. „Dat sind die Wellen, Matta“, wen wundert’s!
Nachdem ich dann auch noch den Rest der ganzen Klamotten am Körper habe, komm ich mir vor, wie das Michelinfrauchen persönlich. Ich muss hier dringend raus, sonst kommt noch Dampf aus meinen Ohren. Schnell noch von GöGa verabschiedet, viel Spaß gewünscht und den Fotorucksack geschnappt. Polarlicht – ich komme!
Vor dem Schiff warten pünktlich die zwei Kleinbusse des Anbieters. Ich werde dem Bus von Anita und Michael zugeteilt, einem jungen Paar, welches – wie ich bald erfahre – seit 2 Jahren in Tromsø lebt und aus der Schweiz stammt. Zunächst einmal geht es in das „Hauptquartier“, das Büro. Dort werden – an den der will – noch warme Sachen oder Thermoanzüge oder auch Schuhe ausgegeben. Bei dieser Gelegenheit fällt mir ein junger Mann aus unserem Bus auf, der doch tatsächlich in ganz normalen Turnschuhen durch diese Nacht wollte. Vorstellungen haben manche Leute… Mein Michelinoutfit wird von den fachkundigen Damen für gut befunden und muss nicht aufgepimt werden. Hier besteht jetzt auch noch mal die Möglichkeit für einen Besuch der Toilette. „Lassen Sie alles raus, was Sie können, meine Damen.“ Wer könnte dieser Aufforderung schon widerstehen?
Dann geht es los in die Nacht. Zuerst ein Stück durch Tromsø und dann weiter – wahrscheinlich in die Berge. Kaum losgefahren, erfahren wir schon das erste Interessante über Tromsø. Die ganze Insel ist von Tunneln durchlöchert, wie ein Schweizer Käse. Aber die Norweger können nicht nur Tunnel, sie können auch etwas, was die ansonsten ja auch nicht Tunnel-unbegabten Schweizer nicht haben.
„Seccht Ihr da vorrrne, woch es breiter cchat uchnd wo die Childer stehen, da müsst ihchr dann mal chanz laut „Ah“ und „Oh“ maccchen.“
Wenn man dem Deutschen so eine konkrete Anweisung gibt, dann klappt das natürlich. Wir biegen in diesen unterirdischen Kreisverkehr ein, in den 4 Tunnelröhren münden, und ein begeistertes „Ah“ und „Oh“ erfüllt den Bus. Anita ist zufrieden und beginnt, von der Tunnelbegeisterung der Norweger zu schwärmen. Im nächsten Jahr will Norwegen ja mit dem Bau eines Schiffstunnels beginnen, durch den dann sowohl Fracht- als auch Kreuzfahrtschiffe werden fahren können. Sie sind schon etwas verrückt, diese Norweger.
Seitdem wir aus dem Büro wieder abgefahren sind, haben wir den zweiten Bus noch nicht wieder getroffen und wir werden ihn auch die ganze Nacht nicht wiedersehen. Jeder versucht sozusagen selbst sein Glück, wobei die Busse untereinander und auch mit dem Büro ständig in Verbindung stehen. Lt. meiner App war der KP-Index für die Nacht bei 3, also eher nicht so dolle. Anita erzählt, dass sie sich immer auf der Seite der Universität Tromsø informieren. Zur Vorhersage wird aber nicht nur der KP-Index genommen, es gibt da noch einen zweiten Wert, dessen Bezeichnung ich leider vergessen habe. Dieser Parameter misst ebenfalls die Sonnenaktivität und bewegt sich in einer Spanne von 5 bis 150. Bei uns war er 9 und Anita lässt schon mal ganz vorsichtig durchklingen, dass es heute nicht die idealsten Bedingungen für das Sichten von Polarlicht seien.
„Aberrr lasst den Ckopf nicccht chängen, wir ccchatten chon Näcchte, da war es genauso und dann warrr es wuuunderschön.“
Kann man wirklich so viel Glück haben?
