Beiträge von Queentchen

    Die Zeit bis zum Transfer geht richtig schnell rum, die Sofas und Sessel sind einfach gemütlich. Das Servicepersonal verabschiedet uns total herzlich, das war richtig schön! Bereits da war klar, dass der Flug 50 Minuten Verspätung hat. Für uns ist das kein Aufreger, wir haben schließlich Urlaub. Blöd wäre nur, wenn er sich weiter verspäten würde, wir irgendwann nach Köln/Bonn umgeleitet würden, um dann nach Düsseldorf kutschiert zu werden und dort das Auto aus dem Parkhaus zu holen. Schließlich hätten wir es von CGN nur 20 Minuten bis nach Hause. Aber so weit kommt es zum Glück gar nicht.

    Die Sicherheitskontrolle in Ivalo sucht übrigens ihres gleichen! Nichts, was die nicht auseinander nehmen. Die denken sich wohl, wir sind zwar ganz klein, aber im Kontrollieren sind wir die größten. Aber auch da kommen wir irgendwann durch.

    Den Fotografen lüstet es nach einem Hotdog


    und ich schließe mich naiv an. Was soll ich sagen? Die kann man nur essen indem man sich komplett einsaut 😀, aber lecker!

    Bald wird dann auch unser Flug



    mit einem Jahr und 50 Minuten Verspätung aufgerufen. Hier erwarte ich dann aber keinen Champagner und Konfetti-Regen 😉


    Ein letztes Bild von finnischem Boden aus


    und dann holt der Pilot von den 50 Minuten gut 20 wieder auf. Im Flieger gibt es, weil dieser im Anschluss schlafen geht, alle frischen Snacks zum halben Preis. Der Fotograf „gönnt“ sich eine Portion Pommes über den Wolken und …. hatte keinen Spass damit.

    In DUS parken wir dort, wo man eigentlich nicht geparkt werden möchte. Mir schwant Böses für die Wartezeit auf das Gepäck. Aber! DUS enttäuscht meine Erwartungen! Wir kommen tatsächlich zeitgleich mit dem ersten Koffer an. Respekt! Der zweite lässt dafür etwas auf sich warten, aber geschenkt!

    Unser Auto finden wir auf Anhieb wieder und Schlag Mitternacht schließen wir die Haustür auf.

    Würde nicht ein Fazit fehlen, wäre der Reisebericht an dieser Stelle zu Ende. Da das Fazit aber noch fehlt, ist er das noch nicht …… 😀

    Nö, denen ist eher langweilig Greenhorn.ch . Die sind Langstreckenläufer und nach 5 km wahrscheinlich nicht mal warm gelaufen, im Gegensatz zu mir 😉 Wer von denen wollte, konnte trinken - Goodies gibt es für sie nicht, es sind keine Haustiere. Es ist ihr „Job“ und dafür werden sie sie mit sehr guter Haltung und Behandlung „bezahlt“. Die Welpen werden beispielsweise auch nicht zur Schau gestellt, was ich sehr gut finde.


    Zurück im Hotel trinken wir das letzte „Ziel erreicht“ (Husky-Schlitten fahren) Bier




    und den letzten Haken (dieses Urlaubes) setzen wir damit auch auf der Bucket-List. Wirklich schon? Leider ja!

    Ich konnte den Fotografen nämlich leider in dieser Woche nicht zum rodeln animieren, auch wenn die Rodel demonstrativ am Eingang standen



    Schade! Aber vielleicht auch ein Grund zum Wiederkommen?

    Das letzte Abendessen ist wieder erstklassig







    und, entgegen einer hier geäußerten Befürchtung, machen die drei Gänge und das lecker warme Brot immer ordentlich satt 😀

    Den Himmel können wir an diesem Abend auch nicht mehr im Auge behalten, weil Frau Holle alles gibt



    Unsere abendlichen Spuren im Schnee, sind trotzdem am nächsten Morgen noch da und dient als „Guten-Morgen-Bild“ für die lieben daheim


    Vor dem Frühstück bringen wir Overalls, Stiefel, Handschuhe und Socken zurück und danach packen wir ganz in Ruhe. Checkout ist um 12:00 Uhr, unser Rückflug geht um 19:20 Uhr - wir haben also noch alle Zeit der Welt.

