Sonntag, 13.10.2019
5. Seetag
Sonnenaufgang ca. 06.34h
Sonnenuntergang ca. 18.17h
30 Grad, sonnig
Und täglich grüßt das Murmeltier: Wieder früh raus, Sonnenaufgang auf dem Balkon anschauen und hoch auf Deck 12 zum gemeinsamen Frühstück mit unserer liebgewonnenen Truppe... die Einen kommen nach der Sauna dazu (wo es morgens wohl schön leer sein soll), die Anderen, inklusive meines Mannes, der es ausnutzt, wenigstens ein paar Stunden das Bett für sich alleine zu haben, trudeln Alle nacheinander ein. So verbringen wir wieder einen wunderschön relaxten Vormittag mit Essen, Cappuccino (dem leckeren aus dem linken Kaffeeautomaten natürlich) und viel Gequatsche und Gelächter.
Um 14h sind wir wieder runter zum Bingo, denn wenn man an 3 unterschiedlichen Tagen abgestempelte Bingoscheine vorweisen kann, darf man am letzten Superbingo mit dem Jackpot teilnehmen, was am letzten Seetag stattfindet. Heute wurde ich von den Damen am Mikro nett daran erinnert, dass ich noch Schokolade an der Rezeption abzugeben habe... warum? Hm, weil ich gestern etwas an den Regeln falsch verstanden hatte
und etwa vorschnell Bingo rief (dabei stolz strahlend, um mich nur 2 Sekunden später am liebsten unsichtbar zu machen
)... war natürlich ein Fehler und das heißt dann "Bongo" und wird gnadenlos bestraft.
Danach ging's wieder auf Deck 13, aber hier war es jetzt viel zu schwül, es wehte kein Lüftchen. Also sind wir rauf in die Außenalster (total leer), wo es etwas angenehmer war durch die fehlende Überdachung. Dort wurde diesmal zu6t Phase 10 gespielt. Irgendwann fanden sich auch die letzten Beiden bei uns ein, so dass wir einfach da weiter gemacht haben wo wir vormittags aufgehört hatten.
Ich habe übrigens noch nie in meinem Leben so viel geschwitzt wie auf dieser Reise, es war grauenhaft. Egal, ob man sich bewegt hat oder still saß - Alles lief, ätzend
.
Wir hatten uns auf dieser Reise ab dem 3. Tag, als sich die Temperaturen auf "oh nee, so heiß?" eingespielt hatten, angewöhnt, die Klimaanlage auf 19 Grad einzustellen, wenn wir die Kabine verließen. So war es jedes Mal eine Erholung, von draußen rein zu kommen und für einige Minuten die kühle Luft zu genießen. Hielt zwar nicht lange vor, weil ich, manchmal zum Ärger meines Mannes, in einer Balkonkabine gerne auch die Tür zum Meer hin öffne... komische Eigenart, oder
?
Um 18h trafen wir uns wieder pünktlich im Mediterran, da 3 von uns um 19 45h ein besonderes Date hatten: Treff auf Deck 4 im Neuen Wall zum Einkleiden für die Modenschau.
Ich weiß echt nicht, was mich geritten hat, da zuzustimmen... der Clou war ja, dass die süße Maus aus unserer Gruppe, die uns dort angemeldet hatte, heute gar nicht dabei war, weil sie krank im Bett lag (nein, kein Magen Darm, auch wenn das Hospital sie deswegen vorsichtshalber unter eine 24 Stunden Quarantäne gestellt hatte)... jetzt mussten wir da auch noch alleine durch...
Wir waren insgesamt 12 "Models", davon tatsächlich auch 4 Männer. Es gab zur Begrüßung (und zum locker werden) ein Glas Sekt, eine kurze Einweisung zur Choreografie, wo wir wie langgehen sollten, dann hieß es auch schon umziehen und im Gänsemarsch hinten rum auf Deck 5, wo wir dann an der Treppe zwischen Tag und Nacht und der Osteria auf den Beginn um 20.30h gewartet haben.
In meinem Magen drehte sich Alles,
und auch bei mir nicht wegen Magen Darm!...
Ich bin, glaube ich, als 8. gelaufen und man habe mir wohl ein wenig angesehen, dass ich mich nicht unbedingt wohl fühlte, so war das Feedback meines Mannes. Aber es habe gut geklappt und Alle waren stolz auf uns. Unsere 3 Männer aus der Runde ließen uns dann auch kurzzeitig echt wie Topmodels fühlen, als wir in ihrem Blitzlichtgewitter posierten.
Danach ging es zurück in den neuen Wall, umziehen und zur Verabschiedung gab es als Dankeschön einen 20 Euro Gutschein für die Shops (dafür habe ich später ein Lanyard für meine Enkelin und ein Buch über Kurioses auf einer Kreuzfahrt gekauft). Alles in Allem war es witzig und ein Erlebnis und solange man mir glaubhaft versichert, dass es nicht zum Fremdschämen war, ist Alles gut... und ich kann in meinem Lebenslauf etwas vorweisen, sollte ich doch mal beruflich modeln wollen
.
Anschließend ging es für uns schnell ins Theater "Ti Amo, deutsche und italienische Schlager", wieder mit dem alten Ensemble... die hatten im April mit der Show ihre Premiere und heute nun war ihre Dernière... War super, schön zum Mitsingen, das Publikum hat die letzten 3 Lieder abgefeiert, getanzt und gestanden... TUI kann feiern, aber richtig.
Zum Abschluss eines rundum gelungenen Seetages sind wir noch in die Lumas Bar, wo der Gitarrist und Sänger Aristiana Gunawan, der meistens Abends zum Auslaufen in der Champagner Bar gespielt hatte, auftrat. Freut euch, wenn ihr ihn mal auf den Schiff habt: eine schöne Stimme und eine für mich ganz angenehme Musikauswahl... gut zum träumen und runterkommen.
Ich habe mich allerdings recht schnell verabschiedet, um unserem kranken Huhn Halsschmerztabletten aus unserer Reiseapotheke auf die Kabine zu bringen, und weil unsere Machine nur ein paar Meter weiter lag, ging ich gleich in unsere Kabine (schließlich ist so ein Seetag ja auch anstrengend...)
.
Mein Mann erzählte später, dass sich in der Lumas Bar während der Pause ein 11-Jähriger die Gitarre geschnappt und cool gespielt und gesungen hat.
Ich derweil habe erstmalig in der Videothek einen Film "Ben is back" mit Julia Roberts angeschaut, war eh eher ein Film für mich, ohne meinen Mann.
Der Balkon war nun verdunkelt und es war ein wenig windig.
Unter uns, auf Deck 5 im Bereich der Deck Chairs, standen die ganze Nacht 2 Security Leute mit Ferngläsern und Waffe im Polster, die die Umgebung im Auge behielten. Sie haben sich recht laut die ganze Nacht unterhalten (guter Schutz gegen Einschlafen am Arbeitsplatz
), auch die Funkgeräte hörte man öfter. Das war dann schon ein komisches Gefühl, weil mir da plötzlich bewusst wurde, dass zumindest ein kleines Risiko vorhanden war...Ansonsten hat man von den Sicherheitsmaßnahmen wenig mitbekommen, wir konnten auch die ganze Zeit die Außenalsterbar nutzen.