Beiträge von sabische73

    Okay, Ait Benhaddou also, das Highlight des heutigen Tages. Das ist eine befestigte Stadt am Fuße des Hohen Atlas. Der alte Ortskern ist seit 1987 Weltkulturerbe und halbwegs gut erhalten in seiner Lehmbauweise. „Man“ (ich nicht, wenn ich ehrlich bin) kennt es als Filmkulisse für Gladiator, Indiana Jones, Game of Thrones etc.

    Mit uns waren viele, viele andere Touristen da. Wir hatten wie üblich einen einheimischen Guide, der allerdings nur vorausgelaufen ist, ohne zu sprechen. Ein Teil der Gruppe (die nicht so gut laufen konnten) haben sich mit Andrea in ein Café gesetzt, der Rest ist mit dem Guide bis hoch und dann wieder runter gelaufen. Irgendwie hat mich das mit den vielen Geschäften an Ibiza erinnert. Da haben sie auch aus jedem noch so kleinen „Loch“ ein Geschäft gemacht und wollten was verkaufen. Nur halt nicht in weiß – sondern in Lehmbraun.

    Im Hochsommer möchte ich da allerdings nicht hin, mir war an dem Tag schon zu heiß. Aber es war wirklich sehenswert. Wenn man da in der Gegend ist, kann man sich das (mit den vielen, vielen anderen Touristen) durchaus mal ansehen.

    Danach sind wir in ein völlig überfülltes Restaurant mit völlig überforderten Kellnern zum Essen, wo Andrea Tische reserviert hatte. Dementsprechend hat es ewig gedauert, bis das Essen kam und schlussendlich haben sie dann auch noch drei Essen vergessen. Ich weiß nicht mehr, wie lange wir in diesem Restaurant saßen – gefühlt ewig. So kam es mir zumindest vor. Immerhin saßen wir schön. Wir hatten Tische auf der Terrasse im Schatten, das hat dann schon gepasst und wir saßen gut. Uns gegenüber zwei angenehme Mitreisende, mit denen man sich entspannt unterhalten konnte. Passt :).

    Tag 7 / Donnerstag – über Ait Benhaddou nach Marrakesch

    Das Programm war heute sehr überschaubar, was keinesfalls negativ gemeint ist.

    Auf dem Weg nach Ait Benhaddou haben wir zu einem kurzen Fotostopp bei den Atlas Filmstudios angehalten und im „Tal der Rosen“ ist Andrea kurz aus dem Bus gehüpft, um bei einem Straßenhändler zwei Herzen aus Rosenblüten zu kaufen, die sie dann den beiden Geburtstagskindern der Reise geschenkt hat. Ist sie nicht nett, unsere Reiseleiterin <3.

    Irgendwo haben wir noch für eine Toilettenpause gehalten und die anderen haben im Shop daneben irgendwelche Rosen-Mitbringsel eingekauft. Der Geruch ist schon sehr .. intensiv.

    Man kann sich gar nicht vorstellen, dass in dieser kargen Gegend ein Anbaugebiet mit über 4.000 km langen Rosenhecken sein soll. Während der Haupterntezeit werden hier offenbar über 400 Tonnen Blüten geerntet und zu Rosenwasser etc. verarbeitet. Wo bekommen die denn das ganze Wasser her? Gesehen haben wir davon allerdings nicht viel, war ja keine Blütezeit.


    Das Hotel mit Namen Xaluca Cades für die heutige Nacht war superschön, im afrikanischen Stil gehalten und irgendwo in der Wüste am Rande von Boumalne. Wir haben nur schnell unser Zimmer angeschaut und uns dann den Pool/Außenbereich angesehen.

    Es gab einen spendierten Drink von Studiosus an der Bar, dann waren wir die ersten beim extrem guten Buffett und auch die ersten, die wieder aufgestanden sind (große, runde Tische, war daher komplett okay).

    Dann haben wir in aller Ruhe geduscht, sitzen jetzt gut gesättigt um halb zehn schon in unserem wunderschön, landestypisch eingerichteten Zimmer und freuen uns, dass wir endlich mal Zeit haben und entschleunigen können. Das Fenster ist auf, die warme Luft kommt herein, draußen regnet es etwas und es ist einfach nur still und friedlich. Ein prima Ende eines wunderbaren Tages. Schön :)!


