Beiträge von diego2013

    Hallo Morgensonne,

    ja, TC hat sich gemeldet.

    Wenn ich darf, hänge ich meine Eindrücke von Eurer Abreise, sprich unser Reisebeginn hier Mal direkt dran.

    Ich hab folgendes an TC geschrieben und nach ein paar Wochen dann auch Antwort bekommen:

    Wir sind jetzt ein paar Tage zurück, nachdem wir uns aber immer noch über das Verhalten beim Check-In von TUI ärgern, haben wir uns entschieden, diese Zeilen zu schreiben.

    Die Vorfreude war groß auf diesen Urlaub, wir reisten schon einen Tag vorher nach Bremerhaven, um in einem Hotel zu übernachten und um den Urlaub von Anfang an unbeschwert zu genießen. Auch die Wochen davor, mit den Erinnerungsmails und dem Countdown auf der App brachten uns in Erwartungsstimmung.

    Am 4.5.18 waren wir frühmorgens gegen 10 Uhr an der Columbuskaje.

    Wir waren überrascht, kein Schiff zu sehen. Nach dem ersten Schock und einem ungläubigen Blick in unsere Reiseunterlagen gingen wir in den ersten Stock des Gebäudes und erfuhren von einer jungen Dame am Informationsschalter, dass das Schiff erst gegen 17 Uhr ankommen würde, es gab einen technischen Defekt. Ich fragte nach, wann denn der Check-In beginnen würde und erhielt zur Antwort, wohl erst gegen 19 Uhr, da das Equipment dafür an Bord wäre.

    Wir gaben unser Gepäck unten am Schalter auf und besuchten noch mal Bremerhaven.

    Schon zu diesem Zeitpunkt überlegte ich, wie viele Check-In-Schalter denn das letzte Mal in Bremerhaven standen und wie lange das pro Kabine gedauert hatte. Je länger ich überlegte, umso mehr Panik kam bei mir auf. Wenn 2500 Personen an Bord gehen und man ca. 20 Schalter hat und der Check-In pro Person 2 Minuten dauert, dann kommt man auf über 4 Stunden. Panik deshalb, weil ich seit einer Bandscheiben-OP nicht mehr sehr lange still stehen kann.

    Wir verbrachten einen unruhigen Tag in Bremerhaven, vor allem weil ich immer mehr rechnete. Wenn 2500 Personen an Bord gehen, man in einer Schlange zu zweit nebeneinander steht, und jeder 0,5 m Abstand zum Vordermann hat, sind das über 625 m. Um 16 Uhr sahen wir die Mein Schiff 3 am Horizont. Wir machten uns auf den Weg Richtung Kaje.

    Angekommen, sahen wir, dass noch niemand von Bord gegangen war. Um 17 Uhr begannen die Ersten auszusteigen. Über zwei Gangways verließen die Passagiere das Schiff. Keiner stieg zu. Man konnte bis nach 18 Uhr noch sehen, dass Gäste im Ankelmann saßen. Über die Gangways kamen nur noch vereinzelte Gäste aus dem Schiff. Um exakt 19.05 Uhr begann der Check-In. Wir verließen die Aussichtsterrasse und begaben uns nach unten. Die Schlange reichte aus dem Gebäude hinaus, um die Ecke herum, über die Straße, um die Ecke bis fast nach hinten, wo die Busse wegfuhren. Später im Gebäude sahen wir, dass innen die Warteschlange viermal hin und her umgeleitet wurde. Außen war mittlerweile ein eisiger Wind, der um die Kaje blies. Da liefen schon vereinzelt junge Frauen von der Crew herum, deren Blick war aber ratlos/hilflos. Es war bereits nach 20 Uhr, wir verspürten Hunger und Durst, als mich die Durchsage des Kreuzfahrtdirektors Anton Halbmayr zur Weißglut trieb: „Wir begrüßen alle Gäste auf der Mein Schiff 3, die Restaurants sind bereits geöffnet“. Das ist natürlich schön für die Gäste, die schon an Bord waren. Aber die Mehrheit war durchgefroren, hungrig und durstig und stand noch vor dem Schiff.

    Mittlerweile erfuhr man von anderen Wartenden, dass ganz hinten jemand mit einem ( mit 1) Tablett mit Glühwein herum gelaufen sei und sporadisch etwas verteilt hätte.

    Um 21.40 Uhr betraten wir das Schiff, eilten zu unserer Kabine und danach zum Ankelmann zum Essen. Dann die nächste Frechheit. Durchsage Kapitän, wer noch Lust habe, einen Ausflug nach Bremerhaven zu machen, bis 1 Uhr könne man noch von Bord. Wir waren froh, erst mal drauf zu sein wir hatten Hunger und waren müde vom Stehen. Mittlerweile war am Pooldeck bereits die Begrüßungsparty im Gang, viele Hundert Gäste standen zu dem Zeitpunkt noch draußen vor dem Check-In.

