Auf der Straße am Canyon entlang und an den Aussichtspunkten habe ich noch einige Tiere getroffen: Große schwarze Vögel (Raben oder Krähen?) waren an einigen Aussichtspunkten zu sehen. An einem sah ich auch noch einen kleinen Vogel. Und als ich so wohlgemut die Straße im Ostteil entlangfuhr, standen da plötzlich 2 kleine rehartige Tiere, die bis auf die Größe und dem Geweih denen vom Morgen ziemlich ähnlich waren, am Wegrand und glotzten mein Auto an. Natürlich gibt es wieder keine Fotos; da hätte ich einen Beifahrer mit schussbereiter Kamera gebraucht.
Heute sollte es wieder nach Norden gehen. Und dabei wollte ich noch das große Loch namens Grand Canyon kurz besuchen.
Beim Aufstehen wunderte ich mich, warum es draußen noch so dunkel war. Bei einem Vergleich meiner Uhr mit dem Wecker und anschließendem Check im Fernseher stellte ich fest, dass Arizona in einer anderen Zeitzone liegt als Nevada und Kalifornien. Das bedeutet, dass es morgens eine Stunde später heller wird (erst kurz nach 7 Uhr), dafür ist es abends aber bis kurz nach 17 Uhr hell. Darüber bin ich wirklich nicht unglücklich, habe ich doch eine Stunde Tageslicht gewonnen.
Das im Zimmerpreis eingeschlossene Frühstück war bereits gestern Abend geliefert worden: Kaffee zum Füllen der Kaffeemaschine, Orangensaft, 2 Eier, 1 große Zimtschnecke, Obstsalat und 1 Mandarine. Es hat auf jeden Fall gereicht, meinen Magen vollständig zu füllen.
Beim Blick auf mein Auto erfüllte sich meine Befürchtung: Die Farbe hatte von blau auf weiß gewechselt. Aber es war nur Reif, den ich durch Aufwärmen des Autos während des Einladens zum größten Teil entfernt hatte. Aber ein Blick auf das Thermometer im Auto ließ mich erschaudern: Es waren -3° C; und das kurz vor 8 Uhr. Aber wenigstens war es trocken.
Also los in Richtung großes Loch. Unterwegs musste ich kurz nach Williams noch für 3 seltsame Gestalten bremsen, die unbedingt die Straße überqueren mussten: Da rannten 3 große hirschartige Tiere über die Straße. Im Gegensatz zu unseren Hirschen war das Fell eher sandbraun und das Geweih war sehr klein. Natürlich waren die drei wieder viel zu schnell für mich: Es gibt keine Bilder.
Nach diesem kurzen Intermezzo gab es keine Unterbrechung meiner Fahrt mehr. Nur am IMAX-Kino erlebte ich eine Enttäuschung: Das Kino öffnet im Winter morgens erst um 10 Uhr und es war erst kurz nach 9. Also kein Film über den Grand Canyon. Stattdessen weiter zum Parkeingang und dort erkundigen, wie die Straßenbedingungen am East Rim sind. Alles ok, die Straße ist frei, so dass ich direkt nach Cameron fahren konnte und nicht den großen Umweg über Flagstaff nehmen musste.
Dann endlich war ich am ersten Aussichtspunkt. Es ist schon ein riesiges, beeindruckendes Loch. Aber so richtig vom Hocker gerissen hat es mich nicht. Und das lag sicher nicht daran, dass die Temperatur nur so um den Gefrierpunkt oder der Himmel bedeckt war. Die Temperatur war zwar nicht besonders schön, aber ich hatte eher mit weniger gerechnet; schließlich ist der South Rim (südlicher Rand mit jeder Menge Aussichtspunkten) zwischen 2000 und 2300 m hoch. Und auf der Fahrt nach Osten kam auch noch die Sonne heraus und hat voll auf die Felsen geschienen. Mir haben einfach das Valley of Fire und das Death Valley um einiges besser gefallen. Trotzdem habe ich viele Fotos gemacht.
Guten Morgen Ihr Lieben. Wenn ich hier aus dem Fenster schaue, ist es schon schön sonnig und alles ruft: "Gipsy, komm raus, wir kaufen neue Vorräte." Aber wenn ich auf mein Thermometer schaue, denke ich nur: "Brrr. Das da draußen ist eine fiese Mogelpackung. 4 Grad sind viel zu kalt, um jetzt einkaufen zu gehen. Versuch es lieber heute Nachmittag."
