Unser nächster Hafen war Progeso am mexikanischem Festland. Hier wollten wir endlich die
bekannte Mayastätte Chichén Itzá besuchen. Von Cozumel aus war uns das einfach an Fahrzeit
zu lang, da man immer noch die Schiffsfahrt von fast einer Stunde zum Festland dazu rechnen
musste. Von Progreso aus war es "nur" die reine Fahrzeit von 2 Stunden, auch viel natürlich, aber eine dritte
Chance wird es wohl nicht geben und deshalb sollte es unbedingt Chichén Itzá sein.
Leider hatten wir diesmal mit unserem mexikanischem Reiseleiter Pech, ein Professor einer
bekannten Universität, der mit Sicherheit ein imenses Wissen hat, allerdings vollkommen ungeeignet war,
sein Wissen an wirklich interessierte Touristen weiterzugeben. Er fing schon im Bus an, seine Vorlesung
abzuhalten und ich habe selten so etwas theoretisches heruntergespult bekommen. Gut, es gibt immer
Reiseleiter, die können ihr Wissen super rüberbringen und manche eben weniger, aber was dieser Herr
mit einer Arroganz an den Tag legte, war kaum zu überbieten. Ich habe nach etwa 10 Minuten aufgegeben,
ihm zu folgen, da es mehr als anstrengend war und dann natürlich auch noch in Englisch. Bisher
war die englische Sprache für mich kein Problem, aber ich hatte ja auch nicht geplant, eine Vorlesung
zu besuchen. Natürlich war ich mit dem Abschalten nicht die Einzige, sodass nach einiger Zeit ihm wohl
so gar keiner mehr zuhörte, wirklich nicht schön für ihn, aber leider nachvollziehbar. Das gefiel ihm
natürlich gar nicht, dass seine Schäfchen ihn nicht würdigen wollten und somit hatten wir Urlauber bei
ihm wohl sein Wohlwollen verloren.
Nach 2 Stunden kamen wir dann endlich an der Mayastätte an, direkt neben der Anlage gibt es ein
Hotelkomplex Mayaland, in dem wir zum Mittagessen abgeladen wurden. Ich bin im schätzen nicht
besonders gut, aber so zwischen 200 bis 300 Personen sind es wohl gewesen. Wenn ich etwas hasse,
dann sind es solche Massenabfertigungen. Wir wurden in einen wirklich großen Bereich gebracht,
wirklich ganz nett gemacht, mit einigen Möglichkeiten sich Essen zu holen. Aber man kann sich
vorstellen, wie dass bei der Personenanzahl aussieht und abläuft. Einfach gruselig, da esse ich lieber
gar nichts. Zu dem erhöhten Lärmpegel kamen dann auch noch sehr laute Tanz- und Musikvorführungen,
die eigentlich nett waren, aber alles zusammen wirklich nur furchtbar. Mir taten die Mexikaner, die
sich alle sehr viel Mühe gaben nur Leid. Für das ganze Spektakel war eine halbe Stunde eingeplant
und dann ging es mit unserem Reiseleiter direkt in die Mayastätte. Übrigens so etwas wie Toiletten-
besuche kannte unser mexikanischer Professor nicht, mit so etwas Banalem mochte er sich nicht
beschäftigen, Ihr könnt euch sicher vorstellen, was für Dramen sich immer wieder zwischendurch ab-
spielten, Wir hatten eine Ausflugsbegleitung von Aida dabei, die immer wieder versucht hat, zu
vermitteln, allerdings war unser guter Herr resistent gegen alles.
Endlich sollte es losgehen, wir waren schon alle sehr gespannt, aber auch hier folgte das übliche
Spiel. Herr Professor sprintete durch die Anlage, fing mit seinen Erklärungen schon an, obwohl
nur ein kleiner Teil ihm folgen konnte. Bis dann alle ihn erreicht hatten, war er mit seinen
Ausführungen dann fertig. Fotos zu machen war ganz schwierig, denn man musste zusehen,
dass man die Gruppe nicht verlor. Ich habe selten so ein Gemeckere auf einem Ausflug erlebt,
aber ich muss wirklich sagen zu Recht. Wir sind wirklich nicht jemand, die schnell was sagen, aber
das war schon echt ein Knaller. Leider muss ich sagen, dass der gute Mann uns diesen Ausflug,
auf den wir uns alle sehr gefreut hatten, so richtig vermiest hat. Später stellte sich dann heraus,
dass laut seiner Information wir 2 Stunden in Chichén Itzá verbringen sollten, aber laut Aida
3 Stunden vorgesehen waren. Na toll........
Trotzallem war die Mayastätte schon etwas ganz besonderes, wenn natürlich auch sehr über-
laufen. Aus diesem Grunde ist es auch sehr schwierig, Fotos zu finden ohne Personen 
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Übrigens hatte sich unser Reiseleiter nicht dazu überreden lassen, die 3 Stunden dort zu verbringen,
obwohl er sogar seine Agentur anrief, um sich zu erkundigen, ob dies überhaupt stimme. Zum guten
Schluß hat er dann auf der Rückfahrt noch gesagt, dass er noch nie soooo lange hätte arbeiten müssen.
Gehts noch
Das war auch das erste Mal in unserer Kreuzfahrervita, dass wir kein Trinkgeld gegeben haben und
wir uns auch bei der Ausflugsabteilung (hatte uns die Aidabegleitung sogar empfohlen!) beschwert haben.
Man muss schon sagen, dass Aida da sehr fix und auch kulant gezeigt hat, wir bekamen 20% des Preises
gutgeschrieben. Aber nichtsdestotrotz wäre uns Allen ein gelungener Ausflug lieber gewesen.
Wenn jetzt jemand wissen möchte, ob sich die lange Fahrt wirklich lohnt, da bin ich mir nicht so sicher.
Die Mayastätte ist wirklich wunderschön, aber 2 bzw. 3 Stunden Fahrzeit für eine Strecke ist schon echt
grenzwertig. Aber vielleicht lag es auch an unserem mexikanischen Freund 