Tag 4 Muscat:
Nach meiner ersten Nacht auf einem Kreuzfahrtschiff nicht auf dem offenen Meer sondern innerhalb eines Hafens musste ich feststellen, welcher Genuss und Vorzüge die Reiseform Kreuzfahrt doch hat
. Nicht nur das man jeden Morgen in einem anderen Hafen aufwacht (das war hier nicht das Problem) sondern eben auch das man auf See einfach so schön und ruhig mit Wellenrauschen bei (halb-)offener Balkontür schlafen kann. Nachdem ich das anfangs auch im Hafen von Muscat machen wollte, musste ich meine Tür aufgrund der Geräuschkulisse leider schnell schließen, da dort im Industrieteil des Hafens auch nachts gearbeitet wurde und ein guter Schlaf mit offener Tür nicht möglich war. Mit geschlossener Tür habe ich dann aber sehr gut geschlafen und bin von meinem Wecker morgens wach geworden.
Gebucht hatte ich für diesen Tag einen Ausflug zum Wadi Shab und zum Bimmah Sinkhole über GetYourGuide. Eigentlich sollte dieser Ausflug bereits um 7:00Uhr am Ausgang des Hafenterminals starten (ich hatte extra diese frühe Uhrzeit gebucht, da ich gehört hatte, dass es morgens im Wadi Shab noch nicht so voll ist und es sich morgens von der Temperatur her besser wandern lässt), allerdings erhielt ich am Vortag von der Agentur und auch nochmal separat vom Tourguide für den Ausflug eine WhatsApp, dass der Ausflug erst um 8:00Uhr starten soll. Habe ich im ersten Moment zwar irgendwie ungünstig empfunden, mich aber schnell damit arrangiert, vor allem weil ich so auch eine Stunde länger schlafen konnte.
Nach einem kurzen Frühstück (Hunger war noch kaum vorhanden) im Tag und Nacht (wo es auch überraschend viel Auswahl gibt, für so ein schnelles kleines Frühstück auch absolut zu empfehlen) habe ich mir noch schnell einen Apfel und eine Banane geschnappt und habe mich wieder wie am Vortag zum Ausgang des Hafenterminals begeben. Dort wartete bereits der Guide mit einem vereinbarten Schild und einigen anderen Urlaubern des Schiffes. Wie sich herausstellte warteten einige auch schon länger, diese hatten die Nachricht der geänderten Startzeit nicht rechtzeitig erhalten oder gesehen. Nachdem alle aber pünktlich vollständig waren, sind wir mit einem sehr modernen Reisebus losgefahren. Der Guide hat dann einiges über das Land und den Ablauf des Ausfluges erzählt. Es war wohl seine erste Tour mit so einer "großen" Gruppe (von 25 Personen) und damit einem großen Reisebus und keinem Kleinbus, was den Ausflug aber auf keinen Fall schlechter gemacht hat, so viel vorne weg
Wir haben dann relativ schnell Muscat verlassen, obwohl auch noch sehr viele Vororte zur Stadt gehören. Danach ging es über eine sehr gut ausgebaute je zweispurige Autobahn mit Blitzern in wenigem Kilometerabstand durchgehend bis zum Wadi Shab. Zunächst ging es durch die Berge
vorbei nur manchmal an kleinen Ortschaften
Leider konnte ich auf den Bildern durch die Busscheiben und die Sonne diese Schönheit des Gebirges und der Landschaft nicht wirklich einfangen. Es gab so unglaublich schöne Panoramen dort, so wie man es sich aus den berühmten Wüsten der USA beispielsweise vorstellt. Ich habe mich mit "Life is a highway" auf dem Ohr irgendwie frei gefühlt und gleichzeitig trotzdem nicht wie mitten im Nirgendwo sondern sehr sicher. Irgendwann wurde es dann flacher und man erblickte diese grünen Oasen...
...und schließlich auch das Meer.
Von dort aus war es nicht mehr weit und wir fuhren von der Autobahn ab. Es ging dann nur noch diese steile Straße herunter
und schon waren wir nach knapp 2 Stunden Fahrt (welche sich deutlich kürzer angefühlt haben) am Fuße des Wadi Shab angekommen. Bei einem Wadi (aus dem Arabischen) handelt es sich um ein meist trockenes Flusstal oder Bachbett in Trockengebieten, im Oman sind viele solcher Wadis zu finden. Der Wadi Shab ist aber insofern besonders, dass er noch Wasser führt und eben nicht ausgetrocknet ist und ein Bach sich durch das Tal zieht. Wir sind dann zunächst mit Booten über eine Art kleinen See am Fuße des Wadis übergesetzt.
Von hier konnte man noch einmal gut sehen, wie die Autobahn über eine Brücke über das Tal führt.