Und jetzt hoffe ich nur, dass Ihr die Winterjacken, Mützen, Schals und, Handschuhe noch nicht weggepackt habt. Denn jetzt wird es richtig kalt auf der weiteren Reise, bei der mir vor allem heute fast die Finger abgefrohren sind beim Erzeugen des Materials für die heutige Bilderflut.
Heute war einfach nur fahren, fahren und nochmals fahren angesagt. Ich wollte nämlich durch die Mojave National Preserve, einem Gebiet, in dem die Vielfalt der Mojave-Wüste einfach zugänglich ist. So sind direkt an der Straße jede Menge Joshua Trees zu sehen. Auch ein Gebiet mit Lavagestein, das bis direkt an die Straße geht, gibt es dort.
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Da ich den südlichen Teil mit den Dünen und dem Eisenbahndepot auf der Rückfahrt nach Las Vegas höchstwahrscheinlich noch einmal durchfahren werde, habe ich mich da nicht sehr lange aufgehalten.
Die weitere Strecke war bis Seligman immer auf der Autobahn durch eine interessante Wüstenlandschaft. Unterwegs hatte ich noch einen kleinen Kampf mit dem Auto auszufechten. Es war nämlich ziemlich warm im Auto und alles Runterdrehen der Heizung und sogar das Öffnen des Fensters hat nichts geholfen. Bis mir irgendwann aufgefallen ist, dass die Heizung auf der Fahrerseite und die auf der Beifahrerseite gekoppelt oder getrennt betrieben werden können. Zu der Zeit waren sie auf getrennten Betrieb gestellt und ich hatte natürlich immer nur an der Heizung für den Fahrer gedreht. Deshalb kam aus meinen Lüftern nur kalte Luft während aus den Lüftern des Beifahrers sehr warme, schon fast heiße Luft kam. Da konnte ich natürlich auf meiner Seite abdrehen so viel ich wollte, die Beifahrerseite heizte dann nur um so mehr. Nachdem ich diese Heizung auch angepasst hatte, war die Temperatur im Auto plötzlich richtig. Warum ich die Probleme erst heute hatte, kann ich wirklich nicht sagen. Vielleicht habe ich auch erst heute die Heizung für Fahrer und Beifahrer getrennt geschaltet.
Seligman, ein alter Ort an der Route 66, liegt direkt an der Autobahn, so dass ich nicht viel Zeit investieren musste, um noch etwas von der Route 66 zu sehen. Gefallen hat es mir aber gar nicht: der Ort ist so auf Touristen und Route-66-Kitsch eingerichtet, dass ich sofort – sogar ohne auch nur ein Foto zu machen – wieder die Flucht ergriff. Ich bin nur heilfroh, dass ich keine Zeit für eine längere Strecke auf der Route 66 eingeplant hatte.
Die Temperaturen hatten es heute in sich: Heute morgen in Ridgecrest war es noch ziemlich frisch (etwas über 5° C), aber die Sonne schien. In der Mojave-Wüste war es schon angenehm warm mit ca. 12 ° C. Bei der weiteren Fahrt auf der Autobahn wurde es immer wärmer; ich konnte sogar mal wieder ohne Jacke (nur mit Rock und T-Shirt) auf einem Rastplatz kurz nach der Grenze zwischen Kalifornien und Arizona bei etwa 18° C in der Sonne sitzen. Und hier in Williams ist es jetzt furchtbar kalt (um 19 Uhr nur knapp über dem Gefrierpunkt) und es liegen noch überall Schneereste herum. Ich bin mal gespannt, was mich morgen auf dem Weg zum Grand Canyon und weiter nach Page erwartet.
Cobupu Spielautomaten bin ich immer mal wieder über den Weg gelaufen. Manchmal sogar absichtlich, weil ich das von den Spielern subventionierte Essen futtern wollte und auch die Zimmerpreise ziemlich gut waren. Die als Spielhöhlen getarnte Gates vor dem Abflug haben mir den Abschied etwas weniger schwer gemacht.
Dort waren wir im Juli 2000, ein wunderbarer Platz
...wir hatten damals über 50 Grad
Du bist dann wahrscheinlich wegen der Hitze ins Auto geflohen, ich zum Aufwärmen. Aber schön war es dort wirklich - und ich spüre wieder diesen ekelhaften Wind, der mich die ganze Zeit ins Auto schieben wollte.