Erst mal geht’s noch ein Stück durch Tromsø und wir erfahren, dass die Stadt ca. 75.000 Einwohner hat und der größte Arbeitgeber der Stadt das Krankenhaus ist mit ca. 4.500 Angestellten. Neben dem Krankenhaus gibt es gleich das Krankenhaushotel, in dem nicht nur Angehörige, sondern auch Patienten selber mal ein Zimmer nehmen, damit sie pünktlich zu geplanten Behandlungen da sein können. Bei den Wetterverhältnissen und den Entfernungen in der Finnmark macht das durchaus Sinn. Die Tromsøer sind außerdem sehr praktisch denkende Leute, daher haben sie die Skisprungschanze direkt neben das Krankenhaus gebaut.
Die Polarnacht dauert in Tromsø vom 21. November bis 21. Januar. Nach dem 21. Januar geht das daher mit dem „Längerwerden“ der Tage sehr rasant. Jeden Tag geht die Sonne dann ca. 10 Minuten früher auf, bis sie dann zwischen dem 21. Mai und 21. Juli überhaupt nicht mehr untergeht. Auch Wale gibt es in den Fjorden rund um Tromsø. Sie kommen so Ende September und bleiben bis ca. Ende Januar. Wenn man danach noch Wale sehen will, muss man etwas tiefer z.B. auf die Lofoten oder die Vesterålen.
So vergeht die Zeit und ich merke, dass wir schon eine Weile stetig bergan fahren. Also versuchen sie ihr Glück doch in den Bergen. Wir sind jetzt eine gute Stunde unterwegs und befinden uns südlich von Tromsø. Nochmal ungefähr 15 Minuten später, wird mir klar, was ich durch das beschlagene Autofenster am Himmel sehen kann.
Sterne!
Soweit war ja nun schon mal alles richtig. Wir haben den dichten bewölkten Himmel von Tromsø hinter uns lassen können. An den Wolken kann’s nun nicht mehr scheitern. Wir machen einen kurzen Zwischenstopp an dem nur unsere Guides aussteigen und im wahrsten Sinn des Wortes „Ausschau“ halten. Nein, noch ist nichts zu sehen. Es geht weiter. Nur ganz kurze Zeit später halten wir dann am Straßenrand in einer kleinen Parkbucht. Wir steigen aus und vor uns erstreckt sich ein See oder Fjord oder was auch immer – ich hab vergessen zu fragen.
Ich hab schon gedacht, ich bin die Einzige, die sich noch erinnern kann... Vieles aus den Dialogen von Matta und Lisbeth hab ich quasi in meinen Wortschatz adoptiert. Und diesen einen Satz, der nun den Untertitel meines Reiseberichtes bildet, den nehme ich in letzter Zeit immer in öfter in den Mund.
ich kuschel mich mich auch noch mit ans Feuer ins Samizelt
@Königin wir rücken zusammen und nehmen den Göttlichen einfach in die Mitte Schön, dass Du auch mitkommst.
@'alle' Vielen Dank, dass Ihr uns auf dem Weg gen Norden begleitet. So ganz langsam nähern wir uns ja auch den endlich mal interessanteren Zielen dieser Reise.
Dienstag, 14. März 2017 Seetag auf dem Weg von Haugesund nach Bodø = 594 Seemeilen
Der Tag vergeht mit ausgeprägtem Nichtstun. Bei dem Wetter auch kein Wunder. Sturm, Regen, Wellengang und zwischendurch leichte Schneeschauer, versetzt mit Hagel.
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‚Dat sind Wellen, Matta!’, denke ich mir in Anlehnung an ein von mir immer noch sehr verehrtes Comedy Duo. Im Nachhinein kann ich gar nicht so genau sagen, was wir den ganzen Tag gemacht haben, auf jeden Fall war ich nachmittags beim Vortrag von Dr. Renken „Der blaue Planet“.