    Anschließend gings weiter zur Todra-Schlucht. Das hatte ich mir irgendwie auch anders vorgestellt. Aber es war auch wieder so – Bus hält an, wir steigen aus „ohh, beeindruckend, toll, wow“, wir laufen 10 Minuten auf der Straße durch einen Bruchteil der Schlucht und machen einige Bilder, wir steigen wieder in den Bus ein. Hm. Aber gut, was hätte man sonst noch machen sollen .. wohl kaum an einer Felswand abseilen, wie das ein Mann gemacht hat, den man da beobachten konnte.


    Dann wieder rein in den Bus und in irgendein Örtchen zu einer Art Teppich-Verkaufsveranstaltung. Da dachte ich ja vorher ojeh … aber das war richtig, richtig, richtig gut gemacht. Die haben sich total ins Zeug gelegt und drei Mitreisende haben sogar was gekauft. Es hab Minztee und „Berberpizza“ (keine Ahnung, wie das korrekt heißt). Doch, war echt gut. Sehr kurzweilig, sehr unterhaltsam. Hat die Andrea sehr gut ausgesucht :thumbup:.


    Tag 6 / Mittwoch – durch den Hohen Atlas bis nach Boumalne

    Wir haben Tag sechs und ich finde das echt krass, denn wir fliegen an Tag zehn schon wieder! Das geht jetzt echt so schnell vorbei!

    Zu touristenfreundlicher Zeit (09:00 Uhr) sind wir nach einem sehr leckeren Frühstück also mal wieder weitergefahren. Die je 12 kg Gepäck pro Koffer erfreuen uns übrigens jeden Tag. Da hält sich die Schlepperei in Grenzen.

    Der erste Halt waren ehemaligen Bewässerungsanlagen mit Namen Foggaras. Das ist eine besondere Form der (früheren) Oasenbewässerung. Man hat da, wo das Gelände sich passend geneigt hat, Schächte gebuddelt, immer im Abstand von 10 – 15 Metern, und die dann mit einem Stollen verbunden. Ein recht ausgeklügeltes System, muss man sagen. Im Endeffekt hatten die dann einen unterirdischen Kanal, der das Wasser durch die Oase geleitet hat. Das war bis zu 70 Meter tief (die müssen lange gebuddelt haben) und bis zu 40 km lang. Fleißig!

    Total krass die Gerberei8| der Kamelkopf (war doch einer denke ich mal) leider übrigens auch;(. Aber gut: andere Länder andere Sitten so ist es nun mal basta. In Südamerika werden auch Meerschweinchen gegessen und als „Nutztiere“ in den Küchen gehalten. Als Tierfreund muss ich da echt auf manchen Reisen kurz schlucken aber das muss ich ja auch z.B. bei einem Blick hinter die Kulissen deutscher Schlachthöfe:evil:.
    Das mit der Gerberei finde ich sehr interessant da ich selbst in einer Kleinstadt wohne, die über Jahrhunderte eine Metropole des Lederhandwerks war. Führend in Württemberg. Und ich erinnere mich noch gut daran was aus der alten Leimfabrik immer für <X Gerüche kamen wenn die wieder Häute verkochten für Hautleim. Zum Glück ist das Geschichte:saint:.

    Yes, das war ein Kamelkopf :huh:.

    Die Gerberei war wirklich ein absolutes Highlight und hier hätten wir uns gerne mehr Zeit gelassen. Aber so ist das nun mal mit einer Gruppenreise. Das ist wie auf einem Mein Schiff - Tagesausflug, man hat irgendwie nie genug Zeit. Es war auf alle Fälle ein faszinierender Tag.

    ...aber es war uns nicht vergönnt, wir hatten genau 1 Std. 20 Minuten Zeit bis zum Treffen mit den acht Jeeps, die uns in die Wüste zu unseren Kamelen gebracht haben. Naja Wüste – eigentlich mehr eine Sanddüne bzw mehrere Sanddünen (?), wirklich nicht groß, aber für uns und das Feeling hat es gereicht :).

    Wir wurden dann eine gute Stunde lang über irgendwelche Wüsten/Schotter/Sand-Pisten gekarrt. Ein Gewackel und Geschaukel, Wettrennen der Jeepfahrer (die haben da zwei Gangschaltungen drin!), echt ein Erlebnis, schon alleine die Fahrt.