Als letzten Punkt im Tal des Todes fuhr ich dann noch die Dünen kurz vor Stovepipe Wells und Stovepipe Wells selbst an. Sanddünen sind im Death Valley nur an dieser Stelle zu finden. Der Rest des Tales ist eher eine Steinwüste mit vereinzelten kleinen Sträuchern und Grass und Bäumen an Stellen, an denen es Süßwasser gibt.
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Da es wieder stark bewölkt und kalt und windig war, schenkte ich mir einen Fußmarsch zu den Dünen oder zu einem kleinen Canyon ganz in der Nähe von Stovepipe Wells. Über diese Entscheidung sollte ich später noch froh sein.
Also ging es jetzt raus aus dem Tal in Richtung Osten über einen Pass. Zuerst musste ich aber erst noch kurz nach Stovepipe Wells für einen Kojoten anhalten, der seelenruhig ganz langsam die Straße überquerte. Für ein Foto war er dann aber doch zu schnell verschwunden.
Auf der ganzen Strecke bergauf waren in regelmäßigen Abständen von ein paar Meilen Wasserfässer positioniert, damit das im Sommer verkochte Kühlwasser wieder aufgefüllt werden kann. Bei der Kälte hatte ich aber überhaupt keine Probleme; die Kältekühlung der umgebenden Luft funktionierte einwandfrei. Nach Erreichen der Passhöhe ging es wieder in ein Tal, wo ich lieber nicht die Aussicht genoss, da die Straße streckenweise direkt an der steil abfallenden Kante entlang führt. Danach gibt es zwei Strecken nach Ridgecrest, meinem Zielort: eine kürzere durch ein Tal, die ich eigentlich nehmen wollte, und eine längere über einen weiteren Pass, die fast immer an der Bergkante entlang führt. Und hier hatte ich zum zweiten Mal heute Pech: die kürzere Strecke war wegen Überflutung gesperrt, so dass ich die längere Passstraßen nehmen musste. Und hier war ich sehr froh über meine Entscheidung, in Stovepipe Wells ohne größere Pause gleich weiterzufahren; es war nämlich noch hell als ich den Pass endlich hinter mir gelassen hatte. Und im Dunkeln hätte ich da sicher nicht gerne fahren wollen, so kurvig wie die Strecke ist. Und als ich dann endlich auf der Fernstraße neben dem Tal in Richtung Süden war, fing es auch noch an, ziemlich stark zu regnen. Kurz vor Ridgecrest ging der Regen dann in leichtes Tröpfeln über.
Da ich einfach keine Lust mehr hatte, im Dunkeln nach einer Futterstelle zu suchen, gab es Abendessen aus meinen Vorräten. Das Frühstück morgen ist im Übernachtungspreis inbegriffen. Ich bin mal gespannt, was es da zu essen gibt. Das kann theoretisch alles sein vom Becher Kaffee mit eingeschweißtem Muffin bis zum Frühstücksbuffet mit Waffeln und Eiern.
Als ich genug Salz gesehen hatte, fuhr ich wieder zurück Richtung Furnace Creek, nahm jedoch nicht den direkten Weg sondern gönnte mir noch den als Einbahnstraße gebauten Abstecher zu in pastellfarben schimmernde Felsen am Rande des Talkessels, den Artists Drive mit dem Abstecher zur Artists Palette. Dabei hatte ich unwahrscheinliches Glück, da die Wolken inzwischen so weit aufgerissen waren, dass die Sonne die farbigen Felsen so richtig schön ausleuchten konnte.
Der Artists Drive ist eine sehr schmale Straße, die wie die kleinen Sträßchen in den Bergen sehr kurvig und der Landschaft angepasst ist. Das Fahren dort war einfach nur interessant; hinter jeder Kurve konnte wieder eine neue farbige Überraschung lauern.
Was für schöne Erinnerungen Gipsy . Ich war 1995 auch genau dort im Death Valley. Einige Bilder ähneln sich sogar. Aber wir hatten es wirklich heiß dort....
Liebe Grüße
Anette
Ich hatte mich auch auf etwas höhere Temperaturen eingestellt, etwa so wie am vorangegangenen Tag (oder höher). Und dann war das richtig kalt und ein Eiswind, dass ich fast geglaubt habe, im falschen Film Land zu sein.
