Die Sonne scheint. Die Temperaturen sind bereits im oberen einstelligen Bereich (also immer noch eine Mogelpackung da draußen). Vereinzelt gehen Leute mit den Hunden Gassi oder sind mit dem Fahrrad unterwegs, Die Vögel zwitschern so laut, dass ich sie trotz geschlossenen Fenstern gut höre. Und zwei Eichhörnchen rennen über die Wiese und Baumstämme rauf und runter.
Eigentlich sieht dies alles so aus als sollte heute ein schöner Tag werden. Eigentlich, denn eigentlich sollte ich heute im Hotel in Dubai auschecken und zum ersten Mal meinen Fuß auf ein Kreuzfahrtschiff setzen.
Aber mein Ticker sagt mir, dass ich noch 345 Tage warten muss, bis dieser Traum hoffentlich wahr wird.
Von diesen Gedanken wollte ich mich mit einem weiteren Tag im Reisebericht ablenken - und ich scheitere kläglich an der Bildauswahl. Es sind immer noch so viele Bilder übrig, dass ich den Tag nicht in vier sondern in sechs Teile splitten muss. Und ich fürchte, da müsst Ihr jetzt einfach durch. Ich gebe mich geschlagen. Die Bilderflut hat mich überrollt.
Das war bei uns auch ein totaler Zufallsfund während der Fahrt von Page zum Monument Valley.
Das ist ja witzig. Mir war bei der Planung die Strecke von Page zum Monument Valley einfach zu lang, um ohne größere Pause einfach durch zu rauschen. Und so habe ich im Internet verzweifelt nach irgend einem brauchbaren Stopp gesucht. Und so kam das Navajo National Monument rein mit dem Vermerk "kann ich machen, wenn ich genug Zeit und Lust dazu habe - wenn nicht, ist es wahrscheinlich auch nicht schade", was eine totale Fehleinschätzung war. Manchmal entpuppen sich eben kleine Dinge am Wegrand als Perlen.
Ich bin gespannt, wie lange Ihr mich noch verfolgt bei Eurer Tour 2011.
Ich bin wieder total begeistert von deinem Bericht und den schönen Fotos!
Heute wären wir nach Dubai geflogen und die Stimmung zu Hause ist gerade auf dem Tiefpunkt!
Du bringst ein wenig Sonne in unser Herz
... und morgen wären wir auf die MS 6, die übermorgen in Richtung Oman und Suezkanal abgelegt hätte.
Es freut mich, wenn ich mit dem Bericht und den Fotos nicht nur mich sondern auch Dich etwas ablenken konnte.
Soll ich das jetzt Zufall oder Fügung nennen? Als ich die Reise geplant hatte, habe ich gar nicht auf das Datum der einzelnen Besichtigungen geachtet. Aber dann gab es an Heiligabend und am 1. Weihnachtsfeiertag zwei der schönsten Tage in zwei Parks, die mich total umhauten. Und auch beim Einstellen habe ich nicht darauf geachtet, wann welcher Tag kommen würde. Trotzdem geht es genau auf, dass diese beiden super schöne Tage mir die wahrscheinlich wehmütigsten Tage in diesem Urlaub versüßen können.
Die so gewonnene Zeit nutzte ich teilweise, um zu einem Aussichtspunkt bei Kehrschleifen des San Juan Rivers zu fahren. Und dieser Aussichtspunkt hatte sogar eine durch eine Mauer abgesperrte Stelle, so dass sogar ich Hasenfuß mich ganz nach vorne traute.
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Nach diesem kurzen Abstecher ging es dann weiter. Eigentlich war für morgen früh eine kleine Wanderung zu frei zugänglichen Anasazi-Ruinen in einem kleinen Canyon geplant, aber die derzeitigen Außentemperaturen (kurz nach Mittag knapp unter 0° C) und die neben der Straße liegenden Schneemengen ließen nichts Gutes ahnen. Deshalb besuchte ich in Blanding, wo ich eigentlich übernachten wollte, das glücklicherweise geöffnete Visitor Center, um mich nach den Schneemengen in meinem Wandergebiet zu erkundigen. Und dort wurde mir dringend von einer Wanderung in den Canyons abgeraten, da diese Canyons zwar auch von Rangern überwacht werden, die Trampelpfade aber bei Schnee natürlich nicht gespurt sind.