Abends war ab 22:30 Uhr dann „Polarkreisüberquerungs-Sause“ auf dem Pooldeck, in der die Überquerung des Polarkreises per „Zehn, Neun, Acht…“ eingezählt wurde. Dabei fand ich mich einigermaßen verar…t, denn wenn der Kapitän schon am Abend davor ankündigt, dass er mit einer Geschwindigkeit von 20 und mehr Knoten laufen wird, um möglichst schnell durch das Unwetter nach Bodø zu kommen, dann kann mir keiner erzählen, dass der Polarkreis in seiner Position Rücksicht auf das von AIDA geplante Tagesprogramm nimmt.
Fete okay, aber eine Durchsage des Kapitäns zum Zeitpunkt der echten Überquerung des Polarkreises hätte es in meinen Augen auch getan.
Mittwoch, 15. März 2017 Hafen Bodø von 06:00 – 21:00 Uhr
Auch für Bodø (gesprochen: Budde – plus einem ganz kleinen verschämten „i“ am Ende) hatten uns die angebotenen Landausflüge im Vorfeld nicht wirklich in Begeisterung ausbrechen lassen. Einzig das abendliche Orgelkonzert im Dom zu Bodø war nach unserem Geschmack. Kurz vor Beginn der Reise wurde dann noch der Ausflug „Saltstraumen auf eigene Faust“ von AIDA angeboten. Diesen Ausflug gibt es zu exakt dem gleichen Preis auch von einem Anbieter vor Ort. Dieser bietet das wohl in den Sommermonaten vor allem für die Passagiere der Hurtigruten an, nimmt aber auch wohl jeden anderen mit.
Als ich dann morgens die Gardinen aufziehe, bietet sich mir folgendes Bild:
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Ups, da sollte ich dann wohl nicht zu leicht bekleidet in der Kabine rumspringen. Bei der ersten Zigarette nach dem Frühstück schließe ich dann auch gleich die ersten „Freundschaften“ mit den Leuten aus den Büros „nebenan“.
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Es ist immer noch unwahrscheinlich stürmisch und die Gangway an Deck 6 stellt für manchen ein echtes Hindernis dar. Zudem ist es ein Nadelöhr für den Zu- und gleichzeitig Abgang zum/vom Schiff.
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Die Touristinformation von Bodø befindet sich übrigens dann gleich am Anleger. Bis zum Saltstraumen fährt man mit dem Bus ca. 20 Minuten. Dort angekommen begrüßt uns ein ordentlicher Hagelschauer, der uns direkt in die Besucherinfo flüchten lässt. Auch nach einem norwegischen Kaffee wird das Wetter nicht besser, also kommen auch noch die Regenmäntel zum Einsatz.
Ja, ich weiß die Optimisten unter Euch werden jetzt sagen: „Na ja, nun beschwer Dich mal nicht. Immerhin könnte es doch auch noch schlimmer kommen!“
In diesem Fall darf ich ihnen jetzt zurufen: „Ja, ihr habt Recht. Es kam schlimmer!“
Aus dem Hagelschauer wird ein anständiger Hagelsturm, so dass man zwischendurch schon zu tun hatte, überhaupt die Brücke noch zu erkennen. (Diejenigen, die schon mal da waren, werden wissen, wovon ich rede.)
Es nützt ja nix. Mitgefangen – mitgehangen. Nun sind wir schon mal hier und so ab 12:30 Uhr soll dann auch die Zeit der höchsten Aktivität des Strudels eintreten, also machen wir uns gegen Sturm und Hagel ankämpfend auf den Weg hinunter zum Strom. Seit diesem Zeitpunkt hab ich von der Bedeutung des Wortes „sturmgebeugt“ eine ziemlich genaue Vorstellung.
Boah, watt is dat fies. Hagelkörner in meinem Gesicht taugen nicht zur Besserung meiner Stimmung.
Unten dann angekommen hält sich meine Begeisterung in sehr engen Grenzen. Ich weiß nicht so genau, was ich erwartet habe.