    Die nutzen wir zum lesen am Kamin in der Bar, der Fotograf macht noch mal Fotografen-Sachen





    und nach dem Lunch zeigt sich dann auch direkt vor der Tür das Tauwetter

    Nicht gut, für die, die dann erst anreisen …. Wer mag scoot an der Stelle mal zum Anfang zurück und vergleicht ….

    Da wir erst spät im Bett waren, gibt’s den ersten Kaffee



    erst um 9:00 Uhr. Mit dem Klempner und seiner Frau hätten wir uns mit wenigen Schritten in der Mitte treffen können, die hatten die zweite Hütte von links auf dem Bild.

    Beim Frühstück überlegen wir, ob eir wohl nachher runter zu den Huskies kommen und uns offenbart wird: „Nee, Schlittenfahren geht nicht mehr. Ihr könnt aber ein Baby-Huskie in den Schlitten setzten und den im Kreis drehen.“ in unseren Köpfen laufen Huskie-Kinderkarussell-Filme und aus unseren Augen Lachtränen ….


    Wir spazieren vor dem Lunch nochmal auf den Kaunispää und auch dieser Himmel hat irgendwie was mystisches




    Außerdem sieht man, wie der Schnee sich langsam und viel zu früh vom Acker macht.

    Außerdem wird da oben trianguliert and das auch erklärt


    Nach dem Lunch unterhalten wir uns noch mit dem netten niederländischen Paar, mit denen wir öfters ein Schwätzchen gehalten haben. Die waren gerade von den Huskies zurück und berichteten schon, dass wir noch werden fahren können, aber wohl auch die letzten sein werden. Oha! Da haben wir doch Glück!

    Wir verpassen aber um ein Haar die Abfahrt, weil wir die falsche Zeit im Kopf hatten. So schnell wie an diesem Tag haben wir uns noch nie umgezogen.

    Im Camp angekommen erhalten wir eine Einweisung, wie man solch einen Schlitten fährt. Hort sich einfach an …. Spoiler: ist es aber nicht! Frau Guide erklärt, dass die Huskies erst nach der Fahrt gestreichelt werden dürfen, weil sie jetzt viel zu aufgeregt sind und einfach nur los wollen. Und da merkt man ihnen an



    Die sind raderdoll und bellen was das Zeug hält!

    Nachdem wir auf die Schlitten aufgeteilt wurden und die Hunde los gemacht wurden, ging es auch direkt ab. Und wie! Fünf kleine (weil sibirische) Huskies entwickeln eine unglaubliche Kraft




    die auf den Bildern gar nicht so rüber kommt. Ihr könnt es mir aber glauben 😀

    Der Fotograf hat sich gegen einen Fahrerwechsel beim Stop entschieden und lässt sich weiter von den Huskies und mir durch die Landschaft kutschieren. Zurück im Camp meinte er, dass wäre besser für mich gewesen …. Hmmm, ob das an meinen Reaktion beim Schneemobil fahren lag 🤔

    Ich kann Euch versichern, dass es richtig Arbeit ist, den Schlitten zu steuern und die Huskies im Zaum zu halten und dabei auf schmalen Kufen zu stehen und richtig um die Kurve, knapp an den Kiefern vorbei schrammend, zu bremsen. Als wir nach knapp 5 km wieder im Camp sind, ist mein Overall von außen nass geschneeregnet und von innen nass geschwitzt!

    Jetzt ist Foto und Streichel-Timem








    Irgendwann hab ich das Gefühl, meine Finger frieren am Handy fest, schließlich hab ich nicht so tolle Fotografen-Handschuhe wie der Fotograf. Also eine Runde heiße Schokolade am Lagerfeuer und für die letzte Etappe aufwärmen. Mittelmäßig aufgewärmt fahren wir hoch auf den Kaunispää, auf dem sich ohne Ende Mensvhen versammelt haben. Noora bietet an, die Helme im Schlitten zu lassen und dort zu bleiben, bis zum Hotel sind es ja nur ein paar Meter. Und natürlich lässt sich niemand runter zum Hotel fahren, sonder alle haben noch mal Spass an dem Anblick



    Das der Schnee rot ist liegt an dem dort stehenden Funkmast, macht die Bilder aber irgendwie besonders.






    Dann ist allerdings auch recht abrupt Schluss mit dem Himmelsspektakel und wir gehen zurück zu unserer Hütte. Dabei kommen uns noch viele Leute entgegen, die aber nichts mehr sehen werden.