Also beschloss ich, noch bis Moab weiter zu fahren und so morgen einen halben Tag mehr als geplant für Canyonlands und Arches zur Verfügung zu haben. Jetzt war ich froh, dass ich nicht vorgebucht hatte, da ich so kurzfristig nicht mehr hätte stornieren können. Und hier in Moab war es auch kein Problem, ein freies Zimmer für 3 Nächte zu bekommen. Weihnachten scheint hier in Amerika wirklich keine Hochsaison zu sein; die Zimmerpreise sind am unteren Tiefpunkt.
Nach vielen, vielen Fotos war dann endlich das Monument Valley da, dessen Felsen in vielen alten Western und auch in einer älteren Werbung für Marlboro (Zigaretten) eine Hauptrolle spielen durften. Beim Anblick der Felsen habe ich irgendwie erwartet, dass John Wayne plötzlich angeritten kommt mit einer Horde Indianer, die ihn verfolgen. Aber es waren im Tal nur Autos zu sehen, die sich mühsam über eine Sandpiste quälten, worauf ich meinem Auto und meinen Nerven zuliebe gerne verzichtete.
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Eine geführte Tour reizte mich da schon eher. Aber es war furchtbar windig, so dass ich schon vom Fotografieren ganz durchfroren war. Und die Tour sollte gut 1 ½ Stunden auf offenen Pritschenwagen durchs Gelände gehen. Also habe ich lieber darauf verzichtet. Und ich glaube auch nicht, dass viele Touristen sich für diese Tour begeistern konnten. Solange ich dort war, haben sich zwar einige für die Tour interessiert, beim Anblick des Autos aber umgedreht.
Ein letzter Blick zurück bei der Weiterfahrt Richtung Osten:
Nach diesem kleinen Abstecher ging es dann weiter in Richtung Monument Valley. Zuvor musste ich aber mal wieder anhalten, da einige tierische Erdbewohner die Straße überqueren wollten. Diesmal waren es Schafe. Eines wusste nicht so richtig, auf welche Straßenseite es jetzt wollte und hat erst mal einfach zu mir ins Auto geglotzt bevor es wieder umdrehte. Dann war die Straße wieder frei, so dass ich langsam an den am Straßenrand und auf der Gegenfahrbahn trottenden Schafe vorbeifahren konnte.
Dann hielt mich aber nichts mehr auf – außer jeder Menge fotogener Felsen. Auf dieser Strecke kam mir dann die Frage in den Sinn, woran man wohl erkennen kann, dass in einem Auto Touristen sind. Die Antwort ist ganz einfach: an jeder sich bietenden Gelegenheit am Rand hält das Auto an und es wird entweder nur ein Fenster geöffnet, durch das der Foto gehalten wird, oder es hüpft ein Fahrgast oder der Fahrer heraus und fotografiert wie wild. Aber solche Felsen locken einfach zu sehr.
Der Tag heute fing schon mal gut an: zum kostenlosen Frühstück gab es auch noch eine gute Sicht auf die unter der aufgehenden Sonne rot schimmernden Berge. Das Frühstück nannte sich „Continental Breakfast“ und bestand aus einem Buffet mit Kaffee, Kakao, Tee, Orangensaft, Apfelsaft, 2 verschiedene Sorten Bagels, Toastbrot, Marmelade, Honig, 3 Sorten Cornflakes, bunte Ringe (auch von Kelloggs), Eier, Milch, Orangen, Bananen. Also genug, um sich so richtig den Bauch voll zu schlagen.