Nach vielen Bildern wurde es mir wirklich zu kalt und ich fuhr weiter zum Visitor Center in Furnace Creek. Ich hatte nämlich immer noch nicht den Eintritt bezahlt und wollte das dort nachholen. Das Death Valley ist meines Wissens der einzige Nationalpark, bei dem nicht direkt am Eingang ein mit mindestens einem Ranger besetztes Kassenhäuschen steht. Das dürfte im Sommer nämlich unerträglich heiß werden für die Ranger. Stattdessen gibt es an jedem Aussichtspunkt bzw. Parkplatz einen Automaten, bei dem man eine Eintrittskarte lösen kann. Zusätzlich ist es auch erlaubt, den Park erst einmal ohne Eintrittskarte zu betreten und erst mitten im Park im Visitor Center, in das das Ranger-Eintrittshäuschen quasi integriert ist, eine zu lösen. Da ich noch mehr Nationalparks besuchen möchte, kaufte ich mir eine Jahreskarte für sämtliche Nationalparks in den USA.
Furnace Creek besteht eigentlich nur aus dem Visitor Center, zwei Hotels, mehreren Campingplätzen und einer Tankstelle, aber es ist der Hauptort im Death Valley.
Dann fuhr ich wieder ein kurzes Stück zurück, um die Straße nach Badwater, dem tiefsten Punkt der USA zu nehmen. In Badwater, das eigentlich nur aus einem Parkplatz und Toiletten besteht, kann man auf einem Holzsteg direkt an eine der wenigen offenen Wasserflächen des Salzsees gelangen. Außerdem kann man von dort aus auf dem Salz spazieren gehen, was natürlich jeder macht. Irgendwie erinnert die Salzfläche an Schnee, zumindest dort, wo sie von den vielen Füßen plattgewalzt ist. An den anderen Stellen kann man ganz deutlich die Schollen erkennen, aus denen die dicke Salzschicht besteht.
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Die Bilder zeigen einmal die offene Wasserfläche mit Salzkristallinseln sowie die Salzschollen, mit denen der See bedeckt ist. Obwohl die Wolken langsam aufrissen, war es mit 11° C bei ständigem Wind immer noch unerwartet kalt.
Heute hat das Aufstehen besser geklappt als gestern: Ich war bereits kurz vor 8 Uhr unterwegs, zwar noch ohne richtiges Frühstück, aber den im Zimmerpreis eingeschlossenen Kaffee zum Selberkochen hatte ich natürlich schon getrunken. Und das frühe Aufbrechen war wirklich nötig heute, da eine größere Fahrstrecke anstand.
Aber zuerst einmal musste ich mich mit Bonnie über die Route einigen, die ich zum Death Valley nahm. Wir waren uns nicht ganz einig, über welche Straßen ich Las Vegas verlassen werde. Bonnie hatte nämlich einen Teil über die Autobahn planen dürfen; beim Anblick des Verkehrs auf der Autobahn entschied ich mich aber spontan für eine Parallelstraße, was Bonnie mit ständigen Versuchen quittierte, mich doch auf die Autobahn zu bringen.
Nach Verlassen von Las Vegas ging es erst einmal gut 2 Stunden durch die Wüste, nur unterbrochen durch einen Tankstopp mit angeschlossener Kaffee- und Muffinpause im Auto.
Nach der Einfahrt in den Nationalpark Death Valley wollte ich zum Dantes View, einem Berg, von dem aus man das ganze Tal überblicken kann. Die Straße war aber auf den letzten 4 Meilen gesperrt (wegen Schnee und Eis, wie ich später erfuhr), so dass ich diesen Aussichtspunkt ausfallen lassen musste.
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Dafür war dann ein anderer Aussichtspunkt, der Zabriskis Point, offen und bot eine unbeschreibliche Sicht auf das Tal und ausgefallene Felsformationen rund um den Aussichtspunkt.
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Wie auf den Bildern unschwer zu erkennen ist, war es ziemlich bewölkt und auch nicht wirklich warm. Am Parkplatz des Zabriskis Point waren es nur 8° C und auf dem sehr viel höher gelegenen Aussichtspunkt war es nicht nur noch kälter sondern auch noch windig. Wo war denn nur die Hitze, für die das Death Valley so bekannt ist?
Eigentlich hätte ich gestern angefangen, den Koffer für den Abflug am Mittwoch zu packen und heute morgen aufpassen müssen, dass ich nicht im Halbschlaf darüber stolpere. Eigentlich wäre ich jetzt auf dem Weg zur Arbeit. Aber das hat sich alles geändert. Es gibt nur noch Urlaub auf Balkonien, wenn es wieder etwas (viel) wärmer ist, und Couchistan (so lange es draußen so kalt ist). Und wir haben meinen Urlaub etwas an die Bedürfnisse bei der Arbeit angepasst und - da eine Absage oder größere Änderung aktuell eigentlich nicht erlaubt ist - die letzte Woche gestrichen und dafür am Anfang noch 2 Tage zusätzlich eingeschoben, so dass ich jetzt genau 3 volle Kalenderwochen Urlaub habe.
