Mein Fazit der ersten Kreuzfahrt ganz alleine:
Ich hatte die Kabine 6169, backbord mit Bett in der Mitte. Das war bereits das zweite Mal, dass es eine Kabine im Heck auf Deck 6 war. Mit dem Bett in der Mitte war ich auf dieser Reise hier versöhnt, weil ich als Alleinreisende nur den Schrank im Flur nutzen musste und der am Bett leer bleiben konnte. Ansonsten ist es mir, wenn wir zu 2t sind und beide Schränke in Betrieb sind, nach wie vor zu eng mit dem Schrank am Bett.
Was mich aber sowohl beim letzten Mal als auch jetzt wieder sehr gestört hat, war die Beleuchtung von Deck 5. Dadurch ist es in der Kabine taghell, zu jeder Nachtzeit 
Das ist wirklich nervig, wenn man wie ich stets bei geöffneter Balkontür schläft, weil man frische Luft braucht... da hat man dann die Wahl zwischen Pest und Cholera: entweder im Hellen zu schlafen oder Vorhang zu und keine frische Luft rein zu bekommen. Beides bedeutet für mich zumindest kein Wohlfühlmoment. So bin ich nachts des öfteren raus aus dem Bett, um von einem Zustand zum anderen zu wechseln.
Klar hätte ich eine Schlafbrille aufsetzen können, hatte ich sogar mit, aber die ist mir nach wenigen Minuten unangenehm.
Und wenn ich dann an den extremen Preisverfall innerhalb von Stunden zwischen dem von mir gebuchten Wochenendangebot und dem Last Minute Angebot (was für mich knapp 500 Euro! ausgemacht hat) denke und daran, dass die Last Minute Bucher die besseren Balkonkategorien (Deck 8, 9 und 10) erhalten haben, macht mich das nach wie vor wirklich sauer. Das war übrigens auf der Reise ein extrem diskutiertes Thema... Ich weiß, dass man zu einem Preis bucht, der für Einen in dem Moment passt und man mit weiteren Nachlassen danach rechnen muss. Aber so, wie tuicruises es bei dieser Reise gemacht hat, war es mehr als ätzend... wie gesagt, das Wochenendangebot lief aus und ein paar gefühlte Minuten, wahrscheinlich waren es ein paar Stündchen, kam das neue Angebot raus mit mehreren hundert Euro weniger und schlechteren Kabinenkategorien
. Aber gut, lassen wir das...
Zu den Destinationen
Orkney-Inseln: Ein wunderbares Fleckchen Erde, gerade zu dieser Jahreszeit mit dem gelb blühenden Ginster. Die Entfernungen mit dem Auto zu den Stellen, die ich mir angeschaut habe, waren nie länger als eine gute halbe Stunde von Kirkwall entfernt. Es war ein sehr angenehmes Fahren und ich konnte mich nicht sattsehen.
Greenock: Der Ausflug mit Key war sehr schön, wir haben viel gesehen, auch wenn das Wetter besser hätte sein können. Auch dieser Tag war geprägt von herrlichen Landschaftseindrücken.
Hier hatte ich im Vorhinein geschwankt, ob ich mir nicht besser Glasgow oder gar Edinburgh anschauen sollte, bin aber im Nachhinein sehr glücklich mit meiner getroffenen Entscheidung.
Belfast: Zum 3. Mal hintereinander stand wieder die Landschaft im Fokus. 250 km im Rahmen eines Tagesausflugs zu fahren, ist sicher nicht Jedermanns Sache, aber ich habe es genossen, autark halten zu können, wenn ich beim Fahren etwas Schönes entdeckt hatte, das einen zweiten, intensiveren Blick wert war. Das wäre mit einem Ausflug im Bus nicht möglich gewesen. Beim nächsten Mal würde ich natürlich den Mietwagen gleich am Cruise Terminal wählen.. und früher tanken gehen
.
Liverpool: Das war für mich der Überraschungssieger, was vielleicht ein wenig auch dem tollen Wetter geschuldet war... der Bereich um die Albert Docks und den 3 Grazien hat mir unglaublich viel Freude gemacht, die Atmosphäre war einmalig. Auch das allgegenwärtige Nebeneinander von moderner und älterer Architektur hat mir sehr gut gefallen. Von mir wegen des Wetters nicht genutzt, aber dennoch erwähnenswert fand ich das Angebot von Kultur, das kostenlos war (das Nationalmuseum direkt am Hafen zum Beispiel).
Southampton: Aus diesem Tag hätte ich sicher mehr machen können, aber dazu fehlte mir nach den zahlreichen Eindrücken die Energie. Das Städtchen gibt zugegebenermaßen nicht so viel her, aber dennoch fand ich meinen Spaziergang schön und interessant. Hier bleibt mir aber sicher vor allem das Gespräch mit dem reizenden älteren Engländer in Erinnerung
.
Das Angebot an Gastkünstlern fand ich für diese Reise erstaunlich gut, schade, dass ich Bryce erst so spät entdeckt habe. Auch das Duo Anna und Richard hat mir sehr gut gefallen.
Die Vorträge von Markus Kummerer fand ich launig und interessant.
Der Abend mit Andreas Schmidt im Klanghaus wird mir für ewig in Erinnerung bleiben, so eindrucksvoll war er.
Das Essen in den beiden Atlantik Restaurants abends habe ich insgesamt auf anderen Reisen besser in Erinnerung.
Erwähnenswert fand ich übrigens noch die nautische Fragestunde... der Kapitän hat seinen Part mit Videos zu seiner Arbeit gestaltet, das war sehr informativ, unterhaltsam und individuell, kannte ich so bisher noch nicht.
Diese Route möchte ich auf jeden Fall nochmal mit meinem Mann fahren, sie ist abwechslungsreich, ein schöner Mix aus Landschaft und Sightseeing in der Stadt.
Die 4 Seetage dazu bieten auch genug Zeit und Raum für Entschleunigung und Erholung. Ach ja, das Shuffleboard habe ich zuhause ganz schnell vermisst...
Tja, und als Alleinreisende auf einer Kreuzfahrt unterwegs zu sein, war eine schöne Erfahrung und viel einfacher, als ich vermutet hatte. Da hat sicher auch der Alleinreisendentreff von Tui Cruises zu beigetragen, eine nette Idee. Und auch wenn ich es nie genutzt habe, der fest reservierte Tisch im Atlantik bietet ebenfalls eine gute Gelegenheit, nicht alleine sein zu müssen, wenn man das nicht mag.
So, ich habe fertig
... endlich
Ganz lieben Dank für eure Begleitung und eure Kommentare, es ist immer wieder schön, ein Teil dieses Forus zu sein 
Liebe Grüße, Daniela