07.11.2019 - Lissabon - TEIL 2
Von hier aus wollten wir zum Castelo da Sao Jorge, was auf den Hügeln der Alfama liegt. Da es zu Fuß doch eine ganz schöne Strecke (und vor allem: aufwärts) gewesen wäre, wollten wir die Tram 12 E nehmen. Das klappte auch einigermaßen gut, die Tram kam, wir konnten einsteigen und haben auch nen Platz bekommen. Aber dann sollten wir mal wieder warten.
Es ging und ging nicht wirklich vorwärts, die Tram vor uns fuhr immer nur sehr sporadisch und auf Schienen überholt es sich halt schlecht. Das zog sich ganz schön… Dafür ist so eine Fahrt mit der Tram (wenn sie denn fährt) unterhaltsam und wie diese Dinger die Hügel hochjagen, ist echt eine Freude. Irgendwann sind wir dann am Castelo angekommen und haben uns entschieden, den Eintritt zu zahlen und alles auch von innen anzuschauen (10 EUR je Person). Ob es nun den Eintritt wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden, aber auf jeden Fall ist es ganz schön, sich alles anzuschauen und auch von hier ist der Ausblick einfach super.
Vom Castelo sind wir dann zu Fuß zunächst noch zum Aussichtspunkt Santa Luzia gegangen (ganz schön viele Aussichten, ich weiß) und dann weiter durch die Alfama zurück zur schon bekannten Metrostation Baixa-Chiado. Der Weg dorthin führt durch verschlungene Gassen, in denen aber auch immer wieder schönes zu entdecken ist.
Besonders gefallen haben uns auch zwei Straßenmusiker, die allerdings überhalb der Straße gespielt haben, nämlich auf ihrem Balkon im ersten Stock. Für die erhoffte Gage hin einfach ein Eimer am Seil herunter! Praktisch!
Nach der oberirdischen Erkundungstour sind wir an der Station Baixa-Chiado in die Metro (blaue Linie) bis zum Marques de Pombal gefahren. Von diesem Platz aus ging es dann über die Avenida de Liberdade in südlicher Richtung zu Fuß zurück. Die Avenida ist ein wenig wie der Neue Wall in Hamburg – keine Luxusmarke darf dort fehlen.
Kurz vorm Hard Rock Cafe liegt auf der linken Straßenseite der Ascensor do Lavra, eine Standseilbahn. Der Fahrpreis wäre auch im 24-Std.-Ticket enthalten gewesen, aber wir haben lieber am Fuß des Ascensors eine Pause in der dort liegenden Champanharia (Champanharia do Largo) eingelegt und etwas Prickelwasser gekostet.
Nach einem kurzen Abstecher zum Hard Rock Cafe kamen wir dann zum Praca dos Restauradores, wo man viel Auswahl zum Essen und Trinken findet.
Da ich mich selbst ab und an als Hobbybrauer versuche, steht bei unseren Urlauben auch immer mal ein Stopp bei einer Craft-Beer-Bar auf der To-Do-Liste. Hier hatten wir uns „The Beer Station“ ausgesucht und wir wurden nicht enttäuscht.
Um den leichten Hunger zu beruhigen, haben wir dann noch die grüne Metrolinie bis zum Cais do Sodre genommen und sind zum Mercado da Ribeira gegangen. Hier befindet sich der Time Out Market, eine Markthalle, in der ganz viele Köstlichkeiten (was das Herz und der Magen begehrt: Fleisch, Fisch, Suppen, Tapas, Süßes, Getränke und sogar Souveniers) angeboten werden. Eine sehr leckere Tapasplatte hatten wir uns hier verdient.
Von der Markthalle sind wir dann zu Fuß zurück zum Schiff gegangen, um uns ein wenig auszuruhen und uns für den Abend vorzubereiten. Auf der Kabine wartete ein vielarmiger Freund auf uns.
Eigentlich war tagsüber noch der Plan, sich abends im Barrio Alto ein Fado-Restaurant oder ein schönes Tapas-Restaurant auszusuchen, doch da wir schon über den Tag ein wenig gegessen hatten und auch noch gaaanz kurz bei der Wok-Station im Ankelmanns-Restaurant halten mussten (inkl. gaaanz kleiner Nachspeise), wurde das zusätzliche Essen gestrichen.
Aber Lissabon im Dunklen wollten wir uns nicht entgehen lassen, so dass wir wieder von Bord gegangen sind, um im Barrio Alto noch ein Glas Wein zu trinken.
Beim Betreten der Gangway bemerkten wir dann etwas völlig urlaubsuntypisches: Regen.
Mist, da hatten wir nach dem schönen Tag keinen Gedanken dran verschwendet. Es war jetzt auch nicht zu schlimm, aber hat ein wenig den Spaß gedämpft.
Wir sind natürlich trotzdem losgezogen und haben den bekannten Weg einschlagen: zur Metrostation Baixa-Chiado, wieder über die Rolltreppen nach oben und dann vom Ausgang einfach ein paar Straßen in nördlicher Richtung. Zwischen der Rua do Norte und der Rua de Rosa findet man eine Vielzahl von Restaurants und Bars. Viele eher klein und fein anstatt Massenabfertigung.
Hier setzten wir uns an ein gemütlich aussehendes Plätzchen und genossen ein Glas Wein beim Blick auf das Barrio Alto. Danach spazierten wir noch ein wenig durch den Regen und wunderten uns, wie oft wir angesprochen wurden, ob wir nicht doch Interesse an dem einen oder anderen Rausch hätten. Conny hat kurz überlegt, sich zum Zivilfahnder umschulen zu lassen, aber die Idee haben wir dann nicht weiter verfolgt.
Stattdessen gab es noch ein Craft-Beer in einer kleinen Kneipe, in der wir aber die einzigen Gäste waren und der Barkeeper mehr an seinem Smartphone als an Gästen interessiert war. Nun ja.
Mit der Metro fuhren wir dann zurück bis zur Station Terreiro do Paco und von dort war es nur noch ein kurzer Fußmarsch bis zum Schiff und zur Kabine, wo wir dann auch recht erschöpft ins Bett fielen. So viele Eindrücke wollten erstmal verarbeitet werden.