Auf in ein neues Kapitel von mehr oder weniger lustigen Pleiten, Pech und Pannen.
Nachdem ich meine beiden Hübschen mehr oder weniger sanft aus ihrem Schlummer gerissen habe, ist mein Status als Lieblingsmensch zunächst mal fix. Nicht besonders gut gelaunt laufen wir (“mitten in der Nacht – Aalder – was soll das denn”) die 2,5 km von der Anlegestelle in Civitavecchia bis zum Bahnhof. Das hat in etwa 25 Minuten gedauert. Der Weg ist eigentlich ganz nett: Den ersten Teil geht man an den anderen Kreuzern vorbei und kann Vergleiche anstellen. Heute liegen die Epic, die Seaview, eine Costa und die Oceana Serena im Hafen. Keine wirlichen Schönheiten, wie ich finde…. Den zweiten Teil flaniert man am “Strand” entlang.
Am Bahnhof angekommen kann man dann die Verkaufsstelle für die BIRG Tickets auch nicht übersehen. Für 12 E pro Person erstehen wir ein Ticket, mit dem wir auch die Öffis in Rom nutzen können und werden auch informiert, dass dies noch am Bahnsteig entwertet werden müsse.
Dafür stehen jede Menge Automaten bereit – kann also auch nicht so schwer sein. Sollte man meinen. Ich fasse es immer noch nicht, dass wir es geschafft haben, unser Ticket in der Abstempelmaschine zu versenken. Dafür muss man schon besonderes Talent mitbringen. Jedenfalls muss uns eine mehr oder weniger amüsierte Mitarbeiterin von Trenitalia dann das Gerät aufschließen um unser Ticket wieder hervorzuholen. Anschließend stellen wir uns mit gefühlt 300 anderen Passagieren auf Gleis 3 um auf den Zug zu warten. Das Gedränge und Geschubbse deutet darauf hin, dass tatsächlich 5 Schiffe im Hafen sind. Einige der Passagiere haben auch ihr Gepäck dabei. Als der Zug dann einfährt, beginnt die Schlacht um die wenigen Sitzplätze, die wir leider verlieren.
Wichtig ist uns aber nur, dass wir heil in Rom ankommen und das gelingt auf diesem Weg relativ schnell und absolut problemlos.
In San Pietro steigen wir aus und laufen zum Petersdom. Ich wusste wohl, dass heute (Mittwoch) eine Papstaudienz stattfinden würde, mir war aber nicht klar, dass nicht nur der Dom sondern auch der Vorplatz komplett gesperrt waren. Das ist aber nicht weiter schlimm, weil wir schon einmal im Petersdom waren. So entscheiden wir uns, dass wir den im Fremdenführer empfohlenen Hop on Hop off Bus für Arme (öffentlicher Bus, Linie 64 gratis mit BIRG nutzbar) nehmen würden, der alle Sehenswürdigkeiten abfährt. Der fährt uns aber gerade vor der Nase weg. Da wir auf den nächsten Bus nicht 30 Minuten warten wollen, machen wir uns zu Fuss auf den Weg zur Piazza Navona. Leider ist der Weg nicht besonders schön: Furchtbar viel Verkehr und sogar durch stinkende Tunnel – nicht die beste Entscheidung des Tages. An der Piazza angekommen werden wir aber dann mit einer tollen Atmosphäre, perfektem Licht und weißer Kalkstein-Pracht belohnt. Weiter geht es Richtung Pantheon. Da die Kinder “mitten in der Nacht” noch nicht so viel zu sich nehmen konnten, haben sie inzwischen Hunger bekommen. Kurze Diskussion, welche Köstlichkeiten wir im Land der Delikatessen und Köche wählen könnten….Schwere Wahl … ich gebe an dieser Stelle nicht zu, dass die Wahl auf das Restaurant mit dem großen M gefallen ist!
Zu den vielen kleinen Pannen heute psst es, dass die Limo von meinem Sohn eine fleischige (oder chitinhaltige?) Einlage von vielen kleinen Fruchtfliegen hat. J
Davon lassen wir uns aber nicht die Burger vermiesen – nur die Limo trinken wir dann doch nicht.
Wir spazieren dann weiter durch die wunderschöne Stadt und kommen an so vielen beeindruckenden Gebäuden vorbei, die einfach so “auftauchen”, ohne, dass man danach gesucht hat. Wir lassen einfach nur die Architektur auf uns wirken, ohne nachzulesen, wer das gebaut hat, wer da gewohnt hat etc. Pädagogisch sicher nicht sinnvoll, aber wer mitten in Italien zu McD geht, der ist eben auch Kulturbanause. Wir schämen uns nicht, sondern genießen einfach nur die Sonne und die Eindrücke. Irgendwann sind wir dann aber müde (waren ja auch “mitten in der Nacht” aufgestanden). Und gehen zur Station Termini.
Hier fällt dann meinem Männeken auf, dass er seine Fahrkarte verloren hat.
Hmmm.
Wir kaufen also eine neue One-Way-Karte und ärgern uns über die unnötige Verschwendung.
Bis zu unserem Gleis 28 laufen wir gefühlt 2 km. Es ist tatsächlich das absolut hinterste aller Gleise – das muss man im Kopf haben, wenn man meint “ooch, den Zug in 6 Minuten, den bekommen wir noch locker…” Da muss man dann deutlich schneller sein, als wir J
Das Gute daran bei Termini einzusteigen ist, dass es die Starthaltestelle ist und man einen Platz quasi sicher hat. Das haben wir sehr genossen.
Auf dem Rückweg sind wir dann noch ein bisschen am “Minimini-Kies-Strand” entlang spaziert und haben versucht, den ziemlich aggressiven Straßenverkäufern auszuweichen – nicht ganz erfolgreich aber mein “sorry aber ich bin echt kaputt und will einfach nur noch nach hause…” muss angemessen verzweifelt und mitleiderregend entkräftet geklungen haben, weil man uns wirklich sofort ziehen liess…
Wir “verzichten” auch hier auf den Shuttle, der uns auch am Fort Michelangelo mitgenommen hätte. (In Wahrheit haben wir das einfach nur nicht kapiert, haha!) und freuen uns, wieder an Bord zu kommen. Dort wartet schon das Buffet auf uns. Sehr schön, dass der Ankelmannsplatz durchgehend geöffnet hat. Zu mehr sind wir heute nicht mehr in der Lage. Völlig erschöpft wird dies ein gemütlicher Abend auf der Kabine werden.
Hat jemand einen guten Draht zum Wettergott?
Ich bräuchte ein bisschen Hilfe beim Verbessern der Wetteraussichten in La Spezia morgen???