    Die Hotelbar hat bereits geschlossen, also muss die Minibar wieder herhalten. Wir schauen die Bilder durch, ich erstmal meine vom Sternenhimmel. Wische, gucke, wische weiter, nich mal zurück, schüttel den Kopf, wische weiter, noch mal zurück und halte dem Fotografen mein Handy hin. „Schau mal! Kann das von den Bremslichtern der Schneemobile sein?“ „Nee, die waren aus. Dreh mal die Sättigung ein bisschen hoch!“ Ich drehe und BÄÄÄÄM




    das grandioseste Foto dieser Reise! Noch dazu ist es absolut selten, ein rein purpurnes Nordlicht einzufangen, da sie mit bloßem Auge nie zu sehen sind und diese auch nicht sonderlich häufig vorkommen. Noora gratulierte mir herzlich Tags drauf zu diesem Glücksfall, als ich es ihr zeigte :)

    Der Fotograf war auch glücklich, auch wenn Kameras und Stativ, obwohl dabei, nicht zum Einsatz gekommen sind. Auch er hat es lieber mit seinem Handy fotografiert als viel Zeit mit dem Aufbau des Equipments zu verplempern.

    Mein Handy musste dringend für den abendlichen Ausflug Strom trinken, also gibt es kein Foodporn! Die einen wird’s freuen, die andern werden es verkraften 😉

    Der Himmel zeigt zwischendurch, zu was er in der Lage ist




    und wir finden uns um kurz vor 20:00 Uhr zur Helmausgabe ein. Auch hier änderte das Wetter den Plan: Statt mit beheizten Schlitten im Wilderness-Camp fahren wir in offenen Schlitten vom Hotel aus los




    Wir sind mit acht Gästen in zwei Schlitten unterwegs. Unseren zieht die bereits bekannte Noora durch die Nacht. Sehr souverän und gelassen, obwohl das echt Schwerstarbeit durch den teilweise sehr sulzigen Schnee ist. Parallel mach sich Marcelo mit einem Trupp zu einer Kombination aus Schneemobil und -schuh-Wanderung auf.

    Der Wind pfeift richtig heftig! Dank der Overalls und Helme werden wir jedoch nicht tiefgefroren. Wir machen hier und da Halt und halten nach Nordlichtern Ausschau. Die zieren sich jedoch. Noora und ihr Kollege sind jedoch guter Dinge und wir fahren weiter und weiter. Dann halten wir für einen längeren Stopp, weil hier kann man fast immer welche sehen …. Also raus aus den Schlitten und Kopf in den Nacken ….






    Ich weiß nicht, wie es Euch geht. Aber mir lief bei diesem Sternenhimmel das Herz über und ich konnte mich nicht davon losreißen







    Was für ein Anblick für uns Bewohner eines riesigen Ballungsraums, der viel zu hell für einen richtigen Sternenhimmel ist :love: Und da wusste ich noch lange nicht, was für einen Schatz ich als „Beifang“ fotografiert hatte ….




    Das Rasta-Rentier ist das einzige mit noch vollem Geweih, die andern stecken alle mit im Wechsel.



    Wir reißen uns los und gehen weiter



    dorthin wo die Schlitten schon schlafen gelegt wurden

    Während die erste Gruppe zum Spaziergang aufbricht, stehen wir in unseren schwarzen Klamotten in der prallen Sonne und bekommen alles rund ums Rentier erzählt, mit Blick in den Kindergarten



    Vom Spziergang auf dem See kann ich Euch keine Bilder zeigen. Dabei wäre es sicher sehenswert gewesen, als ich einen halben Schritt nach hinten gegangen bin, um den Fotografen mit dem Rentier zu fotografieren und direkt rücklings durch 25 cm Schnee brach und mich in einer Eiswasser-Pfütze wiederfand 😂 Zum Glück war den See darunter immer noch fest genug gefroren, so dass ich nicht unfreiwillig zur Eisbaderin wurde! Und der Overall hielt dicht :thumbup:

    Das Lagerfeuer im Zelt

    wäre bei - 20 Grad sicher von uns allen umlagert gewesen, aber es zog uns mit dem Heißgetränk doch raus in die Sonne, wo es ein kleines Spezial-Rentier



    gab.