Und eigentlich wollte ich heute Vormittag mal wieder einkaufen gehen und mich mit neuen Zutaten für leckere Menüs eindecken, die ich jetzt leider selbst zaubern muss. Aber mir ist es heute viel zu kalt, um meinen voll beladenen Hausfrauenporsche vom Laden zurück zu ziehen. Und eigentlich habe ich auch noch ein paar lecker Vorräte eingefroren, die ich langsam essen sollte.
Als Folge all dieser Planänderungen sitze ich jetzt hier, schwelge in Erinnerungen und bereite die nächste Bilderflut vor.
Sorry wegen der vielen Bilder. Ich habe eben diesen Tag noch einmal im Schnelldurchlauf erlebt und konnte mich einfach nicht mehr zurückhalten. Dieser Tag in meinem Lieblingspark war einfach zu schön.
Mein Weg führte mich dann zum Osteingang des Park, wo nicht weit weg direkt an der Straße (die man eigentlich nicht entlanggehen darf, ich aber trotzdem tat, weil jahreszeitbedingt fast kein Verkehr war) ein Felsen steht, der mit etwas Fantasie wie ein Elefant aussieht (letztes Bild).
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Auf diesem Bild ist deutlich zu sehen, dass die roten Felsen zwar immer einen starken Rotton haben, aber die Sonne sie erst so richtig zum Leuchten bringt.
Da sich der Himmel jetzt vollständig zugezogen hatte, wurde es auch empfindlich kalt (naja, immer noch ca. 10 ° C, aber keine Sonne mehr).
Als letztes wollte ich mir noch den Felsen mit den Felszeichnungen anschauen, der in Richtung Westausgang liegt.
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Da dort aber eine Gittertreppe direkt über dem Felsen ziemlich hoch hinauf führt und ich ja unter Höhenangst leide und bei so etwas beim Heruntergehen Probleme bekomme, ging ich die Treppe nur so weit hoch, bis ich sehen konnte, dass ich schon mehr und schönere Felszeichnungen gesehen hatte. Also beschloss ich, mir die Treppe nur etwa das Drittel anzutun, das ich bereits hochgestiegen war und drehte wieder um.
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Auf dem Rückweg nach Las Vegas ärgerte mich Lisa wieder so sehr, dass ich sie inzwischen durch die englisch sprechende Bonnie ersetzt habe. Mal sehen, ob wir zwei uns besser verstehen.
Als Ausklang für diesen gelungenen Tag gab es noch gutes Essen vom chinesischen Schnellimbiss.
Dann geht es durch einen engen Canyon in ein weiteres Tal, in dem es über Felsen und durch Sand mit leichter Steigung wieder zum Anfang zurückgeht. Mehr sagen wohl nur die Bilder (das hier ist nur eine kleine Auswahl aus den 60 Bildern, die ich auf dieser kleinen Wanderung gemacht habe).
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Jetzt hatte ich mir einen kleinen, erfrischenden Imbiss verdient: einen kleinen Obstsalat aus der Dose und ganz viel Wasser. Durch das reichliche Frühstück hatte ich noch keinen Hunger und die kleine Erfrischung reichte, um mich weiter auf Entdeckungstour zu begeben. Den Wanderweg zum Mouse Tank habe ich mir geschenkt: den bin ich schon vor 4 Jahren gegangen. Außerdem war es schon kurz nach 14 Uhr und ich hatte noch nicht alles gesehen.
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Der Rundweg ist nur etwa 2 km lang, aber nicht ganz einfach zu gehen. Aber ich hatte ja Wanderstiefel dabei, die ich für diesen Weg auch nutzte (und froh war, sie angezogen zu haben). Unterwegs wurde es so warm, dass ich meine Jacke auszog und nur im T-Shirt weiterging.
Der Weg führt zuerst im tiefen Sand bergauf, dann geht es über Felsen weit nach unten bis zu den Überresten einer Filmkulisse aus den 60ern.
Für mich fing der Urlaub mit dem heutigen Tag erst richtig an.
