Fazit
Reiseverlauf : 8 Destinationen, fast 6 Seetage (da aufgrund schwerer See Reykjavik erst um 18 Uhr erreicht wurde), Liegezeiten nahezu wie geplant eingehalten.
Schiff : Baujahr 1993 , viel Platz an Bord für 1000 Passagiere (bei unserer Reise nur 728), sehr gepflegt, 4 Restaurants (Waterfront, Mediterranean, Fusion, Club Bistro) inklusive, 1 zuzahlpflichtiges Restaurant (The Grill), 6 Bars mit unterschiedlichen Farbkonzepten und Gestaltungselementen(Oceanbar, BlueRoom, Captain'sClub, SportsLounge, LidoBar, The Dome&Nightclub), eine Weinbar, die aber nie geöffnet war, Alfresco Grill für den Hunger zwischendurch, eine Kaffeebar (Cappuccino's - dort gab es auch das Eis), 2 Pools, davon ein Innenpool, bei dem das Dach geöffnet werden konnte (wurde bei schönem Wetter auch so praktiziert).
Das Heck ist auf 5 Decks (glaube ich) außen betretbar, leider kann man im Bugbereich nirgendwo nach draußen. Das ursprünglich von Deck 11 erreichbare Deck 12, ist nur noch für die Crew zugänglich und der ebenfalls früher für Passagiere zugängliche Bug auf Deck 7 wurde nur als "Bonbon" am letzten Seetag für eine halbe/dreiviertel Stunde unter Aufsicht freigegeben. Die einzige Möglichkeit, den Blick nach vorne zu genießen ist im Dome, also hinter Panoramascheiben. Finde ich sehr schade und bin ich von Phoenix anders gewöhnt. Pluspunkt für Phoenix.
Die Kabine war zweckmäßig eingerichtet mit ausreichend Platz in Schrank und Schubladen und enthielt eine kleine Zweisitzer-Couch, sowie einen Stuhl/Sessel und einen kleinen runden Tisch. Die Betten stehen in der Regel zusammen, können aber auf Wunsch auch getrennt werden. Dadurch konnte man in unserer Außenkabine aber nur aus dem Fenster schauen, wenn man sich auf das Bett gekniet hat.
Der Bildschirm war ziemlich groß. Leider konnten dort keine Rechnungsdaten abgefragt werden, so dass es sinnvoll war, sich die einzelnen Beträge mit Datum zu notieren, wenn man den Überblick behalten wollte. Denn die Unterschrift erfolgte in Bars, Restaurants, Läden allesamt papierfrei auf dem Tablet oder Handy.
Großes Manko sind die Bäder. Die überwiegend vorhandenen Wannen sind überhaupt nicht zeitgemäß und entstammen dem Aussehen nach wahrscheinlich noch der Erstausstattung von 1993, auch wenn die vorhandenen Fliesen eine wahrscheinliche Renovierung der Bäder in den letzten 5-8 Jahren suggerieren.
Dazu kommt, dass die WC-Anlage sehr unzuverlässig ist. Es war stets ein Glücksspiel, ob die Spülung funktionierte oder nicht. Die Techniker kannten das Problem und konnten es auch nicht beseitigen Was anfangs sehr unangenehm war, später gewöhnte man sich daran. Irgendwann im Laufe der nächsten halben Stunde spülte es dann von allein.
Crew/Service : Bei uns waren es 505 Crewmitglieder aus 45 Nationen. Der Kabinenservice war sehr zuverlässig. Ich habe erstmalig bei inzwischen 15 Hochseekreuzfahrten, nicht ein einziges Mal fehlendes Klopapier, nicht aufgefülltes Duschbad, oder ein fehlendes Handtuch etc. bemängeln müssen. Es war stets alles tipptopp in Ordnung. Die Bettwäsche wurde bei
den 15 Nächten zweimal gewechselt.
Restaurant : In den Restaurants gab es jeden
Abend verschiedene 5-Gang-Menüs, nicht wie bei Phoenix überall die gleiche Karte. Allerdings waren Fleisch- bzw. Fischsorten dieselben, aber stets in anderer Zubereitung. Dazu noch ein vegetarisches Menü.
Zu den täglich wechselnden Menüs kamen
Klassiker, die immer dieselben waren. So wie es auch bei TC ist (oder war?).
Das Essen war immer sehr schmackhaft und gut gewürzt, ohne versalzen zu sein. Es gab keinen Abend, wo ich persönlich auf der Karte nichts für mich finden konnte. Bei Phoenix ist mir das leider bei den letzten 3 Kreuzfahrten auf jeder Fahrt mindestens einmal passiert.