Möglicherweise war ja meine Vorstellung, nun sozusagen in das Innere der Erde zu schauen. In ihre Abgründe, in die zu sehen, nur ganz wenigen Menschen vergönnt ist. Ich fühle mich ein wenig wie bei Jules Verne der mit seiner Nautilus in die Strudel dieses (okay – nicht gerade dieses) Mahlstromes gerät. Durch einen (in meiner Vorstellung) mindestens acht – ach was sag ich – zwölf Meter tiefen Strudel in diesen mörderischen Abgrund sehen, der alles was sich zu nah an ihn heranwagt, rücksichtslos mit sich in die Tiefe reißt. Vor meinem geistigen Auge trudeln in diesem Straumen Schafe – ach ganze Schafherden, Elche – ganze Elchher….
Okay, Phantasieknopf wieder aus!
Die Wirklichkeit ist da doch um einiges nüchterner.
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Jeder Mahlstrom transportiert aber auch jede Menge Nährstoffe und wirbelt Nahrung auf. Aufgrund der Nährstoffe gibt es hier jede Menge Fische und aufgrund der Fische jede Menge Möwen. Und die verhelfen mir dann doch noch zu einigen Fotos nach dem Motto: „Des einen Freud, des anderen Leid“.
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Ich denke mal, wenn man sich partout den von mir beschriebenen Phantasien hingeben will, sollte man sich das Spektakel oben von der Brücke aus ansehen.
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Übrigens, nachdem wir dann so richtig durch waren, wurde das Wetter auch wieder besser. Wer bei besserem Wetter nach Bodø kommt und nichts Besseres zu tun hat, sollte mal in die oberste Etage des Radisson Hotels fahren. Dort befindet sich ein Kaffee, welches einen schönen Über- und Ausblick über diese Stadt bieten soll. Allerdings muss man dann dort auch etwas konsumieren. Für die Ultrasparfüchse unter euch also auch nur ein bedingt zu realisierender Tipp unseres Lektors Dr. Renken.
Wir dagegen waren erst mal froh, wieder im Warmen und Trockenen zu sein. Mutig oder wahnsinnig (ist Ansichtssache) hatten wir ja schon von zu Hause aus noch einen „Ausflug“ an diesem Tag gebucht. Das nachmittägliche „Konzert in der Kathedrale“.
Diese Kathedrale, die sich selbst „nur“ als Domkirche bezeichnet (anscheinend meinte es AIDA da etwas zu gut) ist bereits vom Schiff aus gut zu sehen. Ich könnte Euch das zeigen, wenn ich dran gedacht hätte, ein Foto zu machen. Also stellt Euch vor, Ihr seid da und guckt vom Pooldeck aus Richtung Stadt. Das Linke, was Ihr seht, ist das Rathaus, das Rechte ist die Kirche. Sie besitzt übrigens das nördlichste Glockenspiel der Welt und so sieht sie dann von innen aus.
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Den kurzen Weg vom Schiff zur Kirche kann man bequem laufen. Dann begrüßt uns Pfarrer Kolvik und erzählt uns zunächst einmal ein wenig über die Norweger und ihre Kirche bzw. das Verhältnis zu ihr. Die Norweger halten das mit dem Kirchenbesuch ebenso wie viele andere Mittel- und Nordeuropäer auch. An Weihnachten und sonst nur – wenn sich’s nicht vermeiden lässt, also Hochzeiten (insbesondere die eigene) und Begräbnisse.
Allerdings gibt es erst seit gut 3 Jahren in Norwegen eine offizielle Trennung von Staat und Kirche. Daher ist in Norwegen fast jeder in der Kirche, denn bis zu diesem Zeitpunkt war es so, dass jeder automatisch mit seiner Geburt in der Kirche Mitglied war. Seit der Trennung ist das nun genau anders herum. Wer Mitglied der Kirche sein will, muss nun gezielt eintreten.