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Dann ging es los Richtung Monument Valley und Moab. Zuerst musste ich aber mal wieder meinen Lebensmittelvorrat auffüllen und auch für das Auto sorgen. Anschließend ging auf einer kilometerlangen, geraden Straße vorwärts, die nur durch einige Kurven unterbrochen wurde und durch die Hügel, über die sie führte und die sie umgebende karge Landschaft für mich sehr reizvoll war.
Da ich sehr gut in der Zeit lag und es mich auch sehr interessierte, machte ich den Abstecher nach Norden in die Berge zum Navajo National Monument. Und dieser Abstecher hat sich gelohnt. Das Monument ist relativ klein und auch nicht sehr bekannt. Es bietet (zumindest im Sommer) Wanderwege zu gut erhaltenen Anasazi-Ruinen. Jetzt im Winter war nur ein Aussichtspunkt über einen verschneiten Spazierweg erreichbar. Aber auch das war schon beeindruckend und die kleine Wanderung durch den verschneiten Nordhang eines Berges mit Blick auf den nicht verschneiten gegenüberliegenden roten Felsen mit den Ruinen am Fuße war einfach nur erholsam. Obwohl die Temperatur leicht unter dem Gefrierpunkt war, habe ich es als viel wärmer empfunden (wahrscheinlich, weil die Sonne schien und die Luft sehr viel trockener ist als bei uns).
Eigentlich wollte ich heute noch einmal Dubai unsicher machen und auch schauen, ob ich einen Jahresvorrat an leckeren Datteln auftreiben kann. Jetzt mache ich halt meine Wohnung unsicher, in der ich aber keine einzelne Dattel mehr auftreiben kann. Nur Ingwer ist noch da. Eigentlich könnte ich in Bremen wieder einen Jahresvorrat an Datteln bestellen. Aber das versuche ich, bis nach der Home Office Zeit hinaus zu zögern. Solange ich ständig zu Hause bin, gibt es zu viele Gelegenheiten, in denen ich mich mit einer Dattel im Mund in die Ferne träumen möchte.
Und eigentlich ist es ja ganz gut, wenn nicht alle Betriebe geschlossen haben. Aber muss ausgerechnet jetzt beim Nachbar-Hochhaus, zu dem mein Wohnzimmer und mein Schlafzimmer zeigen, ein Gerüst aufgestellt werden? Die Bauarbeiter nehmen keine Rücksicht mein Gehirn, das sich in einer Kombination aus Sommerzeit-Jetlag-Modus und Urlaub-zu-Hause-Modus befindet und nicht arbeiten möchte, bevor eine zweistellige Uhrzeit auf dem Wecker angezeigt wird.
Da hilft nur die Aussicht auf den ersten Lebenselixier-Kaffee und das anschließende Wegträumen in die USA mit einem weiteren Tagesbericht, bei dem ich mich mal wieder nur unter großen Schwierigkeiten entscheiden konnte, welche der vielen Bilder ich nicht zeigen muss.
Saneck70 Danke. Freut mich, wenn der Bericht dafür gesorgt hat, dass ein altes Fotobuch wieder einmal angeschaut wurde.
Und mein Bericht ist noch lange nicht zu Ende.
Cobupu Analoge Alben habe ich auch noch irgend wo liegen.
Zwischen Monument Valley und Las Vegas gibt es einige Nationalparks. Arches und Canyonlands kommen da auch in Frage. Und auch Bryce und Zion. Wenn Ihr die lange Route genommen hattet, sind es vielleicht sogar zwei Parks, die Du nicht zuordnen kannst.
Willst du ein paar der Seiten fotografieren und hier einstellen? Vielleicht können wir die Bilder einem (oder mehreren) Park zuordnen.
Nach dieser Wanderung hatte ich irgendwie keine Lust mehr, noch ein zweites Tal zu erwandern, bei dem ich wahrscheinlich auch nicht näher an diese Hoodoos (so heißen diese pilzartigen Gestalten) gekommen wäre. Und irgendwie waren die letzten Tage auch so vollgestopft, dass ich diesen schon von vornherein eher ruhiger geplanten Tag auch so betrachtete und mich bereits um 15 Uhr in Richtung Hotel begab. Unterwegs lief mir dann doch noch der Aussichtspunkt auf das untere Ende des Glen Canyon Damms (dort, wo das Wasser weiterfließen kann) über den Weg und forderte noch einige Bilder.