Die ersten roten Steine - Teil 1
Montag, 17.12.2007
Gefahrene Meilen: 148.9 (= 240 km)
Der Jetlag hat mich wohl schon verlassen: ich bin erst um 8 Uhr aufgewacht. Eigentlich wollte ich um diese Zeit bereits unterwegs sein. Nachdem gestern das Abendessen nur aus Obst bestand, hatte ich natürlich erst mal Hunger und gönnte mir ein Frühstück am hauseigenen Buffet (für 7.50 $). Zum ersten Gang gab es Rühreier, Würstchen, Speck, Rösti, arme Ritter und Spiegeleitoast (natürlich nur wenig von jedem). Der zweite Gang musste süß sein: 1 süßer Kartoffelpfannkuchen mit eingedicktem Pfirsichkompott und etwas Sahne (sehr lecker), 1 Buttermilchpfannkuchen mit Ahornsirup (lecker) und 1 Waffel mit eingedicktem Heidelbeerkompott und etwas Sahne (sehr, sehr lecker). Zum Schluss durfte noch ein Obstsalat die letzten Löcher im Magen füllen. Dazu gab es noch ein großes Glas Orangensaft und 2 Becher Kaffee. So gestärkt rollte ich zum Auto und fuhr los in Richtung Valley of Fire.
Unterwegs gab es wieder dieselben Probleme mit Lisa wie gestern: sie sagt Info-Abzweigungen an, die ich natürlich nehme (was falsch ist), aber die richtigen Abzweigungen sagt sie so spät an, dass ich sie verpasse. Aber irgendwie kamen wir zur Autobahn und konnten Las Vegas verlassen. Auf der Autobahn konnte ich auch die Cruise Control testen. Das ist schon schön, wenn man sich nur noch auf den Verkehr und die Streckenführung kümmern muss und jemand anderes für einen die Geschwindigkeit hält. An der Abfahrt zum Valley of Fire setzt sich Lisa in den Kopf, dass ich unbedingt wieder in Richtung Las Vegas auf die Autobahn muss, nur um bei der nächsten Ausfahrt wieder zu wenden. Da ich das natürlich nicht mache, muss ich mir die nächsten 18 Meilen anhören, dass ich bei nächster Gelegenheit wenden soll. Leider gibt es keine Ausweichbucht und meine Arme sind nicht lang genug, um das Navi während der Fahrt abzustellen. Aber endlich erreichen wir doch den Westeingang zum Valley of Fire und Lisa kann sich zur Ruhe begeben.
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Nach dem Bezahlen der Eintrittsgebühr (6 $) kann ich endlich ohne Lisas nerviges Geplapper weiterfahren bis zum ersten Halt bei den Beehives. Diese roten Felsen erinnern in Form und Muster stark an die Körbe von wilden Bienen. Der strahlend blaue Himmel brachte die rote Farbe so richtig gut zur Geltung. Und die Sonne machte den Aufenthalt draußen bei immerhin etwa 10° C im Schatten recht angenehm.
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Nach einigen Fotos (nur etwa 10 Stück, da ich vor 4 Jahren an dieser Stelle ausgiebig fotografiert hatte) ging's dann weiter zum Visitor Center mit sauberen, kostenlosen Toiletten und vielen Infos zum Park.
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Ich hielt mich aber nicht lange auf und fuhr dann weiter die Stichstraße in den Park hinein, an deren Ende ich eine kleine Wanderung unternehmen wollte, den White Domes Trail.
Unterwegs musste ich natürlich noch oft anhalten, um Fotos zu machen.
Ich glaube fest daran, dass wir eines Tages wieder frei reisen können.
Bei der Planung dieser Tour konnte ich mich so richtig austoben. Über fast 2 Jahre habe ich damals Informationen über Nationalparks, Attraktionen, Städte, Sehenswürdigkeiten usw. gesammelt und - weil es ja Winter war - für so manche Wegpunkte mehrere Routen fertig ausgearbeitet. Also nicht nur eine Route sondern noch Ersatzrouten A, B, C und D. Somit konnte ich vollkommen flexibel auf das Wetter und meine Interessen reagieren und einfach innerhalb von wenigen Minuten auf eine Alternativplanung umschwenken.
Auf den Straßen fühlte ich mich absolut sicher. Ganz einsame Schotterpisten habe ich natürlich vermieden. Auch wenn ich zu Fuß unterwegs war, hatte meine Sicherheit immer oberste Priorität. Ich habe immer mal wieder eine kleine Wanderung im Verlauf verändert oder ganz abgebrochen, wenn ich zu einer Stelle kam, die ich alleine nur mit Mühe bewältigt hätte. Bevor ich irgend wo hoch geklettert bin habe ich immer überlegt, ob ich da auch wieder alleine herunter kommen würde. Hatte ich auch nur den geringsten Zweifel, bin ich einfach unten geblieben und habe mich über das gefreut, was ich so sehen und erleben durfte. Ich bin mir sicher, dass ich an manchen Stellen einfach weiter gegangen wäre, wenn ich nicht allein gewesen wäre - und manchmal hätte ich mich da bestimmt überschätzt.