Domkantor Brain Hepworth verschlug es aus dem Norden Englands nach Bodø. Unter seiner Leitung bekam die Domkirche auch 2013 ihre neue Orgel – ein Meisterwerk mit 95 Registern, 5050 Pfeifen und 8 Glocken, gebaut von der Firma Eule aus Deutschland. Jetzt aber wollen wir sie spielen hören, diese Orgel.
Die ersten drei Töne reichen aus und mir laufen die Ameisenarmeen links hoch und rechts wieder runter. Richtig - Toccata e Fuga. ‚Da sind se wieder, die Wellen, Matta‘, aber sie haben so gar nichts mit Seegang zu tun.
Darüber hinaus kommen noch Werke von Bjarne Slogedal und C.H. Rinck zur Aufführung. Der Besuch dieses Orgelkonzertes war unsere erste richtig, richtig gute Idee seit Reisebeginn (ausflugstechnisch betrachtet) und wird mir noch sehr lange im Gedächtnis bleiben.
Auf dem Rückweg zum Schiff lassen wir uns Zeit und entdecken noch einige der Häusermalereien von Bodø, auf die uns der Lektor in seinem Vortrag schon aufmerksam gemacht hatte.
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Ab 22:30 Uhr dann die Indoor-Polarkreistaufe mit den schon von @Seefahrer6168 beschriebenen Prüfungen. Nach kurzer Begutachtung der langen Schlange Freiwilliger, die sich, an der Lambadabar endend durchs Treppenhaus windet und in Erinnerung an das Schicksal vergangener Urkunden anlässlich ähnlicher Taufen und Meeresquerungen, beschließen wir, den Bäumen etwas Gutes zu tun und sehen von der Teilnahme an dieser Veranstaltung ab. Ich hab’s ja eher mit „praktischen“ Andenken und genau die werd ich mir von dieser Reise auch mitbringen – teilweise sogar ganz unfreiwillig. Aber davon weiß ich noch nichts.
@Joni ...können im auslaufenden Winter im Nordatlantik immer dazu gehören. Darüber muss man sich im Klaren sein. Wenn Dir das auf den Appetit schlägt, dann hast Du möglicherweise ziemlich schlechte Karten, denn das Essen war hervorragend. Nur mal so nebenbei gesagt.
@GöttlicheDS Lieber Peter, schön, dass Du auch mit im Sami-Zelt hockst.
Na, dann werd ich mich mal an den nächsten Teil setzen.
Sonntag, 12. März 2017 Seetag auf dem Weg von Hamburg nach Haugesund = 428 Seemeilen
Vormittags nutzen wir ausgiebig das sonnige Wetter. In die Decken eingewickelt kann man es prima auf dem Balkon aushalten. Um 14:00 Uhr gehen wir zum Vortrag von Dr. Hartmut Renken über den Sternenhimmel während dieser Reise und über Sternbilder im Allgemeinen. Sehr informativ und unterhaltsam, es wird nicht sein letzter Vortrag sein, den wir besuchen. Sein Kernsatz: „Polarlichter sehen Sie erst dann, wenn welche da sind.“
Bei der Reise vor uns, seien die Vorhersagen z.B. für Sortland nicht berauschend gewesen, trotzdem gab es in diesem Hafen ein mehrere Stunden dauerndes Polarlichtspektakel am Nachthimmel. Na, das lässt doch hoffen. Im Vorfeld der Reise hatte ich natürlich auch immer schon die gängigen Seiten für solche Vorhersagen abgeklappert und was dort geweissagt wurde, war nicht wirklich berauschend. In diesem Zusammenhang wird oft mit dem sog. KP-Index gearbeitet. Dieser bewegt sich in einer Spanne von 0 bis 9, wobei 9 so gut wie nie vorkommt. Im März vor zwei Jahren gab es mal einen Index von 8. In dieser Nacht damals wurden sogar Nordlichter über Kiel gesehen. In den Breitengraden des Polarkreises reicht ein Index von 3 aus, um Polarlicht zu sehen. Ob man dann wirklich welches sieht, ist aber immer noch Glückssache.