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Irgendwie fasziniert mich die hier grüne Farbe des Colorados, der sich doch schon ein ganz schön tiefes Bett in die roten Felsen gegraben hat.
Danach war dann endgültig Schluss und ich kehrte ins Hotel zurück zum Email-Checken, Webseite aktualisieren, Haare waschen, kostenlosen Kaffee in mich reingießen, und einfach mal den Tag in Ruhe ausklingen zu lassen.
Morgen soll es ja wieder früh weitergehen Richtung Monument Valley, Canyonlands und Arches. So ist jedenfalls der Plan für die nächsten Tage. Vor allem bei Canyonlands und Arches bin ich gespannt, wie viel Schnee diese Schneefront, die Page komplett ausgelassen hat, dort hinterlassen hat. Da zog nämlich die letzten Tage eine Schneefront von Nord-Kalifornien über Utah, Nord-Arizona, New Mexiko nach Texas.
Dann drehte ich wieder um und fuhr zurück zum Ausgangspunkt meiner Wanderung. Die führte auf einem mit Steinmännchen markierten Trampelpfad quer durchs Gelände bzw. durch ein ausgetrocknetes Bachbett. Zu sehen gab es diesmal keine roten Felsen, sondern braun-weiß-gestreifte. Eigentlich führt dieser Wanderweg zu etwas aufragenden, freistehenden, säulenartigen Felsen mit andersfarbigen Hüten (wie auf dem Bild mit den beiden braunen Streifen mit sonst eher weißen Felsen in der Mitte zu sehen, sie sehen aus wie Pilze mit weißem Stamm und grauem Hut), aber irgendwie war mir da zu viel Kletterei dabei, so dass ich mich mit einer Aufnahme aus der Ferne begnügte. Trotzdem war die Wanderung sehr schön; die braun-weiß-gestreiften Felsen waren sehr fotogen.
Heute musste ich erst einmal umziehen. Mein 2-Schlafzimmer-Apartment war nämlich nur für die ersten beiden Nächte in Page verfügbar. Nachdem das so billig war, habe ich mir für die letzte Nacht in Page ein Best Western mit WLAN, Frühstück und kostenlosem Kaffee rund um die Uhr gegönnt. Das Zimmer hier konnte ich wirklich schon am Vormittag (kurz nach 9 Uhr) beziehen. Also durften meine Koffer wieder vom Auto in ein Zimmer umziehen.
Das Wetter ist immer noch sehr schön: von Schnee ist immer noch keine Spur (außer altem Schnee in höheren Lagen vereinzelt am Straßenrand und ganz weit weg auf den Bergen). Es ist zwar immer noch eiskalt (knapp über 0° C), aber sonnig und durch die trockene Luft fühlt es sich viel wärmer an. Der kalte Wind von gestern war heute auch weg. Also stand meiner geplanten kleinen Wanderung nichts mehr im Weg.
Zuerst ging es auf der 89 über den Glen Canyon Damm nach Utah. Die Felsen verschwanden erst mal sehr schnell in die Ferne, um dann nach einigen Meilen plötzlich in anderen Farben wieder aufzutauchen. Diesmal führte mich Bonnie einwandfrei zum angestrebten Parkplatz; nur hatte ich noch keine Lust zum Wandern. Außerdem war es noch einiges unter 0° C und irgendwie lockte mich das trotz Sonne nicht. Also fuhr ich einfach auf dieser Straße weiter und wurde noch durch einen sehr schönen Blick auf (wein)rote Felsen und schneebedeckte Berge im Hintergrund belohnt.