    Dieses Chaos des ersten Tages begleitete uns die ganze Reise hindurch. Beim Frühstück, beim Abendessen wurden wir immer wieder von anderen Gästen darauf angesprochen. An der Bar kam das Thema von alleine zum Gespräch. Wir erfuhren, dass es eine E-Mail gab, die die Verzögerung ankündigte, als wir bereits unterwegs waren. Nur was hilft das, wenn die E-Mail sagt, man solle sich Zeit lassen und dann beginnt der Check-In erst um 19 Uhr, wenn dann doch schon alle da sind. Wir erfuhren, dass es Gäste gab, die sich gleich in der Halle anstellten, aber dann bildeten sich mehrere Schlangen nebeneinander und es gab Ärger nachdem diese feststellten, dass sie die ganze Zeit in der Reihe für die Suiten angestanden hatten. Auch dass es im ersten Stock Verpflegungsgutscheine gegeben hatte, jedoch keine Verpflegung mehr da war, erfuhren wir erst später an Bord. Wir erfuhren von Leuten, die noch ins Atlantik wollten, obwohl es fast leer war, durften sie nicht rein. Es gab keinerlei Information und keine Durchsage über Lautsprecher durch das TUI-Personal. Ein Armutszeugnis für das Wohlfühlschiff.

    Was mich überraschte, viele Gäste die mit uns auf dem Schiff die Zeit verbrachten, hatten die gleiche Ansicht wie ich:

    Gibt es bei TUI Cruise keine fähigen Leute mehr?

    Warum hat denn niemand reagiert und für Verpflegung gesorgt? Vom Catering oder direkt vom Schiff?

    Geht man so mit seinen Gästen um?

    Man hat 48 Stunden vorher gewusst, dass der Check-In erst am Abend beginnen kann. Wieweit ist denn TUI Cruises von Bremerhaven weg?

    Wenn ich in meiner Firma ein Ersatzteil brauche, bestelle ich per Kurier. Warum konnte das Notwendigste von der Mein Schiff 3 nicht von Southampton eiligst herbei geschafft werden? Es waren doch 48 Stunden Zeit.

    Man hat den „Tsunami“ auf sich zukommen sehen und nicht reagiert. Ich hab das im Kopf ausgerechnet, was da kommen wird.

    So gehe ich nicht mit meinen Gästen um.

    Keine Entschuldigung vom Kapitän, nur ein Zettel und ein bisschen Schokolade nach ein paar Tagen. Das war unsere sechste Schiffsreise mit TUI Cruise. Unsere Erfahrungen waren bisher stets positiv, es hat immer alles geklappt. Dieses Mal nicht. Das ist sehr schade. Das Personal hat beim Check-In routiniert und schnell gearbeitet, trotzdem weiß man ja dass alles seine Zeit braucht.

    Soweit der Brief, es kam eine Entschuldigung und ein Gutschein über einen kleineren Betrag.

    Unsere Reise war trotz dieses ersten Tages sehr schön. Schottland hat uns begeistert. Wir sind gerade dabei, wieder zu buchen, sind aber noch etwas unschlüssig über die Route. Es wird auf jeden Fall die dritte Fahrt dieses Jahr werden.

    Mittlerweile glaube ich aber auch, dass es schon ein Problem auf den Schiffen gibt, wenn wirklich einmal was passiert, was nicht in die Routine passt, weil doch überwiegend junge Menschen mit wenig Erfahrung ihren Dienst verrichten.

    Die alten, erfahrenen Seeleute sind meist die Phillipinos in den unteren Dienstgraden. Auch wer die Berichte von der Costa liest, die Phillipinos waren die eigentlichen Retter. Die Offiziere sind hilflos umhergeirrt weil die Anweisung von oben fehlte. Kapitän Lyddby hätte die Autorität gehabt, seine Kellner mit Verpflegung raus zu schicken und sich um seine Gäste zu kümmern.

    Mittlerweile ist aber der Ärger verflogen, wir fiebern schon der nächsten Reise entgegen. Und, doch Mal ganz ehrlich, das ist doch auch mit das schönste, die Vorfreude.

    Dir @ Morgensonne, wünsche ich auch noch viele Male diese Vorfreude auf die nächste Reise.

    Dieter

    Danke @Morgensonne für Deinen sehr ausführlichen Reisebericht.

    Wir waren vor zwei Jahren schonmal in Southampton und sind damals mit dem Zug nach Salisburry. War einfach und günstig. Dort vor dem Bahnhof stand dann der Bus nach Stonehenge, man konnte die Karten für Stonehenge gleich im Paket beim Busfahrer kaufen,

    wenn,

    ja wenn man genügend Pfund dabei gehabt hätte. Karte nahm der im Bus nicht, erst in Stonehenge. ;(

    Noch eine Frage zu Eurem letzten Tag in Southampton. Ab wann war denn bekannt (Uhrzeit), dass die MS3 einen technischen Defekt hatte und nicht losfahren konnte?

    Ich frage aus einem bestimmten Grund. Wir sind nach Euch in Bremerhaven aufs Schiff und haben dabei das Chaos an der Kolumbuskaje miterlebt. Ich hab das, was da passiert ist, immer noch nicht verstanden und warte noch auf Antwort von TUI Cruises.