    Zehn von uns hatten über Andrea Kamele vorreserviert. Hat mich 200 Dirham gekostet (20 €) und das war’s echt Wert. Wann sitzt man schon mal auf einem Kamel?

    Der Kameltreiber hat uns 20 Minuten lang die Sanddünen hochgeführt, um dann oben einen nicht vorhandenen Sonnenuntergang zu sehen (zu viel Saharastaub). Der Hinweg war sehr unruhig. Da sind Quads durch den Sand gefahren, es waren viele Leute unterwegs…

    Wir sind dann irgendwann abgestiegen, der Kamelführer hat uns noch irgendwelches Zeugs verkauft (er hat 100 Kinder zu ernähren – oder irgendwie so), dann ging’s wieder nach unten. Da wir die letzte Karawane waren, die Quads und die anderen Menschen weg waren und man inzwischen an das Geschaukel gewöhnt war, war’s dann genau so schön, wie ich mir vorgestellt hatte. Es war einfach still. Schön! Doch, war alles in allem sein Geld wert.

    Anm.: In den Filmen sieht man nie, dass die Kamele ja auch mal müssen und man eigentlich die ganze Zeit durch die Kamelköttel läuft und praktisch malerisch durch die Klo-Straße der Kamele wackelt. Wahrscheinlich retuschieren die das alles weg, wer weiß.

    Die Rückfahrt war dann irgendwie auch ein Erlebnis. Zur Erinnerung – die Hinfahrt war ein Abenteuer und hat fast ne Stunde gedauert über Pisten und Schotter und Sand. Die Rückfahrt … nicht. Wir hatten ca. 10 Minuten genau die gleichen Bedingungen wie hinwärts und dann biegt der einfach auf eine ganz normale Straße ab und wir waren ruckzuck im Hotel. Voll die Show für die Touristen war das mit der Hinfahrt. Fand ich lustig. Was die nicht alles so abziehen, um unsereins zufrieden zu stellen :).

    Essen wollten wir im Hotel eigentlich nichts mehr, war schon so spät. Da das Hotel aber so super war dachten wir, wir schauen uns das Buffet doch mal an. War eine gute Idee! So ein tolles Buffett hatten wir auf der ganzen Reise noch nicht, viele landesstypische Sachen (es HÄTTE auch Gemüse-Tajine gegeben :)), echt lecker.

    Schade, dass es morgen schon wieder weitergeht. Hier wären wir echt gerne noch eine weitere Nacht geblieben.

    Anm.: Ich hatte zu Andrea gesagt, dass ich die Reise super finde – aber leicht stressig ist das schon. Die gleiche Reise gäbe es noch mal, sagte sie „… mit Muse“. Gleiches Programm, aber ein paar Tage länger (und dementsprechend teurer). Wäre eigentlich für die Rentner gedacht. Die Reise würde aber wahrscheinlich aus dem Programm genommen werden, weil „das wird von den älteren Leuten nicht angenommen, die sind alle auf diesen Reisen hier.“ Yeah. Ich sag’s ja – in diesem Alter wäre ich auch gerne noch so fit, interessiert und agil wie meine Mitreisenden :thumbup:<3!

    Nicht lange darauf waren wir dann ENDLICH in unserem Hotel Kasbah Chergui mitten in der Wüste. Wunderschön :love:. SO stelle ich mir ein Hotel vor, dass von Studiosus gebucht wird. Absolut traumhaft. Wunderbar eingerichtet, ein Pool mit schönem Außenbereich in der Mitte, so richtig zum Wohlfühlen.

    Hier würde ich gerne einfach nur mal wenigstens einen halben Tag lang NICHTS machen und entspannen, die Seele baumeln lassen. Schon echt anstrengend, diese Reise.


    Einen kurzen Stopp haben wir dann noch bei irgendeiner schönen Aussicht auf einen Dattelhain mitten in der Wüste gemacht. So langsam nähern wir uns landschaftlich der Vorstellung, die ich als Laie von Marokko hatte.

    Andrea hat bei einem Dattelverkäufer zwei Pack der besten Datteln gekauft, die ich je gegessen hab und an uns verfüttert. Wir haben dann alle ganz begeistert auch welche gekauft. Das muss ein Kilo gewesen sein für umgerechnet 5 € - Schnäppchen :)!