Morgen zeige ich Euch mit einer kleinen Bilderflut einen kleinen State Park, in dem hinter fast jeder Straßenbiegung ein neues Naturwunder lauert: Nevadas ersten State Park, das "Valley of Fire".
Es war ganz schön schwierig, nur 32 aus den 132 Fotos auswählen, die ich behalten wollte. Da müsst Ihr dann halt durch.
Der erste Tag zum Eingewöhnen oder "Muss das alles so groß sein?"
Sonntag, 16.12.2007
Gefahrene Meilen: 48.6 (= 78 km)
Der Jetlag hat mich gut im Griff. Obwohl es gestern ein sehr, sehr langer Tag war und ich trotz der Zeitverschiebung erst nach Mitternacht ins Bett kam, war ich um 6 Uhr wieder wach. Eine halbe Stunde später war es draußen schon hell bei strahlend blauem Himmel. Da musste ich natürlich aufstehen.
Es gab ja noch so viel zu tun vor dem Auschecken aus dem Hotel. Ich musste noch das notwendigste umpacken und mich vor allem mal mit dem aus Deutschland mitgebrachten Navigationsgerät (TomTom One mit USA-Karte) beschäftigen. Ohne auf der Karte liegenden aktuellen GPS-Daten konnte ich in Deutschland keine Route berechnen bzw. mit einem anderen Tool berechnete Routen anschauen. Also erst mal das Gerät anschalten und warten, bis nach ca. 5 min. die aktuelle Position festgestellt war. Jetzt konnte ich noch die Adressen aus dem Telefonbuch raussuchen und als Favoriten in den TomTom übertragen, die ich vergessen hatte.
Dann war es auch schon höchste Zeit, auszuchecken und mein auf 8 Uhr vorbestelltes Auto mit 30 Minuten Verspätung abzuholen. Das Einlösen der in Deutschland getätigten Reservierung ging problemlos vonstatten. Es wurde kein Versuch unternommen, mir eine weitere, unnötige Versicherung aufzudrängen. Dann bekam ich den Schlüssel zu dem mir zugewiesenen Auto und die Information, wo ich es finden würde. OK, also los mit dem ganzen Gepäck und das Auto suchen. Als ich am richtigen Platz stand, traute ich meinen Augen nicht. Aber der Schlüssel passte. Reserviert hatte ich die kleinste Klasse mit 2 Türen und vor mir stand ein Chrysler Pacifica in taubenblau mit vier Einzelsitzen mit hellgrauem Kunstlederbezug. Die hinterste (dritte) Sitzreihe war schon umgeklappt, so dass sich da ein großer Kofferraum präsentierte. Hilfe, ich wollte doch bloß ein kleines Auto und keinen so großen Schlitten. Immerhin brauche ich keine Leiter zum Einsteigen, aber etwas hoch ist es doch. Und wenigstens ist das Auto nicht ganz neu; knapp 20000 Meilen ist es schon gefahren.
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Also erst mal alles Gepäck einladen, die Gepäckabdeckung zuziehen und herausfinden, wie ich den Fahrersitz so weit nach vorne bekomme, dass ich keine Beinverlängerung brauche. Irgendwie ist da nirgends ein Hebel zum Verstellen des Sitzes zu finden. Und was sind denn das da alles für Knöpfe? Glücklicherweise hatte ich schon bei der allerersten Inspektion des Kofferraums in einem Fach das noch original verpackte Handbuch gefunden, das jetzt nicht mehr verpackt ist. Aha, da ist so ein Schiebehebel an der Tür, mit dem ich den Sitz vor- und zurückfahren lassen kann. Und die Lehne kann dort auch verstellt werden. So, jetzt reichen meine Füße an die Pedale. Nimm bloß den linken Fuß von der Bremse, sonst gibt es ganz tolle Kupplungsversuche! Ob das wirklich stimmt, musste ich natürlich noch ein paar Mal ausprobieren. Das Handbuch muss ich heute Abend ausgiebig durchblättern. Ich muss ja wissen, wie ich die ebenfalls vorhandene Cruise Control aktivieren kann.