Aus unserer Sicht ein klarer Pluspunkt für NC. Mein persönlicher Favorit war das Restaurant Fusion mit seinen asiatischen Gerichten.
Mittags haben wir sehr selten gegessen, und wenn dann einen Salat oder etwas Obst im ClubBistro.
Frühstücken sind wir fast immer in die Bedienrestaurants gegangen. Am ersten Tag waren wir dazu im ClubBistro, weil wir zeitig einen Ausflug hatten, aber das war mir zu unruhig dort. Und nachdem wir feststellten, dass es in Bedienung sehr flott und zügig ging, haben wir auch bei Ausflügen die angenehme Ruhe dort genossen. Es gab jeden morgen 3 Schüsseln mit Wurst/Schinken, mit Käse und mit Obst. Dazu konnte man sich Fisch, Eierspeisen, Müsli, Joghurt o.a. bestellen. Kaffee und heißes Wasser für Tee wurde am Tisch eingeschenkt. Verschiedene Teesorten und Marmeladen standen auf dem Tisch.
Für uns war alles vorhanden, was wir für gewöhnlich essen.
Veranstaltungen : Abends gab es meist eine Show vom Showensemble oder den Auftritt eines Gastkünstlers. Besonders gut gefallen hat mir die junge Frau mit der Sandmalerei. Da blieb bei mir vor Staunen schon ab und zu der Mund offen stehen.
Allerdings hätte ich "Olaf den Flipper" nicht unbedingt gebraucht.
Eine Crewshow gab es nicht.
Die Lektorin hatte ich bereits positiv hervorgehoben. Sie hat zu jeder der Destinationen einen knapp einstündigen Vortrag gehalten. Außerdem noch 4 weitere Vorträge, die sich mit geschichtlichen Themen des Fahrgebietes befassten. Alle äußerst interessant.
Organisation : Anders als bei Phoenix gibt es bei NickoCruises nicht diese Menge von Reiseleitern, die täglich in Erscheinung treten. Es gab jemanden (Frank), der für sportliche Aktivitäten zuständig war und jemanden (Kerstin), die für kulturelle Belange, Spiele etc. zuständig war. Außerdem eine Dame an der Reiseberatung. Der Kreuzfahrtdirektor Konstantin Patschke managt viele Dinge scheinbar allein, wie viele Leute er dafür hinter den Kulissen noch zur Verfügung hat, ist nicht offensichtlich. Durch diese geringe Präsenz von NC-Mitarbeitern fehlt irgendwie ein Verbindungsglied zwischen Gästen und Leitung. Das mag nicht auffallend sein, wenn alles glatt läuft. Gibt es jedoch Probleme, die nicht im Hotelbereich liegen, so findet man schlecht einen Ansprechpartner. Uns betraf das nicht, aber es gab Gäste, die damit zu kämpfen hatten. Z.B. wenn die von Nicko organisierte Abreise nicht funktionierte. Hier also wieder ein klarer Pluspunkt für Phoenix. Ich mag mir nicht vorstellen, wie unsere bekannte Odyssee mit dem Koffer letzten Oktober ausgegangen wäre, wenn es sich nicht um eine Phoenix- sondern eine Nicko-Reise gehandelt hätte.
Was mir wiederum sehr positiv aufgefallen ist, dass man bei NC mehr auf Eigenverantwortung setzt und die Leute nicht alle an die Hand nimmt und alles x-mal haarklein erklärt. Da fühle ich mich bei Phoenix manchmal gegängelt. Wenn der Treffpunkt zu Ausflügen im Theater war, bekam man direkt die Busnummer als Aufkleber und konnte das Schiff verlassen ohne im Gänsemarsch hinter dem Reiseleiter herzulaufen. Zu den Nachmittagsausflügen war der Treffpunkt oft auch an der Pier. Das Gedrängel am Ausgang entfiel also. In Grundarfjörður, wo getendert wurde, konnten wir so bereits vormittags das Schiff verlassen und an Land etwas unternehmen. Zu unserem Bootsausflug fanden wir uns einfach um 14.30 Uhr an der Pier ein und haben uns so zweimal tendern gespart.
So, nun habe ich wieder viel zu viel geschrieben. Ich hoffe, dass ich euch damit nicht zu sehr gelangweilt habe.
"Würde ich noch einmal mit der Vasco da Gama fahren ?"
Ja, das würde ich. Aber nicht bevor die Bäder statt Badewannen Duschen erhalten haben !
(Ob, oder wann so etwas geplant ist, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.)