    Dann hatten wir den Programmpunkt „wir laufen durch einen Zedernwald und genießen die frische Luft“. War der „Nationalpark von Ifrane am westlichen Rand des Mittleren Atlas, bekannt für seine ausgedehnten Zedern- und Steineichenwälder“.

    Yo. Der Bus hat uns rausgelassen, wir haben die netten, frechen Berberäffchen bewundert, dann sind wir 10 Minuten lang durch Zedernbäume am Straßenrand entlanggelaufen und dann wieder in den Bus gestiegen :). Aber gut, die Äffchen waren süß und die Bewegung hat wirklich gutgetan. Vorgestellt hab ich mir das aber irgendwie anders.



    Tag 5 / Montag - durch den Mittleren Atlas über Erfoud in die Dünen von Erg Chebbi

    Es ist schon wieder halb zwölf in der Nacht …

    Ich musste erst mal nachlesen, wo wir heute überhaupt langgefahren sind. Wir hatten 430 km endlos lange Busfahrt. Wie sich innerhalb dieser Zeit die Landschaft verändert hat, war total interessant. Von grün-grün-grün über langsam-irgendwie-braun bis Wüste.

    Zuerst sind wir an einer Skihütte vorbeigekommen mit genau einer Abfahrt :), fand ich lustig.


    Zurück im Hotel hatten wir ENDLICH mal Pause, ganze 2 ½ Stunden und das hat SO gutgetan, man kann es sich gar nicht vorstellen. Ich hab in aller Ruhe geduscht, mit einem Rinnsal an Wasser :P Haare gewaschen und dann Bilder sortiert. Mein Mann hat gelesen, wir sind einfach mal runtergekommen. Es sind SO viele Eindrücke auf dieser Reise, das ist der absolute Wahnsinn.

    Am Abend sind wir dann alle zusammen ungefähr 10 Minuten zu einem Riad gelaufen.

    W-u-n-d-e-r-s-c-h-ö-n :love:!! Ein absoluter Traum. In so was würde ich gerne übernachten, wenn ich alleine durch Marokko reisen würde.

    Der Inhaber hat uns erst durchgeführt und sehr wortgewandt irgendwelche Geschichten erzählt, dann kamen drei einheimische Frauen, die sich zu uns an die drei Tische gesetzt haben und wir konnten eine Stunde lang bei Minztee Fragen stellen. War echt interessant, die Stunde war viel zu schnell vorbei. Blöd nur, dass die nur französisch sprechen. Aber bei uns hat eine Mitreisende übersetzt, die mal ne Zeit lang in Frankreich gelebt hat. Sie hat das wirklich sehr gut gemacht.

    Danach gab es ein sehr gutes vier-Gänge-Menü (inkludiert), das leider eeeewig gedauert hat und es waren nicht nur wir, die so müde waren.

    Wir sind wirklich erst um halb zwölf wieder zurück im Hotel gewesen und morgen um sieben fährt der Bus schon los, weil wir über den Mittleren Atlas fahren und das dauert wohl ewig. Irgendwas mit Dattelhain, Dünen, Wüste, Kamel, was-weiß ich .. dazu morgen mehr.

    Vorher Frühstück, Koffer in den Bus .. puh.

    Erholung ist was anderes, aber das wussten wir vorher schon. Wären wir auf dem Schiff, würde ich sagen „die Reise ist mega - aber ich bräuchte GANZ dringend einen Seetag“ ;)

    …

    Mittagessen (nicht inkludiert) hatten wir dann in einem Lokal in den Souks, in dem Andrea Tische reserviert hatte. War ziemlich auf Touri gemacht, aber sehr geschmackvoll. Alles orientalisch, schöne Mosaike, Essen war auch sehr gut und ein Mitarbeiter im orientalischen Outfit hat eine Show draus gemacht, den Tee aufzugießen. Den Touristen (uns) hat es gut gefallen. Ich fand es allerdings recht teuer. Wir haben zu zweit umgerechnet 38 € bezahlt, was für Marokko echt viel ist. Allerdings war es bis zu diesem Zeitpunkt auch das beste Essen, das wir auf dieser Reise hatten.