Eigentlich wollte ich heute nach einem guten Frühstück herausfinden, was Dubai für mich zu bieten hat. Da dies ja nicht mehr geht und ich immer noch zu Hause bin, wollte ich heute eigentlich früh aufstehen und etwas Hausarbeit erledigen. Aber ich ticke wohl immer noch nicht in Sommerzeit und habe mal wieder alle Rufe meines Weckers ignoriert. Außerdem komme ich langsam in den Urlaub-zu-Hause-Modus, bei dem der Tag mit "rechtzeitigem Aufstehen zum Mittagessen" beginnt und weit nach Mitternacht endet.
Eigentlich habe ich Lust auf orientalisches Essen, aber bei keinem der liefernden Restaurants etwas gefunden, was mich wirklich anspricht. Und eigentlich habe ich genug Lebensmittel zu Hause, um mir ein leckeres Curry zu kochen.
Ich muss mich dringend wieder gut 12 Jahre in der Zeit zurückbeamen an den Ort , an dem die Fotos entstanden sind, die ich gleich hochladen werde.
Nach so etwas habe ich mich wirklich gesehnt, als ich mich Zentimeter für Zentimeter vor getastet habe, um wenigsten die seitlichen Bereiche der Kurve sehen zu können.
Auch 2007 gab es schon längere Wartezeiten am Antelope Canyon. Aber halt nicht mitten im Winter. Da war dort wirklich nichts los und nur wenige Autos auf dem Parkplatz. Für die Tour von Page aus hatte ich mich entschieden, weil ich keine Ahnung hatte, wie lange die Navajos dort am Parkplatz die Besucher "sammeln" bevor ein Transport zum Canyon losfährt.
Anschließend fuhr ich noch ein Stück weiter auf der 89A in Richtung Utah, da ich noch die Felsen sehen wollte, um die früher ein paar Leute Häuser herum gebaut haben.
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Und dann war es auch schon Zeit, wieder zurückzufahren, wenn ich noch den Sonnenuntergang am Lake Powell sehen wollte. Dazu fuhr ich zum Visitor Centers des Glen Canyon Staudamms. Da war es noch mal besonders windig und dadurch eiskalt.
Wieder zurück in Page war noch genügend Zeit für weitere
Besichtigungen. Dafür hatte ich mir das Gebiet südlich der
Gebirgskette zwischen Page und Kanab, das an der 89A, der alten
Bundesstraße von Page nach Utah, gelegen ist, ausgesucht. Zuerst
ging es über eine sehr hohe Brücke, bei der neben der Autobrücke
noch eine zweite für Fußgänger (zum Fotografieren) gebaut wurde,
über den Colorado.
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Gleich danach geht eine Straße runter zum Colorado an die Stelle, an der im Sommer die Touristen in Schlauchboote für eine kleine Bootstour durch den Grand Canyon verfrachtet werden. Dies ist quasi der Beginn des Grand Canyon, d.h. die letzte Stelle vor dem Bereich mitten im Grand Canyon, zu dem einige Wanderer erst mehrere Stunden hinuntergehen, um dann entweder am selben Tag oder am nächsten Tag dieselbe Strecke wieder hinauf zu gehen.
Ich bin sehr glücklich über die Entscheidung, trotz der Aussicht auf Schnee nicht nach Süden auszuweichen sondern an der geplanten Tour festzuhalten. Trotz einer 70%igen Wahrscheinlichkeit für Regen/Schnee in der Nacht und 30% tagsüber (laut Weather Channel) fiel nicht ein Tropfen oder eine Schneeflocke. Der Himmel war fast durchgehend blau bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Nur mit dem starken Wind hatte der Weather Channel Recht behalten. Und deshalb fühlte es sich eisig kalt an. Trotzdem war es ein rundum gelungener Tag.
Nach dem Kaffee ging ich los, eine Tour in den Antelope Canyon für 11:30 zu buchen. Da noch fast 2 Stunden Zeit waren, fuhr ich noch schnell zum Horseshoe Bend, einem ganz in der Nähe von Page liegenden Aussichtspunkt auf eine Schleife des Colorados. Auf dem Weg vom Parkplatz zum Aussichtspunkt und zurück kam ich schon mal ganz schön ins Schwitzen: es ging nämlich in beide Richtungen durch tiefen Sand bergauf über einen Hügel. Aber die Aussicht war die Anstrengung wert, obwohl ich Hasenfuß mit meiner Höhenangst mich nicht bis ganz an den Rand gewagt habe.