    Nach einer leckeren Suppe und einem Stückchen Kuchen mit Kaffee fuhren wir wieder hoch zum Hotel, zum dritten „Ziel erreicht ( Rentier-Schlitten fahren mit einem Rentier spazieren gehen) Bier und wir setzten den nächsten Haken auf der Buckett-List, an einen Punkt, der gar nicht drauf stand ;)

    Der Nachmittag verging mit Sauna und so wie im Fluge und ich zeig Euch mal meinen Lieblingsausblick von der Couch



    So ein bisschen schürt der die Hoffnung, dass es am Abend bei der Schlittenfahrt mit Schneemobil mehr zu sehen gibt als Wolken ….

    Es war an dem Morgen sehr trubelig beim Frühstück. Ob es an dem Bus Asiaten lag, der am Nachmittag zuvor angekommen ist oder daran, dass wir um einiges früher als sonst dran waren, wer weiß das schon? Die Sonne animierte zu hübschen Schnappschüssen








    Um 10:00 Uhr saßen wir, dick eingepackt, im Bus zur Rentierfarm.



    Wir wurden von zwei Guides in Empfang genommen, die uns den weitern Ablauf erklärten. Erst Rentiere im Gehege besuchen, füttern und streicheln inklusive. Dann Rentier-Schlitten fahren mit einem Rentier spazieren gehen, weil die Tracks wetterbedingt schon nicht mehr mit den Schlitten befahrbar sind. Nun gut … anderswo geht man mit Alpakas spazieren, spazieren wir halt mit einem Rentier. Warum nicht? Da wir dafür in zwei Gruppen eingeteilt werden, bekommt währenddessen die andere Gruppe Infos rund um das Leben der Tiere, wirft einen Blick in deren Kindergarten bevor es am Lagerfeuer was heißes zu trinken gibt. Der Ausflug endet dann mit einem Lunch im Wilderness-Restaurant des Hotels.

    Dann kommt mal mit ins Gehege:

    Der Fotograf fotografiert mich, wie ich den Rastafari unter den Rentieren fotografiere, was dann in etwa so aussieht



    Es wird mit den mitgebrachten Flechten gefüttert



    und den jungen Wilden beim Nachlaufen zugeschaut





    Was gibt es zu sehen?
    Bei Ankunft das hier



    Was durchaus Hoffen lässt!
    Im laufe des Abends immer mal wieder durch das Handy-Display schauen, ob die Wolken nicht doch eigentlich Polarlichter sind



    Nö!

    Nö!

    Wieder nicht!


    Tatsächlich Wolken!

    Wieder Nix!



    Auch hier Fehlanzeige!

    Vielleicht über dem Hotel bei Rückkehr?


    Leider nein!
    Auch wenn es an Nordlichtern fehlte, hatten wir große Freude am Sternenhimmel und ein bisschen Spannung für die restlichen Urlaubstage schadet auch nicht.

    Wir lassen den Abend in der vor dem Hotel-Restaurant liegenden Bar ausklinken



    und freuen uns am anderen Morgen, das der Donnerstag einen sehr schönen ersten Eindruck machte

    Nicht so ganz, aber egal. Da wir erst am Abend los müssen, haben wir einfach Zeit und machen sozusagen Seetag 😉

    Um 18:30 Uhr werden wir ins Hoteleigene Restaurant im Wilderness-Camp gebracht, in dem alles für das Chef-Dinner bereitet ist



    Die Atmosphäre ist unglaublich gemütlich und wir werden prima umsorgt! Das Menü gibt es vollständig als Buffet, angefangen mit den Vorspeisen






    den Hauptgerichten








    Der gegrillte Rentier-Braten war sehr gut, aber das Elch-Stew hat mich komplett geflasht. Das teile ich mit der Frau des Klempners, die ein neidisches „will ich ich auch“ von zuhause schickte.

    Das Dessert-Buffet




    hat es nicht geschafft, auf ein Bild zu kommen, wir mussten schließlich immer wieder mit Noora, die uns auch bei diesem Ausflug begleitete, raus und den Himmel beobachten …..

    Wir statten die beiden örtlichen Souvenier-Läden (der zweite liegt links von dem und hat es nicht auf ein Foto geschafft)



    die direkt nebeneinander liegen einen Besuch ab



    und stellen kurz drauf fest, dass die Stuhl-Schlitten



    tatsächlich gibt und diese keine Hollywood-Erfindung für kitschige Weihnachtsfilme sind.

    Bevor Sturm und Schneefall von allen oben, unten rechts und links einsetzten, sind wir mit dem Taxi zum Hotel und freuen uns, dass für uns die Schneeschuh-Wanderung ausfällt 😀

    Statt dessen steht, nach einem kleinen Imbiss, Saune, lesen und Entspannung auf unserem Programm.

