Sooooo, leider hat alles etwas länger gedauert, also geplant. Ich musste in der letzten Woche noch auf einen Kongress, aber jetzt sitze ich bei schlechtem Netz in der Bahn auf dem Weg nach Berlin, kann also eh nicht vernünftig arbeiten und nutze daher die Zeit, ein paar Zeilen zu schreiben….
04.05.2023 – Anreise
Die Anreise verlief ziemlich unspektakulär. Wir waren um 13:00 Uhr in Hamburg am Hafen und ich habe mir im Vorfeld lange und intensiv die Frage gestellt, wie ich wohl auf den erneuten Anblick des Schiffs reagieren würden. Da ich am Steuer saß konnte ich leider nicht ganz so intensiv durch die Gegend schauen, aber als meine Frau und vor allen Dingen mein Sohn beim Überqueren irgendeiner hohen Hafenbrücke laut brüllten „Da ist sie….!!!!!!“ wurde mir schon etwas warm ums Herz. Dieser elendig große Pott lag dort mit seinem lachenden Schornstein und schien auf uns zu warten...
und trotzdem war es anders als bei unserer Jungfernfahrt im letzten September. Ja klar, es war immer noch beeindruckend, aber halt nicht mehr ganz so überwältigend. Naja, auch das allererste Mal erlebt man halt nur einmal und in gewisser Weise war ich offenbar durch die erste Reise entjungfert…
Dank des super Tipps von Elbflorentina haben wir den Wagen jedenfalls in Hamburg direkt am Cruise Terminal stehen lassen und einen Shuttle von Kiel zurück nach Hamburg gebucht. Der hat 170 Euro gekostet und war damit nicht wesentlich teurer – dafür aber deutlich schneller - als der Bustransfer von Tui, den wir aber ja aufgrund der kurzfristigen Buchung eh nicht mehr hätten buchen können. Die Schlange an der Kofferabgabe war ziemlich voll, und zwar in mehrfacher Hinsicht. Einige Kegelclubs hatten offenbar schon die Anreise nach Hamburg dazu genutzt, sich ordentlich auf die Reise einzustimmen oder aber kamen gerade nach einer durchzechten Nacht direkt von der Reeperbahn – man weiß es nicht….
Trotz der langen Schlange ging es einigermaßen schnell und da wir zum Glück auf kein Zeitfenster Rücksicht zu nehmen brauchten reihten wir uns sofort in die nächste Schlange ein, die aber glücklicherweise recht kurz war. Beim Foto für die Bordkarte wurden bereits erste Kontakte geknüpft, denn für unser Onboarding verantwortlich war eine nette Mitarbeiterin des Kids-Clubs, die unseren Sohn direkt zur Welcome-Party einlud. Diese Einladung fiel auf recht fruchtbaren Boden, und zwar vor allen bei unserem Junior, aber auch wir waren nicht tief traurig darüber, dass er gerne direkt mal nachschauen wollte, wie der Kids-Club der MS6 sich von dem auf der MS3 unterscheidet.
Also einmal lächeln bitte, ab durch den Sicherheitsbereich und dann schnell aufs Schiff. Die Kabine war bereits fertig, die Koffer waren tatsächlich auch schon teilweise da, der Reise konnte also eigentlich nichts mehr im Wege stehen. Eigentlich, denn wir hatten die Rechnung ohne die Mitreisenden gemacht, die offenbar kein Interesse an der SRÜ hatten, so dass sich unsere Abfahrtszeit um 90 Minuten verzögerte. Wir vertrieben uns derweil die Zeit auf dem X-Sonnendeck, denn tatsächlich war es ja noch recht schönes Wetter.
Auch am Pooldeck brachten sich die Gäste in Stellung.
Mit dem Grafen im Ohr und einem Grauburgunder in der Hand ging es dann aber doch endlich los, die Elbe hinauf Richtung Nordsee. Vorbei an der Elphi, den großen und imposanten Containerschiffen, dem Elbstrand und kleineren Badehäfen und letztlich auch an den bemitleidenswerten Sozialbauten von Hamburg Blankenese….
Für sicherlich 3 bis 5 Stunden immer geradeaus, bis wir dann bei Cuxhaven endlich unsere Fluss reise beenden und in der Nordsee weiterfahren konnten….
Mittlerweile waren wir wieder auf der Kabine und nach einem letzten Blick in die Minibar
legten wir uns schließlich beseelt in Morpheus Arme….
tbc