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Über Mittag bekommt man bestimmt bessere Fotos. Aber da habe ich schon etwas anderes vor, das auch nur in der Mittagszeit richtig gut ist.
Wieder zurück in Page war noch etwas Zeit, bis die Tour zum Antelope Canyon startete. Und die nutzte ich, um meinen knurrenden Magen zu beruhigen. Ich hatte nämlich bisher noch gar nichts gegessen. Also musste ein Bananen-Muffin daran glauben.
Und dann ging es los: 5 Touristen und 1 Fahrer in einem klapprigen Geländewagen erst auf der Straße Richtung Süd-Osten und dann über eine Sandpiste bis zum Canyon-Eingang. Das sah noch ganz unspektakulär aus.
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Administrator Ich hoffe, es ist ok, wenn ich diese Bilder hier zeige. Ich hätte da noch ein paar mehr, die ich später zeigen kann.
Wir durften 1 Stunde im Canyon bleiben. Da aber die anderen Besucher mit ihrer Tour bereits am Gehen waren, hatten wir 5 den Canyon ganz für uns allein. Und so war 1 Stunde außerordentlich reichlich bemessen. Unser Führer, eine Navajo, ging durch den Canyon voraus und machte uns auf besondere Motive aufmerksam. Am Ende angekommen, ging sie wieder voraus zurück zum Auto. Auch die anderen 4 gingen einiges schneller zurück zum Auto. Und auch ich hatte nach 45 Minuten genug fotografiert und vor Kälte ganz steife Finger. Mein kleines Stativ leistete mir hier gute Dienste; hatte ich doch die Belichtungszeit teilweise auf 8 Sekunden gestellt. Trotzdem sind sehr viele der Bilder aus der freien Hand aufgenommen. Manche der Bilder sind deshalb etwas unscharf.
Gestern Abend hätte ich eigentlich den Koffer fertig packen und die Fahrkarte nach Zürich besorgen sollen, falls ich die Fahrkarte im Vorurlaubsstress der letzten Tage vergessen hätte. Und heute morgen hätte ich eigentlich "mitten in der Nacht", also um kurz nach 6 Uhr aufstehen müssen.
Aber der Koffer wurde nicht gepackt, der Flug ist annulliert, der durchgehende Zug fährt gar nicht sondern nur ein Busersatz für die etwas spätere S-Bahn. Und über die Grenze zur Schweiz würde ich mit Urlaubsgepäck auch nicht kommen.
So hatte ich also gar keinen Stress heute morgen mit früh aufstehen und alles fertig machen, so dass ich schon kurz nach 7 Uhr das Haus hätte verlassen können. Stattdessen konnte ich ganz lange schlafen und den Tag wieder ruhig und gemütlich mit einer großen Tasse Milchkaffee starten.
Beim Vorbereiten der Bilder für den heutigen Bericht stellte sich mir die Frage, ob Innenaufnahmen von Höhlen und oben fast überall geschlossener Canyons in dieselbe Kategorie wie Innenaufnahmen von Gebäuden fallen und nicht gezeigt werden dürfen. Die entsprechenden Bilder kann ich erst einmal weg lassen und gegebenenfalls nachliefern, wenn ich die Rückmeldung vom Administrator habe.
Jetzt mache ich mir erst einmal den 2. Teil des Frühstücks (der Milchkaffee war doch etwas wenig) bzw. Mittagessen. Vielleicht nenne ich das Ganze auch wieder Brunch, so wie die letzten Tage auch.
Justitiabina.63 Danke. Der Winter hat zwar den einen oder anderen Nachteil (vor allem Kälte), der aber auch wieder etwas Gutes hat: Die Chance auf gute Fernsicht und somit scharfe Fotos in alle Richtungen ist durch die kalte Luft viel größer als im Sommer.