    Das Dinner ist wieder ein Traum in Form einer asiatischen Vorspeise



    Fisch für den Fotografen

    Pilz-Ravioli für mich



    und himmlischem Pavlova




    In der Nacht rappelt der Sturm ordentlich an unserer Hütte. Hoffentlich vertreibt er auch die Wolken für die nächsten Tage ….

    Nach dem Bierchen ziehen wir uns mal wieder um. Zum Abendessen und der anschließenden Nordlichtjagd im Mini-Bus sind die Overalls weder angemessen noch nötig.

    Apropos Abendessen:



    irgendwas Mega leckeres als Vorspeise

    Rentier-Cannelloni zum niederknien und zum Abschluss

    Tiramisu!

    Die Küche ist wirklich fantastisch! 1.000 von 100 Punkten 😀


    Um 20:00 Uhr steht der Mini-Bus zur Abfahrt bereit, der Fotograf schleppt die komplette Ausrüstung mit und alle Wolken der Welt haben sich versammelt. Wir hoffen, dass sie uns nur verabschieden …..

    Begleitet werden wir von Marcelo, der zweite Guide von der Schneemobil-Tour. Marcelo stammt aus Brasilien und ist hauptberuflich Weltenbummler, den es aber bereits seit neun Jahren für die Wintersaison nach Finnland zieht. Er liebt die Natur und das er dort monatelang die gleichen Klamotten tragen und nur Unterwäsche und Socken wechseln muss 😄 Das Grüppchen besteht zudem noch aus sieben US-Amerikanern, einem niederländischen Ehepaar und eben uns. Ach und natürlich unser tatsächlich finnischer Busfahrer, der uns zunächst sicher zum Inari-See fährt. Eine kleine Böschung vom Parkplatz aus meistern wir alle sicher und dann stehen wir da so auf dem See und sehen (leider) nur den Wolken zu …. Marcelo berichtet aber sehr anschaulich und unterhaltsam, wie klasse sich dieser Ort zum Polarlichter gucken eignet. Im November, wenn der See noch nicht zugefroren ist und die Nordlichter sich im See spiegeln, muss es der absolute Wahnsinn sein. Auch wenn man dann nicht auf dem See stehen kann. Irgendwas ist halt immer 😉

    Irgendwann fahren wir weiter, vielleicht haben wir an anderer Stelle mehr Glück? Es geht hoch über verschneite Straßen auf einen Berg, ein kleiner Fußmarsch und dann, da im NORDen ein LICHT



    😂
    Okay, schauen wir mal



    ob sich noch ein wahres Nordlicht zeigt, was es aber nicht tut. Dem Abend tut das keinen Abbruch, da Marcelo uns am Lagerfeuer bestens unterhält und auch Marshmallows zum ankokeln bereithält.




    Sein finnisches Lieblingswort ist kalsarikännit, das „allein einen Abend Bier trinkend in Unterhosen auf dem Sofa sitzen“ beschreibt. Es setzt sich aus „kalsari“ für Unterhose und „känni“ für Schwips zusammen. Verrückt, die Finnen 😀

    Auch wenn der Fotograf mir später seine Enttäuschung über die fehlenden Polarlichter, bei einer Büchse Bier auf der Couch, aber vollständig angezogen, gestand, war es wirklich ein schöner Ausflug!

    Am nächsten Morgen war unser Balkon um die Hälfte geschrumpft



    der Wind pfiff schon ordentlich um unsere Hütte und wir sagten unsere Teilnahme an der Schneeschuh-Wanderung ab. Unsere Heuschrecken haben wir wir schon am Tag vorher abbestellt, was über den digitalen Gastzugang mit einem Klick möglich ist.

    Das Wetter hält einigermaßen und so machen wir uns nach dem Frühstück noch mal auf einen neuen Weg mit Ziel Saariselkä



    und gucken mal, ob es mehr Schneemobile als Einwohner im Ort gibt





    Schließlich erzählte Marcelo gestern, dass es in Ivalo nur zwei Supermärkte aber fünf Schneemobil-Läden gibt. Da das nur zwei von mehreren großen Schneemobil-Nestern sind, kommt das durchaus hin, dass deren Anzahl die der Einwohner übersteigt 😀

    Wir stärken uns beim Lunch-Buffet für das erste große Abenteuer dieser Reise: Schneemobil fahren 😎

    Auf dem Weg zur Hütte stellen wir erfreut fest, dass die Wolken mal nicht die Oberhand haben



    Das verspricht doch eine schöne Tour!