Kommen wir aber zurück zu den Sternbildern, deren Namen ja letzten Endes schon auf die alten Ägypter zurückgehen. Die etwas jüngeren Griechen haben dann ein paar tausend Jahre später sich einfach bei den Namen bedient und das eine oder andere Sternbild an ihre aktuellen Gottheiten „angepasst“.
Dazu heißt es im Vortrag:„Man braucht schon viel Phantasie um sich die Figuren hinter den Sternbildern vorzustellen. Helfen kann dabei z.B. Sekt. Wie viel, müssen Sie selbst rausfinden oder ein gutes Glas Rotwein.“
Demonstriert wird dies am Beispiel des Sternbildes Löwe. Dr. Renken switcht dabei zwischen einem Originalfoto dieses Sternbildes und einer Grafik hin und her, in der der Löwe mit Pranken, Ohren und Augen stilisiert ist. „Hier das Ohr.“ Switch. „Hier die Pranken.“ Switch. „Und hier dann das eine Auge.“ Switch. Okay, ich brauch definitiv Sekt!!!
Sollten es die Wetterbedingungen zulassen, stellt er nächtliche Vorträge und Erklärungen an den echten Sternbildern in Aussicht.
Montag, 13. März 2017 Hafen Haugesund von 08:00 – 17:00 Uhr
Soweit ich vorher schon herausgefunden hatte, ist Haugesund jetzt nicht der Burner unter den Kreuzfahrthäfen. Daher war Ausflug angesagt. „Akrafjord und Wasserfall Langfoss“ sollte es sein. Dazu geht’s zunächst mal auf eine ca. 90minütige Busfahrt. Das sich dies so lang hinzieht, muss ich in der Ausflugsbeschreibung irgendwie überlesen haben. Dann wird man am Ende des Akrafjords ausgeladen und hat schon mal einen ersten Blick auf den Langfoss. Dieser soll mit 612 Metern der höchste Wasserfall Norwegens sein. Das will ich nicht bestreiten, aber leider bilden das Grauweiß der Berge, das Weiß des Schnees und das Wasser des Langfoss eine undefinierbare Einheit, so dass man kaum weiß, wo das eine anfängt und das andere aufhört. Dann geht’s auf eines der Ausflugsboote
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In den Regenpausen bekommt man dann einen Eindruck, wie es denn bei schönem Wetter hier sein soll. Stellt Euch zu diesen Fotos einfach blauen Himmel vor oder seht mal in den Reisebericht von Seefahrer6168.
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Der Bootsführer steuert unser Boot direkt bis heran an den Wasserfall. Dann wird ein Eimerchen ausgeworfen und wer will, kann das Wasser des Langfoss probieren.
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Wasser von oben, Wasser von unten und dann auch noch eiskaltes Wasser von innen: Nein, danke. Auf dem Rückweg halten wir dann noch am Rande von Haugesund am Haraldshaugen. Norwegens Nationaldenkmal zu Ehren von Harald Harfagre (Harald Schönhaar), dem ersten König Norwegens.
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Der Regen hat inzwischen aufgehört, aber der Wind ist uns erhalten geblieben. Nach einem kurzen Rundgang hat der Bus eine magische Anziehungskraft auf uns. Fazit: Das Wetter ist natürlich immer Glückssache. Wer allerdings schon ein oder mehrere Male in Norwegen war und Lyse-, Geiranger -, Eidfjord & Co. schon kennt, wird beim Anblick des Akrafjords kein Problem haben, den Mund beim Staunen auch wieder zu zukriegen. Sollten wir noch mal nach Haugesund kommen, werden wir möglicherweise einen Besuch in Skudeneshavn in Erwägung ziehen. Wieder zurück an Bord, wird prompt das Wetter auch wieder wesentlich besser.