Jetzt war es Zeit, meinen TomTom mit Lisa als Stimme (auf Deutsch) zu aktivieren und in das schon vorab herausgesuchte Restaurant zum Frühstücken zu fahren. Zumindest mein Magen war dieser Ansicht. Aber das war leichter gedacht als getan: Lisa erwähnte immer wieder Einfahrten, in die ich auch prompt fuhr, obwohl sie nur zur Orientierung gedacht waren. So landete ich immerhin u.a. auch in der Auffahrt zum Venetian, die durch Sicherheitsbeamte gesichert ist. Als ich die Frage nach dem Wohin mit einem „Hab mich verfahren“ beantwortet hatte, hat mir der freundliche Herr erklärt, wie ich durch das Venetian auf die dahinter verlaufende Straße komme, zu der ich ja auch wollte. Und wenn Lisa dann mal wirklich abbiegen wollte, hat sie es so spät angemerkt, dass ich natürlich prompt auf der gerade entgegengesetzten Seite der mindestens 3-spurigen Straße war und nicht mehr auf die richtige Spur wechseln konnte. Das Display des Navis zusätzlich zu dem chaotischen Verkehr, den ungewohnten Schildern, den riesigen Straßen mit der erdrückenden Werbung überall und dem total ungewohnten Automatik-Auto auch noch im Auge zu behalten, war da einfach nicht drin. Also endete meine Suche nach dem Frühstückslokal und später den verschiedenen Läden für die ersten Einkäufe der wichtigsten Dinge für die nächste Zeit mit ungewollten Stadtrundfahrten, die Lisa immer mit „wenden“ kommentieren musste.
Beim Frühstückslokal angekommen, sollte ich etwa 40 Minuten in deren Spielcasino auf einen freien Tisch warten. Da ich dazu absolut keine Lust hatte (das Gebimmel und Geblinke der Spielautomaten ging mir jetzt schon auf die Nerven), wollte ich mal zu einer Mall fahren und den dortigen Food Court inspizieren. Auf dem Weg dorthin fiel mir dann der Namenszug des Palace Station Casinos ins Auge und ich fand tatsächlich dort hin. Das Essen in den Station Casinos soll auch generell gut und günstig sein. Und so war es auch: für 4.30$ bekam ich einen großen Humpen Kaffee, Rühreier, Speck, Rösti und Toast mit verschiedenen Fruchtgelees. Als alles aufgegessen war, war ich auch gut satt. Da es aber auch schon kurz nach 11 Uhr war, brauchte ich mir um das Mittagessen auch keine Sorgen zu machen.
Anschließend ging es los zum Einkaufen. Und zwar suchte ich ein Walmart Supercenter, um dort die benötigten Dinge zu kaufen. Auf der Suche nach weiteren Läden fuhr ich halt einfach mal einige größere Straßen entlang. Lisa wusste ja immer genau, wo ich gerade war und würde mich schon noch zum Hotel bringen, in das ich noch einchecken musste. Beim Einkaufen fand ich auch eine Schüssel mit frischem, klein geschnittenem Obst, das ich am frühen Nachmittag essen wollte. Bei der ganzen Rumfahrerei blieb das Essen aber irgendwie auf der Strecke, so dass es das Obst einfach als Abendessen auf dem Zimmer gab.
Im Vergleich zu dem motelartigen Zimmer im Circus Circus ist das Zimmer im Orleans doch einiges komfortabler und edler.
Auf dem Zimmer musste erst einmal umgepackt werden, so dass meine Sachen für die weitere Reise besser greifbar sind. Z.B. muss die Technik aus dem Rucksack zum größten Teil in einen Koffer umziehen, damit der Rucksack für etwas längere Wanderungen zur Verfügung steht. Die Fahrerei in Las Vegas und das Umpacken haben doch so viel Zeit in Anspruch genommen, dass ich jetzt ziemlich geschafft bin und nur noch schlafen möchte.
Da ich heute sonst nicht fotografiert habe, gibt es nur ein paar Bilder vom Zimmer:
Wir bleiben zum Akklimatisieren noch 2 Tage in Las Vegas und unternehmen am ersten Tag auch nicht sehr viel. Am 2. Tag gibt es einen kleinen Tagesausflug an eine meiner Lieblingsplätze , mit dem dann die richtige Bilderflut startet. Und am dritten Tag startet dann die richtige Rundfahrt bevor wir ganz zum Schluss wieder nach Las Vegas kommen.
Die Nachzügler haben somit noch etwas Zeit und müssen nicht ganz so weit hinterher joggen.