    Ab in die warmen Klamotten und auf zum Treffpunkt. Während wir da so warten, dass alle beisammen sind, kommt ein Trupp Schneeschuh-Wanderer zurück und irgendwie …. Sehen die nur erschöpft und nicht sonderlich glücklich aus, wie dem Fotografen und mir direkt auffällt. Wir schauen uns an und ohne ein Wort zu wechseln ist klar: das können die morgen ohne uns machen! Dass das eine sehr weise Entscheidung war, wird sich Tags darauf noch bestätigen …..

    Dann aber Helme auf und los zur Einweisung, die Schneemobile stehen schon parat



    Wir fahren in zwei Gruppen mit jeweils einem Guide.

    Ich überlasse dem Fotografen die erste Strecke und mache es mir als Sozia bequem,



    nicht ahnend, dass schon 50 Meter weiter um mein Leben bangen werde! Ich wusste ja, dass ich im Auto die weltschlechteste Beifahrerin bin, da stehe ich auch zu! Die Erfahrung, die universumsschlechteste Sozia auf einem Schneemobil zu sein, hätte ich mir und dem Fotografen gerne erspart. Sehr gerne! Das Foto, das unsere Guide Noora am ersten Stop von uns macht, kann man keinem zeigen: ein glücklicher Fotograf und ein völlig fertiges Queentchen ….. Schön ist es auf dem Plateau natürlich trotzdem, schließlich stehe ich jetzt neben dem Schneemobil 😉





    Wir tauschen die Plätze und jetzt kann ich die Fahrt und den zweiten Halt auch so richtig genießen:







    Die Guides haben heißen Saft im Ausschank und es ist einfach traumhaft dort oben!

    Zurück geht es in einem Rutsch und der Fotograf meint, es müsste nicht noch mal fahren. Was hab ich für ein Glück … mit bis zu 35 km/h geht es erst zügig den Berg hinunter, durch Kiefernwälder und dann wieder hoch zum Hotel. Megaaaaaaa toll und der nächste Haken ist auf der Bucket-Liste gesetzt. Freilich gönnen wir uns da doch gleich ein „Ziel erreicht“ (Schneemobil) - Bier, wir müssen schließlich nicht mehr (selber) fahren.

    Nach unserem Spaziergang gehen wir, den Himmel weiter immer wieder im Auge behaltend, zum Abendessen.

    Die Karte zu fotografieren gelang mir nicht, aber vielleicht bekomme ich noch alles zusammen. Mal schauen:



    Kartoffelsuppe mit krossen Rentier-Speck

    Seesaibling mit lecker Kürbispürree und




    eingelegte Birne mit weißer Schockomousse. Alles sehr, sehr gut!


    Die Wolken wollen und wollen sich nicht verziehen, also können wir uns irgendwann und nicht allzu spät ins Bett verziehen. Tags drauf steht schließlich ordentlich Action auf dem Plan.

    Die startete bereits nach einem ausgiebigen Frühstück runter ins Dorf, wobei wir unserem Motto „der Weg ist das Ziel“ treu blieben. Zum Start zeigte der Rotenplaner eine Gehzeit von 25 Minuten an und nach 25 Minuten immer noch 25 Minuten. Nein, verlaufen haben wir uns nicht! Dafür im Verlauf einen langen Winterwanderweg gefunden, ohne ihn gesucht zu haben








    Der Weg war nicht ohne, da man immer wieder Gefahr lief plötzlich mit einem Bein knietief im Schnee zu stecken. Das Temperaturen sind viel zu früh schon relativ hoch und da es wohl in der Woche vorher geregnet hatte, halten die Wege nicht mehr wie sie sollten. Wir haben unsere persönlichen drei Schnee-Einbrüche zum Glück ohne wirkliche Verletzung überstanden.

    Irgendwann ist Saariselkä-City erreicht. Wir hatten nichts erwartet und unsere Erwartung wurde auch nicht wirklich übertroffen. Okay, was sollen 311 Einwohner auch an tollen Bauwerken errichten?


    Eins ist aber wirklich hübsch, wenn auch geschlossen



    Langsam drängt uns auch die Zeit und wir fahren mit einem Uber zurück zum Hotel.