Beeindruckt war ich ja auch. Sonst hätte ich nur ein paar Alibi-Fotos gemacht und nicht gut 300, von denen gestern Abend noch 200 in der engeren Auswahl waren. Aber der WOW-Effekt hat gefehlt. Ich bin nirgends mit offenem Mund sabbernd und fast ehrfürchtig da gestanden, wie es an so mancher Stelle im Valley of Fire, Death Valley und noch einigen anderen Orten der Fall war.
Viel Gehen war nicht drin (aber auch bei einigen anderen WOW-Orten nicht): die Straßen waren frei von Schnee und Eis, die Fußwege am Rand entlang hatten die eine oder andere vereiste Stelle, aber die Wege nach unten waren stark vereist und es wurde auch von Rangern vor ihrer Benutzung gewarnt. Die Shuttle-Busse fuhren übrigens auch nicht häufig. Dafür durfte/musste man mit dem eigenen Auto die Straße am Rim entlang fahren.
Ein Helikopter-Flug ist sicher auch nicht schlecht. Im Winter sind die aber auch nur selten angeboten. Und als ich nach dem IMAX-Kino gesucht habe, habe ich auch gesehen, dass alle Flüge wegen unbeständigen Wetters abgesagt waren.
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Nach dem Grand Canyon ging es weiter nach Cameron. Sobald der Nationalpark zu Ende war, waren überall an der Straße Verkaufsstände von Indianern zu sehen. Es gab auch ein paar mal ein Schild mit dem Hinweis auf einen Aussichtspunkt, an dem natürlich wieder Indianer ihre Arbeiten verkaufen wollten. Da ich aber keine Lust hatte, die Langeweile der auf Touristen wartenden Indianer zu unterbrechen und alle auf mich stürzen zu sehen und es zwar wärmer als am Grand Canyon, aber immer noch ziemlich kalt und vor allem sehr windig war, fuhr ich weiter bis Cameron zur Trading Post, in der Indianer in großem Stil Handarbeiten verkaufen. Und ich wurde fündig: Ein paar Ketten und Silberohrringe wechselten den Besitzer.
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Anschließend wollte ich noch einen weiteren kleinen Canyon besuchen, auf den ich mich schon sehr gefreut hatte. Ich habe auch die Anfahrt problemlos gefunden, aber dann kam der große Schock: Der Weg von der gut ausgebauten Straße zum Canyon war nicht nur ein Feldweg (das wusste ich schon im voraus), sondern hatte sich am Anfang in eine gefrorene Schlammpiste verwandelt. Da habe ich nicht versucht, mit meinem Auto durchzukommen und drehte halt wieder um. So hatte ich noch einen kleinen Umweg ins Indianerreservat gemacht und schon einen Vorgeschmack bezüglich der Häuser und Grundstücke bekommen. Die Häuser sind eher einfach und im Vorgarten und neben den Häusern stehen mehrere Autos, die alle nicht mehr so neu aussehen und einige wohl eher nicht mehr so ganz fahrtüchtig sind.
Jetzt bin ich in Page, in einem kleinen Motel, das zu einem unschlagbaren Preis (60$ für 2 Nächte) statt einem Zimmer ganze Apartments mit Wohnküche und 2 Schlafzimmern bietet. Ob es für mehr als eine Person teurer ist, weiß ich nicht.
Und ich bin auf das Wetter und die Straßenverhältnisse morgen gespannt. Der Wetterbericht bringt evtl. etwas Schnee in der Nacht und morgen vielleicht etwas Regen. In Williams hatte ich mir heute morgen nach einem Check des Wetterberichts überlegt, ob ich nicht besser die Route ändere und erst später in diese Gegend komme. Aber der Schnee soll über Weihnachten in Richtung New Mexiko und Texas ziehen, so dass ich nur noch ganz in den Süden ausweichen könnte. Und später wäre diese Gegend dann vollgeschneit (z.B. der Grand Canyon), so dass ich vielleicht einiges ganz streichen müsste. Also beschloss ich, es einfach zu riskieren und es sieht nicht mal so schlecht aus.