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Kurz vor dem Auslaufen meldet sich Kapitän Lars Krüger mit den neuesten Infos bzgl. des Wetters. Er kündigt für die kommende Nacht und den folgenden Seetag Wellengang bis ca. 6 Meter und Windstärken von 7–8 an. Die Cara wird mit erhöhter Geschwindigkeit laufen, um so schnell wie möglich den Hafen in Bodø zu erreichen. Tage später werden wir übrigens von ihm selbst erfahren, dass er dabei noch kräftig untertrieben hat, denn tatsächlich waren es dann doch 8 Meter Wellengang und Windgeschwindigkeiten um die 75 Knoten = Windstärke 11 bis sogar mal 12.
Um 21:15 Uhr gehen wir zur Show „Jonglage und Comedy mit Yoolio“ einem der Gastkünstler dieser Reise. Inzwischen macht sich der Seegang schon deutlich bemerkbar, was für eine Jongliershow nicht gerade förderlich ist. Niemand ist erstaunt oder gar enttäuscht, dass der eine oder andere Trick auch mal einen dritten Anlauf braucht. Ein unterhaltsamer Abend und die Nummer mit dem Fahrrad auf der Stirn hatte schon was – insbesondere bei diesem Seegang! Gegen 22:30 Uhr schauen wir dann noch in der Anytime Bar beim obligatorischen Alpenglühn vorbei. Zweimal tanzen reicht dann aber auch, schließlich wollen wir nicht Ersten sein, die sich bei Diskofox die Beine brechen. Wir wanken in die Koje.
Niemand muss auf die kleine Cara , der nicht will - und schon gar niemand muss sich drängeln. Stellt Euch vor, Ihr sitzt alle gemütlich in dem Sami-Zelt vom ersten Bild. In der Mitte knistert das Feuer und wir wärmen unseren Ischias mit diesen unwahrscheinlich weichen Rentierfellen...
Dafür, denke ich, gibt es viele verschiedene Gründe. Zum einen tun sie es deshalb nicht, weil sie es schlicht und ergreifend nicht nötig haben. In den ca. letzten 3 - 4 Jahren ist der Kundenstrom weg von AIDA und hin zu TUI derartig groß, dass die Kunden TUI z.B. an einem Tag der Buchungsfreigabe für bestimmte Reisen die Server quasi stürmen. Für meine Begriffe befindet sich TUI heute in genau der gleichen - oder zumindest in einer ähnlichen - Situation, in der sich AIDA vor ungefähr 10 Jahren befunden hat. Warum soll ich innovativ sein, wenn ich der Konzernleitung auch so jedes Jahr zweistellige Kundenzuwächse präsentieren kann?
Für AIDA geht es mit dem Selection-Reisen m.E. darum, verlorenes Terrain zurück zu gewinnen. Und ich denke schon, dass dies am besten mit den drei "kleinen" AIDA-Schiffen geht. Als Reederei muss man z.B. erst mal 2.500 (Bsp. MS 3) Paxe finden, die bereit sind, 14 Tage in die Kälte zu fahren. Es ist natürlich immer wirtschaftlicher, wenn man mehrere Male hintereinander die gleiche Route fahren kann. Um bei dem aktuellen Beispiel zu bleiben, müsste TUI dann 4 x hochfahren. Dies sind dann rd. 10.000 Paxe. Es ist wesentlich einfacher, ein 1.000-Mann Schiff zu füllen, als eines mit 2.500 Leuten.
Darüber hinaus glaube ich, dass z.B. ein Hafen wie Alta mit 2.500 Paxen überfordert ist. Ich weiß, dass TUI auch schon mehrmals nach Alta gefahren ist. Aber aktuell gibt es nur noch eine Reise nach Alta, nämlich im Juni 2017 - warum wohl?
Jetzt sitze ich schon so lange an der Formulierung dieser wenigen Sätze und merke, dass ich zu dem Thema jede Menge zu sagen hätte. Wesentlich mehr jedenfalls, als man in diese kurzen Fragebögen nach der Reise hineinformulieren kann.